Mittwoch, 19. August 2015

12 Uhr am Raffelberg: Park-Idylle mit Theaterdonner


Eine Parkansicht des alten Kurhauses, in dem heute Theater gespielt wird

Erstaunlich. Autos und Baustellen, so weit das Auge reicht. Doch wer von der Duisburger Straße in die Akkazienallee einbiegt und nach einigen Metern links oder rechts ins Grüne geht, ist plötzlich in einer anderen Welt. Wer es sportiv mag, den wird es nach rechts zur Rennbahn, zum Golf- oder zum Tennisplatz ziehen. Kultur- und Naturfreunde gehen nach links, wo das Theater an der Ruhr, das Café Sol und der Raffelbergpark locken. Hier treffen wir einen ganz besonderen Anwohner, den Fotografen und Ruhrpreisträger Heiner Schmitz, der uns als Ortskundiger rund um den Raffelberg begleitet.

„Ohne den Einsatz von Bernd und Karin Landfermann gäbe es den 1909 angelegten Raffelbergpark heute gar nicht mehr“, erzählt Schmitz. Denn in den Jahren 1989 bis 1991, als auch er im Vorstand des Vereines zum Erhalt und zur Pflege des Raffelbergparks aktiv war, gab es Pläne dort eine Luxus-Therme und ein Spielcasino zu errichten.

Wenn man am Theater vorbei durch den zum Teil waldartigen Park geht, ist man froh, dass aus diesen Plänen nichts geworden ist. Inzwischen steht der Raffelbergpark unter Denkmalschutz. „Der gemeinsame Kampf gegen die Luxus-Therme und das Spielcasino hat die Anwohner zusammengebracht und dazu geführt, dass der Park heute viel mehr als früher genutzt wird“, freut sich Schmitz. Er berichtet von Spaziergängern, Joggern und Boulespielern, die den großzügigen Park mit seinem Teich für sich entdeckt haben. An diesem Mittag haben wir den Park allerdings für uns alleine. Das gilt auch für unsere späteren Abstecher zur Rennbahn und zum Golfplatz.


Was uns beim Parkrundgang auffällt, sind die Schilder mit der Aufschrift: „Save my Sol.“ Wir kehren bei Hakan Mengil ein, der das unmittelbar am Theater liegende Café Sol seit fünf Jahren betreibt und sich nicht nur mit europäisch-orientalischer Küche, sondern auch mit Konzerten eine feste Stammkundschaft erarbeitet hat. Doch jetzt sieht Mengil seine Existenz bedroht, weil der Mietvertrag Ende September ausläuft und er das Gefühl hat, dass der jetzt zuständige Immobilienservice der Stadt einen anderen Pächter haben will. Dabei, so berichtet Mengil, habe seine Schwester den von ihr abgeschlossenen Pachtvertrag eigens auf Anraten des städtischen Kulturbetriebes gekündigt, um den Pachtvertrag auf ihren Bruder übertragen zu können, der bisher nur als Geschäftsführer fungiert hat. Bei unserem Gespräch setzte Hakan Mengil seine Hoffnungen auf eine Bürgerversammlung mit Vertretern der Ratsfraktionen, die gestern Nachmittag im Café Sol über die Bühne ging. .

Dieser Text erschien am 12. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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