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Es werden Posts vom 2018 angezeigt.

Romeros Erben

Im Rahmen einer Deutschlandreise zum Beginn der aktuellen Adveniat-Kampagne besuchte Kardinal Gregorio Rosa Chavez aus El Salvador im Advent die Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt, um sich beim Weihbischof Franz Grave, der dort zum Patoralteam gehört, für seinen langjährigen Einsatz als Vorsitzender des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerkes Adveniat zu danken. In diesem Interview spiegeln sich die Fragen und Antworten eines Gesprächs, das der Kardinal vor Weihnachten mit interessierten Gemeindemitgliedern geführt hat.
??? Die aktuelle Diskussion über einen Mauerbau an der Südgrenze der USA zeigt legt die Probleme in Mittelamerika und seine angespannten Beziehungen zu den USA auf. Was sagen Sie dazu?
!!! Es gibt viele Interessen, aber keine Freunde. Es gilt: Heute bin ich Freund, morgen bin ich Feind. Es gibt keine echte Solidarität. Der Krieg in Zentralamerika war während des Kalten Krieges ein Krieg zwischen dem von Kuba und Russland angeführten Ostblock und dem nordamerikanischen Block…

Wünsche wagen

Investition und stellten die so eingesparten 2500 Euro dem Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) zur Verfügung. Den Wünschewagen hatten Rummel-Kossow und Loef-Pawelczak durch ihren Saarner Nachbarn Peter Brill kennengelernt, der sich als ehrenamtlicher Betreuer und Begleiter im Wünschewagen-Team des ASBs engagiert. Der Name des spendenfinanzierten Projektes ist Programm. Mit Hilfe des Wünschewagens und seiner ehrenamtlichen Besatzung können schwerstkranke Menschen, die sich oft auf den letzten Metern ihres Lebensweges bewegen, noch einmal letzte Wünsche wagen. Noch einmal das Meer sehen. Noch einmal einen alten Freund besuchen. Noch einmal ein Musical erleben. Noch einmal mit dem Lieblingsverein im Fußballstadion mitfiebern. Noch einmal mit einem Luftschiff fahren. Noch einmal den Zoo besuchen und dort Tiere beobachten. Solche und ähnliche Wünsche, die ihre Passagiere aus eigener Kraft nicht mehr realisieren könnten, lassen der ASB und sein Wünschewagenteam wahr werden, ohn…

Der Speldorfer Bahnhof: Ein Zeitsprung an der Duisburger Straße

Im Januar 1923 erreichen französische Soldaten im Januar 1923 den Bahnhof Speldorf, um im Auftrag ihrer Regierung auch die Ruhrstadt Mülheim zu besetzen und (bis zu ihrem Abzug im Jahr 1925) dafür zu sorgen, dass die 1919 im Versailler Friedensvertrag vereinbarten Reparations-Kohle-Lieferungen möglichst zügig in Frankreich ankamen. Vergangenheit. Gott sei Dank. Vergangenheit sind aber auch der Bahnhof Speldorf, der von 1874 bis 1977 an der Duisburger Straße stand und das Eisenbahnausbesserungswerk Speldorf, das zwischen 1874 und 1959 an der Duisburger Straße Arbeit und Lohn gab. 

Heute fährt hier nur noch die Linie 901 und hält regelmäßig an der Straßenbahnhaltestelle Bahnhof Speldorf. Dort, wo einst das Speldorfer Bahnhofsgebäude stand, eines von sechs in Mülheim, sehen wir heute ein Umspannwerk des Stromversorgers RWE-Innogy. Das Werk grenzt an einen Parkplatz, um den sich ein Futtermittelhandel, ein Sonnenstudio und eine Spielhalle gruppieren. Die Geschäftsräume einer Autovermietung…

Eine Oase der Menschlichkeit

Beleuchtete Tannenbäume, duftende Leckereien, schöne Handarbeit. Dienstbare Geister mit Nikolausmützen unterhalten sich mit den Besuchern der ersten Waldweihnacht am Worringer Reitweg. Adventsidylle im Uhlenhorst. Doch wer mit den Nikolausmützenträgern ins Gespräch kommt, erfährt, dass dieser idyllische Ort auch schicksalsbeladen ist.
Denn Peter van Eyll und Natascha Wegener leiten hier in einem ehemaligen Landschulheim eine 1999 eröffnete Wohneinrichtung der gemeinnützigen Gesellschaft Regenbogen. Hier betreuen sie zusammen mit 18 Kollegen aus pädagogischen, sozialen und medizinischen Berufen 22 Menschen, die seelisch krank und drogenabhängig sind. "Diese Einrichtung ist ein Segen", sagt ein Vater, der hier regelmäßig seine 26-jährige Tochter besucht, die eine zehnjährige Leidensgeschichte hinter sich hat und in der vom Landschaftsverband Rheinland finanzierten Wohneinrichtung am Worringer Reitweg wieder neuen Halt gefunden hat.
"Wir kümmern uns hier um Menschen, die …

Stefans Erben

Am zweiten Weihnachtstag feiert die katholische Kirche den Namenstag ihres ersten Märtyrers. Stefanus war ein Zeitgenosse Jesu, der sich als Bußprediger und Diakon in der Jerusalemer Urgemeinde einen Namen, aber mit seinem eindeutigen Bekenntnis zu Jesus von Nazareth als dem Sohn Gottes viele Feinde machte. Der biblischen Überlieferung folgend sagte Stephanus in seiner Verteidigungsrede:Ich sehe den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.“ Und er soll noch während seiner anschließenden Steinigung im Angesicht seiner Peiniger und seines Todes gebetet haben: "Vater vergib ihnen. Denn sie wissen nicht, was sie tun.“ 

Früher wie heute mussten Menschen ihr Leben lassen, weil sie ihren christlichen Glauben beharrlich und unbeugsam bezeugten und ihre Zeitgenossen mit unbequemen Wahrheiten konfrontierten. Einer von ihnen war der als Sohn eines Volksschullehrers in Mülheim aufgewachsene und zur Schule gegangene Präses der Katholischen Arbeiterbewegung Westdeutschlands Otto Müller (1870-194…

Abenteuer im Advent

Als Journalist kann man täglich seinen Horizont erweitern, zum Beispiel, wenn einen die Kollegen zum Worringer Reitweg schicken. Obwohl ich ein mittelalter Mülheimer bin, war diese Ecke der Stadt für mich Neuland, als ich mich dort jetzt in den frühen Abendstunden unter Einsatz aller meiner Sinne und meiner Taschenlampe, ohne die ich im Dunkeln gestanden und den Uhlenhorst-Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen hätte. Bei meiner abenteuerlichen Wanderung in den Wald hinein und anschließend wieder hinaus, wurde mir klar, dass man als Fußgänger an bestimmten Stellen unserer Stadt, auch dort, wo sie besonders grün ist und der Fußgänger sich als umweltfreundlicher Verkehrsteilnehmer besonders gut in die Natur einfügt, gar nicht vorgesehen ist. Wo sich Autos auf einer ohnehin schmalen Fahrbahn begegnen und Fußgänger auf einem noch schmaleren oder gar zugewucherten und unpassierbaren Fußweg wie ein Freiwild fühlt, da wird der Mülheimer Wald zur Grünen Hölle und die natürlichste Art der Fortbe…

Frommer Wunsch zum Frohen Fest

Die Sparkasse schließt bis 2021 drei Filialen. An diese Nachricht aus der NRZ musste ich jetzt denken, als mir beim Weihnachtseinkauf im Forum das Kleingeld ausging. Wie gut, dass es da noch Geldautomaten gibt, die auch außerhalb der Öffnungszeiten Geld ausspucken, so lange noch etwas auf dem Konto ist. Doch was eine Sache von Sekunden hätte sein können, wurde zur Geduldsprobe. Denn einer von zwei möglichen Geldautomaten war "leider außer Betrieb". Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen, wenn es nicht so vielen anderen, genauso wie mir ergangen wäre, so dass wir uns treu und brav in einer Warteschlange vor dem verbliebenen Geldautomaten gedulden mussten. Wenn die tibetische Weisheit stimmt, dass Geduld der Weg zur Glückseligkeit ist, kann das heute beginnende Weihnachtsfest ja nur noch großartig werden. Ich würde mich sogar am Heiligen Abend gerne noch etwas gedulden und noch etwas länger gedulden, wenn ich wüsste, dass Christkind noch einige Umwege macht, um alle jene Men…

Schlag nach bei Schmidt

So einen wie Helmut Schmidt, einen Krisenmanager, da sind sich Hans Meinolf (Jahrgang 1930) und Günter Weber (Jahrgang 1935) einig, könnte ihre Partei und ihr Land auch heute gut gebrauchen.
Wenn man die beiden Sozialdemokraten danach fragt, warum die SPD unter ihrem Kanzler Helmut Schmidt bei den Bundestagswahlen 1976 und 1980 mehr als 40 Prozent der Stimmen gewinnen konnte, während bei der Bundestagswahl gerade noch auf etwas mehr als 20 Prozent kam und bei aktuellen Meinungsumfragen nur noch mit 15 Prozent gehandelt wird, müssen der ehemalige SPD-Fraktionschef Meinolf und der ehemalige Landtagsabgeordnete Weber nicht lange nach Antworten suchen. „Helmut Schmidt war ein kluger und welterfahrener Krisenmanager, dem es nicht um Gesetze, sondern um die Menschen ging“, erinnert sich Alt-Bürgermeister Weber, der Schmidt bei einer Tagung des Seeheimer Kreises in der Evangelischen Akademie Tutzing persönlich kennenlernte. „Helmut Schmidt hatte eine starke Präsenz“, sagt Weber. Mit einem Aug…

Kumpel-Qualitäten

Was sich jetzt auf der nationalen Ebene vollzogen hat, der Ausstieg aus der Steinkohle-Förderung, hat Mülheim längst hinter sich. 1966 war die Stadt, in der noch um 1900 3000 Kumpel den Lebensunterhalt für ihre Familien verdienten, als erste des Ruhrgebietes zechenfrei.

Als letzte Zeche der Stadt machte am 29. Juli 1966 die Heißener Zeche Rosenblumendelle dicht. Damals waren es keine ökologischen, sondern ausschließlich ökonomische Gründe, die zum Niedergang des Bergbaus geführt hatten. Dem Öl und der Atomkraft schien damals die energiepolitische Zukunft zu gehören.

Die Ölkrise der 1970er Jahre und AKW-Unglücke in Harrisburg (1979), Tschernobyl (1986) und Fukushima (2011) haben die Menschheit eines Besseren belehrt, auch wenn viele diese Lehren noch nicht beherzigen wollen.

Mülheim hat, anders als andere Ruhrgebietsstädte, keinen alten Förderturm mehr. Schade. Hier erinnern nur Straßennamen wie Sellerbeckstraße, Wiescher Weg, Rosendeller Straße oder Erbstollen und natürlich die alte Berg…

Auferstanden aus Ruinen

Heute warten die Mülheimer auf die Wiedereröffnung des Tersteegenhauses. Vor 60 Jahren freuen sie sich über die Wiedereinweihung der Petrikirche. „Dieser Tag ist nicht nur ein Festtag für die Mülheimer Gemeinde, sondern ein Festtag für alle Gemeinden des Landes. Denn die uralte Petrikirche ist ein Zeichen dafür, dass hier an diesem Ort Menschen schon vor über 1000 Jahren Gott angebetet und an ihn geglaubt haben“, sagt der damalige Präses der rheinischen Landeskirche, Joachim Beckmann, am 21. Dezember 1958.
Auch jenseits der evangelischen Konfession freuen sich an diesem 4. Adventssonntag alle Mülheimer darüber, dass die Petrikirche nach 15 Jahren wieder zu einem funktionstüchtigen Gotteshaus und zu einem Wahrzeichen für den Wiederaufbau der Stadt geworden ist. „Die Petrikirche ist ein Gemeinschaftswerk Mülheimer Bürger aller Konfessionen“, betont der Presbyteriumsvorsitzende der damaligen Evangelischen Altstadtgemeinde, Walter Sänger, als ihm Präses Beckmann an diesem denkwürdigen Tag …

Pädagogische Seelsorge

Die Seelische Gesundheit und Hilfe für psychisch kranke Menschen gehören zu den Kernaufgaben der Caritas. Teil der vor- und nachsorgenden Arbeit, die von Nicole Meyer und ihren Kollegen von der Psychologischen Beratungsstelle leisten, ist das Schulprojekt "Verrückt, na und!?" Hauptamtliche Experten der Caritas und persönliche Experten, die aus eigner Erfahrung wissen, welche Folgen zum Beispiel eine Depression für das Leben mit sich bringt, leisten in neunten Klassen Aufklärungsarbeit in Sachen seelischer Gesundheit. Das Projekt, von dem bisher Neuntklässler der Mülheimer Realschulen und der Karl-Ziegler-Schule profitieren konnten, stand zum Jahresende finanziell auf der Kippe. Jetzt konnten Nicole Meyer und die für Kinder, Jugend und Familie zuständige Fachdienstleiterin, Katja Arens, allen Beteiligten die erfreuliche Botschaft überbringen, dass es weitergeht und demnächst auch die Neuntklässler der Hexbachtalschule einbezogen werden können. Die Mülheimer Bürgerstiftung, d…

Heino statt Heine

"Weißt du wer heute Geburtstag hat?" fragt mich meine Schwester? Ich schaue auf den Kalender. Donnerstag, der 13. Dezember. Bei uns in der Familie hat doch niemand im Dezember Geburtstag? "Ach, so! Heinrich Heine!" meldet sich mein germanistisches Unterbewusstsein. Doch das Schwesterherz schüttelt nur mitleidig den Kopf und klärt mich auf: "Heino!" Natürlich. Ich hätte es wissen müssen. Meine Schwester ist der größte Fan, den sich der Sänger Heino, Sie wissen schon: "Schwarz-braun ist die Haselnuss" oder "Ja, Ja die schwarze Barbara." Oder sollten Sie es etwa nicht wissen oder verdrängt haben, weil Sie zu den Zeitgenossen gehören, die Heino niemals hören oder dies zumindest nie zugeben würden. Ich muss zugeben. Auch in unserer Familie scheiden sich die Geister an dem vielseitigen und geschäftstüchtigen Sänger, der auf seine alten Tage auch schon mal die Genres gewechselt hat, wie andere Leute ihre Unterhosen. Wie dem auch sei. Meine Sc…

Das Kind im Manne

Der Adventsbesuch bei einem Freund ließ mich staunen. So romantisch hätte ich ihn gar nicht eingeschätzt. Aber der Mann, der in seinem Berufsleben als Jurist und Ökonom mit Zahlen und Paragrafen arbeitet, hat seine Wohnung schon 14 Tage vor dem Heiligen Fest weihnachtlich durchdekoriert. Sogar der elektrisch beleuchtete Weihnachtsbaum strahlt schon in seinem Wohnzimmer. Nur das Krippenteam der Heiligen Familie, nebst Ochse, Esel, Hirten und den Heiligen Drei Königen hat er sich, so viel biblische Authentizität muss auch im Zeitalter des pluralistischen und säkularen Relativismus sein, hat er sich für die Weihnachtstage aufgehoben. Doch schon jetzt wird der vorweihnachtliche Glanz in seiner ansonsten kleinen, modernen und nüchternen Wohnung noch getoppt von seiner Modelleisenbahn, die am Fuß des Christbaums ihre Runden dreht. „Ein Weihnachtsgeschenk aus Kindertagen, als ich noch Lokomotivführer werden wollte“, verriet er mir.
Man(n) sieht. Auch gestandene Herrn im besten Alter sind und…

Wohnung wechsel dich

"Ich habe es keine Sekunde lang bereut", sagt die 87-jährige Renate Sommer, wenn man sie nach ihrem Umzug von einem Einfamilienhaus im Rumbachtal in eine Wohnung im Ruhrquartier fragt. 2009 sah die Mutter, Pädagogin und Politikerin den Zeitpunkt für gekommen, sich altersgemäß kleiner zu setzen. Weil sie ihr Haus, in dem sie fast vier Jahrzehnte mit ihrer Familie gelebt hatte, "gut verkaufen konnte", konnte sie im Ruhrquartier Wohneigentum erwerben.

Dass sie ihre Wohnfläche damals auf 120 Quadratmeter verkleinerte, kam der inzwischen allein lebenden Seniorin gerade recht. Auch der Ortswechsel vom Rumbachtal in die Innenstadt war für sie eine gute Entscheidung. Die Wege zur Stadthalle, zum Museumsshop auf der Schloßstraße, in dem sie ehrenamtlich mitarbeitet, zum Einkaufen, zum Rathaus, zum nächsten Restaurant oder zum Arzt oder zur Apotheke sind für sie fußläufig geworden. 


Aus den Fenstern und vom Balkon ihrer Dachgeschosswohnung schaut sie einerseits auf die Ruhr, a…

Wie im Wilden Westen

"Mama sagt: Nun wird es Zeit, du brauchst 'nen Mann. Und zwar noch heut. Nimm gleich den von nebenan, denn der ist bei der Bundesbahn." So sang Gitte Henning 1963, als die Deutsche Bahn noch ein Staatsbetrieb war. Damals war auf die Bundesbahn noch Verlass und die Pünktlichkeit ihrer Züge ein ehernes Gesetz. Mehr als ein halbes Jahrhundert und eine Privatisierung später, ist davon nichts mehr geblieben. Wer als Berufspendler mit der Deutschen Bahn unterwegs sein muss, weiß davon ein Klagelied zu singen. Sicher. Die Bahn kommt. Nur wann? Das ist die Frage, die man sich als Pendler immer wieder stellen muss, während man am Bahnsteig wartet und friert und sich die nächste Entschuldigung für seine Verspätung zurecht legt oder mit sich selbst  verhandelt, ob man im Interesse der Pünktlichkeit auf die teure Mobilitätsalternative Taxi umsteigen soll. Jeder Handwerker, der an seiner Baustelle fuscht, muss mit Lohnabzug oder Regressansprüchen rechnen. Nur die Vorstände der Deutsc…

Am Puls der Zeit

Jetzt weiß ich auch, warum die Grünen immer so tolle Umfrage- und Wahlergebnisse haben. Sie haben einfach den Finger am Puls der Zeit. Den jüngsten Beweis dafür lieferte jetzt die stellvertretende Vorsitzende der NRW-Landtagsfraktion, Josefine Paul. Die Politikerin, die sich als Historikerin mit historischen und legendären Gestalten auskennt, fordert die Abschaffung des Knecht Ruprecht. Der Mann, der ungezogenen Kindern mit Strafe drohe, sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Just am Samstag durfte ich in Broich eine Nikolausfeier, ohne Knecht Ruprecht, erleben. Ob die Veranstalter sich den Rat der Grünen-Politikerin zu Herzen genommen haben, oder ob der ungeliebte strenge Mann einfach nur der Erkältungswelle zum Opfer gefallen war, ließ sich nicht herausfinden. Allerdings war der unbegleitete Nikolaus auch so Manns genug, um einem dann auch reumütigen Knirps klar zu machen, dass er ihm nur dann die gut gefüllte Nikolaustüte aushändigen werde, wenn er künftig seine Schwester nicht mehr hau…

Lichtblicke im Advent

Es gibt sie noch, die Lichtblicke in der Innenstadt. Gerade dann, wenn alle Marktstände aufgehoben, alle Weihnachtreffhütten und Geschäfte geschlossen sind, macht sich in der Stadtmitte eine besonders besinnliche Stimmung bereit, die dem Advent angemessen ist. Denn die Beleuchtung, die Peter Stermann und seine Kollegen von der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft MST installiert haben, entfaltet als Licht in der Dunkelheit in den späten 
Abendstunden ihre erhellende Wirkung auf das Gemüt des Flaneurs, der wie der Weihnachtsengel auf Tante Millas Christbaumspitze in Heinrich Bölls Satire "Nicht nur zur Weihnachtszeit" ausrufen möchte: "Friede!" Eigentlich schade, dass es solche abendliche Lichtblicke in der Stadtmitte nur während der Adventszeit gibt. Aber danach müssen wir wohl wieder selbst verstärkt für die Erhellung, der Innenstadt sorgen, in dem wir zum Beispiel nicht im Netz oder im auswärtigen Einkaufszentrum auf der grünen Wiese, sondern bei de…

Quo vadis Pflege?

Schon heute fehlen nach Angaben der Bundesregierung in Deutschland 25.000 Pflegefachkräfte. Gleichzeitig werden 68 Prozent der derzeit 3 Millionen pflegebedürftigen Menschen in Deutschland in ihrer Familie von Angehörigen gepflegt. Der Pflegebedarf wächst mit der Alterung unserer Gesellschaft. In Mülheim an der Ruhr sind fast 30 % der Menschen älter als 60 Jahre. Dass viele Menschen bis ins hohe Alter aktiv und sehr oft bürgerschaftlich engagiert sind, ist für unsere Stadt ein Glücksfall. Gleichzeitig stellt die Versorgung hochaltriger Menschen durch eine gute Altenpflege alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Das Wort vom Pflegenotstand macht die Runde. Es fehlen überall im Land Fachkräfte, die diese Versorgung übernehmen. Die Aktiven der Dialog-Offensive Pflege, das Mülheimer Bündnis der Menschen, die sich für die Würde und Lebensqualität Pflegebedürftiger und der sie Pflegenden einsetzt, lädt am 12. Dezember in der Zeit von 10 bis 16 Uhr in den Altenhof an der Kaiserstraße …

Neue Stadtteilmanagerin für Eppinghofen

Die 26-jährige Geografin Lena Spörl ist neue Stadtteilmanagerin in Eppinghofen. Damit tritt die gebürtige Fränkin die Nachfolge Alexander Grüter. "Dass die vorhandenen Netzwerke und Projekte weiterhin so gut funktionieren und vielleicht auch noch ausgebaut werden können", hat sich die Neue im Stadtteilbüro an der Heißener Straße 16-18 vorgenommen. So ganz neu ist Spörl in Eppinghofen gar nicht. Denn sie lebt mit ihrem Freund, den sie während des Studiums in Bayreuth kennen lernte, bereits seit 2015 in Mülheim. Außerdem hat sie sich im Rahmen eines Praktikums und im Rahmen ihrer Examensarbeit mit der multikulturellem Stadtteil Eppinghofen und dem Bild, dass sich die Mülheimer in und außerhalb des Nordstadtviertels von Eppinghofen machen, auseinandergesetzt. "Eppinghofen hat ein Müllproblem, dass aber bereits entschärft werden konnte, wird aber auch mit seinem Einzelhandel und seiner Gastronomie als vielfältiger Stadtteil wahrgenommen", beschreibt Spoerl den Spannun…