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Es werden Posts vom Februar, 2015 angezeigt.

"Setzen Sie sich auch heute für unser Christentum ein und zeigen Sie klare Kante. Denn die Frohe Botschaft hat es verdient": Ein Bericht vom Stadtkatholikenempfang 2015

„Wie sollen wir vor Gott und den Menschen bestehen, wenn wir heute nicht unser Leben einsetzen?“, zitiert Wolfgang Feldmann den seligen Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, der vor 70 Jahren von den Nazis ermordet wurde. Und Feldmann fügt hinzu: „Wir werden hoffentlich nie wieder Zeiten erleben, in denen wir, so wie Nikolaus Groß, wirklich unser Leben einsetzen müssen. Aber ich bitte Sie, setzen Sie sich auch heute für unser Christentum ein und zeigen Sie klare Kante. Denn die Frohe Botschaft hat es verdient.“
Der Mann, der das beim Neujahrsempfang der Mülheimer Katholiken vor rund 130 Zuhörern sagt, setzt sich seit fast 40 Jahren für die katholische Kirche und die christliche Botschaft ein. Deshalb verleihen ihm an diesem Sonntag Stadtdechant Michael Janßen und der gastgebende Pfarrer von St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg, die Nikolaus-Groß-Medaille. Mit ihr zeichnet die Stadtkirche außergewöhnlich engagierte Kirchenmitglieder aus. Schwartzenberg weiß, was er an seinem Kirchenvorst…

„Du nix Jude. Du blond. Du deutsch“ – Schwester Johanna Eichmann zog die Zuhörer in der katholischen Akademie Die Wolfsburg in ihren Bann

Kann man nach Auschwitz noch glauben? Schwester Johanna Eichmann sagt Ja, obwohl die 1926 als Jüdin geborene Ordensfrau ihren Großvater und ihren Onkel in Auschwitz verloren hat. „Der Mensch ist in letzter Konsequenz frei und wir können nicht erwarten, dass Gott die große Kehrmaschine heraus holt, wenn auf der Welt etwas schief geht“, begründet sie ihre Glaubenshaltung. 70 Jahre nach der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz liest Schwester Johanna am 27, Januar 2015 in der katholischen Akademie Die Wolfsburg aus ihren Lebenserinnerungen, die Sie unter dem Titel: „Du nix Jude. Du blond. Du deutsch.“ veröffentlicht hat. Der Titel ist der Satz eines russischen Soldaten, den sie nach Kriegsende 1945 in Berlin zu hören bekam, als sie ihn darauf hinwies, dass sie Jüdin sei. Das Argument ließ der Sowjetsoldat nicht gelten, ersparte ihr aber das Schicksal einer Vergewaltigung, das viele Frauen in Deutschland damals zu erleiden hatten.

Musikalisch begleitet von Coline Hardelauf (Gesang)…

Unvergessliche Begegnungen: Der evangelische Pfarrrer Gerhard Bennertz hat in den vergangenen dreieinhalb Jahrzehnten mit rund 50 jüdischen Mülheimern, die den Holocaust überlebt hatten

Am 27. Januar 1945 befreien sowjetische Soldaten die letzten Überlebenden des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau. Auschwitz wurde zum Synonym für den Holocaust und seine sechs Millionen Opfer. „Sechs Millionen. Das ist eine allgemeine und unfassbare Zahl. Erst Einzelbeispiele zeigen, was der Holocaust bedeutete, nämlich das unschuldige Menschen aus der Mitte der Gesellschaft nur deshalb ermordet wurden, weil sie Juden waren“, sagt Gerhard Bennertz.

Der evangelische Theologe hat in den letzten dreieinhalb Jahrzehnten rund 50 jüdische Mülheimer interviewt, die den Holocaust überlebten und später in Israel, USA, Australien, Südafrika und Südamerika eine neue Heimat fanden. Aus dem, was sie ihm bei Begegnungen in Mülheim oder in Israel berichteten, wurde das Fundament einer biografischen Spurensuche, die den Mülheimer Holcaust-Opfern ein Gesicht gibt. Erst diese Pionier- und Grundlagenarbeit machte die späteren Dokumentationen über Jüdisches Leben und die Holocaust-Opfer aus Mülheim mög…