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Es werden Posts vom Juli, 2017 angezeigt.

Künstlerhut statt Klingelbeutel

Früher pilgerten die alten Mülheimer zum Kirchenhügel, zu Sankt Peter  und Sankt Marien. Heute pilgern sie, so sie denn in der Innenstadt wohnen, zum Forum, um ihren täglichen Bedarf zu decken.

Shoppen statt beten. „Ich kaufe ein, also bin ich“, folgen wir heute dem materialistischen Zug der Zeit und beten still, dass der Inhalt unseres Portemonnaies noch für den nächsten Einkauf reichen möge.

Doch am Samstagnachmittag ließ ein junger Mann mit seinem imposant aufgeklappten Konzertflügel die Käufer-Karawane im Café-Dreieck zwischen Rick’s, Leonardo und Alex mit seiner  unüberhörbaren Klaviermusik aufhorchen.  Viele eilige Einkäufer hielten  inne und lauschten andächtig den himmlischen Klängen. Es war, als wollte jemand sagen: Und wir leben doch nicht vom Brot allein, selbst wenn wir nicht ganz ohne unser tägliches Brot auskommen..

Ob der Tonkunst des jungen Pianisten, spendierte der eine oder andere Mithörer dem jungen Mann am Klavier gerne eine Münze, die nicht besser hätte investiert we…

Auch wenn Papst Benedikt vor 100 Jahren mit seiner Friedensinitiative scheiterte, lohnt es sich, an ihn zu erinnern

1.August 1917. Der Erste Weltkrieg geht in sein drittes Jahr. Die europäischen Großmächte liefern sich einen Stellungskrieg, der an seinem Ende 17 Millionen Menschenleben kosten wird.
In dieser Situation ruft Papst Benedikt XV. die kriegführenden Nationen zum Frieden auf. „Der grundlegende Punkt soll der sein, das die materielle Gewalt der Waffen durch die moralische Kraft des Rechtes ersetzt wird.“, unterstreicht der Pontifex in seiner Friedensnote.
Sie hat er zuvor mit dem Fraktionsvorsitzenden der katholischen Zentrumspartei, Matthias Erzberger, und mit seinem bayrischen Nuntius Eugenio Pacelli, dem späteren Papst Pius XII., abgesprochen. In ihnen findet Benedikt Gesinnungsgenossen, während deutsche Kardinäle, wie der Münchener Erzbischof Michael Faulhaber oder der Kölner Erzbischof Felix von Hartmann, ganz im Sinne der Obersten Heeresleitung unter Paul von Hindenburg und Erich Ludendorff den Krieg aus deutscher Sicht als „gerecht“ und dem deutschen Volk „von seinen Feinden aufgezwun…

Die Kirchen werden kleiner: Dennoch ist Superintendent Gerald Hillebrand davon überzeugt, dass die Christen auch in Zukunft als soziales Gewissen der Gesellschaft gebraucht werden

Die katholische Kirche schrumpft.Die Evangelische Kirche tut es auch. Höchste Zeit, sich Gedanken über die Zukunft der christlichen Kirchen zu machen. Ein Gespräch mit dem neuen Superintendenten des Evangelischen Kirchenkreises, Pfarrer Gerald Hillebrand.

Haben die schrumpfenden Kirchen noch Zukunft oder sind sie ein Auslaufmodell?

Sie haben Zukunft, aber sie werden kleiner und ihre Gemeindeleben wird sich verändern. Wir werden weniger Gottesdienstorte haben und die Gemeinden werden unterschiedliche Schwerpunkte bilden statt alle das ganze Programm der Gemeindearbeit zu leisten. Da wird sich dann eine Gemeinde auf die Kirchenmusik, eine weitere auf Jugendgottesdienste und die nächste vielleicht auf gesellschaftspolitische Fragen konzentrieren, um so zu einem Ort zu werden, der interessierte Menschen anziehen kann.

Bedeutet Konzentration nicht, dass gerade ältere immobile Menschen abgehängt werden?

Da müssen wir mit ehrenamtlichen Transport- und Besuchsdiensten gegensteuern. Doch diese Ehr…

Was Jugendliche beim "Judo-Opa" Edmund Hausmann für ihr Leben lernen können

Man sieht Edmund Hausmann seine 80 Jahre nicht an. Der pensionierte Maschinenbauingenieur, der ein halbes Leben für Siemens von einer Kraftwerksbaustelle zur nächsten reiste, macht einen ausgesprochen vitalen und drahtigen Eindruck. „Ich bin nicht der Mensch, der mit der Fernbedienung und einer Flasche Bier vor dem Fernsehen sitzt. Ich brauche Bewegung und Action“, sagt er. Deshalb geht auch einmal pro Woche zur Gathestraße, um Fünft- und Sechstklässlern zwei Stunden lang zu zeigen, wie sie ihre Mitschüler aufs Kreuz legen können. Denn der dynamische Mann aus Dümpten ist Judotrainer und gibt sein Judo-Wissen nicht nur in Mülheim, sondern auch in Duisburg und Düsseldorf an Kinder und Jugendliche weiter.
"Beim Judo geht es um Werte!
Immer wieder mittwochs trifft er sich in der der Sporthalle an der Gathestraße mit den 12- und 13-Jährigen, um sie in das kleine Einmaleins des Judos einzuweihen. „Beim Judo kann man alles lernen, was man im Leben braucht“, sagt der Trainer mit dem schwar…

Ansichten eines Schäfchens

Heiland, schmeiß Geld runter. So rief mein Religionslehrer in die Klasse, wenn eines seiner Schäfchen die Frohe Botschaft nicht verstehen oder nicht praktizieren wollte. So muss es Mülheims katholischen Gottesmännern gehen, wenn sie gestern in der NRZ lesen mussten, dass nur 8,7 Prozent ihrer Schäfchen zum Gottesdienst kommen und den 302 Kirchenaustritten des  Jahres  2016 nur 4 Kircheintritte gegenüber standen.  Das ist auch im Luther-Jahr kein Grund zur Schadenfreude. Denn auch den evangelischen Hirten laufen Schäfchen davon.

„Heiland, hilf!“ mag der bedrückte Christenmensch da flehen. Doch das allein wird wohl nicht helfen, wenn das Bodenpersonal nicht dafür sorgt, dass Kirchen mehr als ein großer prächtiger Gebetsraum sind, sondern sie zu anziehenden und wärmenden Orten werden, die in einer oft kalten Welt mehr denn je gebraucht werden, um Menschen zusammenzubringen, damit sie nicht nur miteinander beten, sondern sich in der Begegnung und im Gespräch, die im besten Fall zur gemeins…

Braucht unsere Demokratie neue Konzepte? Eine Diskussion in der katholischen Akademie

Gut, dass die Katholische Akademie wohltemperiert ist. So trauten sich interessierte Staatsbürger aus dem Ruhrbistum auch an einem hochsommerlichen Spieltag der Confederation Cups in ihr Auditorium, um darüber zu diskutieren, ob Deutschland neue Demokratiekonzepte braucht, um auch in Zukunft als freier und demokratischer Rechtsstaat funktionieren zu können.
Thomas Schlenz, Arbeitsdirektor bei Thyssen Stahl und nebenberuflich Vorsitzender des Bistumsrates für Wirtschaft und Soziales wies darauf hin, dass sich die Wahlbeteilung, die zuletzt bei der Landtagswahl wieder auf 65 Prozent angestiegen sei, auf lange Sicht immer noch deutlich unter den 80 bis 90 Prozent liege, die noch in den 70er und 80er Jahren das Maß der politischen Dinge gewesen seien.
Was tun, um den Menschen wieder mehr Lust auf Demokratie zu machen? “Mut zu Volksinitiativen und Volksentscheiden, wie in der Schweiz. Auch die deutschen Bundesländer und Kommunen hätten gute Erfahrungen mit Bürgerbegehren gemacht”, unterstric…

Die Walkmühle: Von der Mühle zum Restaurant: Ein Zeitsprung im Rumbachtal

Die Walkmühle im Rumbachtal kennen Mülheimer seit Generationen als gutes Restaurant. Gerade erst hat der Gastronom Vito Piepoli nach 48 Jahren den Staffelstab an seinen Nachfolger Sergio Sirik übergeben.

Auch die historische Aufnahme aus dem Jahr 1930, die uns Postkarten Sammler Gerd Wilhelm Scholl zur Verfügung gestellt hat, zeigt die alte Walkmühle, in der ab 1385 Getreide, Stoffe, Früchte, Öl, Holz und Papier gewalkt und gemahlen wurden, als einen gastlichen Ort.

Schon seit 1826 ist die Walkmühle im Rumbachtal ein beliebtes Ausflugslokal. Wie man auf der Postkartenaufnahme aus den frühen 30er Jahren erkennen kann, wurde der später zugeschüttete Mühlenteich damals noch für Bootspartien genutzt.
Schon 1898 warb die Walkmühle in einer Zeitungsanzeige mit ihrer „romantischen Lage und schattigen Spazierwegen, die für Ausflüge von Gesellschaften, Vereinen und Schulen besonders geeignet sind.“

Gastronomisch lockte man die  Gäste mit „vorzüglichem Kaffee und selbstgebackenem Weißbrot“ sowie mi…

Nachbarn können auch nett sein

Feind, Intimfeind, Parteifreund steigerte einst Kanzler Konrad Adenauer. Ähnlich verbindet heute so mancher Zeitgenosse mit dem Wort Nachbarschaft eher das Wort Nachbarschaftsstreit als das Wort Nachbarschaftshilfe.

Streitigkeiten über zu laute Musik, Äste, die zu weit über die Grundstücksgrenze hinausragen, vermüllte Kellerräume, zugeparkte Einfahrten oder ungemähte Rasenflächen füllen  ganze Gerichtsakten oder beschäftigen Heerscharen von Schiedsleuten.  Wie schön, dass es auch noch nette Nachbarn gibt, die einem einfach mal so morgens die Zeitung und eine gut gefüllte Brötchentüte vor die Türe legen, so dass das Frühstück schon geritzt ist und man nur noch die Kaffeemaschine anwerfen muss.

Eine schöne Idee, die nicht viel kostet, aber viel Freude macht. Da darf sich der mitdenkende Nachbar schon mal auf das nächste Stück Kuchen und eine Tasse Kaffee freuen. Man sieht. Es sind die kleinen Dinge, die den Alltag leichter machen. Auch gute Nachbarschaft geht durch den Magen, wenn einem n…

Die wechselvolle Geschichte eines ganz besonderen Sparschweins

Wenn es um ihr Geld geht, gehen die meisten Mülheimer zur Sparkasse. Wer an der unteren Aktienstraße wohnt, hat keinen weiten Weg und stößt zwischen dem Bürgergarten und der 1965 eröffneten Sparkassenfiliale auf ein steinernes Sparschwein, auf dem Kinder mit ihren Geldbeuteln reiten. Seit 2001 steht diese Skulptur vor der Filiale, in der derzeit sechs Mitarbeiter 3000 Kunden betreuen. Davor war sie, zwischen 1967 und 2001 an der damaligen Sparkassenfiliale an der Prinzeß-Luise-Straße in Broich aufgestellt. Doch das gewichtige Sparschwein hat eine erheblich längere Geschichte, mit der sich unter anderem der Mülheimer Religionspädagoge Gerhard Bennertz beschäftigt hat. Denn er hat seit den frühen 1980er Jahren das Schicksal der jüdischen Mülheimer erforscht, die während der Nazi-Jahre 1933 bis 1945 verfolgt, gequält und getötet wurden. 
Ein Schwein sorgt für Ärger
Und eben dieses Sparschwein, das heute an der unteren Aktienstraße steht, wurde anno 1909 am Portal der damals neuerrichteten S…

Die Sparkasse beleuchtet auch die dunklen Seiten ihrer Geschichte

Wer in die Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse kommt, sollte sich Zeit nehmen. Denn in der ersten Etage der Sparkassen-Zentrale am Berliner Platz beleuchtet eine Ausstellung der Historiker Dr. Ingo Stader und Max Schlenker die 175-jährige Geschichte. Jetzt haben Stader und Schlenker ihre Ausstellung, die noch bis zum 20.
September zu sehen ist, um einige Text- und Bild-Banner ergänzt. Diese beleuchten die Sparkassengeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus. "Wir hatten bei unseren Recherchen im Stadtarchiv und im Landesarchiv freie Hand. Das war sehr angenehm und ist auch heute nicht bei allen Unternehmen üblich, die in einem Jubiläumsjahr ihre Geschichte dokumentieren wollen", betont Dr. Stader. "Ich wollte einfach wissen, was in dieser Zeit bei uns passiert ist", erklärt Sparkassen-Chef Martin Weck seine Motivation.

Der Ausstellungsbesucher stößt auf verstörende Werbeplakate aus den 1930er und 1940er Jahren. "Das Sparen der Frau ist Dienst am Volk!" he…

Mülheim-Krimi in den Grauzonen menschlicher Existenz Kurt Jahn-Nottebohm lässt Frank Wallert wieder ermitteln

Sprache und Bücher haben den inzwischen pensionierten Deutsch- und Englisch-Lehrer Kurt Jahn-Nottebohm immer schon begeistert. Da lag es nahe, dass der Mülheimer, der mit seiner Frau Ulrike in einem Fachwerkhaus an der Eppinghofer Straße lebt, zur Feder griff. Das war 2005.

Heraus kam damals sein erster Mülheim-Krimi „Dunkelkammer“ und dessen Protagonist Frank Wallert, der in einem brutalen Doppelmord ermittelte. Nach seinem ersten Krimi konnte Jahn-Nottebohm mit dem Schreiben nicht mehr aufhören. Sein Polizei-Hauptkommissar Wallert, der inzwischen als Privatdetektiv auf eigene Faust ermittelt, ließ den Autor nicht mehr los. „Ich wollte nie eine Krimi-Serie schreiben. Das hat sich einfach verselbstständigt“, sagt der Autor heute.

Im Laufe der Jahre erreichte er eine halbe Million Leser. In seinem neuesten Fall löst der Mülheimer Privatdetektiv  seinen achten Fall und stößt dabei in die „Grauzonen“ der menschlichen Existenz vor. Er bekommt es in seinem aktuellen Fall mit einer syrischen …

Ein Zeitsprung auf der Schleuseninsel: Wo heute Ausflügler parken, stand früher ein Pionier-Denkmal

Dort, wo heute Ausflügler auf der Schleuseninsel, gleich gegenüber des Wasserbahnhofes, ihre Autos parken, wurde vor 80 Jahren ein Pionier-Denkmal enthüllt. Die Ansichtskarte aus dem Stadtarchiv zeigt es. Das Denkmal, das nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand, war Ausdruck seiner Zeit, der Nazi-Zeit. Die von dem Berliner Bildhauer, Professor Liebmann, geschaffene Soldatenskulptur sollte an die gefallenen Pioniere des Ersten Weltkrieges erinnern. Wenn wir den Soldaten mit Stahlhelm, Gewehr und Panzerfaust rückblickend betrachten, erscheint er uns als beklemmender Vorbote des Zeiten Weltkrieges. Dieser sollte zwei Jahre nach der Enthüllung des Mülheimer Pionier-Mahnmals mit dem deutschen Überfall auf Polen beginnen und 60 Millionen Menschenleben kosten. Schon der Erste Weltkrieg hatte 17 Millionen Menschenleben gefordert.

Vor diesem Hintergrund klingt die Schlagzeile, mit der die Mülheimer Zeitung am 6. September 1937, über die am Vortag enthüllte Skulptur berichtete, geradezu grausam: „…

In Mülheim fährt man seit 120 Jahren mit der Straßenbahn

Dass man heute mit der Straßenbahn durch einen Tunnel unter der Ruhr fahren kann, hätten sich die ersten Fahrgäste der Mülheimer Straßenbahn nicht träumen lassen. Sie zahlten 10 oder 20 Pfennige für eine Fahrkarte und stiegen am 9. Juli 1897 am Rathausmarkt ein. Von hier aus konnte man mit der Tram bis zur Körnerstraße und zum Kahlenberg, aber auch nach Styrum und Oberhausen fahren. Im ersten Geschäftsjahr umfasste das Gleisnetz der Mülheimer Straßenbahn gerade mal 12,5 Kilometer
Im Jahr sind 27 Millionen Fahrten zu verbuchen

Heute fahren jährlich 27 Millionen Menschen mit den 38 Straßenbahnen und 51 Bussen der Mülheimer Verkehrsgesellschaft. In Zeiten, als ein eigenes Auto noch der pure Luxus war, fuhren 1947 allein mit den Mülheimer Straßenbahnen 32 Millionen Menschen. Die Straßenbahn war das Verkehrsmittel Nummer Eins, wenn es um den Weg zur Arbeit oder um einen Sonntagsausflug zur Monning, in den Uhlenhorst, in den Witthausbusch und zum Kahlenberg ging.

Die Tatsache, dass das Straßen…

Ansichten eines Vierbeiners

Was hat mir mein Herrchen aus dieser Zeitung vorgelesen? Erst hat einechter Schweinehund 100 Gummireifen in der Einfahrt zum Hundespaßzentrum entsorgt. Wenn ich diese hundsgemeinen Typen erwischen sollte, pinkeln ich ihnen ans Bein. Darauf können Sie sich  verlassen. „Wuff!“

Und jetzt müssen die Hundefreunde das Gelände, auf dem Unsereins mal richtig Spaß haben konnte, aufgeben, weil es Teil eines Landschaftsschutzgebietes ist. Es dürfe nur zur Erholung und nicht zu gewerblichen Zwecken genutzt werden.

Da wird doch der Hund an der Leine verrückt. „Knurr.“ Versteh einer die Juristen. Die verstehen einfach keinen Spaß! Alles, was Recht ist. Wenn meine Kollegen und ich und vor allem meine Kolleginnen und ich auf dem Hundeplatz an der Hansbergerstraße unseren Spaß haben, dann ist das ja wohl die reinste Erholung. Das kann ich Ihnen  versichern. „Lächtz!“ Schließlich verbietet man den Zweibeinern ja auch nicht ihren Spaziergang oder eine Radtour an der Ruhr, nebst Einkehr in ein Eiscafe. Ist…

Die Kümmerin: Alexandra Teinovic vom Mülheimer Nachbarschaftsverein der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft sorgt dafür, dass sich Nachbarn näher kommen und gemeinsam aktiv werden. Ihre Alltagshilfe ist gefragt

Alexandra Teinovic ist auf ihrer bisher 46-jährigen Lebensreise schon viel unterwegs gewesen. Die studierte Wirtschaftswissenschaftlerin und Romanistin knüpfte als Vetriebs- und Marketing-Mitarbeiterin für einen großen Telefonanbieter und für einen spanischen Schuhfabrikanten internationale Verbindungen. Als Familienberaterin an ihrer Hochschule, der Heinrich-Heine-Universität, half sie Kollegen, deren Familienleben aus den Fugen geraten war, wieder auf ihre Spur zurückzukommen.
In einem Moment, in dem sie Lust auf eine berufliche Veränderung hatte, wies sie eine Kollegin auf eine Stellenausschreibung der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft (MWB) hin, die damals, 2008/2009. einen Nachbarschaftsverein aufbaute. Mülheim und Genossenschaft. Das waren für die Ökonomin aus Düsseldorf damals Fremdworte. Doch sie machte sich schlau und wagte den Sprung ins kalte Wasser.
„Das habe ich bis heute nicht bereut. Denn ich bin ein Mensch, der gut auf andere Menschen zugehen und Netzwerke organisier…