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Es werden Posts vom Juli, 2018 angezeigt.

Was Schüler über die Arbeit 4.0 denken? Ein Aufsatzwettbewerb bringt es an den Tag

Wenn es darum geht, wie die Digitalisierung unsere Arbeitswelt verändert, sind Schüler natürliche Experten. Sie müssen die Arbeitswelt von morgen gestalten, erleben und erleiden. 2017 prognostizierten Forscher der Universität Oxford prognostiziert, dass bis 2032 47 Prozent der heute bestehenden Arbeitsplätze der Digitalisierung zum Opfer fallen könnten. Deshalb hat der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung KKV einen auf der Viedeo-Plattform Youtube abrufbaren Film zum Thema „Was ist Arbeit 4.0?“ gedreht und im Rahmen eines bundesweiten Aufsatzwettbewerbs 8 wegweisende Schüleraufsätze zur Arbeit 4.0 ausgezeichnet, die sich mit Chancen, Risiken und Perspektiven der künftigen Arbeitswelt auseinandergesetzt haben. 

Die ersten Preisträger Anna-Lena Pabst aus Koblenz, Olivia Hupfeld und Eileen Krügerke aus Berlin und Adrian Dittrich aus Oldenburg nahmen bei einem Festakt im westfälischen Münster ein Preisgeld von insgesamt 2000 Euro in Empfang. Außerdem werden die Preist…

Graffiti: Kunst statt Ärgernis

Wenn Jugendliche Graffitis sprayen, sorgt das meistens für Ärger. Doch als jetzt zehn Jugendliche aus dem Jugendzentrum Stadtmitte eine Baustellenwand besprühten,  sorgte das an der Bahnstraße 1 für Lob und Bewunderung. Das Kunstwerk ist an dem Streckenabschnitt der Fahrradautobahn RS 1 in der Stadt zu bewundern. "Es ist einfach toll, wenn man seine Phantasie und Kreativität einfach freien Lauf lassen und die Stadt damit auch noch etwas schöner machen kann", findet die 17-jährige Samanta Kleine. Tatsächlich ist aus einer 8,50 Meter langen und gut zwei Meter hohen Bretterwand zwischen dem fertigen und dem noch entstehenden Teil des Ruhrradschnellweges jetzt ein echtes Kunstwerk, ein Hingucker geworden.

Geschickt haben die Jugendlichen mit den Farben Rot, Weiß, Blau und Orange gespielt und auf der Baustellenwand den Panoramaschriftzug "Ruhrradschnellweg" ins Bild gesetzt. Passend zum Thema Radfahren und Radweg wurde der Schriftzug von ihnen in 4x5 Arbeitsstunden mit Fa…

Wenn wir gießen Seit an Seit

Politische Parteien genießen den zweifelhaften Ruf, zu viele Wasserköpfe zu produzieren, die Geld und Zeit kosten, ohne das Alltagsleben der Menschen spürbar zu verbessern.
Wenn man mal nicht weiter weiß, gründet man einen Arbeitskreis, ernennt einen Beauftragten oder gibt ein Gutachten in Auftrag. So was nennt man Symbolpolitik. „Schaut her, liebe Bürger und Wähler: Wir kümmern uns!“

Und jetzt kümmert sich die CDU um die Bäume, die uns lebensnotwendigen Schatten und Sauerstoff geben. Denn die Bäume leiden genauso, wie wir menschlichen Pflänzchen unter der extremen Sommerhitze.

Da greift man als Bürger doch gerne zu den Gießkannen, die die Christdemokraten unter das Mülheimer Volk bringen, um unseren Freund, den Baum zu bewässern.

Eigentlich hätte man so eine Aktion ja eher von den Grünen, als von den Schwarzen erwartet. Und es sollte mich deshalb gar nicht wundern, wenn sich jetzt so mancher Grüne in seinem Biogarten heimlich schwarz ärgert, dass die schwarzen Bahnstraßen-Nachbarn und ni…

Arbeit statt Arbeitslosengeld: Seit 50 Jahren sorgen die BBWE und ihre Vorgänger dafür, dass Arbeitslose eine zweite Chance auf dem Arbeitsmarkt bekommen

800 Mülheimer bekommen bei der BBWE generationsübergreifend eine zweite Chance. Es sind Menschen, die einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz suchen. Viele sind schon lange arbeitslos und müssen fachlich und mental erst wieder an den Arbeitsmarkt herangeführt werden.

„Das gelingt uns in 80 bis 90 Prozent aller Fälle, auch wenn am Ende der von uns betreuten Qualifizierung nicht immer eine Arbeitsplatz, sondern vielleicht auch eine weitere schulische Qualifikation steht. Aber immerhin in 30 Prozent aller Fälle können wir Menschen unmittelbar in eine unbefristete Arbeitsstelle vermitteln“, erklärt der Geschäftsführer  der BBWE, Halil Gülkan.
Sein Stellvertreter, Stefan Trost, räumt  ein, dass eine Erfolgsquote von 80 bis 90 Prozent eine Abbrecherquote von 10 bis 20 Prozent bedeutet. „Im Hintergrund steht dabei oft eine gesundheitliche Problematik“, weiß Trost zu berichten.

Gülkan und Trost weisen darauf hin, dass die Arbeit der 1986 gegründeten Berufsbildungswerkstatt, die 2009 als gemeinnützi…

Wir leben in unerhörten Zeiten

Hört, hört!“ ruft die Opposition, wenn  sie die Aussagen der Regierung unerhört findet.

Heute kann einem beim Hören, Sehen und Lesen der Nachrichten  Hören und Sehen vergehen, wenn man von manchen politischen und wirtschaftlichen Volksvertretern und Verantwortungsträgern, die dieser Bezeichnung spotten, Aussagen zu hören bekommt, die man noch  vor einigen Jahren als Satire und absurdes Theater belacht hätte.

Kein Wunder, dass Mutter, die in ihren inzwischen zahlreichen Lebensjahren sich so manches anhören musste, was sie vorher nicht für möglich gehalten hätte, heute manches nicht mehr hören kann oder hören will.

Geradezu unerhört findet es Mutter, wenn sie am Morgen zum Beispiel mit knasternden und rauschenden Telefoninterviews oder mit musikalisch untermalten Radiotrailern belästigt wird, bei denen selbst gut hörenden Zuhören auch ohne Hochsommer der Schweiß ausbricht und sie darüber nachdenken, ob sie einen Akustiker oder einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt, zwecks Anschaffung eines 

Hörgeräte…

Durchstarten in den Beruf: Arbeitsagentur, Rotarier und Kirchen bringen Jugendliche auf Ausbildungskurs

Auch wenn das Ausbildungsjahr am 1. August startet, suchen derzeit noch 500 Schulabgänger einen Ausbildungsplatz. Gleichzeitig suchen mehr als 400 Betriebe immer noch Bewerber für ihre freien Lehrstellen. Darauf hat der Chef der Agentur für Arbeit, Jürgen Koch, jetzt am Rande eines Ausbildungscamps hingewiesen, an dem 16 ausbildungsplatzsuchende Jugendliche seit der vergangenen Woche teilnehmen.

Von Arbeitgebern, so Koch, höre er immer wieder die Klage über unzureichend motivierte Bewerber. Mit Sorge sieht der Agenturchef die Stagnation der Ausbildungsplätze in Mülheim und Oberhausen. „Im vergangenen Jahr haben wir 240 von vorher 1100 Ausbildungsplätzen verloren, während die Zahl der Lehrstellen in diesem Jahr wieder um 120 angestiegen ist“, schildert Koch das Auf und Ab des Ausbildungsmarktes.

Ausdrücklich dankte Koch der katholischen und der evangelischen Stadtkirche, die in einer ökumenischen Kraftanstrengung zusammen mit dem Rotary Club Mülheim das Trainingscamp im katholischen Stad…

Alles reine Nervensache

Mich wundert nicht, dass es oft so lange dauert, bis politische Entscheidungen mehrheitsfähig sind und so beschlossen und umgesetzt werden können.

Denn irgendeiner hat immer Bedenken, hält die Zeit noch nicht für reif oder einem anderen schmeckt die ganze Richtung nicht. Um das zu erleben, muss man nicht in die Politik gehen. Man braucht nur ein Familienfest vorzubereiten. Wann soll das Ganze stattfinden? Aber doch nicht an diesem Tag. Da habe ich was anderes vor. Eine Woche später wäre perfekt. Doch diese Terminverschiebung bringt so sicher, wie das Amen in der Kirche, die nächste Absage mit sich. Eine Woche vorher hätte ich gekonnt, aber an diesem Tag geht es nun gar nicht. Dann wird der Kreis der Lieben eben kleiner. Es muss ja nicht jeder immer dabei sein. Und so haben wir am Tisch mehr Bein- und Armfreiheit. Das kann dem Gelingen der Festrunde nur zuträglich sein.

Was soll denn auf den Tisch kommen? Nicht schon wieder Apfelkuchen. Sahnetorte ist doch viel leckerer. Auf keinen Fall.…

Mehr als nur ein Genuss

Bier zu trinken ist mehr als Genuss oder Laster. Es ist ein echter Wirtschaftsfaktor. Das lernte ich jetzt bei einer Betriebsbesichtigung der Rhein-Ruhr-Malz GmbH im Speldorfer Hafen, als ich die CDU-Fraktion bei ihrer Sommertour begleitete. Denn ohne Malz, Gott erhalt’s gäbe es kein Bier. Und deshalb werden jährlich rund 60.000 Tonnen Malz, made in Mülheim, an Bierbrauereien in Deutschland und der Welt geliefert werden. Wie der Betriebsleiter der Speldorfer Mälzerei berichtete, machen das inzwischen nicht mehr nur im Sommer auftretende Niedrigwasser und der schlechte Zustand der Wasserstraßen an Rhein und Ruhr den Mälzereien schwer zu schaffen, weil die Gerste, die bei der Malzproduktion millionen Tonnen schwer verarbeitet werden muss, zum größten Teil per Schiff angeliefert wird. Diese Mahnung nahmen die an der Landesregierung beteiligten Christdemokraten beim abschließenden Panoramablick vom 75 Meter hohen Hauptgebäude der Mälzerei ebenso mit, wie den Hinweis des Hafen-Geschäftsfüh…

Kinder entdecken die Kunst und ihre eigene Kreativität

"Mit den Augen des Kindes" So hieß die Ausstellung, die jetzt im Kunstmuseum Alte Post, die jetzt mit einer Theateraufführung im Foyer des städtischen Museums zu Ende gegangen ist.
Auf der Bühne standen zwölf kleine Schauspieler aus dem am Hans-Böckler-Platz ansässigen Familienzentrum Fidelbär. Sie führten ein Theaterstück auf, dass sie sich zusammen mit der Theaterpädagogin Lisa Hetzel, der Erzieherin Lela Icin und der Museumspädagogin Judith Brinkmann erarbeitet hatten.

Als Inspirationsquelle nutzten die kleinen Künstler das 1928/29 von Werner Gilles gemalte Ölbild "Der Wald", das in kindlich naiver Form eine verwunschene Wald landschaft mit einem windschiefen Haus und eine See zeigt. Was die Kinder auf dem Waldbild von Werner Gilles und auf den selbst gemalten Waldbildern entdeckten, ließen sie in eine 30-minütige Inszenierung einfließen. In deren Verlauf setzten sie unter anderem auch ein Bildpuzzle des Gilles-Gemäldes zusammen.

30 Zuschauer, Familie und Freunde, …

Die vertrauliche Geburt: Eine Alternative zur Abtreibung

Eine Frau erwartet ein Kind und niemand darf es wissen, weil der Vater des Kindes nicht ihr Ehemann ist, weil er es nicht werden soll, weil ein Kind ihr Leben aus der Bahn werfen würde oder weil die Schwangerschaft Folge einer Vergewaltigung ist.
Es gibt viele Schwangerschaftskonflikte, in denen sich Frauen über eine Abtreibung oder Aussetzung des ungewollten Kindes nachdenken.
„Viele Frauen wissen nicht, dass es seit 2014 eine legale Alternative zur seelisch belastenden Abtreibung oder zur anonymen Babyklappe gibt, die vertrauliche Geburt“, sagt Ulla Höhne von der Schwangerschaftskonflikt-Beratungsstelle des Vereins Donum Vitae (Schloßstraße 8-10). Das möchten sie und ihre Kolleginnen Bettina Bubbat van Hasseln und Christina Radmer ändern. Auch bei Frauen aus Zuwandererfamilien gehen sie von großer Unkenntnis über vorhandende Hilfsangebote aus. 3 der 150 Frauen, die sich unter dem Schutz ihrer Identität und auf der Basis der Schweigepflicht von Ärzten und Beraterinnen zur vertraulichen…

Tierische Lektion

Zwei Frauchen stehen vor einem Hundesalon und schwärmen sich gegenseitig von ihrem geliebten Vierbeiner vor, die gerade von der Fachfrau generalüberholt worden sind und jetzt, wie aus einem Bilderbuch entsprungen, in ihrer ganzen Niedlichkeit strahlen.

An der nächsten Straßenecke freut sich ein weniger gut frisierter, aber dafür nicht weniger niedlicher Vierbeiner über das Würstchen, das ihm sein Herrchen als Leckerli aus der Metzgerei mitgebracht hat. Während dessen läuft ein offensichtlich in die Jahre gekommener und vom Leben gezeichneter Hund, dem man Ausstrahlung und Charakter ansieht in seinem Tierheim-Zwinger auf und ab. Er versucht sich die Sommerhitze aus dem vom Fell überzogenen Leib zu hecheln. Ja. Auch im Hundeleben sind die Streicheleinheiten nicht immer gleich und gerecht verteilt. Doch auch der Tag mit der Affenhitze hat für den gebeutelten Vierbeiner ein Happy End. Denn eine ehrenamtliche Gassi-Geherin kommt zu Besuch und die Beiden machen nach einer Schale Wasser und e…

Seit 65 Jahren ein Traumpaar

Waltraud und Friedhelm Lohmeier sind ein Traumpaar. Und das schon seit 65 Jahren. Ihre Mütter kannten sich und meinten: „Die Beiden sind etwas für einander!“ Sie hatten Recht. Am 18. Juli 1953 gaben sich der damals 24-jährige Friedhelm und die damals 18-jährige Waltraud im Mülheimer Standesamt und in der Stryumer Immanuel-Kirche das Jawort fürs Leben. Und sie haben es gehalten. Dass ist in Zeiten, in denen jede dritte Ehe geschieden wird, eine Erfolgsgeschichte.
Wie wird man als Ehepaar glücklich und bleibt es auch? „Man darf nicht nur an sich denken. Man muss Verständnis füreinander haben“, sagen Friedhelm und Waltraud Lohmeier. Ihre Eiserne Hochzeit werden sie mit ihren vier Kindern und ihren zwei Enkelkindern feiern. „Bei uns werden Liebe und Zusammenhalt großgeschrieben“, betont Waltraud Lohmeier.
Dass sich die Lohmeiers auch noch nach 65 Ehejahren liebevoll anschauen und sich gerne in den Arm nehmen, hat damit zu tun, dass sie sich stets aufeinander verlassen konnten und sich gegen…

Die Wissenschaft: Ein weites Feld: Ein Zeitsprung am Kahlenberg

Gerd Wilhelm Scholl lässt uns mit einer seiner Postkarten ins Kriegsjahr 1917 zurückspringen. Wir sehen am Kahlenberg das drei Jahre zuvor eröffnete Kaiser-Wilhelm-Institut für Kohleforschung, das wir heute als Max-Planck-Institut für Kohleforschung kennen. Im Haus auf der rechten Bildseite wohnte damals der erste Institutsdirektor Franz Fischer. Sein Nachfolger, Karl Ziegler, sollte 1963 mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnet und postum 1974 zum Namenspatron des städtischen Gymnasiums an der Schulstraße werden.
Lange bevor sich Mülheim 1972 um den Standort der später in Essen gegründeten Gesamthochschule bewarb und mit der Hochschule Ruhr West und der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung ab 2009 und 2016 Hochschulen auf seinem Stadtgebiet einrichten konnte, wurde es am Vorabend des Ersten Weltkrieges zum Wissenschaftsstandort. Der damalige Oberbürgermeister Paul Lembke und der Unternehmer Carl Roesch machten es möglich. Die Stadt übernahm die Bau- und Ausstattungskosten des Insti…

Frühe Reiselust

Ein kleiner Mann läuft seiner Mutter auf der Schloßstraße davon. Der Knirps scheint reisefreudig zu sein. Denn sein Weg führt ihn schnurstracks in ein Reisebüro. Wahrscheinlich hat der kleine Mann von seiner großen Schwester gehört, dass jetzt die Sommerferien beginnen. Höchste Zeit, den Urlaub zu buchen. In die Globalisierung hineingeboren, weiß der kleine Mann schon instinktiv, was mein rheinischer Großvater mit seinem Lieblingslied besang: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt.“
Doch während die weite Welt für meinen kölschen Großvater bereits in der Eifel begann, werden der kleine Mann und seine Altersgenossen wohl so selbstverständlich durch die ganz große und weite Welt fahren, wie es ihre Urgroßeltern in ihrer kleinen Welt getan haben. Man kann ihnen dabei nur Glück, Gottes Segen, gute Reise und gescheite Eltern und Großeltern wünschen. Denn letztere müssen schon heute die Weichen dafür stellen, dass die Welt auch morgen und übermorgen noch ein g…

25 Jahre Seelsorger in St. Engelbert: Pastor Michael Clemens zieht eine Zwischenbilanz

Einen ganzen Tag lang feierte die 5000 Seelen zählende Gemeinde St. Engelbert mit ihrem Pastor Michael Clemens jetzt dessen silbernes Orts-Jubiläum als Pfarrer und Pastor in Eppinghofen. Die Gemeinde, die er seit 1993 leitet, gehört seit 2006 zur Pfarrgemeinde St. Barbara. Im Gespräch mit der Mülheimer Woche zieht der 1981 zum Priester geweihte Michael Clemens eine Zwischenbilanz.
Mit welchem Gefühl kamen Sie 1993 nach Eppinghofen? Clemens: Mit dem Gefühl: Das kannst du und das machst du. Ich hatte ja vorher schon etliche Jahre als Kaplan Seelsorge-Erfahrung in Gelsenkirchen-Schalke und in Duisburg-Meiderich sammeln können.
Auf was für einen Menschenschlag sind Sie hier getroffen? Clemens: Auf bodenständige Menschen, die geradeaus sind und sagen, was ihnen gefällt und was nicht. Damit kann ich gut umgehen. Außerdem ist Eppinghofen heute mehr denn je ein multikultureller Stadtteil. Wir haben hier katholische Christen aus aller Welt.
Ist das ein Problem oder ein Vorteil? Clemens: Überall, wo …

Das Raphaelhaus ist heute genauso nötig, wie vor 100 Jahren: Ein Gespräch mit seinen Leitern Christian Weise & Andrea Hörning

Am 1. September feiert das Raphael-Haus an der Voßbeckstraße 47 von 14 bis 18 Uhr sein 100-jähriges Bestehen. Bei einer Tagung, zu der dasRaphaelhaus jetzt in die katholische Akademie einlud, stellten sich seine beiden Einrichtungsleiter, Christian Weise und Andrea Hörning den Fragen der NRZ.
Warum wurde das Raphaelhaus vor 100 Jahren gegründet?
Andrea Hörning: Weil es damals mit August Thyssen noch einen katholischen Unternehmer gab, der etwas für die Kinder seiner Arbeiter und später auch für andere Kinder Mülheims tun wollte. Damals wurde die Vereinigte August-Thyssen-Stiftung gegründet, von der wir bis heute getragen werden. Der Vorläufer des Raphaelhauses wurde aber schon 1858 in der Pfarrgemeinde St. Mariae Geburt vom Pastor Kaspar Wolff und den Elisabeth-Schwestern gegründet. Sie sahen, dass immer mehr Kinder aus armen Familien im Zuge der Industrialisierung sozial und emotional zu verwahrlosen drohten.
Nehmen Sie heute Waisenkinder auf, deren Eltern gestorben sind?
Christian Weis…

Die MST präsentiert mit ihrem neuen Internet-Portal Mülheims schönste Seiten

www.muelheim-tourismus.de. Diese Internetadresse der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus-Gesellschaft (MST) muss man sich ab sofort merken, wenn man als Einheimischer oder als Auswärtiger etwas erleben will. Das neue Internetportal begeistert mit aktuell 500 großen Bildern und kompakten Texten, die den Nutzer schnell zum Ziel führen. Die meisten Fotos stammen vom Fotografen-Ehepaar Meurer (meurers.net), das Mülheim bereist und mit "neuen Augen" gesehen hat. Veranstaltungshinweise, Hotelbuchungen, toruistische Erlebnispakete, Kunst und Kultur, Tagungs-, Veranstaltungs- und Festmöglichkeiten in der Stadthalle, Saalmieten, Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps der Mülheimer Gästeführer. Alles das und noch mehr finden interessierte Mülheimer und Gäste, die die Stadt besuchen, auf der neuen Internetseite der MST optisch ansprechend, inhaltlich informativ und zielführend. Information trifft Emotion "Wir verstehen unsere neue Internetpräsenz als ein Informationsportal und a…

Bilder, die berühren

Wer auf der ersten Rathaus-Etage zwischen dem Ratssaal und dem Sitzungssaal der Ratsausschüsse vorbeikommt, kann sie bis zum 29. September nicht übersehen, zehn großformatige Schwarz-Weiß-Fotografien. Sie zeigen keine Stars, keine Politiker oder Künstler, sondern Kinder, die als Flüchtlinge in unsere Stadt gekommen sind. "Diese Fotos berühren mich, weil sie mir zeigen, dass man mehr tun müsste, als man tut", sagt die Rektorin der Realschule an der Mellinghofer Straße, Judith Koch, mit Blick auf die Fotos des Werbefotografen Frank Plück. Die Fotoausstellung, die bewusst an einem öffentlichen Ort präsentiert wird, an dem viele Bürger täglich unterwegs sind und einige gewählte Bürger im Namen ihrer Mitbürger politische Entscheidungen treffen müssen, ist Ergebnis einer Foto AG, die Plück seit drei Jahren an der Realschule Mellinghofer Straße leitet.
Werbung für die MenschlichkeitDenn Plück hat die Fotos mit seiner Leica M8 aufgenommen. Aber die Schüler seiner Arbeitsgemeinschaft…

Ziemlich heißes Pflaster

Unsere Stadt ist im Landesvergleich ein durchschnittlich heißes Pflaster. Denn hier leben 46 Prozent der Bürger auf Hitzeinseln. Das hat das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz herausgefunden. In den Nachbarstädten Duisburg und Oberhausen leben 63 Prozent der Bevölkerung auf einer Hitzeinsel, während es in Essen nur 41 Prozent der Einwohner sind. Sind  die Mülheimer und Essener cooler, als ihre Nachbarn in Duisburg und Oberhausen? Hitzeinsel! Das hört sich cool an, so nach Karibik-Urlaub vor der Haustüre, inklusive Bikini-Schönheiten und Cocktails am Strand. Den Ruhrstrand haben wir ja schon. Und an heißen Bikini-Schönheiten sollte es auch nicht scheitern. Doch kein falscher Neid. Denn wer im Klimabericht des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz nachliest, merkt, dass es gar nicht so schön und schon gar nicht so gesund ist, auf einer stark bebauten und deshalb nur schlecht durchlüfteten Hitzeinsel in der Stadt zu leben, weil sich die Hitzeinseln im Sommer …

Fremd sind immer die anderen:

Fremd sind nicht nur die anderen. Fremd, dass sind auch wir. Man muss nur die Perspektive wechseln, um es zu erkennen. Diese Einsicht führte das Volxbühnen-Ensemble um Regisseur Jörg Fürst seinem Publikum im Theaterstudio an der Adolfstraße am Wochenende mit seiner neuen Produktion „Fremd sind die anderen“ eindrucksvoll und kurzweilig mit einer Wort, Klang- und Szenencollage vor Augen. „Das schaue ich mir morgen noch mal an“, meinte ein begeisterter Zuschauer nach der 1. Premiere am Freitag.
Was begeisterte, war die homogene Bühnenpräsenz und darstellerische Leistung eines heterogenen Ensembles. Schüler und Lehrer der Förderschule an der Rembergstraße standen gemeinsam mit dem generationsübegreifenden Ensemble der Volxbühne auf der selbigen.

Wo die Sprach- und Ausdrucksmöglichkeiten der Schauspieler extrem unterschiedlich ausgeprägt waren, wurden Musik und Rhythmus, hervorragend initiiert vom Ein-Mann-Orchester Peter Eisold zum roten Faden der 45-minütigen Inszenierung. Treffend wurde d…

Arme reiche Stadt

Samstag in der City. Man geht einkaufen oder mit dem Gästeführer der MST durch die Stadt. Natürlich bleibt man auf der Schloßstraße an Ernst Rasches zeitlos schöner Brunnenlandschaft stehen und bewundert sie zurecht. Rechts schaut man in Richtung Forum, links schaut man auf das neu entstehende Stadtquartier Schloßstraße. Doch auf den Mann der sich vor einem leerstehenden Ladenlokal niedergelassen hat und eingeschlafen ist, weil er keine Kraft mehr hat, weiterzugehen, schaut man lieber nicht.

Das ist keine Sehenswürdigkeit, kein Aushängeschild und kein schöner Anblick in der sympathischen Stadt am Fluss. Aber es ist ein reales Abbild unserer Stadtgesellschaft, in der allem Reichtum in der Stadt der Millionäre zum Trotz, zu wenige Bürger ihr persönliches Wirtschaftswunder genießen können und zu viele Bürger ihr blaues Wunder erleben müssen, weil sie als Zaungäste und Stiefkinder der Konjunktur auf keinen grünen Zweig kommen.
Was wäre das für eine sympathische und sehenswerte Stadt, in der…

Fans diskutieren über Feindesliebe

Die katholische Kirche kann noch Wunder bewirken. Nach dem deutschen WM-Aus und vor dem Start der neuen Bundesliga-Saison diskutierten Fußballfans der rivalisierenden Revierclubs Borussia Dortmund und Schalke 04 ganz friedlich im Schalker Vereinslokal "Bosch" über das Thema Feindesliebe. Eingeladen zu der Diskussion mit dem Essener Generalvikar Klaus Pfeffer hatte die Katholische Akademie des Bistums Essen "Die Wolfsburg".
Stadion und Fußball seien ein Spiegelbild der Gesellschaft, sagte Pfeffer in der Diskussion mit christlichen Fußballfans. "Wir brauchen Rivalität, weil ein Leben ohne Rivalität langweilig wäre und keine Fortschritte hervor brächte." Aber trotzdem brauche es in unserer Gesellschaft "Respekt und keine Feindschaft". Der Sozialarbeiter und Fanbetreuer des FC Schalke 04 Markus Mau nannte die in der Bergpredigt Jesu geforderte Nächstenliebe mit Blick auf die gesellschaftliche Wirklichkeit "unrealistisch." Angesichts dieser K…

Ein Blick über den lokalen Tellerrand

Mit einem Aktionstag in der Dezentrale an der Leineweber Straße lenkte der deutsch-palästinensische Freundeskreis den Blick der interessierten Besucher auf die palästinensische Nachbarstadt unserer israelischen Partnerstadt Kfar Saba, Qalqiliya. Dort leben aktuell 49.000 Menschen. Das sind halb so viele, wie in Kfar Saba. Der Fotograf und Ruhrpreisträger Heiner Schmitz präsentierte Aufnahmen, die er an der acht Meter hohen Mauer gemacht hat, die Qalqilia seit 2003 umgibt und die lokale Wirtschaft massiv behindert. "Wir würden gerne trilaterale Kontakte zwischen Mülheim, Kfar Saba und Qalqiliya  initiieren, um die Menschen auf der palästinensischen Westbank aus ihrer Isolation herauszuholen und so Perspektiven für einen echten Friedensdialog zwischen Israelis und Palästinensern zu schaffen", sagt Schmitz, der regelmäßig in Kfar Saba und Qalqiliya  zu Gast ist und von den Verantwortlichen in beiden Städten Unterstützung für diese Idee signalisiert bekommen hat.

Vor der zweiten …

Katholische Sozialverbände bündeln ihre Kräfte

Essen. Der 1897 gegründete Caritasverband und der 1905 gegründete Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) legen ihre Dienste zusammen. Damit entsteht zum 1. Juli die gemeinnützige GmbH CSE, die 900 Frauen und Männer beschäftigt und einen Jahresumsatz von über 40 Millionen Euro erwirtschaftet..

Beim Caritasverband und beim Sozialdienst katholischer Frauen verbleibe jeweils 20 Beschäftigte. Die Mitarbeiter der neuen CSE arbeiten unter anderem in der Kinder,- Jugend- und Familienhilfe, in der stationären und in der ambulanzen Pflege sowie in der Gefährdeten- und in den Integrations- und Migrationsdiensten. Ihre Arbeit wird nur noch zu 2,3 Prozent aus Kirchensteuereinnahmen finanziert. Der Löwenanteil des Budgets kommt aus Steuermitteln und den Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung.
"Wir haben im Rahmen der Zusammenlegung keine Arbeitsplätze abgebaut und werden das auch nicht in Zukunft tun", versichert der CSE-Geschäftsführer Dr. Björn Enno Hermans, der weiterhin auch als …

Ihrer Zeit voraus

Gestern kam ich beim Betrachten eines Werbeplakates ins Grübeln. Irgendetwas stimmte da nicht. Auf dem Plakat an der Straßenbahnhaltestelle sah ich jubelnde Menschen. Vor ihnen erblickte ich einen reichlich gedeckten Tisch. Darunter las ich die Schlagzeile „Es ist eure Zeit!“ und den Namenszug eines Lieferdienstes, der seinen Service anpries.Aus dem Bildzusammenhang ergab sich, dass es nicht die leckeren Speisen auf dem Tisch waren, die sie begeisterten, sondern das Geschehen auf dem fernen Fußball-WM-Rassen in Russland.Ihr Jubel erinnerte an die Fankurve im Stadion. So weit, so gut. Doch was störte mich. Genau. Die belieferten Fußballfans hatten sich mit schwarz-rot-goldenen Fanschals und Armbändern dekoriert. Kein Zweifel. Diese Plakatwerbung hinkte der Wirklichkeit hinterher, sind Jogi und seine Jungs aufgrund ihrer unterirdischen WM-Leistung doch schon längst ausgeschieden oder, um Bild zu bleiben, geliefert und ihre Fans bedient. Aber sehen wir es doch mal optimistisch. Vielleich…