Seit 65 Jahren ein Traumpaar

Waltraud und Friedhelm Lohmeier sind ein Traumpaar. Und das schon seit 65 Jahren. Ihre Mütter kannten sich und meinten: „Die Beiden sind etwas für einander!“ Sie hatten Recht. Am 18. Juli 1953 gaben sich der damals 24-jährige Friedhelm und die damals 18-jährige Waltraud im Mülheimer Standesamt und in der Stryumer Immanuel-Kirche das Jawort fürs Leben. Und sie haben es gehalten. Dass ist in Zeiten, in denen jede dritte Ehe geschieden wird, eine Erfolgsgeschichte.

Wie wird man als Ehepaar glücklich und bleibt es auch? „Man darf nicht nur an sich denken. Man muss Verständnis füreinander haben“, sagen Friedhelm und Waltraud Lohmeier. Ihre Eiserne Hochzeit werden sie mit ihren vier Kindern und ihren zwei Enkelkindern feiern. „Bei uns werden Liebe und Zusammenhalt großgeschrieben“, betont Waltraud Lohmeier.

Dass sich die Lohmeiers auch noch nach 65 Ehejahren liebevoll anschauen und sich gerne in den Arm nehmen, hat damit zu tun, dass sie sich stets aufeinander verlassen konnten und sich gegenseitig getragen haben, wenn es notwendig wurde. Als Er nach einem schweren Arbeitsunfall als Schlosser bei Thyssen-Mannesmann ein halbes Jahr im Krankenhaus lag, wusste er Sie an seiner Seite und in seinem Rücken. Und jetzt, da ihre Gesundheit nicht mehr so mitspielt, wie sie sollte, ist Er für Sie eine unverzichtbare Stütze. Gerne erinnern sich die Lohmeiers heute an die schönen Tage, die sie erleben durften und an die schweren Tage, die sie gemeinsam überlebt haben.

Die gemeinsamen Familienferien in Österreich und die Freunde, die sie zum Beispiel im Mannesmannchor, in der Turngemeinde 1856 und in ihrem inzwischen zum Stammtisch umfunktionierten Kegelclub gefunden haben, verbuchen sie ebenso auf ihrer Haben-Seite, wie die Tatsache, dass alle Kinder und Enkel mit Hilfe der Eltern und Großeltern ihren Weg ins Leben gemeistert haben. „Manchmal wissen wir gar nicht, wie wir das alles geschafft haben“, sagen sie, wenn Sie daran denken, dass sie die ersten sechs Ehejahre mit ihren beiden ältesten Kindern auf einem Zimmer im Haus der Eltern und Schwiegereltern lebten, ehe sie endlich eine eigene Wohnung bekamen.


Er arbeitete bei Thyssen-Mannesmann, Sie mal als Haushaltshilfe, mal als Angestellte in einer Gastwirtschaft, mal in einer Gummifabrik oder in einem Tapetengeschäft. Die Familie wurde glücklich, obwohl die Haushaltskasse nie üppig gefüllt war. „Wir haben unseren Kindern immer gesagt: ‚Ihr bekommt alle das Gleiche, aber nicht gleichzeitig, sondern nacheinander“, erinnert sich Waltraud Lohmeier an die elterlichen Finanzpolitik. Dass die Erziehungs- und Beziehungsarbeit der Lohmeiers sich ausgezahlt hat, sehen die Eheleute, Eltern und Großeltern daran, dass ihre Kinder und Enkel sie auch heute regelmäßig besuchen und ihnen immer mal wieder sagen: „Ich habe dich lieb.“ Das finden die Lohmeiers genauso großartig, wie die Tatsache, dass ihre Kinder und Enkel heute als Handwerker, Facharbeiter, Wissenschaftler und Kaufleute auch beruflich auf eigenen Füßen und mit beiden Beinen im Leben stehen.

Dieser Text erschien am 18. Juli 2018 in NRZ & WAZ

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