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Es werden Posts vom März, 2013 angezeigt.

Wenn Mülheimer stiften gehen: Der Stiftungsbericht der Stadt zeigt, dass die Erträge für gute Taten 2012 zurückgegangen sind

Stiftungen sind längst zu einem bedeutenden Schattenhaushalt der Stadt geworden. Sie springen ein, wo der Stadt die Mittel fehlen. 14,8 Millionen Euro ließen Stiftungen im Vorjahr in Projekte fließen, ein Rekordwert. Jetzt aber spüren die Förderer die Finanzkrise. Die Zinsen sinken - und damit ihr Ertrag. Das Büro der Oberbürgermeisterin bestätigte auf Anfrage diese Tendenz, konnte aber noch keine Zahlen nennen.


Umso wichtiger wird der Stiftungsbericht, der kürzlich dem Hauptausschuss vorgestellt wurde. Er weist für Mülheim 41 Stiftungen aus. Neun werden als unselbstständige Stiftungen von der Stadt verwaltet. Hinzu kommen 32 selbstständige Stiftungen. Die Stiftungszwecke sind so bunt wie das Leben. Soziale und kulturelle Projekte werden von ihnen ebenso gefördert wie Bildungsprojekte oder konkrete Einrichtungen. Ein Blick allein auf die unselbstständigen Stiftungen zeigt, dass sich ihre Ausschüttungen für gemeinnützige Zwecke von 8,2 Millionen Euro (2009) auf 14,8 Millionen Euro (201…

Der Saarner Pastor Ewald Luhr würde am 30. März 2013 100 Jahre alt: Erinnerung an einen Menschen und Seelsorger, der Brücken bauen und Türen öffnen konnte

Dass er auch noch nach seinem Tod mittendrin ist, im Saarner Dorfleben, hätte Pastor Ewald Luhr sicher gefallen. Denn noch in Luhrs Todesjahr 1997 benannten die Saarner ihren Marktplatz an der Düsseldorfer Straße nach dem Mann, der es verstand ganz unterschiedliche Menschen zusammenzubringen und für eine gute Sache zu gewinnen.


„Sein Motto war immer: Niemanden ausgrenzen, sondern versöhnen. Er traute Menschen etwas zu und das wirkte sehr ansteckend“, erinnern sich seine Wegbegleiter Christel und Reiner Squarr an Ewald Luhr, der am 30. März 100 Jahre alt geworden wäre.

Dass Luhr die Gabe hatte, vorurteilsfrei auf Menschen zuzugehen, hatte wohl auch mit seiner eigenen Biografie zu tun. Der Vater verunglückte schon vor seiner Geburt als Bergmann auf der Zeche Wiesche. Die Mutter starb, als er sieben Jahre alt war. Der in Speldorf geborene Junge, der bei Pflegeeltern aufwuchs, machte aus der Not eine Tugend. Er entwickelte die Fähigkeit, Menschen für sich zu gewinnen. Im Christlichen Vere…

Viele Kliniken in Nordrhein-Westfalen schreiben rote Zahlen. Bei den beiden Mülheimer Kliniken sind es Gott sei Dank noch schwarze

Folgt man dem Präsidenten der Deutschen Krankenhausgesellschaft NRW, Jochen Brink, wird die Hälfte der landesweit 400 Kliniken 2013 rote Zahlen schreiben. Der Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses, Nils B. Krog, und Andreas Weymann, Mitglied der Geschäftsführung des St. Marien Hospitals erklären, dass ihre Häuser schwarze Zahlen schreiben. Beide bestätigen die entsprechenden Angaben aus dem Bundesanzeiger. Danach hat das Evangelische Krankenhaus 2011 einen Jahresüberschuss von rund einer Million Euro und das St. Marien-Hospital von 1712 Euro erwirtschaftet. Die Zahlen für 2012 liegen noch nicht vor.


Das Evangelische Krankenhaus hat 600 Betten, das katholische Krankenhaus nur 367. Das Marien-Hospital beschäftigt 650 Mitarbeiter und behandelt jährlich rund 30.000 Patienten. Im Evangelischen Krankenhaus arbeiten rund 1000 Menschen. Hier werden jährlich rund 67.000 Patienten behandelt.

Beide Klinikmanager bestätigen auch die Angabe der Krankenhausgesellschaft, wonach die Persona…

Menschen, die uns Mut machen: Auch in seinem Ruhestand will Pfarrer Helmut Kämpgen als Seelsorger aktiv bleiben

„Seit gestern habe ich Urlaub“, sagt Helmut Kämpgen und lächelt. Der Urlaub, von dem der Pfarrer aus der Lukasgemeinde spricht, ist sein Ruhestand. Den letzten Arbeitstag in seinem Eppinghofer Gemeindebezirk hat er bereits hinter sich, seine offizielle Verabschiedung, die am Ostersonntag in der Johanniskirche gefeiert wird, noch vor sich.


Hat der Pfarrer und Notfallseelsorger, den viele Mülheimer auch als engagierten Mitinitiator des Bündnisses für Bildung kennen, keine Angst vor einem Rentenschock?

„Wenn ich von 100 auf Null gehen würde, würde ich das wahrscheinlich nicht verkraften“, gibt Kämpgen zu. Deshalb will der Pfarrer außer Diensten, der seine Pensionsverfügung bereits zugeschickt bekommen hat, den Ruhestand nicht allzu wörtlich nehmen. „So lange ich das gesundheitlich kann, will ich auch weiterhin als Notfallseelsorger arbeiten,“ betont Kämpgen. Auch Gottes- und Besuchsdienste möchte er absolvieren und sein Engagement für das Stadtteilmanagement in Eppinghofen sogar noch int…

Wie man mit Frauen Staat machen kann: Eine Umfrage zum Stand der Gleichberechtigung

Fünfzig Jahre nach dem Amtsantritt der ersten Bundesministerin Elisabeth Schwarzhaupt (siehe Kasten) fragt die NRZ Mülheimer Politikerinnen: „Was wurde seit dem in Sachen Gleichberechtigung erreicht und was bleibt noch zu tun?“


Auch wenn die SPD-Landtagsabgeordnete und NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft , einräumt, „dass wir in den letzten 50 Jahren enorme Fortschritte gemacht haben“, bleibt in ihren Augen „noch eine Menge zu tun“, bis Frauen wirklich auf allen Ebenen der Gesellschaft gleichberechtigt sind. Dabei denkt sie vor allem an die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, die sie in vielen Bereichen immer noch nicht realisiert sieht. Trotz Bundeskanzlerin, Ministerpräsidentinnen und Oberbürgermeisterinnen ist Kraft „Anhängerin einer Frauenquote, weil wir Frauen als Vorbilder in Führungspositionen brauchen.“ Damit Gleichberechtigung Wirklichkeit wird, brauchen wir, „ein gutes Bildungssystem von der Kindertagesstätte an.“ Außerdem, so Kraft: „muss es in unserer Gesellschaf…

Mehr Deutsche haben 2012 weniger gespendet: Wie groß sind die Spendierhosen in Mülheim? Eine Umfrage

Mehr Spender, aber weniger Spenden. So bilanziert der Deutsche Spendenrat das Jahr 2012. Diese Entwicklung nahm ich für die NRZ zum Anlass, um bei gemeinnützigen Organisationen, die auf Spenden angewiesen sind, um zumindest Teile ihrer Arbeit zu finanzieren, nachzufragen, wie groß oder klein die Mülheimer Spendierhosen geworden sind.


Tenor: Auch in unserer Stadt ist die Spendenbereitschaft bestenfalls gleichbleibend, in vielen Bereichen aber rückläufig.

Kirchen

Der Heißener Pfarrer Michael Manz schätzt, dass die Spenden in seiner Friedenskirchengemeinde im letzten Jahr um 20 bis 30 Prozent zurückgegangen sind. „Die Menschen haben nicht mehr so viel Geld in der Tasche und die Zahl der Menschen, die früher selbst gespendet haben und jetzt selbst auf Unterstützung angewiesen sind, hat zugenommen“, sagt der evangelische Geistliche. Er weiß aber auch, „wenn man Menschen ganz konkret auf ein Projekt anspricht, für das wir Geld brauchen, lassen sie sich auch erweichen und spenden gerne.“ Sein…

Fluch oder Fortschritt? Was hat die Agenda 2010 dem Mülheimer Arbeitsmarkt gebracht?

März 2003. Deutschland gilt wirtschaftspolitisch als „kranker Mann Europas.“ 4,6 Millionen Menschen sind ohne Arbeit. Hohe Arbeitslosigkeit und geringes Wirtschaftswachstum setzen die damalige rot-grüne Bundesregierung unter Druck. In dieser Situation verkündet Bundeskanzler Gerhard Schröder am 14. März im Deutschen Bundestag das Reformprogramm der Agenda 2010. Sie flexibilisiert den Arbeitsmarkt, lockert den Kündigungsschutz, verschärft die Zumutbarkeitsregeln für Arbeitssuchende, schränkt Sozialleistungen ein, führt Minijobs und Ich-AGs ein, legt Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum neuen Arbeitslosengeld II zusammen und initiiert mehr Investitionen in die Bereiche Bildung und Kinderbetreuung.


Schröder sagt damals unter anderem: „Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen (...) Arbeitsrecht und Tarifverträge ergänzen sich in Deutschland zu einem dichten Netz geregelter Arbeitsbeziehungen. Das scha…

Warum aus der Germanistin Sabine Klischat, die eigentlich Journalistin werden wollte, vor über 20 Jahren eine "Klosterfrau" wurde

Dass sie mal zur Klosterfrau werden würde, hätte sich Sabine Klischat nicht träumen lassen. Als sie an der Universität in Essen Germanistik studierte, liebäugelte sie mit einem Berufsleben als Journalistin.


Doch als Geisteswissenschaftlerin muss man flexibel sein und verschiedene Arbeitsplatzoptionen ins Auge fassen. Und so ließ sie sich vor 20 Jahren auf ein Praktikum in der damals noch jungen Bürgerbegegnungsstätte Kloster Saarn ein. Probieren ging für Klischat über Studieren und so wurde aus dem Praktikum eine Festanstellung im Mülheimer Kulturbetrieb.

Auch wenn es mit dem Traumberuf Journalistin nichts wurde, ist die heute 45-jährige Mutter eines Sohnes, im Rückblick dankbar für die Chance, die sie damals bekam. „Ich kann hier Beruf und Familie gut miteinander verbinden“, freut sich Klischat. Doch was macht die Frau im Kloster, in dem einst Zisterzienserinnen beteten und arbeiteten.

„Ich organisiere hier die Kulturarbeit. Und das macht wirklich Freude, weil man dabei sehr kreativ…

Rückblick: Im März 1933 übernahmen die Nazis auch in Mülheim die Macht

Der März 1933 ist für Mülheim ein Schicksalsmonat. Vor 80 Jahren vollzieht sich hier die Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Zwei Schlüsselfiguren sind Karl Camphausen und Wilhelm Maerz. Camphausen ist seit 1932 Kreisleiter der NSDAP, ein Amt, das er bis zum Einmarsch der amerikanischen Truppen am 11. April 1945 ausüben wird. Maerz ist Gauinspektor der NSDAP und wird am 31. März 1933 vom damaligen Regierungspräsidenten Josef Terboven zum Oberbürgermeister ernannt. Weil er von diesem Amt offensichtlich überfordert ist, wird er im Juni 1936 von seinen Parteifreunden in die Wüste geschickt. Der Regierungspräsident bescheinigt Maerz in einem Brief vom 31. März 1936, sich mit „persönlichen Ungeschicklichkeiten“ und „psychologischen Fehlern“ den massiven Widerstand seiner Mitbürger und Parteigenossen zugezogen zu haben. Danach verliert sich seine Spur.

Camphausen und Maerz sind beide Kleinbürger, die als Soldaten in Frankreich und Belgien am Ersten Weltkrieg teilgenommen haben. Be…

Ein Schauspiel fürs Leben: Was zieht es die Backsteintheaterdebütantin Marie Elisabeth Zipp auf die Bühne?

Für Marie Elisabeth Zipp war es eine Premiere in der Premiere. Denn am Wochenende spielte sie in Alan Ayckbourns Komödie „Ein komisches Talent“ in der Rolle als Schauspielaktroidin Jacie zum ersten Mal für das Backsteintheater im Kasino des Evangelischen Krankenhauses. Nach der Premiere fragte die NRZ, was man im Theater auch fürs Leben lernen kann.

Frage: Wie kamen Sie zum Backsteintheater?

Antwort: Zipp: Durch eine Bekannte, die vom Backstein-Regisseur Michael Bohn gehört hatte, dass er noch jemanden für die Rolle der Jacie suchte. Sie wusste, dass ich schon mehrfach in Musicalaufführungen mitgewirkt habe. Ich habe dann Kontakt zum Theater aufgenommen und bin auch sofort ganz herzlich im Ensemble aufgenommen worden.

Frage: Was reizt Sie am Theater?

Antwort: Es ist einfach toll, mit anderen zusammen an einem Projekt zu arbeiten, das man am Ende dann auch Zuschauern präsentieren kann. Und wenn die Resonanz des Publikums stimmt, wie an diesem Wochenende, ist das natürlich großartig. Als…

Situationskomik und Wortwitz mit Denkanstoß: Die 24. Backsteintheaterpremiere von Alan Ayckbourns "Ein komisches Talent"

Gar nicht so einfach, zwischen Mensch und Maschine zu wechseln. Zwischen den mechanischen Bewegungen eines Schauspielroboters und den Emotionen eines Menschen aus Fleisch und Blut hin und her zu springen. Darauf müssen sich Schauspieler und Zuschauer bei der Backsteintheater-Premiere von „Ein komisches Talent“ erst mal einstellen. Nur langsam nimmt Alan Ayckbourms Komödie Fahrt auf. Es geht um den von Klaus Wehling herrlich tollpatschig und unbeholfen gespielten Autor Adam Trainsmith, der sich in den Schauspielroboter Jacie (Marie Elisabeth Zipp) verliebt. Denn sie (oder es) hat Humor und lacht immer an den richtigen Stellen.

„Ich fand das komisch. Ich habe Gefühle. Ich glaube, ich habe einen Defekt“, lässt Jacie Adam an einer Stelle wissen. Und von diesen wunderbaren menschlichen Defekten, die zwischen Mensch und Maschine zu Irrungen und Wirrungen, aber am Ende auch zum Happy End führen, lebt auch die 24. Premiere des Backsteintheaters. Sie beginnt in einem Fernsehstudio der Zukunft…

Was der Styrumer Schulleiterin Ingrid Lürig zum Internationalen Frauentag und zur Gleichberechtigung der Geschlechter einfällt

Haben Frauen in Zeiten einer Bundeskanzlerin, einer Oberbürgermeisterin oder einer Polizeipräsidentin immer noch Nachholbedarf in Sachen Gleichberechtigung? Anders gefragt: Hat ein Frauentag, wie er am 8. März  begangen wurde, noch eine substantielle Berechtigung? Und wenn ja, was sind die Unterschiede, die es auszugleichen gilt? Darüber sprach ich für die NRZ mit Ingrid Lürig, die seit fast einem Jahr die Styrumer Willy-Brandt-Gesamtschule leitet.

Frage: Frau Lürig, Sie dürfen sich jetzt frauenpolitisch etwas wünschen.

Antwort: Lürig: Ich würde es mir wünschen, dass Frauen und Männer die gleichen Chancen haben, in ihrem Beruf aufzusteigen, wenn sie das möchten. Ich glaube, dass Frauen immer noch mehr leisten müssen, um beruflich voranzukommen. Hinzu kommt, dass sich immer noch viele Frauen in ihrer traditionellen Rolle auch wohlfühlen und deshalb beruflich kleinere Brötchen backen, um sich um ihre Familie kümmern zu können.

Frage: Haben Frauen ein anderes Karriereverhalten als Männer?

Kinderarmut ist auch in Mülheim ein Thema: Der Geschäftsführer des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur, Ulrich Schreyer, plädiert für konsequente Frühförderung

„Immer mehr Kinder leben in Armut“, titelte die NRZ in ihrer Ausgabe vom 6. März 2013. Der Paritätische Wohlfahrtsverband weist darauf hin, dass 2012 1,7 Millionen Kinder, 100.000 mehr als im Jahr zuvor, in Familien leben, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind.


Auch in Mülheim stellt der Geschäftsführer des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur, Ulrich Schreyer, eine „Verfestigung der Armut“ und eine „gesellschaftliche Spaltung zwischen gut situierten Familien und Familien in sozialer Schieflage“ fest. Er verweist unter anderem auf die Familienberichterstattung, die insbesondere in den Stadtteilen Stadtmitte, Styrum, Eppinghofen und Dümpten einen hohen Anteil von Kindern ausmacht, die in Familien aufwachsen, die auf Arbeitslosengeld II angewiesen sind. Schreyer sieht ein „Milieu der Langzeitarbeitslosigkeit“, in dem Kinder schon früh Perspektivlosigkeit erleben.

Das Diakoniewerk versorgt mit seiner Tafel derzeit täglich rund 1000 Bedürftige mit Lebensmitteln. 570 davon sind Kinder, d…

Identität und Begegnung oder: Warum sich Burglind Werres im Geschichtsgesprächskreis Styrum und für die Gemeindebücherei von St. Mariae Rosenkranz engagiert

Burglind Werres mag Menschen und Bücher. Als Pharmazeutisch-technische-Assistentin hat sie in der Apotheke Menschen mit Heilmitteln versorgt, ehe sie aus ihrem Berufs ausstieg und sich ganz um die Menschen in ihrer Familie zu kümmern. Heute engagiert sie sich im achtköpfigen Bibliotheksteam ihrer Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz und im Styrumer Geschichtsgesprächskreis. Beide Aktivitäten sind für sie zwei Seiten derselben Medaille.

„Das ist ein Ort der Kommunikation“, sagt sie über die kleine Gemeindebücherei am Marienplatz, deren Wohnzimmercharme sie gerne bald aufpeppen möchte. Aber vielleicht ist es ja eben dieser gemütliche Wohnzimmercharme und die gemütvollen Menschen, die sich hier engagieren, die Menschen anziehen, weil sie nicht nur ein gutes Buch, sondern auch ein gutes Wort und ein offenes Ohr suchen. „Man merkt manchen Menschen, die hier hinkommen an, dass sie einsam sind und das es ihnen richtig gut tut, wenn sie mal jemanden haben, mit dem sie reden können und der…

Was man in der Kinder- und Jugendbuchliteratur über Gott und die Welt lernen kann: Eindrücke einer Spurensuche in der katholischen Akademie Die Wolfsburg

Wenn etwas in unserer schnelllebigen Zeit 25 Jahre Bestand hat und immer wieder nachgefragt wird, beweist das seinen Wert. Deshalb konnten sich das Medienforum des Bistums, seine katholische Akademie Die Wolfsburg, der Borromäusverein, das Kinder- und Jugendliteraturzentrum NRW und die Bundeszentrale für Politische Bildung als Veranstaltergemeinschaft darüber freuen, dass sich interessierte und engagierte Menschen aus dem katholischen Bibliothekswesen sowie aus den Bereichen Bildung, Erziehung, Jugendarbeit und Literatur zum 25. Mal auf eine religiöse Spurensuche in der wunderbaren Welt der Kinder- und Jugendliteratur begaben.

„Wir haben immer wieder die Erfahrung gemacht, dass die Generationen durch die gemeinsame Beschäftigung mit Kinder- und Jugendliteratur religiöse Dimensionen entdecken und gemeinsame Erfahrungen machen können, die dazu führen, das man über den Glauben ins Gespräch kommt“, berichtet Vera Steinkamp vom Medienforum. Sie begleitet die Veranstaltungsreihe, die auf e…

Ein komisches Talent: oder: Maschinen sind manchmal auch nur Menschen: Ein Blick auf die neueste Premiere des Backsteintheaters

Das ist wohl die Horrorvorstellung für jeden Schauspieler, ersetzt zu werden durch einen Schauspielroboter. In solch eine „schöne neue Fernsehwelt“, in der die tägliche Krankenhausserie mit ihren 08/15-Dialogen von Robotern gespielt wird, lässt uns das Mülheimer Backsteintheater mit seiner 24. Premiere schauen.


Aber keine Angst. Hier spielen Gott sei Dank noch echte Schauspieler aus Fleisch und Blut, die mehr drauf haben als 08/15-Dialoge. „Ich mag Stücke, die nicht nur komisch sind, sondern auch eine gewisse Tiefe haben“, sagt Regisseur Michael Bohn. Das erklärt, warum sein Ensemble und er mit „Ein komisches Talent“ wieder ein Stück von Alan Ayckbourn inszenieren, der den Backsteintheaterfreunden noch von den „Schlafzimmergästen“ in unterhaltsamster Erinnerung sein dürfte.

Diesmal erzählen neun Schauspieler, die in 23 Rollen zu sehen sein werden, die Geschichte eines etwas verschrobenen TV-Autors Adam Trainsmith (dargestellt von Klaus Wehling), der sich in die eine Krankenschwester d…

Warum der Brandschutz der Lernatmosphäre in der Klostermarktschule in die Quere kommt

Lange, breite und hohe Flure mit kahlen Wänden. Dieses Foto erinnert an eine Haftanstalt. Tatsächlich entstand es am Freitagnachmittag in einer Lehranstalt, der Grundschule am Klostermarkt. Die neue Kargheit auf den Fluren des Saarner Schulgebäudes, dessen 100. Geburtstag 2012 gefeiert werden konnte, ist den Brandschutzauflagen geschuldet.


Schülerjacken und Kinderbilder sind als potenzielle Brandbeschleuniger aus den Schulfluren verbannt worden. Elternvertreterinnen schlagen jetzt Alarm, weil sie fürchten, dass ein aus ihrer Sicht überzogener Brandschutz die Lernatmosphäre in der Schule ihrer Kinder nachhaltig beschädigen könnte. Jetzt hat sich die Schulpflegschaft der gerade erste brandschutztechnisch modernisierten Schule am Klostermarkt mit einem Brief an den Leiter des städtischen Immobilienservice, Frank Buchwald, gewandt. Ihre Forderung: Der Immobilienservice soll zusammen mit der Schulleitung, der Feuerwehr, der Bauaufsicht und dem Schulamt die Brandschutzregelungen „so überden…

Das in Styrum ansässige Wasserforschungsinstitut IWW leistet Arbeit, die lebenswichtig und international anerkannt, aber in unserer Stadt weitgehend unbekannt ist

Wissenschaft in Mülheim. Da denkt man sofort an die Max-Planck-Institute für Kohlenforschung und Chemische Energiekonversion oder auch an die Fachhochschule Ruhr-West. Dass wir mit dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wasser (IWW) seit 1986 ein renommiertes Wasserforschungsinstitut in unserer Stadt haben, ist weit weniger bekannt.


In einem unscheinbaren Backsteingebäude der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) an der Moritzstraße in Styrum beschäftigen sich gut 100 Mitarbeiter, darunter 45 Wissenschaftler, mit unserem wichtigsten Lebensmittel, dem Wasser. Hier wird anwendungsorientiert geforscht, analysiert und beraten, wenn es um die Reinhaltung des Wassers geht.

Eine der 100 IWW-Mitarbeiter ist die chemisch-technische Assistentin Ursula Neuhaus. An ihrem Laborarbeitsplatz entwickelt sie Methoden für die organische Spurenanalytik und wertet die entsprechenden Wasseranalysen am Computerbildschirm aus. Mit Hilfe individueller Lösungsmittel können unterschiedliche S…