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Es werden Posts vom August, 2009 angezeigt.

Drei Kreuze: Mülheim hat die Wahl

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Heute haben 135.000 Mülheimer gleich dreimal die Wahl. Sie wählen die oder den OB, die 52 Stadtverordneten des Rates und die dreimal 19 Mitglieder der für die Stadtteile zuständigen Bezirksvertretungen. Nicht nur der Chef des Wahlamtes, Wolfgang Sauerland (Foto), und seine Mitarbeiter und Wahlhelfer werden ihren Großkampftag erleben.
Die Parteien haben sich den mit den Beiträgen ihrer Mitglieder und Mandatsträger sowie mit Spenden finanzierten Wahlkampf einiges kosten lassen. Die mitgliederstärkste Partei der Stadt, die SPD, investierte, laut Geschäftsführer Klare, einen hohen fünfstelligen Betrag. Die CDU musste nach Angaben ihres Schatzmeisters Werner Oesterwind mit einem mittleren fünfstelligen Betrag auskommen. Noch bescheidener musste das Wahlkampfbudget bei den kleineren Parteien ausfallen, die erheblich weniger Mitglieder als SPD (rund 2.500) und CDU (rund 1000) haben. Bei FDP und Grünen bezifferte man den Etat für das Wahljahr 2009 mit 15.000 bis 20.000 Euro, während das Wähle…

Plakative Ansichten zur Eröffnung des neuen Medienhauses

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte. Das Sprichwort kennen auch die Macher des Medienhauses. Deshalb ließen sie den Klaus D. Schiemann einfach mal machen. Sie erinnern sich. Das ist der Künstler, der uns mit den Motiven seines Mülheim-Schirms auch an Regentagen auf die Sonnenseiten der Stadt blicken lässt.

Jetzt hat er sich ein Plakat mit diversen Motiven zum Medienhaus aus der Feder fließen lassen. Das will ja schließlich auch zum Mülheimer Wahrzeichen werden, obwohl seine moderne Architektur mit dem Charme der Alten Post nicht mithalten kann und eher an das Berliner Kanzleramt oder den inzwischen abgerissenen Palast der Republik erinnert.

Und zwischen Klassik und Moderne lässt der Hajek-Brunnen grüßen. All diese Motive hat Schiemann in bester Popart-Manier auf seinem Plakat zur Eröffnung des Medienhauses verarbeitet. Dazwischen CDs und Bücher durch die Luft. Klar. Es geht ja um ein Medienhaus. Stadtbücherei, das war gestern.

Der Künstler im Rampenlicht macht dem Betrachter deutlich, dass…

Von der Stadtbücherei zum Medienhaus

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Mit der Eröffnung des Medienhauses am Viktoria- und Synagogenplatz ist in Mülheim ein neues Kapitel aufgeschlagen worden. Der Bau, der nach den Plänen des Architekten Martin Starmans in den letzten 22 Monaten im Rahmen eines Public-Private-Partnership-Projektes für 15,2 Millionen Euro errichtet worden ist, beherbergt nicht nur die Stadtbücherei, sondern auch das städtische Medienzentrum und das Service-Center der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismusgesellschaft MST sowie ein Service-Center des RWE.
Büchereileiter Klaus-Peter Böttger schätzt, dass die Mitarbeiter seines Hauses mit insgesamt 165.000 Medien von der alten Stadtbücherei am Rathausmarkt in das neue Medienhaus am Viktoriaplatz umziehen mussten. Mit verlängerten Ausleihzeiten hatte die Stadtbücherei ihre Nutzer dazu animiert, möglichst viele Medien auszuleihen. So mussten am Ende etwa 30.000 Medien beim Mega-Umzug nicht ein- und ausgepackt werden, weil sie schlicht entliehen waren.
Besonders froh ist Bibliothekschef Böttger …

Als Mülheim das Wasser bis zum Hals stand - Ein Rückblick auf das große Unwetter vom 15. August 1954

Regen, Sturm und tropische Hitze. Da denkt man an den Klimawandel oder an Rudi Carells Lied: "Wann wird es mal wieder richtig Sommer?" So geht der 15. August 1954 als der Tag in die Mülheimer Geschichte ein, an dem der große Regen kam. Zwischen vier Uhr morgens und dem späten Nachmittag registriert das Wetteramt für Mülheim 130 Millimeter Niederschlag. Danach sehen weite Teile der Stadt, wie eine Seenlandschaft aus.

Besonders hart werden das Rumbachtal und die Stadtmitte getroffen. Das Wetteramt spricht von der größten Unwetterkatastrophe, die die Stadt seit 1891 erlebt hat. Straßen werden überschwemmt und von den Wassermassen aufgerissen. Böschungen rutschen ab. Mauern stürzen ein. Gehwege werden unterspült. Weil auch Starkstromstationen und Kabelschächte plötzlich unter Wasser sind, kommt es zeitweise zu Stromausfällen und Unterbrechungen der Telefonverbindungen. Straßenbahnen müssen angesichts der Wassermassen aus dem Verkehr gezogen werden. Viele Straßen sind nicht mehr p…

Drum, Mensch sei weise und reise - Ein Gespräch mit dem Globetrotter Wilhelm Schröder über das Reisen und Zurückkommen

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Mit den Sommerferien endet die klassische Urlaubs- und Reisezeit. Was bleibt, sind die Erinnerungen an eine schöne Reise oder der Traum vom nächsten Reiseziel. Das nahm ich zum Anlass, um mit dem Globetrotter Wilhelm Schröder, den die meisten Mülheimer noch als Leiter der Wilhelm-Busch-Förderschule kennen, über den Mehrwert des Reisens zu sprechen. Der Pädagoge, der ein Jahr nach seiner Pensionierung jetzt auch außerhalb der Schulferien nach Herzenslust durch die Weltgeschichte reisen kann, darf getrost als weitgereister Mann von Welt angesehen werden.
Der 66-Jährige schätzt, dass er in seinem Globetrotterleben bisher 30 Länder der Erde bereist hat. Thailand und die Türkei kennt er ebenso aus der eigenen Anschauung, wie Südafrika oder die Länder Südamerikas. Wenn man den Weltenbummler nach seiner Motivation zum Reisen fragt, zitiert er Kurt Tucholsky: "Reisen ist Sehnsucht nach Leben" und nennt er seine Neugier, sein Neugier auf Menschen, auf immer neue Länder und ihre Kultur…

Die Demokratie der frühen Jahre - Als Mülheim den ersten Bundestag mitwählte

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Wen wählen? Die Frage stellt sich für die Mülheimer auch vor 60 Jahren. Am 14. August 1949 sind 102.000 Bürger der Stadt aufgerufen, den ersten Deutschen Bundestag zu wählen. Knapp 77 Prozent von ihnen machen am Ende von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Vier Jahre nach dem Ende der NS-Diktatur, steckt die westdeutsche Demokratie noch in den Kinderschuhen.

Auch damals wird in der Lokalpresse diskutiert, wie viele Bürger den über haupt wählen gehen werden. Die politischen Kräfteverhältnisse sind noch nicht ganz klar. Während sich auf Bundesebene die Frage Adenauer oder Schumacher stellt, heißt es in MülheimStriebeck oder Langner. Die SPD hat den Redaktionsleiter der MülheimerNRZ, Otto Striebeck, aufgestellt, die CDU den Geschäftsführer der Inneren Mission, Heinz Langner. Die Kernfrage des Wahlkampfes lautet: Mit CDU und FDP für die Soziale Marktwirtschaft oder mit Schumacher und der SPD für eine Sozialisierung und staatliche Planung der Wirtschaft?

Doch da gibt es auch noch andere Parteien, die…

Die Aktienstraße - Vom Kohlenweg zur Hauptverkehrsstraße

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Viele Wege führen heute von Mülheim nach Essen und umgekehrt. Einer der meistgenutzten ist wohl die auf Mülheimer Seite 3,4 Kilometer lange Aktienstraße. Zwischen Sandstraße und Friedrich-Ebert-Straße wird sie täglich von insgesamt 44.000 Fahrzeugen überrolt.
Angesichts solcher massenhaften Verkehrsströme hätte der alte Mathias Stinnes wohl nur den Kopf geschüttelt. Denn er kam bereits in den 1820er Jahren auf die Idee, eine Straße zu bauen, die Mülheim und Essen möglichst schnurstracks verbinden sollte, um die in Essener und Mülheimer Zechen zutage geförderte Kohle möglichst schnell an die Ruhr zu bringen und dort per Schiff zum Beispiel in die Niederlande zu transportieren.
Heute kann man es sich gar nicht mehr vorstellen, dass der Weg von Mülheim nach Essen vor der Eröffnung der Aktienstraße am 5. August 1839 abenteuerlich war und zum Teil durch morastige Schluchten und Gräben führte. Das empfanden Stinnes und andere Zechenbesitzer und Kohlenhändler als unerträgliches Handelshemmnis…

Als die Weiße Flotte ein neues Flaggschiff bekam

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Heute ist Sonntag. Wie wäre es da mit einer Bootstour de Ruhr? Die Weiße Flotte macht es möglich. Rund 85.000 Fahrgäste gönnen sich jährlich dieses Vergnügen. Doch der für die Weiße Flotte zuständige Geschäftsführer der städtischen Betriebe, Joachim Exner, wird wehmütig, wenn er zum Beispiel in das Jahr 1954 zurückschaut.
Damsls, genauer gesagt, am 2. August 1954 startete mit der Mülheim an der Ruhr das neue Flaggschiff der Weißen Flotte am Wasserbahnhof zu seiner Jungfernfahrt. Mitte der 50er Jahre, es war die Zeit des Wirtschaftswunders, zählte man bei der Weißen Flotte noch knapp 490.000 Fahrgäste pro Saison. Und die Flotte selbst bestand nicht, wie heute, aus vier, sondern aus ingesamt sieben Schiffen.
Ob solcher unternehmungslustiger Massen war das im Auftrag der Stadt für 200.000 Mark auf der Werft Clausen in Oberwinter am Rhein gebaute Schiff, das 300 Fahrgästen Platz bot, als Verstärkung der Weißen Flotte hoch willkommen. "Wir Mülheimer können uns beglückwünschen. Man fährt…

Siemens Mülheim bleibt in der Krise auf Kurs

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Kurzarbeit, das macht Standortsprecherin Kerstin Reuland deutlich, ist für Siemens in Mülheim auch in der Wirtschaftskrise kein Thema. Das Unternehmen hatte seine Belegschaft in den letzten Monaten sogar noch einmal aufgestockt. Dezeiten arbeiten 4600 Menschen bei Siemens in Mülheim. Hier werden Gas- und Dampfturbinen sowie Generatoren für Kraftwerke hergestellt.

Unter anderem ein Großauftrag für das niederländische Gasturbinen- und Kombikraftwerksprojekt Enecogen im Hafen von Rotterdam sorgen am Siemens-Standort Mülheim, laut Reuland, für eine nahezu 100-prozentige Auslastung. Bisher habe die Krise nur zu einem Abbau von Überkapazitäten und Auftragsvergaben an Zulieferbetrieben geführt.

Neueinstellungen, so die Standortsprecherin, werden derzeit aber nicht mehr auf breiter Front, sondern nur noch punktuell im Ingenieursbereich vorgenommen. Als Ausbildungsbetrieb bleibt Siemens in Mülheim vorerst eine sichere Bank. Zum 1. September beginnen dort 100 Jugendliche, acht mehr als im Vorjahr…

Das späte Erbe des Mülheimer Bergbaus

Bergbau. Das ist für Mülheim ein Thema von gestern. Stimmt. Denn die letzte Zeche der Stadt (Rosenblumendelle) wurde bereits 1966 stillgelegt. Stimmt aber auch wieder nicht. Denn die Folgen des Bergbaus bekommen wir bis heute zu spüren.

Denn überall dort, wo legal oder auch illegal, im Mülheimer Norden Kohle zu Tage gefördert worden ist, kommt es immer wieder zu Bodenabsenkungen, in den letzten Jahren zum Beispiel an der Mühlenstraße, am Winkhauser Weg oder an der Steinkuhle und jetzt am Winkhauser Talweg. Dort hat sich die Erde aufgetan.

Zuständig für die Folgeschäden des Ruhrbergbaus ist das bei der Bezirksregierung Arnsberg angesiedelte Bergamt in Gelsenkirchen, das inzwischen dort als Abteilung für Bergbau und Energie firmiert. Der mit der jüngsten Bodenabsenkung am Winkhauser Talweg befasste Oberbergrat Dietmar Oesterle hat ein geologisches Risikokataster zu Rate gezogen, das von den Dortmunder Kollegen seiner Abteilung zusammen mit dem Geologischen Dienst des Landes im Auftrag des…

Wohin steuert der Mülheimer Arbeitsmarkt

Haben wir eine Wirtschaftskrise? Die aktuellen Arbeitsmarktzahlen scheinen in Mülheim auf den ersten Blick eine andere Sprache zu sprechen. Im Juli stieg die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Juli 2008 gerade einmal um 0,4 Prozent auf jetzt 8,7 Prozent. In absoluten Zahlen bedeutet das: 7119 Mülheimer suchen derzeit einen Job, 324 mehr als ein Jahr zuvor. Diese Arbeitslosenzahl setzt sich aus 1817 Arbeitslosengeld-I- und 5302 Arbeitslosengeld-II-Empfängern zusammen.



Während die ALG-I-Empfänger von der Agentur für Arbeit betreut werden, werden die ALG-II-Empfänger in Mülheim von der städtischen Sozialagentur betreut. Neben dem nur moderaten Anstieg der Arbeitslosigkeit fällt auch ein leichter Anstieg der freien Stellen auf, die der Agentur für Arbeit gemeldet worden sind. Das waren im Juli immerhin 653 und damit 45 mehr als im Juni.



Ich fragte bei der Leiterin der örtlichen Agentur für Arbeit, Sibylle Lorke, nach den Hintergründen der aktuellen Arbeitsmarktzahlen. Für die Agentur-Chefin…

Styrumer Geschäftsleute mit neuer Spitze und alten Problemen

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"Nur gemeinsam sind wir stark", ist Georg Meurer überzeugt. Deshalb hat der 53-jährige Inhaber einer Fahrschule am Rosenkamp jetzt auch den Vorsitz der Interessengemeinschaft Styrumer Geschäftsleute übernommen. Kein leichtes Amt. Die Mitgliederzahl der ISG stagniert, kommt seit Jahren nicht über die 50-Mitglieder-Marke hinaus. Styrum hat ein strukturelles Problem. Es gibt viele Discounter oder große Einzelhandelsketten, aber nur wenige unternehmer-geführte Einzelhandelsgeschäfte. Discounter und Ketten sind aber kaum für eine Mitarbeit in einer örtlichen Werbegemeinschaft zu gewinnen.

Was Georg Meurer (links), der die Nachfolge von Dieter Micko antritt, besonders beunruhigt, ist der bröckelnde Branchenmix im Styrumer Ortskern an der Oberhausener Straße. Dort vermisst er zum Beispiel Obst- und Gemüsehändler, eine Fleischerei, Modegeschäfte oder einen Schumacher. Abseits der Discounter-Dominanz sieht der ISG-Chef die wohnortnahe Versorgung gefährdet. Die Hauptleidtragenden diese…