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Es werden Posts vom Juli, 2010 angezeigt.

Das Senioren-Theater Spätlese bringt seit 20 Jahren reife Schauspielkunst auf die Bühne

Reife Schauspielkunst. Dafür steht das Theater Spätlese. Wie hat sich das Theater der spätberufenen Schauspieler seit seiner Gründung entwickelt? Was und wen will es mit seinen Stücken erreichen? Darüber sprach ich für die NRZ mit dem Theaterleiter Eckhard Friedl (51) und den Ensemblemitgliedern Marlies Lönne (68) und Hans-Joachim Peters (74)

Wie kam es zur Gründung des Theaters?
Friedl: Der Gründungsimpuls ging vom damaligen Kulturamtsleiter Hans Georg Küppers aus, der bei der Leonhard-Stinnes-Stiftung Mittel für Seniorenkultur beantragt hatte. Und dann fragte er mich, ob ich nicht Lust hätte, das Projekt zu starten.

Hatten Sie Erfahrungen in diesem Bereich?
Friedl: Mit Seniorenarbeit hatte ich damals keine Erfahrung. Ich hatte zuvor in Bonn und Oberhausen Theaterarbeit mit Kindern und Jugendlichen gemacht.

Gab es für Sie damals eine Hemmschwelle, die es zu überwinden galt?
Friedl: Ich hatte zunächst schon Bedenken. Ausgehend von meinem damaligen Altenbild glaubte ich, dass man mit alten M…

Krisen und Kastastrophen: Was soll, was darf mein Kind sehen? Ein Erziehungsberater gibt Tipps

Ob in der Zeitung, im Fernsehen oder im Internet. Man kann derzeit den grausamen Bildern der Loveparade-Katastrophe nicht entgehen. Angesichts der Horrorszenarien, mit denen sie selbst in den Nachrichten konfrontiert werden, mögen sich manche Eltern bangen Herzens fragen, wie wirkt das auf meine Kinder? Was kann ich ihnen zumuten? Wovor muss ich sie schützen, um ihre Seelen vor Schaden zu bewahren?



Der Leiter der der Evangelischen Erziehungsberatungsstelle, Dr. Franz Maurer (52), Diplom-Psychologe und Vater eines zehnjährigen Sohnes, rät Eltern grundsätzlich, auf die Signale ihrer Kinder zu achten und immer gesprächsbereit zu sein, statt restriktiv auf Verbote zu setzen.Während er es für unrealistisch hält, Jugendliche von der zum Teil verstörenden Bilder- und Informationsflut ganz abzuschirmen, ist es aus seiner Sicht notwendig, Kinder vor allzu belastenden Bildern zu behüten und Informationen gezielt zu kanalisieren, zumal Kinder sehr viel emotionaler auf Katastrophenbilder reagierte…

Wie würde in Mülheim der Krisen- oder Katastrophenfall gemanagt? Ein Gespräch mit Ordnungsdezernent Frank Steinfort

Im Angesicht der Loveparade-Katastrophe in Duisburg befragte ich für die NRZ den zuständigen Ordnungsdezernenten Frank Steinfort zum Mülheimer Sicherheits- und Krisenmanagement bei Großveranstaltungen und Katastrophen.

Wer sitzt mit am Tisch, wenn ein Sicherheits- oder Krisenbewältigungskonzept erarbeitet werden muss?
Bei Großveranstaltungen, wie dem Rosenmontagszug oder dem Reggae-Festival zeichnet der Führungsstab der Feuwehr für das Sicherheitskonzept verantwortlich. Geleitet wird dieser Führungsstab vom Feuerwehrchef Burkhard Klein oder seinem Stellvertreter Sven Werner. Neben der Feuerwehr sitzen dann auch andere Mülheimer Hilfsorganisationen, wie etwa die Johanniter Unfallhilfe, das Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst oder das Technische Hilfswerk, die Polizei und das Ordnungsamt mit am Tisch.

Wie geht man mit möglichen Sicherheitsbedenken um?
Für alles, was sich im öffentlichen Raum abspielt, ist grundsätzlich das Ordnungsamt zuständig. Es muss nach Ortsbegehungen mit allen Beteil…

Ortstermin an der Hügelstraße: Anwohner bezweifeln die Bremswirkungen der dort aufgestellten Baken

Eigentlich wollte die Bezirksvertretung 2 den Anwohnern der Hügelstraße mit der Aufstellung von Baken, die die Fahrbahn einengen, und das Rasen unmöglich machen, einen Gefallen tun. Bürgerbeschwerden und anschließende Geschwindigkeitsmessungen führten im Oktober 2009 zu einem entsprechenden Beschluss, der jetzt in die Tat umgesetzt wurde.

„Doch die Situation ist seitdem eher schlechter als besser geworden“, betont Anwohner Siegfried Tromborg. Seine Nachbarin Käthe Schwechten beobachtet immer wieder Autofahrer, die angesichts der Baken, Gas geben statt zu bremsen, sobald die Fahrbahn frei ist, weil sie den Gegenverkehr fürchteten und nicht stehen bleiben wollten.Jürgen Schulmann und seine Frau Brigitte finden: „Das Geld hätte man sich sparen können.“ Außerdem bedauern sie den Wegfall von Parkbuchten und hätten sich eine frühzeitige Einbindung der Anwohner gewünscht.Statt der Baken kann sich Schwechten eine Fahrbahnmarkierung oder ein Tempo-30-Schild auf der Hügelstraße vorstellen.Doch B…

Wie Realschüler von der Mellinghofer Straße ihre Kompetenzen für das Berufsleben checken ließen

Auch wenn sie jetzt ihre verdienten Sommerferien genießen, haben einige der Neuntklässler von der Realschule an der Mellinghofer Straße in diesen Wochen einen Termin mit Friedrich Mosch, sozusagen ein Nachspiel. Mosch ist Berufsberater bei der Agentur für Arbeit an der Kaiserstraße.In der letzten Woche des abgelaufenen Schuljahres schaute er im Rahmen einer Berufsorientierungswoche in der Dümptener Realschule vorbei, um die Kompetenzen der Neuntklässler zu testen. Das kam gerade recht. Denn die Neuntklässler müssen sich schon jetzt um ihre Bewerbung kümmern, wenn sie nach ihrem Abschluss in der Klasse 10 einen Ausbildungsplatz bekommen wollen.Doch welcher Beruf ist der Richtige?



„Es ist sehr schwer, sich selbst objektiv einzuschätzen“, findet nicht nur Nathalie Garbe. Ein Online-Kompetenzcheck, den die vom Land NRW und der Wirtschaft getragene Stiftung Partner für Schule entwickelt hat, geben ihr und ihren Mitschülern eine erste Orientierungshilfe. Unter www.komptenzcheck.de absolviere…

Portrait: Der ehemalige Stadtdechant Dieter Schümmelfeder ist sein 50 Jahren Priester: Er sagt: "Ich habe einen schönen Beruf"

Viele kennen ihn noch als Stadtdechanten und Pfarrer von St. Engelbert. Am heutigen Sonntag hat der der ehemalige Generalvikar des Ruhrbistums, Dieter Schümmelfeder, im Essener Dom sein Goldenes Priesterjubiläum gefeiert. Dem Festgottesdienst schloss sich ein Empfang in der Aula des bischöflichen Generalvikariates an.

„Wenn ich heute noch einmal vor der Entscheidung stünde, würde ich es genauso machen“, sagt der 74-Jährige im Rückblick auf seine Priesterweihe durch den ersten Ruhrbischof Franz Hengsbach im Jahre 1960. „Seitdem haben wir 600 000 Katholiken verloren. Deshalb ist der noch andauernde Umstrukturierungsprozess notwendig. Die Menschen müssen über ihren Kirchturm hinausschauen und lernen, pfarrübergreifend zu denken“, beschreibt er den Wandel der Kirche.

„Ich habe einen schönen Beruf“, sagt der Priester, der seine Arbeit als Seelsorger nie nur theologisch, sondern auch sozial verstand. „Nah bei den Menschen zu sein, sie in allen Lebenssituationen zu begleiten und eine Botschaft…

Ein Tischgespräch über unser tägliches Brot im Angesicht des Kulinarischen Treffs an der Ruhr

Noch heute und morgen lädt die MST Feinschmecker und die, die es werden wollen, zum Kulinarischen Treff an der Ruhr. Deshalb sprach ich für die NRZ mit dem Bäckermeister Hans-Ulrich Kahrger einmal über unser tägliches Brot zu sprechen.

Kann das Grundnahrungsmittel Brot eine Delikatesse sein?
Oh, ja. Brot kann eine Delikatesse sein. Beobachten Sie mal. In jedem guten Restaurant wird vor dem Essen knuspriges Brot mit Schmalz oder Butter gereicht. Und da greift jeder zu. Auch zu Haus können Brot und Brötchen ein echter Genuss sein, wenn man sie richtig lagert oder auch mal wieder warm macht und mit einem guten Aufstrich verzehrt.

Macht die Sommerhitze unser tägliches Brot teurer?
Ich habe vor drei Tagen einen Anruf von der Mühle bekommen, die mir mitteilte, dass das Mehl im Preis steigt. Weil die Bauern aufgrund der Hitze nicht mit dem Kornertrag rechnen können, wie im letzten Jahr. Das Korn vertrocknet bei dieser Hitze auf den Feldern.

Wissen die Menschen bei uns ihr tägliches Brot zu schätz…

Vor 60 Jahren beschrieben der englische Journalist Frank Feldman und seine deutsche Frau Lilo in der NRZ, wie sie Mülheim erlebten

Manchmal liegen die Geschichten auf der Straße. So geht es NRZ-Redaktionsleiter Günter Heubach, vor 60 Jahren im Juli 1950, als er auf der Straße einen jungen Mann in die Lektüre seiner Zeitung vertieft sieht und ihn im Vorbeigehen "Not bad" ("Nicht schlecht!") murmeln hört. Die Beiden kommen ins Gespräch. Es stellt sich heraus, dass der junge Mann Frank Feldman heißt und ein englischer Zeitungskorrespondent ist, der mit seiner deutschen Frau Lilo, die ebenfalls als Journalistin arbeitet, das Ruhrgebiet besucht und dabei für einige Tage auch in Mülheim Station macht, um mit seinen eigenen Augen zu sehen, wie sich die ehemalige britische Besatzungszone weiterentwickelt hat. "Frank Feldman überzeugt sich immer selbst an Ort und Stelle, bevor er einen Bericht darüber schreibt", stellt Heubach den 28-jährigen Journalisten seinen Lesern vor.

Feldman habe seine Laufbahn, so Heubach, 1943 bei der Nachrichtenagentur Reuters begonnen, ehe er als freier Korresponden…

Hingucken und handeln: Die Arbeiterwohlfahrt bietet Erzieherinnen eine kostenlose Fortbildung zum Thema sexueller Missbrauch von Kindern an

Sexueller Missbrauch von Kindern. Das Thema macht Angst, vor allem, wenn es zum Handeln und zu unangenehmen Entscheidungen zwingt. Als Erzieherin in einer Kindertagesstätte kann man mit diesem Thema schneller konfrontiert werden, als einem lieb ist. "Da gibt eine große Ohnmacht", weiß die Diplom-Sozialpädagogin Yansa Schlitzer (Foto) von der Awo-Beratungsstelle für Schwangerschaftskonflikte, Sexualität und Partnerschaft.Deshalb bietet sie zusammen mit qualifizierten Honorarkräften der Arbeiterwohlfahrt eine auf zehn Zeitstunden angelegte Fortbildung an, in der Erzieherinnen kostenfrei lernen können, wie sie Verdachtsmomente erkennen, die auf einen sexuellen Missbrauch hinweisen können, wie sie sich in einer entsprechenden Situation verhalten sollten und wie sie altersgerecht Kinder und Eltern für das Thema sensibilisieren können.

Die Bandbreite reicht von Spielen, in denen Kinder mit ihrem Körper und ihren Gefühlen vertraut gemacht werden, bis zur Gestaltung eines Elternabend…

Seit 30 Jahren gibt es in Mülheim eine Verbraucherberatungsstelle: Fragen und Antworten rund um die Lobbyarbeit für den König Kunden

Mit der Eröffnung der ersten Verbraucherberatungsstelle bekam der Verbraucherschutz in Mülheim vor 30 Jahren ein Gesicht und eine Anlaufstelle. Mit der heutigen Leiterin Christiane Lersch sprach ich für die NRZ über die Entwicklung und Arbeitsschwerpunkte der Bartungsstelle, deren Kundenkontakte von etwa 4500 im Jahr 1980 auf rund 20 000 im vergangenen Jahr angestiegen sind.

Warum kam es im Juli 1980 zur Eröffnung der Verbraucherberatungsstelle?
In vielen anderen Städten gab es schon Beratungsstellen. Es hatte sich gezeigt, dass es wichtig ist, Verbraucherzentralen vor Ort zu haben, um eine unabhängige Beratung in Fragen der Haushaltsführung und der Geräteberatung anbieten zu können, weil die Vielzahl der unterschiedlichen Produkte und Geräte im Laufe der Jahrzehnte immer größer geworden war und die Verbraucher eine Orientierungshilfe benötigten. Außerdem bekamen wir damals vom Gesetzgeber auch die Möglichkeit Verbraucher in Rechtsfragen zu beraten. Ab 1983 spielte zum Beispiel das Prob…

Vor 200 Jahren starb Preußens Königin Luise, die als Prinzessin auch Broich besuchte

Ihre Beziehung zu Mülheim war kurz, so wie ihr Leben. Am 19. Juli 1810, also auf den Tag genau, vor 200 Jahren starb Preußens Königin Luise gerade einmal 34 Jahre alt an den Folgen einer Lungenentzündung und, so will es die Legendenbildung, am gebrochenen Herzen.
Als sie 1787, 1789 und 1791 mit ihrer Großmutter, der Landgräfin Marie Luise Albertine von Hessen-Darmstadt, jeweils für wenige Monate, auf deren Besitz Schloss Broich weilte, war sie noch die Prinzessin zu Mecklenburg-Strelitz. Ihr Vater Herzog Karl zu Mecklenburg-Strelitz war Schwager des englischen Königs Georg III. und verwaltete als Gouverneur in dessen Auftrag das Kurfürstentum Hannover.

Weil Lusises Mutter und Stiefmutter früh im Kindbett starben, wurde die Prinzessin von ihrer Großmutter erzogen. Zwei Jahre, nach ihrem letzten Besuch in Broich heiratete Luise den späteren preußischen König Friedrich Wilhelm III. In 17 Ehejahren schenkte sie ihm zehn Kinder und wurde zur Legende, als sie 1807, wenn auch vergeblich versuc…

Guter Rat muss nich teuer sein: Die Alltagsassistenz Hilfe zur Selbsthilfe für ein selbstständiges Leben im Alter

Es kann doch nicht so schwer sein, ein Bild auf- oder eine Gardine abzuhängen, einzukaufen oder mit dem Bus von A nach B zu fahren? So denkt man, wenn man jung und gesund ist. Doch das einfache Alltagsleben kann ganz schön schwer werden, wenn mit dem Alter die Gebrechen kommen und das Portemonnaie am Ende des Monats nicht durch eine gute Rente aufgefüllt wird, mit der man sich die eine oder andere Hilfestellung einkaufen kann.

Hier setzt die Alltagsassistenz der Paritätischen Initiative für Arbeit (Pia) an. "Wir wollen, dass alte Menschen möglichst lange selbstständig in ihren eigenen vier Wänden leben können. Und wir wissen, dass eine zweite Hand dabei sehr hilfreich sein kann", beschreibt ihre Leiterin, Sabine Dams, die Aufgabe. Annemarie Kirchenbauer (87) und Karin Zimmermann (62) wissen, wovon Dams spricht. Die Seniorinnen, die mit großen Handicaps und kleinen Renten zu kämpfen haben, bekommen von ihrer Alltagsassistentin Vesna Jovanovic Besuch (49). Sie nimmt sich drei b…

Hintergurnd: Was leistet die Alltagsassistenz?

Die von Diplom-Sozialwissenschaftlerin Sabine Dams geleitete Alltagsassistenz wurde im April 2008 von der Stadt ins Leben gerufen und von der Paritätischen Initiative für Arbeit organisiert. Sie hat seitdem über 100 Senioren geholfen. Sie kann von Menschen ab 65 in Anspruch genommen werden, die einen Mülheim-Pass haben, weil sich ihre Rente auf dem Niveau der sozialen Grundsicherung bewegt, aber auch von jenen, die keine 65, aber schwerbehindert sind. Das Büro an der Viktoriastraße ist montags bis freitags (8-18 Uhr) und samstags (10-14 Uhr) geöffnet und unter der Rufnummer: 0208/84 85 727 telefonisch erreicghbar. Am ersten Samstag des Monats ist die Alltagsassistenz von 10 bis 14 Uhr mit einem Infotisch vor Edeka im Forum anzutreffen. Außerdem lädt sie am dritten Mittwoch des Monats um 15 Uhr zum Kaffeeklatsch in die Seniorenresidenz Sommerhof ein.

Hintergrund: Daten und Fakten zur Katholischen Akademie Die Wolfsburg, die vor 50 Jahren eröffnet wurde

Die 1960 in der Wolfsburg eröffnete Katholische Akademie des Ruhrbistums führt heute jährlich 200 eigene Tagungen durch und ist darüber hinaus Gastgeberin von Tagungen, die nicht in ihrer eigenen Regie, sondern zum Beispiel von Universitäten, Unternehmen und Gewerkschaften oder kirchlichen Trägern durchgeführt werden.

Der promovierte Erziehungswissenschaftler, Theologe und Psychologe Michael Schlagheck leitet die Akademie, in der jährlich rund 25 000 Gäste über Gott und die Welt reden und nachdenken, seit 1995. In der Wolfsburg, die 50 Mitarbeiter vom Dozenten bis zum Haustechniker beschäftigt, stehen auch 70 Gästezimmer für Tagungsteilnehmer zur Verfügung, die von weit her kommen und deshalb in der Akademie übernachten möchten.

Weitere Informationen über die Arbeit der Katholischen Akademie Die Wolfsburg am Falkenweg 6 in Speldorf lesen Sie im nachfolgenden Interview mit ihrem Direktor Michael Schlagheck.

Darüber hinausgehende Informationen zur Akademie finden Sie im Internet unter: www…

Ihr sollt kein katholisches Ghetto sein: Ein Gespräch über 50 Jahre Katholische Akademie Die Wolfsburg

Seit 50 Jahren ist die Katholische Akademie Die Wolfsburg eine wichtige Schnittstelle zwischen Kirche und Gesellschaft. Dazu passte die prominente Gratulantin. Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach im März 2010 im Rahmen einer Feierstunde zum Jubiläum in der Wolfsburg über Solidarität und soziale Sicherheit. Der Akademiedirektor Michael Schlagheck äußert sich in diesem Interview darüber, wie die Wolfsburg entstanden ist, wie sie sich weiterentwickelt hat und was sie heute und morgen leisten kann.

Wie kommt die Katholische Akademie zu ihrem ungewöhnlichen Namen Wolfsburg?
Das bereits 1906 errichtete Gebäude der Akademie war früher ein Hotel mit gleichem Namen, der sich darauf bezog, dass es noch bis ins 19. Jahrhundert in den umliegenden Wäldern Wölfe gab. Als der erste Ruhrbischof Franz Hengsbach nach der Bistumsgründung 1958 Örtlichkeiten für eine katholische Akademie suchte, hat er zunächst das Schloss Broich im Blick, hörte aber dann von dem hiesigen Hotel, das damals verkauft werden …

Die Initiative Tschernobyl-Kinder hat wieder junge Gäste aus Weißrussland, diesmal als Kulturbotschafter: Ein Gespräch mit Dagmar van Emmerich

Die 1992 gegründete Initiative Tschernobyl-Kinder konnte mit Hilfe von Spenden, Gastfamilien und den Einnahmen des Tschernobylladens an der Bachstraße bisher 1600 weißrussischen Kindern und Jugendlichen, die von der den Folgen der Reaktorkatastrophe in Mitleidenschaft gezogen wurden, einen Erholungs- und Behandlungsaufenthalt in Mülheim ermöglichen. In dieser Woche sind 48 Kinder und Jugendliche aus dem weißrussischen Zhodino zu Gast in Mülheim, wo die Initiative ein barrierefreies Jugendzentrum eingerichtet hat. Zur Besuchergruppe gehört auch Zhodinos Bürgermeister Vassily Grischenko. Für die NRZ fragte ich die Gründerin und Vorsitzende der Tschernobyl-Initiative, Dagmar van Emmerich, zu den Hintergründen des aktuellen Besuches.

Was ist bei diesem Besuch aus Weißrussland anders?
Dass er diesmal unter der Überschrift Jugendbegegnung und Kulturprojekt steht und nicht unter der Überschrift Erholungsaufenthalt.Frage: Womit wird das deutlich?Antwort: Unsere Gäste sind in diesem Jahr zu 85 P…

Hans Günter Bruns: Ein bodenständiger Fußballprofi mit Mülheimer Wurzeln

Am Mittwoch verlor Deutschland das WM-Halbfinale gegen Spanien mit 0:1. An die Begegnung beider Mannschaften hat Hans-Günter Bruns ebenfalls schlechte Erinnerungen. "Bei einem Unentschieden wären wir weiter gewesen. Aber dann haben wir durch ein Kopfballtor in der 90. Minute unglücklich verloren und waren aus dem Turnier", erinnert sich der heute 55-Jährige Ex-Fußball-Profi aus Mülheim an die Niederlage gegen Spanien, die er als Ersatzspieler auf der deutschen Reservebank miterlebte und die Deutschland 1984 das Europameisterschafts-Aus in der Vorrunde brachte. Auch im Europameisterschaftsfinale 2008 sollte Deutschland ebenfalls mit 0:1 das Nachsehen gegen Spanien haben. Jetzt hoffte Bruns mit allen anderen deutschen Fans vergeblich auf ein glücklicheres Ende für die deutsche Nationalmannschaft, in deren Trikot er selbst viermal gespielt hat.

Dennoch sieht Bruns, dessen Fußballerlaufbahn beim RSV in Heißen und bei Rot Weiß Mülheim begann, nachdem er bereits als kleiner Knirps …

Styrum: Endlich wieder freie Fahrt durch die Unterführung an der Steinkampstraße

Der letzte Handschlag an der Baustelle im Bereich zwischen Steinkampstraße, Hauskampstraße und Friesenstraße ist symbolischer Art: Bezirksbürgermeisterin Heike Rechlin-Wrede und Bauarbeiter Frank Arnscheidt räumen am Mittwochvormittag die letzte Absperrung aus dem Weg. Jetzt kann der Verkehr wieder durch die Unterführung am Styrumer Bahnhof fließen. Zwölf Monate war sie wegen der Straßen- und Rohrbauarbeiten gesperrt. Jetzt liegt die Steinkampstraße etwa 35 Zentimeter tiefer, so dass auch Lastwagen problemlos die 3,80 Meter hohe Brücke unterqueren können.Anwohner Hans-Peter Raddatz drückt seine Gefühlslage mit einem Transparent aus: „Gott sei es gedankt“, ist da zu lesen. Dazu passt, dass wie bestellt, aber doch rein zufällig , ausgerechnet der Pfarrer von St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg, mit seinem Motorrad als erster die wieder freigegebene Unterführung an der Steinkampstraße passiert.

Nicht nur Anwohner Raddatz und seinem Nachbarn Heinz Freese von der Hauskampstraße fällt e…

Ein Gespräch mit dem Fußballfachmann Axel Benzinger über den Mehrwert und die Baustellen eines Volkssportes

Während der Weltmeisterschaft in Südafrika sprechen alle über Fußball. Ich auch. Für die NRZ fragte ich den Fußballfachmann Axel Benzinger nach dem sozialen Mehrwert und den Baustellen, die der Fußball auch in Mülheim hat.

Warum sollte man Fußball spielen?
Fußball ist ein Teamsport. Da kann man lernen, auch mit Menschen zu spielen und zu arbeiten, die man vielleicht nicht mag, aber die man neben sich duldet. Das Schönste im Fußball sind aber die Freundschaften, die man gewinnen und ein Leben lang behalten kann. Das habe ich meinen Kindern vorgelebt und auch allen Jugendlichen und Senioren gesagt, die ich trainiert habe.

Warum fasziniert Fußball so viele Menschen?
Das hat mit seiner starken Medienpräsens zu tun und damit, dass sich Menschen mit einem Verein oder einer Nationalmannschaft identifizieren können. Das gilt nicht nur für die Bundesligaclubs, sondern auch für Mülheim, wo etwa der VfB Speldorf eine große Fangemeinde gewonnen hat. Schon bei den Bambinis schweißt Fußball die Mensche…

In Mülheims polnischer Partnerstadt Opole fiel Komorowskis Wahlsieg deutlicher aus als im Landesdurchschnitt

Wenige Tage nach der Bundespräsidentenwahl hat auch unser Nachbarland Polen einen neuen Präsidenten bekommen. Während der Präsident in Deutschland indirekt durch die Bundesversammlung gewählt wurde, hatten die Bürger in Polen und damit auch in Mülheims polnischer Partnerstadt Opole, dem bis 1945 zu Deutschland gehörenden Oppeln, die Möglichkeit der direkten Wahl ihres Staatsoberhauptes. Der polnische Staatspräsident hat im Gegensatz zum deutschen Bundespräsidenten nicht nur repräsentative Aufgaben. Er ist Oberbefehlshaber der Armee und kann mit seinem Veto in die Gesetzgebung eingreifen.Der Wahlsieg des liberalen Kandidaten Bronislaw Komorowski fiel mit einem Stimmenanteil von 73,76 Prozent der Stimmen in der Partnerstadt Opole deutlicher als im Landesdurchschnitt aus, wo der Bewerber der liberalen Bürgerplattform um Ministerpräsident Donald Tusk 53,01 Prozent der Stimmen gewann.

Sein nationalkonservativer Gegenkandidat, Ex-Premierminister Jaroslaw Kaczynski, Bruder des im April bei ei…

Wie die Caritas Jugendlichen eine Starthilfe für das selbstständige Leben in den eigenen vier Wänden gibt

„Mit 17 hat man noch Träume“, sang einst Peggy March. Das ist Schlager. Die Wirklichkeit sieht anders aus. Mit 17 oder 18 den eigenen Alltag zu organisieren und in den eignen vier Wänden so zu wirtschaften, dass am Ende des Monats die Rechnung aufgeht, ist kein Kinderspiel.Die erste eigene Wohnung. Das klingt, wie ein Traum. Es kann aber auch zum Alptraum werden, wenn man zwischen ungewaschener Wäsche und unbezahlten Rechnungen den Überblick verliert.Deshalb haben die Caritas-Sozialdienste, unterstützt von der Jugendhilfe und dem Kommunalen Sozialen Dienst, das Projekt Wohnstart 17 plus ins Leben gerufen.

Dahinter verbirgt sich eine Wohngemeinschaft in bester Innenstadtlage, in der zurzeit vier 17- und 18 Jahre junge Frauen das selbstständige Leben im eigenen Haushalt lernen. Unterstützt werden sie dabei von zwei Sozialarbeiterinnen der Caritas, die regelmäßig in der WG vorbeischauen, um bei Alltagsfragen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Das könne bei der Frage „Wie mache ich eigentli…

Ehrenamt: Was bringt es?: Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dümpten lud zur Diskussion

Das Leben ist eine Baustelle, auch beim Sommerfest, zu dem in der vergangenen Woche die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dümpten einlud. Da wurden zum in einer Legostadt rund 500 000 Bausteine verbaut. Doch die Gemeinde wollte es nicht bei Spiel und Spaß belassen und lud deshalb am Vorabend ihres Sommerfestes zu einer Diskussion über den Wert des Ehrenamtes: „Ehrenamt! Was bringt es?“ wurde da gefragt. Allein der Aufbau des beachtlichen Festzeltes, das war auf den ersten Blick zu erkennen, war nur mit vielen ehrenamtlichen Helfer zu schaffen. Das allein schon war ein großer Kraftakt für eine Gemeinde mit gerade mal 57 Mitgliedern.„Wir sind nur stark, wenn wir hier im Stadtteil zusammenhalten“, machte der Vorsitzende des rund 500 Mitglieder starken Dümptener Bürgervereins, Bernd Lüllau, deutlich: ob Wandergruppe und Bewahrung des Hexbachtales oder Lärmschutz an der A40 und Erhalt von Buslinien. Lüllau sieht vor Ort ein breites Betätigungsfeld für bürgerschaftliches Engagement. Und e…
Das Leben ist eine Baustelle, auch beim Sommerfest, zu dem in der vergangenen Woche die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Dümpten einlud. Da wurden zum in einer Legostadt rund 500 000 Bausteine verbaut. Doch die Gemeinde wollte es nicht bei Spiel und Spaß belassen und lud deshalb am Vorabend ihres Sommerfestes zu einer Diskussion über den Wert des Ehrenamtes: „Ehrenamt! Was bringt es?“ wurde da gefragt. Allein der Aufbau des beachtlichen Festzeltes, das war auf den ersten Blick zu erkennen, war nur mit vielen ehrenamtlichen Helfer zu schaffen. Das allein schon war ein großer Kraftakt für eine Gemeinde mit gerade mal 57 Mitgliedern.„Wir sind nur stark, wenn wir hier im Stadtteil zusammenhalten“, machte der Vorsitzende des rund 500 Mitglieder starken Dümptener Bürgervereins, Bernd Lüllau, deutlich: ob Wandergruppe und Bewahrung des Hexbachtales oder Lärmschutz an der A40 und Erhalt von Buslinien. Lüllau sieht vor Ort ein breites Betätigungsfeld für bürgerschaftliches Engagement. Und e…

In der Saarner Freiluftgalerie Kunst raus setzen Kinder und Jugendliche unseren Lebensraum ins Bild

Ironie der Geschichte. Der Anstoß zu der vom evangelischen Pfarrer Albrecht Sippel initiierten und bis heute federführend organisierten Aktion „Kunst Raus“ kam vor 18 Jahren ausgerechnet aus dem katholischen Köln. Dort entdeckte Dagmar Schenk, Presbyterin der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn, auf einem Platz eine Freiluftausstellung, bei der Künstler ihre Werke auf 1,50 Meter mal 1,50 Meter großen Plakatständern präsentierten und so ihre Kunst aus den Museen und Galerien holten. Dies faszinierte sie so sehr, dass sie, wieder daheim, ihrem Pfarrer davon berichtete. Beide waren sich einig: „So etwas könnten wir hier auch machen.“

1992 machte dann der auch an der Kölner Aktion beteiligte Künstler Alexander Pey die Saarner Dorfmitte mit seinen 14 Werken erstmals zur Freiluftgalerie. Sein Thema war damals der zweite Golfkrieg von 1991.In den folgenden Jahren konnte man bei den Kunst-Raus-Rundgängen durch Saarn auch Werke von Künstlern aus Mülheim und der Rhein-Ruhr-Region entdecken, ohne…