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Es werden Posts vom Januar, 2019 angezeigt.

Eine besondere Beziehungsarbeit

Vor 45 Jahren gründete sich in den Städten Duisburg, Mülheim und Oberhausen eine Arbeitsgemeinschaft der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG). Im Gespräch erläutert ihr Vorsitzender Markus Püll Arbeitsschwerpunkte und Selbstverständnis der regionalen DIG.
Warum brauchen wir eine Deutsch-Israelische Gesellschaft, wenn es auch schon eine Gesellschaft für den christlich-jüdischen Dialog gibt?
Püll: Wir möchten allen Menschen Israel und Deutschland näherbringen, auch jenen, die sich nicht religiös gebunden fühlen. Wir verstehen unsere Arbeit als Versöhnungsarbeit und wollen damit gerade auch junge Menschen erreichen, um den leider immer noch aktuellen antisemitischen Strömungen in unserer Gesellschaft entgegenzuwirken.


Was macht Ihre Gesellschaft für Jugendliche?
Püll: Wir gehen in Schulen und berichten über unsere Erfahrungen in und mit Israel. Die Schüler hören sehr interessiert zu, vor allem wenn unser Vorstandsmitglied Günter Reichwein über seine Erfahrungen berichtet, die bis in die 6…

Müller Menden: Ein Zeitsprung

Müller Menden. Der Name steht in Mülheim für gute bürgerliche Küche im Grünen. Wir schauen auf die Gaststätte, die seit 2008 von Nicola Riese betrieben wird. Den Namen ihres Restaurants hat sie vom Viehhändler Friedrich Müller übernommen. Als Friedrich Müller die Gaststätte betrieb, wie sie sich dem Betrachter im Jahre 1925 darstellte, hieß sie noch “Zur Grünen Esche“. Dieser Name lässt sich urkundlich bis 1772 zurückverfolgen. Die historische Fotografie stammt aus der Fotosammlung des Mülheimers Udo Burkhard Richter. Diese Fotografie hat Richter für das Juni-Blatt seines für 2019 herausgegebenen Kalenders „Mülheim in alten Ansichten“ ausgewählt.
Die Fotografie entstand in dem Jahr, als Mülheims Stadthalle gebaut und der Flughafen Essen/Mülheim eröffnet wurde. Im Jahr 1925 verließen auch jene französischen Soldaten Mülheim, die die Stadt an der Ruhr 1923 im Auftrag ihrer Regierung besetzt hatten, um die Reparationslieferungen der Mülheimer Kohlezechen zu überwachen.
Auch der damalige O…

Mahnende Erinnerung

270 jüdische Mülheim wurden während der nationalsozialistischen Diktatur ermordet, 270 von insgesamt sechs Millionen Holocaust-Opfern. Ihrer gedachten gestern rund 70 Bürger aus allen Bereichen der Stadtgesellschaft auf dem Jüdischen Friedhof an der Gracht. Auch die 18-jährige Oberstufenschülerin Samantha Klein und die im Jugendzentrum Stadtmitte arbeitende Pädagogin Isabelle Wojcicki fanden nahmen mit einigen Jugendlichen an der Gedenkstunde teil. Sie hatten auf Einladung des Bundesprogramms Demokratie Leben im Dezember 2018 das ehemalige Konzentrationslage Auschwitz besucht. „Wenn man an diesem Ort gewesen ist, weiß man warum man sich an den Holocaust erinnern und für Toleranz eintreten sollte,“ sind sich Klein und Wojcicki einig. Sie hören in der Kapelle des um 1700 angelegten Jüdischen Friedhofes an der Gracht die Ansprache des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dieter Spliethoff. Er vertritt an diesem 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog initiierten Gedenktag die Stadt, da Ober…

Von wegen: Liebe deinen Nächsten

Man soll es nicht glauben. Aber wer in die Kirche geht, kann etwas fürs Leben lernen, zum Beispiel in der Petrikirche. Dort konnte man bei der musikalischen Tersteegen-Lesung erfahren, dass die Anhänger des vor 250 Jahren verstorbenen Dichters, Predigers und Menschenfreundes Gerhard Tersteegen ihm 1903 an der Stelle im Witthausbusch einen Gedenkstein setzten, an der sich Tersteegen liebend gern zur Meditation und zu Erholung zurückzog. Da lag es nahe diesen Gedenkstein mit Tersteegens berühmtester Gedichtzeile: "Ich bete an die Macht der Liebe" zu zieren. Doch, und auch das erfuhren die aufmerksamen Zuhörer in der Petrikirche, nach dem die postumen Tersteegen-Jünger feststellen mussten, dass etliche Liebespaare Tersteegen beim Wort nahmen und sich an seinem Gedenkstein zum Stell-dich-ein trafen, war das den frommen Christenmenschen nicht recht. Deshalb ergänzten sie Tersteegens Vers um dessen Folgezeile,...die sich in Jesus offenbart. Doch das wird die Liebespaare, die sich …

Begegnung mit Tersteegen

Wie aktuell Gerhard Tersteegen doch ist. Die Tersteegens Texte und Ulrich Kellermanns Erläuterungen lesende Schauspielerin Maria Neumann, die Sopranistinnen Gela Brinckenstedt und Clementine Jedinsky und die Instrumentalisten Gijs Burger (Orgel) und Katja Dolainsky (Viola da Gamba) zeigten es ihren Zuhörern am Montagabend in der leider nur mäßig besuchten Petrikirche.
Der Abend, der den am 3. April 1769 in Mülheim verstorbenen Dichter, Seelsorger und Naturheilpraktiker Tersteegen lebendig werden ließ, war ein geistliches und sinnliches Erlebnis. Natürlich fehlten Tersteegens vertonte und weltberühmten Gedichtzeilen: „Ich bete an die Macht der Liebe, die sich in Jesus offenbart“ und: „Gott ist gegenwärtig“ nicht. Doch nicht nur die musikalischen Darbietungen waren hörenswert, auch die Musikalität, mit der die Schauspielerin aus dem Ensemble des Theaters an der Ruhr Tersteegens Zeilen vortrug, zog ihre Zuhörer ins Tersteegens Denkens und Leben hinein.
Wer den poetischen Zeilen des 1697 in…

Mülheimer Zeitungsgeschichte

Der gestrige Montag war für Zeitungshändlerin Dorothea Schaaf ein besonderer Tag. Denn auf den Tag genau vor 70 Jahren eröffneten ihre Eltern Gerhard und Agnes in Broich einen Zeitungskiosk. Mit dem zogen sie in den 1950er Jahren in die Stadtmitte, wo der Kiosk zunächst auf dem Berliner Platz und später im heutigen Gebäude der Nationalbank an der Friedrich-Ebert-Straße zu finden war. Als die Schloßstraße Mitte der 1970er Jahr zu einer Fußgängerzone mit Tiefgarage wurde, wanderten die Scholls mit ihrem Kiosk zu dessen heutigem Standort an der unteren Schloßstraße. Mit dem Hotel Noy im Rücken schaut die heute 61-jährige Dorothea Schaaf auf das neu entstehende Stadtquartier Schloßstraße.
Sie hat in den 1970er Jahren zunächst zusammen mit ihren Eltern den Zeitungskiosk betrieben, der auch Fahrkarten, Tabak, Erfrischungsgetränke und Süßigkeiten anbietet. Seit mehr als 30 Jahren steht Schaaf im Kiosk ihrer inzwischen verstorbenen Eltern nun ganz allein ihre Frau. Als selbstständige Kauffrau …

Positive Überraschung

Ich mag keine Überraschungen. Denn meistens sind es schlechte. Die Rechnungen, die man bezahlen muss sind meistens überraschend hoch und die, deren Betrag man vereinnahmen darf, überraschend niedrig. Manager und Politiker, die zuweilen überraschend viel verdienen, haben oft überraschend wenig Ideen, wenn es in einer Krise darauf ankommt. Genau diesen Eindruck habe ich auch beim öffentlichen Nah- und Fernverkehr, der viel zu oft überraschend teuer und überraschend schlecht ist. So überraschte es mich gestern nicht, als mir an einer Haltestelle die zehnminütige Verspätung meiner Straßenbahn angekündigt wurde. Dafür überraschte mich die Ruhrbahn damit, dass die angesagte Verspätung ausfiel. Sonst fallen höchsten Busse und Bahnen aus. Stattdessen kam die vermeintlich verspätete Bahn pünktlich auf die Minute. Da war das Hallo an der Haltestelle groß. Die missmutig Wartenden, die sich innerlich bereits auf eine längere Wartezeit in der winterlichen Kälte eingestellt hatten, strahlten plötzl…

Mutters neue Helden

Mutter schaut Sport. Eigentlich tendiert sie fernsehtechnisch eher zu politischen Nachrichten oder zum Kabarett, was immer öfter auf das Gleiche hinausläuft. Nur das die realexistierende Politik-Satire, siehe Brexit- und Grundsteuer-Theater Mutter bei weitem nicht so gut unterhält und zum Lachen bringt. Deshalb ist sie derzeit umso dankbarer für die sehenswerten WM-Spiele der deutschen Handballer. Soviel Dynamik, Leidenschaft und ergebnisorientiertes Teamwork wie jetzt bei der Handball-Weltmeisterschaft hat sie schon lange nicht mehr gesehen. Und deshalb studiert sie jetzt täglich die Sportseiten der NRZ und weiß genau, gegen wenn die deutschen Handballer als nächstes treffen müssen. Und ihre Handball-Helden enttäuschen Mutter bislang nicht, sondern geben alles und wachsen immer wieder über sich hinaus. So viel Elan und Einsatz würde sich Mutter auch von so mancher Sportskanone wünschen, die auf so manchem anderen Spielfeld unserer Gesellschaft als Spielmacher auftritt, sich aber leid…

Was wird aus dem Ruhrgebiet?

„Wer Vielfalt als Bedrohung ansieht und nur die Eindeutigkeit gelten lässt, begibt sich in die Gefahr zum Fundamentalisten zu werden“, sagt der Direktor der Katholischen Akademie in seinem Grußwort an die zahlreichen Gäste, die an diesem Montagabend den Weg zum Jahresempfang des Ruhrbistums gefunden haben. Der Zustrom der Gäste, die aus allen Bereichen der Bürgerschaft gekommen sind, sprengt das Auditorium. Deshalb muss die Wolfsburg ihr gesamtes Obergeschoss bestuhlen. Die Resonanz war auch deshalb so groß, weil sich Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck keinen Hauptredner, sondern mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der Dortmunder Hochschulrektorin und Kuratoriumsvorsitzende der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Professor Dr. Ursula Gather, zwei prominenten Sparringspartner für eine von Michael Schlagheck moderierte Podiumsdiskussion über die Zukunft des Ruhrgebietes eingeladen hatte. Dichteste Hochschullandschaft EuropaIm Kern ging es um die Frage, ob das Ruhrgebiet im …

100 Jahre Frauenwahlrecht

Eine Stadt, die mit Eleonore Güllenstern und Dagmar Mühlenfeld inzwischen zwei Oberbürgermeisterinnen. Mit Gisela Prätorius, Helga Wex, Ulrike Flach und Astrid Timmermann-Fechter vier Bundestagsabgeordnete und mit Hannelore Kraft und Barbara Steffens eine NRW-Ministerpräsidentin und eine Landesgesundheitsministerin hervorgebracht hat, kennt Politikerinnen heute als die bessere Hälfte unserer Demokratie.
Kaum zu glauben aber wahr, dass es gerade mal 100 Jahre her ist, dass Frauen in Deutschland und damit auch in Mülheim erstmals die Wahl hatten, zu wählen oder gewählt zu werden.
Am 19. Januar 1919 ist es so weit. Auch im damals 128.000 Einwohner zählenden Mülheim, in dem die meisten Bürger ihr Geld in der Stahlindustrie und im Handel verdienen, dürfen Frauen mit darüber abstimmen, welche Partei wie viele Sitze in der Nationalversammlung bekommen soll, die der am 9. November 1918 ausgerufenen Republik eine Verfassung geben soll. Erstmals werben die politischen Parteien mit Zeitungsanzeige…

Auf dem Boden der Tatsachen

Gestern wechselte ich, mein Ziel fest im Auge, die Straßenseite und stand plötzlich mit beiden Beinen in keinem kleinen Binnenmeer, weil ich das große Ganze, aber nicht die Details der Mülheimer Straßenzustände im Blick gehabt hatte. Dabei war es auch in diesem Fall so, dass der Teufel im Detail steckte und das Straßenpflaster zumindest auf den zweiten Blick abgetaucht war. Abgetaucht war dabei wortwörtlich zu verstehen, weil die Straßendelle mit Regen vollgelaufen war und so auf den ersten Blick mit der anschließenden Fahrbahndecke wieder eine Ebene bildete. Doch wie sooft, trog der erste Anschein über das traurige Sein der Mülheimer Straßenzustände hinweg. Nicht, dass ich etwas gegen die Vorzüge eines Fußbades oder eines Kneippganges einzuwenden hätte. Aber alles hat im Leben seine Zeit. Und dieses Fußbad ohne Ansage kam für mich, der ich auf dem Weg zu meinem nächsten Termin war, wirklich zur Unzeit. Aber wenn die Stadt jetzt noch mal einen kräftigen Schluck aus der Grundsteuer-Pul…

Mann, sei kein Narr

Karneval kann nicht nur lustig, sondern auch lehrreich sein. Das merkte ich jetzt, als ein Büttenredner sein Publikum bei der Herrensitzung der Roten Funken wissen ließ: "Ich habe bei uns zu Hause die Hosen an. Aber meine Frau bestimmt, wann ich welche anziehen soll." Der Mann hatte die Lacher seiner Geschlechtsgenossen auf seiner Seite. Es war ein wissendes Lachen, das dem Komödianten da entgegen schallte. Denn die Herren im Saal waren zwar alle jeck, aber keine Narren. Denn der kluge Mann weiß nicht nur zur Fünften Jahreszeit, dass er nur dann gut Lachen hat, wenn er dem klugen Rat seiner besseren Hälfte folgt, die hinter ihm steht und ihm den Rücken stärkt und so dafür sorgt, dass ihr Liebster seinen Humor behalten kann, den sie so sehr an ihm schätzt und der ihr gerade dann den Rücken stärken, wenn sie mal nichts zu lachen hat. 
Dieser Text erschien am 17. Januar 2019 in der Neuen Ruhr Zeitung

Poetischer Wandel

Wer hätte das gedacht. Ein Bischof bedient sich beim Jahresempfang seines Bistums des Zitates eines Ex-Kommunisten, der inzwischen sogar von der CSU zu ihrer Winterklausur in Wildbad Kreuth eingeladen worden ist. Hätte man das meiner katholischen Großmutter in den fünfziger Jahren erzählt, hätte sie es für ein Ding der Unmöglichkeit gehalten.
Doch was zeigt den Wandel der Zeit besser, als der wunderbare Satz des Lyrikers und Liedermachers Wolf Biermann: "Nur wer sich ändert, bleibt sich treu." Eben diesen Satz wandelte Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck beim Jahresempfang in der Katholischen Akademie in sein Jahresmotto um, das er gleich dem ganzen Ruhrgebiet ans Herz legte. "Nur wer sich treu bleibt, ändert sich." Offensichtlich wollte der Bischof dann doch nicht ganz den Biermann machen. Aber wie man es auch dreht und wendet. Beide Sätze sagen doch das eine: Gerade dann, wenn man sich Werten, Menschen und Botschaften verpflichtet fühlt, tut man gut daran, sich selbs…

Etwas für jede Tonart

Draußen war der Januar trist. Aber drinnen machte er am Wochenende Spaß, etwa bei der Röhrengarde, die am Samstag mit 250 Jecken in der Schulaula an der Oberstraße feierte. Spaß an der Freude hatten aber auch die 400 närrischen Männer, die sich bei der Herrensitzung der Roten Funken im Autohaus Extra an der Fritz-Thyssen-Straße einen karnevalistischen Frühshoppen mit einem durstigen Präsidenten Heino Passmann und einem sehenswerten Nummerngirl im sehr kleinen Schwarzen gönnten. Das die fröhlichen Mannsbilder nicht kostümiert waren, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Familiär wurde am Samstagabend bei der Röhrengarde gefeiert. 40 Gäste aus dem Fliednerdorf sorgten mit ihren tollen Kostümen von der Prinzessin bis zum Musketier für einen echten Farbtupfer im närrischen Publikum. „Auch in diesem Jahr werden wir auf einem Wagen der Röhrengarde beim Rosenmontagszug mitfahren“, verriet Fliedner-Mitarbeiter Friedhelm Tissen. Während sich die Jecken im Saal nicht nur von den tanzenden und musizie…

Um Anruf wird gebeten

Vater hat ein Handy. Jetzt hat entdeckt, dass man mit diesem kleinen Mobilfunkteil nicht nur telefonieren kann, sondern auch Kurznachrichten verschicken kann. Allerdings musste der Mann, der weitaus länger mit einem Wahlscheibentelefon telefoniert hat als mit einem Handy schnell feststellen, dass das Eintippen einer SMS-Botschaft an seine Tochter erheblich länger dauerte, als hätte er ihre eingespeicherte Rufnummer aktiviert und mit ihr fernmündlich gesprochen. Doch das simple Anrufen von Menschen der digitalen und viel beschäftigten Generation ist so eine Sache. Immer wieder hat Vater die Erfahrung gemacht, dass er sehr zu seinem Unwillen auf ein Mailbox sprechen und dann lange auf einen Rückruf warten musste. Umso erstaunter war er jetzt, als seine SMS-Botschaft, deren Versand länger gedauert hatte, als ein Anruf, anders als dieser von seiner offensichtlich schon in der digitalen Welt angekommenen Tochter postwendend beantwortet wurde. Jetzt arbeitet Vater schon an der nächsten SMS-…

Digitales Andenken

Wenn es nach der SPD-Fraktion im Rat der Stadt geht, soll man künftig beim Spaziergang über den Friedhof mit seinem Smartphone mehr über die Menschen, die hier zur letzten Ruhe gebettet sind. Ein QR-Code auf Grabsteinen, Kantsteinen, kleinen Sockelsteinen oder auch auf kleinen Schildern, die mit einem Erd-Spieß einfach ins Erdreich der jeweiligen Grabstelle gesteckt werden kann, würde es möglich machen. Zumindest Smartphone-Besitzer hätten dann die Möglichkeit den QR-Code mit ihrem Smartphone abzufotografieren und sich via Internetlink die vorhandenen Netz-Informationen über die vor Ort bestattete Person anzuschauen. "Solch ein niederschwelliges Angebot könnte einen wichtigen Beitrag zur kulturellen und historischen Bildung leisten", glaubt der Historiker und Heißener SPD-Stadtrat Daniel Mühlenfeld. Er ist Sprecher seiner Partei im Umweltausschuss, in dem das Thema am 22. Januar auf der Tagesordnung stehen wird. Dann will sich auch die das für die Friedhofsverwaltung zustän…

Drei Fragen an Markus Uferkamp

Der Unternehmer und Ex-Stadtprinz Markus Uferkamp ist seit zwei Jahren Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval. 

Eins Warum sollte man eine Karnevalssitzung besuchen?
Uferkamp: Weil man dort ein hochwertiges Musik- und Unterhaltungsprogramm erleben und gemeinsam mit anderen Menschen Spaß haben kann. Unsere Tanzgarden und Musikgruppen können sich wirklich sehen und hören lassen. Einfach mal hinkommen und hinschauen.
Zwei Ist es schwieriger geworden Menschen für den Sitzungskarneval zu gewinnen?
Uferkamp: Auf jeden Fall. Die Konkurrenz durch das Fernsehen ist groß. Und eingekaufte Künstler kosten viel Geld. Wir wollen und müssen unsere Eintrittspreise aber so halten, dass sie auch für Menschen kleinem Geldbeutel bezahlbar bleiben.
Drei Was müssen Karnevalsgesellschaften leisten, um eine gute Veranstaltung auf die Beine zu stellen?
Uferkamp: Sie brauchen nicht nur Geld und zahlende Gäste oder Tanzgarden und Musikzüge, die ohne Gage auftreten, sondern auch viele ehrenamtliche Hel…

Ein Sprungbrett für Langzeitarbeitslose

Der Name auf der Fensterfront am Löhberg 72 ist Programm: "Arbeitsmarktplatz." Hier ist der Ort, an dem Menschen der Generation 25 plus einen neuen Platz auf dem Arbeitsmarkt finden können. Voraussetzung dafür ist, dass sie sechs Jahre und länger arbeitslos sind und älter als 25 Jahre. So gibt es neue Chancen, aus der Langzeitsarbeitslosigkeit und damit aus dem Arbeitslosengeld-2-Bezug zu  kommen.   Im Frühjahr soll ein zweiter Standort in der Sozialagentur an der Eppinghofer Straße 50 eingerichtet werden. Die Fördermittel des Bundes über 4 Milliarden Euro für das neue Chancen-Teilhabe-Gesetz  machen es möglich. 3,2 Millionen Euro für die Arbeitsmarktförderung fließen nach Mülheim. "Wir kämpfen um jeden, der eine zweite Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt braucht", versprechen die Chefin des kommunalen Job-Centers, Anke Schürmann-Rupp, und ihre Kollege Jörn Wahnsiedler aus dem Leitungsstab der Sozialagentur. Wie nötig dieser Kampf ist, zeigen die Mülheimer Zahlen.…

Kulinarisch begünstigt

An manchen Tagen ist man vom Schicksal kulinarisch begünstigt, Gestern war für mich so ein Tag. Im Kühlschrank lachten mich mittags Nudeln und Pasta vom Tag zuvor an. Und in der Vorratskammer entdeckte ich einen Stollenrest vom Frohen Fest. So gestärkt ging ich zu einem Pressegespräch der Sozialagentur. Die zeigte sich sehr sozial, da sie nicht nur Informationen, sondern auch belegte Brötchen anbot. Der Journalist, der nicht nur den Nachrichtenhunger kennt, sagte nicht Nein, sondern freute sich über den nahrhaften Pressetermin, der ihm das Abendessen ersparte. Denn der nächste Schmalhans-Küchenmeister-Tag kommt so sicher wie das Amen in der Kirche. Ein Narr, der nicht bei Zeiten die kulinarische Gunst der Stunde nutzt. 

Dieser Text erschien am 10. Januar 2019 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ein Blick aufs Kloster

Heute betrachten wir vom alten Saarner Bahndamm und über den alten Klosterteich hinweg das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Maria Saal in Saarn. Als diese Aufnahme vor etwa 40 Jahren entstand, war aus dem Kloster noch keine Bürgerbegegnungsstätte geworden. Der mit dem Wieder- und Neuaufbau der 1214 eröffneten Klosteranlage verbundene Verein der Freunde und Förderer von Kloster Saarn gründete sich in dem Jahr (1983), als diese Fotografie in dem vom Mülheimer Journalisten Franz Rolf Krapp herausgegeben Band „Mülheim nach 1945“ erschien. Durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bürgern, Stadtverwaltung, Land und Bistum konnte das 1808 säkularisierte und danach unter anderem als Waffen- und Tapetenfabrikgenutzte Kloster zu dem vielseitigen Begegnungs,- Wohn.- Kultur- und Lernort werden, als den wir ihn heute kennen und schätzen. Wie erst kürzlich an dieser Stelle berichtet, haben die Saarner Klosterfreunde mit ihrem 2008 eröffneten Klostermuseum bisher 23.000 Besuchern die wechselvol…