Posts mit dem Label Tours werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Tours werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 7. Juli 2017

Ein Tandem für die Städtepartnerschaft

Seit 55 Jahren sind das deutsche Mülheim und das französische Tours als Partnerstädte freundschaftlich miteinander verbunden. Es sind Menschen, wie Charlotte Brands und Adele Spies (beide 15 Jahre), die diese Freundschaft jung erhalten.

Charlotte und Adele haben in den vergangenen drei Monaten gemeinsam die Freie Waldorfschule in Heißen besucht. Adele lebt mit ihrer Familie in einem Vorort von Tours und das Tourainer Gymnasium Rene Decartes besucht.

Drei Monate lang hat Adele nicht nur den Alltag an der Waldorfschule, sondern auch den Familienalltag im Hause Brands erlebt. Natürlich haben sich Charlottes Eltern Sarah und Guido Brands ins Zeug gelegt, um den beiden jungen Damen etwas zu bieten und zu zeigen, was das Leben in Mülheim und im Ruhrgebiet ausmacht.

Neben dem Ruhrtal, Schloss Broich, Kloster Saarn und den Mülheimer Einkaufszentren standen zum Beispiel auch Besuche im Ruhrlandmuseum, auf der Zeche Zollverein, in der Landeshauptstadt Düsseldorf und im Dortmunder Borussenpark auf dem gemeinsamen Programm.

„Obwohl ich schon seit fünf Jahren in Tours Deutsch lerne, wusste ich vor meinem Besuch hier gar nicht, dass Mülheim und Tours Partnerstädte sind“, erzählt Adele. Dass sich Adele dennoch für Deutschland interessiert, hat familiäre Gründe. Ihr Familienname Spies lässt es erahnen. Ihr Großvater kommt aus dem Rheinland und ihre Großmutter aus dem Elsaß.

Besonders interessant fand Adele, die nun wieder nach Tours zurückkehrt, „dass es hier in Mülheim noch viel Industrie gibt.“ Adele: „Das kenne ich aus Tours nicht. Wir haben dafür bei uns Schlösser und Weinberge.“ Neu war für die junge Tourainerin auch die Waldorfpädagogik. „Ich habe hier viel gelernt. Bei uns ist der Unterricht sehr wissenschaftlich. Aber an der Waldorfschule habe ich auch etwas über Gartenbau erfahren und selbst einen Holzhocker gebaut. Ich habe hier wirklich viel gelernt und die Leute waren sehr nett zu mir“, schildert die Tourainer Gymnasiastin ihre Erfahrungen.

Für ihre Gastgeberin Charlotte war es interessant, „noch einmal ganz anders  über die eigene Sprache und ihre Bedeutung nachzudenken.“ Für Adele waren deutsche Redewendungen, wie etwa „einen Frosch im Hals haben“ oder „eine Katze im Sack zu kaufen“ neu.

Auch an das deutsche Frühstück ohne Crossaint, dafür aber mit Brot, Butter, Wurst und Käse sowie an die warme Mittagsmahlzeit in der Schulmensa musste sich Adele erst mal gewöhnen. „Wir haben immer ein süßes Frühstück und abends essen wir warm“, schildert sie die französische Esskultur.

Auch die Teilnahme am deutschsprachigen Unterricht war für Adele anfangs schwer. „Ich habe zunächst nur zugehört, aber dann war ich plötzlich in der deutschen Sprache drin“, berichtet sie. Besonders interessant fanden ihre deutschen Mitschüler an der Waldorfschule, dass Adele in Tours nicht nur mit Lektüre und Gesprächen  im Unterricht, sondern auch mit Lehrvideos die deutsche Sprache erlernt. „Mein Deutsch ist durch die Zeit in Mülheim viel besser geworden“, freut sich Adele.

Und Charlotte freut sich, dass sie ihre neue französische Freundin Adele schon nach den Sommerferien wiedersehen wird. Denn dann startet ihr Schul-Quartal am Tourainer Gymnasium Rene Decartes und ihr französischer Alltag bei Familie Spies.  „So erleben Charlotte und Adele die deutsch-französische Freundschaft ganz konkret. Das ist uns wichtig“, schildert Sarah Brands ihre Motivation und die ihres Mannes, sich als Gasteltern für einen Besuch aus Tours  zu öffnen.

Weitere Informationen zu den Partnerstädten bietet die Internetseite des Fördervereins Mülheimer Städtepartnerschaften www.staedtepartner-mh.de

Dieser Text erschien am 7. Juli 2017 in NRZ und WAZ

Dienstag, 30. Mai 2017

Britta Vincent will Brücken der deutsch-französischen Freundschaft bauen

Britta Vincent
Die Präsidentin der Deutsch-Französischen Vereinigung in Tours, Britta Vincent, hat jetzt zusammen mit dem Tourainer Bürgermeister Serge Barbary Mülheim besucht, um zu sondieren, wie die seit 55 Jahren bestehenden Beziehungen zwischen Tours und Mülheim intensiviert werden können. Auch beruflich organisiert die aus Krefeld stammende Britta Vincent, die seit 20 Jahren in Tours lebt, internationale Kontakte, Projekte und Sprachreisen. Am vorletzten Tag stand Frau Vincent der Mülheimer Woche und ihrem Lokalkompass für ein Interview zur Verfügung.

Was sind die Stärken der im Mai 1962 vom damaligen Mülheimer Oberbürgermeister Heinrich Thöne und dem damaligen Tourainer Bürgermeister Jean Royer begründeten 
Partnerschaft zwischen Mülheim und Tours?

Die Tatsache, dass die Bürger beider Städte viele menschliche Kontakte miteinander geknüpft haben und so dazu beigetragen haben, dass wir auch nach 55 Jahren eine lebendige Städtepartnerschaften mit Bürgerfahrten und Begegnungen haben, die wie eine Brücke wirken. Hier müssen wir ganz besonders Brigitte Mangen und Eliane Lebret für ihren langjährigen ehrenamtlichen Einsatz danken. Auch ich sehe meine Aufgabe darin, Brücken zwischen Tours und Mülheim zu bauen. Wichtig ist, dass wir auch die nächste Generation dafür begeistern können, die Städtepartnerschaft fortzuführen.

Brücken bauen! Wie kann das gelingen?

Vor allem dadurch, dass sich die Menschen begegnen und die Sprache des jeweils anderen lernen, um sich zu verstehen. Das ist mir ein besonderes Herzensanliegen und dafür stelle ich allen Interessierten auch meine professionelle Unterstützung zur Verfügung. Leider habe ich in Mülheim keine Sprachenschule gefunden, die als Kooperationspartner für das Deutsch-Französische Institut in Tours bereit stünde. Aber vielleicht könnten sich ja andere, aber vergleichbare Kooperationspartner, wie die Mülheimer Hochschulen, die Heinrich-Thöne-Volkshochschule oder die Katholische Akademie finden lassen.

Würden Sie auch entsprechende Tours-Kontakte für interessierte Einzelpersonen, Gruppen und Institutionen herstellen?

Selbstverständlich. Gerne.

Sehen Sie auch Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit auf wirtschaftlicher Ebene?

Mülheim hat noch viel Industrie. Tours ist mehr auf Dienstleistungen, Tourismus, Gastronomie und Weinhandel ausgerichtet. Aber warum sollten nicht zum Beispiel Tourainer Gastronomen ihre Mülheimer Kollegen kennen lernen und beim Kulinarischen Treff an der Ruhr dabei sein, während Mülheimer Gastronomen auch bei vergleichbaren Events in Tours mit von der Partie sein und vielleicht auch mal bei ihren Tourainer Kollegen hospitieren? Und warum sollten sich nicht auch im großen Dienstleistungssektor Mülheimer und Tourainer Unternehmen finden, die daran interessiert sind zusammenzuarbeiten und in diesem Rahmen ihren Mitarbeitern auch zu ermöglichen Deutsch und Französisch vor Ort zu lernen?

Werden die jetzt begonnenen Sondierungsgespräche zwischen den Stadtspitzen fortgesetzt?

Ja. Herr Scholten wird im Oktober Tours besuchen.

Und warum sollten auch ganz normale Bürger Mülheims Tours besuchen?

Weil sie hier ein sehr authentisches und freundliches Stück Frankreich, in dem ein besonders reines und gut verständliches Französisch gesprochen wird. Tours und seine Region haben mit ihren Schlössern, ihrer Gastronomie und ihren Weinbergen viel Kultur und Geschichte zu bieten. Man kann in Tours ein sehr angenehmes und stressfreies Leben kennen lernen und darüber hinaus mit dem Zug in einer Stunde Paris erreichen.


Weitere Informationen zum Thema finden sie im Internet unter: www.franco-allemand-touraine.fr und: www.international-sur-loire.com


Dieser Text erschien am 27. Mai 2017 in der Mülheimer Woche

Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...