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Es werden Posts vom Oktober, 2013 angezeigt.

Warum auch Mülheimer Stiftungen vom Aktienkurs und den Ausschüttungen des Stromversorgers RWE abhängig sind

Wenn der Energieversorger RWE wirklich, wie jetzt angekündigt, 2014 seine Dividende an die Aktionäre von zwei auf einen Euro pro Aktie reduziert, wird das nicht nur die Stadt mit ihren 9,5 Millionen RWE-Aktien, sondern auch die Leonhard-Stinnes-Stiftung mit ihren 4,3 Millionen RWE Aktien und die August- und Josef-Thyssen-Stiftung mit ihren 300?000 RWE-Aktien betreffen.

Beide Stiftungen werden von der Stadt treuhänderisch verwaltet und in einem Sonderhaushalt geführt. Nach Angaben der Stadtkanzlei besteht ihr Stiftungskapital zu mehr als 90 Prozent aus RWE-Aktien. Die Leonhard-Stinnes-Stiftung hatte erst im vergangenen Jahr 200.000 zusätzliche RWE-Aktien erworben. Folglich wird die RWE-Dividende für die Leonhard-Stinnes-Stiftung 2014 von 8,6 auf 4,3 Millionen Euro und die RWE-Dividende der August- und Josef-Thyssen-Stiftung von 600.000 auf 300.000 Euro sinken.

Die Leonhard-Stinnes-Stiftung fördert zum Beispiel die Augenklinik, die Konzeption und Umsetzung des Jugendsportparks, die Came…

So gesehen: Wunsch und Wirklichkeit

Unsere Politiker sollen Ecken und Kanten haben, aber uns auch nicht vor den Kopf stoßen. Denn dann werden sie erst gar nicht gewählt und sind am Ende gar keine Politiker mehr.

Der Mülheimer Satiriker Rene Steinberg, dessen Ansichten zur Kabarettreife und Profilierung unserer Politiker, Sie am Samstag in der Mülheimer NRZ nachlesen konnten, weist nicht ganz zu Unrecht darauf hin, dass das mit der Klage über profillose Politiker so ist, wie mit der Klage über die darbende Innenstadt. „Viele Leute wünschen sich eine florierende Innenstadt, kaufen aber trotzdem im Internet ein“, hält er uns den Spiegel vor und zieht einen interessanten Vergleich zwischen Kauf- und Wahlverhalten.

Sind wir Wähler und Konsumenten am Ende also selber schuld, wenn in unserer Innenstadt die Ladenlokale leerstehen oder Politiker mit Mut zum Profil bei der Wahl leer ausgehen? Was passieren kann, wenn man sich zum Beispiel mit der Forderung nach Steuererhöhungen und einem fleischlosen Tag in der Woche…

Politiker im Spiegelbild der Satire: Warum der Kabarettist Rene Steinberg von den Ecken und Kanten der Politiker lebt, aber immer weniger davon findet

Die von der Leyens, Schloss Koalitionsstein und Sarko de Funes haben ihn bei den Hörern des Westdeutschen Rundfunks bekannt und beliebt gemacht. Seit mehr als zehn Jahren nimmt der Mülheimer Radio-Comedian, Kabarettist und Satiriker Rene Steinberg Politiker aufs Korn und hat dafür gerade erst von den Mülheimer Karnevalisten die Spitze Feder für seine Verdienste um das freie Wort zuerkannt bekommen.

Doch bevor Steinberg die Feder spitzen und in seinem Saarner Heimstudio Sketche und Glossen produzieren kann, muss er erst mal Politiker finden, die satirefähig sind.

Das wird immer schwieriger, weil die meisten Politiker heute glatt gebügelt sind und schon sehr früh ihre ersten Medientrainings hinter sich gebracht haben, gibt Steinberg zu. Eine Ausnahmeerscheinung, aber auch ein Beweis dafür, wie unsere schnelllebige Mediendemokratie heute funktioniert, war für ihn da der gescheiterte SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück. Der hat es ja mit Ecken und Kanten und Klartext versucht…

Um Antwort wird gebeten: Mit einer Umfragte unter Senioren will die Stadt herausfinden, wo und wie sie für ihren Alltag Hilfestellung brauchen:

Wie vertraut ist Menschen über 60 ihr Stadtteil? Welchen Hilfebedarf haben sie und wen fragen sie, wenn sie Hilfe brauchen? Das möchte das Sozialamt von den 1070 Senioren in der Stadtmitte erfahren. Doch bisher liegen nach Angaben des Sozialamtes aber nur 100 ausgefüllte Fragebögen vor.

„Wir brauchen mindestens 250 ausgefüllte Fragebögen, um zu einem signifikanten Ergebnis zu kommen“, weiß der federführende Sozialplaner des Sozialamtes Jörg Marx vom Institut für angewandtes Management und Organisation in der sozialen Arbeit. Das Institut der Fachhochschule Köln wird die Ergebnisse der Befragung wissenschaftlich auswerten. Mit konkreten Ergebnissen rechnet Marx im ersten Quartal 2014. Bisher haben zwölf ehrenamtliche Interviewer 500 Senioren aufgesucht. In rund 50 Prozent wurde aber eine Teilnahme an der Befragung abgelehnt.

„Die Reaktionen, die ich erlebt habe, waren sehr unterschiedlich. Sie reichten von Freude und Begeisterung für das Projekt bis hin zu purer Ablehnun…

Warum die stellvertretende Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins, Maria St Mont eine Mutmacherin ist

Es gibt Menschen, die sehen schwarz und klagen über ihr Schicksal. Maria St. Mont gehört nicht zu ihnen. Sie wirkt fröhlich und aufgeschlossen, wenn man sich mit ihr über ihre Sicht auf das Leben unterhält. Dabei hätte sie Grund zu klagen. Denn die heute 50-Jährige ist aufgrund einer Erbkrankheit erblindet. Sie wurde mit derselben Augenkrankheit wie ihre Mutter geboren.

Ich hatte es leichter, weil das ein schleichender Prozess war und ich mich langsam an der Verlust meiner Sehkraft gewöhnen konnte, sagt St. Mont. Aus ihrer ehrenamtlichen Arbeit als stellvertretende Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV) weiß sie: Andere, die erst später und plötzlich durch eine Krankheit oder einen Unfall erblinden, fallen oft in ein tiefes Loch.

Menschen, denen sie mit Rat, Hilfe und ihrem eigenen Lebensbeispiel Mut machen will, trifft sie etwa bei Veranstaltungen des BSV oder bei einer monatlichen Sprechstunde für Blinde und Sehbehinderte, die sie mit der BSV-Vorsitzen…

Natürlich leben und arbeiten: Ein Gespräch mit den beiden Dümptener Landwirten Christiane in der Beeck-Bolten und Andreas Bolten über ein Landleben, das mit einem Landidyll nichts zu tun hat

Erntedank hat für uns eine besondere Bedeutung. Denn wir leben von und mit der Natur, sind sich Christiane in der Beeck-Bolten und ihr Mann Andreas Bolten einig. Seit ihrer Hochzeit 2009 bewirtschaften die 32-jährige Agrarwissenschaftlerin und der Agrarbetriebswirt (36) den Dümptener Bauernhof im Dreistädteeck zwischen Mülheim, Oberhausen und Essen.

Sie führen damit eine jahrhundertealte Familientradition fort. 2006 übergaben Heinz und Edith in der Beeck die Leitung des Hofes in die Hände ihrer Tochter Christiane. Das bedeutet aber nicht, dass sich die beiden 71-Jährigen ganz aus dem Familienbetrieb zurückgezogen hätten. Während wir uns hier über die Lebensform Landwirtschaft unterhalten, fährt mein Schwiegervater für mich mit der Sämaschine über den Acker. Denn wir müssen die Getreidesaat in das Saatbett bekommen, ehe der angesagte Regen kommt, erzählt Andreas Bolten. Und seine Frau, die gerade mit ihrer zweieinhalbjährigen Tochter Marlene Eier ihrer Freilandhühner aufge…

Bekommt die Ortskirche Rückenwind aus Rom?

Er sagt Sätze, wie: „Die erste Reform muss die der Einstellung sein. Die Diener des Evangeliums müssen in der Lage sein, die Herzen der Menschen zu erwärmen. Das Volk Gottes will Hirten und nicht Funktionäre oder Staatskleriker.“ oder: „Die Kirche hat sich manchmal in kleinen Dingen einschließen lassen, in kleinen Vorschriften. Diener dieser Kirche sollten aber vor allem Diener der Barmherzigkeit sein.“
Papst Franziskus lässt aufhorchen. Er umarmt Arbeitslose und wäscht Strafgefangenen die Füße. Er legt die Bilanzen der Vatikanbank offen und reformiert die Kurie. Er wohnt nicht im päpstlichen Palast, sondern im Gästehaus des Vatikans. Und statt eines goldenen trägt er ein eisernes Brustkreuz. In seinem Auftreten und Handeln verkörpert er eine bescheidene Kirche, die ihre theologische Selbstbezogenheit ablegt und sich als Dienstleisterin der Menschen begreift, vor allem der Menschen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen.

Inspiriert der Papst auch die Ortskirche und …

Post aus Afrika: Wie und warum der Mülheimer Klaus Grütjen als Briefwähler seine Stimme für die Bundestagswahl in Burundi abgab

Echt bequem diese Briefwahl. Man wirft seinen Wahlbrief in den Briefkasten an der nächsten Ecke und ab geht die Post. Laut Wahlamt haben bis zum 17. September bereits 8700 Mülheimer von dieser zur Bundestagswahl 1957 eingeführten Möglichkeit der Stimmabgabe Gebrauch gemacht.

Einer von ihnen ist Klaus Grütjen. Doch der Mann konnte nicht so einfach seinen Wahlbrief in die Post geben. Denn der Mann aus Mülheim lebt und arbeitet zurzeit im afrikanischen Burundi Das Auswärtige Amt schreibt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen über das gut 6500 Kilometer von Deutschland entfernte Land im Herzen Afrikas: 
„In Burundi besteht weiterhin die Gefahr terroristischer Anschläge. Besondere Vorsicht und Wachsamkeit ist deshalb beim Besuch von öffentlichen Einrichtungen mit potentiellem Symbolcharakter geboten. Es wird empfohlen, Menschenansammlungen (Märkte, Busbahnhöfe und Straßenbars) zu meiden und abendliche Ausgänge auf das Notwendige zu beschränken.“

Wie das Auswärtige Amt auf Nac…

Offen sein für die Vielfalt oder: Man sollte sich immer ein eigenes Bild machen statt Meinungen zu übernehmen: Ein Gespräch zur Interkulturellen Woche

Offen zu sein für Vielfalt. Dafür wirbt zurzeit der Integrationsrat mit einer Interkulturellen Woche. Doch oft hindern uns Vorurteile daran, offen für die Vielfalt einer Gesellschaft zu sein, die schon aufgrund des demografischen Wandels älter und bunter wird. Was könnte uns in diesem Sinne offener für Vielfalt und damit als Gesellschaft erfolgreicher machen? Darüber sprach ich jetzt mit der in Afghanistan geborenen Mathematik- und Biologie-Lehrerin Hosniya Aycicek (32) und der aus einer türkischen Arbeiterfamilie stammenden Fachkollegin Banu Gazioglu (35), die gemeinsam an der Willy-Brandt-Schule in Styrum unterrichten.

Frage: Die Sozialpsychologin Beate Küpper hat zu Beginn der Interkulturellen Woche eine Langzeituntersuchung zur „gruppenbezognen Menschenfeindlichkeit“ vorgestellt, die zeigt, dass es Menschen gibt, die dazu neigen, bestimmte Gruppen (etwa Zuwanderer, Behinderte, Homosexuelle oder Langzeitarbeitslose) abzuwerten, um ihren eigenen Status aufzuwerten, eigene vermeintlic…

Der Euro bleibt: Chefsvolkswirt der Deka-Bank macht Anlegern bei einer Informationsveranstaltung der Sparkasse Mut:

Wie geht es mit dem Euro weiter und wie sicher ist unser Geld? Das wollten am Montag 190 Sparkassenkunden in der Hauptgeschäftsstelle am Berliner Platz vom Chefvolkswirt der zur Sparkassengruppe gehörenden Deka-Bank erfahren. Holger Bahr beantwortete die wichtigste Frage des Abends gleich zum Auftakt seines faktenreichen und kurzweiligen Vortrages: "Wenn Sie mich fragen, ob es den Euro in zehn Jahren noch geben wird, dann sage ich Ja", lautete seine vorweggenommene Quintessenz. Seit einem Jahr steht für Bahr fest, dass die Regierungen der 17 Euro-Staaten, die Europäische Zentralbank, aber auch der Internationale Währungsfond langfristig mit dem Euro rechnen und der Aufspaltung in einen Nord- und einen Süd-Euro eine Absage erteilt haben. Die Euro-Zone sieht der Volkswirt jetzt auf Konsolidierungskurs. "Das wird ein langer Weg und das wird nicht immer schön, aber das ist alternativlos", betont der Deka-Banker. Bahr glaubt, dass die finanzielle Solidarität, die Deutsch…

Wählen gehen! Aber warum tun das eigentlich nicht alle? Eine Spurensuche.

Am 22. September haben 126.000 Mülheimer die Wahl. Doch nicht alle nutzen sie. Bei der Bundestagswahl 2009 erreichte die Partei der Nichtwähler vor Ort 26,4 Prozent der Stimmen und erstarkte damit im Vergleich zur Bundestagswahl 2005 um satte 7 Prozent. Warum eigentlich? Eine Frage, die nicht nur Politiker, sondern alle umtreiben muss, denen unsere Demokratie lieb ist. Auch morgen wird uns die Wahlbeteiligung anzeigen, wie stabil die Akzeptanz der demokratisch gewählten Politiker ist.

Ulrich Schreyer, der Geschäftsführer des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur, das in bester christlicher Tradition Arbeitslosen Arbeit und Hungrigen mit seiner Tafel etwas zu essen gibt, ist ein politischer Mensch. Aber der 54-Jährige macht keinen Hehl daraus, dass er viel Verständnis für Nichtwähler hat, „weil in diesem Bundestagswahlkampf keine Partei Antwort auf die Frage gegeben hat, was eigentlich mit den rund drei Millionen Langzeitarbeitslosen geschehen soll, die auch bei guter Konjunkt…