Direkt zum Hauptbereich

Posts

Halleluja & Helau

Als ich gestern in St. Engelbert bei der Karnevalsfestmesse den Karnevalsschlager: „Schenk mir dein ganzes Herz. Ich schenke dir meins. Nur die Liebe zählt“ auf der Orgel intoniert hörte, wurde mir klar, dass Halleluja und Helau zwei Seiten derselben Medaille sind. Auch der schon in vielen Sälen gespielte närrische Ohrwurm: „Da sind wir dabei. Das ist prima. Wir lieben das Leben und die Lust. Wir glauben an den lieben Gott und haben auch immer Durst“, klang auf der Königin der Instrumente sicher nicht nur in meinen Ohren wie eine himmlische Botschaft, die die alltagsgeschüttelte Seele streichelte. Mehr Wir als Ich, mehr Demut und mehr Gottvertrauen, ob im Karneval, in der Politik oder im ganz normalen Leben. Kurz: Lebensfreude durch Gemeinschaft. Diese Frohe Botschaft zog sich ganz ohne moralischen Zeigefinger und deshalb wohltuend durch die heiter-besinnlichen Wortbeiträge der geistlichen, närrischen und weltlichen Tollitäten. Mir scheint: Der liebe Gott hat Humor. Er schickt die Nar…
Letzte Posts

Fromm und fröhlich

Die Predigt von Pastor Michael Clemens fiel diesmal etwas ernster und weniger gereimt aus. Doch das tat der Karnevalsmesse in St. Engelbert keinen Abbruch. "Es kommt auf uns an, dass wir füreinander da sind und nicht glauben, dass wir nur alleine am besten vorankommen", schrieb Clemens nicht nur den politischen Parteien, sondern auch den Karnevalsgesellschaften ins Stammbuch. "Er hat uns mit seinem Leben ein Beispiel gegeben und mit seinem ehrenamtlichen Engagement für eine frohe und starke Lebensgemeinschaft alles dafür getan, um nicht nur die Tradition des Karnevals hochzuhalten und den Egoismus abzuschalten", würdigte Clemens den am 3. Januar verstorbenen Karnevalisten und Kommunalpolitiker Hermann-Josef Hüßelbeck. Mit Blick auf die Problematik bezahlbarer Veranstaltungsorte für den Karneval freute sich der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp, darüber, dass wir mit der Karnevalsmesse in St. Engelbert einen festen Veranstaltungst…

Erinnerung an einen Standhaften

Am 23. Januar jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem der 2001 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochene katholischen Journalist, Arbeiterführer, Familienvater und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß von den Nationalsozialisten ermordet wurde. In seiner Heimatgemeinde St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern hält der Verein mit einem kleinen, aber feinen und mit interessanten Exponaten, wie den Originalausgaben, der von 1933 bis 1938 herausgegebenen Ketteler Wacht bestückten Museum die Erinnerung an den 1898 geborenen Nikolaus Groß lebendig. Im Gespräch mit dem Neuen Ruhrwort erklärt der Vorsitzende des Vereins Nikolaus Groß Niederwenigern e.V., Michael Kriwet, warum er sich für das Gedenken an den Seligen aus unserer Region engagiert und warum wir auch 75 Jahre nach seinem Tod gut daran tun, uns an Nikolaus Groß zu erinnern.

Warum sollte man sich heute an Nikolaus Groß erinnern, in dem man das Museum Ihres Vereins besucht?
!!! Weil man sich hier mit einer Person beschäftigt, die keine…

Eine Anklage gegen den Rechtsextremismus

Drei Fragen an den Ehrenstadtdechanten und vormaligen Pfarrer der Gemeinde St. Barbara
Wie gedenkt Ihre Gemeinde St. Barbara dem vor 75 Jahren ermordeten Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, dessen Leben sie mit einem Musical auf die Bühne gebracht hat? 1 Wir werden am morgigen Sonntag, 19. Januar, um 10 Uhr in einer Heiligen Messe und ab 11 Uhr beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Gemeindesaal am Schildberg 93 Nikolaus Groß gedenken. Im Rahmen des Empfangs wird unsere Gemeinderatsvorsitzende Gabriele Ripholz den Leiter der Notfallseelsorge, Pfarrer Guido Möller interviewen, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter im Dezember unter anderem mit der Nikolaus-Groß-Medaille ausgezeichnet worden sind. Stadtdechant Michael Janßen wird in einer Rede noch einmal erklären, warum er sich 2019 auch unter Berufung auf Nikolaus Groß an den Protesten gegen die AFD-Veranstaltung in der Stadthalle beteiligt hatte.
2 Was wird aus der Nikolaus-Groß-Medaille? Da der Neujahrsempfang der Stadtkirchen ökumenisch ausgeri…

Der Preis des Frohsinns

Karneval macht Freude, kostet aber auch Geld. Weil die Sponsorengelder nicht mehr so üppig fließen wie in früheren Jahren und auch bei den Veranstaltungsbesuchern das Geld für Eintrittskarten lang nicht mehr locker sitzt, fordern Mülheims Chefkarnevalisten für das närrische Brauchtum eine Unterstützung aus dem Kulturetat der Stadt in Form einer Beteiligung an den Saalmieten.

„Wir verlangen kein Geld von der Stadt, aber wir brauchen geeignete und bezahlbare Orte für unsere Veranstaltungen, um das Niveau des Mülheimer Karnevals halten zu können“, sagt der Präsident des Hauptausschusses Groß Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp. „Wir leisten als Karnevalisten kulturelle Brauchtumspflege, aber auch eine Jugendarbeit, die Kinder von der Straße holt und die Alten und Behinderten nicht vergisst“, betont er.

Just die Seniorensitzung des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval wird in die dieser Session erstmals nicht im Theatersaal, sondern im kleineren Festsaal der Stadthalle über die Bühne ge…

Wie gewohnt?

1000 Wohnideen für Ihr Zuhause. Das verspricht mir ein großes Werbeplakat am Straßenrand. Es möchte mich zum Besuch einer Möbelmesse einladen. Wohnideen habe ich selbst. Mal stelle ich mir vor wie es wäre, in einer Penthouse-Wohnung über den Dächern der Stadt und mit Blick auf die Ruhr zu wohnen. Auch ein Haus mit Garten und in bester Wohnlage macht sich in meine Fantasie gut. Auch in einer Wohngemeinschaft mit netten Menschen zu leben, hätte seine Vorteile. An schlechten Tagen könnte ich mich aber auch schon mal in Luft auflösen oder in der Erde versinken, um einfach nur meine Ruhe zu haben. Aber ob es sich da so ideal wohnt? Wohl eher nicht. Manchmal bin ich aber auch froh, dass ich in einer Mietwohnung in der Innenstadt wohne, weil ich von hier aus schneller dort hinkomme, wo ich erwartet werde und mir besorgen kann, was ich brauche. So geerdet auf dem Boden der Tatsachen, wird mir klar: Ideen davon wie wir wohnen könnten, haben wir wohl alle reichlich. Doch worauf es ankommt, ist …

Nur eine Frage der Zeit

Unsere tägliche Straßenbahn gib uns heute. Auch gestern war ich, wie am Tag davor, mit der Bahn von einem Termin zum nächsten unterwegs. Diesmal war ich sogar pünktlich und wurde mitgenommen. Offensichtlich machte ich aber auch einen mitgenommenen Eindruck. Ich stand im Mittelgang der Bahn und hielt mich links und rechts an einer Stange fest. „Wollen Sie sitzen?“ fragte ein Mädchen. Ich drehte mich um. Mal sehen, welchem alten Mann die höfliche junge Dame ihren Sitzplatz anbieten wollte. Die Jugend ist doch besser als ihr Ruf. Schon war ich auf dem Sprung, um dem alten Mann hinter mir den Weg frei zu machen. Doch dann stellte ich fest: Hinter mir stand kein alter Mann. Ich war selbst der alte Mann, zumindest in den Augen der ganz jungen Dame. Ich straffte mich, legte mein jugendlichstes Lächeln an den Tag und lehnte den mir angebotenen Sitzplatz dankend ab. Standhaft fuhr ich bis zu meiner Endhaltestelle. Ein Mann muss tun, was ein Mann tun muss, auch wenn er die 50 überschritten hat …