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Weihnachten geht immer

Als ich jetzt durch den Supermarkt meines Vertrauens ging, überkam mich ein Gefühl wie Weihnachten. Dabei haben wir unbestreitbar erst September und noch nicht Dezember. Doch die Spekulatius, die Christstollen, die Dominosteine und Lebkuchen, die ich in den Auslagen sah, sagten mir etwas anderes. „Die Kunden wollen es“, sagt mir ein Mülheimer Einzelhändler über die offensichtlich verfrühten kulinarischen Weihnachtsgefühle. Also mir bliebe der Dominostein oder der Christstollen im Moment noch im Hals stecken. In einer ohnehin schnelllebigen Zeit fühle ich mich unangenehm unter Druck gesetzt, wenn meinen Geschmacksnerven vorgegaukelt wird, dass wir nicht September, sondern schon Dezember hätten. Doch Weihnachten ist bekanntlich das, was im Kopf passiert. Deshalb mag der mit Dominosteinen, Christstollen und Spekulatiusplätzchen daher kommende vorweihnachtliche Geschmack auf so manches Corona-gebeutelte Nervenkostüm wie ein beruhigender Energiespender wirken, der dem Unterbewusstsein klar…
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Wahlkampfendspurt zwischen Tradition & Moderne

„Wir haben hier ein Areal mit einer langen Tradition als Handelsstandort, das wir mit Hilfe der Investoren aus Österreich modern und zukunftsorientiert für die Bürgerschaft weiterentwickeln können“, sagt CDU Oberbürgermeisterkandidat Marc Buchholz am Mittwochnachmittag mit Blick auf das 136.000 Quadratmeter große Tengelmann-Gelände an der Wissollstraße. Das Grundstück wurde vor vier Monaten vom österreichischen Investor Soravia erworben. Zusammen mit Firmenchef Erwin Soravia stellte Buchholz den Speldorfer Campus und das geschichtsträchtige Gebäude, samt der Nachbildung des ersten, 1893 eröffneten, Tengelmann-Ladens, dem NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Armin Laschet bei einem halbstündigen Rundgang vor. Hier solle, so Soravia und Buchholz, ein zukunftsträchtiger Nutzungsmix aus Wohnen, sozialen Dienstleistungen, Beruf und Bildung seinen Platz finden. Ein Teil der insgesamt 79.000 Quadratmeter großen Innenraumfläche wird von der nahegelegenen Hochschule Ruhr-West gen…

Reden wir über Heißen

Wie sah Heißen früher aus. Und warum sieht es heute so aus wie es aussieht. Diese Frage beantwortet eine sehenswerte Foto- und Postkartenausstellung, die jetzt im Heißener Nachbarschaftshaus an der Hingbergstraße 311 eröffnet worden ist. Alte und junge Bürger des östlichen Mülheimer Stadtteils haben sie mit Unterstützung des Stadtarchivars Jens Roepstorff zusammengestellt. Schon bei der Vernissage kamen die Generationen der Alteingesessenen und der Neuzugezogenen über ihren Stadtteil ins Gespräch.Svenja Ester, Heißenerin des Jahrgangs 1977, brachte das Gespräch über den Stadtteil zwischen Gracht und Mühlenfeld, Honigsberg und Hingberg, Marktplatz und Rhein-Ruhr-Zentrum, Hardenbergstraße, Humboldthain  und Heimaterde mit einem Text des Heißener Heimatforschers Heinz Hohensee (1940-2017) in Gang. Da hörte man oder erinnerte sich zum Beispiel an das alte Kino im Bürgerhaus an der Kruppstraße, wo „Grün ist die Heide“ in den 1950er Jahren für 70 Pfennige pro Karte zum Kassenschlager wurde.…

Plakativer Denkanstoß

Wir gehen auf die OB-Stichwahl zu. Wer durch die Stadt geht, sieht die Konterfeis der Kandidaten, die noch im Rennen sind und jener, die bereits abgehängt worden sind und dennoch hängend freundlich vom Laternenmast grüßen. Manche der kommunalpolitischen Köpfe sind ganz oben und zwingen den Passanten zum Aufschauen. Andere Pappkameraden sind genau auf Augenhöhe. Und einige Kandidaten sind offensichtlich schon abgerutscht und ganz unten, so dass man zwangsläufig auf sie hinunterschaut. Wir wissen noch nicht, zu wem wir am kommenden Sonntag als unserem neuen Stadtoberhaupt und Verwaltungschef aufschauen und auf welchen Wahlverlierer wir mitleidig herabschauen werden. Das im Straßenbild sichtbare Auf und Ab der Kandidaten erinnert uns Gewählte und Wähler daran, dass Demokratie nicht nur mit plakativen Parolen von ganz oben oder von ganz unten, sondern nur mit einem aktiven Miteinander mittendrin im Leben und auf Augenhöhe funktionieren kann. Der Wahlkampf mag Mühe machen. Doch die eigentl…

Quo vadis Karneval?

Auch der Karneval wird von der Corona-Pandemie hart getroffen. Der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval,Markus Uferkamp, sieht die Zukunft der Fünften Jahreszeit im Gespräch mit der Mülheimer Woche mit Sorge. Er erkennt aber auch Chancen für das Überleben des Brauchtums Karneval.Welche Karnevalsveranstaltungen der kommenden Session mussten Sie absagen?
Markus Uferkamp: Stand heute haben wir noch nichts abgesagt. Aber wir müssen auch realistisch sein. Es wird nur schwer machbar sein, eine Prinzenproklamation oder den Prinzenball im Festsaal der Stadthalle feiern zu können, wenn nach den jetzt geltenden Hygiene- und Abstandsregeln maximal 100 Personen in diesen Saal hinein dürfen. Wir planen aber jetzt schon die Aufstellung des Narrenbaums am Kurt-Schumacher-Platz. Dort können wir nach den jetzt geltenden Hygiene- und Abstandsregeln bis zu 300 Personen problemlos zusammenführen.  Wir überlegen, ob wir nach der Aufstellung des Narrenbaums durch die Innenstadt zum Rathaus…

Ein Denkanstoß

Ihr Grußwort zur Preisverleihung der Bürgerstiftung im Sportpark Styrum nutzte Stiftungsvorstand Bettina Gosten für einen gesellschaftspolitischen Denkanstoß. Bei der Veranstaltung, die engagierte Jugendliche ehrt, sagte Gosten unter anderem:"Klimawandel, weltweit 79 Millionen Flüchtlinge und viele unterschiedliche politische Krisen. Ihr als junge Generation könntet unserer Generation sagen: 'Ihr habt versagt, weil ihr zu oft nach dem Motto gehandelt habt: Es wird schon gut gehen und was geht mich das an?' Heute sind unsere Probleme nicht mehr zu übersehen. Doch ihr seid engagiert, klug und ideenreich. Ihr habt das Zeug dazu, Teil einer Bürgergesellschaft zu sein, die uns voranbringt. Leider erleben wir zurzeit in der Öffentlichkeit und in den Sozialen Medien eine Verrohung der Diskussionskultur. Viel zu viele Menschen sagen: 'Bist du nicht auf meiner Seite, mache ich dich mundtot.' So wird unser Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zerstört, in dem kritische Sti…

Die Mischung macht’s

Er sei in der jetzigen Krise froh, dass mit der Physikerin Angela Merkel und dem Arzt Helge Braun im Bundeskanzleramt zwei Naturwissenschaftler das Sagen hätten, weil sie einen besseren Einblick in die mit der Corona-Krise verbundenen Zusammenhänge hätten als ein Politologe.So sagte es der Unternehmensvorstand und Preisstifter Bernd Jotzo in seiner Laudatio auf die nominierten und Preisträger das von der Bürgerstiftung vergebenen Preises für besondere Nachwuchs-Leistungen in den Naturwissenschaften.
Natürlich erwartet man von einem naturwissenschaftlichen Preisstifter das Hohe Lied auf die Naturwissenschaften. Doch sind Naturwissenschaftler, ob ihrer Profession, automatisch die besseren Politiker. Der syrische Augenarzt und Diktator Assad lässt mich daran ebenso zweifeln wie die Physiker, denen wir die Atombombe zu verdanken haben oder die in der NS-Zeit schrecklich dienstbaren Ärzte und Naturwissenschaftler.Unser Land ist Gott sei Dank auch nicht untergegangen, als es von den Juristen…