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Mülheim anno 1870/71

Ein Vortrag von Hans-Werner Nierhaus erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg vor 150 Jahren. Ein Kriegerdenkmal aus der Zeit steht bis heute.Anders, als die deutsche Einheit des Jahres 1990, war die erste deutsche Einheit des Jahres 1871 nicht das Ergebnis einer friedlichen Revolution von unten, sondern das Ergebnis einer machtpolitischen Revolution von oben. 150 Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der der Reichseinigung und der Kaiserproklamation von Versailles vorausging, beleuchtete der ehemalige Otto-Pankok-Geschichtslehrer Hans-Werner Nierhaus in seinem Vortrag zur Mülheimer Geschichte, welche Auswirkungen dieser Krieg auf die knapp 15.000 Einwohner zählende Mülheimer Stadtgesellschaft hatte.Die Bevölkerung blieb von den Kriegsfolgen weitgehend unberührtDeutlich wurde, dass die Bevölkerung den Deutsch-Französischen Krieg vor allem deshalb so euphorisch feierte, weil die Masse der Bevölkerung von den Kriegsfolgen unberührt blieb. Die negativen Folgen des Krieges erlebt…
Letzte Posts

"Wir haben uns einfach geliebt!"

In einer Zeit, in der viele Ehen ihr erstes Jahrzehnt nicht überstehen, sind Erika und  Horst Kulmer bemerkenswert. Denn sie sind seit 60 Jahren miteinander verheiratet und haben vier Kindern (Heidi, Axel, Monika und Claudia) das Leben geschenkt. Am 8. Oktober 1960 gaben sich die damals 20-jährige Erika Weinreiß und der 19-jährige Horst Kulmer auf dem Standesamt und in der Lutherkirche das Ja-Wort fürs Leben. Damals waren sie schon seit zwei Jahren ein Liebespaar, das sich im September 1958 auf der Speldorfer Kirmes an der Eltener Straße kennen gelernt hatte. Erika machte damals im elterlichen Fliesenlegerbetrieb eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Ihr damals 19-jähriger Bräutigam lernte damals den Motoren- und Maschinenbau bei der AEG an der Aktienstraße. Später verdiente er bei den Mannesmann-Röhrenwerken den Lebensunterhalt für seine sechsköpfige Familie. Aller Anfang war schwierig. Ihr monatliches Lehrlingsgehalt lag damals unter 50 D-Mark. Doch Eltern und Kinder f…

Kreative Schüler

An der Luisenschule und an der Realschule Mellinghofer Straße freut man sich über die von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) vergebenen Kulturpreise. Alle drei Preise, die in den Kategorien darstellende und bildende Kunst sowie Musik vergeben werden, sind mit jeweils 1000 Euro dotiert. Die Kulturpreise wurde Corona-bedingt nicht im Rahmen des Jugendfestivals Voll die Ruhr, sondern im kleinen Rahmen, in den ausgezeichneten Schulen vergeben.Die Verleihung der zum 12. Mal vergebenen RWW-Kulturpreise nahmen die RWW-Mitarbeiter Ramon Steggink und Iris Becker zusammen mit den Jury Mitgliedern Michael Bohnes und Bettina Erbe vom Kulturamt vor.Schüler, Lehrer, Preisstifter und Jury-Mitglieder waren sich einig, dass das kreative künstlerische und kulturelle Engagement der Jugendlichen und die mit den RWW-Kulturpreisen verbundene Wertschätzung alle Beteiligten in ihrer emotionalen und intellektuellen Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig Stärke.An der Luisenschule konnte …

Blinder Eifer schadet nur

"Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Das erlebte ich gestern am eigenen Leib. Mit zwei Jacken im Arm und der NRZ in den Händen war ich, Corona- mäßig maskiert im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs. Kaum war ich an meiner Ziel-Haltestelle ausgestiegen, klingelte auch schon mein Handy. Reflexartig griff ich sofort nach meinem Mobiltelefon und nahm den Anruf an. Dabei entglitt mir die NRZ und wurde um ein Haar von Winde verweht. Ich musste mein Telefonat kurzfristig unterbrechen und meine Zeitung wieder einfangen. Dabei ereilte mich in meiner hastigen Vorwärtsbewegung ein Windstoß. Der sorgte dafür, dass mir meine Brille von der Nase fiel und mein Corona-Schutzvisier mir vom Kopf flog. Leider flog das eben erst angeschaffte Schutzvisier über einen Zaun auf den Rasen eines Privatgrundstücks. Da ich mir angesichts meiner offensichtlichen Pechsträhne beim Überklettern des Zauns nicht auch noch die Hose aufreißen wollte, versuchte ich es mit gut bürgerlichem Anklingeln. Doch die …

Kunst erleben

"Wir wollen auch in Corona-Zeiten Kunst vermitteln und Kunst sichtbar machen", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Mülheimer Kunstvereins, Hans-Jürgen Bolz. Genau das leistet das aktuelle Halbjahresprogramm, das Bolz jetzt mit seinen Vorstandskollegen in der Galerie Gerold D' Harmés an der Schloßstraße vorstellte. Angesichts der Corona-Pandemie sieht der Galerist Gerold D'Harme eine zunehmende Verlagerung des Kunsthandels ins Internet und in die Auktionshäuser. Dadurch geraten nach seiner Einschätzung vor allem junge und noch nicht bekannte Künstler ins Hintertreffen.
Einige Schlaglichter aus dem Programm: Am Freitag, 9. Oktober, besuchen Mülheimer Kunstfreunde im Arp-Museum Bahnhof Rolandseck die Ausstellung "Salvador Dali und Jean Arp." Start ist um 9 Uhr am Hauptbahnhof. Die Rückkehr ist für 19 Uhr geplant. Im Rahmen der Reihe "Film & Kunst" präsentiert die Galerie D'Harme an der Schloßstraße 29 am 22. Oktober die österreichische M…

Den Vorfahren auf der Spur

Mülheimer interessieren sich nicht nur für die Geschichte ihrer Stadt , sondern auch für die Geschichte ihrer Familie. Alle 30 Sitzplätze, die Corona-bedingt im Vortragssaal des Stadtarchivs vergeben werden konnten, waren besetzt, als Geschichtslehrer und Familienforscher Dr. Sandor Krause im Rahmen der Reihe zur Mülheimer Geschichte über die Fallst ricke der Familienforschung berichtete.
1.Fallstrick: Es gab im Kirchspiel Mülheim erst ab 1610 Personenstandserhebungen in Form von Hochzeitsaufgeboten. Krause hat die frühen Kirchenbücher der reformierten Gemeinde aus der Handschrift in die gedruckte Computerschrift übertragen und die Verwandtschaftsverhältnisse in den Mülheimer Kernfamilien aufgezeigt.
Seine Datensammlungen liegen als CDs zur Recherche und zum Kauf im Stadtarchiv an der Von-Graefe-Straße 37 für 5- bis 30 € vor.
2. Fallstrick: Die Kirchenbücher wurden über Jahrzehnte hinweg mit sehr unterschiedlicher Sorgfalt geführt und manche Familiennamen erscheinen in unterschiedlicher …

"Beharren wir auf unserer Freiheit!"

Der Historiker Hubertus Knabe, in Mülheim aufgewachsen und ehemals Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen sprach zur Deutschen Einheit.Mit einer starken und gegenwartsbezogenen Rede hat der in Mülheim aufgewachsene Historiker Hubertus Knabe am 3. Oktober im Ratssaal den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. Ein Kernsatz seiner zurecht mit viel Applaus bedachten Rede lautete: „Lassen wir uns nicht von der Angst leiten, sondern beharren wir auf unserer Freiheit.“ Mit dem Blick auf aktuelle Meinungsumfragen des Institutes für Demoskopie in Allensbach, zeigte der ehemalige Leiter der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin Hohenschönhausen auf, dass bei vielen Bundesbürgern die Sicherheit vor der Freiheit rangiere und viele Menschen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sogar Angst hätten, ihre Meinung zu politischen Themen öffentlich zu äußern. „Es bröckelt heute an vielen Stellen. Unsere Demokratie ist heute leider angefochtener und weniger stabil als …