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Es werden Posts vom Oktober, 2011 angezeigt.

Keine Institution von gestern oder: Warum die Katholischen Öffentlichen Büchereien in Zeiten des demografischen Wandels nötiger denn je sind

Vera Steinkamp vom Medienforum des Bistums nennt beeindruckende Zahlen: 1200 Frauen und Männer haben sich 2010 als ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit insgesamt 112.000 Arbeitsstunden in den Katholischen Öffentlichen Büchereien ihrer Gemeinden engagiert. Sie haben dabei 1843 Veranstaltungen auf die Beine gestellt und rund 38.000 Leserinnen und Leser beraten, 5,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. "Ihre Arbeit wird geschätzt. Sie sind sichtbar. Sie sind keine grauen Mäuse", bestätigt die Leiterin des Medienforums den rund 90 ehrenamtlichen Bibliothekaren, die den Weg zum Diözesantag der Katholischen öffentlichen Büchereien in die Wolfsburg gefunden haben.

Die Frauen und Männer des guten Buches haben sich an diesem Samstag im Auditorium der katholischen Akademie versammelt, um sich mit ihrer Zukunft zu beschäftigen. Wie wird diese Zukunft aussehen? "Weniger, vielfältiger, älter und weiblicher", sagt Referentin Ellen Ehring. Die Organisationsberaterin ist i…

Warum Bernd Fleskes das Prädikat eines behindertenfreundlichen Arbeitgebers verdient hat

Schwerbehindert. Das Wort klingt nach Leistungsunfähigkeit. Vielleicht liegt es daran, dass der Landschaftsverband Rheinland (LVR) zu dem Ergebnis kommt, dass 80 Prozent aller Unternehmen in seinem Bereich ihre gesetzliche Verpflichtung nicht erfüllen, nämlich mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze an Menschen mit Behinderung zu vergeben. Lieber zahlen sie eine entsprechende Ausgleichsabgabe und kaufen sich von ihrer Verpflichtung frei. Der Anteil der Mitarbeiter mit Behinderung liegt in der freien Wirtschaft landesweit gerade mal bei 4,3 Prozent, während im öffentlichen Dienst immerhin 6,6 Prozent aller Beschäftigten ein Handicap haben.

Doch es gibt auch in der freien Wirtschaft Ausnahmen von dieser unrühmlichen Regel. Eine von ihnen ist der Mülheimer Unternehmer Bernd Fleskes. Der 50-Jährige, der selbst einen behinderten Schwager hat, betreibt im Hafen eine Firma für Behältermanagement und Verpackungslogistik. Drei seiner zwölf Mitarbeiter, also 25 Prozent sind schwerbehindert. …

Welche Bedeutung hat die Styrumer Gesamtschule in den letzten 25 Jahren für den Stadtteil gewonnen? Ein Gespräch mit ihrem Schulleiter Behrend Heeren

Heute kann man es sich gar nicht mehr vorstellen. Aber bis 1986 konnte man in Styrum kein Abitur machen. Dann kam die Gesamtschule, die seit 1993 den Namen des ehemaligen Bundeskanzlers und SPD-Vorsitzenden Willy Brandt trägt. Welche Bedeutung hat diese Schule mit ihren heute 975 Schülern in den letzten 25 Jahren gewonnen. Behrend Heeren muss es wissen. Der 65-jährige Pädagoge leitet die Schule von Anfang an.

Wie hat sich die Schule in den letzten 25 Jahren verändert?
Die Schule hat an Kontinuität und Stabilität gewonnen. Anfangs hatten wir nur 85 Schüler und begannen als eine Abteilung der Gustav-Heinemann-Schule. Damals mussten wir um unser Standing kämpfen. Doch schon im zweiten Schuljahr hatten wir bei den Anmeldungen Überhänge und das hat sich eigentlich bis heute so gehalten. Heute kommen 60 Prozent unserer Schüler aus Styrum.

Wie hat sich der Stadtteil aus Ihrer Sicht seit 1986 gewandelt?
Der Bau dieser Schule war Teil einer Wohnumfeldverbesserung in Styrum, die auch Früchte getrag…

Die Stadtbücherei im Wandel der Zeit

Bücher müssen nicht teuer sein. Dafür sorgt die Stadtbücherei. Fast eine Million mal haben Mülheimer im letzten Jahr dort nicht nur Bücher, sondern auch Zeitschriften, Hörbücher, Musik-CDs, Spiele oder DVD-Filme ausgeliehen. Dass sich der Umzug vom Rathausmarkt ins neue Medienhaus 2009 für die Stadtbücherei ausgezahlt hat, sieht Büchereileiterin Claudia vom Felde daran, dass die Zahl der Ausleihen in der alten, 1969 eröffneten Stadtbücherei am Rathausmarkt nur bei 690 000 lag.

„Viele Geschäftsleute verbringen hier ihre Mittagspause. Und es kommen auch mehr Schüler und Studenten als früher“, berichtet vom Felde aus dem Alltag des Medienhauses am Synagogenplatz. Als dieser Platz noch Viktoriaplatz hieß, wurde dort bereits 1905 eine Volkslesehalle eingerichtet. So schließt sich der Kreis.Verführung zum LesenDie Bibliothekschefin bestätigt, dass literarische Appetitmacher, wie die Frankfurter Buchmesse oder die derzeit laufenden Mülheimer Herbstblätter vor allem die Nachfrage nach neuen Ro…

Wie sich ein Stadtteil eine neue Schule erkämpfte: Die Entstehungsgeschichte der Styrumer Gesamtschule

Als Pädagoge weiß der inzwischen pensionierte Winfried Schmidt: Die Schule ist wie das Leben, eine Baustelle. Die aktuellen Umbaumaßnahmen an der Styrumer Gesamtschule erinnern ihn an die Bauarbeiten, die dort bewerkstelligt werden mussten, als er dort vor gut 30 Jahren Schulleiter war.Was vor 25 Jahren zur Gesamtschule wurde, war zu seiner Zeit noch eine Hauptschule und in baulich bedenklichem Zustand.

1977 kam Schmidt von der damals noch existierenden Hauptschule an der Bülowstraße in Broich an die Oberhausener Straße. „Das war das reinste Paradies gegenüber den Verhältnissen, wie ich sie damals in Styrum antraf“, erinnert sich Schmidt an eine Schule, die damals extremen Renovierungsbedarf hatte.Der Zustand der Klassenräume förderte die damals ohnehin schon vorhandene Frustration und Gewaltbereitschaft der Jugendlichen und stand im krassen Kontrast zur neuen Lehrküche und zum Technikraum, mit dem man schon damals auf praxis- und berufsorientiertes Lernen setzte.

Als sich der Schulauss…

Als die Demokratie in Mülheim laufen lernte: Vor 65 Jahren wählten die Mülheimer den ersten Stadtrat der Nachkriegszeit

Ein steigendes Haushaltsdefizit und rückläufige Gewerbesteuer. Da wird Kommunalpolitik zur Quadratur des Kreises. Da ist die Ratsarbeit alles andere als vergnügungssteuerpflichtig. Das war sie vor 65 Jahren allerdings noch viel weniger als heute. Damals wählten die Mülheimer ihren ersten Nachkriegsrat.

„Herr im eigenen Haus“ sollten die Mülheimer werden. So forderte es die britische Militärregierung in einem Aufruf vom Mai 1946. Das Müllheimer Haus glich ein Jahr nach Kriegsende noch einer Ruine. 800 000 Kubikmeter Trümmerschutt lagen auf den Straßen. Fast 30 Prozent aller Wohngebäude waren zerstört. Zwei Drittel galten als kriegsbeschädigt. In dieser Situation fordert die britische Militärregierung die Bürger auf: „Schließe dich einer Partei an. Informiere dich politisch. Arbeite mit. Hilf mit. Es gibt nur diesen einen Weg zur Freiheit.”Die Stadt wiederaufzubauen und den Hunger zu überwinden waren über alle Parteigrenzen hinweg das politische Gebot der Stunde und das beherrschende The…

Eine gute Idee braucht Unterstützung: Die katholische Ladenkirche am Kohlenkamp hat jetzt einen Förderverein

"Eingeladen Kirche zu erleben" steht über dem Eingang der katholischen Ladenkirche am Kohlenkamp 30. Das ist dort seit sechs Jahren Programm. Und das soll es auch in Zukunft bleiben. Deshalb stellt sich dort am 24. September 2011 ein neuer Förderverein vorgestellt, der die Ladenkirche finanziell unterstützen möchte, um dieses Angebot langfristig zu erhalten.









Konkret geht es, wie der Vorsitzende des Fördervereins, der Pfarrer von St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg, sagt, um die Finanzierung der Kaltmiete für das Ladenlokal in bester City-Lage. Dafür sind monatlich 1200 Euro aufzubringen.Beim Thema Miete hat es die vor sieben Jahren eröffnete Evangelische Ladenkirche an der Kaiserstraße 4 besser. Ihr Ladenlokal befindet sich im Altenhof und damit in einem Haus des Kirchenkreises An der Ruhr. Auch wenn die evangelische Ladenkirche im Gegensatz zu ihrer katholischen Schwester mit Nina Gutmann eine hauptamtliche Leiterin hat, werden beide Ladenkirchen maßgeblich von ehrenamtl…

Werner Gilles: Ein Maler aus Mülheim wird 50 Jahre nach seinem Tod vom Kunstmuseum Alte Post mit einer Ausstellung geehrt:

Träumender und Sehender. Unter diesem Titel präsentiert das Kunstmuseum in de Alten Post von Sonntag, 9. Oktober, bis zum 8. Januar eine Werkschau des Malers und Grafikers Werner Gilles (1894-1961), der zu den Meistern der klassischen Moderne gehört. Im Vorfeld der Ausstellung sprach ich für die NRZ mit dem 1925 in Mülheim geborenen Gilles-Neffen Klaus Kleinheisterkamp über den Maler und dessen Verhälsnis zu Mülheim.





Welche Beziehung hatte Ihr Onkel zu Mülheim?


Er ist als Fünfjähriger zusammen mit seinen Eltern nach Heißen gekommen, wo sein Vater als Volksschullehrer unterrichtete.Frage: Wie stark war seine Bindung an die Stadt?Antwort: Er hat bis zum Ersten Weltkrieg in Mülheim gelebt, ehe er dann 1914 Soldat wurde. Später hat er zwar nicht mehr hier gelebt, war aber immer wieder in Mülheim zu Besuch und hat sich auch selbst immer als Mülheimer gesehen. Auch die Entwicklung seiner alten Schule, des Staatlichen Gymnasiums, das heute den Namen Otto Pankoks trägt, interessierte ihn sehr. …

Sprechen wir über Deutschland und seine (Un)-Tugenden: Eine Mülheimer Umfrage zum Tag der Deutschen Einheit

Heute feiern wir den Tag der Deutschen Einheit. An so einem Feiertag, an dem wir uns über die Wiedervereinigung unseres Landes freuen können, stellt sich die Frage: Was ist eigentlich deutsch? Für die NRZ suchte ich nach Antworten und wurde fündig.

Der Vorsitzende des Türkischen Vereins, Fevzi Eraslan (73), der seit 1957 in Deutschland lebt, findet es typisch deutsch, "dass hier alles in vergleichbar ruhigen und geordneten Bahnen verläuft." Das fange schon beim Straßenverkehr an. Für den Vorsitzenden der Türkischen Gemeinde Rhein-Ruhr. Mustafa Okur (70) ist typisch deutsch, dass er als türkischer Zuwanderer eine berufliche und private Existenz aufbauen konnte und nach 50 Jahren in Deutschland sagen kann: "Hier ist meine Heimat."
Und das liegt für ihn "an den Menschen, mit denen ich hier lebe."Der am Otto-Pankok-Gymnasium unterrichtende Deutsch- und Geschichtslehrer Joachim Junik (59) sieht sein Deutschsein als "ein besonderes Gefühl für die deutsche Sp…

Warum sich Kirchen und Gewerkschaften dafür stark machen, dass der Sonntag Sonntag bleibt

War heute was? Ach ja. Sonntag! Bereits am Samstag ging die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) auf die Straße, um vor der Ladenkirche am Kohlenkamp mit Passanten über den Wert des Sonntags ins Gespräch zu kommen. Warum und mit welcher Resonanz? Für die NRZ fragte ich den Vorsitzenden des KAB-Stadtverbandes, Hermann Meßmann.





Warum gehen Sie für den Sonntag auf die Straße?


Wir machen gemeinsam mit den Gewerkschaften Aktionen, weil wir die Sonntagsruhe bewahren wollen. Für uns als KAB geht es natürlich auch darum, dass die Kirche in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird und zu gesellschaftlich relevanten Themen Stellung bezieht.


War Ihren Gesprächspartnern der Sonntag wichtig?


Die Menschen erkennen, dass die Sonntagsruhe immer mehr ausgehöhlt wird, auch wenn viele aus wirtschaftlichen Gründen schon mal eine Sonntagsschicht mitgenommen haben. Ich habe in den Gesprächen eine positive Resonanz gespürt und bin unter diesem Eindruck mehr denn je sehr dafür, dass die ausufernden Ladenöffnungsze…