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Es werden Posts vom März, 2017 angezeigt.

Zwischen Hysterie und Humor: Mit der Premiere der Komödie „Frauenzimmer“ machte das Backstein-Ensemble Lust auf ein Wiedersehen

Wenn zwei sich streiten, lacht der Dritte. Der Dritte war an diesem Theaterabend das Publikum im Kasino des Evangelischen Krankenhauses, das bei der Premiere der Komödie „Frauenzimmer“ gut lachen hatte und zwei kurzweilige Stunden erlebte, weil die bewährten und die neuen Schauspieler des Backsteintheaters  ihr Bestes gaben.

Bemerkenswert, wie souverän Newcomerin Ulrike Kroker ihre Hauptrolle als französische Chanson-Diva meisterte und ihrer bereits bekannten und gut eingespielten Kollegin Marie Zipp-Timmer im Zickenkrieg der Show-Gigantinnen in Sachen Situationskomik, Wortgewalt und Bühnenpräsenz nichts schenkte.

Die Situationskomik kam auch bei Klaus Wehling, der den von einer Hysterie in die nächste fallenden Hotel-Direktor Maximilian Alfons Paschke verkörperte und mit dem erblondeten Wolfgang Bäcker (in seiner Rolle als geprügelter Assistent der französischen Chansonnette alle Hände voll zu tun hatte das Chaos in der von den beiden Diven doppelt gebuchten Präsidentensuite zu verhind…

Pflege daheim: Zum Schluss bleibt die Dankbarkeit Helga Terwint erzählt, wie sie ihren demenzkranken Ehemann Friedel daheim gepflegt hat: Obwohl sie als gelernte Altenpflegerin vom Fach war, führte sie diese Herausforderung an ihre persönlichen Grenzen

Alzheimer und Demenz. Es gibt wohl weinige Worte, die in unserer alternden Gesellschaft so angstbesetzt sind, wie eben diese Diagnosen. Das Demenz-Service-Zentrum Westliches Ruhrgebiet geht davon aus, dass derzeit 3000 Mülheimer an Demenz erkrankt sind. Wie verändert es das eigene Leben, wenn der über Jahrzehnte vertraute Partner nicht  mehr derselbe ist und  rund um die Uhr betreut werden muss? Wie kann man sich in dieser extremen Situation als pflegender Angehöriger helfen und  helfen lassen?
Ein Gespräch mit der 83-jährigen Helga Terwint, die ihren demenzerkrankten Mann Friedel von 2008 bis zu seinem Tod 2011 zu Hause in Styrum gepflegt hat, bringt aufschlussreiche Einblicke.

Wann haben Sie gemerkt, dass mit ihrem Mann etwas nicht stimmt?

Terwint: Als er eines Tages neben mir im Bett lag und weinte und plötzlich sagte: Ich vergesse alles. Ich hatte zuvor auch schon bemerkt, dass er immer öfter Dinge vergaß oder Sachen verlegte und nicht mehr wusste, wohin er sie verlegt hatte.
Wie habe…

Pflege daheim: Hilfe für ein Leben in Würde - bis zuletzt: 40 Frauen und Männer begleiten im Auftrag des Ambulanten Hospizes schwerstkranke und sterbende Menschen zu Hause und entlasten damit auch deren Angehörige

Viele Menschen möchten die letzten Tage ihres Lebens zu Hause im Kreise ihrer Familie verbringen, auch wenn die meisten tatsächlich im Krankenhaus oder in einem Altenheim sterben. Doch was kann man tun, um den Wunsch des Sterbens in der vertrauten häuslichen Umgebung zu erfüllen, ohne an der damit verbundenen Herausforderung zu scheitern?  Menschen, die vor dieser Frage stehen, kommen die 40 Frauen und Männer zur Hilfe, die im Auftrag des Ambulanten Hospizes allein im vergangenen Jahr 63 sterbende Mitmenschen begleitet und deren Angehörige so entlastet haben. Wann und wie hilft der 1996 von Henning und Ursula König ins Leben gerufene Hospizverein?  Das erklären seine hauptamtliche Koordinatorin Andrea Guntermann und seine Mit-Gründerin und Frontfrau Ursula  König.

Warum brauchen wir in Mülheim ein ambulantes Hospiz, wenn es doch auch ein stationäres Hospiz gibt?

Ursula König: Weil die zehn Plätze des stationären Hospizes bei weitem nicht ausreichen, um den tatsächlichen Bedarf bei der B…

Pflege daheim: Was tun, wenn es nicht mehr alleine geht? Was sollte man bei der Suche nach einem ambulanten Pflegedienst beachten? Ein Gespräch mit der Pflegefachkraft Saskia Kühle, die als Teamleiterin beim Sozialamt für den Bereich Pflege zuständig ist

Was tun, wenn ein Angehöriger oder man selbst Pflege daheim benötigt? Aktuell betrifft das in Mülheim 1300 Menschen. Weitere 1800 Mülheimer müssen stationär gepflegt werden. Tendenz steigend. Denn schon heute ist ein Drittel der Mülheimer 60 Jahre und älter. Im Gespräch gibt die Gesundheits- und Sozialökonomin, Saskia Kühle, die als Teamleiterin beim Sozialamt für den Bereich Pflege zuständig ist, praktische Hinweise für Menschen, die auf der Suche nach einer für sie geeigneten ambulanten  Pflege sind.

Wie viele ambulante Pflegedienste gibt es und wie finde ich den richtigen?

Aktuell haben wir in Mülheim 30 ambulante Pflegedienste. Mit einem Blick ins Internet kann man sich eine erste Übersicht verschaffen. Einfach „Mülheim;ambulante;Pflegedienste“ bei google eingeben und schon wird man auf zahlreiche Adressen stoßen. Außerdem bieten die AOK, der Sozialverband VDK und die Verbraucherzentrale NRW auf ihren Internetseiten Checklisten, die bei der Auswahl des passenden Pflegedienstes helfe…

"Der Nächste, bitte": Unterwegs mit dem Hausarzt Dr. Peter Ramme

6.45 Uhr. Der Arbeitstag von Dr. PeterRamme beginnt nicht in seiner Praxis, sondern im Haus Kuhlendahl, wo der Hausarzt Altenheimbewohner betreut. Heute stehen Blutabnahmen auf seinem Programm.

Der 51-jährige Mediziner ist kein Arzt im weißen Kittel. Er ist in einem sportiven weißen Outfit unterwegs, das an einen schicken Jogging-Anzug erinnert. Kein Wunder. Der Mann läuft viel, auch später in seiner Arztpraxis, die neben dem Foyer drei Behandlungszimmer und ein Labor umfasst. 7.45 Uhr. Ein Patient in seiner Praxis braucht ein EKG. Und dann kommt noch eine Blutabnahme hinzu.

Die meisten der 84 Patienten, die Ramme an diesem Tag behandelt, kommen hustend und verschnupft in seine Praxis. Die Grippe-Saison geht ihrem Ende entgegen. „Wir haben auch schon mal mehr Patienten im Wartezimmer und dann kann es zu manchmal nervigen Wartezeiten kommen“, erzählt Ramme.

Obwohl der Arzt einen dichten Arbeitstakt hat, bewahrt er sich bis zum Ende seines Praxistages, gegen 17.30 Uhr, Ruhe un…

Vorsicht vor Irrläufern

Es gibt noch Gottvertrauen. Gestern sah ich es in der Innenstadt. Eine alte Dame mit Rollator und Einkaufstasche überquerte in aller Seelenruhe und ohne nach links oder rechts zu blicken die von der Straßenbahn und Autos befahrene Leineweberstraße. Sie tat dies nicht an dem dafür vorgesehenen Fußgängerübergang, sondern einfach auf halber Höhe.

Wahrscheinlich hat die gute Frau nicht nur Gottvertrauen und Schutzengel im Gepäck, sondern auch die unerschütterliche Zuversicht, dass die anderen Verkehrsteilnehmer schon aufpassen und rechtzeitig bremsen werden. So kann man die kleine und für sich sprechende Szene zumindest positiv betrachten.

Natürlich kann man es auch so sehen, dass Alter nicht vor Dummheit schützt und zuweilen auch mit dreistem Egoismus einhergeht. Und dann müssen eben noch jene Mitmenschen guten Willens und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte für die Irrläufer mitdenken, damit es am Ende nicht zu einem großen Unglück kommt. Man sieht es nicht nur im Straßenver…

Wenn Frauen komisch werden: Diesmal wollen Regisseur Michael Bohn und seine Schauspieler ihr Publikummit der turbulenten Komödie „Frauenzimmer“ zum Lachen bringen

Wenn eine Chansonnette und eine Countrysängerin, die sich nicht ausstehen können und beide an übersteigertem Selbstbewusstsein leiden, in einem Hotel versehentlich in der selben Suite einquartiert werden, kann das heiter werden. Man wird es sehen, wenn das Backstein-Theater ab dem 25. März seine neue Produktion „Frauenzimmer“ auf die Bühne bringt.

„Die Zuschauer bekommen eine witzige, spritzige und turbulente Komödie mit jeder Menge Situationskomik zu sehen“, verspricht Regisseur Michael Bohn. Ein Jahr lang haben Bohn und sein Ensemble von der Großen Bühne des Backstein-Theaters das Stück des amerikanischen Autor Michael McKeever geprobt. „Wir haben bei den Proben viel gelacht und glauben deshalb, dass das Stück auch dem Publikum gefällt“, erzählt Bohn. Allerdings hat der Regisseur die Journalistin und Prosa-Text-Autorin Anna Blaswich an den Originaltext gesetzt und ihn für das Mülheimer Publikum etwas geschmeidiger machen lassen.

Blaswich, die auch als Souffleuse das Ensem…

Ein gastliches Haus an der Kämpchenstraße im Wandel der Zeit

Heute springen wir zurück ins Jahr 1910 und landen vor dem Haus an der Kämpchenstraße 59. Ein Foto aus dem Privatarchiv des Mülheimers Burkhard Richter, das auch in dem von ihm herausgegebenen und im örtlichen Buchhandel erhältlichen Kalender „Mülheim in alten Ansichten“ zu finden ist, macht es möglich. 

Als die historische Aufnahme entstand, war das 1906 errichtete Gebäude ein Hotel und Restaurant mit dem schönen Namen Cecilienhof, benannt nach der damaligen Kronprinzessin des deutschen Kaiserreiches Cecilie Auguste Marie Herzogin zu Mecklenburg (1886-1954).

Dem Cecilienhof, folgte der Lippische Hof, in dem bis 1981 gegessen, getrunken, gefeiert und Billard gespielt wurde. Seit 1981 bewirtet in diesem schönen und alten Haus, Evangelos Papoutsoglou, die Gäste seines  Restaurant Amfipolis, werktags von 17 Uhr bis 22.30 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 12- bis 15 Uhr und von 17 Uhr bis 22.30 Uhr  mit den Köstichkeiten aus der traditionellen griechischen Küche. Wunderschöne Wandbilder…

„Meine Landsleute sind vernünftige Leute!“ - Wie sieht die aus Maastricht stammende Jessy Kirstein das Wahlergebnis in den Niederlanden?

Frage: Hat Sie das Wahlergebnis in den Niederlanden überrascht?

Jessy Kirstein: Nein. Ich habe eigentlich mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Und ich bin ausgesprochen froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt gekommen ist. Denn meine Landsleute sind vernünftige und bodenständige Leute.

Frage: Warum haben der Rechtspopulist Geert Wilders und seine Partei der Freiheit schwächer und der amtierende Ministerpräsident Mark Rutte und seine wirtschaftsliberale Partei der Freien Demokraten stärker abgeschnitten, als erwartet?

Jessy Kirstein: Dafür sehe ich vor allem zwei Gründe. Erstens haben das Auftreten des neuen rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump und die sich abzeichnenden Folgen des Brexits viele Niederländer nachdenklich gemacht und sie davon überzeugt, für einen liberalen und pro-europäischen Kurs ihres Landes zu stimmen. Außerdem hat Mark Rutte mit seinem konsequenten Vorgehen gegen Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder eine klare Kante gezeig…

Augen auf oder Beutel auf

Augen auf oder Beutel auf. Das erfuhr ich jetzt bei der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG). Sieben Euro hat sie mir von meinem Konto als „Bearbeitungsgebühr“ abgezogen, weil ich meine Monatsfahrkarte zwar bezahlt, aber einmal zu Hause habe liegen lassen. Diese Tatsache zu überprüfen, kostet die MVG also sieben Euro. Eigentlich ist das ja preiswert, wenn man an die Vorstandsgehälter oder den städtischen Zuschuss zum Nahverkehrsbetrieb denkt. Was hätte ich nicht alles für sieben Euro kaufen können: Sieben Kugeln Eis, drei Tafeln Schokolade oder vielleicht auch drei Stücke Torte.

Angesichts der Fastenzeit und meines aktuellen Hüftgoldes muss ich der MVG aber geradezu dankbar sein, dass sie mich vor dieser zusätzlichen Versuchung bewahrt hat.

Natürlich könnte ich selbst der MVG demnächst Wartegebühren, Standgebühren oder Fersengeld berechnen, wenn Bus und Bahn mal wieder zu spät kommen, überfüllt sind oder ihr Takt so ausgedünnt wird, dass ich wieder mehr zu Fuß gehen und mei…

"Luther wollte mehr": Eugen Drewermann zu Gast in der Immanuelkirche

Ein katholischer Ex-Priester, der seine Kirche inzwischen verlassen hat, spricht in einer evangelischen Kirche. Und die Kirche, in diesem Fall die Immanuelkirche an der Kaiser-Wilhelm-Straße, ist voll, wie an Weihnachten. 150 Menschen hören gebannt einem Mann zu, der 90 Minuten, ohne Manuskript spricht, ohne dabei auch nur einmal langatmig zu werden.
Der Ex-Katholik Drewermann würdigt die historischen Verdienste des protestantischen Urvaters Luther, ohne dabei der Versuchung zu erliegen, ein Heiligenbild des Reformators zu zeichnen. Seinen Antisemitismus und seine Rechthaberei spricht Drewermann ebenso an, wie Luthers Mut und Beharrlichkeit, gegen alle Widerstände, seinen Landsleuten die Bibel und damit den christlichen Glauben verständlich und damit nachvollziehbar zu machen.
„Luther wollte eigentlich keine  Kirchenspaltung, sondern eine offene Diskussion über die Grundlagen des Glauben. Er hat Jesus von Nazareth und sein Evangelium neu entdeckt, als sich die katholische Kirche schon i…

Ruhrblick mit altem und neuem Wasserwerk: Ein Zeitsprung am Leinpfad

Ruhrblick am Leinpfad in den frühen 1950er Jahren. Ein Foto des Mülheimers John Dieter Roehse macht es möglich. 

Mit einem Bötchen auf der Ruhr fahren, wie auf der historischen Fotografie zu sehen: Darüber hätten die alten Mölmschen nur gelacht. Denn der Leinpfad war früher ein Treidelpfad, auf dem starke Männer oder noch stärkere Pferde, die Kohlenkähne flussaufwärts zogen. Noch um 1860 wurden fast 900 000 Tonnen Kohle die Ruhr aufwärts geschippert. Doch dann kam ab 1862 die Eisenbahn. Damit begann der Niedergang der Güterschifffahrt auf der Ruhr, die 1889 eingestellt wurde. Der alte Hafen and er Ruhr wurde zugeschüttet. Mit dem Start der Weißen Flotte, im Juli 1927, wurde dann ein ganz neues Kapitel der Ruhrschifffahrt aufgeschlagen.

Auf der historischen Fotografie erkennen wir nicht nur das heute noch zwischen Leinpfad und Dohne stehende Fachwerkhaus, sondern auch noch das 1875 errichtete und 1970 abgerissene und durch einen Neubau ersetzte Wasserwerk an der Dohne.

Mit dem alten Wasse…

Aufbruchstimmung in schwierigen Zeiten: Die Pfarreien St. Mariae Geburt und St. Mariä Himmelfahrt luden zu einer Zukunftswerkstatt

Stellwände voller Zahlen, Daten und Fakten, vor denen Gemeindemitglieder miteinander diskutieren und einander zuhören. Dieses Bild bot sich am vergangenen Wochenende in St. Mariae Geburt und Herz Jesu. Die Rechtsruhr-Pfarrei St. Mariae Geburt und die Linksruhr-Pfarrei St. Mariä Himmelfahrt hatten zur Pfarreiversammlung geladen. 220 Katholiken fanden den Weg zur Zukunftswerkestatt in Mariae Geburt. Sogar 470 waren es in Herz Jesu. Außerdem glänzte die Linksruhr-Pfarrei mit einem hohen Anteil junger Teilnehmer. Obwohl die Zahlen an den Stellwänden: Schwindende Gemeindemitgliederzahlen und Einnahmen, steigende Personal und Energiekosten und damit schwindende Finanzreserven nicht gerade zur Euphorie einluden, war dieser Pfarreientwicklungsschritt zwischen der Phase des Sehens und des Handelns geradezu von Aufbruchsstimmung geprägt. „Hier sind Menschen ganz ernsthaft miteinander ins Gespräch gekommen, die sich bisher gar nicht kannten“, freute sich der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Ma…

Startrampe für den September: Welche Bedeutung hat die Landtagswahl in NRW für die Bundestagswahl 2017?

In Nordrhein-Westfalen haben wir in diesem Jahr gleich zweimal die Wahl. Am 14. Mai wählen wir den Landtag und am 24. September den Bundestag. Hat die Wahl im Land auch eine Signalwirkung für die Entscheidung auf der Bundesebene? Darüber diskutierten jetzt der Journalist Richard Kiessler und der Politikwissenschaftler Andreas Blätte in der Katholischen Akademie mit rund 100 interessierten Bürgerinnen und Bürgern. Akademiedonzent und Moderator Tobias Henrix erinnerte an das Doppelwahljahr 2005, als die SPD-Niederlage im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW das Ende der Kanzlerschaft des Sozialdemokraten Gerhard Schröder einleitete. Integration, Schuldenbremse und Strukturwandel seien nicht nur in NRW ein Thema.
„Ist unsere Demokratie noch stabil?“ „Kann ich überhaupt wissen, was und wen ich am Ende wähle, wenn ich meine Stimme abgebe?“ „Warum schaffen es die steuerfinanzierten Parteien nicht, ihre Politik besser zu erklären?“ „Womit werden wir in Zukunft unseren wirtschaftlichen Wohlstan…

Superintendent Helmut Hitzbleck verabschiedet sich in den Ruhestand

In der Evangelischen Kirche geht eine Ära zu Ende. Nach 36 Jahren als Pfarrer in der heutigen Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde und nach 12 Jahren als Superintendent an der Spitze des 48.000 Gemeindemitglieder zählenden Kirchenkreises An der Ruhr, verabschiedet sich Helmut Hitzbleck am 31. März in den Ruhestand. Für die Nachfolge des 64-jährigen Theologen bewerben sich die Pfarrerin Dagmar Tietsch-Lipski aus dem Gemeindebezirk Johanniskirche und Pfarrer Gerald Hilledbrand aus der Gemeinde Broich Saarn. Tietsch-Lipski wird als Stellvertreterin Hitzblecks auch geschäftsführend dessen Amt übernehmen, ehe die Kreissynode am 19. und 20. Mai einen Nachfolgerin oder einen Nachfolger wählt.

"Wir müssen verstärkt den Kontakt zu den 30- und 40-Jährigen halten und suchen, damit es wieder selbstverständlicher wird, seine Kinder taufen zu lassen. Und wir müssen vor allem dann für die Menschen parat stehen, wenn sie uns brauchen", formuliert der scheidende Superintendent die zentrale …

Freie Fahrt für freie Bürger: Ein Zeitsprung an der Leineweberstraße

Heute zeigt und Alfons Oberdiek ein Foto vom 8. Dezember 1955. Wir sehen den damaligen Oberbürgermeister Heinrich Thöne, den damaligen Stadtdirektor Bernhard Witthaus und den damaligen Baudezernenten Paul Essers bei der Freigabe der neuen Leineweberstraße.

Die Leineweberstraße, deren Name bereits im Urkataster von 1821 verzeichnet ist, gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den Mülheimer Straßen mit den meisten Bombentreffern. Paul Essers, nach dem heute eine Straße benannt ist, und seine Mitstreiter im Wiederaufbau der Innenstadt machten aus der Not eine Tugend.

Bereits 1949 hatte der Rat Essers Generalplan zur Neuordnung der Innenstadt beschlossen. Im Zuge seiner Realisierung bekam die Leineweberstraße als 28 Meter lange und vierspurige Ost-West-Achse einen völlig neuen Verlauf. Die neue Leineweberstraße, die zu beiden Seiten mit einem 4,25 Meter breiten Bürgersteig begrenzt wurde und in deren Mitte ein doppeltes Straßenbahngleis verlief, entlastete die parallel verlaufende Schloß…

Tage, wie Kamillentee

Ein schöner Tag. Komm, Welt lass dich umarmen. Mit dieser Liedzeile und einer attraktiven Frau, die mindestens so geschmackvoll aussieht wie das Bier, das sie in der Hand hält, wirbt ein großer Bierhersteller für seinen Gerstensaft.

Der Appell an das Unterbewusstsein ist eindeutig. Nach einem gelungenen Tag belohnt man sich mit einem leckeren Bier, und wenn man Glück hat, kann man es vielleicht auch mit einer Frau genießen. Was mich beim Betrachten dieser Werbung stutzig macht, ist die Tatsache, dass die junge Frau, die den Gerstensaft in vollen Zügen genießt, auch nicht den leichtesten Ansatz eines Bierbauches hat. Wahrscheinlich geht es der Frau wie mir. Tage, an denen man die Welt umarmen und darauf ein Bier trinken möchte, haben eher Seltenheitswert.

Tage, an denen man sich von der Welt in den Hintern getreten fühlt, weil man sich die Hacken abläuft und trotzdem immer die rote Laterne in der Hand hat, weil einem der Bus vor der Nase wegfährt und man zu spät zu einem Ter…

Eine sichere Bank für alle Bürger: Vor 175 Jahren eröffneten Bürgermeister Christian Weuste und Armensekretär Bernhard Dupindie Stadtsparkasse, die sich seitdem um das kleine und große Geld der Mülheimer kümmert

Würde der erste Vorsteher der Sparkasse, Bernhard Dupin, heute die Sparkasse am Berliner Platz besuchen, wäre er sicher verwirrt ob der prachtvollen Kundenhalle. Auch mit den Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals wüsste der gute Mann nichts anzufangen. Sicher wäre einer der aktuell gut 500 Sparkassen-Mitarbeiter schnell zu Stelle, um ihm zu helfen. Dupin, seiner Zeit auch Armensekretär der Stadt, war vor 175 Jahren der erste und zunächst auch einzige Mitarbeiter der Stadtsparkasse. Als Geschäftsstelle diente ihm seine eigene Wohnung am Hingberg und ab 1858 an der Eppinghofer Straße.

Dass der damalige Bürgermeister Christian Weuste als Vorsteher der im Februar 1842 eröffneten Stadtsparkasse ausgerechnet seinen Armensekretär mit den Bankgeschäften der Stadtsparkasse beauftragte, hatte seinen Grund. Weuste wollte vor allem Mülheimer mit kleinem Geldbeutel dazu anregen, ihr Erspartes bei der Stadtsparkasse auf die hohe Kante zu legen, um sich damit einen Notgroschen zu …

Treppenhaus statt Fitnessstudio

Drei Damen im Aufzug. „Oh, wie schön“, dachte ich und stieg ein. Doch kaum stand ich mit beiden Beinen in der Aufzugkabine und den Damen gegenüber, gab mir eine Leuchtanzeige an der Steuertafel des Liftes zu verstehen: „Die Traglast des Aufzugs ist überschritten!“ Schreck, lass nach. Ich war vielleicht doch schon zu lange nicht mehr auf meiner Waage.

Ob das Übergewicht im Aufzug nun an den drei Damen oder an mir lag? Das wollte und konnte ich in der Kürze der Zeit nicht ausdiskutieren. Wie dem auch war. Ladies first. Der Gentleman trat zurück und nahm die Treppe.

Auch die längste Reise (zum Idealgewicht) beginnt mit dem ersten Schritt. Treppauf. Treppab. Das macht jedes Fitnessstudio überflüssig.

Und auch die Schokoladen-Osterhasen, die mich an der nächsten Straßenecke aus einem Schaufenster anstrahlten, müssen warten, bis ich die letzten Christstollen und Dominosteine abgestrampelt habe und mir, nicht nur in der Chocolaterie, die süßen Momente des Lebens wieder gönnen und mi…

Der Computerflüsterer: Wenn an der Styrumer Fachhochschule für öffentliche Verwaltung Computerbildschirme schwarz bleiben oder Notebooks und Videobeamer nicht anspringen, ist das ein Fall für den Medienwart Martin Buchholz

Martin Buchholz ist ein ruhiger und freundlicher Mensch. Ruhe und Gelassenheit braucht er auch in seinem Beruf. Denn wenn bei ihm das Telefon klingelt oder jemand im Büro steht, ist Alarmstimmung angesagt. Denn der 36-jährige Medienwart der in Styrum ansässigen Fachhochschule für öffentliche Verwaltung ist für die Lehrenden, Studierenden und Verwaltungsmitarbeiter der im August 2016 eröffneten Hochschule so etwas wie ein Feuerwehrmann für die elektronische Datenverarbeitung und die Alarmanlage. Die Styrumer Fachhochschule, an der rund 850 angehende Polizeibeamte studieren, ist eine Außenstelle der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung (FHÖV), deren Zentrale in Gelsenkirchen sitzt und die daneben landesweit Standorte in Mülheim, Duisburg, Köln, Dortmund, Bielefeld, Hagen und Münster hat. Landesweit studieren an der Fachhochschule insgesamt 8700 Anwärter für die Kommunal- und Landesverwaltung, die Polizei und die Rentenversicherung.

Warum lässt sich ein Computer oder ein Notebook nic…