Dienstag, 21. März 2017

„Meine Landsleute sind vernünftige Leute!“ - Wie sieht die aus Maastricht stammende Jessy Kirstein das Wahlergebnis in den Niederlanden?

Jessy und Bernd Kirstein in ihrem gemeinsamen Atelier

Frage: Hat Sie das Wahlergebnis in den Niederlanden überrascht?

Jessy Kirstein: Nein. Ich habe eigentlich mit einem solchen Ergebnis gerechnet. Und ich bin ausgesprochen froh, dass es so gekommen ist, wie es jetzt gekommen ist. Denn meine Landsleute sind vernünftige und bodenständige Leute.

Frage: Warum haben der Rechtspopulist Geert Wilders und seine Partei der Freiheit schwächer und der amtierende Ministerpräsident Mark Rutte und seine wirtschaftsliberale Partei der Freien Demokraten stärker abgeschnitten, als erwartet?

Jessy Kirstein: Dafür sehe ich vor allem zwei Gründe. Erstens haben das Auftreten des neuen rechtspopulistischen US-Präsidenten Donald Trump und die sich abzeichnenden Folgen des Brexits viele Niederländer nachdenklich gemacht und sie davon überzeugt, für einen liberalen und pro-europäischen Kurs ihres Landes zu stimmen. Außerdem hat Mark Rutte mit seinem konsequenten Vorgehen gegen Wahlkampfauftritte türkischer Regierungsmitglieder eine klare Kante gezeigt und damit zu Lasten Geert Wilders viele Sympathien gewonnen.

Frage: Im neuen niederländischen Parlament sind 13 Parteien vertreten. Werden die Koalitionsverhandlungen schwierig?

Jessy Kirstein: Das kann lange dauern, vielleicht sogar ein halbes Jahr. Eine schnelle Regierungsbildung würde mich überraschen. Aber das ist in den Niederlanden normal.


Dieser Text erschien am 17. März 2017 in der NRZ und in der WAZ

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