Posts mit dem Label Kino werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Kino werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 15. August 2020

Filmreifes unter freiem Himmel

 "Film ab!"  in der heißt es ab dem 5. September in der Freilichtbühne. Eine Kooperation der Regler-Produktion und des städtischen Kulturbetriebs machen den Kino-Spaß unter freiem Himmel möglich.Wer dabei sein möchte, sollte sich schnell bei den Reglern anmelden. Denn corona-bedingt sind aufgrund der Abstandsregeln maximal 150 Zuschauer erlaubt, wo in normalen Zeiten bis zu 2000 Zuschauer Platz finden könnten. Bis einschließlich 26. September wird die Freilichtbühne, immer wieder samstags um 20 Uhr, zum Freiluftkino.

Den Anfang macht am 5. September "Junges Licht", ein kritischer und poetischer Heimatfilm aus dem Ruhrgebiet der 1960er Jahre, mit dem Regisseur Adolf Winkelmann eine Romanvorlage des im Ruhrgebiet aufgewachsenen Schriftstellers Ralf Rothmann verfilmt hat.

Am 12. September lädt der 128-minütige Musikfilm "Leto" zu einer Zeitreise in die Sowjetunion der Perestroika in den 1980er Jahren, als Michail Gorbatschow Weltgeschichte schrieb und seine Reformpolitik neue gesellschaftliche Freiräume für Musik, Politik, Medien Freundschaft und Liebe schuf.

Philippe van Leeuws Film „Innenleben“ beleuchtet am 19. September über 85 Minuten den Bürgerkriegsalltag in der syrischen Hauptstadt Damaskus und führt uns damit die Ursachen für die weltweite und millionenfache Flucht vor  Augen, deren Folgen sich seit 2015 auch in unserem Land und in unserer Stadt niederschlagen.

Last, but not least läuft an 26. September Ondi Timoners 2018 in den USA gedrehte Biografie-Film über Robert Mapplethorpe, einen fotografischen Chronisten der frühen Punk-Szene. 

Corona-bedingt ist eine Anmeldung per E-Mail an: kino.freilichtbuehne@gmx.de erforderlich. Wer sich mit maximal fünf Begleitern per Mail angemeldet hat, bekommt von den Reglern einen Datenerhebungsbogen zugesandt, den er zuhause ausfüllen und dann als Eintrittskarte mitbringen muss. Weitere Informationen bekommt man unter: www.regler-produktion.de oder unter der Rufnummer: 0208-8210777

Eine Ergänzung der Kinolandschaft

Wie bei anderen Veranstaltungen in der Freilichtbühne gilt: "Eintritt frei, aber der Hut geht rum!" Mit dieser bewährten Tradition möchte Jürgen Mäurer, der die Programm-Kino-Reihe organisiert, nicht brechen. "Wir sehen unsere neue Veranstaltungsreihe nicht als Konkurrenz zum Open-Air-Kino des städtischen Ruhrsommers an der Müga-Drehscheibe vor dem Ringlokschuppen, sondern als eine Ergänzung", betont Mäurer, der als Fotograf und Kameramann von Hause aus "filmverückt" ist. Auch Michael Bohnes vom städtischen Kulturbetrieb sieht keine Kino-Konkurrenz, "weil unser Open-Air-Kino am Ringlokschuppen familienfreundliche und kommerziell erfolgreiche Filme zeigen, die auch in den großen Multiplex-Kinos als Blockbuster laufen." Bohnes ist Mäurer und den Reglern ausgesprochen dankbar dafür, "dass sie als Mülheimer Kreative in den schwierigen Corona-Zeiten ein hoffnungsvolles Zeichen setzen, dass der Sehnsucht nach dem lange vermissten gemeinsamen Kulturerlebnis entgegenkommt."

Mäurer und Bohnes können sich langfristig auch ein "Mini-Festival" mit einem Ruhrgebiets-Bezug und eine Kooperation mit Hochschulen, regionalen Filmfestivals, jungen Filmschaffenden und  privaten Kinobetreibern vorstellen.


Dieser Text erschien am 13. August 2020 im Lokalkompass der Mülheimer Woche

Mittwoch, 10. Mai 2017

Ein Hauch von Hollywood: Die "Pottkinder" stehen vor der Premiere

Das Primierenplakat
„Jetzt bekomme ich doch langsam ein schwummeriges Gefühl“, gibt Alexander Waldhelm zu. Der 40-jährige Mülheimer hat, wie berichtet, drei Jahre Arbeit in einen „Heimatfilm“ über uns, die Menschen im Ruhrgebiet investiert. Herausgekommen ist ein 108 Minuten langer ernster und zugleich heiterer Kinofilm, der am 6. April in der Essener Lichtburg der Presse und den Kinobetreibern der Region vorgeführt wird.
Sein schöner Titel „Pottkinder“! Die öffentliche Premiere, die dort am 10. Mai vor 1250 Zuschauern über die Bühne und die Leinwand gehen wird, ist bereits ausverkauft.

Zwischen Hoffen und Bangen


„Ich kann nur hoffen, dass bei der morgigen Pressevorführung möglichst viele Journalisten und Kinobetreiber den Daumen heben und nicht senken, damit möglichst viele Menschen in möglichst vielen Kinos unseren Film sehen können.“ Wenn Waldhelm, der sich hauptberuflich als Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt, von „Wir“ spricht, meint er die fast 200 Menschen, die an sein Projekt „Pottkinder“ geglaubt haben und ihn deshalb als Sponsoren und Darsteller, mit Geld, Ideen und Sachleistungen, als Techniker und Kameraleute, als Soundtrack-Bands, als Gastgeber von Dreharbeiten, als Caterer oder auch, siehe zum Beispiel Gerburg Jahnke, Wilfried Schmickler, Fritz Eckenga, Rene Steinberg, Peter Neurorer oder Kai Magnus Sting, als prominente, aber gagenfreie Gastdarsteller in das Projekt „Pottkinder“ eingebracht haben. Wenn man dem dreifachen Familienvater zuhört, wie er in seiner Freizeit viele Menschen in unzähligen Gesprächen und E-Mail-Korrespondenzen von einem unentgeltlichen Einsatz für das Pottkinder-Projekt überzeugt hat, mag man fast an ein Filmwunder an der Ruhr glauben. Auch wenn der Bergbau 2018 der Vergangenheit angehören wird, lebt die Kumpel-Mentalität im Ruhrgebiet weiter.

Insofern kann man Waldhelm und seinen cineastischen Enthusiasten nur viel Erfolg beim Premierenstart ihres Films wünschen, damit dieser Erfolg vielleicht die Türen und Fördertöpfe für ein weiteres Filmprojekt, von ganz normalen Menschen für ganz normale Menschen im Ruhrgebiet öffnen wird. 


Dieser Text erschien am 2. April 2017 in der Mülheimer Woche

Schwarzes Gold

  Noch bis zum 1. Dezember kann man im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße in die Geschichte des Mülheimer Bergbaus eintauchen...