Mittwoch, 10. Mai 2017

Ein Hauch von Hollywood: Die "Pottkinder" stehen vor der Premiere

Das Primierenplakat
„Jetzt bekomme ich doch langsam ein schwummeriges Gefühl“, gibt Alexander Waldhelm zu. Der 40-jährige Mülheimer hat, wie berichtet, drei Jahre Arbeit in einen „Heimatfilm“ über uns, die Menschen im Ruhrgebiet investiert. Herausgekommen ist ein 108 Minuten langer ernster und zugleich heiterer Kinofilm, der am 6. April in der Essener Lichtburg der Presse und den Kinobetreibern der Region vorgeführt wird.
Sein schöner Titel „Pottkinder“! Die öffentliche Premiere, die dort am 10. Mai vor 1250 Zuschauern über die Bühne und die Leinwand gehen wird, ist bereits ausverkauft.

Zwischen Hoffen und Bangen


„Ich kann nur hoffen, dass bei der morgigen Pressevorführung möglichst viele Journalisten und Kinobetreiber den Daumen heben und nicht senken, damit möglichst viele Menschen in möglichst vielen Kinos unseren Film sehen können.“ Wenn Waldhelm, der sich hauptberuflich als Presse- und Öffentlichkeitsarbeiter mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt, von „Wir“ spricht, meint er die fast 200 Menschen, die an sein Projekt „Pottkinder“ geglaubt haben und ihn deshalb als Sponsoren und Darsteller, mit Geld, Ideen und Sachleistungen, als Techniker und Kameraleute, als Soundtrack-Bands, als Gastgeber von Dreharbeiten, als Caterer oder auch, siehe zum Beispiel Gerburg Jahnke, Wilfried Schmickler, Fritz Eckenga, Rene Steinberg, Peter Neurorer oder Kai Magnus Sting, als prominente, aber gagenfreie Gastdarsteller in das Projekt „Pottkinder“ eingebracht haben. Wenn man dem dreifachen Familienvater zuhört, wie er in seiner Freizeit viele Menschen in unzähligen Gesprächen und E-Mail-Korrespondenzen von einem unentgeltlichen Einsatz für das Pottkinder-Projekt überzeugt hat, mag man fast an ein Filmwunder an der Ruhr glauben. Auch wenn der Bergbau 2018 der Vergangenheit angehören wird, lebt die Kumpel-Mentalität im Ruhrgebiet weiter.

Insofern kann man Waldhelm und seinen cineastischen Enthusiasten nur viel Erfolg beim Premierenstart ihres Films wünschen, damit dieser Erfolg vielleicht die Türen und Fördertöpfe für ein weiteres Filmprojekt, von ganz normalen Menschen für ganz normale Menschen im Ruhrgebiet öffnen wird. 


Dieser Text erschien am 2. April 2017 in der Mülheimer Woche

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