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Es werden Posts vom März, 2018 angezeigt.

Lassen wir uns nicht begrenzen

Rosrot glänzte der Mobilfunk-Werbeprospekt, der jetzt in meinem Briefkasten steckte. Gut, wir haben Ostern und in Zeiten, in denen wir uns bunt gefärbte Eier schmecken lassen, will die Werbewirtschaft auch farbenfroh auftrumpfen. „No Limits“ prankte auf dem Handy-Angebot, das ob seiner Farbgestaltung die rosarote Brille überflüssig machte. „No  limits!“ also: „Keine Grenzen!“ Das hört sich nach der  großen Freiheit an: Wer möchte heute schon begrenzt sein, zumal wenn es um seine Kommunikationsfähigkeit geht.

Dabei habe ich manchmal den Eindruck, dass wir gerade in dem Maße an zwischenmenschlicher Kommunikationsfähigkeit einbüßen und begrenzter werden, je grenzenloser unsere technischen Kommunikationsmittel, a´la E-Mail, SMS, Twitter, Whatsapp und Co werden. Gilt noch das gesprochene Wort, wie es auf so manchem Redemanuskript heißt. Tatsächlich hat man bei einer gewissen Sorte von politisch und wirtschaftlich mächtigen, aber menschlich und ethisch begrenzten Zeitgenossen, das Gefühl, da…

Handfeste Nächstenliebe

Der demografische Wandel fordert seinen Tribut. Nicht nur  auf der Straße, auch in der Kirche. Das fiel mir am Palmsonntag beim Besuch der Heiligen Messe auf. Nach dem Gottesdienst durften sich die Gläubigen Palmenzweige mit nach Hause nehmen. Dummerweise wurden die Körbe mit den begehrten Zweigen auf den Altarstufen aufgestellt.  Erst, als die  Körbe schon fast leer waren, fiel auf, dass der Zugang zu den Palmenzweigen gerade für die in ihrer Beweglichkeit eingeschränkten Senioren alles andere, als barrierefrei war. Um ein Haar hätte es für einige Gottesdienstbesucher buchstäblich „Hals und Beinbruch“ geheißen! Doch so weit kam es nicht. 

Gott sei Dank dachten einige jüngere und mobilere Gottesdienstbesucher mit und begannen in Form einer kleinen Menschenkette Palmzweige die Altarstufen herunter zu reichen, so dass die unten wartenden Gottesdienstbesucher auch zu ihrem Recht kamen, ohne ihre körperliche Gesundheit aufs Spiel zu setzen. Am nächsten Palmensonntag werden die Körbe sofort…

Es ist was ins Rollen gekommen

Gegenverkehr. Den haben Autofahrer und Radfahrer. Aber nicht nur. Heute kann man ihn auch in den Fußgängerzonen der Innenstadt beobachten. Er kommt auch dann, wenn dort keine eiligen Radfahrer oder Lieferwagenfahrer die Verkehrssicherheit der Fußgänger gefährden. Gestern kamen mir gleich drei  Rollatorfahrer auf breiter Front entgegen, überholt von einem  allzu flotten Elektrorollstuhlfahrer. Erstaunlich, wie viel Fahrt auch diese Elektromobile aufnehmen können, wenn sich bei ihren meist männlichen Fahrern das Prinzip durchsetzt: „Ich will Spaß. Ich gebe Gas. Denn als freier Bürger habe ich schon lange das Recht auf freie Fahrt, das sich die Autofahrer auch herausnehmen.“

Während ich noch überlegte, welchem Rolli ich jetzt wie Vorfahrt gewähren sollte, um als Fußgänger nicht unter die Räder zu kommen, fiel mir ein, dass ich als Junge auf meinen Wegen durch Mülheim keine Elektrorollstühle oder Rollatoren gesehen habe. Wo waren die Menschen, die schon damals solche Mobilitätshilfen gut h…

Lieber viele kleine als ein zu großer Schritt: Bei den Essener Gesprächen über das Verhältnis von Kirche und Staat diskutierten Theologen, Politiker und Juristen über die Rolle der Islam-Verbände und den islamischen Religionsunterricht in Deutschland

Mit Blick auf die bedenkliche politische Entwicklung in der Türkei stoppte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Mal Dreyer 2016 in ihrem Bundesland die Verhandlungen mit den Islamverbänden, die zu einem Rahmenvertrag über die Erteilung des islamischen Religionsunterrichtes an den Schulen des Landes führen sollte, bis auf weiteres gestoppt. Obwohl ein Gutachten der Landesregierung bestätigt hatte, dass der von der türkischen Regierung finanzierte Dachverband der deutsch-türkischen Moschee-Gemeinden (Ditib) ein politisch unbedenklicher Verband sei, sah sich Dreyer unter dem Eindruck der politischen Zuspitzung in der Türkei des autokratisch regierenden Staatspräsidenten Erdogan dazu gezwungen, die Vertragsgespräche mit den Islam-Verbänden so lange auf Eis zu legen, bis ein noch ausstehendes Gutachten die Staatsnähe oder Staatsferne der islamischen Ditib-Gemeinden untersucht hat. Denn die bundesweit 900 Moschee-Vereine des 1984 in Köln gegründeten Dachverbandes unterstehen der Kon…

Alb-Träume eines Fußgänger

Moving your Way steht auf dem Lieferwagen, der den Gehweg blockiert.

Und der blockierte Fußgänger, der mit seinem vollbeladenen Hackenporsche seiner Wege gehen möchte, muss auf die Fahrbahn ausweichen. Doch Vorsicht. Da kommt auch schon, dass nächste Taxi von hinten herangerauscht, das eine Senioren (vielleicht zum Arzt oder auch zum Friseur oder zum Café chauffiert.  Da tut der Fußgänger gut daran, sich erst mal gar nicht zu bewegen, um nicht unter die Räder und dann mit Knochenbrüchen ins Krankenhaus zu kommen. An der nächsten Ampel scheint ihm das Glück dann hold. Grün wird ihm angezeigt. 

Doch der Fußgänger tat gut daran vorsichtshalber noch einmal nach links zu schauen. Denn auch ein Autofahrer wähnte sich auf der Grünen Welle und kommt mit seiner Limousine erst hinter der Ampel und damit auf dem Fußgängerüberweg zum Stehen. Manchmal kommt man als Fußgänger nur mit einem Heer von Schutzengeln heil nach Hause und hätte nichts gegen den einen oder anderen autofreien Tag.

Dieser Text e…

Innere Uhr contra Zeitumstellung: Mediziner des St. Marien Hospitals raten ihren Mitbürgern zu einem regelmäßigen Schlafrhythmus, um die verlorene Stunde wieder einzuholen

Samstagnacht ist es wieder so weit. Dann werden die Uhren um 2 Uhr eine Stunde vorgestellt.

Der Chef-Kardiologe des St. Marien Hospitals, Heinrich Wieneke und seine in der Psychiatrie tätige Facharzt-Kollegin Ina Hofstadt raten mit Blick auf die aus ihrer Sicht entbehrliche Zeitumstellung dazu, die innere Uhr durch einen regelmäßigen Schlafrhythmus mit der neuen Sommerzeit zu synchronisieren.

„Man sollte grundsätzlich auch am Wochenende immer zur selben Zeit schlafen gehen und am anderen Morgen zur gleichen Zeit wieder aufstehen“, sagt Wieneke. Und Hofstadt ergänzt: „Das bedeutet, auch wenn einem am Sonntagmorgen umstellungsbedingt eine Stunde fehlt, sollte man zur gleichen Uhrzeit aufstehen und anschließend einen kurzen Spaziergang machen, um frischer in den Tag zu kommen. Die verlorene Stunde holt man dann wieder ein, wenn man am Sonntagabend zur selben Uhrzeit, wie sonst und damit defacto eine Stunde früher zu Bett geht.“

Der Kardiologe des St. Marien-Hospitals weiß aus der medizinisc…

Der Preis des Fortschritts

Das kleine Schwarze kannten früher nur Damen als ein Kleidungsstück für besondere Gelegenheiten. Heute hat es jeder, nicht das Kleidungsstück, sondern den kleinen, schmalen und oft schwarzen USB-Stick. Das kleine Wunderding, das übringens Dov Moran aus Mülheims israelischer Partnerstadt Kfar Saba erfunden hat, ist eine EDV-Datenbank im  Taschenformat.  So fühlt sich  Fortschritt an. Wofür man früher  einen Raum brauchte, dafür reicht heute eine Tasche. Aber welche? Und wo ist das verfluchte Ding? Schwarz auf Schwarz.

Das hat was existenzialistisches und treibt nicht nur dem suchenden Christenmenschen die Schweißperlen auf die Stirn, wenn er die Mini-Datenbank mit maximalen Zeitdruck sucht, weil auf ihr die Präsentation des Vortrages gespeichert ist, den er gleich halten soll. Gut, wenn die etwas größere Datenbank im eigenen Kopf noch so gut funktioniert, dass es auch noch ohne USB-Stick weitergeht. Aber es ist Zeit, dass Dov Moran einen USB-Stick erfindet, den man anklingeln kann, so w…

Nach dem Gemeindevotum beginnt nun auch in St. Mariä Himmelfahrt die Detailarbeit am Zukunftskonzept der Linksruhr-Pfarrei

„Wir wollen keine Kirchen schließen. Es geht darum neue, tragfähige Konzepte zu entwickeln, um Kirchen und Gemeindehäuser zu erhalten“, versicherte der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Manuel Gatz immer wieder, als er bei der Gemeindeversammlung von St. Mariä Himmelfahrt das vom Koordinierungsausschuss und vom Kirchenvorstand beschlossene Votum an den Ruhrbischof verteidigte.
Obwohl beiden ehrenamtlichen Gremien Respekt „für eure Arbeit“ gezollt wurde, gab es aus dem Reihen der im Treffpunkt an der Landsberger Straße versammelten Gemeindemitglieder auch Kritik an der vermeintlichen Alternativlosigkeit des Sparkurses. Da wurde auf bundesweit steigende Kirchensteuereinnahmen und auf millionenschwere Rücklagen des Bistums hingewiesen, die jetzt den Pfarreien zugute kommen müssten.
„Das Bistum Essen ist im Vergleich zu den Erzbistümern Köln und Paderborn vergleichsweise arm, weil es keine großen Ländereien und Mietimmobilien besitzt. Außerdem müssen wir angesichts des demografischen Wandels lan…

Die Saubermänner sind unter uns

Ich habe den Eindruck, dass unsere Wirtschaft im Fusionsfieber ist. Überall liest und hört man von Zusammenlegungen und Großunternehmen, die noch größer werden wollen. Ich habe seit gestern erhebliche Zweifel daran, dass Größe ein Qualitätsmerkmal darstellt und die Effektivität erhöht. Denn ich wohne im Haus eines der größten Wohnungsanbieter Deutschlands. „Da läuft ja sicher alles wie geschmiert!“ Denkste. Vor wenigen Tagen erfuhren wir von unserem für mehrere Häuser zuständigen Objektleiter, den Hausmeister hat das große Wohnungsbauunternehmen eingespart, dass die Mieter jetzt selbst das Treppenhaus putzen müssten. „Na, gut!“ dachte ich mir und machte mich vorgestern ans Werk. Wer die Treppe putzt, spart das Fitnessstudio.

Meine Putzlappen waren noch nicht ganz trocken, als mir gestern im Treppenhaus die vor sich hin putzenden Mitarbeiter der Reinigungsfirma begegneten, die eigentlich gar nicht mehr bei uns putzen sollten. Der Vorarbeiter der Putzkolonne wies meine Einwände zurück: „…

Der Kaiserplatz im Wandel der Zeit

Schön war es auf dem Kaiserplatz anno 1910. Die historische Aufnahme aus Udo Burkhard Richters im örtlichen Buchhandel erhältlichen historischem Kalender „Mülheim gestern 2018“ zeigt es.

Links sehen wir das Restaurant Reichskrone, das spätere Generationen als Café und Seniorentagesstätte Rosenhof kannten. Auch heute befindet sich mit der „Kaufbar“ ein Café im Erdgeschoss des Rosenhofes. Auch ein Imbisslokal, ein Wettbüro und ein Friseursalon bieten heute am ihre Dienstleistungen an Kaiserplatz. Seit 1952 wird auf dem Kaiserplatz zwischen Dickswall, Kaiserstraße und Althofstraße nicht mehr flaniert, sondern automobil geparkt.

Der Zug der Zeit führte auch dazu, dass die im Drei-Kaiser-Jahr 1888 so benannte Kaiserstraße in den 1960er Jahren verkehrstechnisch ausgebaut und die Kaiserplatzkreuzung damit zu einer der am stärksten befahrenen Kreuzungen Mülheims wurde. In den 1960er Jahren wollte man das moderne Deutschland und mit ihm auch in Mülheim die autogerechte Stadt schaffen. Denn Kaise…

Wie gewonnen, so zerronnen

Am eiskalten Samstag konnte ich mich am Anblick eines Webeplakates erwärmen. Es war ein doppelseitiges Plakat und hing an der Haltestelle, an der ich auf meinen Bus wartete. Es war eine Werbung zum Anbeißen. Denn auf den Werbeträgern strahlten mich glückliche Menschen an. Ihr Glücksgefühl kam nicht von ungefähr. Denn vor ihnen stand eine  ansehnliche  Mahlzeit.  Während ich noch darüber nachdachte, welche Mahlzeit ich wohl auf meinem Mittagstisch vorfinden würde und ob sie mir einen Glücksmoment bescheren werde, fiel mein Blick auf die Plakatzeilen: „Deine Zeit!“ und „Unsere Zeit!“

Bei dem köstlich anzuschauenden Plakat handelte es sich offensichtlich um die Werbung für einen Lieferservice, der mir, Ihnen und uns allen Zeit ersparen will. Das ist ja sehr löblich. Doch während ich darüber nachdachte, ob die Mahlzeit nach ihrer Anlieferung bei mir wirklich noch so frisch und lecker aussehen werde, wie auf dem Plakat, wurde mir schlagartig klar. Wahrscheinlich ist es ein Nullsummenspiel, …

St. Antonius Abbas: Eine Gemeinde kämpft um ihre Zukunft

Essen-Schönebeck. Ein Gefühl wie Weihnachten. An diesem Sonntag (18. Februar) reichen die Sitzplätze in Sankt Antonius Abbas nicht aus, um die 400 Gottesdienstbesucher zu fassen. Der Saal im Gemeindeheim, der für 200 Personen ausgelegt ist quillt über. Viele der Gemeindemitglieder stehen im Flur. Damit sie verfolgen können, was im Saal gesprochen und besprochen wird, müssen dessen Türen geöffnet bleiben.
Die Gemeinderatsvorsitzende Christiane Ebben, Kirchenvorstand Michael Holtwiesche und Architekt Thomas Hengst, die das Wort ergreifen, freuen sich, „das an diesem sonnigen Sonntag so viele Gemeindemitglieder gekommen sind.“  „Wir brauchen jeden von ihnen. Wir brauchen ihre Unterstützung, ihre Ideen und ihr Engagement“, sagt Michael Holtwiesche. „Wir müssen bis Ende des Jahres Fleisch an den Knochen bekommen“, betont Thomas Hengst.
Alle im Saal wissen, worum es geht. Es geht für die 4000 Mitglieder zählende Gemeinde, die zur Pfarrei St. Josef gehört, „um unsere christliche Heimat, die man…

Lehre statt Leere

Ich kann mich noch an Schulausschusssitzungen erinnern, in denen heftig um die Schließung von Schulen gestritten wurde, weil uns was fehlte, Schüler. Jetzt haben wir, was uns gerade noch fehlte, Schüler. Und nun ist es uns auch wieder nicht recht. Wohin mit den Schülern, wenn die vorhandenen Schulen aus allen Nähten platzen? Kein Platz in der Bildungsherberge?! 

Da fällt mir ein: Haben wir nicht genug Leerstände in der Innenstadt. Wo früher dies und das verkauft wurde und jetzt die Ödnis wohnt, könnte doch auch das eine oder andere Klassenzimmer eingerichtet werden. Die soziale Kontrolle wäre in der Schaufensterschule schon allein deshalb gegeben, weil sich Schüler zweimal überlegen, ob sie sich daneben benehmen, wenn sie sich beobachtet fühlen. Und das Umfeld könnte Lehrer und Schüler zu lebensnahen Aufgaben inspirieren. Wirtschaftslehre: Wie schaffe ich es eine monatliche Ladenmiete von 4000 Euro zu bezahlen, wenn ich nur einen Reingewinn von 2000 Euro erwirtschaftet habe?  Sozialwis…

Vom Gang der Dinge

Gestern wollte ich auf meinen Wegen durch die Innenstadt kurz verschnaufen. Doch ich fand keinen Platz im Forum, zumindest nicht auf der Bank, auf der ich gelegentlich kurz verweile.
Jetzt war diese Bank schon so voll besetzt, dass man auch mit grober Unhöflichkeit die Bank-Besetzer, die mir zuvor gekommen waren, nicht zum „Zusammenrücken“ oder zum“Platz machen“ hätte auffordern können. Haben die Besucher des Forums nach dem Besuch der Schnell-Imbiss-Ecke im Forum etwa so schnell zulegt, dass sie einfach mehr Platz auf der Mall-Bank brauchen? Nein. So schnell wird Fast Food dann doch nicht zum Hüftgold. Tatsächlich sind die Bänke im Erdgeschoss kürzer geworden. Die Botschaft ist klar: Schneller wieder aufstehen, als zu lange zu rasten und damit am Ende zu rosten. So kommt man im Leben weiter, wohin auch immer. Das Forum ist einfach konsequent: Wir sind ja in einem Einkaufszentrum. Und schließlich geht es hier ums Einkaufen gehen und nicht ums Aussitzen und Abwarten, bis die Haushaltska…

Ein Styrumer Zeitsprung auf Thyssens Spuren

Mit einem historischen Kalenderblatt aus der Sammlung des Mülheimers Udo Burkhard Richter schauen wir heute zurück in das Styrum des Jahres 1912 und landen an der wohl namenlosen Brücke an der Hauskampstraße. Am Horizont erkennt man die Schornsteine der Thyssenwerke. Und linkerhand blicken wir auf die 1894 eingeweihte Marienkirche, die wesentlich mit dem Geld des katholischen Industriellen bezahlt wurde. August Thyssen hatte mit Blick auf die 1862 eingerichtete Eisenbahnlinie 1870/71 Styrum als Standort für sein erstes Stahlwerk ausgewählt. Unter dem Einfluss seiner Ansiedlung verdoppelte die 1904 eingemeindete Landbürgermeisterei Styrum ihre Einwohnerzahl innerhalb von drei Jahrzenten. Allein in Styrum waren am Anfang des 20. Jahrhunderts 31.000 Menschen zu Hause und beschäftigt. Thyssen sei Dank. 

Damals konnten die Styrumer noch über die heute starkbefahrene Hauskampstraße und die Siegfriedbrücke gehen. Damals ging man noch zu Fuß, fuhr mit Pferd und Wagen oder mit der 1897 eingefüh…

Das Leben ist immer spannender

Während Vater und Mutter zeitgleich in ihre Smartphones schauen und Kurznachrichten an wen auch immer eintippen, ist ihr kleiner Sohn im Kinderwagen Feuer und Flamme für das richtige Leben, das sich während der U-Bahn-Fahrt im Stadtbahnwagen abspielt. Während seine Eltern auf das Display ihres Smartphones fixiert sind, lässt der Knirps ganz smart seine lachenden Augen von einem Fahrgast zum anderen wandern.

Der Mann, der nicht auf ein Smartphone starrt, sondern in eine Zeitung schaut, bekommt seine  Aufmerksamkeit ebenso geschenkt, wie der Hundehalter, der mit seinem Bello eine ganze Vierer-Sitzgruppe in Beschlag nimmt und die überladene Frau und Mutter, die ihre Einkäufe nach Hause schleppt, damit ihre Lieben, die daheim vielleicht schon in ihr Smartphone schauen, am Ende nicht voreilig per Kurznachricht den für die Haushaltskasse unbekömmlichen, weil zu teuren, Pizzaservice bestellen. Die Smartphoneltern verstehen die Welt nicht mehr, weil ihr Kind partout nicht aus der U-Bahn heraus…

"Ohne Dialog werden wir die Probleme unserer Welt nicht lösen", sagt der Träger der Buber-Rosenzweig-Medaille Peter Maffay bei der Eröffnung der Woche der Brüderlichkeit

Der Rockmusiker Peter Maffay ist am Sonntag bei der zentralen Eröffnungsveranstaltung der Woche der Brüderlichkeit mit der Buber-Rosenzweig-Medaille ausgezeichnet worden. Maffay, der sich mit seiner Stiftung für sozial benachteiligte Kinder und für den israelisch-palästinensischen Jugenddialog einsetzt sagte bei der Verleihung im Gespräch mit der ZDF-Moderatorin Gundula Gause: "Ohne Dialog werden wir die Probleme unserer Welt nicht lösen. Israel und Palästina sind ein internationaler Hot Spot. Wenn wir hier etwas erreichen, wird das auch auf andere Regionen der Welt ausstrahlen."

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet bescheinigte dem sozial und politisch engagierten Musiker im Geiste von Martin Buber zu wirken. "Denn Martin Buber", so Laschet "hat uns mit seiner Ich-Du-Philosophie gezeigt, dass ein Mensch erst Würde und Identität gewinnt, wenn er sich nicht nur um sich selbst dreht, sondern sich auch für das Du des anderen Menschen öffnet, ihn im…

Erinnerung an einen Kardinal

Der Zufall wollte es, dass ich gestern mit einer Rabbinerin im Taxi saß, das uns zur Ruhrfestspielhalle in Recklinghausen brachte, wo die Woche der Brüderlichkeit eröffnet und die Buber-Rosenzweig-Medaille an Peter Maffay verliehen wurde, als wir gemeinsam im Autoradio die Nachricht vom Tod Kardinal Lehmanns hörten. In der christlich-jüdischen Fahrgemeinschaft waren wir uns  einig, dass sich der Mainzer Altbischof und ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz um den interreligiösen Dialog und damit auch um den sozialen Frieden verdient gemacht hatte. Ich erinnerte mich an das Jahr 2003, als ich für diese Zeitung darüber berichten durfte, dass Kardinal Lehmann in der Stadthalle zum Goldenen Schlitzohr gekürt wurde. „Ich? Ein Schlitzohr. Das habe ich mir nicht träumen lassen. Aber andere scheinen einen ja besser zu kennen als man sich selbst.“ sagte der nicht nur gebildete, sondern auch fröhliche und bodenständige Gottesmann, der sein Preisgeld als Goldenes Schlitzohr im Int…

Ökumenische Initiative für den Stadtteil Winkhausen

Wie berichtet, verlassen die Pallottinner-Patres die Winkhauser Gemeinde Christ König, die seit 2006 zur Pfarrei St. Barbara gehört. Jetzt machen die Pfarrgemeinde St. Barbara und ihre evangelische Markuskirchengemeinde aus der Not eine Tugend und starten in ihrem Stadtteil eine Quartierswerkstatt.

Als ersten Schritt unterzeichneten der katholische Pfarrer Manfred von Schwartzenberg und seine evangelische Amtskollegin Petra Jäger, die Christ-König-Gemeinderäte Helmut Schwellenbach und Marcel Wolff sowie der Kirchenbaumeister der Markuskirchen-Gemeinde Heinz-Wilhelm Meßmann eine Absichtserklärung. Ziel dieser gemeinsamen Erklärung ist eine Antragsfinanzierung durch das Kuratorium der deutschen Altershilfe und eine anschließende Projektfinanzierung durch die mit der Deutschen Fernsehlotterie zu erhalten.
In einem ersten Schritt werden Dr. Jörg Tauch und seine Mitarbeiterin Martina van Hall vom ortsansässigen Wissenscenter Transfer die Eckdaten des Stadtteils zusammentragen, um die Basis f…

Werte contra Profit: Ein Wirtschaftswissenschaftler hat eine Petition an die Europäische Union gerichtet, um die ethischen Maßstäbe für Aktiengeschäfte zu stärken

„Die Europäische Zentralbank hat eine Vorbildfunktion. Deshalb muss sie in ihrer Geschäftspolitik ethische Mindeststandards einhalten“, betont der Bundesvorsitzende der katholischen Unternehmen, Prof. Dr. Ulrich Hemel. Folgerichtig unterstützt er die Petition des Würzburger Wirtschaftswissenschaftler, Prof. Dr. Harald Bölsinger, die dieser bereits im Mai 2017 bei Europäischen Parlament eingereicht hat.
Gestützt auf die Daten der unabhängigen Münchner Nachhaltigkeits-Rating-Agentur Oekon Research AG war Bölsinger im vergangenen Jahr zu dem Ergebnis gekommen, dass 88 Prozent der rund 7200 Aktiengesellschaften, deren Wertpapiere die von Mario Draghi geführte EZB handelt gegen einzelne oder mehrere Bestimmungen der EU-Grundrechtscharta verstoßen. Gemeint sind damit zum Beispiel Verletzung von Menschenrechten, Umweltzerstörung, Korruption, Waffenhandel und Steuerhinterziehung. Die Oekon Research AG prüft seit 1993 kulturelle, soziale und ökologische Standards von Unternehmen, Branchen und …

Ein katholischer kritischer Blick auf den Koalitionsvertrag

Wenn die Mehrheit der 463.000 SPD-Mitglieder zwischen dem 20. Februar und dem 2. März für den von CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag stimmt, wird es zu einer Neuauflage der Großen Koaltion kommen.
Wenn auch noch nicht alle Ressortbesetzungen feststehen, stehen die politischen Weichenstellungen mit dem 128 Seiten starken Koalitionsvertrag, der mehr Dynamik, Aufbruch und Zusammenhalt in Deutschland und in Europa verspricht, jetzt fest.
So plant die alte und neue Regierungskoalition unter anderem eine Begrenzung der sachgrundlosen Befristung von Arbeitsplätzen, einen höheren Sprechstundenanteil für gesetzlich versicherte Patienten, eine Erhöhung des Kindergeldes und der Mütterrente, die Einführung eines Baukindergeldes, die Rückehr zur paritöätischen Krankenversicherungsfinanzierung durch Arbeitgeber und Arbeitnehmer sowie die Bekämpfung des Ärztemangels in ländlichen und strukturschwachen Regionen.
Außerdem wollen die Koalitionäre in spe mehr Steuergeld in die Hand nehmen, um…

Nicht jede Farbe macht schöner

Als die Mülheimer Christdemokratin Helga Wex als Nachrückerin für den verstorbenen Altkanzler Konrad Adenauer 1967 in den Bundestag einzog, würdigte das Nachrichtenmagazin Der Spiegel "die quirlige Dame aus Mülheim" als einen "weiblichen Farbtupfer" in dem vom "grauen Männer-Zwirn dominierten Parlament".
Doch auch die leider (1986) viel zu früh verstorbene Frau Wex, die mit ihren Ideen für eine partnerschaftliche und gleichberechtigte Gesellschaft, Farbe in die Politik brachte, würde sich sicher wundern, wenn sie heute so manche Geschlechtsgenossin durch die Straßen ihrer Wahlheimat gehen sähe.
Denn längst begnügen sich viele Damen und auch einige Herrn nicht mehr mit schwarz, rot, braun oder blond, wenn es darum geht Farbe in ihre Haare zu bringen. 
Violett, grün, gelb, rosa sind längst keine Seltenheit mehr. Jan Kiepura, der 1935 den Schlager "Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau'n" sang, würde angesichts heutiger Farbenkombinationen immer…

Ehekomödie mit Tiefgang: Das Artelier Rudziok brachte "Wurst & Wellness" auf die Bühne

„Humor ist die Voraussetzung für eine gut funktionierende Ehe.“ Diesen Satz bekommt man in Martina Rudzioks Ehe-Komödie „Wurst und Wellness“ öfter zu hören und zu spüren. Rudziok und ihr Mann Armin wissen, wovon sie reden und spielen. Denn sie sind nicht nur auf der Bühne ein gut eingespieltes Paar. Doch ihr Stück über die Szenen einer Ehe zwischen zwei Partnern, die mitten im alten ein neues Leben suchen, ist mehr als flottes Küchentheater. In ihrem kleinen Zimmertheater am Heelweg sorgt das Paar, das nicht nur die Bühnenkunst beherrscht für eine Situationskomik mit Tiefgang.

Dem will und kann sich niemand entziehen. Sie sagt über ihn und seine Geschlechtsgenossen: „Männer werden im Kopf nur neun Jahre alt. Danach wachsen sie nur noch in die Höhe oder in die Breite.“ Er sagt über ihre beste Freundin, die sich immer wieder mit ihren Lebens- und Ernährungstipps in das Leben der Beiden einmischt: „Die Frau ist eine Naturkatastrophe. Wenn die mal stirbt, kommt sie nicht auf den Friedhof, …

Dramatische Genesung

Kultur ist ja was schönes. Aber alles hat seine Zeit. Und wenn die Erkältungszeit kommt, sollte man sich wirklich dreimal überlegen. ob man ein Konzert oder eine Thater-Aufführung besuchen muss. Denn irgendwo ist es ja für alle Beteiligten nur bedingt witzig, wenn man die Pointe verhustet oder ins Fortissimo hineinschnauft. Wer sich das Theater ersparen möchte, sollte sich am besten  mit seinen Tuberkeln und Auswürfen hinter die  Kulissen in seine Kissen zurückziehen. Auch das Gastspiel beim Hausarzt sollte sich der angeschlagene Kulturfreund lieber ersparen, wenn ihm seine Genesung und der damit hoffentlich bald wieder unbeschwerte Kulturgenuss lieb sind.

Statt sich der Röchel-Sinfonie hinzugeben oder sich den Dreiakter „Husten, Schnupfen, Heiserkeit“ anzutun, sollte der ansteckende Kinogänger lieber daheim sein Kopfkino in Gang setzen oder mit heißem Tee und Zitrone seinen Filmriss beträufeln.

Denn nur wer sich mit Geduld in seinem ganz persönlichen Zimmertheater oder Pantoffelkino au…

Wo, die Alten einkehrten: Ein Zeitsprung zwischen Kaiserstraße und Werdener Weg

Heute schauen wir mit Fotos von Walter Neuhoff und seinem 1953 verstorbenen Vater Wilhelm auf den Kreuzungsbereich zwischen Kaiserstraße, Lohscheidt, Werdener Weg und Südstraße. „Es war das letzte Foto, das mein Vater gemacht hat“, erinnert sich Walter Neuhoff.

Als das Foto entstand, war er selbst 17 Jahre alt. Damals stand das 1965 eröffnete Südbad noch nicht. Dafür lassen sich im Hintergrund noch die alten Gebäude der 1899 an der Kaiserstraße eröffneten Garnisonskaserne erahnen. In den frühen 1970er Jahren abgerissen, dienten sie bis dahin noch als Wohn- und Verwaltungsgebäude. 

Die Konstante im Bildvergleich ist das (linke) Gebäude an der Kaiserstraße 106, in der sich heute eine Tierarztpraxis befindet. Wer erfahren möchte, was es mit diesem Haus auf sich hat, das offensichtlich zwei Weltkriege überstanden hat, wird bei Bernd Simmerock fündig. Der pensionierte Otto-Pankok-Lehrer hat als Heimatforscher die Geschichte der Mülheimer Gaststätten recherchiert.

Deshalb ist ihm bekannt, dass…

Zu früh gefreut

Was für eine Überraschung. Die Deutsche Fernsehlotterrie schreibt mir. Mein Puls nimmt Fahrt auf. Habe ich gewonnen? Winken mir Millionen? Was könnte ich mit dem Geld alles tun. Weltreise? Eigentumswohnung? Sofortrente? Nie mehr auf Sonderangebote achten? Ich weiß gar nicht, an was ich als erstes denken soll. Doch dann nehme ich mir ein Herz und öffne den Briefumschlag mit dem verheißungsvollen Absender. Was wird wohl Mutter dazu sagen? Und dann erkenne ich: Sie wird über meine voreiligen Sekundenvisionen lachen, so wie ich.
Denn aus dem Umschlag kommt ein Brief hervor, der zwar an mich persönlich, aber wohl nicht nur an mich geschrieben worden ist. In diesem Brief, der auch noch mit einem unverschämt grinsenden Portrait versehen ist, weist mich ein Mann, dessen Name mich nicht im geringsten interessiert darauf hin, dass ein Mega-Los der Deutschen Fernsehlotterie eine Riesen-Chance und ein Schönes Geschenk sei. Geschenkt! Ich muss mich erst mal von meiner Enttäuschung erholen. Und glei…

Musikalische Zeitreise in die Reformation

Martin Luther war nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch ein Freund der Musik. Deshalb laden Musikschule und Stadtarchiv im Rahmen der Reformationsausstellung „Wortreich“ am kommenden Sonntag, 4. März, um 17 Uhr zu einem zeitgenössischen und eintrittsfreien Konzert ins Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße 37.
Dem Konzert am bundesweiten Tag der Archive gehen ab 14 Uhr halbstündige Führungen durch das Stadtarchiv voraus. Auf dem 75-minütigen Konzertprogramm stehen Kompositionen von Josquin de Prés (1440-1511), Martin Luther (1483-1546), Hans Neusiedler (1508-1563), Michael Altenburg (1584-1640), Tielmann Susato (1515-1570), Pierre Creton (1510-1572), Dario Castello (1590-1658) und Paul Crüger (1598-1662). Unter der musikalischen Leitung von Anne Machowinski und Silvia Bodamer werden Sänger und Instrumentalisten der Musikschule ihre Zuhörer auf eine musikalische Zeitreise in die Epoche der Reformation mitnehmen, in dem sie nicht nur ihren Gesang, sondern auch den weiche…

Ein Zeitsprung am Eppinghofer Kreisel

Wir schauen auf ein Bild aus der Sammlung des Mülheimers Udo Burkhard Richter und schauen von der Heißener Straße, in Höhe des heutigen Kreisverkehrs auf die von einem Luftangriff der Alliierten zerstörten Wohn- und Geschäftshäuser an der Eppinghofer Straße. Das Foto, das auch Teil von Burkhards Fotokalender „Mülheim gestern“ ist, entstand vor 75 Jahren. In der Nacht vom 22. Auf den 23. Juni 1943 erlebten Mülheim und seine Bürger den schwersten von 160 Luftangriffen, die die Stadt während des Zweiten Weltkrieges trafen.

Nach dem Angriff hatten 500 Mülheimer ihr Leben verloren. Fast die Hälfte aller Gebäude in der Innenstadt waren zerstört oder beschädigt. Bei Einstellung der Kampfhandlungen zählte man in Mülheim mehr als 1000 zivile Kriegsopfer und fast 900.000 Kubikmeter Trümmerschutt, der auf den Straßen lagerte. Heute ist die Eppinghofer Straße wieder eine lebendige, bunte und geschäftige Straße, die für einen Stadtteil mit Menschen aus über 100 Nationen, aber auch für viel bürgersc…

Winterfanatasien an der Haltestelle

Mein frierender Nachbar und ich, die wir an der Haltestelle auf unsere Straßenbahn warten, finden es ganz schön unverfroren, dass uns die Straßenbahn so lange warten lässt. 

Dabei lässt uns die Bahn diesmal gar nicht warten, sondern kommt pünktlich im 15-Minuten-Takt. Doch bei Minustemperaturen fühlt sich die Wartezeit doppelt so lange an. Und wir  unterkühlten Fahrgäste sind uns einig, dass es im Winter einen Wärme-Takt für Busse und Bahnen geben müsste, der die erstarrten Fahrgäste nicht länger als fünf bis zehn Minuten warten ließe. Nur so könnte man auch die Eisheiligen davon überzeugen, auf Busse und Bahnen umzusteigen, die sich auch in Zeiten von XXL-Staus und Klimawandel immer noch motorisiert durch das Dickicht der Städte bewegen wollen, komme was da wolle.

Ein Blick in die Nachkriegszeit zeigt. Not lehrt Bus- und Bahnfahren. Damals hatte die städtischen Verkehrsbetriebe noch etwa doppelt so viele Fahrgäste wie heute, obwohl die Stadt deutlich weniger Einwohner hatte, als heute.…

Pinkwart verteidigt NRW-Pläne zu Ladenöffnungen am Sonntag

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) hat die geplante Ausweitung der Ladenöffnung an Sonntagen verteidigt. "Wenn wir unsere Innenstadt als lebenswerte Wirtschaftsstandorte erhalten wollen, müssen wir dem veränderten Einkaufsverhalten Rechnung tragen", sagte er beim sozialpolitischen Aschermittwoch des Ruhrbistums und der rheinischen Landeskirche in Essen. Viele Kunden kauften sonntags online ein. Zudem betrachteten die meisten Menschen den Einkauf im Laden als Freizeitgestaltung. "Wenn sie das sonntags nicht bei uns, sondern gleich hinter der Grenze in den Niederlanden machen", sei das für NRW und seine Arbeitsplätze nicht gut.
Die Landesregierung will die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von vier auf acht je Kommune und Geschäft verdoppeln. Städte und Gemeinden sollen neben Märkten, Festen und Messen künftig weitere Sachgründe für verkaufsoffene Sonntage anführen können, etwa die "Belebung der Innenstädte". Für Kirchen und Gewe…