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Posts

Es werden Posts vom Dezember, 2019 angezeigt.

Wovon ich träume

Die Zeiten ändern sich. Und manchmal weiß man nicht, ob man darüber weinen oder lachen oder ob man sich darüber einfach nur wundern soll. Früher kamen die Weihnachtsgrüße schwarz auf weiß per Post ins Haus. Jetzt hat Oberbürgermeister Ulrich Scholten seine Weihnachtsgrüße via Facebook ins world-wide-web geschickt. Und weil unser Stadtoberhaupt kreativ ist, hat Scholten auch nicht irgendwelche Weihnachtsgrüße in den sogenannten Sozialen Medien gepostet, sondern, die, die es hören und sehen wollten und konnten mit einem Weihnachtsevergreen: „I am dreaming of a white Christmas = Ich träume von weißen Weihnachten“ beglückt. Ich bin nur froh, dass mich unsere Lokalzeitung ganz klassisch Schwarz auf Weiß über das Online-Ereignis informiert hat. Denn ich gehöre zu den Mülheimern, die noch ohne Facebook leben können. Immerhin hat der OB sich und der Stadtkasse mit seinem digitalen Weihnachtsständchen die Grußkarten zum Frohen Fest erspart. Vielleicht fiel ihm ja auch nichts ein, was er hätte …

Hoffentlich irrt Hegel

Besinnliche Momente kann man in diesem Advent auch im Haus der Stadtgeschichte erleben, wenn man sich dort an der Von-Graefe-Straße bis zum 23. Dezember die Zeit nimmt, eine bemerkenswerte Ausstellung über die Reichskanzler der Weimarer Republik anzuschauen. Zwar lässt uns der Philosoph Friedrich Hegel wissen: „Das einzige, was wir aus der Geschichte lernen, ist, dass der Mensch nichts aus der Geschichte lernt!“ Doch im Angesicht der Impressionen der ersten deutschen Demokratie, die in ihren 14 Jahren 16 Regierungen erlebte, ehe sie sich, mangels Demokraten, in einer Diktatur auflöste, möchte man inständig hoffen, dass sich Hegel geirrt hat. Dieser Wunsch bestärkte sich in mir, als ich jetzt im Rahmen besagter Ausstellung einen alarmierenden Vortrag des Historikers Bernd Braun hörte, der das Verfolgungsschicksal beleuchtete, dass die Familie des vormaligen sozialdemokratischen Reichskanzlers Hermann Müller, ab 1933 im NS-Deutschland erleiden musste, weil die Nationalsozialisten ihren …

Italienische Momente

Gestern haben Mutter und ich uns die Kugel gegeben. Keine Angst. Wir sind noch unter den Lebenden. War es eine Folge des Klimawandels oder eine Trotzreaktion auf die dunkle Jahreszeit? Uns überkam angesichts der milden Temperaturen fast so etwas wie ein Hauch Frühlings- und Sommergefühl im November. Da kam uns die italienische Eisdiele auf der Schloßstraße gerade recht, um uns mit einer Kugel Eis einen italienischen Moment zu gönnen, ehe sich der italienische Eismann unseres Vertrauens Anfang kommender Woche in seine wohlverdiente Weihnachtspause mit Heimaturlaub in Bella Italia verabschiedet. Dann hilft uns nur noch der Griff ins Kühlregal, um die Erinnerung an Sommer, Sonne und Eis aus Bella Italia wachzuhalten. Sei es drum. Alles hat seine Zeit. Spekulatius, Christstollen, Dominosteine und Glühwein warten. Und wenn es uns mal zu weihnachtlich werden sollte, legen wir eine CD von Paolo Conte oder Adriano Celentano ein und denken ganz azzurro an unseren Mülheimer Nachbarn in seiner i…

Gut investiertes Geld

Essen. Das Land fördert die 1250 kirchlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen auch in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 500.000 Euro. Darauf hat NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Montag bei einem Besuch der Katholischen-Öffentlichen Bibliothek St. Mariä-Empfängnis in Essen-Holsterhausen hingewiesen. Zusammen mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck dankte die Ministerin der ehrenamtlichen Bibliotheksleiterin Monika Mock und deren 20 ehrenamtlichen Kolleginnen, stellvertretend für die 13.400 ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den kirchlichen Bibliotheken an Rhein und Ruhr.

„Die kirchlichen Bibliotheken sind eine wichtige, weil wohnortnahe Ergänzung der Stadtbibliotheken, in denen sich jährlich 25 Millionen Menschen begegnen. Wir wollen einen Schub in die Bestände bringen und den phantastischen Einsatz der in den kirchlichen Bibliotheken engagierten Frauen und Männer würdigen“, erklärte Pfeiffer-Poensgen, warum das Land zwischen 2018 und 2021 insgesam…

Heiterer Ernst

"Sie haben gezeigt, dass Sie beide würdige Preisträger der Spitzen Feder sind", sagt der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp, bevor er dem RTL-Fernsehmoderator Wolfram Kons die Urkunde zur Spitzen Feder 2019/20 überreicht. Zuvor haben Stadtprinz Dennis I. und Stadtprinzessin Josephine I. Kons bereits die Spitze Feder und den dazugehörigen Orden verliehen. Das Lob des Mülheimer Chefkarnevalisten gilt nicht nur dem Preisträger, der unter anderem das RTL-Frühstücksfernsehen und den RTL-Spendenmarathon für Kinder in Not moderiert. Zu Dank verpflichtet ist er auch der Journalistin Carmen Thomas, die als erste Moderatorin des ZDF-Sportstudios und als Hörfunkmoderatorin des WDR-Bürgerdialogs "Hallo Ü-Wagen" Wege bereitet und Maßstäbe gesetzt hat. Nicht mit einer Laudatio, sondern mit einem kurzweiligen Interview stellt die Trägerin der Spitzen Feder für die Session 1987/88 den 450 Gästen im Festsaal der Stadthalle ihren Ordensbruder im …

Die Zeit läuft

Zwischen dem närrischen Ritterschlag für den Karnevalisten Udo Bohnenkamp und der Spitzen Feder für den Fernsehmoderator Wolfram Kons fällt mir ein, dass wir schon morgen den 1. Advent haben. Kaum sind die letzten Klänge des Prinzenballs („Da sind wir dabei. Das ist prima!“) verklungen, heißt es auch schon: „Advent, Advent! Die erste Kerze brennt.“ Schon Wilhelm Busch wusste: „Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit. Wir laufen mit!“

Der wortgewitzte Vater von Max und Moritz kannte auch schon Advent und Karneval, aber noch keinen Prinzenball, der heute am Vorabend des Advents gefeiert wird. Aber sicher hätte er seinen Spaß am Prinzenball gehabt und wäre dazu ein Top-Kandidat für die Spitze Feder gewesen.

Vielleicht hätte er bei dieser Gelegenheit spöttisch gedichtet: „Ach, was muss man heute alles hören oder lesen von vermeintlich gescheiten Wesen, die uns sagen: Weg mit allen Plagen. Bei mir braucht ihr nicht verzagen. Bei mir gibt es kein Ach und kein Weh. Denn ich habe den ri…