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Es werden Posts vom Mai, 2014 angezeigt.

Der Optimist - Warum der Ur-Ur-Enkel Hans Böcklers, Tim Fürbach, davon überzeugt ist, dass Solidarität kein Thema von gestern ist

Wer einen Optimisten treffen will, ist bei Tim Fürbach richtig. Solidarität ist kein Thema von gestern. Für mich ist es ein Teil meiner Familiengeschichte, sagt der 29-jährige Ur-Ur-Enkel Hans Böcklers.

Ein zentraler Platz der Stadt ist heute nach seinem Ur-Ur-Großvater benannt, der 1949 zum Gründungsvorsitzenden des Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt wurde und noch kurz vor seinem Tod im Jahr 1951 mit dem damaligen Bundeskanzler Konrad Adenauer die paritätische Mitbestimmung in der Montanindustrie aushandelte.
Davon profitiert heute auch sein Ur-Ur-Enkel nicht nur bei den von den Tarifparteien vereinbarten Lohnerhöhungen. Als ich vor zehn Jahren bei Siemens meine Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker begann, war es aufgrund meiner familiären Prägung keine Frage, dass ich auch in die IG Metall eintrete, erinnert sich Fürbach. Sein Vater ist bereits seit 50 Jahren in der IG Metall und sein Großvater Georg Rand war in den 50er Jahren erster Bevollmächtigter der IG-Metall in Oberhaus…

Späte Ansichten einer Wahl: Warum Menschen erst in letzter Minute wählen gehen und was danach mit ihren Stimmen passiert: Einblick in ein Mülheimer Wahllokal

Normalerweise werden in der Cafeteria des Karl-Ziegler-Gymnasiums Schüler und Lehrer versorgt. Doch an diesem Sonntag bleibt dort die Küche kalt. Stattdessen bekommt die Demokratie ihre wichtigste Nahrung, die Stimmen der Bürger. Denn am Wahltag der Europa- und Kommunalwahl wird die Cafeteria zum Wahllokal für den Stadtmitte-Stimmbezirk 012. Nur Wasserflaschen sind zu sehen, die sich die acht Wahlhelfer zur Erfrischung mitgebracht haben.
„Kurz vor Toresschluss kommt immer noch ein ganzer Schwung von Leuten,“ weiß Wahlvorsteherin Kerstin Braun. Die Frau vom Grünflächenamt muss es wissen. Denn seit sie 18 war, hat sie jede Wahl als Wahlhelferin begleitet. Und sie behält recht. Zwischen 17.30 Uhr und 18 Uhr wählen rund 40 Frauen und Männer in letzter Minute, darunter auch ein Briefwähler, der vergessen hatte seinen Wahlbrief rechtzeitig einzuwerfen und eine ältere Dame mit Rollator, der Braun über die Stufen ins Wahllokal hinein und später wieder hinaus hilft.
Wie und warum wird man zum…

Der unentschiedene Bürger: Warum immer mehr Wähler zu Nichtwählern werden: Ein Gespräch mit dem Meinungsforscher Manfred Güllner

Warum sind so extrem viele Wähler unentschieden, wenn sie wählen sollen, obwohl noch nie so viele Parteien und Bündnisse, wie vor dieser Kommunalwahl am 25. Mai um ihre Stimme werben? Diese vom Bürgerbarometer aufgeworfene und für die Demokratie existenzielle Frage besprach ich für die NRZ mit dem Gründer und Geschäftsführer des Meinungsforschungsinstitutes Forsa, Manfred Güllner.
Wissen die Wähler nicht mehr, was sie wollen?
Dass 30 bis 50 Prozent der Bürger auch relativ kurz vor der Wahl sagen, dass sie nicht wissen, wen sie wählen sollen, ist heute nicht ungewöhnlich. Viele wollen sich bis zuletzt eine Hintertürchen offenhalten, auch wenn sie schon wissen, wen sie wahrscheinlich wählen werden. Es könnte ja sein, dass die Oberbürgermeisterin kurz vor der Wahl mit der Stadtkasse durchbrennt.
Ist die Unentschiedenheit der Wähler reine Taktik und Täuschung?
Nein. Das hat mit dem Verlust von Vertrauen in die Politik zu tun. In Mülheim haben Sie dafür ein großartiges Beispiel. Nach dem di…

So gesehen: Bier und Bares fürs Kloster

Manchmal geht nicht nur Liebe, sondern auch Ökumene durch den Magen. So war es jüngst, als die katholische und evangelische Gemeinde in Saarn gemeinsam den 800. Klostergeburtstag feierte.

Da bewirteten die evangelischen Gastgeber ihre katholischen Klosterfreunde mit frisch gebrautem Klosterbier und schenkten ihnen obendrein für jedes Klosterjahr einen Euro fürs Geldsäckel der neuen Klosterstiftung. Dazu passte auch, dass der evangelische Pfarrer Gerald Hildebrand bei einer Theateraufführung das Habit eines Klosterbruders anlegte und in die Rolle des Beichtvaters der Saarner Klosterfrauen schlüpfte.

Zurecht wies der katholische Gemeinderat Jens Ammann darauf hin, dass das Kloster 1214 gegründet worden sei, als man unter Christen noch keinen Unterschied zwischen katholisch und evangelisch kannte. Auch das Mittelalter war manchmal eben sehr modern.
Dieser Text erschien am 21. Mai 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

Manfred von Schwartzeberg: Ein Gottesmann für jede Tonart

Der Mann hat eine musische Ader. Schon als Gymnasiast ist Essen und später als Theologiestudent in Bochum hat er seine Liebe zum Gesang und zum Theaterspiel entdeckt und ausgelebt. Keine Frage. So ein Talent kann man als Pfarrer gut gebrauchen. Denn schließlich geht es auch in der Liturgie und bei der Verkündigung der Frohen Botschaft im besten Sinne des Wortes um die Kunst der Darstellung.

Als der Männergesangverein Frohsinn, dessen Ehrenmitglied von Schwartzenberg ist, seinen 150. Geburtstag feierte brachte er ihm selbstverständlich ein Geburtstagsständchen, dass sich hören lassen konnte. Über die Grenzen seiner Pfarrei St. Barbra hinaus wurde er 1998 bekannt, als er das Libretto für ein Musical über das Leben des katholischen Arbeiterführers und Widerstandskämpfers Nikolaus Groß schrieb. Vertont vom Kirchenmusiker Burkhard Maria Kölsch, wurde es von rund 150 Gemeindemitgliedern seitdem nicht nur in Mülheim immer wieder auf die Bühne gebracht und machte das Erbe des 2001 selig gespr…

Warum erleiden nicht nur politische Parteien heute zunehmend einen Bedeutungsverlust und wie lässt sich diesem Trend entgegenwirken? - Ein Gespräch mit dem Pfarrer von St. Barbara Manfred von Schwartzenberg

Als Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Barbara ist Manfred von Schwartzenberg Vertreter einer gesellschaftlichen Institution, die früher sehr vielen Menschen heilig war. Darüber, dass das zumindest in der Breite der Gesellschaft heute nicht mehr so ist, macht sich der ehemalige Stadtdechant, der am 20. Mai 2014 seinen 70. Geburtstag feiert, keine Illusionen.

Mit Blick auf das Bürgerbarometer der NRZ, das in seinen Zahlen und Aussagen eindrucksvoll und alarmierend zugleich einen zunehmenden Bedeutungsverlust der etablierten Parteien dokumentiert, sieht er Gemeinsamkeiten und gemeinsamen Handlungsbedarf.
"Menschen wollen das Gefühl haben, das jemand für sie da ist, ihre Sorgen ernst nimmt und ihre Interessen vertritt", beschreibt der Ehrenstadtdechant die gemeinsame Herausforderung, vor die er nicht nur politische Parteien und Kirchen, sondern auch andere gesellschaftlich relevante Akteure, wie Gewerkschaften, Vereine und auch die Medien gestellt sieht.

"Ich ke…

So gesehen: Ein reifes Herz schlägt in der Jugend

Wenn man 70 Jahre alt wird, wie das beim Pfarrer von St. Barbara, Manfred von Schwartzenberg, am 20. Mai 2014 der Fall ist, wird man sich nur schwer noch zur reiferen Jugend zählen können. Dennoch sagt der ehemalige Jugendseelsorger auch heute noch: "Mein Herz schlägt für die Jugend." Und weil der ehemalige Stadechant nicht nur ein Mann des Wortes, sondern auch der Tat ist, wünscht er sich zu seinem runden Geburtstag keine persönlichen Geschenke, sondern Spenden für die Jugendstiftung des Bistums Essen. Denn der Gottesmann aus Dümpten, weiß, dass nicht nur die katholische Kirche auf Dauer verdammt alt aussehen wird, wenn sie für die Jugend nicht nur einen Segen, sondern auch einen Geldsegen bereit hält.

Dieser Text erschien am 17. Mai 2014 in der Neuen Ruhr Zeitung

So gesehen: Wir sind Gott sei Dank noch nicht überflüssig

Manchmal kommt man sich als Mensch in einer technisierten Welt überflüssig vor, weil einem Dinge abgenommen werden, die man früher noch selbst machte, zum Beispiel das Geldzählen und Kassieren beim Einkaufen. So glänzt ein Mülheimer Supermarkt mit einem Kassensystem, in dem man seine Geldscheine und Münzen nur noch in einen Schlitz oder in einen Schacht stecken muss. Die Maschine rechnet den Betrag aus und spuckt das Wechselgeld automatisch aus. Gefährlich einfach. Denn weiß der Mensch, ob er der Maschine vertrauen kann? Kann so ein Kassenautomat wirklich bis drei und darüber hinauszählen? Ist er ehrlich?

Ob diese automatisierten Kassensysteme, die Gott sei Dank noch von leibhaftigen Verkäuferinnen bedient werden, vor ihrer Inbetriebnahme einem Charaktertest unterzogen werden, ist nicht bekannt. Sicher ist allerdings: Nicht nur Menschen, sondern auch Maschinen haben Macken. Und so brauchte der Kassenautomat, der sich jetzt im Supermarkt am Kleingeld verschluckte, erst mal einen kräftig…

So gesehen: Jeder bekommt sein Fett weg

Wenn man ist Kloster geht und dort kein Schweigegelübde ablegt, dann kann man was erzählen. Zum Beispiel davon, woher Redewendungen, wie „ins Fettnäpfchen treten“ kommen. So berichteten die Kunsthistorikerin Angelika Böttcher und Klosterfreund Wolfgang Geibert bei der Eröffnung der Sonderausstellung „Anno Tobak und alles in Butter“, die jetzt im Gewölbekeller des Saarner Klosters zu sehen ist, dass es im Mittelalter Sitte war, sich die Schuhe einzufetten, um sie angesichts der vielen unbefestigten Straßen und Wege vor Feuchtigkeit und Dreck zu schützen. Die Kunst bestand dabei darin, nicht ins Fettnäpfchen zu treten, um anschließend nicht das ganze Fett ins Haus zu tragen. Angesichts dieser Anekdote von Anno Tobak konnte sich der ehemalige Bezirksvertreter Geibert (SPD) mit Blick auf den ebenfalls anwesenden CDU-Ratsherrn Wolfgang Michels, die augenzwinkernde Bemerkung nicht verkneifen, „dass sich die Straßenverhältnisse in Mülheim immer mehr dem Mittelalter annähern.“ Doch Michels wu…

Gemeinsame Baustellen: Wie erleben junge und alte Mülheimer ihre Stadt? Ein Gespräch zwischen den Generationen

Wie erleben Mülheimer aus unterschiedlichen Generationen ihre Stadt und deren Entwicklung? Und wo sehen sie in einer stark alternden Stadt, in der schon heute 30 Prozent der Bürger über 60, aber nur 18 Prozent unter 21 Jahren sind Gemeinsamkeiten zwischen den Generationen? Darüber sprach ich im Auftrag die NRZ vor dem Hintergrund der Ergebnisse ihres Bürgerbarometers mit der Vorsitzenden des Jugendstadtrates, Olga Teplytska, (17), die nach ihrem Abitur an der Otto-Pankok-Schule Pharmazie studieren möchte und mit dem langjährigen CDU-Kommunalpolitiker Paul Heidrich (70), der sich inzwischen seit einigen Jahren als Vertreter des Katholikenrates im Seniorenbeirat der Stadt engagiert.
Fangen wir doch mal mit dem positiven an. 15 Prozent der Befragten glauben, dass sich die Stadt in den letzten fünf Jahren zu ihrem Vorteil verändert hat. Worauf kann sich solcher Optimismus stützen? Teplytska: Ich weiß, dass das Medienhaus und das modernisierte Cinemaxx-Kino im Rhein-Ruhr-Zentrum bei vielen…

Eine Markthalle im Grünen macht noch keinen Frühling: Wie Einzelhändler und Dienstleister in der Innenstadt eine mögliche Alternative zum leerstehenden Kaufhof sehen

Droht Mülheim eine leere Mitte? Diese Frage kann man sich stellen, wenn man auf die Leerstände an der unteren Schloßstraße schaut und auf den größten Leerstand, den Kaufhof, zusteuert. „Es muss was geschehen!“ Diesen Satz hört man immer wieder, wenn man sich mit Einzelhändlern und Dienstleistern in der Innenstadt unterhält. Hier überrascht das Bürgerbarometer mit der Feststellung, dass es auch die besser verdienenden und kaufkräftigen Bürger sind, die anstelle des Kaufhofes gerne einen Park mit überdachter Markthalle sehen würden. Dabei hört man doch immer wieder, dass es gerade die zahlungskräftige Kundschaft ist, die es in Mülheim zwar gibt, die aber immer seltener in der Innenstadt und dafür immer öfter in Saarn, Düsseldorf, Essen oder auch im Internet einkauft.
Deshalb drängt sich die Frage auf, ob eine attraktive Markthalle im Grünen die Innenstadt wieder in die grüne Zone bringen kann? Durch fast alle Gespräche zieht sich die Skepsis, dass das gelingen kann, wenn nicht auch der…

Droht eine Nahversorgungslücke? Tengelmann prüft zurzeit die Schließung von zwei Märkten in Stadtmitte und Styrum

Dem Einzugsbereich an der unteren Schloßstraße, die schon jetzt nicht nur unter dem leerstehenden Kaufhof zu leiden hat, droht ein weiterer Tiefschlag. Der rund 300 Quadratmeter große Tengelmann-Markt, der erst vor zweieinhalb Jahren umgebaut und aufgehübscht wurde, steht auf der Kippe.

„Es besteht die Absicht zwei Mülheimer Märkte zu schließen. Das ist aber noch nicht definitiv. Die endgültige Entscheidung fällt im Laufe des Jahres“, sagte gestern eine Sprecherin der Unternehmensgruppe Tengelmann auf meine Anfrage im Auftrag der NRZ.

Sie bestätigte, dass neben dem Markt an der Leineweberstraße auch der Markt im Styrumer Marktcenter an der Steinkampstraße auf dem Prüfstand steht, „weil sie wirtschaftlich nicht die Zahlen bringen, die wir uns als Unternehmen wünschen.“ Auch wenn bei Tengelmann vorerst nur von einer Schließungsabsicht und einer allein wirtschaftlich begründeten Prüfung der Standorte die Rede ist, stimmt es nachdenklich, wenn man von der Unternehmenssprecherin erfährt, das…

So gesehen: Mülheim - Heiter bis wolkig

War der Mai nicht mal ein Wonnemonat? „Alles neu macht der Mai“, dichtete anno 1829 der Mülheimer Poet und Pädagoge Hermann Adam von Kamp. Ob das Mai-Wetter damals auch schon so wechselhaft war?

Ausgerechnet zum Muttertag muss man mit einer Regenwahrscheinlichkeit von bis zu 75 Prozent rechnen. Sagen zumindest die Wetterfrösche. Das haben unsere Mütter und unsere Mutterstadt nun wirklich nicht verdient.

Sollte ausgerechnet das Fest, mit dem die Stadt am Fluss ihr neues Quartier am Wasser feiern will, ins Wasser fallen. So war das mit dem Begießen bestimmt nicht gemeint.

Aber seien wir mal keine Frösche und bewahren uns ein sonniges Gemüt. Denn im Fluss der Zeit ist schon viel Wasser die Ruhr hinuntergeflossen und die Stadt, der so manches mal das Wasser bis zum Hals stand und steht, hat schon ganz andere Stürme überlebt. Zur Not packen wir den farbenfrohen Mülheim-Schirm von Claus Schiemann ein. Der garantiert die rosarotesten und himmelblausten Aussichten auf Mülheims Schönheiten, egal,…

Ist das Image von Ruhrbania noch zu retten? Ein Gespräch mit der PR-Fachfrau Anita Gilges

Wenn Unternehmen Werke schließen oder Produkte zurückrufen müssen, sind Anita Gilges und ihre Kollegen von der PR-Agentur Blue Moon als Öffentlichkeitsarbeiter gefordert, um die Krise zu kommunizieren und den Imageschaden zu begrenzen. Könnte auch Ruhrbania, von dem im Bürgerbarometer der Neuen Ruhr Zeitung nur 24 Prozent der Befragten sagen, dass sie damit mehr Lebensqualität und Attraktivität für die Stadt verbinden, Krisen-PR gut tun und das schwache Image aufpolieren.
Ist das Image von Ruhrbania noch zu retten? Auf jeden Fall. Trotz viel Beton sieht man gute Ansätze. Wohnen am Wasser. Das ist auf jeden Fall attraktiv. Was könnte mehr Mülheimer für Ruhrbania begeistern? Man sollte das neue Ruhrquartier mit seinem großen Platz für kulturelle und sportliche Events nutzen, bei denen die Bürger Ruhrbania positiv erleben. Im Winter könnte ich mir dort auch einen Weihnachtsmarkt oder eine Eislauffläche vorstellen. Erschlägt der Beton an der Ruhrpromenade nicht jede noch so gute PR-Argument…

Wenn Schüler von Schülern lernen: Sechstklässler der Otto-Pankok-Schule unterrichteten Grundschüler aus dem Dichterviertel und ließen sie dabei mit allen Sinnen lernen

Aluminium. Das hört sich nicht gerade nach einem spannenden Unterrichtsstoff für Dritt- und Viertklässler an. Ist es aber, wenn, wie an diesem Vormittag elf Sechstklässler der Otto-Pamkok-Schule in die Rolle von Lehrern schlüpfen und ihre jüngeren Mitschüler von der Grundschule am Dichterviertel mit allen Sinnen lernen lassen.

„Während einer Projektwoche haben wir den Film Akte Aluminium gesehen. Der zeigt, wie schädlich sich die Herstellung von Aluminium auf die Umwelt und die Gesundheit der Menschen auswirken kann. Das wollten wir auch anderen Kindern erklären“, schildert Otto-Pankok-Schülerin Alexandra Hufnagel, wie es zur Unterrichtsstunde von Schülern für Schüler kam. Und ihr Klassenkamerad Lasse Lautenschläger macht deren Lernziel deutlich: „Man muss ja nicht gleich bei Flugzeugen und Autos auf Aluminium verzichten. Es gibt aber keinen Grund, warum man sein Pausenbrot in Aluminiumfolie statt in einen Butterbrotsdose einpacken muss.“
Es ist schon erstaunlich, wie die Nachwuchsp…

So gesehen: Lieber Aussichten als Ansichten

Verstehe einer die Wähler. Kaum versuchen die Parteien sie mal niederschwellig und plakativ anzusprechen, ist es dem launischen Souverän auch schon wieder nicht recht. Wie in der Samstagsausgabe berichtet, werden die tiefer gehängten oder tiefer gerutschten Wahlplakate nicht nur im Saarner Dorfkern als Verkehrshindernis, um nicht zu sagen, als Stein des Anstoßes gesehen. Gerade Kinder, so las man, seien durch unsere tiefer gelegten Politiker, respektive ihre plakativen Statthalter, gefährdet.

Das fehlte noch, dass unsere Kommunalpolitiker im Wahlkampf zum Verkehrshindernis werden statt die Verkehrsführung in der Stadt zu verbessern und den Reformstau an so mancher Baustelle aufzulösen. Aber vielleicht haben es die Parteien ja auch nur gut gemeint und an die Forderung des Kinderschutzbundes gedacht, das Wahlalter abzusenken. Deshalb wollten sie ihre Wahlbotschaften vielleicht lieber etwas tiefer hängen, um auch mit dem Wähler von morgen auf Augenhöhe zu kommunizieren. Ob man politische…

Die Bundestagsabgeordneten wollen dran bleiben: Auch nach dem Ende der Bürgerarbeit haben Beschäftigungsperspektiven für Langzeitarbeitslose für Arno Klare und Astrid Timmermann-Fechter politische Priorität, obwohl sie im Detail unterschiedliche Schwerpunkte setzen

Am 1. Mai wird die Arbeit gefeiert. 71 Mitarbeiter des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur haben sicher keine Lust dazu. Wie berichtet, droht ihnen ab August die Rückkehr in die Langzeitarbeitslosigkeit und die Hartz-IV-Existenz. Denn das Bundesprogramm Bürgerarbeit läuft aus, was seit drei Jahren, seit dem Start des Programms bekannt war. Es wird mit europäischem Geld bezahlt und das war befristet.
Wenn man die Mülheimer Bundestagsabgeordneten Arno Klare und (SPD) Astrid Timmermann-Fechter (CDU) fragt, warum es die Große Koalition nicht geschafft hat, beim Thema Bürgerarbeit eine lückenlose Lösung für Langzeitarbeitslose mit Vermittlungshemmnissen zu finden, weisen beide darauf hin, dass sie als Verkehrspolitiker (Klare) und als Familienpolitikerin (Timmermann-Fechter) nicht vom Fach sind, wenn es um Sozial- und Arbeitsmarktpolitik geht.
Das es Priorität hat, Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu bringen, ist für beide Parlamentarier unstrittig. „Wir müssen gucken, was möglich ist, d…

Damit das Kind nicht in den Brunnen fällt: Frühe und flexible Erziehungshilfen zahlen sich aus

Kinder machen Freude. Manachmal überfordern sie aber auch ihre Eltern. Dafür stehen die 1310 Fälle, in denen das Sozialamt als federführende Behörde im Jahr 2012 eine Hilfe zur Erziehung anordnete oder gewährte.

Auch wenn die Zahl der Eziehungshilfen, wie Ende März im Jugendhilfeausschuss vorgestellt und jetzt auch vom statistischen Landesamt IT NRW veröffentlicht, gegen den Landestrend von plus 1,9 Prozent im Vergleich zum Jahr davor um 43 (-3,2 Prozent) zurückging, fällt auf, dass die Zahl der flexiblen Familienhilfen im gleichen Zeitraum um 18,3 Prozent von 262 auf 310 angestiegen ist.
„Die flexibibele Familienhilfe soll Familien mölglichst frühzeitig und niederschwellig helfen , ihren Alltag besser zu organisieren und so Eltern entlasten, ehe das Kind in den Brunnen gefallen ist“, erklärt Sozialplanerin Birgit Mohr diesen „Türöffner der Eziehungshilfe“. Die steigende Zahl der flexiblen Familienhilfen begründet Mohr unter anderem damit, „dass die Leute heute aufmerksamer hinschau…