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Es werden Posts vom September, 2011 angezeigt.

Urlaub anno dazumal: Erinnerungen an die gute alte Sommerfrische

Sommerzeit ist Urlaubszeit. Und der Trend, so bestätigt Alexandra Scholz vom Speldorfer Reisebüro Fleck, geht wieder zum Urlaub im eigenen Land, "weil es preiswerter ist und viele Leute auch nicht gerne fliegen." Die Reisekauffrau und ihre Kollegen stellen fest, dass vor allem der Urlaub an Ost- und Nordsee hoch im Kurs steht. Wer keine Flugangst hat und sich viel Sonne für wenig Geld wünscht, den zieht es laut Scholz derzeit vor allem in die Türkei oder nach Ägypten und Tunesien, während klassische Urlaubsziele wie Ibiza und Menorca wegen gestiegener Preise weniger attraktiv seien, anders, als die "gut gebuchten" Kreuzfahrten und das Urlaubsziel schlechthin: Mallorca. Da sei vor allem bei ganz jungen Urlaubern gefragt.









Wie machten eigentlich unsere Eltern und Großeltern Urlaub, als von All inclusive noch keine Rede war. Aus erster Hand erfahre ich von meiner Mutter Edith Emons, die gerade ihren 80. Geburtstag gefeiert hat, dass sie in ihren Kindertagen mit Vater, M…

Warum brauchen wir eigentlich Denkmalschutz? Ein Gespräch mit dem Mülheimer Architekten Wolfgang Kamieth, der in einem Denkmal zu Hause ist

Zum Tag des offenen Denkmals sprach ich für die NRZ mit Wolfgang Kamiethdarüber, warum wir den Denkmalschutz als Gesellschaft brauchen. Als Architekt ist Kamieth nicht nur am Bau neuer Häuser interessiert. Er selbst wohnt zusammen mit seiner Frau Annette in einem sehr alten Fachwerkhaus, das 1784 am Ruhrufer errichtet wurde und das er 1988 erworben und restauriert hat.





Damals mussten wir jeden Balken nummerieren und 80 Prozent des Fachwerkes austauschen, weil die Balken verfault waren, erinnert sich Kamieth an den Kraftakt.In einem Haus zu wohnen, in dem schon viele Generationen vor uns gelebt haben, fasziniert ihn. Wir können uns nur mit unserer Zukunft beschäftigen, wenn wir auch unsere Vergangenheit kennen, ist Kamieth überzeugt. Er selbst hat sich sehr intensiv mit der Geschichte seines Hauses und dessen früheren Bewohnern beschäftigt, die er bis 1812 zurückverfolgen kann. Er weiß, dass hier früher Ruhrschiffer und Schlosser lebten und arbeiteten. An der Fassade hat er auch Hinwei…

Ein Blick in die Stadtgeschichte: Wie die Mülheimer vor 50 Jahren den Mauerbau in Berlin erlebten

Wenn wir heute an Flüchtlinge denken, denken wir an Menschen, die aus fernen Ländern zu uns kommen, weil sie vor Krieg und Verfolgung fliehen. Laut Ausländerbehörde leben in Mülheim derzeit 91 Asylbewerber aus dem Irak und aus verschiedenen afrikanischen Staaten, die als Asylbewerber in unserer Stadt Zuflucht gefunden haben.Flüchtlinge aus der ZoneVor 50 Jahren kamen die Flüchtlinge, die in Mülheim Zuflucht suchten aus Deutschland, nämlich aus der DDR, die damals noch als sowjetische besetzte Zone bezeichnet wurde. In den Wochen vor dem Mauerbau schwoll der Flüchtlingsstrom an. Anfang August 1961 ging die Stadtverwaltung von 1500 Zonenflüchtlingen aus, die in Mülheim untergebracht werden mussten, weil sie die Freiheit im Westen Deutschland dem realexistierenden Sozialismus im SED-Staat vorzogen. „Spitzbart und Brille sind nicht des Volkes Wille“ hieß es damals in einem Witz, der in der DDR hinter vorgehaltener Hand über Staats- und Parteichef Walter Ulbricht erzählt wurde.

Doch angesic…

Als Bürger Bürgern halfen von Deutschland-Ost nach Deutschland-West zu kommen: Eine Mülheimer Geschichte zum 50. Jahrestag des Mauerbaus

Als die Mauer in Berlin gebaut wurde, war der Mülheimer Jurist Jochen Hartmann drei Jahre alt. Obwohl er selbst keine Verwandten in der damaligen DDR hatte, hat sich Hartmann, wie er sagt, „immer für Deutschlandpolitik interessiert, weil ich mich auch immer schon für deutsche Geschichte interessiert habe.“ Deshalb verfolgte er auch schon als 20-Jähriger Ende der 70er Jahre die Mitteilungen des Vereins „Hilferufe von drüben“ und gründete in der Jungen Union (JU) einen deutschlandpolitischen Arbeitskreis. Durch den Verein „Hilferufe von drüben“ wurde er 1979 auf den Fall der Familie Baumgart aufmerksam.

Die dreiköpfige Familie lebte damals in Weinböhla, im Bezirk Dresden, wollte aber seit 1976 nach Mülheim übersiedeln, um sich dort um ihre kranke Mutter und Schwiegermutter kümmern zu können.Von Deutschland-Ost nach Deutschland-West überzusiedeln, war in Zeiten der Mauer und der deutschen Teilung mit Schikanen durch das SED-Regime verbunden, da ein Ausreiseantrag in den Augen des DDR-Staa…

Wo die Kunst auf die Straße gesetzt wird: Kunst Raus zeigt sich im September in Saarn noch einmal von seiner besten Seite

Im September geht die Saarner Aktion „Kunst raus“ auf die Zielgerade. Am 8. und 17. September kann man sich noch einmal um 19 Uhr und um 17 Uhr fachkundig durch die Freiluftgalerie der elf, 1,50x1,20-Meter großen und plakativen Kunstwerke führen lassen, die 22 Künstler der Gruppe XX+X im Dialog miteinander kreiert haben. Los geht es jeweils an der Saarner Dorfkirche an der Holunderstraße.Schon jetzt sprachen die beteiligten XX+X-Kreativen Peter Flach (46), Markus Schmidt (44) und Pauline Höchter (12) beim Spaziergang über die Saarner Kunstmeile in einem Dialog über die Kunstaktion, die am 25. September um 10 Uhr mit einem musikalischen Gottesdienst in der Dorfkirche ausklingt und über ihre eigene Kunst.









Welche Resonanz hat Kunst Raus bisher gefunden?




Flach: Bei der ersten Führung am 28. Mai hatten wir mindestens 120 Teilnehmer, so viele, wie noch nie zuvor in den letzten 19 Jahren, in denen es Kunst Raus gibt. Natürlich ist der Andrang bei den normalen Werktagsführungen nicht so stark, …

Was Mülheimern zum 20. Juli 1944 einfällt: Nur Mut! oder eine aktuelle Umfrage zu einem historischen Gedenktag, der kein Thema von gestern ist

Sie sind bis heute ein Sinnbild für Mut, die Männer des 20. Juli 1944. Mit dem Attentat auf Adolf Hitler versuchten sie ein unmenschliches Regime und einen verbrecherischen Krieg zu beenden, um das Schicksal Deutschland zum besseren zu wenden. Diese Männer des militärischen Widerstandes um den Grafen Stauffenberg, zu denen auch der aus Mülheim stammende Offizier Günther Smend (siehe Kasten) gehörte, bezahlten ihren Mut mit dem Leben. Doch was ist für uns und unseren Alltag in einer Demokratie, jenseits von Krieg und Diktatur, heute noch mutig? Für die NRZ suchte und wurde ich fündig:



Werner Andorfer (63), Leiter der Karl-Ziegler-Schule: "Mut bedeutet für mich, sich für etwas oder jemanden einzusetzen, ohne dabei an die Konsequenzen zu denken, die sich daraus ergeben könnten. Das kann zum Beispiel bedeuten, einzuschreiten, wenn Menschen attackiert werden. Als Demokrat bedeutet Mut für mich, sich gegen alle totalitären und extremistischen Tendenzen aufzulehnen, die auf eine Unterdr…

Ein nachdenkliches "Geburtstagsgespräch" mit Christa Ufermann zum 90. Geburtstag des Blinden- und Sehbehindertenvereins

Mit einer Schiffstour an Bord der Weißen Flotte feierte der Blinden- und Sehbehinderten verein am 3. September seinen 90. Geburtstag. Woher kommt der Verein und wohin geht die Reise für ihn und die Menschen, deren Interessen der BSV vertritt. Für die NRZ sprach ich darüber mit Christa Ufermann, die vor 65 Jahren blind auf die Welt kam und den BSV seit 1987 als Vorsitzende führt.





Warum hat man den BSV vor 90 Jahren ins Leben gerufen?


Der Verein ist damals als reiner Blindenverein gegründet worden, der hilfsbedürftige Blinde unterstützte. Das war ja nach dem Ersten Weltkrieg eine schwierige gesellschaftliche Situation, in der es noch keinen Sozialstaat gab, wie wir ihn heute kennen.





Wie hat der Verein geholfen?


Der Verein hat über einen Blindenhilfsverein Spendengelder für die Ärmsten gesammelt und am Dickswall sogenannte Blindenwaren verkauft. Das waren zum Beispiel Besen, Bürsten, Aufnehmer, Webwaren oder auch Körbe, die von blinden Handwerkern hergestellt wurden. Früher waren die allerme…