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Es werden Posts vom Oktober, 2014 angezeigt.

Altersarmut: Altes Haus, wohin? Barrierefreie und bezahlbare Wohnungen sind in Zeiten des demografischen Wandels das Gebot der Stunde

Folgt man der Bevölkerungsprognose der Stadtforschung, werden 2025 fast 54 Prozent der Mülheimer über 60 sein. Wenn dann ab 2030 das Rentenniveau auf 43 Prozent des letzten Monatsgehaltes abgesenkt werden und mehr als ein Drittel der Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein werden, wird auch der Bedarf an bezahlbaren und barrierefreien Wohnungen deutlich ansteigen. Deshalb bescheinigte das Bochumer Institut für Wohnungswesen (Inwis) der Stadt bereits 2012 einen Nachholbedarf beim altersgerechten Wohnraum, mit einem Schwerpunkt im unteren und mittleren Mietsegment. Danach brauchen die Mülheimer Senioren ab 2025 verstärkt Wohnungen, die möglichst barrierefrei, nicht größer als 65 Quadratmeter und nicht teurer als 6 bis 9 Euro pro Quadratmeter sind. Bis 2025 braucht Mülheim, laut Inwis, 500 bis 600 neue altengerechte Wohnungen und 540 betreute Altenwohnungen.

Das sehen auch der Geschäftsführer der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft, Frank Esser und die Sprecherin der SWB, Chri…

Altersarmut ist für die Deutsche Rentenversicherung Rheinland eine Frage der Arbeitsmarktpolitik, die nur der Gesetzgeber beantworten kann

Die Rente ist sicher“, behauptete einst Bundesarbeitsminister Norbert Blüm. Doch wie bekommt man eigentlich Rentenansprüche und wie sicher sind sie, wenn der demografische Wandel dazu führen wird, dass die Zahl der Rentner zunehmen und die Zahl der Beitragszahler abnehmen wird. Dazu befragte ich für die NRZ den Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Rheinland (DRV), Jochen Müller, der Rentenrecht studiert und viele Jahre als Berater der DRV gearbeitet hat.

Frage: Ist Altersarmut in Ihren Beratungsgesprächen ein Thema?

Antwort: Eigentlich nur vereinzelt. Denn die meisten Anfragen, die wir zurzeit in unseren Beratungsstellen bearbeiten, kommen von rentennahen Jahrgängen aus der Generation 50 plus. Sie drehen sich vor allem um die Fragen: Kann ich mit 63 in Rente gehen? und: Bekomme ich eine Mütterrente? Wir werden natürlich auch mit der Frage konfrontiert, wie sich Zeiten der Arbeitslosigkeit auf die persönlichen Rentenansprüche auswirken.

Frage: Werden Zeiten der Arbeitslosigkeit de…

Preiswert oder Luxus? Was bedeutet zunehmende Altersarmut für den Einzelhandel?

Ich kauf mir was. Kaufen macht so viel Spaß“, sang einst Herbert Grönemeyer. Doch der Spaß am Kaufen könnte künftig immer mehr Menschen vergehen, wenn mehr als ein Drittel der Rentner im dann mehrheitlich „alten“ Mülheim auf eine Grundsicherung im Alter angewiesen sein sollten, weil das Rentenniveau dann auf 43 Prozent des letzten Arbeitseinkommens absinkt.

Schon jetzt hat die Bundesregierung, von der auch die oben genannte Prognose aus dem Jahr 2012 stammt, festgestellt, dass die Rentner in den letzten 14 Jahren 20 Prozent ihrer Kaufkraft verloren haben. Wenn 2030 immer mehr der heute prekär Beschäftigten, zu prekär lebenden Ruheständlern werden, wird das Thema Altersarmut nicht nur ein soziales, sondern auch ein wirtschaftliches Thema sein. Denn in Mülheim hängt aktuell fast jeder neunte sozialversicherte Arbeitsplatz und fast jeder fünfte Minijob am Einzelhandel.

„Das wird verheerende Auswirkungen auf den Einzelhandel in den Ortszentren haben, weil dann immer mehr Menschen nach dem M…

Was der Leiterin einer Seniorentagesstätte zum Thema Altersarmut einfällt

Altersarmut ist kein Thema von morgen. Altersarmut ist schon heute ein Thema, sagt Elke Domann-Jurkiewicz. Die 64-jährige Mutter eines erwachsenen Sohnes, die ihre vor kurzen verstorbene Mutter bis zu letzt in der Familie gepflegt hat, muss es wissen. Denn sie leitet seit mehr als 16 Jahren die Seniorentagesstätte der Arbeiterwohlfahrt.

Sie schätzt, das etwa ein Drittel ihrer Gäste Probleme hat mit ihrer Rente über den Monat zu kommen. Viele, die es könnten und müssten, beantragen keine Grundsicherung im Alter, weil ihre Scham zu groß ist und sie zu Unrecht befürchten, dass ihre Kinder für sie zahlen müssten. Wie sieht Altersarmut in der Awo-Tagesstätte an der Bahnstraße aus? Man merkt es daran, dass viele Gäste nicht mehr jeden Tag am Mittagstisch teilnehmen oder sich nachmittags Kaffee und Kuchen gönnen, weil sie sich ein Mittagessen mit Vor- Haupt- und Nachspeise für 4,90 Euro, eine Tasse Kaffe für einen Euro oder ein Stück Kuchen für 1,50 Euro nicht täglich leisten kann. Auch die T…

Altersarmut: Mehr Geld für die Pllege? Auch in Zukunft wird nicht jede helfende Hand zu bezahlen sein

2014 und 2015 rechnet die Stadt mit jeweils 14 Millionen Euro, die sie (s. Kasten) für Menschen aufwenden muss, die ihre Pflegekosten nicht mehr alleine tragen können. Diese Summe dürfte deutlich steigen, wenn ab 2030 das Rentenniveau von 51 auf 43 Prozent des letzten Monatsgehaltes absinken und, wie 2012 vom Bundesarbeitsministerium prognostiziert, mehr als jeder dritte Rentner auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein sollte.

„Derzeit gehen wir davon aus, dass die Kosten für Pflegewohngeld und Hilfe zur Pflege jährlich um ein bis zwei Prozent steigen werden. Wir versuchen mit einer Strategie ambulant vor stationär den Kostenanstieg zu bremsen“, sagt der Leiter des Sozialamtes, Klaus Konietzka.

Dahinter steht die Idee: Wer möglichst lange mit pflegerischen, sozial beratenden und alltagsassistierenden Hilfen zu Hause leben kann, kommt erst später oder gar nicht ins teure Altenheim.

„Wir brauchen in jedem Wohnquartier Unterstützungsstrukturen, die wir heute schon aufbauen. Aber auch pre…

Altersarmut: Soziale Netzwerke werden immer wichtiger: Ein Gespräch mit dem kommunalen Sozialplaner Jörg Marx

Wenn Mülheim aus demografischen und sozialen Gründen (wie berichtet) immer mehr alte Bürger haben wird, die auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein werden, wird das Konsequenzen für die soziale und wirtschaftliche Infrastruktur haben. Für die NRZ fragte ich Jörg Marx, der beim Sozialamt für die Sozialplanung zuständig ist, wie sich die Stadt auf diese Herausforderung einstellen und reagieren kann.

Frage: Wie kann die Stadt Altersarmut verhindern oder bewältigen?

Antwort: Bei den strukturellen Ursachen der Altersarmut, wie Arbeitslosigkeit und schlecht bezahlte Beschäftigung, haben wir als Kommune keinen Einfluss und können aufgrund unserer Zahlen nur lediglich feststellen, wer in zehn oder 20 Jahren auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein wird.

Frage: Ist die finanzielle Überforderung der Kommunen durch wachsende Altersarmut nicht programmiert?

Antwort: Bei den finanziellen Folgen von Altersarmut geht es um eine gesamtgesellschaftliche Frage, nämlich um die Verteilungsgerechtigkei…

Altersarmut: Das verdrängte Problem: Sozialexperten fordern besser bezahlte und sozialversicherte Arbeitsplätze und mehr altengerechte Wohnungen, die nicht nur barrierefrei, sondern auch bezahlbar sind

„Wir brauchen wieder mehr und besser bezahlte sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, wenn wir keine massenhafte Altersarmut bekommen wollen.“, sagt die Geschäftsführerin der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi), Henrike Greven. Ihre Mahnung, die sie mit einem Appell an die Verantwortung der Unternehmen verbindet, ist aktueller und dringlicher, als es vielen auf den ersten Blick erscheinen mag.

Mülheim ist eine vergleichsweise alte Stadt, in der schon heute fast jeder Dritte über 60 ist. Tendenz steigend. 2013 waren schon 2527 Mülheimer auf eine Grundsicherung im Alter angewiesen, weil ihre Rente nicht ausreicht, um damit den Lebensunterhalt zu bestreiten. Kostenpunkt für Stadt:und Bund 13,8 Millionen Euro. Obwohl die Zahl der Grundsicherungsempfänger seit 2010 bereits um 7,6 Prozent zugenommen hat, könnte sie noch einmal sehr viel deutlicher ansteigen, wenn Prognosen des Bundesarbeitsministeriums und der Rentenversicherungsträger zutreffen.

Das Bundesarbeitsministerium…

So gesehen: Zur Feier des Tages

Feiertag und Sonnenschein! Was will man mehr? Ein Eis! Doch mein Liebings-Gelatiere wünscht mir an der Eingangstür zu seinem Eiscafé am Rathausmarkt ein schönes langes Wochenende statt guten Appetit, wohlgemerkt nicht mündlich und persönlich, sondern schriftlich per Aushang.

Schon wollte ich den Kaffee auf haben, aber dann dachte ich an das sympathische Gelatiere-Ehepaar aus Italien und seine reizenden Kinder.

Warum sollten die freundlichen Mitbürger aus Bella Italia nicht auch wie jeder deutsche Otto-Normalverbraucher den Tag der Deutschen Einheit für ein langes Wochenende nutzen, um die Einheit der Bella Familia zu pflegen und zu stärken. Wie ließe es sich besser vorleben, dass man in der deutschen Gesellschaft angekommen ist, als dadurch, dass man den Nationalfeiertag mal beim Wort nimmt und konkret oder im übertragenen Sinne das Leben feiert, statt auch an diesem Tag zu arbeiten.

Und das nächste Eis kommt bestimmt, entweder an der nächsten Straßenecke oder spätestens in der nächs…

Warum sich Paul Heidrich für Behinderte in Bulgarien engagiert und deshalb jetzt dafür ausgezeichnet worden ist

Der Mülheimer Caritas-Vorstand und Katholikenrat Paul Heidrich wurde jetzt bei einem Informationsbesuch in Bulgarien vom Vorsitzenden der bulgarischen Bischofskonferenz, Christo Proykov, mit der Verdienstmedaille der Diözese Sofia ausgezeichnet. Damit würdigte der Bischof Heidrichs langjähriges Engagement für die Verbesserung der Lebensbedingungen behinderter Menschen in Bulgarien. Als der ehemalige CDU-Stadtrat und Sozialausschussvorsitzende des Landschaftverbandes Rheinland im Jahr 2000 einen Fernsehbericht über die Vernachlässigung und Verwahrlosung behinderter Frauen im ost-bulgarischen Malko Scharkovo sah, war das für ihn der Anstoß den Verein zur Förderung von Einrichtungen für Behinderte im Ausland ins Leben zu rufen. Der rund 70 Mitglieder zählende Verein hat inzwischen an vielen Stellen in Bulgarien segensreich gewirkt. Die Lebens- und Arbeitsbedingungen im Betreuungszentrum von Malko Scharkovo konnten Mit Hilfe von Spenden und Fördermitteln auf einen modernen und menschenwür…

So gesehen: Schenken macht glücklich

Irren ist bekanntlich menschlich. Manchmal macht ein Irrtum auch klug, weil er ungewollt zu ganz neuen Einsichten führt. Wo wären wir heute, wenn Christoph Kolumbus nicht anno 1492 einen neuen Seeweg nach Indien gesucht und Amerika gefunden hätte?

Ganz so groß war meine gestrige Entdeckung nicht, aber umso wohltuender. „Heute bekommt man doch nichts mehr geschenkt, sondern muss für alles bezahlen.“ So dachte ich bis gestern, ehe ich gleich dreimal etwas geschenkt bekam, erst einige Kopien, dann einen USB-Stick für den Computer und dann noch eine Zeitschrift.

Wie schön, wenn man sich so angenehm irrt und ganz nebenbei begreift, dass wir jeden Tag das größte Geschenk bekommen, das es gibt, unser Leben.

Und dieses großartige Geschenk, das man sich mit keinem Geld der Welt verdienen kann, sollte uns dazu verleiten, auch mal etwas zu verschenken. Es muss ja nichts Großes oder Teures sein. Etwas Zeit und Zuwendung, ein freundliches und aufmunterndes Wort oder ein Lächeln tun es ja auch.

Und so…

Sturmerprobt und für gut befunden: Ein Gespräch über den Einsatz der Rot-Kreuz-Helfer beim Pfingstorkan Ela

105 Helfer des Roten Kreuzes sorgten in den beiden Wochen nach dem Pfingstorkan dafür, dass die Feuerwehr genug Kraft und Freiraum hatte, um die Sturmschäden zu beseitigen.

Umgestürzte Bäume zersägen und abtransportieren oder vollgelaufene Keller leerpumpen. Das war in den zwei Wochen nach dem Orkan vom Pfingstmontag Alltag für 3600 Feuerwehrleute aus Mülheim und dem Regierungsbezirk Detmold. An rund 50 Prozent der 45.000 Mülheimer Bäume musste Hand angelegt werden. Rund 2000-mal mussten Feuerwehrleute ausrücken, um Sturmschäden zu beseitigen. So schätzt man bei der Stadt.

Auch das Deutsche Rote Kreuz war mit 105 ehrenamtlichen Helfern im Einsatz. „Das war der längste Einsatz in der Geschichte unseres Kreisverbandes“, blickt Kreisbereitschaftsleiter Martin Meier auf die stürmischen Tage vom 9. bis zum 21. Juni zurück. Insgesamt 3200 Dienststunden haben die Rot-Kreuz-Helfer in dieser Zeit unentgeltlich abgeleistet. Das taten sie meistens vor Arbeitsbeginn und nach Feierabend oder in ihre…

Wie nah sind sich die Religionen? Eine Umfrage zum christlich-muslimischen Dialog

Am Tag der Deutschen Einheit, öffnen die islamischen Gemeinden ihre Moscheen, um mit interessierten Mülheimern aller Religionen ins Gespräch zu kommen. Doch wie ist es um den christlich-muslimischen Dialog im Alltag bestellt? Auf der Suche nach der Antwort auf diese Frage stößt man unter anderem auf das Bündnis der Religionen für den Frieden, das 2006 ins Leben gerufen wurde. Ulrike Welting, evangelische Pfarrerin am Berufskolleg Stadtmitte, Markus Zaja aus der katholischen Gemeinde St. Mariae Geburt und Sayed Siam von der Hamza-Moschee berichten von einer interreligiösen Stadtrundfahrt, von einer Nacht der offenen Gotteshäuser, von gegenseitigen Einladungen zu religiösen Festen, von einer interreligiösen Veranstaltung zum Thema Frieden, die im letzten Dezember an der Friedenstreppe zum Kirchenhügel stattfand oder von einer im November geplanten Lesung in der Buchhandlung Fehst.

Doch: Von aktuellen Begegnungen und Kontakten auf der Gemeindeebene können sie nicht berichten. „Das ist pro…

Die gesetzliche Betreuung zwischen professionellem Anspruch und finanzieller Wirklichkeit

Zuviel Arbeit für zu wenig Geld. Mit diesem Problem wollen die Mülheimer Betreuungsvereine heute den Mülheimer SPD-Bundestagsabgeordneten Arno Klare und zu einem späteren Zeitpunkt auch seine CDU-Kollegin Astrid Timmermann-Fechter konfrontieren. Es geht um eine Novellierung des Vormünder- und Betreuervergütungsgesetzes.

„Dieses Gesetz hat die Vergütung einer Betreuerstunde 2005 auf pauschal auf 44 Euro festgelegt. Seitdem sind die Personalkosten allerdings um 15 Prozent gestiegen, so dass wir heute unseren hauptamtlichen Betreuern 52 Euro pro Stunde bezahlen müssen“, erklärt Dagmar Auberg. Die 55-jährige Sozialpädagogin leitet den Betreuungsfachdienst des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer (SKFM) seit 1996 und hat zu dem heutigen Gespräch eingeladen.

Wenn es nach Auberg und ihren Kollegen aus den anderen Betreuungsvereinen ginge, würde der Bundestag 2015 eine entsprechende Anhebung und Dynamisierung der Betreuungsvergütung beschließen. „Ich bin auch sehr zuversichtlich, dass…

Der Mensch kommt vor der Diagnose: Mit neuen Angeboten zur geriatrischen Versorgung stellen sich das Evangelische Krankenhaus und der niedergelassene Geriater Andreas Schöpf auf die Herausforderung des demografischen Wandeels ein

„Ich kann schon wieder 30 bis 40 Meter gehen. Ich mache Fortschritte, wenn es auch nur Trippelschritte sind“, sagt Günther Drensler und strahlt über das ganze Gesicht. Der 89-Jährige gehört zu den fünf Patienten, die zurzeit in der neuen geriatrischen Tagesklinik des Evangelischen Krankenhauses behandelt werden.

Heute stehen unter anderem Bewegungstherapie und Gedächtnistraining auf seinem Programm. „Ich habe elf Grunderkrankungen und war im Juli total platt, nachdem ich meine Frau 16 Jahre lang gepflegt habe“, schildert er seine Krankengeschichte, die er nicht weiter auswalzen möchte.

Damit ist Drensler ein typischer geriatrischer Patient. Die ärztliche Leiterin der geriatrischen Tagesklinik, Arina Skorokhodova, und ihr niedergelassener Kollege Andreas Schöpf haben es mit multimorbiden Patienten zu tun, die altersbedingt durch eine ganze Reihe von Erkrankungen in ihrer Selbstständigkeit und Bewegungsfähigkeit eingeschränkt sind. Die Bandbreite reicht von Demenz und Schlaganfall über De…

Flucht in die Freiheit: Von Magdeburg nach Mülheim: Ein Geschichte zum Tag der Deutschen Einheit

Heute leben im Hildegardishaus Flüchtlinge. Vor 25 Jahren war das auch schon so. Damals kamen die Flüchtlinge allerdings nicht aus anderen Ländern, sondern aus Deutschland. Sie kamen aus der DDR, die damals noch existierte, samt Mauer und Schießbefehl.

Im September 1989 kamen auch der damals 22-jährige Dirk Schäfer und sein drei Jahre jüngerer Bruder Andreas nach Mülheim. Sie kamen aus Magdeburg und hatten eine abenteuerliche Flucht hinter sich. „Wir wollten uns nicht mehr einschränken und alles vorschreiben lassen“, beschreibt Schäfer sein wichtigstes Fluchtmotiv.

Er beschreibt sich als unpolitischen, aber freiheitsliebenden Menschen, der sich auch von Widerständen nicht aufhalten lässt, um sein Leben zu leben und voranzukommen. „Eigentlich ging es mir ganz gut in der DDR. Ich hatte ein Ausbildung als Hotelfachmann gemacht, verdiente ganz gut, kam durch meinen Beruf auch an Devisen und hatte sogar ein eigenes Auto“, erinnert sich Schäfer. Sogar reisen konnte er, wenn auch nicht nach …

20 Jahre Wohnstift Uhlenhorst: Ein Heim, das Heimat sein will

Wenn eine Fee zum Tag der offenen Tür gekommen wäre, mit dem das zum Evangelischen Krankenhaus gehörende Wohnstift Uhlenhorst am 28. September seinen 20. Geburtstag gefeiert hat, hätten Einrichtungsleiterin Schwester Gudrun Gross und Altenpflegerin Claudia Neumann sofort gewusst, welchen Wunsch sie ihnen erfüllen sollte. „Mehr Personal und mehr gesellschaftliche Anerkennung für die Altenpflege.“ Als sie vor 20 Jahren ihren Dienst im neuen Altenheim am Broicher Waldweg antraten, galten ein Drittel der 105 Bewohner als schwerstpflegebedürftig. Heute sind es mehr als 50 Prozent.

Angesichts von 41 Pflegekräften sieht auch Pflegedienstleiter Eric Hörnemann „keinen nennenswerten Anstieg der Personalausstattung bei gleichzeitig erheblich gestiegenen Anforderungen, die Pflegekräfte heute zu bewältigen haben.“

Gerne erinnert sich Neumann an Spaziergänge oder Spielemachmittage, die früher zu ihrem Arbeitsalltag mit den Heimbewohnern gehörten. Solche Betreuungsaufgaben muss sie heute den Mitarbei…