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Es werden Posts vom Mai, 2010 angezeigt.

Rückblick: Vor 60 Jahren wurde der HTC Uhlenhorst zum ersten Mal Deutscher Hockeymeister

„Der HTC Uhlenhorst ist der erfolgreichste Hockeyclub Deutschlands“, sagt der 1200 Mitglieder zählende Verein, der 2010 seinen 90. Geburtstag feiert, auf seiner Internetseite über sich selbst. Dieses Selbstbewusstsein kommt nicht von ungefähr. Begründet wird es nicht zuletzt am 28. Mai 1950. Damals, auf den Tag genau vor 60 Jahren, erringen die Hockey-Herren vom HTC vor 5000 begeisterten Zuschauern im heimischen Uhlenhorst die erste Nachkriegsmeisterschaft im deutschen Hockey.Späte Entscheidung. Den Siegtreffer der Uhlen schießt Günter Oelert nach einer Vorlage des späteren Bürgermeisters Herbert Mohr in der 101. Spielminute. Oelert sieht die NRZ auch als den technisch besten Spieler der Partie, in der der HTC am Ende einen glücklichen, aber verdienten Sieg errungen habe.

Die Gegner vom Hockeyclub Raffelberg machen es dem HTC nicht leicht. Doch am Ende setzen sich die Uhlen mit einer starken Läuferreihe und einer von der NRZ als „unüberwindlich“ beschriebenen Abwehr durch. Und so kann …

40 Jahre Gustav-Heinemann-Schule: Leben lernen von Generation zu Generation

Eine große Schule, wie die Gustav-Heinemann-Schule, die gestern ihren 40. Geburtstag feierte, beeinflusst und berührt das Leben vieler Menschen. „Mein Schwiegersohn hat hier sein Abitur gemacht und ist heute Lehrer an der Willy-Brandt-Schule in Styrum“, erzählt Bürgermeisterin Renate aus der Beek, ehe sie der Jubilarin im Namen der Stadt gratuliert. Vieles zählt sie auf, was den Alltag an Mülheims größter Schule ausmacht: Das Förderprogramm Lernen individuell und das Konzept Europaschule und Schule ohne Rassismus sind nur einige pädagogische Paradebeispiele, die sie in ihrer Laudatio aufzählt. Ihr Fazit: „Eine Schule ist immer nur so gut, wie die Menschen, die in ihr lernen und lehren. Die Gustav-Heinemann-Schule hat mit ihren derzeit 1650 Schülern gezeigt, dass Größe und gemeinsames qualitätsvolles Lernen Hand in Hand gehen können.“

Wie die Gustav-Heinemann-Schule, die bis 1981 Gesamtschule Nord hieß, von Menschen geprägt worden ist und selbst Menschen geprägt hat, machen die Zeitzeug…

Was ihrem Schülersprecher zum 40. Geburtstag der Gustav-Heinemann-Schule einfällt

Mülheims erste Gesamtschule feiert heute ihren 40. Geburtstag. Dennis Albers (18) ist Sprecher ihrer rund 1600 Schüler. Was fällt ihm zu seiner Schule ein?

Was haben Sie in Ihrer Schule fürs Leben gelernt?
In der Gustav-Heinemann-Schule habe ich gelernt, dass der soziale Umgang miteinander gar nicht so schwer ist, wie sich das einige vorstellen. Ich habe gelernt, dass man etwas bewegen kann, wenn man sich engagiert. Ich habe hier Leute gefunden, die mich unterstützen oder die ich unterstützen kann, wenn es darum geht soziale oder auch schulinterne Projekte zu realisieren.

Woran denken Sie dabei?
Ich denke da zum Beispiel an die große Spendenaktion, die an unserer Schule zugunsten der Erdbebenopfer in Haiti durchgeführt wurde. Diese Aktion wurde von maximal zehn Leuten, vor allem aus der Schülervertretung, geplant. Wir haben Spenden innerhalb der Klassen und der Familien gesammelt. Aber auch die selbst gebackenen Waffeln und die Hot Dogs, die wir für den guten Zweck verkauft haben, kamen…

Vor 50 Jahren wurde aus einer alten Schule in Westkapelle ein neues Jugendheim der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn: Das wird jetzt gefeiert

Albert Schweitzer hat einmal gesagt: "Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann, steht in den Herzen der Mitmenschen." Ein Mensch, dem das durch seine Arbeit als Seelsorger gelungen ist, war Pastor Ewald Luhr. Nicht nur der Pastor-Luhr-Platz im Herzen von Saarn, sondern auch das vor 50 Jahren im niederländischen Küstenort Westkapelle eröffnete Jugendheim der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn erinnern an seinen vorbildlichen Einsatz zum Wohle seiner Mitmenschen.Am kommenden Wochenende startet die Evangelische Gemeinde Saarn mit Menschen, die dem rund 300 Kilometer von Saarn entfernten Jugendhaus in Westkapelle seit vielen Jahren eng verbunden sind, zu einer Jubiläumsfahrt in die Niederlande. Und sicher wird bei den Feierlichkeiten in Westkapelle auch manches lobende Wort über Pastor Luhr und seinen niederländischen Kollegen Pastor Oosthoek fallen, die zusammen mit der Saarner Gemeindeschwester Erika Bleck und Luhrs Vikar Pastor Reiner Squarr für die ersten Jahrzehn…

Rückblick: Vor 35 Jahren wurde das Friedrich-Wennmann-Bad eröffnet: Heute steht es im Rahmen der Haushaltskonsolidierung zur Disposition

Eigentlich gehen Politiker und Beamte nicht gerne baden, schon gar nicht vor Kommunalwahlen. Doch am 30. April 1975 machen sie eine Ausnahme. Denn an diesem Tag eröffnet Oberbürgermeister Dieter aus dem Siepen das neue Hallen- und Freibad Heißen. Und zur Feier des Tages liefern sich Sozial-, Christ- und Freidemokraten mit Mitarbeitern der Stadtverwaltung in gemischten Staffeln ein Wettrennen im 25 mal 12,50 Meter großen Hauptbecken."Mit der Eröffnung dieses Bades", sagt aus dem Siepen in einer Ansprache am Beckenrand, "wird das Leistungsangebot unserer Stadt auf erfreuliche Weise abgerundet." Keine Frage. Das Bad ist im Kommunalwahljahr 1975 Wasser auf die Mühlen der noch mit absoluter Mehrheit regierenden SPD.

Geld spielt noch nicht die Rolle, die es heute spielt. Auf einem 28?000 Quadratmeter großen Areal, das zuvor von einem Schweinezüchter bewirtschaftet worden war, entsteht in nur 13 Monaten eine Anlage, die fast sieben Millionen Mark, also etwa 3,5 Millionen …

Missbrauch: Trotzdem stehen wir zu unserer Kirche: Eindrücke von einer Aktion des Katholikenrates auf dem Kurt-Schumacher-Platz

Missbrauch - Trotzdem stehen wir zu unserer Kirche!“ So steht es auf einem Schild, dass einige Katholikenräte am Samstagvormittag auf dem Kurt-Schumacher-Platz aufstellen. Missbrauch. Das ist ein Wort, das irritiert. Der Vorsitzende des Katholikenrates, Wolfgang Feldmann und sein Katholikenratskollege Rolf Völker aus der Gemeinde St. Engelbert geben zu, dass sie nicht ohne Bedenken und mit einem flauen Gefühl im Magen auf die Straße gehen, um mit den Menschen über die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche im Besonderen und über Wege aus der Kirchenkrise im Allgemeinen ins Gespräch zu kommen.Scharfe Anwürfe bleiben nicht aus. Doch sie bleiben Einzelfälle: „Das ist ein Saustall. Den muss man ausmisten.“ oder: „Das sind alles Verbrecher. Die sollte man aufhängen“ ist da von einigen Passanten zu hören. Sie wollen allerdings nur ihren Frust los werden und nicht stehen bleiben, um mit den Katholikenräten und Pastor Norbert Dudek von der Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz zu disku…

Das Priesteramt im Wandel: Ein Gespräch mit Stadtdechant Michael Janßen, der heute sein silbernes Priesterjubiläum feiert

In einer Zeit, in der die katholische Kirche nicht viel zu feiern hat, feiert Stadtdechant Michael Janßen am heutigen Pfingstmontag um 16 Uhr sein Silbernes Priesterjubiläum mit einem Hochamt in seiner Pfarrkirche St. Mariae Geburt und einem anschließenden Empfang im Altenhof. Aus gegebenem Anlass sprach ich im Auftrag der NRZ mit dem katholischen Stadtpfarrer über seinen Beruf und das Priesteramt in der Kirchenkrise.

Warum sind Sie überhaupt Priester geworden?
Ich erinnere mich, dass ich meinen Eltern schon als Neunjähriger gesagt habe: Wenn ich Priester werden will, muss ich ein Gymnasium besuchen, an dem ich auch Griechisch und Latein lernen kann. Ein Auslöser war sicher ein Zeitschriftenartikel über Papst Johannes XXIII., den Vater des II. Vatikanischen ökumenischen Konzils, der mir als Neunjähriger in die Finger fiel und bei mir den Wunsch aufbrechen ließ, Priester zu werden. Dieser Wunsch wurde durch das Glaubensvorbild großer Priesterpersönlichkeiten und meiner Eltern sowie durch…

Vorfahrt für die Integration: Zu seinem 25. Geburtstag bekommt der Treffpunkt in Saarn einen Kleinbus mit Rollstuhllifter spendiert

Geburtstag wird im Treffpunkt für Behinderte und Nichtbehinderte zwar erst am 27. Juni gefeiert. Denn dann besteht das integrative Jugendzentrum, das mit finanzieller Hilfe von Stadt und Land von der Pfarrgemeinde St. Mariae Himmelfahrt getragen wird seit 25 Jahren.
Doch schon in der vergangenen Woche konnten die beiden hauptamtlichen Mitarbeiter des Hauses, Renate Schlieper und Carsten Lewrick, ein Geburtstagsgeschenk für die Einrichtung entgegennehmen, einen zweiten Kleinbus mit Rollstuhlhebebühne.

"Jetzt haben wir zwei solche Kleinbusse, die wir auch dringend benötigen", betont Schlieper. Denn ihr Kollege Lewrick und die beiden Zivildienstleistenden des Jugendzentrums an der Landsberger Straße, das auch als Gemeindehaus für Feste und Gruppentreffen genutzt, fahren mit den Kleinbussen jede Woche etwa 90 geistig und körperlich mehrfach behinderte junge Menschen. Sie bringen sie vom Arbeitsplatz in einer beschützenden Werkstatt ins Saarner und Jugendzentrum und anschließend au…

Eine Stadt setzt sich in Szene: Mülheim-Filme im Wandel des Zeitgeistes

"Kamerateam nimmt Mülheim aufs Korn“, heißt es vor 40 Jahren in der NRZ. Anfang der 70er Jahre sieht sich die Stadt auf dem Weg zur 200 000 Einwohner zählenden Großstadt und will sich ins rechte Bild setzen.

Drei Wochen durchstreifen Regisseur Harro Börner, Kameramann Klaus Krämer und Assistent Gerd Umbach die Ruhrstadt auf der Suche nach Motiven für ihren Film „Ein Brief aus Mülheim“. Auf dem Rathausturm verschaffen sie sich zu Beginn der Dreharbeiten am 19. Mai 1970 einen ersten Überblick. Danach geht es in die Altstadt, wo das Tersteegenhaus gefilmt wird. Anschließend steht ein Ausflug ins Ruhrtal auf dem Programm des im Auftrag der Stadt arbeitenden Filmteams. Altstadt und Weiße Flotte, das sind bei allem Wandel im Mülheimer Selbstbildnis die Konstanten in allen Mülheim-Filmen, die nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht worden sind.

Doch wer die offiziellen Mülheim-Filme der 70er Jahre „Ein Brief aus Mülheim“ und „Das Motiv Mülheim“ mit den Stadt-Streifen aus den 50er Jahren „Ein T…

Welche Landesregierung wollen die Wähler von morgen heute: Ein Gespräch mit Zehntklässlern der Otto-Pankok-Schule

Es ist der Klassiker der Gesellschaftsspiele: "Mensch ärgere dich nicht." Die Spieler versuchen, sich mit ihren schwarzen, roten, grünen und gelben Figuren gegenseitig aus dem Spiel zu werfen, um die Nase vorn zu haben und als Erster ins Ziel zu kommen. Das geht nicht immer ganz friedlich und ohne Ärger ab, so wie beim aktuellen Koalitionspoker in Düsseldorf. Schwarz-Rot, Rot-Rot-Grün, Rot-Grün-Gelb oder vielleicht mal Schwarz-Grün-Gelb? Das ist derzeit die Königsfrage bei der Regierungsbildung im Land. Drei Tage vor der Landtagswahl befragte ich für die NRZ die die Zehntklässler der Otto-Pankok-Schule nach ihren Erwartungen an die Landespolitik. Acht Tage nach der Landtagswahl sprach ich mit den 16- und 17-jährigen Gymnasiasten darüber, welche Regierungskonstellation ihnen vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Anliegen für NRW die liebste wäre.

Leonie Hallmann , die sich von der neuen Landesregierung eine bessere Lobby für junge Leute und eine Abschaffung der Studiengebühre…

Warum Mülheimer Katholiken gerade jetzt für ihre Kirche auf die Straße gehen wollen

"Wir müssen aus der Defensive herauskommen," sagt der Vorsitzende des Katholikenrates, Wolfgang Feldmann. (Foto) Keine leichte Aufgabe für die katholische Stadtkirche, die zurzeit von einem Missbrauchverdacht in Heilig Geist erschüttert wird, der auf einem über dreißig Jahre zurückliegenden Vorfall beruht.Gerade weil derzeit zum Teil Jahrzehnte zurückliegende Missbrauchsfälle im Priesteramt den Ruf der katholischen Kirche arg angegriffen haben, wollen Feldmann und acht Mitstreiter aus der katholischen Stadtkonferenz am kommenden Samstag von 10 bis 12 Uhr auf dem Kurt-Schumacher Platz Rede und Antwort stehen und erklären, warum sie an ihre Kirche glauben.

Die Aktion scheint nötig. Seit Jahresbeginn sind allein in Mülheim 216 Katholiken aus ihrer Kirche ausgetreten, die Verbindung zu den Missbrauchsfällen liegt auf der Hand. Feldmann hofft auf eine sachliche Diskussion, bei der alle Themen auf den Tisch kommen. Er macht sich aber auch auf die eine oder andere Polemik gefasst. &…

Das Ruhrbistum prüft derzeit einen Missbrauchsverdacht gegen einen ehemaligen Priester der Gemeinde Heilig Geist: Fall liegt mehr als 30 Jahre zurück

Hat es auch in Mülheims katholischer Kirche einen Missbrauchsfall im Priesteramt gegeben? Der Vorwurf steht zumindest im Raum. Ein Priester, der vor mehr als 30 Jahren in der Holthausener Gemeinde Heilig Geist tätig war, wird verdächtigt. Das teilte Stadtdechant Michael Janßen am Samstagabend während eines Gottesdienstes sogar der Gemeinde mit. "Die Menschen waren sehr betroffen, aber auch sehr dankbar dafür, dass ich das Problem offen angesprochen habe", schildert Janßen die ersten Reaktionen.

"Wir sind hier zur Wahrheit und Klarheit verpflichtet und ich wollte mich nicht dem Verdacht aussetzen, irgendetwas zu vertuschen", betont Janßen. Auch wenn Janßen deutlich macht, dass sexueller Missbrauch kein kirchliches, sondern ein gesellschaftliches Problem sei, lässt er keinen Zweifel daran: "So ein Vorwurf trifft uns besonders hart, weil wir als Kirche einen hohen moralischen Anspruch haben."Der mutmaßliche Missbrauchsfall in Heilig Geist liegt bereits mehr a…

Warum der Fotograf Heiner Schmitz den Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft verdient hat

"Er hat mich überrascht, aber auch gefreut." So lakonisch kommentiert Fotograf Heiner Schmitz, die Tatsache, dass er den 103. und mit 5500 Euro von der Sparkasse dotierten Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft erhält.

Womit hat er sich den verdient? In der Begründung der Jury ist von einem "in über 40 Jahren gewachsenen Werk" die Rede, "das in besonderer Weise Auftragsfotografie und freie fotografische Kunst verknüpft hat." Geht es noch etwas genauer? "Das sehr differenzierte seines künstlerischen Schaffens ist geprägt von seinem aus der Tätigkeit in der Werbung übernommenen konzeptionellen Ansatz, sich Themen inhaltlich zu nähern", heißt es da weiter und: "In seinen fotografischen Serien nehmen Menschen und Orte einen besonderen Stellenwert ein."Auch dass er sich als Professor an der FH in Dortmund um den Fotografennachwuchs, der sich heute Fotodesigner nennt, verdient gemacht hat, wird lobend erwähnt.

"Ich wollte meinen Studenten n…

Styrum: Ein Stadtteil kämpft um seine Bücherei

Es wird eng auf dem Schulhof zwischen Willy-Brandt-Schule und der Gemeinschaftsgrundschule Styrum. Rund 1500 Schüler und Lehrer demonstrieren für nichts geringeres als das Recht auf Bildung. Und die findet in Styrum nicht nur in der Gesamtschule und den drei Grundschulen statt, die an diesem Dienstagvormittag in ihrer Forderung nach dem Erhalt der Schul- und Stadtteilbücherei an der Oberhausener Straße vereint sind.
Auch sie steht im Rahmen der kommunalen Haushaltskonsolidierung zur Disposition. Der Rat der Stadt entscheidet am 27. Mai. Haben die Schul- und Stadtteilbüchereien eine gute politische Lobby? "Ich hoffe es", sagt Lehrer und Sozialdemokrat Matthias Kocks. "Man kann die Eltern nicht auffordern, dass sie ihren Kindern vorlesen und etwas für deren Bildung tun, wenn man gleichzeitig Stadtteilbüchereien schließt. Auch Stadt und Schulen müssen das Ihrige zur Bildung von Kindern und Jugendlichen dazu tun", sekundiert die stellvertretende Leiterin der Willy-Brand…

Was sagt der Sparkassenchef zum milliardenschweren Rettungspaket für den Euro?

750 Milliarden Euro. Dafür müsste man 250 000 Mal drei Millionen Euro im Lotto gewinnen. Kein Glücksspiel ist hoffentlich der so ausgestattete Rettungsfonds, mit dem die EU-Finanzminister den Euro stabilisieren und EU-Länder, wie Griechenland aus der Schuldenfalle befreien wollen. Otto Normalsparer wird angesichts solcher Bürgschaften bange. Doch was sagt ein Mann dazu, der wie der Sparkassen-Vorstandsvorsitzende Martin Weck täglich von Berufs wegen mit dem Geld anderer Leute umgeht?

War der riesige Rettungsfonds für den Euro alternativlos?
Vor dem Hintergrund der Entwicklung an den Märkten definitiv, wenn die Politik zeigen will, dass sie Vertrauen in den Euro hat.

Müssen Sparer langfristig eine Inflation befürchten?
Erst mal ist es gut, dass die Märkte so reagiert haben, wie sie reagiert haben. Denn sie zeigen mit einem Ansteigen des Dax und einem Anspringen bei den Notierungen für griechische Staatsanleihen und auch mit der deutlichen Veränderung des Euro, dass das Stabilisierungspaket…

Warum nicht nur die Stadt, sondern auch die Evangelische Kirche sparen muss: Ein Bricht von der Kreissynode

Nicht nur die Stadt, auch der evangelische Kirchenkreis an der Ruhr und seine Gemeinden müssen sparen. In einem Bericht zur Finanz- und Strukturplanung prognostizierte Superintendent Helmut Hitzbleck am Freitagabend bei der Kreissynode im Altenhof einen drastischen Rückgang der Kirchensteuereinnahmen. Derzeit können 5,275 Millionen Euro als Nettobetrag an die Gemeinden (3,58 Millionen), den Kirchenkreis (1,41 Millionen Euro) und an das Diakonische Werk (0,2 Millionen Euro) verteilt werden. 2015 werden es auf der Basis der demografischen Entwicklung nur noch drei Millionen Euro sein können. In dieser Aufstellung nicht enthalten sind die Personalkosten für Pfarrer (2,65 Millionen Euro) und rund 69 000 Euro, die in einem Umlageverfahren für den kirchlichen Entwicklungsdienst abgeführt werden. Obwohl Hitzbleck deutlich machte, dass der Kirchenkreis und seine Gemeinden neben den Kirchensteuern auch auf öffentliche Zuschüsse, Spenden, Zinseinnahmen und Vermächtnisse zurückgreifen kann, ließ …

Welche Impulse kann der Ökumenische Kirchentag dem Gemeindeleben vor Ort geben: Ein Gespräch mit dem Theologen Gerhard Bennertz

Bis Sonntag treffen sich 120 000 Menschen in München zum zweiten ökumenischen Kirchentag, einige von ihnen kommen auch aus Mülheim. Doch was kann ein solches Großereignis für die Gemeindeleben und die Ökumene vor Ort bringen. Für die NRZ sprach ich darüber mit Pfarrer Gerhard Bennertz. Der Religionspädagoge engagiert sich seit Jahrzehnten für den christlich-jüdischen Dialog.

Welche Impulse kann der Münchener Kirchentag für Mülheim bringen?
Ich erlebe immer wieder, wie Menschen, die von solchen Kirchentagen nach Hause kommen, in ihren Gemeinden das einbringen, was sie auf einem solchen Kirchentag erlebt haben, nämlich das praktische Zusammenleben vor Ort. Man ist bei allen Kirchentagsveranstaltungen gemeinsam mit allen anderen, wobei nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die Referenten aus unterschiedlichen Kirchen und Bereichen kommen. Dieses hautnahe Erleben von Gemeinsamkeiten im Glauben ist in vielen Ortsgemeinden sicher noch nicht der Fall. Da tut es gut, wenn Gemeindemitglieder Im…

Benefizkonzert der Marinekameradschaft hat ein finanzielles Nachspiel für den Nachwuchs

Musik verbindet, im Zweifel auch die Menschen, die sich für andere Menschen einsetzen. So war das auch mit dem Benefizkonzert, das die Mülheimer Marinekameradschaft und Musiker der Bundeswehr am 12. März in der Stadthalle gaben.Die 850 Musikfreunde, die sich vom Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr mit einem bunten Potpourri unterhalten ließen, taten sich nicht nur selbst etwas Gutes, sondern auch Kindern in Mülheim und Afghanistan. Mit dem Kauf ihrer Konzertkarte leisteten sie einen Beitrag zum Konzerterlös von 6000 Euro.

Diesen Betrag, den der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Werner Gerbener, gestern übergab, dürfen sich jetzt der Mülheimer Elternverein Stöpsel und der Sozialverein Lachen helfen teilen. Der Elternverein Stöpsel betreibt an der Tilsiter Straße in Holthausen und an der Howadtstraße in Styrum Kindertagesstätten und betreut Ganztagsgruppen an der Hölterschule. "Wir sind extrem froh über diese Unterstützung", bekennt Vereinsvorstand Natalie Fiebig. Durch ein…

So gesehen: Martime Streicheleinheiten

In harten Zeiten, wie diesen, kann man Streicheleinheiten gut gebrauchen. Genau diese bekamen gestern der Elternverein Stöpsel und einige seiner Kindergartenkinder nicht nur finanziell (siehe oben), sondern auch ganz handfest in Form von Kuschelbären im Admiralslook von der Mülheimer Marinekameradschaft.

"Ein Admiral ist das, was bei euch in der Kindertagesstätte die Erzieherinnen sind. Der ist der Chef in der Marine und hat das Kommando", erklärte der Vorsitzende der Marinekameradschaft, Werner Gerbener den kleinen Matrosen vom Stöpsel-Schiff den militärischen Rang. Was will uns dieser Vergleich sagen? Wird in Kindertagesstätten heute ein so strenges Regiment, wie bei der Marine geführt? Manche Erzieherin dürfte das anders sehen und sich an manchen Tagen in ihrer Kindertagesstätte eher, wie bei der Meuterei auf der Bounty fühlen.

Den knackige Seemannsvergleich sehen die kleinen Stöpsel-Matrosen und ihre Kollegen auf anderen Kita-Schiffen wohl auch angesichts der Teddybären im…

Wenn große Persönlichkeiten kleinen Persönlichkeiten vorlesen: Ein Bilderbuchbeispiel für Leseförderung

Das Wort sagt es schon. Vor dem eigenen Lesen kommt das Vorlesen. Und deshalb hatten die Erzieherin Andrea Rosin und ihre Kolleginnen vom katholischen Kindergarten der Saarner Kirchengemeinde St. Mariae Himmelfahrt eine einfache und zugleich geniale Idee, die Rosin so erklärt: „Große Persönlichkeiten lesen kleinen Persönlichkeiten etwas vor.

"Für ihre Veranstaltungsidee, die sie im Rahmen des Saarner Bücherfrühlings in die Tat umsetzten, fanden sie mit dem grünen Alt-Bürgermeister Wilhelm Knabe (Foto) und dem christdemokratischen Linksruhr-Bürgermeister Gerhard Allzeit denn auch ein schwarz-grünes Vorleser-Duo, das sich gestern im Kloster Saarn hör- und sichtbar Mühe gab.Gestik und Artikulation waren perfekt. Man merkte dem 86-jährigen Knabe und dem 75-jährigen Allzeit an, dass sie ihren eigenen Enkelkindern schon oft vorgelesen haben. Immer wieder hielten sie Blickkontakt zu ihren kleinen Zuhörerinnen Sophie (5) und Josephine (4), die beide auf dem Schoß von Rosin gespannt den vo…

Was die Wähler von morgen zur Landtagswahl sagen: Ein Gespräch mit Zehntklässlern der Otto-Pankok-Schule

Heute werden sie ihre Stimmen noch nicht abgeben. Aber die Landtagswahl entscheidet auch über ihre Zukunft. Ich sprach für die NRZ mit den 16- und 17-jährigen Schülern der Klasse 10d am Otto-Pankok-Gymnasium, die bei der Kommunalwahl bereits zum ersten Mal ihr Kreuz gemacht haben, darüber, was sie von Politikern erwarten und was sie von der landespolitischen Kontroverse über die Zukunft des Schulsystems halten.

Matthias Wesser und seine Klassenkameraden sind gut vorbereitet. Gerade erst haben sie im Geschichts- und Politikunterricht über die erste Landtagswahl 1947 und die Besonderheiten von Erst- und Zweitstimme bei dieser Landtagswahl gesprochen. Erstaunt waren sie zum Beispiel darüber, dass auch die CDU vor 63 Jahren mit ihrem Ahlener Programm für die Verstaatlichung der Grund- und Schwerindustrie eintrat und das es auch damals eine Wahlbeteiligung gab, die mit 67 Prozent etwa auf dem heutigen Niveau lag, weil viele Menschen zwei Jahre nach dem Ende von Krieg und NS-Diktatur nichts …

Mülheim und seine Landtagsabgeordneten: Eine kleine Wahlgeschichte

Man soll, laut Churchill, zwar nur die Statistik glauben, die man selbst manipuliert hat. Doch die Zahlen der Mülheimer Landtagswahlgeschichte (siehe Kasten) sprechen eine eindeutige Sprache und dokumentieren eine sozialdemokratische Dominanz. Denn die SPD hat bei der Direktwahl in den Mülheimer Landtagswahlkreisen fast immer die Nase vorn gehabt. Christ- und Freidemokraten oder Grünen blieb bisher nur der Weg über die Landesliste ihrer Partei.Nur einmal, bei der ersten Landtagswahl, gelang es mit Robert Lehr einem Christdemokrat direkt in den Landtag gewählt zu werden. Das war bei der ersten Landtagswahl im April 1947. Ironie der Geschichte: Der Mann war gar kein Mülheimer, sondern ein ehemaligen Düsseldorfer Oberbürgermeister, der drei Jahre später von Konrad Adenauer zum Bundesinnenminister ernannt werden sollte. Lehr siegte im Mülheimer Süd-Wahlkreis, in dem die Mehrheiten der SPD auch später nie so hoch ausfielen, wie im Nord-Wahlkreis, den 1947 der Mülheimer Sozialdemokrat und G…

Neues aus der englishen Partnerstadt. Labour behauptet den Wahlkreis Darlington: Jenny Chapman zieht ins Unterhaus ein

Wir wählen am 9. Mai unsere Landtagsabgeordneten. Die Bürger in unserer nordenglischen Partnerstadt Darlington haben ihre Abgeordnete für das britische Unterhaus bereits am 6. Mai gewählt. 61,9 Prozent der Darlingtoner haben von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht.

Das sind 2,4 Prozent mehr als vor fünf Jahren.
In der Partnerstadt bleibt alles beim alten und doch kommt es zu einem Wechsel. Die Labour-Party konnte den Wahlkreis Darlington behaupten, musste aber im Vergleich zur Unterhauswahl 2005 deutlich Federn lassen. Die knapp 98 000 Einwohner von Darlington werden in den kommenden fünf Jahren von Jenny Chapman im Parlament vertreten. Die 36-jährige Psychologin tritt die Nachfolge ihres Parteifreundes Alan Milburn an, der bis 2003 unter Tony Blair Gesundheitsminister war.
Engagement für Kinder

Chapman, die seit 2007 dem Stadtrat von Darlington angehört und sich insbesondere auch als ehrenamtliche Vorsitzende des Childrens Trust für die Belange von Kindern, und Jugendlichen eingesetzt hat, …

Wenn es Nacht wird am Fünter Weg: Warum sich viele Anwohner vor allem im Sommer um den Schlaf gebracht sehen

Wirklich friedlich ist dieser Fünter Weg am Montagnachmittag. Nur einige Kinderstimmen sind aus der dortigen Grundschule zu hören. Die meisten Häuser sind hier ebenso adrett anzusehen wie ihre kleinen Vorgärten. Ein gutbürgerliches Wohnquartier im Herzen von Heißen. Doch wenn es Nacht wird am Fünter Weg, soll es hier zuweilen gar nicht so gutbürgerlich zugehen. Vond randalierenden, alkoholisierten und pöbelnden Jugendlichen war jüngst bei einer Anwohnerversammlung im Kulturzentrum Fünte die Rede.

Der Mann von der Presse will es wissen und klingelt bei Anwohnern am unteren Fünter Weg. Gerne berichten sie dem Besuch von der Zeitung ihre Erfahrungen. Ihre Namen wollen sie aber nicht in der Presse sehen. Von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist da die Rede, die vorzugsweise im Sommer freitags und samstags zwischen 21 und 2 Uhr den Fünter Weg zu ihrer Rennstrecke machen und sich an der Tankstelle an der Gracht/Ecke Fünter Weg mit Alkohol versorgen. "Wir fragen im Zweifel immer nach …

Arbeitgeber Kirche oder: Warum es sich lohnt Kirchensteuer zu zahlen

Viele Menschen verlassen die christlichen Kirchen aus ganz unterschiedlichen Gründen: Weil sie sich die Kirchensteuer sparen wollen, weil sie von einem Seelsorger oder einer kirchlichen Einrichtung enttäuscht worden sind oder auch angesichts der aktuellen Diskussion über Missbrauchsfälle im kirchlichen Bereich. Welche Bedeutung hat die Kirchensteuer für die Existenz der beiden christlichen Kirchen, die nicht nur Glaubensgemeinschaft, sondern auch Arbeitgeber sind?

Was sagen Superintendent und Stadtdechant zur Kirchensteuer?
„Kirche würde es auch ohne Kirchensteuer geben”, ist Superintendent Helmut Hitzbleck überzeugt, sieht die Kirchensteuer aber auch als Ausdruck dafür, „dass man Christ nicht für sich allein sein kann und sich als Christ auch in die Gemeinschaft einbringen muss.” Sein katholischer Amtskollege formuliert es profaner: „Mit Nächstenliebe kann man keine Heizung reparieren.” Fazit: Die Kirchen leben nicht vom Brot allein, kommen aber auch nicht ohne das Geld ihrer Mitgliede…