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Es werden Posts vom November, 2014 angezeigt.

Nachhaltig christlich: Das Mülheimer Barbaramahl unterstützt die örtliche Hospizarbeit

Wie können wir etwas schaffen, was im christlichen Sinne nachhaltig wirkt? Aus der Antwort auf diese im Kulturhauptstadtjahr 2010 vom Bochumer Katholikenrat gestellte Frage entstand das Barbaramahl, das inzwischen zweimal in Bochum, einmal in Bottrop und einmal in Mülheim stattgefunden hat. Ziel dieses Mahles, zu dem Gäste aus allen gesellschaftlichen Bereichen des Ruhrbistums eingeladen werden, ist die finanzielle Unterstützung der Hospizarbeit. Denn die heilige Barbara ist nicht nur die Schutzpatronin der Bergleute, sondern auch der Sterbenden, der Flüchtlinge und der Verfolgten. Wolfgang Feldmann vom Kuratorium Barbaramahl schätzt, dass bei jedem Barbaramahl jeweils rund 10.000 Euro für die jeweilige Hospizarbeit vor Ort gesammelt werden konnten. Als er 2012 das Barbaramahl in der Mülheimer Stadthalle organisierte, kamen sogar 13.500 Euro als Reinerlös zusammen, der je zur Hälfte an das stationäre und an das ambulante Hospiz der Ruhrstadt übergeben werden konnte. Dass das Barbarama…

Der neue Vorsitzende der Mülheimer SPD, Ulrich Scholten, will ein Kümmerer sein, der die Basis aktiviert und die Leute vor der Haustür abholt

Fast neun Monate war die Führungsfrage bei der Mülheimer SPD nicht geklärt, führten Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld und Partei-Vize Constantin Körner die Partei kommissarisch und suchten nach einem Nachfolger für den im April zurückgetretenen Parteichef Lothar Fink. Jetzt hat der Unterbezirksparteitag am Samstag in der Stadthalle mit Ulrich Scholten einen neuen Parteichef gewählt. 95,5 Prozent der Delegierten sagten Ja zu dem Mann aus Eppinghofen, der hauptamtlich seit 17 Jahren das Personalwesen der Salzgitter-Mannesmann-Grobblech GmbH leitet und seit 15 Jahren für die SPD im Rat sitzt, wo er unter anderem in den Ausschüssen für Finanzen, Stadtplanung und Bürgerangelegenheiten mitarbeitet. Scholten vereinte 126 Ja-Stimmen bei fünf Nein-Stimmen und einer Enthaltung auf sich.

Der gerade 57 Jahre alt gewordene Mülheimer sieht sich selbst als „Kümmerer.“ Worum er sich als Parteivorsitzender kümmern muss, weiß Scholten aus seiner eignen Biografie. Als er 1973 in die SPD eintrat, hatt…

Wie in einem offenen Wohnzimmer: Im Jugendzentrum Stadtmitte wird Integration nicht gefordert, sondern gelebt und gefördert

Am 17. November verlieh der Integrationsrat der Stadt Mülheim, der 24 Mitglieder zählt, den mit 400 Euro dotierten Förderpreis für ein gedeihliches Miteinander und gegenseitige Integration.
Ausgezeichnet wurde der Verein für soziale Kinder- und Jugendarbeit, der neben dem Jugendzentrum an der Georgstraße auch die Jugendzentren an der Tinkrathstraße in Heißen, an der Leybankstraße in Winkhausen und an der Nordstraße in Dümpten betreibt.
In Mülheim leben 168.000 Menschen aus mehr als 100 Nationen. Da hat integrationsfördernde Jugendarbeit, wie sie jetzt vom Integrationsrat auszeichnet worden ist, für die Stadtgesellschaft eine existenzielle Bedeutung. Wie die aussehen kann, zeigt ein Besuch im Jugendzentrum an der Georgstraße.

Was den Charme des Jugendzentrums ausmacht, in dem Jugendliche aus 30 Nationen ihre Freizeit verbringen, bringt die 17-jährige Ayse, die hier gerade ein Schülerpraktikum absolviert hat, auf den Punkt: „Das ist hier, wie ein offenes Wohnzimmer. Man sitzt hier wie in …

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit: Das Priesterbild im Wandel

„Wie stellen wir uns als Gemeinden darauf ein und was macht das mit unserer Seelsorge?“ Das fragt sich nicht nur Theologe Jens Oboth, sondern auch seine Tagungsgäste in der katholischen Akademie Die Wolfsburg angesichts der nicht nur im Bistum Essen dramatisch gesunkenen Zahl von Priestern und Priesteramtskandidaten. Gerade mal 14 junge Männer aus dem Bistum studieren zurzeit katholische Theologie mit dem Ziel, Priester zu werden. Sie tun es seit 2012 nicht mehr in einem Priesterseminar des Bistums Essen. Das Bochumer Priesterseminar wurde mangels Masse mit dem des Bistums Münster zusammengelegt.

„Viele Menschen kennen Priester heute nur noch aus Film oder Fernsehen“, sagt Lisa Kienzl. Die Religionswissenschaftlerin von der Universität Graz muss es wissen, hat sie doch die mediale Inszenierung von Priesterbildern wissenschaftlich untersucht.
Es scheint eine Ironie der Geschichte. Je weniger die Kirche im Dorf und der Pfarrer samt Kaplan in der Kirche ist, desto größer wird das mediale I…

Die Menschen mitnehmen: Was können und müssen Laien in der katholischen Kirche leisten: Ein Gespräch mit den beiden Katholikenräten Wolfgang Feldmann (63) und Daniel Wörmann (28)

Kirchenaustritte, demografischer Wandel, Missbrauchsskandale, Priestermangel. Weniger Kirchensteuer einerseits und Verschwendung von Kirchengeldern andererseits. Die katholische Kirche hat viele Baustellen. Warum lohnt es sich trotzdem oder gerade deshalb, als Laie in der Kirche aktiv zu sein und sich auch für den Glauben zu engagieren? Und wie wird man auch in Zukunft Menschen dafür begeistern und so Kirche und Glauben in unserer zunehmend säkularen und multikulturellen Gesellschaft weiter leben können. Darüber sprach das Neue Ruhrwort jetzt mit Wolfgang Feldmann und Daniel Wörmann, die stellvertretend für zwei unterschiedliche Generationen aktiver Laien stehen.
Fangen wir doch mal ganz grundsätzlich an: Warum glauben Sie eigentlich?
Feldmann: Weil ich als Kind mit Religion und Kirche aufgewachsen bin. Vor allem durch den Einfluss meiner Großeltern waren das Beten und der Gottesdienstbesuch für mich von Anfang an selbstverständlich.
Wörmann: Auch ich bin durch meine Familie in den Glau…

"Das ist eine echte Chance für mein Leben" oder: Wie eine Teilzeitausbildung Arbeitssuchenden und Arbeitgebern helfen kann: Ein Beispiel aus der Immobilienwirtschaft

Beate Steinmann kann sich noch gut an das erste Gespräch mit Joanna Marszolek erinnern. Im April stellte sich die 32-jährige Mutter bei der Berufsberaterin von der Agentur für Arbeit vor. „Ich möchte gerne eine Teilzeitausbildung machen, weil ich zwei Kinder habe, um die ich mich kümmern muss. Aber ich werde so einen Ausbildungsplatz wohl nicht bekommen“, sagte Marzolek ihr damals. „Das wollen wir doch mal sehen“, hatte ihr Steinmann geantwortet. Rückblickend gibt sie aber zu, dass sie die Erfolgsaussichten damals mit „einem Sechser im Lotto“ verglichen habe.

Doch dieser Sechser im Lotto flatterte ihr schon bald in Form einer Stellenausschreibung der Firma Glückauf Immobilien ins Haus. „Wir möchten eine Bürokauffrau ausbilden und freuen uns auch auf Bewerbungen junger Eltern. Die Ausbildung kann auch in Teilzeit absolviert werden“, hieß es da sinngemäß. Aufgegeben hatte die Zeitungsanzeige der Geschäftsführer der Glückauf Immobilien, Sven Fischer.

„Wenn man Leute einstellt, die schon…

So gesehen: In ruhigen Bahnen

Seit Samstagabend kann der Hauptbahnhof wieder sein, was er sein soll, ein Ort an dem Menschen einsteigen und mitgenommen werden können. Denn in den vorangegangenen Streiktagen fühlten sich die Fahrgäste der Deutschen Bahn ja nicht nur auf dem Mülheimer Bahnhof, eher als abgehängte Manövriermasse auf dem Abstellgleis („Mal sehen, wann welcher Zug kommt und wohin er fährt?) denn als willkommene, zahlende und deshalb selbstverständlich mitgenommene Fahrgäste.
Dass die Gewerkschaft der Lokomotivführer, die nicht nur für mehr Lohn und kürzere Arbeitszeiten, sondern auch für mehr eigene Macht gestreikt hat, ihren Streik, der eigentlich bis heute die Fahrgäste auf die Folter spannen, sollte, am Samstagabend vorzeitig abgebrochen haben, zeigt das auch die stursten GDL-Strategen Gott sei Dank nicht nur Bahnhof verstehen, und wissen, dass sie die Leidensfähigkeit ihrer eigentlichen Arbeitgeber, nämlich der Fahrgäste im Zug der Zeit nicht überstrapazieren dürfen, wenn sie am Ende nicht selbst au…

Die Sozialarbeiterin Krimhild Orth betreut im Auftrag der Stadt Mülheim die Flüchtlinge an der Gustavstraße in Styrum

Es ist erst gut zwei Wochen her, dass 136 Flüchtlinge an die Gustavstraße in Styrum gezogen sind. Die Koffer dürften mittlerweile ausgepackt sein, alle Fragen aber sicher noch nicht geklärt. Hier hilft Krimhild Orth weiter. Die Sozialarbeiterin ist seit zwei Wochen Ansprechpartnerin für die Flüchtlinge. Was steht im Brief vom Amt? Wo gibt es einen sprachkundigen Arzt, der einer Frau helfen kann, die an Diabetes leidet? Wo bekomme ich einen warmen Mantel her, wenn es jetzt kälter wird? Krimhild Orth kennt die Antworten. Noch ist sie Einzelkämpferin, soll aber in absehbarer Zeit durch eine Kollegin oder einen Kollegen unterstützt werden.

„Ich bin eigentlich ganz gut im Thema“, sagt Orth nach 21 Jahren als Sozialarbeiterin im Dienste der Stadt. Erst arbeitete sie im Flüchtlingsdienst, dann als Bezirkssozialarbeiterin in Styrum. Flüchtlinge, aber auch die Arbeit mit Familien in schwierigen Lebenslagen sind ihr vertraut. „Die Menschen, die hier leben, haben zum Teil Traumatisches erlebt. S…

Was kommt in die Tüte? Ein Blick in die Mülheimer Lebensmittelkontrollen

Restaurants, Imbisslokale, Metzgereien, Trinkhallen, Bäckereien, Eisdielen, Kantinen und Supermärkte. Sie alle bekommen mehr oder weniger regelmäßig Besuch von Lebensmittelkontrolleuren des Ordnungsamtes. Die Routinekontrollen sind bisher kostenlos. Das soll sich ändern, wenn es nach dem Willen des NRW-Verbraucherschutzministers Johannes Remmel von den Grünen geht.

Welche Kosten auf die routinemäßig kontrollierten Betriebe zukommen könnten, wenn sich das Ministerium nicht für eine Kostenpauschale entscheiden sollte, lässt sich an den Kosten messen, die nach einer Beanstandung für eine Nachkontrolle anfallen. Der Stundensatz eines Lebensmittelkontrolleurs liegt derzeit bei 57 Euro. Hinzu kommen 20 Euro als Fahrtkostenpauschale. Weitere 20 Euro werden fällig, wenn eine Lebensmittelprobe genommen und untersucht werden muss. Muss die Amtstierärztin als Sachverständige zur Begutachtung herangezogen werden, kommen noch einmal 78 Euro hinzu.

„Das gibt viel Arbeit und Ärger“, ahnen Heike Schw…

Wie barrierefrei sind Mülheims Busse und Bahnen?

Essen hat sie schon, Mülheim bekommt sie 2015; 15 neue Niederflurbahnen für 2,5 Millionen Euro pro Fahrzeug. Mittelfristig sollen insgesamt 19 Niederflurbahnen vom Typ NF2 auf Mülheims Straßen fahren.

Dass die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) trotz ihres aktuellen 34-Millionen-Euro-Defizits neue Niederflurbahnen mit ausklappbarer Einstiegsrampe anschaffen will, hat mit dem Auftrag des Gesetzgebers zu tun. Der will den öffentlichen Personennahverkehr bis 2022 zu 100 Prozent „barrierefrei“ machen.

MVG-Sprecher Nils Hoffmann ist skeptisch. „In Mülheim wie in vielen finanzschwachen Kommunen in NRW wird es nur schwer möglich sein, das Ziel des barrierefreien Umbaus bis 2022 zu stemmen. Aufgrund der bis 2019 zur Verfügung stehenden Finanzmittel ist aber schon jetzt absehbar, dass bis zum 1. Januar 2022 die Barrierefreiheit im ÖPNV nicht erreicht werden kann“, sagt er.

Landesweit schätzt der Städtetag NRW den Finanzbedarf für den barrierefreien Umbau des Nahverkehrs auf rund 1,75 Milliar…

Rückblick auf die Reichspogromnacht in Mülheim: Die Flammen des Hasses

Dort, wo heute am Viktoriaplatz das Medienhaus entsteht, stand bis zum 9. November 1938 Mülheims Synagoge. Bei ihrer Grundsteinlegung (1905) hatte Rabbiner Otto Kaiser ihren Bau als Zeichen religiöser Toleranz gefeiert, hatte mit Blick auf Synagoge, Marien- und Petrikirche gesagt: „Es ist, als ob sie einander zuwinken, als ob sie einander brüderlich die Hand reichen wollten, auf dass nie wieder die Flammen des Hasses aufzüngeln."

Doch in der sogenannten Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 züngeln die Flammen des Hasses lichterloh, lassen die Synagoge niederbrennen, die zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr der auf etwa 340 Mitglieder geschrumpften Jüdischen Gemeinde, sondern der Stadtsparkasse gehört, die ihr angrenzendes Gebäude erweitern will. Ausgerechnet Feuerwehrchef, SS-Mann Alfred Freter, wird in dieser Nacht zum Brandstifter. Obwohl die Feuerwehr darauf achtet, dass der Brand nicht auf die Nachbarhäuser übergreift, erinnert sich der Rechtsanwalt Otto Nieho…

"Sprechen Sie uns an" oder: Die Mülheimer Lotsen kommen und weisen nicht nur älteren Mitbürgern den Weg

„Ich würde gerne mal wissen, wie ich es anstelle, dass ich in meine Badezimmer meine Badewanne durch eine ebenerdige Dusche ersetzen kann.“ Das Anliegen von Astrid Lauterfeld ist ein Klassiker, wenn es um das barrierefreie Wohnen im Alter geht. Die Bürgerlotsen Beate Gottwald und Hans-Dieter Schnapka wissen Bescheid. „Das ist ein Fall für Holger Förster von der Seniorenwohnberatung der Stadt.“ Die 64-jährige Mülheimerin, die früher ihren Kunden die Haare schnitt und der 68-jährige Mülheimer, der bis zur Pensionierung bei der Berufsfeuerwehr gearbeitet hat, sind zwei der bisher neun ehrenamtlich aktiven Bürgerlotsen, die sich am vergangenen Samstag auf dem Kurt-Schumacher- Platz der Öffentlichkeit vorstellten. Ab sofort werden die Bürgerlotsen, die man an ihren blauen Jacken und ihren Buttons mit der Aufschrift Mülheimer Lotse erkennt in der gesamten Stadtmitte unterwegs sein, um nicht nur für ältere Menschen ansprechbar zu sein. „Das finde ich toll, wenn man Leute einfach ansprechen k…

Jung und verschuldet: Was dem Leiter der AWO-Schuldnerberatung, Carsten Welp, zum Thema Altersvorsorge und Altersarmut einfällt

Brüchige, befristete und prekäre Beschäftigungsverhältnisse wirken sich offensichtlich auf die private Altersvorsorge aus. Darauf weist das Vermögensbarometer des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes hin, wonach 16 Prozent der Deutschen und 50 Prozent der Unter-30-Jährigen und der Geringverdiener keine private Altersvorsorge leisten können und wollen. „Das überrascht mich nicht“, sagt Carsten Welp. „Wenn Menschen noch in der beruflichen Orientierungsphase sind und später in befristeten Arbeitsverträgen, in Zeitarbeitsverhältnissen oder im Niedriglohnsektor stecken und kaum ihre laufenden Kosten decken können, tritt die Altersvorsorge in den Hintergrund“, weiß der 45-jährige Jurist, der seit 2002 die Schuldnerberatung der Arbeiterwohlfahrt leitet.

Folgt man den Landesstatistikern von IT NRW, so hat jeder Mülheimer ein verfügbares Jahreseinkommen von 22.675 Euro. Schaut man in den kommunalen Familienbericht, so liegt das durchschnittliche Netto-Monatseinkommen bei 2938 Euro. 20 Proze…

Altersarmut: Was bedeutet sie und wie könnte man sie überwinden: Ein Gespräch mit Betroffenen

Altersarmut ist für Birgit M. (61) und Klaus Peter Jesko (63) kein akademisches Zukunftsthema, sondern Gegenwart und Alltagsrealität. Beide leben heute von Arbeitslosengeld II und werden auch im Rentenalter nicht über die soziale Grundsicherung hinauskommen, obwohl beide eine gute Ausbildung absolviert und 35 Jahre als Arbeitnehmer in die Sozialversicherung eingezahlt haben.

Birgit M. und Klaus-Peter Jesko begannen ihr Berufsleben mit einer kaufmännischen Ausbildung im Einzelhandel. „Das hilft uns auch heute, mit wenig Geld gut umzugehen und auszukommen“, sagen beide. Sie studierte später Betriebswirtschaft und Innenarchitektur und machte Karriere in der Möbelbranche. Er blieb im Einzelhandel und arbeitete zunächst als Verkäufer und später als stellvertretender Abteilungsleiter in verschiedenen Kaufhäusern.

Doch dann wurden sie mit Anfang und Mitte 50 Opfer von Rationalisierungen, Insolvenzen und Geschäftsaufgaben. Auch danach gaben sie nicht auf, bewarben sich hundertfach oder versuc…

Endstation Altersarmut? oder: An den Babyboomern kommt keiner vorbei - Wie sich der öffentliche Personennahverkehr auf den sozialen und demografischen Wandel einstellt

Freie Fahrt für freie Bürger. Wird das ab 2030 auch noch für die zunehmende Zahl der Rentner gelten, die dann, laut Bundesarbeitsministerium, zu mehr als einem Drittel auf Grundsicherung im Alter angewiesen sein werden, weil das Rentenniveau dann auf 43 Prozent des letzten Arbeitseinkommens absinken wird. Vor diesem Hintergrund stellte ich im Auftrag der die NRZ MVG-Sprecher Nils Hoffmann (51) die Frage, wie sich die Mülheimer Verkehrsgesellschaft schon heute auf den sozialen und demografischen Wandel einstellt.

Frage: Werden Menschen, die künftig als Rentner mit deutlich weniger Geld auskommen müssen, überhaupt noch mobil sein können?

Antwort: Wir sprechen hier von den Babyboomern, die in den 60er Jahren geboren worden sind und ab 2030 in Rente gehen. Sie werden nicht nur für den Nahverkehr, sondern für alle Dienstleister in Zukunft die Hauptzielgruppe sein. Auch Stadt, Handel und Wirtschaft müssen daran interessiert sein, dass alle sozialen Schichten dieser großen Gruppe mobil bleiben…