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Es werden Posts vom September, 2015 angezeigt.

An dem Early-Excellence Prinzip, nach dem in den 39 städtischen Kitas die Kinder ihren Tag selbst gestalten können, wird Kritik von Eltern und Erziehern laut

Kinderärztin Bärbel Kröner-Beglau ist überzeugt: „Kinder brauchen feste Strukturen, Regeln und emotionale Sicherheit, um sich gut entwickeln zu können“, sagt sie. In den städtischen Kitas gehen die Erzieher einen anderen Weg. Die Kinder gestalten ihren Kita-Alltag relativ selbstbestimmt, so wie es das Konzept von Early-Excellence vorsieht. 2007 wurde es in den ersten Mülheimer Kitas eingeführt, heute in allen 39 angewandt. Jetzt wird Kritik an dem System laut.

Bärbel Kröner-Beglau äußert sie öffentlich. Weitere Eltern, Erzieherinnen und Kinderärzte wollen namentlich nicht erwähnt werden. Ihre Meinung ist drastisch: „Early Excellence kann man nicht reformieren, sondern nur abschaffen, weil es an Körperverletzung grenzt.“ Die Eltern berichten von überdrehten, schlaflosen, unkonzentrierten und aggressiven Kindern, die Probleme haben, Regeln einzuhalten, Kontakte zu knüpfen und sich in Gruppen zu integrieren. „In der Kita darf ich auch machen, was ich will, hören wir“, erzähl…

Ein Mittagsrundgang durch das grüne, hügelige, aber auch "trockene" Holthausen

Wer mit Rainer Fiddeke und Jan Vogelsang durch Holthausen geht, merkt es schnell. In diesem gut-bürgerlichen Stadtteil ist es grün und hügelig. Und das genau mögen die beiden Holthauser an ihrem Stadtteil, in dem sie bisher ihr ganzes Leben verbracht haben. Der pensionierte Lehrer Fiddecke wurde vor 68 Jahren und der Oberstufenschüler Vogelsang vor 19 Jahren hier geboren. Beide sind in der SPD aktiv. Fiddecke hat eine lange Rats-Vergangenheit hinter sich. Vogelsang hat als als jüngster Stadtverordneter erst seine politische Zukunft erst vor sich.

„Der Branchenmix ist hier ganz ordentlich. Man bekommt alles, was man braucht“, sagt Fiddecke mit Blick auf den Oppspring. „Aber an der oberen Zeppelinstraße gibt es so gut, wie keine Nahversorgung. Das ist vor allem für die älteren Anwohner schlecht“, ergänzt Vogelsang.
Beide bedauern, dass es in Holthausen inzwischen keine Gaststätte mehr gibt, in denen man sich gemütlich mit Nachbarn auf ein Bier und eine Frikadelle treffen könne. Die le…

"Ich habe mich immer für Menschen interessiert": Margret Zerres arbeitet seit 25 Jahren für die Caritas

25 Jahre bei der Caritas. Das konnte jetzt Margret Zerres feiern. „Eigentlich habe ich mich immer für Menschen interessiert“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin der Caritas. Deshalb engagierte sich die Tochter eines Bergmanns und einer Schneiderin in der katholischen Jugendarbeit und studierte nach der Schule Sozialarbeit. In 25 Jahren Caritas in fast allen Bereichen gearbeitet, die der katholische Sozialverband zu bieten hat, Familien- und Jugendhilfe, der allgemeine soziale Dienst, Arbeit mit psychisch kranken Menschen, Sucht- und Integrationsberatung. „Diese breite Erfahrung hilft mir heute, die Arbeit meiner Kollegen wertzuschätzen“, sagt Zerres. Mit einem berufsbegleitenden Studium Sozialmanagement hat sich die Sozialarbeiterin 2002/2003 das geistige Rüstzeug für ihre heutige Position geholt. Denn als stellvertretende Caritas-Geschäftsführerin wird Margret Zerres seit 2006 nicht nur mit sozialen, sondern auch mit Personal- und Wirtschaftsfragen konfrontiert. Obwohl die A…

Warum sich das Lesen der Bibel auch heute noch lohnt: Ein Gespräch mit dem Organisator der Mülheimer Bibeltage Oskar Dierbach

In einer Welt voller Grausamkeiten können viele Menschen nicht mehr an einen gnädigen Gott glauben. Die christlichen Kirchen verzeichnen mehr Aus,- als Eintritte. Gleichzeitig ziehen die Bibeltage, die am 19. Und 20. September im Altenhof an der Kaiserstraße über die Bühne gehen immer wieder bis zu 400 interessierte Christen aus allen Konfessionen an, die gemeinsam in der Bibel lesen und über die Bibel sprechen, in dem sie sich durch Diskussionen und Vorträge inspirieren lassen. Was hat uns die Bibel heute noch zu sagen? Das Neue Ruhrwort fragte den Organisator der Bibeltage, Oskar Dierbach, der als Pflegedienstleiter im Altenheim Haus Ruhrgarten arbeitet.
??? Warum lohnt es sich, in der Bibel zu lesen?
!!! Weil Sie eine konkrete Lebenshilfe darstellt, in dem sie uns tiefe Wahrheiten über das menschliche Zusammenleben vermittelt und uns zeigt, dass unser Leben jenseits der Leistungsmaxime „höher, schneller, weiter“ einen unzerstörbaren und von Gott gegebenen Wert und Sinn hat.
??? Aber w…

"Wir hätten nicht die Probleme, die wir haben" - Ein Gespräch mit dem Sozialdemokraten und Bibelfreund Hans Meinolf

Familie weiter denken: Nehmt einander an, so wie Christus euch angenommen hat. Unter dieser Losung beschäftigen sich die von Oskar Dierbach organisierten Bibeltage im Altenhof mit der Frage, wie man heute biblisch inspiriert Versöhnung und das Zusammenleben der Generationen gestalten kann. Als Gesprächspartner haben sich unter anderem Sozialdezernent Ulrich Ernst und die Ruanda-Aktivistin Denise Uwimana Reinhardt, angesagt. Was sagt uns die Bibel heute? Für die NRZ fragte den Sozialdemokraten und Bibel-Sammler Hans Meinolf?

Frage: Warum sammeln Sie Bibeln?

Antwort: Ich bin kein unheimlich frommer oder religiöser Mensch. Seit ich vor etwa 40 Jahren auf die Reproduktion einer alten Gutenberg-Bibel stieß, faszinieren mich auch von Chagall, Dürer, Fuchs oder Hundertwasser kunstvoll gestaltete Bibeln.

Frage: Was sagt Ihnen die Bibel?

Antwort: Ich sehe die Bibel als ein großes Buch der Weltgeschichte, das uns zeigt, dass die Menschheit seit Jahrtausenden immer wieder mit den selbe…

Immer mehr schulpflichtige Schüler müssen in Mülheim unterrichtet werden: Ist das eine zweite Chance für alte Schulen?

Auch das Schulleben ist eine Baustelle. Bisher ging die Mülheimer Schulentwicklungsplanung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von rückläufigen Schülerzahlen aus. Die Statistiker der Stadt prognostizierten, dass die Zahl der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen bis 2025 um 8,4 Prozent zurückgehen könnte.

Folge: Schulstandorte wurden aufgegeben, fusioniert oder umgewidmet. Doch jetzt könnte es anders kommen. Denn mit den Flüchtlingsfamilien kommen auch immer mehr Kinder und Jugendliche in die Stadt. „Derzeit werden an den 36 Mülheimer Schulstandorten 656 Seiteneinsteiger unterrichtet. Bis Ende des Jahres rechnen wir mit 1000 schulpflichtigen Flüchtlingen“, skizziert die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Martina Kleinewegen, die absehbare Entwicklung. „Bis Ende des Jahres wird der vorhandene Schulraum aber wohl ausreichen“, glaubt Kleinewegen.

Doch weil die Stadt mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen rechnet, prüfen Schulamt und Kommunales Integra…

Der Kommunikator: Stadtsprecher Volker Wiebels

„Guten Tag, Herr Wiebels. Wie geht es Ihnen?“ So wird der Pressesprecher der Stadt, Volker Wiebels, oft von Menschen gefragt, die ihn kennen, ohne dass er sie kennen würde.

„Die Leute kennen mich nicht nur aus der Lokalpresse, sondern auch aus der Lokalzeit des WDR-Fernsehens“, erklärt Wiebels das Phänomen. Der 59-jährige Familienvater bekommt auch schon mal zu hören: „Waren Sie krank? Ich habe Sie so lange nicht mehr im Fernsehen gesehen.“

Wer sich mit Wiebels unterhält, erlebt einen eher sachlichen und bodenständigen Menschen. Trotz seiner berufsbedingten Medienpräsenz, die ihm seit 37 Jahren vertraut ist, fühlt sich der Stadtsprecher nicht als Medienstar, sondern als Dienstleister. „Ich bin der Pressesprecher des Unternehmens Stadt und nicht etwa Sprecher der wechselnden Oberbürgermeister“, sagt er und ergänzt: „Es macht mir Freude, diese Stadt nach innen wie nach außen darzustellen und Informationen aus und über diese Stadt zu kommunizieren.“ Auch wenn der in Mülheim geborene und au…

Humanitäre Hilfe vor der Haustüre Das Rote Kreuz betreut Flüchtlinge an der Lehnerstraße

„Die Menschen kamen mit dem an, was sie am Leibe trugen. Sie waren sehr erschöpft, sehr still und zurückhaltend. Das macht einen schon nachdenklich, wenn man plötzlich erkennt, wie gut es uns in Deutschland geht.“ So erinnert sich der Kreisbereitschaftsleiter des Deutschen Roten Kreuzes, Martin Meier, an den Nachmittag des 21. Juli. An diesem Nachmittag trafen gegen 16.30 Uhr die ersten 50 Flüchtlinge aus Unna-Massen an der Lehnerstraße ein. Insgesamt 81 Menschen aus 12 Nationen kamen an diesem Tag auf dem Gelände des Saarner Schulzentrums an, darunter 11 Kinder und 4 schwangere Frauen. Dort wurden sie von je 30 Helfern des Roten Kreuzes und der Johanniter Unfallhilfe in Empfang genommen. Keine 24 Stunden  waren vergangen, seitdem DRK und Johanniter Unfallhilfe von der Düsseldorfer Bezirksregierung und der Mülheimer Feuerwehr den Auftrag erhalten hatten, in der Turnhalle des Saarner Schulzentrums eine Flüchtlingsunterkunft einzurichten. In Windeseile mussten Lebensmittel beschafft, Eta…

Franz Matuszczyk - Ratsherr und Redakteur - Ein politisches Leben

Heute kann man es sich gar nicht mehr vorstellen. Doch Franz Matuszczyk (Archivfoto: CDU) war über mehr als zwei Jahrzehnte als Ratsherr der CDU und als Redaktionsleiter der Ruhrnachrichten Teil der Mülheimer Kommunalpolitik. „Ich habe meine Arbeit in der Redaktion und im Rat immer sorgfältig voneinander getrennt. Auch wenn ich politisch nicht einer Meinung mit ihnen war, hatte ich auch zu einigen Mülheimer Sozialdemokraten gute und zum Teil sogar freundschaftliche Beziehungen. Auf der anderen Seite bekam ich bei CDU-Versammlungen auch schon mal zu hören, dass ich in unserer Zeitung zu oft über den sozialdemokratische Oberbürgermeister Heinrich Thöne berichten würde. Oder die journalistische Konkurrenz argwöhnte, dass ich aufgrund meiner Ratsmitgliedschaft einen Informationsvorteil hätte, was aber in der Praxis gar nicht der Fall war“, erinnert sich Matuszczyk an seine Zeit als Kommunalpolitiker und Journalist in Mülheim. 1927 im westfälischen Hamm geboren, gehört Matuszczyk zur sogena…

Bis zum Ende des Jahres rechnet die Stadt mit 1000 schulpflichtigen Flüchtlingen: Das könnte auch eine zweite Chance für alte Schulstandorte sein

Auch das Schulleben ist eine Baustelle. Bisher ging die Mülheimer Schulentwicklungsplanung vor dem Hintergrund des demografischen Wandels von rückläufigen Schülerzahlen aus. Die Statistiker der Stadt prognostizierten, dass die Zahl der schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen bis 2025 um 8,4 Prozent zurückgehen könnte.

Folge: Schulstandorte wurden aufgegeben, fusioniert oder umgewidmet. Doch jetzt könnte es anders kommen. Denn mit den Flüchtlingsfamilien kommen auch immer mehr Kinder und Jugendliche in die Stadt. „Derzeit werden an den 36 Mülheimer Schulstandorten 656 Seiteneinsteiger unterrichtet. Bis Ende des Jahres rechnen wir mit 1000 schulpflichtigen Flüchtlingen“, skizziert die Leiterin des Kommunalen Integrationszentrums, Martina Kleinewegen, die absehbare Entwicklung. „Bis Ende des Jahres wird der vorhandene Schulraum aber wohl ausreichen“, glaubt Kleinewegen.

Doch weil die Stadt mit weiter steigenden Flüchtlingszahlen rechnet, prüfen Schulamt und Kommunales Integra…

Offene Kirche in St. Marien: Ein Beispiel für liturgische Selbsthilfe in der Nachbarstadt Oberhausen

„Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diesem Versprechen Jesu folgten Gemeindemitglieder aus Sankt Marien-Rothebusch auch in den vergangenen drei Jahren. Immer wieder sonntags, lud ein Liturgiekreis, um 11.15 Uhr zur Offenen Kirche in Sankt Marien. Denn nach der Versetzung von Pastor Arnold Jentsch war der gewohnte Sonntagsgottesdienst nicht mehr möglich.
So machten 15 Gemeindemitglieder aus der Not eine Tugend und ließen sich beim Katholischen Bildungswerk zur Wortgottesdienstleitern ausbilden, um den Gemeindemitgliedern, die sich am Sonntag in ihrer Kirche treffen und dort gemeinsam beten wollten, eine Alternative anbieten zu können. „Auch wenn wir weiterhin einen Samstagabend-Gottesdienst hatten, gab es in der Gemeinde ein starkes Bedürfnis, sich auch am Sonntag in der Kirche versammeln zu können“, erinnert sich Mitinitiatorin Rafaela Schmitz, die schon vor der Offenen Kirche als Kommunionhelferin, Wortgottesdienstleiterin, Chormitglied u…

Der demografische Wandel lässt den Bedarf an geriatrischer Versorgung stetig steigen: Drei Fragen an Arina Skorohodva. Sie leitet die vor einem Jahr eröffnete Geriatrische Tagesklink des Evangelischen Krankenhauses

Wer sollte warum am 22. September 2015 von 13 bis 16 Uhr zu Ihrem Tag der offenen Tür kommen?
Unser Tag der offenen Tür richtet sich in erster Linie an potenzielle Patienten mit akuten Erkrankungen und Gesundheitsstörungen im hohen Alter, bei denen eine stationäre Behandlung vermieden werden kann, sowie deren Angehörige. Außerdem möchten wir auch Bewohner von Senioreneinrichtungen ansprechen, bei denen sich die Mobilität und Selbsthilfefähigkeit verschlechtert hat.
Wie fällt Ihre Bilanz nach einem Jahr aus und wie sehen Sie mit Blick in die Zukunft und den demografischen Wandel das Verhältnis von Angebot und Nachfrage in der geriatrischen Versorgung? Schon heute sind 30 % der Mülheimer über 60!
Unsere Bilanz ist sehr positiv. Wir hatten bisher rund 100 Patienten mit den verschiedensten Erkrankungen: beginnende Demenz, Gebrechlichkeitssyndrom, Gangstörungen, Depressionen, chronische Schmerzen,Parkinson und Einschränkungen nach Schlaganfällen. Der Aufenthalt in unserer Tagesklinik hat bei…

12 Uhr in der Stadtmitte: Rundgang durch eine erblasste Mitte

Die Stadtmitte ist mehr als Schloßstraße, Leineweberstraße und die Hochhäuser am Hans-Böckler-Platz. Herbert Rauke und Petra Schön wohnen in der Innenstadt. Stehen als eherenamtliche Mülheimer Lotsen vor allem Senioren ials Wehweise mit Rat und Tat zur Seite, wenn es zum Beispiel um Fragen zur Stadtverwaltung, zu Sozialleistungen oder um die Bereiche Wohnen, Gesundheit, Pflege und alltagsunterstützende Dienstleistungen geht. Erreichbar sind die ehrenamtlichen Lotsen über das Sozialamt unter der Rufnummer 455 35 44. Das gilt auch für Ranghild Geck (Rufnummer: 455 50 07), die als Seniorenwohnberaterin beim Sozialamt für die Stadtmitte zuständig ist. Rund 6300 von 20.100 Bewohnern der Stadtmitte sind über 60. Ein Viertel. der Bewohner hat eine Zuwanderungsgeschichte. Rauke und schön empfinden ihren Stadtteil oft als „blass, leer und wenig attraktiv.“



„Wenn sich Menschen heute in der Stadtmitte treffen, dann vor allem im Forum“, berichtet Geck. Seit der Tengelmann-Markt an der Ecke Leinewe…

Um 12 Uhr bei Fliedner's oder: Ein Dorf macht gute Laune

Es ist ein Dorf im Dorf, das Dorf der Fliedner-Stiftung im Stadtteil Selbeck. Hier ist alles überschaubar. Eine Kirche und ein Rathaus gibt es hier ebenso, wie ein Bistro, einen Dorfladen und einen Dorffriseur. Straßennamen, wie Mühlenhof oder Birkenhof weisen  auf die lanwirtschaftliche Vergangenheit dieses Ortes im Mülheimer Süden hin. „Als man das Dorf von 1987 bis 1994 errichtete, dienten unter anderem skandinavische Ferienhäuser als Inspiration“, erzählt die Sprecherin der Fliedner-Stiftung, Claudia Kruszka, die ebenso als Scout dabei ist, wie Friedhelm Tissen und Uwe Wolfs. Tissen leitet den Wohnbereich für Menschen mit Behinderung, Wolfs das Wohnen im Alter. So viel ist sicher: Im Fliednerdorf lässt sich gut leben
Das zeigt sich auf den ersten und zweiten Blick. Jeweils 200 alte und behinderte Menschen haben hier eine gut behütete und betreute Heimat gefunden. Weitere 200 Einwohner haben sich mit ihren Familien einfach deshalb im Fliednerdorf niedergelassen, weil sie es hier  sc…

12 Uhr in Speldorf: Vom Dorf zum Groß-Stadtteil: Ein Stadtteilrundgang mit der Bürgervereinsvorsitzenden Ute Möhlig

In Speldorf gibt es viele Baustellen, aber auch ein starkes Potenzial aktiver Menschen. Die soziale Struktur ist eher gut-bürgerlich 

Wir beginnen unseren Mittagsrundgang durch Speldorf an einer Baustelle. Ute Möhlig, Vorsitzende des Bürgervereins, und der ehemalige Presbyter und Kirchmeister der Evangelischen Kirchengemeinde Gerd Oeckinghaus schauen durch den Baustellenzaun auf das Speldorfer Depot. Wo bis Ende der 50er Jahre Straßenbahnen ein und ausfuhren, wurde in den 80er Jahren ein Einkaufszentrum installiert. Derzeit hält hier nur die Sparkasse die Stellung. Doch 2016 soll ein Rewe-Supermarkt neues Leben mit Handel und Wandel bringen. „Ich könnte mir das Depot auch als eine große Markthalle vorstellen, wie man sie aus den Mittelmeerländern kennt“, sagt Möhlig. Oeckinghaus, der als Presbyter und Kirchmeister in den 80er Jahren mit dafür gesorgt hat, dass die Lutherkirche an der Duisburger Straße restauriert und unter Denkmalschutz gestellt hat, stimmt ihr zu.

Speldorf …

70 Jahre DGB: Wohin geht die Reise?: Ein Gespräch mit dem Regional-Vorsitzenden des DGBs, Dieter Hillebrandt

Frage: Der DGB hat gerade sein 70-jähriges Bestehen gefeiert: Anders, als vor 70 Jahren tun sich gerade viele junge Leute schwer, sich organisatorisch an Parteien, Verbände oder Vereine zu binden? Mit welchem Argument werben die Gewerkschaften heute um neue Mitglieder und wie können Sie Mitglieder heute noch an sich binden und aktivieren. Antwort: Die Bindungsfähigkeit ist zweifelsohne ein Problem von allen großen Organisationen und auch für die Gewerkschaften. Die Selbstverständlichkeit sich zu organisieren hat sich verändert. Dennoch ist unsere Klammer als Gewerkschaften die Solidarität. Ohne uns gäbe es den Sozialstaat in der heutigen Prägung nicht. Ohne die Arbeit des DGB und seiner Mitgliedsgewerkschaften hätten wir heute keinen gesetzlichen Mindestlohn, der für viele Menschen die unterste Lohngrenze festlegt. Und im Konfliktfall hat jedes Mitglied Anspruch auf Rechtsschutz. Aber eines ist klar. Gewerkschaften brauchen für ihre Durchsetzungskraft Menschen die sie stark machen. Und…

Demokrat alter Schule: Ernst Henrich ist Mülheims dienst-ältester Wahlhelfer

"Ich bin der älteste Wahlhelfer nördlich der Alpen“, sagt Ernst Henrich und lacht. Während so mancher 16-jährige Jungwähler vielleicht darüber nachdenkt, ob er nun morgen zur Oberbürgermeister-Wahl gehen soll oder nicht, ist das für den 86-jährigen Henrich noch nie eine Frage gewesen. „Eine Demokratie funktioniert nur dann, wenn sie von urteilsfähigen und urteilswilligen Menschen getragen wird“, betont der pensionierte Polizeidirektor.

Auch wenn er sich als zur politischen Neutralität verpflichteter Beamter nie um ein politisches Amt bemüht hat, wollte der politisch interessierte Staatsbürger „doch immer einen Beitrag dazu leisten, dass unsere Demokratie funktioniert und stabil bleibt.“ Deshalb bewarb er sich vor 50 Jahren erstmals als Wahlhelfer. Damals war Heinrich Thöne noch Oberbürgermeister und Ludwig Erhard Bundeskanzler. Seine erste Wahl erlebte er noch als Beisitzer. Doch schon im Wahljahr 1969, in dem Heinz Hager Oberbürgermeister und Willy Brandt Bundeskanzler wurden, üb…

So gesehen: Gut unterhalten ist halb erzogen

Erstaunlich, welche Talente in so manchen Erzieherinnen schlummern. Nicht nur die beiden OB-Kandidaten fanden die Moderation der angehenden Erzieherin Lisa Voigtländer sehr professionell. Die 22-Jährige hatte die vom Berufskolleg Stadtmitte organisierte Kandidaten-Diskussion mit Showeffekten geleitet: locker, charmant, gut vorbereitet und zielorientiert – und ohne zeitlich zu überziehen. Davon konnten Kuhlenkampf und Gottschalk nur träumen. Kein Wunder, dass Lehrerin Silke Nocker befürchtete, „dass uns Lisa von ARD, ZDF oder RTL abgeworben werden könnte.“ Doch keine Bange. Frau Voigtländer weiß als angehende Erzieherin nur ganz genau, dass Humor und gute Unterhaltung die beste Pädagogik sind, egal ob man es mit kleinen Jungs im Kindergarten oder Jugendzentrum zu tun hat oder mit großen Jungs, die Oberbürgermeister werden wollen.

Dieser Text erschien am 12. September 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

So gesehen: Ungeahnte Leidenschaften

Mal ehrlich. Wenn Sie Werner Oesterwind, den OB-Kandidaten der CDU sehen. Was würden Sie glauben, welche Musik dieser gemütlich, freundlich bodenständig daher kommende Mensch in seiner Freizeit hört. Ich wette, sie hätten, wie ich, vielleicht auf Volksmusik, Schlager oder Klassik getippt. Keine Frage: Der Mann gäbe auch einen respektabelen Männergesangsvereinsvorsitzenden ab. Aber was hört dieser gut bürgerliche Mensch? Heavy Metal, Marke Iron Maiden! 

Das verriet er jetzt bei einer Podiumsdiskussion mit Schülern. Da werden so Manchem im Rathaus die Ohren klingeln. Werden demnächst aus dem OB-Büro Havey Metal-Klänge zu hören sein, wenn Oesterwind gewählt werden sollte. „Die Mittagsruhe fällt heute aus. Der Chef hat Mittagspause und muss sich entspannen.“ Leider hat SPD-Kandidat Ulrich Scholten bei gleicher Gelegenheit nicht verraten, welche Musik er gerne hört, um sich zu entspannen. Doch egal, wer am Ende neuer OB wird: Wir hoffen, dass er mehr Wohl- als Missklänge produzi…

Bestes Infotainment vor der Wahl: In der Diskussion mit Mülheimer Schülern wurden die Oberbürgermeister-Kandidaten auch persönlich

Dass die beiden OB-Kandidaten Ulrich Scholten (SPD) und Werner Oesterwind (CDU) auch künstlerisches Talent haben, hätte man bislang eher nicht gedacht, wenn man sie im Wahlkampf beobachtet hat. Doch bei einer von Schülern des Berufskollegs Stadtmitte organisierten Podiumsdiskussion in der Realschule Stadtmitte gingen die beiden gestern unter die Montagsmaler. Flott und geschickt skizzierten sie Mülheimer Wahrzeichen, wie den Bismarckturm oder den Styrumer Aquarius so, dass sie von den 260 jungen Zuschauern im Saal schnell erraten werden konnten.

Mit sichtlichem Vergnügen beantworteten Oesterwind und Scholten auch persönliche Fragen der Schüler, nachdem sie das kommunalpolitische Schwarzbrot gut verdaulich und verständlich verabreicht hatten. Nicht schlecht staunten die Jungwähler, als sie vom CDU-Kandidaten Oesterwind erfuhren, dass er in seiner Freizeit gerne die Musik der Heavy-Metalband Iron Maiden hört. „Meine Nachbarn müssen manchmal leiden“, gab Oesterwind zu. Er überraschte auch…