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Es werden Posts vom Januar, 2020 angezeigt.

Für ein Leben in Würde, bis zuletzt

Zentraler geht es nicht: Das Ambulante Hospiz hat seine neue Adresse in einem ehemaligen Ladenlokal am Kohlenkamp 7. Wo früher Rundfunk- und Fernsehgeräte verkauft wurden, folgt der 1996 ins Leben gerufene Hospizverein seiner menschlichen Sendung: "Leben in Würde bis zuletzt!" "Wir wollten sichtbarer und selbstständiger werden", erklärt die Vorsitzende des Ambulanten Hospizes, Ursula König, den Anfang Dezember vollzogenen Ortswechsel. Bis dahin war das Ambulante Hospiz Untermieter in den Büros eines an der Leineweberstraße ansässigen Pflegedienstes. Jetzt fällt das montags, dienstags, donnerstags und freitags zwischen 9 und 12 Uhr geöffnete Büro des Ambulanten Hospizes sofort ins Auge, wenn man aus der Stadt oder vom Kirchenhügel aus am Kohlenkamp vorbeikommt. Der hell und freundlich eingerichtete Raum ist 70 Quadratmeter groß und wird als Büro und als Seminarraum genutzt. Er liegt unmittelbar am ampelfreien Fußgängerüberweg der Leineweberstraße. Hier kann man sich i…

Hilferuf der Karnevalisten zeigt Wirkung

Der Notruf der Mülheimer Karnevalisten mit Blick auf die Saalmieten in der Stadthalle zeigt politische Wirkung. Wie der Geschäftsführer des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Hans Klingels, bestätigt, haben der Präsident des Hauptausschusses, Markus Uferkamp und er bereits Gespräche mit der CDU-Fraktion und mit der Fraktion des Bürgerlichen Aufbruchs geführt. „Beide Fraktionen haben uns ihre Hilfe zugesagt, um als Mülheimer Karneval in die finanzielle Brauchtumspflege des städtischen Kulturbetriebs aufgenommen zu werden.“ Außerdem bestätigt Klingels Gesprächsanfragen der SPD- und der FDP-Fraktion. Hierfür müssten aber noch Termine gefunden werden.


Mit Blick auf die Entwicklung der Saalmieten, die die Karnevalisten seit 2007 in der Stadthalle an die Mülheimer Stadtmarketinggesellschaft MSTzahlen mussten, nennt er unter anderem folgende Vergleichskosten. Demnach wurden 2007 für die Prinzenproklamation und in den Prinzenball im Festsaal der Stadthalle 1357 Euro bzw. 2131 Euro fälli…

Wenn Frohsinn Freude macht

Zum 27. Mal ließen die Röhrengarde und ihre befreundeten Gesellschaften am Sonntagnachmittag im Selbecker Dorf der Theodor-Fliedner-Stiftung ein Karnevalsfest mit Tanz, Musik und Tollitäten steigen. Ganz vorne mit dabei waren die beiden Dorfbewohner Michael Weiß (56) und Norbert Rasch (55). 


Sie sind im Wohnbereich für Menschen mit Behinderung zuhause und finden Karneval „ganz toll!“ Aber warum eigentlich? 


„Man feiert, ist unter netten Leuten und lernt nette Leute kennen. Außerdem kann man Menschen eine Freude machen“, erklärt Norbert Rasch, der sich in dieser Session als Ritter verkleidet hat. Rasch kann sich noch gut daran erinnern, wie das war, als er am Rosemontag 2019 mit seinem Nachbarn Michael Weiß auf dem Zugwagen der Röhrengarde mitgefahren ist und Bonbons in die Menge geworfen hat. „Da waren ganz viele Leute. Die haben alle gelacht und Helau gerufen. Einige hatten ihre Regenschirme so aufgespannt, so dass ich die Bonbons direkt in ihre Schirme geworfen habe. Das hat Spaß gema…

Das Spiel des Lebens

90 Minuten dauert ein Fußballspiel. 90 Minuten bringt das 17-köpfige und generationsübergreifende Ensemble um Jörg Fürst mit seiner neuen Produktion „Jeder:Jederzeit“ das Spiel unseres Lebens auf die Volxbühne. Das Stück beginnt schon ungewöhnlich, ehe es begonnen hat. Die 70 Zuschauer werden durch die Teeküche auf die Bühne und von dort aus wie durch ein Labyrinth zu ihren Plätzen im Auditorium geführt.

So bekommt man als Zuschauer ein Gefühl für die Bühne, auf der die Akteure durch zwei dursichtige Tüll-Vorhänge die meiste Zeit sichtbar und doch irgendwie etwas entrückt erscheinen. Zuweilen werden die Vorhänge auch zu Leinwänden, auf die zum Beispiel ein dahin schmelzendes Eis oder vielsagende Satz: „Die Zeit ist buchstabengenau“ zu sehen sind. Auf der Rückseite der Bühne entfalten Peter Eisold (Schlagzeug & Elektronik) und Pía Miranda (Posaune & Gesang) einen wunderbar meditativen Klangteppich, der die gesamte Szenerie musikalisch untermalt.

Mal sieht man die Darsteller als G…

Ein Hauch von Broadway

"Das lohnt sich", sagt Xenia Hildebrand. Die 15-Jährige ist eine der 100 Saarner Gesamtschüler, die im Februar und März in ihrem Schulforum an der Ernst-Tommes-Straße Andrew Lloyd Webbers und Tim Rice' Musical "Joseph" mit den deutschen Texten von Heinz Rudolf Kunze auf die Bühne bringen werden. Wer jetzt die Gelegenheit hatte eine der Generalproben zu sehen, kann Xenia Hildebrand nur zustimmen. Es lohnt sich, ein Ticket zu kaufen und sich einen der sieben Aufführungstermine vorzumerken. "Ich bin wirklich stolz, wenn ich sehe wie professionell meine Kollegen Stephanie von der Marwitz und Sebastian Klein und die Schüler aus den Jahrgangsstufen 5 bis 11 an dieser Produktion arbeiten und ich bin dankbar dafür, dass ich Teil dieses Teams sein darf", sagt der stellvertretende Schulleiter Michael Rölver. Dem Religionslehrer, der den israelitischen Stammvater Jakob verkörpert, gefällt die alttestamentarische Geschichte um Jakobs begabten Lieblingssohn und sei…

"Wir sind Gustav!"

Sie ist mit 1600 Schülern und 150 Lehrern Mülheims größte Schule. 2020 feiert die Gustav-Heinemann-Schule ihr 50-jähriges Bestehen. Am 22. Januar beginnt das Jubiläumsjahr ab 14 Uhr mit einem Tag der Offenen Tür für Interessierte Schüler und Eltern. Außerdem werden Gustav-Heinemann-Schüler an diesem Tag auf dem Schulhof das neue Schulmotto: „Wir sind Gustav!“ mit riesigen Buchstaben nachstellen und diese Aktion mithilfe einer Foto-Drohne dokumentieren.

Zum Beginn des Jubiläumsjahres sprachen Thomas Ratz, der die Gustav-Heinemann-Schule seit 2018 leitet und sein Vor-Vorgänger Peter Virnich, der zwischen 1975 und 2001 an ihrer Spitze stand, darüber wie die Schule zu dem geworden ist, was sie heute ist und was sie im Kern ausmacht.

Warum haben Sie sich als Lehrer für diese Schule entschieden?

Virnich: Ich kam 1971 als Lehrer an die Schule, die damals noch Gesamtschule der Stadt Mülheim an der Ruhr hieß. Der damalige Schulleiter, Günter Wischmann, den ich bei der Gewerkschaft Erziehung und W…

Abschalten & hinschauen

Es kam wie es kommen musste. Gestern beobachtete ich zwei Fußgänger, die miteinander kollidierten. Denn sie schenkten der digitalen Welt auf ihrem Smartphone-Display ihre ungeteilte Aufmerksamkeit und verloren dabei ihre analoge Umwelt aus dem Blick. Schade. Denn da gibt es viel zu sehen, zum Beispiel den Vater, der seinen kleinen Sohn auf den Schultern durch die Stadt trägt oder das alte Ehepaar, das dort gemeinsam und vorsichtig, Schritt für Schritt seinen Weg geht und sich dabei vertraut aneinander festhält, die Nachbarn, die sich an der Haustür Zeit für ein Gartenzaungespräch nehmen, das karge Grün, das dem urbanen Beton trotzt, ein flirtendes Lächeln, das einem im Vorbeigehen geschenkt wird und das die Seele ebenso streichelt wie die lichten Momente, die die Wintersonne für uns zur Mittagsstunde bereithält. Ich musste bei der kleinen Karambolage an den an dieser Stelle bereits gestern zitierten Politik-Professor Karl-Rudollf Korte denken, der unsere Zeit beim Bistumsempfang in de…

Halleluja & Helau

Als ich gestern in St. Engelbert bei der Karnevalsfestmesse den Karnevalsschlager: „Schenk mir dein ganzes Herz. Ich schenke dir meins. Nur die Liebe zählt“ auf der Orgel intoniert hörte, wurde mir klar, dass Halleluja und Helau zwei Seiten derselben Medaille sind. Auch der schon in vielen Sälen gespielte närrische Ohrwurm: „Da sind wir dabei. Das ist prima. Wir lieben das Leben und die Lust. Wir glauben an den lieben Gott und haben auch immer Durst“, klang auf der Königin der Instrumente sicher nicht nur in meinen Ohren wie eine himmlische Botschaft, die die alltagsgeschüttelte Seele streichelte. Mehr Wir als Ich, mehr Demut und mehr Gottvertrauen, ob im Karneval, in der Politik oder im ganz normalen Leben. Kurz: Lebensfreude durch Gemeinschaft. Diese Frohe Botschaft zog sich ganz ohne moralischen Zeigefinger und deshalb wohltuend durch die heiter-besinnlichen Wortbeiträge der geistlichen, närrischen und weltlichen Tollitäten. Mir scheint: Der liebe Gott hat Humor. Er schickt die Nar…

Fromm und fröhlich

Die Predigt von Pastor Michael Clemens fiel diesmal etwas ernster und weniger gereimt aus. Doch das tat der Karnevalsmesse in St. Engelbert keinen Abbruch. "Es kommt auf uns an, dass wir füreinander da sind und nicht glauben, dass wir nur alleine am besten vorankommen", schrieb Clemens nicht nur den politischen Parteien, sondern auch den Karnevalsgesellschaften ins Stammbuch. "Er hat uns mit seinem Leben ein Beispiel gegeben und mit seinem ehrenamtlichen Engagement für eine frohe und starke Lebensgemeinschaft alles dafür getan, um nicht nur die Tradition des Karnevals hochzuhalten und den Egoismus abzuschalten", würdigte Clemens den am 3. Januar verstorbenen Karnevalisten und Kommunalpolitiker Hermann-Josef Hüßelbeck. Mit Blick auf die Problematik bezahlbarer Veranstaltungsorte für den Karneval freute sich der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp, darüber, dass wir mit der Karnevalsmesse in St. Engelbert einen festen Veranstaltungst…

Erinnerung an einen Standhaften

Am 23. Januar jährt sich zum 75. Mal der Tag, an dem der 2001 von Papst Johannes Paul II. selig gesprochene katholischen Journalist, Arbeiterführer, Familienvater und Widerstandskämpfer Nikolaus Groß von den Nationalsozialisten ermordet wurde. In seiner Heimatgemeinde St. Mauritius in Hattingen-Niederwenigern hält der Verein mit einem kleinen, aber feinen und mit interessanten Exponaten, wie den Originalausgaben, der von 1933 bis 1938 herausgegebenen Ketteler Wacht bestückten Museum die Erinnerung an den 1898 geborenen Nikolaus Groß lebendig. Im Gespräch mit dem Neuen Ruhrwort erklärt der Vorsitzende des Vereins Nikolaus Groß Niederwenigern e.V., Michael Kriwet, warum er sich für das Gedenken an den Seligen aus unserer Region engagiert und warum wir auch 75 Jahre nach seinem Tod gut daran tun, uns an Nikolaus Groß zu erinnern.

Warum sollte man sich heute an Nikolaus Groß erinnern, in dem man das Museum Ihres Vereins besucht?
!!! Weil man sich hier mit einer Person beschäftigt, die keine…

Eine Anklage gegen den Rechtsextremismus

Drei Fragen an den Ehrenstadtdechanten und vormaligen Pfarrer der Gemeinde St. Barbara
Wie gedenkt Ihre Gemeinde St. Barbara dem vor 75 Jahren ermordeten Widerstandskämpfer Nikolaus Groß, dessen Leben sie mit einem Musical auf die Bühne gebracht hat? 1 Wir werden am morgigen Sonntag, 19. Januar, um 10 Uhr in einer Heiligen Messe und ab 11 Uhr beim Neujahrsempfang der Gemeinde im Gemeindesaal am Schildberg 93 Nikolaus Groß gedenken. Im Rahmen des Empfangs wird unsere Gemeinderatsvorsitzende Gabriele Ripholz den Leiter der Notfallseelsorge, Pfarrer Guido Möller interviewen, dessen ehrenamtliche Mitarbeiter im Dezember unter anderem mit der Nikolaus-Groß-Medaille ausgezeichnet worden sind. Stadtdechant Michael Janßen wird in einer Rede noch einmal erklären, warum er sich 2019 auch unter Berufung auf Nikolaus Groß an den Protesten gegen die AFD-Veranstaltung in der Stadthalle beteiligt hatte.
2 Was wird aus der Nikolaus-Groß-Medaille? Da der Neujahrsempfang der Stadtkirchen ökumenisch ausgeri…

Der Preis des Frohsinns

Karneval macht Freude, kostet aber auch Geld. Weil die Sponsorengelder nicht mehr so üppig fließen wie in früheren Jahren und auch bei den Veranstaltungsbesuchern das Geld für Eintrittskarten lang nicht mehr locker sitzt, fordern Mülheims Chefkarnevalisten für das närrische Brauchtum eine Unterstützung aus dem Kulturetat der Stadt in Form einer Beteiligung an den Saalmieten.

„Wir verlangen kein Geld von der Stadt, aber wir brauchen geeignete und bezahlbare Orte für unsere Veranstaltungen, um das Niveau des Mülheimer Karnevals halten zu können“, sagt der Präsident des Hauptausschusses Groß Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp. „Wir leisten als Karnevalisten kulturelle Brauchtumspflege, aber auch eine Jugendarbeit, die Kinder von der Straße holt und die Alten und Behinderten nicht vergisst“, betont er.

Just die Seniorensitzung des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval wird in die dieser Session erstmals nicht im Theatersaal, sondern im kleineren Festsaal der Stadthalle über die Bühne ge…