Direkt zum Hauptbereich

Posts

Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Das Leben ist lebensgefährlich

Ich würde gerne liegen bleiben und mich ausschlafen. Doch ich muss früh raus. Der Zug, der mich zum Geldverdienen in eine andere Stadt bringt, wartet nicht. Er lässt mich höchstens warten. Bekomme ich den Zug noch mit, obwohl ich erst in einem zeitraubenden zweiten Anlauf am Hauptbahnhof ein intaktes Stempelgerät finde, das meine bereits gekaufte Fahrkarte als solche legitimiert und mich vor dem teuren Sündenfall des Schwarzfahrens bewahrt? Am Bahnsteig stehe ich länger, als mir lieb ist im Zug, weil der Zug auf sich warten lässt. In der Wartezeit frage ich mich, ob ich meinen dienstlichen Termin der anderen Stadt pünktlich erreichen werde. Als der Zug dann da ist, frage ich mich, ob ich in den überfüllten Zug hineinkomme. Als ich dann drin bin, ist es keine Frage, dass ich keinen Sitzplatz finde und die meiste Fahrzeit dichtgedrängt zwischen hüstelnden, nieselnden und smartphonierenden Fahrgästen stehen werde. Als ich meinem Zielbahnhof erreiche und aus dem konservenbüchsengleich gef…

„Guten Appetit“ heißt: „Shahiat Jayida“

An der Schloßstraße eröffnete kürzlich ein neues Döner-Restaurant. Als ich jetzt dort vorbeikam, fiel mein Blick auf eine Angebotstafel. Den Preis von 3,50 Euro konnte ich entziffern, den arabischen Schriftzug, der darüberstand, aber nicht. Diese Ansicht machte mich nachdenklich: Ich fragte mich, ob wir in der zusehends bunten und multikulturellen Stadtmitte schon so weit sind, dass es hier mehr arabischsprechende als deutschsprechende Kunden gibt. Doch als ich später auf meinem Rückweg die Schloßstraße wieder hinunterkam, sah ich die andere Seite der Angebotstafel und las: „Tagessuppe Linsensuppe für 3,50 Euro!“ Da fiel mir dann doch der sprichwörtliche Stein vom Herzen. Die zwei Seiten derselben Angebotstafel zeigten mir: In der Stadtmitte spricht man zwar inzwischen viele Sprachen, aber man versteht sich trotzdem. Und das gegenseitige Kennenlernen und Verstehen, geht über alle Sprachbarrieren hinweg am besten durch den Magen und sei es in Form von Linsensuppe, die alten wie neuen M…

Gefühlte Wirklichkeit

Ausgerechnet ein Termin bei ihrer Hals-Nasen-Ohren-Ärztin sorgte jetzt dafür, dass Mutter Hören und Sehen verging. Denn ein defekter Aufzug im Ärztehaus bremste sie mit ihrem Rollator aus und ließ sie ihre Ärztin erst gar nicht zu Gesicht bekommen. Als ihr beweglicher Begleiter erfuhr ich in der oben gelegenen HNO-Praxis, dass die Ärztin bereits vom defekten Aufzug gehört habe, und sich „gleich“ im Erdgeschoss bei Mutter blicken lassen wolle. Aus dem Gleich wurde eine ganze Weile, in der Mutters Geduld und Kondition auf die Folter gespannt wurde, ehe ihre Ärztin in ihre Niederung hinabstieg, um in ihren Ohren nach dem Rechten zu sehen. Während die vielbeschäftigte Ärztin das Gefühl hatte, sich überschlagen zu haben, um schnellstmöglich ihre wie bestellt und nicht abgeholt zwischen Tür und Angel wartende Patientin n die Niederungen ihrer im Hausflur wartenden Patientin zu behandeln, hatte diese ihrerseits das Gefühl eine halbe Ewigkeit auf ihre Ärztin gewartet zu haben. Die Szene im Är…

Eine reife Wohngemeinschaft

"Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben." Dieser Satz des amerikanischen Filmschauspielers und Filmproduzenten Burt Lancester (1913-1994) steht nicht von ungefähr auf der Internetseite des Wohnprojektes LINA. "Wer bei uns wohnt, muss sich schon wohlwollend auf andere Menschen einlassen", sind sich Jürgen Thiele, Renate Görke, Gudrun Kohler und Günter Möckel einig. Sie sind vier der 19 Wohngenossen, die sich mit viel Energie und Kreativität zusammen mit der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft MWB im alten Pfarrhaus von St. Mariä Himmelfahrt ein gemeinsames Zuhause geschaffen haben, dass keiner der reifen Bewohner der Generation 55 Plus heute noch mal missen möchte. Die Geburtsstunde von Lina, das steht für Leben in Nachbarschaft Alternativ, schlug 2007 bei einem Seminar, das Ragnhild Geck für das Netzwerk der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn organisiert hatte. Dessen Teilnehmer fragten sich damals: "Wie will ich im Alter leben und wohn…

Sonntagserfahrung

Der Bezirksverband der Mülheimer Kolpinggeschwister brachte mich am gestrigen Sonntag ungewohnt früh in Fahrt. Als Innenstadtpflanze und Gemeindemitglied in St. Mariae Geburt bin ich sonntags Spätaufsteher. Dort wird Gott sei Dank erst um 11.30 Uhr Gottesdienst gefeiert. Doch diesmal zog es mich pressetechnisch und interessehalber nach St. Theresia vom Kinde Jesu in die Heimaterde. Denn dort feierte der Bezirksverband der Kolpingfamilien ab 9.45 Uhr mit Gottesdienst und Gedenkstunde seinen 60. Geburtstag. Also musste ich früher aufstehen und sputen, um U-Bahn und Bus rechtzeitig zu erreichen. Doch dem glücklichen Busfahrer, der die beiden anderen Fahrgäste und mich am Sonntagmorgen von Heißen-Mitte nach Heimaterde brachte, hatte es gar nicht eilig und ließ sich viel Zeit für ein Haltstellengespräch unter Kollegen. Doch plötzlich erkannte er mit einem Blick auf die Uhr: „O, schon drei Minuten über die Zeit“! Er entschuldigte sich mit einem so entwaffnenden Lächeln bei seinen Fahrgästen…

Knecht Ruprecht, bitte melden!

Jetzt begegneten Mutter und mir Sankt Nikolaus und ein Engel auf der Schloßstraße. Zumindest gaben sie sich dafür aus. Bei genauerem Hinsehen entpuppte sich das Gespann als ganz irdisches und jugendliches Paar, das als Werbemaskottchen auf dem Weihnachtstreff eine Marktlücke füllte und sich damit wohl das nötige Kleingeld für seine Weihnachtsgeschenke verdiente. „Wo ist denn Knecht Ruprecht?“, fragte sich Mutter spontan im Angesicht der beiden freundlich erscheinenden jahreszeitlichen Gestalten. Sie kommt noch aus der Generation, in der der Nikolaustag nicht nur ein freudig, sondern auch ein bang erwarteter Tag der Bescherung war. Wenn man Glück hatte und lieb gewesen war, wurde man von Sankt Nikolaus beschert. Wenn man Pech hatte und hinter seinen moralischen Möglichkeiten zurückgeblieben war, hatte man die Bescherung und machte eine unangenehme Bekanntschaft mit dem ruppigen Begleiter des Heiligen Nikolaus und dessen Rute. Solche Rohrstockpädagogik ist heute Gott sei Dank von gester…

Lektion fürs Leben

Gestern war Nikolaustag. Ich erinnere mich, dass ich als Kindergartenkind, von Kindertagesstätten war damals noch keine Rede, einen echten Kulturschock erlitt, als uns unsere Kindergärtnerin in ihrem pädagogischen Eifer darüber aufklärte, dass Sankt Nikolaus schon lange tot sei. Meine Mutter, die mich täglich um 12 Uhr in Empfang nehmen musste, weil der Kindergarten damals pünktlich schloss und keine Rücksicht auf vielbeschäftigte und berufstätige Mütter nahm, musste mich erst mal wieder seelisch aufbauen, weil ich mir doch vom Nikolaus ein Telefon gewünscht hatte. Das Telefon, es war noch kein Handy und kein Smartphone, sondern eines mit Drehscheibe und ohne Anschluss oder Flatrate, stand am Nikolausmorgen dann doch vor unserer Haustür, weil Sankt Nikolaus vielleicht nicht mehr unter den Lebenden weilt, aber legendär genug ist, um bis heute Menschen mit seinem Vorbild zu inspirieren, die in seinem Geiste handeln und Kinderherzen höherschlagen lassen. Als ich dann ein Jahr später als …

Wovon ich träume

Die Zeiten ändern sich. Und manchmal weiß man nicht, ob man darüber weinen oder lachen oder ob man sich darüber einfach nur wundern soll. Früher kamen die Weihnachtsgrüße schwarz auf weiß per Post ins Haus. Jetzt hat Oberbürgermeister Ulrich Scholten seine Weihnachtsgrüße via Facebook ins world-wide-web geschickt. Und weil unser Stadtoberhaupt kreativ ist, hat Scholten auch nicht irgendwelche Weihnachtsgrüße in den sogenannten Sozialen Medien gepostet, sondern, die, die es hören und sehen wollten und konnten mit einem Weihnachtsevergreen: „I am dreaming of a white Christmas = Ich träume von weißen Weihnachten“ beglückt. Ich bin nur froh, dass mich unsere Lokalzeitung ganz klassisch Schwarz auf Weiß über das Online-Ereignis informiert hat. Denn ich gehöre zu den Mülheimern, die noch ohne Facebook leben können. Immerhin hat der OB sich und der Stadtkasse mit seinem digitalen Weihnachtsständchen die Grußkarten zum Frohen Fest erspart. Vielleicht fiel ihm ja auch nichts ein, was er hätte …

Hoffentlich irrt Hegel

Besinnliche Momente kann man in diesem Advent auch im Haus der Stadtgeschichte erleben, wenn man sich dort an der Von-Graefe-Straße bis zum 23. Dezember die Zeit nimmt, eine bemerkenswerte Ausstellung über die Reichskanzler der Weimarer Republik anzuschauen. Zwar lässt uns der Philosoph Friedrich Hegel wissen: „Das einzige, was wir aus der Geschichte lernen, ist, dass der Mensch nichts aus der Geschichte lernt!“ Doch im Angesicht der Impressionen der ersten deutschen Demokratie, die in ihren 14 Jahren 16 Regierungen erlebte, ehe sie sich, mangels Demokraten, in einer Diktatur auflöste, möchte man inständig hoffen, dass sich Hegel geirrt hat. Dieser Wunsch bestärkte sich in mir, als ich jetzt im Rahmen besagter Ausstellung einen alarmierenden Vortrag des Historikers Bernd Braun hörte, der das Verfolgungsschicksal beleuchtete, dass die Familie des vormaligen sozialdemokratischen Reichskanzlers Hermann Müller, ab 1933 im NS-Deutschland erleiden musste, weil die Nationalsozialisten ihren …

Italienische Momente

Gestern haben Mutter und ich uns die Kugel gegeben. Keine Angst. Wir sind noch unter den Lebenden. War es eine Folge des Klimawandels oder eine Trotzreaktion auf die dunkle Jahreszeit? Uns überkam angesichts der milden Temperaturen fast so etwas wie ein Hauch Frühlings- und Sommergefühl im November. Da kam uns die italienische Eisdiele auf der Schloßstraße gerade recht, um uns mit einer Kugel Eis einen italienischen Moment zu gönnen, ehe sich der italienische Eismann unseres Vertrauens Anfang kommender Woche in seine wohlverdiente Weihnachtspause mit Heimaturlaub in Bella Italia verabschiedet. Dann hilft uns nur noch der Griff ins Kühlregal, um die Erinnerung an Sommer, Sonne und Eis aus Bella Italia wachzuhalten. Sei es drum. Alles hat seine Zeit. Spekulatius, Christstollen, Dominosteine und Glühwein warten. Und wenn es uns mal zu weihnachtlich werden sollte, legen wir eine CD von Paolo Conte oder Adriano Celentano ein und denken ganz azzurro an unseren Mülheimer Nachbarn in seiner i…

Gut investiertes Geld

Essen. Das Land fördert die 1250 kirchlichen Bibliotheken in Nordrhein-Westfalen auch in den kommenden beiden Jahren mit jeweils 500.000 Euro. Darauf hat NRW-Kultur- und Wissenschaftsministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen am Montag bei einem Besuch der Katholischen-Öffentlichen Bibliothek St. Mariä-Empfängnis in Essen-Holsterhausen hingewiesen. Zusammen mit Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck dankte die Ministerin der ehrenamtlichen Bibliotheksleiterin Monika Mock und deren 20 ehrenamtlichen Kolleginnen, stellvertretend für die 13.400 ehrenamtlichen Mitarbeitenden in den kirchlichen Bibliotheken an Rhein und Ruhr.

„Die kirchlichen Bibliotheken sind eine wichtige, weil wohnortnahe Ergänzung der Stadtbibliotheken, in denen sich jährlich 25 Millionen Menschen begegnen. Wir wollen einen Schub in die Bestände bringen und den phantastischen Einsatz der in den kirchlichen Bibliotheken engagierten Frauen und Männer würdigen“, erklärte Pfeiffer-Poensgen, warum das Land zwischen 2018 und 2021 insgesam…

Heiterer Ernst

"Sie haben gezeigt, dass Sie beide würdige Preisträger der Spitzen Feder sind", sagt der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Markus Uferkamp, bevor er dem RTL-Fernsehmoderator Wolfram Kons die Urkunde zur Spitzen Feder 2019/20 überreicht. Zuvor haben Stadtprinz Dennis I. und Stadtprinzessin Josephine I. Kons bereits die Spitze Feder und den dazugehörigen Orden verliehen. Das Lob des Mülheimer Chefkarnevalisten gilt nicht nur dem Preisträger, der unter anderem das RTL-Frühstücksfernsehen und den RTL-Spendenmarathon für Kinder in Not moderiert. Zu Dank verpflichtet ist er auch der Journalistin Carmen Thomas, die als erste Moderatorin des ZDF-Sportstudios und als Hörfunkmoderatorin des WDR-Bürgerdialogs "Hallo Ü-Wagen" Wege bereitet und Maßstäbe gesetzt hat. Nicht mit einer Laudatio, sondern mit einem kurzweiligen Interview stellt die Trägerin der Spitzen Feder für die Session 1987/88 den 450 Gästen im Festsaal der Stadthalle ihren Ordensbruder im …

Die Zeit läuft

Zwischen dem närrischen Ritterschlag für den Karnevalisten Udo Bohnenkamp und der Spitzen Feder für den Fernsehmoderator Wolfram Kons fällt mir ein, dass wir schon morgen den 1. Advent haben. Kaum sind die letzten Klänge des Prinzenballs („Da sind wir dabei. Das ist prima!“) verklungen, heißt es auch schon: „Advent, Advent! Die erste Kerze brennt.“ Schon Wilhelm Busch wusste: „Eins, zwei, drei im Sauseschritt läuft die Zeit. Wir laufen mit!“

Der wortgewitzte Vater von Max und Moritz kannte auch schon Advent und Karneval, aber noch keinen Prinzenball, der heute am Vorabend des Advents gefeiert wird. Aber sicher hätte er seinen Spaß am Prinzenball gehabt und wäre dazu ein Top-Kandidat für die Spitze Feder gewesen.

Vielleicht hätte er bei dieser Gelegenheit spöttisch gedichtet: „Ach, was muss man heute alles hören oder lesen von vermeintlich gescheiten Wesen, die uns sagen: Weg mit allen Plagen. Bei mir braucht ihr nicht verzagen. Bei mir gibt es kein Ach und kein Weh. Denn ich habe den ri…

Auf ein Wort zum Freien Wort

Seit 1984 zeichnet der Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval im Rahmen seines Prinzenballs in der Stadthalle. Journalisten, Politiker und Komiker für ihre Verdienste um das freie Wort mit dem Ehrenpreis der Spitzen Feder aus. Am 30. November 2019 wird der RTL-Fernsehmoderator Wolfram Kons geehrt. Im Vorfeld der Auszeichnung ließ sich Kons von der Redaktion auf ein freies Wort ein.

Woran denken Sie, wenn Sie an Mülheim denken?Mir fällt das schöne Kunstmuseum in der Alten Post ein, das zurzeit renoviert wird. Ich denke an Helge Schneider, den Wasserbahnhof und die Weiße Flotte. Und mir gefällt sehr gut wie grün und hügelig es in Mülheim ist.
Worüber können Sie lachen? Kons:          Darüber, dass ich bei der Spitze Feder Nachfolger von Woozle Goozle werde. Gegen diese Puppe , alias Martin Reinl, habe ich bei meinem Jungs (5 und 7) daheim on air keine Chance.
Wo hört für Sie der Spaß auf?Kons: Wenn die Rechte von Kindern verletzt werden.
Muss man als Fernsehmoderator eine Spitze Feder im Gep…

Zeitzeugen erinnern sich an die DDR

30 Jahre nach dem Mauerfall richteten die beiden Mülheimer Jutta Loose (70) und Dieter Schilling (80) als Autoren der örtlichen Zeitzeugenbörse ihren ganz eigenen Blick auf die DDR und das SED-Regime. Die gutbesuchte Lesung in der Buchhandlung am Löhberg zeigte, dass die Wiedervereinigung Deutschlands allen aktuellen Herausforderungen zum Trotz ein Glücksfall der Geschichte war.
Es waren zwei sehr unterschiedliche Perspektiven, die Jutta Loose und Dieter Schilling ihren interessierten Zuhörern eröffneten. Loose schaute von außen auf die DDR, mit der sie durch die Familie ihres Mannes verbunden war. Sie berichtete zum Beispiel vom schauderhaften Besuch an der innerdeutschen Grenze, an der sie unter anderem die Selbstschussanlagen entdeckte, die sogenannte Republikflüchtlinge töten sollten. Sie erzählte von Lebensmittelpakten an die Verwandtschaft in Meißen, von fingierten Todesnachrichten der DDR-Staatssicherheit, von ruinenhaft heruntergekommenen und trotzdem noch bewohnten Häusern im …

Ganz schön menschlich

Gestern traf ich gleich drei glückliche Menschen. Der eine von ihnen ist der Mülheimer Unternehmer Sascha Preusse. Er ist glücklich, weil er mit den Zwillingsbrüdern Maximilian und Alexander Blasius zwei Mitarbeiter für seine Event- und Promotionagentur gewonnen hat, von denen er nur gutes zu berichten weiß: Motiviert, fleißig, pünktlich, zuverlässig. So beschreibt er die beiden behinderten Brüder, die von sich sagen, „dass wir „glücklich sind, weil wir endlich einen festen Arbeitsplatz haben, an dem wir als Menschen angenommen und nicht nur wie Maschinen funktionieren müssen.“ Diese Aussage lässt tief blicken und erzählt viel darüber, wie unsere Gesellschaft und ihr Arbeitsmarkt heute ticken. „Ich habe nicht auf ihre Defizite geschaut, sondern sie als Menschen betrachtet und schnell gemerkt: Das passt“, sagt Sascha Preusse über die Neuen in seinem Team, die in seinem Auftrag in diesen Tagen auf einem Weihnachtsmarkt als Lebkuchenmänner unterwegs sind. Die Erfolgsgeschichte, die die d…

Solche Mutmacher braucht der Arbeitsmarkt

Zehn Prozent der derzeit 170.000 Mülheimer haben eine Schwerbehinderung. 6500 schwerbehinderte Mülheimer sind im erwerbsfähigen Alter. 327 von ihnen (5,3 Prozent) suchen zur Zeit einen Arbeitsplatz. 

Damit liegt der Arbeitslosenanteil unter den schwerbehinderten und erwerbsfähigen Mülheimern deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 7,4 Prozent. Aber nur 4,9 Prozent der 296 Mülheimer Arbeitgeber erfüllen aktuell ihre gesetzliche Verpflichtung, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Arbeitnehmern zu besetzen. Außerdem brauchen Arbeitssuchende mit Handicap im Durchschnitt deutlich länger (918 statt 800 Tage), um einen Arbeitsplatz zu finden. Die meisten Arbeitgeber zahlen lieber eine Ausgleichsabgabe von jährlich 320 Euro pro nicht besetztem Arbeitsplatz, als schwerbehinderten Arbeitssuchenden eine Chance zu geben.
Diese Zahlen nannte der Chef der für Mülheim und Oberhausen zuständigen Agentur für Arbeit, Jürgen Koch.  Im Moment mit Blick auf eine Aktionswoche, …

Ein Glaubensbekenntnis

Wer der Frohen Botschaft des Jesus von Nazareth folgt, gewinnt die innere Freiheit, um sich aus dem Hamsterrad des Alltags zu befreien und so zu sich selbst zu finden. Wer sich als Christ bewusst nicht mehr nur um sich und den eigenen Vorteil dreht, verliert die Angst, etwas zu verpassen. Christen können viel gewinnen, weil sie bereit sind auch viel zu geben. Das gibt ihrem Leben Sinn, Halt und Ziel. Diesen Gedanken vermittelte Sven Ozera den in der Pfarr- und Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt versammelten Gemeindemitgliedern bei seiner ersten Predigt als geweihter Diakon. Der 37-jährige Saarner lebt als nebenamtlicher Diakon, anders als die meisten katholischen Kleriker, nicht zölibatär. Er ist verheiratet und hat zwei Söhne. Auch nach seiner Diakonweihe durch Ruhrbischof Dr. Franz-Josef Overbeck arbeitet er hauptberuflich in der Serviceabteilung des katholischen Sankt-Martinus-Krankenhauses in Düsseldorf. "Ich weiß wie aufgeregt man als Mann ist, wenn man die Frau, die mal li…