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Posts

Es werden Posts vom 2019 angezeigt.

Hilfe für die Helfer in der Notfallseelsorge

Menschen beizustehen, die plötzlich einen geliebten Menschen verloren haben, ist wohl eine der menschlich größten Herausforderungen. Dieser Herausforderung stellen sich in Mülheim und Essen nicht nur 20 hauptamtliche, sondern auch 30 ehrenamtliche Notfallseelsorger. Warum werden diese ehrenamtlichen Notfallseelsorger gebraucht und was treibt die Frauen und Männer an, die sich entsprechend ausbilden und einsetzen lassen? "2018 sind wir zu 110 Notfällen gerufen worden. Aber Notfallseelsorge bedeutet eine 24-stündige Rufbereitschaft an sieben Tagen der Woche. Das könnten wir als hauptamtliche Pfarrer des evangelischen Kirchenkreises an der Ruhr gar nicht leisten. Wir sind also personell auf ehrenamtliche Notfallseelsorger angewiesen, die uns mit ihrer menschlichen und beruflichen Lebenserfahrung unterstützen", sagt Pfarrer Guido Möller, der die auch in der Krankenhausseelsorge aktive Notfallseelsorge leitet. Die beiden Mülheimer Karin Neumann und Jürgen Deutschbein gehören zu d…

Kleine und große Brötchen

Wirklich spannend womit sich Juristen höchstrichterlich beschäftigen. Jetzt waren die Sonntagsbrötchen dran. Ich dachte immer das sei eine Sache der Bäcker und nicht des Bundesgerichtshofes. Aber wir sind in Deutschland. Hier muss alles ganz genau geregelt und höchstrichterlich entschieden sein. Es geht doch nicht an, dass wir sonntags einfach zu der Zeit uns ein Brötchen gönnen, zu der wir Lust darauf haben. Das muss uns schon höchstrichterlich beschieden werden. Dass wir jetzt auch sonntags zu jeder Stunde das Recht auf knackige Brötchen haben und nicht auf trockenes Brot oder Stuten zurückgreifen müssen, ist aus Sicht der Bäcker und ihrer Kunden erfreulich. Doch entscheidend bleibt, wer wo und wie in unserem Land kleine Brötchen backen muss oder sich verdient oder unverdient das dickste Stück vom Kuchen abschneidet. Denn wenn die einen hierzulande immer reicher und die anderen, die in prekären Erwerbsverhältnissen stecken, immer ärmer werden, dann hilft auch das knackigste und best…

Keine falsche Hast

Jetzt musste ich an Hermann van Veen und sein Lied: „Schnell weg da, weg da, weg. Mach' Platz, sonst gibt's noch Streit. Wir sind spät dran und haben keine Zeit“ denken. Am ampelfreien Fußgängerüberweg auf der Leineweberstraße wäre ich jetzt beinahe von einem eiligen Motorradfahrer über den Haufen gefahren worden. Der Motorradraser mit weißem Helm und weißer Maschine, ließ mich in Sachen Rücksichtnahme schwarzsehen. Gott sei dank konnte ich ihm noch rechtzeitig ausweichen, ehe er davonbrauste und mir dabei fast über die Zehenspitzen fuhr. Die rasante Eile brachte dem rasenden Motorradrowdy, der offensichtlich mehr PS als Einsicht unter der Haube hatte, keinen Zeitvorteil. Denn als ich ihm nachschaute, sah ich seine Bremsleuchten. Immerhin: Die nur einige 100 Meter entfernte rote Ampel der Kaiserplatz-Kreuzung stoppte seine Raserei. Das der Mann am Motorradlenker noch rote Ampeln wahrnimmt, lässt hoffen, dass er sich einen Hauch von Herz und Verstand bewahrt hat, was man bei ma…

Von der Lederfabrik zum Wohnquartier

Der Zeitzeuge Kurt Ludwig Lindgens erinnert sich
„Es hieße keine Gefühle zu haben, wenn ich das Ende dieser Geschichte der letzten Mülheimer Gerberei emotional nicht berühren würde, wenn ich mit einem traurigen Auge auf den Schornstein und die alten Werksgebäude schaue, in denen Generationen von Mülheimern in unserer Firma und für unsere Familie gelernt, gearbeitet, und ihren Lebensunterhalt verdient haben. Aber ich sehe es auch mit einem lachenden Auge, dass Das jetzt veröffentlichte Ergebnis des Mülheimer Architektenwettbewerbs, dass mich vor stimmt Es ist wirklich schön zu sehen das mithilfe der Mülheimer Sparkasse und der Mülheimer Wohnungsbaugenossenschaft auf einer alten Industriebrache eines Tages Menschen wohnen Kinder spielen und die unmittelbare Nähe des Flusses genießen werden.“, sagt Kurt Ludwig Lindgens, während er auf das alte Gerberei-Gebäude der Lederfabrik seiner Familie schaut. Ein Teil der Fabrikgebäude, das Kesselhaus und der alte Schornstein stehen unter Denkmalsch…

Was bringt das Bundesteilhabegesetz?

Weil am 1. Januar 2020 die dritte Stufe des Bundesteilhabegesetzes in Kraft tritt, haben Cordula Driessen und ihre Mitarbeitenden im Sozialamt derzeit viel zu tun. Denn sie müssen rund 500 personenbezogene Datensätze in die Datenbank des Sozialamtes einpflegen. Weitere Datensätze könnten noch dazu kommen. Es sind Daten von Menschen, die aufgrund einer Behinderung in einer beschützenden Einrichtung wie der Theodor-Fliedner-Stiftung, im Haus der Lebenshilfe, im Josefshaus der Caritas, im Haus Regenbogen am Worringer Reitweg, im Seppl-Kuschka-Haus und im Fritz-Driskes-Haus der Arbeiterwohlfahrt leben. , laut Sozialamt, derzeit insgesamt rund 440 Menschen. Die Daten kommen vom Landschaftsverband Rheinland, der mithilfe der Umlage seiner Mitgliedsstädte unter anderem die stationäre Pflege von Menschen mit Behinderung finanziert. Es sind zum größten Teil Menschen, die ihre Rechtsgeschäfte nicht selbstständig ausführen können und deshalb durch gesetzliche Betreuer erledigen lassen müssen. …

Theater wie zu Hause

Viele haben zu Hause Theater. Doch bei den wenigsten ist das so amüsant wie bei Martina und Armin Rudziok. Die Marketingfachfrau und der Finanzbeamte haben sich als kreative Kulturschaffende in ihrem Haus am Heelweg in Winkhausen einen Traum erfüllt. Seit 2005 ist das Erdgeschoss ihres Hauses , unweit der Aktien- und der Nordstraße, ein Zimmertheater und ein Ausstellungsraum.
Jetzt bringen die Rudzioks zusammen mit Martin Fiß und Marah Palami das ihr neues Stück „Ruhe im Hotel“ auf die kleine Bühne in ihrem Wohnzimmer-Theater, in dem 25 Zuschauer auf jetzt neuen besser gepolsterten Stühlen einen gemütlichen Sitzplatz finden.
Auch das neue Stück, es ist die 11. Produktion, des Art-Telier Rudziok, ist eine Komödie, mit der Martina Rudziok Geschichten rund um das Thema Urlaub aufgeschrieben hat. Abgesehen von der Komödie „Tod eines Finanzbeamten“, das aus der Feder von Armin Rudziok stammt, hat Martina Rudziok in allen bisherigen Produktionen als Autorin und Regisseurindie Federführung. …

Wenn das Trömmelchen geht

Josephine Stachelhaus (26) und Dennis Weiler (33) werden in der Karnevalssession 2019/20 die Mölmschen durch die Fünfte Jahreszeit führen, die mit dem Rosenmontag am 24. Februar 2020 ihren Höhepunkt erleben wird. Ihr Motto: “Mülheim mit Jeck & Herz!“
„Wir werden eine tolle Show auf die Bühne bringen“, versprechen die Schriftführerin des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval und der Event-Manager, der als DJ schon viele Veranstaltungen des Mülheimer Karnevals begleitet hat.
Begleitet werden die neuen närrischen Regenten, die im champagnerfarbenen Ornat für den Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval antreten vom Dachdecker und Ex-Stadtprinzen Martin (Max) Fischer, der das Narrenvolk mit seiner Prinzessin Lisa Arnold in der Session 2014/15 regierte. Bei den 150 Sessionsauftritten ist aber nicht nur ihr Hofmarschall, sondern auch ihre beiden Paginnen Janina (26) und Michele Hebisch (22). Die beiden Schwestern kommen wie die designierte Stadtprinzession aus den Reihen der KG Knattsch …

Ein Lichtblick

Zuweilen hat man das Gefühl, Zeitzeuge einer allgemeinen Verblödung zu werden. Wo man früher in Bus und Bahn von Buch- und Zeitungslesern umgeben war, ist man heute von Smartphone-Guckern umzingelt. Auch als Fußgänger auf der Straße begegnet man den kurzsichtigen Smartphone-Jüngern, deren Horizont sich auf das Miniaturdisplay ihres Mobilfunkgerätes reduziert hat. Diese Mitmenschen, die sich freiwillig zu Sklaven einer kleinen Maschine gemacht haben, haben ständig die ganze Welt im Blick, aber kein Blick mehr übrig für ihre unmittelbare Umgebung und ihre leibhaftigen Mitmenschen. Deshalb kollidieren sie regelmäßig mit anderen Fußgängern oder Radfahrern und begeben sich traumtänzerisch in Lebensgefahr, wenn sie ohne einen Blick für den fließenden Verkehr Straßenkreuzungen überqueren. Seitdem sich unser Alltagsleben digitalisiert, individualisiert und mobilisiert hat, müssen die Schutzengel Überstunden kloppen. Mein persönlicher Schutzengel, der weiß, dass mir Kulturpessimismus nicht gut…

Lesend lernen

Jugendliche können was, wenn man ihnen denn  etwas zutraut. Die sieben Karl-Ziegler-Schüler Maja Muth, Tobias Klümper, Sandra Rekus, Marvin Seven, Noah Wimper, Emma Engelke und Raul Zieren haben  jetzt den Beweis angetreten. Denn sie haben bei der Lit.Ruhr erstaunlich professionell und souverän den Jugendbuchautor Dirk Reinhardt und sein Buch "Über die Berge und über das Meer" vorgestellt und damit ihren rund 300 gleichaltrigen Zuhörern in der Zeche Zollverein gezeigt wie spannend, informativ und aktuell Jugendliteratur sein kann, wenn sie mit großer Sprachkunst und gut recherchierten Fakten das Schicksal von zwei Flüchtlingskindern aus Afghanistan erzählt.  Im Interview mit den Karl-Ziegler-Schülern berichtet Reinhardt, wie ihn die Begegnung und die Gespräche mit afghanischen Flüchtlingskindern, die er bei einer Schullesung traf, auf die Idee brachte, sein Buch über die Hintergründe ihres Schicksals zu schreiben.  Auch die von den Karl-Ziegler-Schülern gestellten Fragen, na…

Bürokratie in der Bäckerei

Ich bin treu, auch meinem Bäcker. Denn auch wenn Brot, Brötchen, Teilchen und Co bei ihm teurer sind als die Backwaren aus dem Supermarkt, überzeugt mein Gaumen meinen Geldbeutel, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, damit es mir am Frühstücks- oder Abendbrottisch auch schmeckt. Viele Mülheimer sehen es so wie ich. Denn unser Bäcker muss keine kleinen Brötchen backen und betreibt gleich mehrere Filialen in unserer Stadt. Das sei ihm auch gegönnt. Doch jetzt wurde meine Treue zum örtlichen Handwerksbäcker auf eine Probe gestellt, die mir so gar nicht schmeckte. Ich wartete in einer Filiale mit einer geteilten Theke. Links gibt es zu Brot, Brötchen, Teilchen und Co. Rechts geht es zu den belegten Brötchen und anderen Bäckereisnacks. Ich begehrte zwei Teilchen und wartete, bis ich dran war. Doch dran war ich auch dann noch lange nicht. Denn die Bäckereifachverkäuferin ließ mich wissen: „Stellen Sie sich auf der anderen Seite der Theke an. Ich bin hier nur für die Snacks zuständig.“ Nat…

Knecht Ruprecht 2.0

Von draußen, vom Supermarkt und von der Straße komm ich her und ich muss euch sagen: Es weihnachtet sehr. Überall auf den Regalspitzen im Supermarkt sah ich Spekulatiusplätzchen, Lebkuchenherzen und Marzipankugeln sitzen. Und droben aus dem Meer von Weihnachtsnaschwerk sah mit großen Augen der Weihnachtsmann aus Schokolade hervor, Und wie ich so strolcht durch finstere Innenstadtgassen, da konnte ich es kaum fassen, dass uns schon kurz nach Erntedank, nicht versteckt in irgendeinem Schrank, sondern ganz frei und frank auf der Warenbank so etwas wird jetzt schon beschert. Ich fragte mich: „Läuft da nicht was verkehrt?“ Doch dann wurde ich auf Nachfrage von einem Fachmann aus dem Handel belehrt, „Mein lieber Kunde, alter Gesell, hebe die Beine und spute dich schnell. Das ist der Klimawandel, da strömen die Leute eben schon im Oktober weihnachtlich gestimmt in den Handel. Sie wollen sich schon im frühen Herbst freuen auf das Frohe Fest, denn ihr trüber Alltag ist oft die Pest. Die Leute …