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Es werden Posts vom Juli, 2014 angezeigt.

Keine Zukunft ohne Herkunft: Ein Gespräch mit dem Stadtplaner Thorsten Kamp darüber, wie und warum sich das Mülheimer Stadtbild in den letzten Jahrzehnten verändert hat

Bilder sagen manchmal mehr als 1000 Worte. Deshalb setzt die Neue Ruhr Zeitung mit einer Fotoserie die Stadt ins Bild setzen und Geschichten über das Leben und die Menschen in ihr erzählen, über das Leben wie es war und wie es ist.

Als zuständiger Abteilungsleiter für Städtebau und Stadtgestaltung hat sich der stellvertretende Leiter des Stadtplanungsamtes, Thorsten Kamp immer wieder mit dem Stadtbild und seinen Veränderungen beschäftigt.

Das ist für mich wichtig, weil es ohne Herkunft keine Zukunft geben kann, sagt der Stadtplaner. Er ist davon überzeugt, dass man eine Stadt nur dann sinnvoll planen und gestalten kann, wenn man weiß, wie sie früher ausgesehen hat und zu dem wurde, was sie heute ist.

Den Ursprung der Stadt sieht er auf dem Kirchenhügel. Auf ihn liefen noch um 1900 alle Straßen zu, als Mülheim bereits eine industrielle Großstadt an der Ruhr war, sich in ihrem Kern aber noch einen dörflichen Charakter bewahrt hatte, berichtet der baugeschichtlich bewanderte Stadtplaner.

Er bleibt ein Kumpel: Der Bergmann und IGBCE-Vorsitzende Willi Bruckhoff ist jetzt 80 Jahre alt: Er mahnt, die Solidarität der Bergleute nicht zu vergessen

„Den Bergbau sollte man nicht vergessen. Denn davon hat die Stadt mal gelebt“, findet Willi Bruckhoff. Der Bergmann, der von 1948 bis 1966 auf Mülheims letzter Zeche Rosenblumendelle einfuhr und 1984 auf Zeche Zollverein in Rente ging, feiert am 15. Juli seinen 80. Geburtstag.
Seit 1978 führt Bruckhoff die Ortsgruppe der Industriegewerkschaft Bergbau, der sich 1998 die örtlichen Industriegewerkschaften für Chemie, Energie und Leder anschlossen. Bruckhoff schätzt, dass 150 von 600 Mitgliedern aus dem Bereich Bergbau kommen. Die Zahl der aktiven Bergleute, die heute auf Zechen in Marl oder Bottrop einfahren schätzt er auf etwa 60.
„Solidarität.“ Das ist für Bruckhoff das wichtigste Erbe, das der Bergbau, in dem einst bis zu 3000 Mülheimer arbeiteten, hinterlassen hat. „Der Zusammenhalt war das Schönste, was wir unter Tage hatten. Das Wort Kumpel kam nicht von ungefähr. Alle für einen und einer für alle. Das wurde von Bergleuten gelebt“, erinnert sich Bruckhoff.
Dass es in unserer Gesel…

Widerstand; Eine Frage der Haltung - Axel Smend erinnert sich an seinen Vater Günther Smend, der zu den Männern des 20. Juli 1944 gehörte

„Ich habe keine Erinnerung an meinen Vater. Trotzdem hat er meinem Leben Richtung und Kontur gegeben“, sagt der am 9. Mai 1944 geborene Axel Smend. SeinVater war der in Mülheim aufgewachsene und zur Schule gegangene Günther Smend, der zu den Männern des 20. Juli gehörte und deshalb am 8. September 1944 in Berlin-Plötzensee gehängt wurde.
„Was ich von meinem Vater gelernt habe, obwohl ich ihn nie kennen gelernt habe, ist, dass man dort, wo man im Leben steht, Verantwortung übernehmen und zu dem stehen muss, was man selbst als richtig erkannt hat“, sagt der heute in Berlin lebende und arbeitende Rechtsanwalt.
Verantwortung hat der Vater von vier Kindern nicht nur privat, sondern auch gesellschaftlich übernommen, in dem er sich seit vielen Jahren ehrenamtlich im Vorstand und im Kuratorium der Stiftung 20. Juli engagiert. „Die Stiftung wurde bereits 1947 unter der Federführung von Fabian von Schlabrendorff gegründet, der als Adjutant des Generalmajors Henning von Tresckows, selbst zu den Mä…

Ein ambivalentes Erbe: Eine Tagung der katholischen Akademie Die Wolfsburg diskutierte und betrachtete die Amtszeit des ersten Ruhrbischofs Franz Kardinal Hengsbach sehr kontrovers

Draußen steht der Stuhl, auf dem Franz Hengsbach während des Zweiten Vatikanischen Konzils Platz nahm. Drinnen, im Saal, der heute seinen Namen trägt, reflektieren Theologen, Kirchenhistoriker, Zeitzeugen, Wegbegleiter und interessierte Laien in der katholischen Akademie Die Wolfsburg das ambivalente Erbe des ersten Ruhrbischofs, der 1988 vom damaligen Papst Johannes Paul II. zum Kardinal erhoben worden war. Bevor die Zeitzeugen und Wegbegleiter zu Wort kommen, zeichnet der 1981 in Essen geborene und als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Ruhruniversität Bochum arbeitende Kirchenhistoriker Franziskus Siepmann mit einem Einblick in seine gerade fertiggestellte Doktorarbeit eine erste Skizze seiner frühen Bischofsjahre in Essen. Siepmann schlägt den Bogen von der Aufbruchstimmung Ende der 50er Jahre bis zur Stagnation am Ende der 60er Jahre, als sich der konservative Bischof, etwa in der Kontroverse um die Ablehnung der Antibabypille durch die päpstliche Entzyklika Humanae Vitae 1968 …

Späte Reifeprüfung oder: Von der Last zur Lust am Lernen: Ein Doppelportrait zur Steigerung der Bildungsmoral

Nikolaus Groß war ein Bergmann, der sich an Abendschulen weiterbildete und so zum Arbeiterführer und Chefredakteur der Westdeutschen Arbeiterzeitung aufstieg. Was verbindet Claudia Khom und Peter Wangen mit den 2001 selig gesprochenen Widerstandskämpfer, der 1945 von den Nazis hingerichtet wurde? „Wohl die Erfahrung, dass Bildung das Leben positiv verändern kann und das man mit Fleiß und Engagement alles erreichen kann, was man wirklich will“, sagen die beiden Abiturienten des Nikolaus-Groß-Abendgymnasiums. Claudia Khom und Peter Wangen sind besondere Abiturienten. Sie sind nicht 18 oder 19 Jahre jung, wie die meisten Schüler, die in diesen Wochen ihr Zeugnis der Reife erhalten. Mit 34 (Khom) und 25 (Wangen) gehören sie zu den reiferen Jahrgängen, die ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht haben. Beide haben in ihrem ersten Schülerleben die Fachoberschulreife erworben und anschließend etliche Jahre in der stationären Krankenpflegegearbeitet.

Beide beschreiben ihren zweiten Bildu…

Sympathien für die Sperrklausel: Auch in Mülheim findet der Vorschlag des Vorsitzenden der SPD-Landtagsfraktion Unterstützer: Aus Sicht der kleinen Bürgerbündnisse wäre eine kommunale Drei-Prozent-Hürde allerdings kontraproduktiv

Bis 1999 musste man fünf Prozent der Wählerstimmen erringen, um in den Rat einzuziehen. Dann urteilte das Landesverfassungsgericht, der Gesetzgeber habe die Sperrklausel auf kommunaler Ebene nicht hinreichend begründet. Der Landtag reagierte damals mit der Abschaffung der Sperrklausel. Dass das ein Fehler war, meint nicht nur der SPD-Fraktionschef im Landtag, Norbert Römer. Er fordert jetzt die Einführung einer Drei-Prozent-Hürde für Stadtratswahlen und findet damit auch beim Fraktionsgeschäftsführer der Mülheimer CDU, Hansgeorg Schiemer Anklang.

„Dass das Sinn machen würde, ist für mich keine Frage. Denn auch wenn die Räte ein Spiegelbild des Wählerwillens sein sollen, darf deren Zersplitterung nicht zur Arbeitsunfähigkeit führen. Und diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen, wenn man schon mit knapp einem Prozent der Stimmen ein Ratsmandat gewinnen kann“, sagt Schiemer.

Auch Meinungsforscher und Forsa-Chef Manfred Güllner bezieht im Interview eindeutig Position zugunsten einer …

Lieber fünf als drei Prozent: Warum der Wahl- und Meinungsforscher Manfred Güllner auch auf kommunaler Ebene für eine parlamentarische Sperrklausel plädiert

Frage: Was halten Sie von dem Vorschlag des SPD-Fraktionschefs im Landtag?

Antwort: Das ist ja mal was Vernünftiges, was die da machen wollen.

Frage: Warum macht eine Drei-Prozent-Hürde für Stadtparlamente Sinn?

Antwort: Weil die Entwicklung zeigt, dass die Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde auf kommunaler Ebene ein katastrophaler Fehler war. Man hat doch ganz bewusst vor dem Hintergrund der Weimarer Erfahrung nach dem Zweiten Weltkrieg eine Fünf-Prozent-Hürde eingeführt, um eine Zerklüftung des Parteiwesens zu verhindern. Deshalb ist auch heute die Einführung einer Sperrklausel goldrichtig. Eine Fünf-Prozent-Hürde wäre mir lieber als eine Drei-Prozent-Hürde. Aber eine Drei-Prozent-Hürde ist besser als nichts.

Frage: Macht der Verzicht auf eine Sperrklausel die Kommunalpolitik nicht demokratischer?

Antwort: Dieser Verzicht hat vor allem dazu geführt, dass die Stadträte jetzt vielen Gruppen eine Plattform bieten, in denen selbst ernannte Advokaten Partikularinteressen vertreten. Das kö…

Kommunikation und Klinken putzen: Wie die Agentur für Arbeit und das U25-Haus Jugendlichen helfen, eine Lehrstelle zu finden

Im September beginnt das neue Ausbildungsjahr. Wer jetzt noch keine Lehrstelle hat, hat nicht mehr viel Zeit und sollte im Zweifel die professionelle Hilfe der Agentur für Arbeit und des U25-Hauses suchen. Darüber, ob es auch in diesem Jahr gelingen kann, fast alle ausbildungswilligen und ausbildungsfähigen Jugendlichen mit einer Berufs- oder Qualifizierungsperspektive zu versorgen (s. Kasten) wagt man weder bei der Agentur für Arbeit noch im U-25-Haus eine Prognose, ist aber zuversichtlich. Das U25-Haus kümmert sich im Verantwortungsbereich der Sozialagentur um die Vermittlung von Arbeitsplätzen.

„Eigentlich sehen die Ausbildungsmarktzahlen gar nicht so schlecht aus. Denn den 403 Jugendlichen, die derzeit in Mülheim einen Ausbildungsplatz suchen, stehen derzeit 353 offene Stellen gegenüber“, erklärt Katja Hübner von der Agentur für Arbeit. Dennoch weiß sie, dass die Rechnung nicht so einfach aufgeht. „Es ist nicht so, dass es keine Interessenten für die ausgeschriebenen Lehrstellen …

Doppelpass mit der Wirklichkeit oder: Als wir wieder wer waren: Mülheimer erinnern sich an das Fußballwunder von Bern

Das Fußball-Wunder von Belo Horizonte, der deutsche 7:1-Sieg über Brasilien, weckt bei manchem älteren Mülheimer die Erinnerungen an das Fußballwunder von Bern. „Jubel über 3:2-Triumph - Die Sensation von Bern: Deutschland ist Fußballweltmeister“, titelte die Neue Ruhr Zeitung fast auf den Tag genau vor 60 Jahren, nach dem ersten Titelgewinn, dem mit Hilfe eines kleineren oder größeren Fußballwunders am kommenden Sonntag der vierte deutsche WM-Titel folgen könnte.

„Wir haben auch damals gesagt: Das kann doch nicht wahr sein. Denn im Jahr 1954 waren die Ungarn das, was heute die Brasilianer sind und die deutsche Mannschaft hatte in der Vorrunde mit 3:8 gegen die damals seit langer Zeit ungeschlagenen Ungarn verloren“, beschreibt Pfarrer und Religionspädagoge Gerhard Bennertz (damals 16 Jahre junger Schüler) die Reaktionen in seiner Familie, die das Wunder von Bern am Radio verfolgte. „Auch meine Mutter war fußballverrückt und hat sich später fast alle Länderspiele im Fernsehen angescha…

So gesehen: W wie WM und Werbung

König Fußball regiert die Welt. Diesen Eindruck kann König Kunde in diesen WM-Tagen wirklich bekommen. Schokoriegel und Softdrinks präsentieren sich ihm jetzt ebenso im Fußballdesign, wie die Leberwurst beim Metzger. Letzteres macht durchaus Sinn. Denn am Donnerstag geht es für die deutsche Mannschaft um die Wurst. Und man muss kein Fußballfanatiker sein, um zu hoffen, dass die DFB-Kicker nicht als arme Würstchen vom Platz gehen.

Denn dann hätten nicht nur die Fußballfans, sondern auch alle Marketingstrategen, die geschickt auf die unterbewussten Fanreflexe ihrer Kunden spekulieren, die Schnauze voll. Dabei hat ja alles mal ein Ende, auch die WM. Nur die Wurst hat bekanntlich zwei, im Zweifel auch ein dickes.

Apropos dickes Ende. Auch im Schaufenster eines örtlichen Sanitätshauses wird in diesen Tagen mit einem WM-Fußball und diversen Nationalfähnchen geworben. Dass Fußball zur Reha-Sportart taugen würde, wäre mir neu. Aber vielleicht denken die Geschäftsinhaber ja auch schon weiter. …

"Brasilien ist ein Land mit einem großen Potenzial": Ein Gespräch mit Michael Könen, der mit seinem Verein Kinder helfen Kindern grenzenlos seit vielen Jahren im Süden Brasiliens die Sozialarbeit der Salesianer Don Boscos unterstützt

Michael Könen hat sich gerade in Porto Alegre den französischen 3:0-Sieg über Honduras angeschaut. Als nächstes stehen die Partien Niederlande gegen Australien und Russland gegen Algerien auf seinem WM-Spielplan. Doch der 46-jährige Wirtschaftswissenschaftler und Unternehmensberater aus dem Ruhrgebiet ist zurzeit weniger als Fußballfan, denn als Entwicklungshelfer im Süden Brasiliens unterwegs. Denn mit seinem Verein Kindern helfen Kindern, grenzenlos unterstützt er seit mehr als 15 Jahren die Sozial- und Jugendarbeit, die die Salesianer Don Boscos im Süden Brasiliens in Belle Itajai, Viamao, Ascurra, Joinville, Curitiba und Guarapuava leisten. Über die Motivation für sein persönliches Engagement und die soziale Lage im Land der Fußballweltmeisterschaft äußerte er sich jetzt im Gespräch mit der Tagespost. Wie kam es zu Ihrem persönlichen Engagement für die Salesianer Don Boscos im Süden Brasilien?

Vier Jahre nach meinem Abitur am Essener Don-Bosco-Gymnasium habe ich 1992 in Brasilien ei…

Die Fußball-Weltmeisterschaft als Anschub zur Hilfe: Michael Könen und sein Verein Kinder helfen Kindern grenzenlos unterszützt seit vielen Jahren die Sozialarbeit, die die Salesianer Don Boscos im Süden Brasiliens leisten

Seit Michael Könen 1992 einen Freund in Brasilien besuchte, hat ihn das Land nicht mehr los gelassen. „Die Brasilianer sind fröhlicher und offener, als ich das von den Deutschen kenne“, sagt der 46-jährige Ökonom und Unternehmensberater. Mindestens einmal pro Jahr ist der Mülheimer im Land der Fußball-Weltmeisterschaft. Auch jetzt weilt er in Brasilien und hat sich bereits einige WM-Spiele angeschaut. Doch das ist nicht sein eigentliches Ziel.

Könen besucht im Süden Brasiliens fünf Sozialprojekte der Salesianer Don Boscos. Die katholischen Ordensleute kümmern sich in Belle Itajai, Viamao, Ascurra, Joinville, Curitiba und Guarapuava um Kinder und Jugendliche in den Favelas. Mit Schulunterricht, Berufsausbildung, sinnvoller Freizeitgestaltung, kostenlosen Mahlzeiten und kostenfreier Gesundheitsversorgung sorgen die Salesianer dafür, dass Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien eine Lebensperspektive bekommen. „Dort, wo die Salesianer aktiv sind, kann man beobachten, d…

So gesehen: Die Sehnsucht nach dem Happy End

Wenn Sie sich in diesen Tagen als Fußballfan outen und die Hoffnung ausdrücken, Deutschland möge nach 1954, 1974 und 1990 doch mal wieder Weltmeister werden, wird ihnen eine fast 100-prozentige Zustimmung in Schwarz-Rot-Gold sicher sein. Wenn Sie sich aber als Mitglied einer Religionsgemeinschaft oder einer politischen Partei outen, müssen Sie im Zweifel mit Widerspruch, Hohn und mancher Schwarz-Weiß-Malerei rechnen. Das Gespräch mit Pfarrer und Fußballfan Michael Manz (siehe unten) gewährt interessante Einsichten in die deutsche Volksseele. Und aus dieser Volksseele kommen ja auch die Volksmärchen, die meistens ein Happy End haben. Und weil die Deutschen im Spiel des Lebens von manchem Spielführer so manches Märchen erzählt bekommen haben, das sich am Ende als Horrorgeschichte entpuppte, wollen sie heute lieber mit König Fußball, der ihnen im Gegensatz zu anderen Spielfeldern klare Regeln und Ergebnisse garantiert, ein Sommermärchen mit Happy End erleben. Und selbst, wenn es damit ni…

Brot und Spiele: Warum schafft der Fußball, was Politik und Kirche oft nicht gelingt, nämlich die Menschen zusammenzubringen und zu begeistern? Ein Gespräch mit dem Styrumer Pfarrer und Fußballfan Michael Manz

Wer zurzeit durch die Stadt geht, sieht an allen Ecken und Enden Schwarz-Rot-Gold. Die Fußball-Weltmeisterschaft macht es möglich. Warum können sich so viel mehr Menschen mit hoch bezahlten Profifußballern identifizieren als zum Beispiel mit Kirchen und Parteien, die mit ihren Pfarrern und Politikern qua Amt für soziale Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt sorgen sollten? Liegt es nur am Unterhaltungswert? Ein Gespräch mit dem evangelischen Pfarrer und Fußballfan Michael Manz, der seit vielen Jahren und auch bei dieser Fußball-Weltmeisterschaft zum Public Viewing ins Gemeindehaus einlädt.

Frage: Warum begeistert und vereint die Fußball-WM so viele Menschen aus unterschiedlichen Schichten?

Antwort: Das ist das Prinzip Brot und Spiele. Die Menschen erleben die Fußball-WM als eine befreiende und reinigende Ablenkung vom harten Alltag.

Frage: Wovon geht diese befreiende und reinigende Wirkung aus?

Antwort: Bei einer Fußball-WM kann man vor dem Fernsehen, im Stadion oder beim Publ…

Fußball ist ihr Leben: Ein Gespräch mit Manfred Weides vom Kreisligisten 1. FC Mülheim-Styrum über die alltäglichen Herausforderungen an der Fußball-Basis

Wenn sich Detlef Weides in diesen Tagen im Fernsehen die Spiele der Fußballweltermeisterschaft anschaut, hat er immer wieder den Eindruck: „Das ist ganz weit weg. Das hat gar nichts mit uns zu tun.“ Dabei geht es doch um Fußball, ob bei der WM in Brasilien oder beim 1. FC Mülheim in Styrum.
Heute ist der 59-jährige Weides Geschäftsführer des Traditionsclubs, sein Bruder Manfred ist Vorsitzender. „Der Verein und der Fußball sind mein Leben. Ich bin hier aufgewachsen, war schon mit 13 als Mannschaftsbegeleiter dabei und spielte später in der A-Jugend“, erinnert sich Weides.
Der Unterschied zwischen den WM-Kickern und den Kreisliga-Kickern in Styrum liegt vor allem in etlichen Millionen, die sich aus Eintrittsgeldern, Werbeeinnahmen und Fernsehübertragungsrechten speisen. „Wenn ich höre, dass der argentinische Fußballer Lionel Messi 24 Millionen Euro pro Jahr verdient oder das der Deutsche Fußballbund dem ehemaligen Bundestrainer Bert Vogts eine monatliche Lebensrente von 3000 Euro zahl…

Nach dem Sturm kommt die Kostenflut: Wer zahlt was?

Der Sturm ist vorüber. Die Schäden bleiben und müssen beseitigt werden. Wer zahlt eigentlich dafür? Ich fragte für die NRZ aus gegebenem Anlass bei Stadt, Feuerwehr, Mülheimer Verkehrsgesellschaft, Haus und Grund sowie beim Mülheimer Versicherungsfachmann Volker Bretz nach.

Frage: Wer zahlt für Feuerwehreinsätze?

Antwort: Sturmbedingte Einsätze, bei denen es darum geht, Gefahren für die öffentliche Sicherheit abzuwehren, in dem zum Beispiel ein umgestürzter oder ein gegen eine Hauswand gestürzter Baum beseitigt werden muss, stellt die Feuerwehr betroffenen Hauseigentümern nicht in Rechnung. Die Kosten trägt die Stadtkasse. Die Stadt ermittelt derzeit im Auftrag des Landes die anfallenden Schadenskosten. Deren Höhe ist derzeit noch nicht absehbar. Das Land will aber Hilfsmittel der Europäischen Union beantragen und den Kommunen damit unter die Arme greifen, so dass die Stadt und ihre steuerzahlenden Bürger hoffen können, die Folgekosten nicht alleine tragen zu müssen. Ist ein Baum alle…

"Dieser Sturm hat den Charakter des Hauptfriedhofes verändert", sagt dessen Leiter Wolfgang Rosenberger

„Der Friedhof ist wegen Sturmschaden bis auf Weiteres geschlossen“ steht auf einem Aushang am Seiteneingang des Hauptfriedhofes. Auch die Torbögen des Haupteingangs, durch die sonst Trauernde, Hinterbliebene und Erholungssuchende kommen und gehen, sind versperrt. Wenn der Leiter des Hauptfriedhofes, Wolfgang Rosenberger , das Rolltor am Seiteneingang für den Besucher von der Presse öffnet, sieht man sofort, warum die Sperrung Sinn macht. Nur wenige Meter hinter dem Eingangsbereich und vor dem Beginn der Eichenallee liegt ein mächtiger Silberahornbaum, dessen Wurzelwerk den Asphalt aufgebrochen hat.

Je weiter man sich vom Haupteingang entfernt und vom oberen in den unteren, stärker bewaldeten Teil des 42 Hektar großen Hauptfriedhofes kommt, desto mehr umgestürzte Bäume, herunterhängende Äste und Sträucher, die wie ein Buschbarrikade Wege versperren, sieht man.

An der einen oder anderen Stelle muss man auch schon mal einen Ast anheben, um sich den Weg zu bahnen. Und dabei merkt man sofo…