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Es werden Posts vom August, 2015 angezeigt.

Der Bio-Bauer vom Bollenberg: Klaus Felchner

„Sie kenne ich doch.“ Den Satz hört Klaus Felchner nicht nur in Mülheim immer wieder. In der jüngeren Vergangenheit haben ihn viele als Aktivisten gegen einen möglichen Flughafen-Ausbau kennengelernt. Wer will und viele wollen es, kann den 62-Jährigen heute bei verschiedenen Gelegenheiten und an verschiedenen Orten kennenlernen. Wenn man sanfte und poetische Westcoast-Musik mag, sieht und hört man ihn vielleicht bei einem Konzert mit seiner Fellerband. Wenn er dort die Gitarre spielt, ist unter anderem auch seine Frau Monika mit ihrer Stimme oder mit ihrer Flöte dabei. Auch seine drei Töchter Johanna (Schlagzeug), Viktoria (Percussion) und Katharina (Gesang) leisten ihren Beitrag zum musikalischen Erfolg der 13-köpfigen Band, die nicht nur in unserer Region, sondern auch England gern gehört und gesehen wird.

Wer es lieber kulinarisch als musikalisch mag, kann ihn und seine Familie, zu der auch die 91-jährige Tante Lotte gehört, freitags, samstags und sonntags zwischen 12 un…

Keine Lehrerstellen im Gepäck: 32 Mülheimer Schulleiter diskutierten mit NRW-Staatssekretär Ludwig Hecke darüber, wie die Schulen Inklusion und Integration meistern können

"Wenn ich das, was ihr mir erzählt habt, in eurer Sprache hätte sagen müssen, wäre ich grandios gescheitert. Macht weiter so und alles Gute, damit wir uns möglichst schnell alle miteinander verständigen können.“ Mit diesem Lob verabschiedet sich NRW-Staatssekretär Ludwig Hecke aus dem Schulministerium von den etwa 25 Schülern der Internationalen Klasse, die am Karl-Ziegler-Gymnasium von Annette Lostermann-De Nil geleitet wird.

Ermutigt von ihrer Lehrerin haben die Jugendlichen aus Syrien, Irak, Spanien, Serbien und anderen Ländern in verständlichem Deutsch erzählt, wer sie sind, woher sie kommen und wie lange sie in Deutschland leben. Viele von ihnen besuchen erst seit wenigen Wochen das Gymnasium.

Sich jenseits aller Verwaltungshierarchien zu verständigen und über aktuelle Herausforderungen auf der Dauerbaustelle Schule zu diskutieren, ist auch das Ziel des Gespräches, das der Vertreter der Landesregierung an diesem Nachmittag in der Aula der Karl-Ziegler-Schule mit 32…

So gesehen: Es geht um die best6en Köpfe

"Über diese Antwort des Kandidaten Jobses geschah ein allgemeines Schütteln des Kopfes.“ So dichtete Karl Arnold Kortum 1784 über seinen Antihelden Jobs, der als theologischer Examenskandidat durchfiel und als Nachtwächter endete. So soll es den OB-Kandidaten nicht ergehen, wenn sie vor die Wähler treten. Dafür sorgen die Köpfe hinter den Kandidaten. (siehe unten) Doch hilft der beste Kopf hinter dem Kandidaten nichts, wenn der nicht seinen eigenen hat. Sonst entpuppt er sich nach der Wahl noch als politischer Nachtwächter.

Dieser Text erschien am 26. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Die Köpfe hinter den Kandidaten: Daniel Mühlefeld (SPD) und Hermann-Josef Hüßelbeck (CDU) leiten den OB-Wahlkampf von Ulrich Scholten (SPD) und Werner Oesterwind (CDU)

Rund 133.000 Mülheimer sind aufgerufen, am 13. September einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Wahlentscheidend wird die Antwort auf die Frage sein, wie viele Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen werden. Bei der letzten OB-Wahl, bei der auch der Rat und die Bezirksvertretungen gewählt wurden, gaben 2009 51,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Doch als 2003, so wie diesmal, nur die OB-Wahl abgehalten wurde, machten gerade mal 42,1 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz.

Wie sage ich es den Wählern, dass unser Kandidat der bessere Oberbürgermeister wäre? Diese Frage treibt Hermann-Josef-Hüßelbeck und Daniel Mühlenfeld schon seit Monaten um. Denn beide leiten das aus acht bis zehn ehrenamtlichen Unterstützern bestehende Wahlkampfteam ihres OB-Kandidaten. Für den Christdemokraten Hüßelbeck ist das sein Parteifreund Werner Oesterwind. Und für den Sozialdemokraten Mühlenfeld ist es sein Genosse Ulrich Scholten.



Beide investieren in der jetzt beginnenden heiß…

12 Uhr in Styrum: Soziale Baustellen und grüne Oasen

Styrum: Rund 16.000 Einwohner, darunter 22 Prozent Ausländer. Das ist die Statistik des Stadtteils. Menschen, die nicht erst seit gestern hier leben und arbeiten, wissen, wo den Styrumern der Schuh drückt. Zu ihnen zählen Max Schürmann von der Bürgerbegegnungsstätte Feldmannstiftung, Manfred Bogen, den viele noch als Stadt- und Betriebsrat kennen, Brigitte Paashaus vom Styrumer Turnverein oder Pfarrer Michael Manz und Hannelore Ulber von der Evangelischen Lukas-Gemeinde. Sie berichten von sozialen Problemen, weggebrochenen Industriearbeitsplätzen bei Thyssen-Mannesmann und vom Bemühen um die Integration der Flüchtlinge, die in den SWB-Häusern an der Gustavstraße leben.

Man hört von Armut und von der Angst, die manche Bürger empfinden, wenn sie zu bestimmten Tageszeiten an der Oberhausener Straße auf „finstere Gestalten“ treffen. Auch der massive LKW-Verkehr beeinträchtigt die Lebensqualität der Styrumer.

Doch ebenso wird von dem Zusammengehörigkeitsgefühl und dem vielsei…

Simon Ahls: Der freundliche Mann an der Kasse

Er fällt auf, weil er immer so freundlich ist. Man trifft Simon Ahls an drei Tagen der Wochen an einer der acht Kassen im Edeka-Paschmann-Markt des Forums. Für jeden Kunden, dessen Waren er über den Scanner zieht, hat er einen freundlichen Blick und ein freundliches Wort übrig. Zwischen Kotelett, Käse, Gemüse und Milch entwickelt sich schnell ein kleines Gespräch, wenn Ahls an der Kasse sitzt: „Na, was gönnen Sie sich den heute Leckeres zum Abendessen?“ „Und, haben Sie auch ihren Schlüssel dabei, den Sie in der letzten Woche bei uns vergessen hatten?“ „Ist die Torte für den Besuch Ihrer Enkel, die Sie am Wochenende erwarten?“

Manchmal hat man den Eindruck, dass Ahls seine Kunden alle persönlich kennt. Kaum möglich. Denn in einer Kassenschicht rauschen schon mal 600 Kunden an ihm vorbei. Und der Mann an der Edeka-Kasse sitzt erst seit März dort. „Viele Gesichter merkt man sich aber doch irgendwie und viele Kunden merken sich auch mein Gesicht“, erzählt Ahls. Wenn er selbst m…

Bekenntnis zum sozialen Arbeitsmarkt: Das Diakoniewerk Arbeit und Kultur lud die OB-Kandidaten zur sozialpolitischen Debatte

Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld sitzt entspannt in der ersten Reihe. Sie überlässt das Podium in der Kranhalle des Diakoniewerkes Arbeit und Kultur an diesem Abend ihren potenziellen Nachfolgern Werner Oesterwind (CDU) und Ulrich Scholten (SPD), die sich Fragen zur Sozialpolitik von Pfarrer Justus Cohen und dem Journalisten Detlef Schönen stellen. Gut 100 Bürger sind der Einladung der Evangelischen Kirche gefolgt. Wer sich im Publikum umschaut, blickt vor allem in reife Gesichter. Junge Zuhörer, so scheint es, zieht eine solche Podiumsdiskussion offensichtlich weniger an.

Da passt die erste Frage, wie sich die beiden Mittfünfziger „ihr Alter in Mülheim“ vorstellen. Beide sehen sich auch an ihrem Lebensabend in einer aktiven Rolle. Beide wollen sich ehrenamtlich engagieren. Scholten denkt über einen Einsatz als Grüner Herr im Altenheim oder im Krankenhaus nach. Oesterwind meint spitzbübisch: „Vielleicht mache ich ja mit 80 auch noch meinen Motorradführerschein.“ Schöne…

Die Verführung der Gewalt oder: Erinnern für die Zukunft

70 Jahre nach den amerikanischen Atombombenabwürfen über den japanischen Städten Hiroshima und Nagasaki folgten am Samstagvormittag gut 100 Menschen dem Aufruf der katholischen und evangelischen Stadtkirche zu einem ökumenischen Friedensgebet. Vor dem Medienhaus auf dem Synagogenplatz erinnerte Superintendent Helmut Hitzbleck daran, dass die Atombombenabwürfe, an deren Folgen mehrere 10.000 Menschen starben, „nur die Spitze des Eisbergs“ seien, wenn es darum gehe, der Versuchung der Gewalt zu widerstehen und den Frieden zu bewahren. Stadtdechant Michael Janßen beschrieb die aktuelle Herausforderung der lokalen und globalen Friedensstiftung im Angesicht von weltweit über 30 Kriegen und über 50 Millionen Flüchtlingen, in dem er das Gebet der Vereinten Nationen sprach: „Herr, unsere Erde ist nur ein kleines Gestirn im großen Weltall. An uns liegt es, daraus einen Planeten zu machen, dessen Geschöpfe nicht von Kriegen gepeinigt werden, nicht von Hunger und Furcht gequält, nicht zerrissen …

12 UHR IN: Grün, grüner, Mintard: Ein Dorfspaziergang mit Peter Loef, der bei den Grünen aktiv und Mintard geboren ist

Grün, grüner, am grünsten. Das erfährt man im wahrsten Sinne des Wortes, wenn man mit dem Bus der Linie 132 aus der Innenstadt heraus über Saarn nach Mintard fährt. Hier schaut man auf Wiesen und Felder. Hier sieht man Pferde auf der Weide stehen, und hier steht mit Sankt Laurentius die Kirche noch im Dorf. Alles in Butter? Nicht ganz, wenn man mit dem Grünen-Politiker Peter Loef durch das grüne Mintard geht, in dem der Ingenieur 1957 das Licht der Welt erblickt hat.

„Als Junge bin ich in den 60er Jahren noch mit einem Schienenbus vom Mintarder Bahnhof zur Schule nach Broich gefahren“, erinnert sich Loef. Auch die Tante-Emma-Läden und die Bäckerei, in denen der kleine Peter und seine Eltern früher einkauften, gibt es heute nicht mehr. Selbst eine Dorfkneipe sucht man im Mintarder Dorf vergebens.

Deshalb freut sich Loef auf das kommende Frühjahr. Denn dann wollen die neuen Inhaber des Mintarder Wasserbahnhofs, Rene Birkmann und Georg Vollenbruck das alte Restaurant des heute …

Ein Vormittag im Haus Ruhrgarten oder: Junges Blut trifft alte Hasen

Alte Menschen, die es in ihrem Leben nicht immer leicht gehabt haben treffen an diesem Vormittag auf junge Menschen, die es in ihrem Leben nicht immer leicht gehabt haben. Die Gastgeber aus dem Haus Ruhrgarten schauen auf ein langes Leben zurück. Ihre Gäste aus dem Sankt-Josefshaus haben ihr Leben noch vor sich. Die 14- bis 18-jährigen Mädchen und Jungen fragen sich: „Was soll aus mir werden, nicht nur beruflich?“
Da kommt ihnen der Ausflug in den Pflegealltag eines Altenheimes gerade recht. „Die von uns betreuten Jugendlichen kommen aus belasteten Familien. Und wir wollen, dass sie möglichst früh selbstständig werden. Und dazu gehört auch die Erkundung der Berufswelt“, betont Sozialarbeiterin Heike Wagner vom Sankt-Josefshaus. Und so schnuppern die Jugendlichen in den Alltag der Altenpflege hinein. Die Einen finden sich in einer Stuhlgymnastikgruppe wieder. Die anderen backen mit Bewohnern einen Apfelkuchen oder lernen in der Tagespflege das biografischen Gedächtnistraining und etwas ü…

Die Damen vom Empfang: An Gabriele Willsch und Cornelia Gansert kommt keein Sparkassenkunde vorbei

Kleider machen Leute. Das wissen wir nicht erst seit Gottfried Kellers Novelle. Wenn man Gabriele Willsch und Cornelia Gansert im schicken dunkelblauen Hosenanzug mit rotem Seidenschal am Empfang der Sparkasse sieht, strahlen die beiden Damen im besten Alter freundliche und seriöse Kompetenz aus. Genau das ist auch ihre Aufgabe. „Wir sind das Gesicht der Sparkasse“, sagen sie. Und das spüren sie auch in ihrer Freizeit, wenn sie auf der Straße oder beim Einkauf nach den aktuellen Zinssätzen oder danach gefragt werden, ob der Berater XY schon wieder aus seinem Urlaub oder aus dem Krankenhaus zurückgekehrt ist.

Auch wenn das manchmal nerven kann, bleiben sie immer freundlich und gelassen. Das haben sie in ihren mehr als 20 Berufsjahren am Empfang der Sparkasse gelernt und verinnerlicht. „Dieser Haltung bleiben wir auch dann treu, wenn Kunden sich über irgend etwas beschweren, das ist unsere wichtigste Regel“, betonen sie.

Kaum einer der durchschnittlich 400 Kunden, die in eine…

12 Uhr am Raffelberg: Park-Idylle mit Theaterdonner

Erstaunlich. Autos und Baustellen, so weit das Auge reicht. Doch wer von der Duisburger Straße in die Akkazienallee einbiegt und nach einigen Metern links oder rechts ins Grüne geht, ist plötzlich in einer anderen Welt. Wer es sportiv mag, den wird es nach rechts zur Rennbahn, zum Golf- oder zum Tennisplatz ziehen. Kultur- und Naturfreunde gehen nach links, wo das Theater an der Ruhr, das Café Sol und der Raffelbergpark locken. Hier treffen wir einen ganz besonderen Anwohner, den Fotografen und Ruhrpreisträger Heiner Schmitz, der uns als Ortskundiger rund um den Raffelberg begleitet.

„Ohne den Einsatz von Bernd und Karin Landfermann gäbe es den 1909 angelegten Raffelbergpark heute gar nicht mehr“, erzählt Schmitz. Denn in den Jahren 1989 bis 1991, als auch er im Vorstand des Vereines zum Erhalt und zur Pflege des Raffelbergparks aktiv war, gab es Pläne dort eine Luxus-Therme und ein Spielcasino zu errichten.

Wenn man am Theater vorbei durch den zum Teil waldartigen Park geh…

So gesehen: Die Gnade der späten Geburt

Meine ältere Schwester, die in den 70er Jahren die Luisenschule besuchte, ist heute eine reiselustige und sehr weltoffene Musikerin. Schon als Schülerin war ihr klar, dass die Musik in ihrem Leben die erste Geige spielen würde. Doch zu ihrer Schulzeit gab es an der Luisenschule weder Jazz noch Jungs. Beides konnte sie erst später studieren, mal in Dur und mal in Moll. Zu Dissharmonien kam es nur, als sie auf Geheiß der Mutter versuchte, ihrem kleinen Bruder die große Musik beizubringen. Da schweigt des Sängers Höflichkeit. Wenn ich ihr heute berichte, dass es an ihrer alten Schule inzwischen eine Big-Band gibt, die (siehe unten) durch die USA getourt ist, wird sie die alte Arie anstimmen. „Heute kommen die Schüler in der Welt herum. Wir kamen früher nur in die Gruga.“ Das nennt man dann wohl die Gnade der späten Geburt.

Dieser Text erschien am 14. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Motivationsschub, made in USA: Die Big-Band der Luisenschule tourte während der Sommerferien durch das Mutterland des Jazz und lernten dabei für ihr Leben.

Da ist Musik drin. Man hört es, wenn die 39 jungen Musiker der Luisenschul-Bigband freitags nach Unterrichtsschluss zwischen 15 und 17 Uhr „Good Feelings“ und andere jazzige Titel intonieren. Good Feelings, gute Gefühle, bringen Trompeter Vincent Schulz (13), Posaunist und Ex-Schüler Axel Boßmann (25), Trompeter und Ex-Schüler Felix Kels (20), Saxophonist Henning Gerhardy (17), Trompeter und Posaunist Felix Schlicht (15), die Jazz-Brüder Tim (17/Trompete) und Nils Hahn (15/Posaune) mit ins neue Schuljahr.

Denn in den Sommerferien tourte die 2009 gegründete und von Musiklehrerin Regina Coupette geleitete Bigband durch das Mutterland des Jazz. In Michigan, Wisconsin und Illinois gaben sie insgesamt vier Konzerte, begeisterten damit mehrere 1000 Zuhörer, nahmen zusammen mit anderen musikinfizierten Jugendlichen am Blue-Lake-Fine-Arts-Camp am Lake Michigan teil und gönnten sich zum Ausklang ihrer USA-Tour ein Picknick-Open-Air-Konzert im Milleniumpark von Chicago. „Ein so tolle…

Reicher, aber nicht glücklicher: Pastor Constant Leke aus Kamerun berichtet darüber, welche Erfahrungen er als seelsorgerischer Entwicklungshelfer im Ruhrbistum gemacht hat.


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Mülheim an der Ruhr ist multikulturell. Hier leben Menschen aus mehr als 100 Nationen zusammen. Da passt ein katholischer Pastor aus Kamerun ins Bild. Seit fast zwei Jahren leitet Pastor Constant Leke nicht nur die Styrumer Gemeinde St. Mariae Rosenkranz, sondern auch die englischsprachige kamerunische Gemeinde des Bistums, die ihre Gottesdienste in der Styrumer Marienkirche feiert und die französischsprachige Gemeinde, für die St. Gertrud in Essen zur Heimat geworden ist. Im Gespräch mit dem Neuen Ruhrwort berichtet der 36-jährige Geistliche von seinen Erfahrungen als Seelsorger in Deutschland.
??? Sie wurden vor zwei Jahren vom Bischof ihrer Heimatdiözese Mamfe nach Mülheim geschickt, um hier in St. Mariae Rosenkranz die Nachfolge Pastor Norbert Dudek anzutreten, der als Pfarrer nach St. Marien in Schwelm wechseln musste. Obwohl sie vorher noch nie in Deutschland waren und kein Wort Deutsch sprachen, beherrschen Sie, dank intensiver Sprachkurse, inzwischen nicht nur die englische u…

Der Kümmerer von der Kleiststraße: Norbert Berberich

Schulferien? Welche Schulferien? In der Woche vor Beginn des neuen Schuljahres ist Norbert Berberich ein gefragter Mann. Der 57-Jährige sorgt als Hausmeister am Gymnasium Heißen seit 20 Jahren dafür, dass der Laden läuft.

Gerade hat er an seinem Computer die Türschilder für die neuen Klassenräume geschrieben und angebracht. Auch seinen täglichen Kontrollrundgang über das 15 000 Quadratmeter große Schulgelände an der Kleiststraße hat er schon hinter sich. Wo sind Glasscherben aufzulesen, an denen sich jemand verletzen könnte? Wo werden Eingänge und Durchgänge von Sträucher zugewuchert, die deshalb zurückgeschnitten werden müssen? Und wo muss an welcher Stelle zum 1000. Mal eine Graffiti-Schmiererei übermalt werden? Und dann ist hier noch ein Videobeamer zu installieren oder dort noch ein Stuhl zu reparieren und ein Computerschrank zu bauen.

„Unser Fachseminar möchte sich in der Schule treffen. Wann steht dafür welcher Raum zur Verfügung?“ möchte ein Referendar wissen. Ein Lehrer weist Be…

Heinrich Melzer: Ein Leben für Freiheit und soziale Gerechtigkeit

Die Parallelstraße der Bahnstraße erinnert mit ihrem Namen seit 1972 an Heinrich Melzer. Damals 54 Jahre alt, wurde Melzer am 12. August 1945 von den 1500 Gründungsmitgliedern im Speldorfer Tengelmannsaal zum ersten Kreisvorsitzenden des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt. Aus dem Freien wurde später der Deutsche Gewerkschaftsbund.

Melzers Leben, das am 25. September 1890 in Mülheim begann und am 1. März 1967 dort enden sollte, war ein Lehrstück dafür, dass Freiheit, Demokratie und soziale Gerechtigkeit keine Selbstverständlichkeiten sind, sondern erkämpft und verteidigt werden müssen.

Schon als Volksschüler musste er als Feld- und Hilfsarbeiter zum Lebensunterhalt seiner zehnköpfigen Familie beitragen. Nach der Schule lernte er das Handwerk des Kesselschmieds und trat 1907 dem Fabrikarbeiterverband bei. Nach dem Ersten Weltkrieg, den er als Marinesoldat überlebte, wurde er in den Arbeiterrat der Thyssen-Werke gewählt und 1922 zum Geschäftsführer der Freien Deutsc…

Der Steuermann: Martin Knaebel

Sie kenne ich doch. Fahren Sie nicht sonst auf der Weißen Flotte?“ Diese Frage hört Martin Knaebel immer wieder, wenn er zwischen November und April eine Straßenbahn oder die U-Bahn-Linie 18 steuert. Kein Wunder. Denn seit 28 Jahren fährt er im Frühjahr und im Sommer mit der Weißen Flotte, erst als Bootsmann und seit 1999 als Ruhrschifffahrtskapitän.

„Inzwischen bin ich unter den Schiffsführern und Bootsleuten der Weißen Flotte der Dienstälteste“, sagt der 57-jährige Familienvater. Als seine inzwischen erwachsenen Söhne noch klein waren, ließen sie sich vom Vater gerne mal mitnehmen auf die Reise vom Wasserbahnhof Mülheim bis zur Kettwiger Schleuse und wieder zurück. „Bezahlen mussten sie dafür natürlich nicht“, sagt der Kapitän mit einem Augenzwinkern. Inzwischen kostet die einfache Schiffsfahrt zwischen Mülheim und Kettwig, je nach Wochentag zwischen 5 und 6,50 Euro. „Ich wollte eigentlich nicht das ganze Schiff kaufen“, muss sich der Kapitän da schon mal anhören. Dann ver…

So gesehen: Von wegen, leben, wie ein Hund

Tierliebe ist ja was schönes. Schon Friedrich der Große meinte: „Seit ich die Menschen kenne, liebe ich die Hunde.“ Tatsächlich scheint die Beziehungskiste zwischen Zwei- und Vierbeinern oft eine ganz besonders innige zu sein.

Auch an Tagen mit einer Affenhitze, kann man bei einem Stadtbummel immer wieder sehen, mit welcher Affenliebe Menschen zum Beispiel an ihrem Hund hängen. Schnell bilden sich auf der Straße Menschentrauben, die mit ihren Pfiffis und Bellos eine spontane Diskussion über den Auslauf, die Fellpflege oder auch die Verpflegung ihrer Lieblinge beginnen.

Auch ein spontanes: „Ist der aber süß“, bekommt so mancher Vierbeiner zu hören, einfach nur deshalb, weil er ist, wie er ist und an der langen Leine durch die Stadt hoppelt.

Oder ein Frauchen schenkt ihrem tierischen Liebling die erste Scheibe Wurst, die sie gerade in der Metzgerei bekommen hat, weil er sie so freundlich anguckt, Männchen macht und mit dem Schwanz wedelt. Hier verabreicht eine Verkäuferin einem kleinen Hun…

Sommerpause! Welche Sommerpause? Vor der OB-Wahl können die kleinen Parteien entspannen, während die großen Parteien in den ersten Gang schalten müssen

Schüler und Lehrer genießen die Sommerferien, noch. Ob man als Mülheimer Kommunalpolitiker eine kürzere oder längere Sommerpause hat, hängt davon ab, ob man in einer kleineren oder größeren Partei aktiv ist.
„Ich habe unseren Leuten sechs Wochen Urlaub verordnet, damit sie sich erholen und wieder Spaß an der Kommunalpolitik bekommen“, sagt FDP-Fraktionsvorsitzender Peter Beitz. Fraktionsmitarbeiterin Angelika Schifferenz hält halbtags die Stallwache in der Geschäftsstelle an der Friedrichstraße und schaut, welche Post eingegangen ist.

Wer die Internetseite der Grünen besucht, wird mit einem Laufband davon in Kenntnis gesetzt, dass „die Partei- und Fraktionsgeschäftsstelle in den Sommerferien nur sporadisch geöffnet“ ist. „Man merkt schon, dass jetzt Sommerferien sind, da nur ganz wenige Bürgeranfragen bei uns eingehen“, berichtet der Vorstandssprecher der Grünen, Peter Loef. Dass man bei den kleineren Parteien in den Sommerferien zwei oder drei Gänge zurückschalten kann, lie…

Vor dem zweiten ersten Schuljahr: Junglehrerin Sara Kerbusk

Noch fünf Tage. Dann beginnt für Sara Kerbusk ihr erstes Schuljahr als fest angestellte Lehrerin an der Otto-Pankok-Schule. „Ich bin sehr froh, dass ich diese Stelle bekommen habe, weil das heute für junge Lehrer nicht mehr selbstverständlich ist und weil ich hier in den letzten zwei Jahren mein Referendariat gemacht und mich sehr wohl gefühlt habe“, sagt die 29-Jährige.
Eigentlich wollte sie Journalistin werden, studierte Kulturwissenschaftlerin und arbeitete nebenbei als freie Mitarbeiterin für NRZ und WAZ. „Doch dann wollte ich etwas bodenständigeres machen“, erinnert sich Kerbusk an ihren Wechsel in ein Lehramtsstudium der Fächer Sozialwissenschaften und Englisch. „Meine Erfahrungen als Vertretungslehrerin an einer Oberhausener Gesamtschule und als Referendarin am Otto-Pankok-Gymnasium haben mir gezeigt, dass diese Entscheidung für mich richtig war“, sagt sie heute.
Dabei macht sich die junge Pädagogin keine Illusionen über ihren Beruf. Sie weiß: „Als Lehrerin muss ich nicht nur fac…