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Keine Lehrerstellen im Gepäck: 32 Mülheimer Schulleiter diskutierten mit NRW-Staatssekretär Ludwig Hecke darüber, wie die Schulen Inklusion und Integration meistern können

"Wenn ich das, was ihr mir erzählt habt, in eurer Sprache hätte sagen müssen, wäre ich grandios gescheitert. Macht weiter so und alles Gute, damit wir uns möglichst schnell alle miteinander verständigen können.“ Mit diesem Lob verabschiedet sich NRW-Staatssekretär Ludwig Hecke aus dem Schulministerium von den etwa 25 Schülern der Internationalen Klasse, die am Karl-Ziegler-Gymnasium von Annette Lostermann-De Nil geleitet wird.

Ermutigt von ihrer Lehrerin haben die Jugendlichen aus Syrien, Irak, Spanien, Serbien und anderen Ländern in verständlichem Deutsch erzählt, wer sie sind, woher sie kommen und wie lange sie in Deutschland leben. Viele von ihnen besuchen erst seit wenigen Wochen das Gymnasium.

Sich jenseits aller Verwaltungshierarchien zu verständigen und über aktuelle Herausforderungen auf der Dauerbaustelle Schule zu diskutieren, ist auch das Ziel des Gespräches, das der Vertreter der Landesregierung an diesem Nachmittag in der Aula der Karl-Ziegler-Schule mit 32 Mülheimer Schulleitern führt.

„Ich weiß, dass der Staatssekretär uns keine neuen Lehrerstellen mitgebracht hat. Aber es tut uns allen gut, wenn wir uns mit ihm über unsere speziellen Probleme austauschen können, die wir hier vor Ort zu bewältigen haben“, sagt Willy-Brandt-Schulleiterin Ingrid Lürig vor der nichtöffentlichen Dialog-Veranstaltung.

„Wenn wir hier ganz offen und auf Augenhöhe mit dem Staatssekretär sprechen können, ist das für uns ein Zeichen der Wertschätzung“, betont ihr Amtskollege und Gastgeber von der Karl Ziegler-Schule, Magnus Tewes. Auch wenn es keine Tagesordnung gibt, nennt Tewes Integration und Inklusion als die drängendsten Themen. Wer soll wie diese Arbeit leisten?

„Ich kenne das seit 30 Jahren nicht anders, als dass von den Schulen über zu wenig Personal geklagt wird“, sagt der Staatssekretär in weiser Voraussicht, dass die pädagogischen Fachfragen in letzter Konsequenz auch immer die Frage nach Geld für Personal, Räumen und Schulausstattung nach sich ziehen. Er verweist denn auch auf die 674 neuen Lehrerstellen, die der Landtag vor der Sommerpause bewilligt habe. Außerdem, so Hecke, habe die Landesregierung die 10.000 Lehrerstellen beibehalten, die ihre Vorgängerin habe streichen wollen. Denn vor der Flüchtlingswelle sei man angesichts des demografischen Wandels von sinkenden Schülerzahlen ausgegangen. „Wenn die Entwicklung so weitergeht, könnte es sein, dass wir bereits geschlossene Schulen reaktivieren müssen“, glaubt Mülheims Schuldezernent Ulrich Ernst.


Dieser Text erschien am 28. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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