Donnerstag, 27. August 2015

Die Köpfe hinter den Kandidaten: Daniel Mühlefeld (SPD) und Hermann-Josef Hüßelbeck (CDU) leiten den OB-Wahlkampf von Ulrich Scholten (SPD) und Werner Oesterwind (CDU)

Daniel Mühlenfeld

Rund 133.000 Mülheimer sind aufgerufen, am 13. September einen neuen Oberbürgermeister zu wählen. Wahlentscheidend wird die Antwort auf die Frage sein, wie viele Wähler von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen werden. Bei der letzten OB-Wahl, bei der auch der Rat und die Bezirksvertretungen gewählt wurden, gaben 2009 51,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Doch als 2003, so wie diesmal, nur die OB-Wahl abgehalten wurde, machten gerade mal 42,1 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz.

Wie sage ich es den Wählern, dass unser Kandidat der bessere Oberbürgermeister wäre? Diese Frage treibt Hermann-Josef-Hüßelbeck und Daniel Mühlenfeld schon seit Monaten um. Denn beide leiten das aus acht bis zehn ehrenamtlichen Unterstützern bestehende Wahlkampfteam ihres OB-Kandidaten. Für den Christdemokraten Hüßelbeck ist das sein Parteifreund Werner Oesterwind. Und für den Sozialdemokraten Mühlenfeld ist es sein Genosse Ulrich Scholten.

Hermann-Josef Hüßelbeck


Beide investieren in der jetzt beginnenden heißen Wahlkampfphase täglich zwei bis drei Stunden, um ihren Kandidaten bei Podiumsdiskussionen, an Infoständen, bei Stadtteilfesten oder auch bei Hausbesuchen möglichst gut aussehen zu lassen.

Hüßelbeck hat als Rentner einen klaren Zeitvorteil. „Ob beim Plakate-Kleben oder am Infostand. Als Wahlkampfleiter kann ich nicht einfach sagen: Macht ihr mal. Da muss ich selbst als erster vorangehen“, betont der für Oesterwind wahlkämpfende Bezirksbürgermeister des Stadtbezirkes Linksruhr. „Ich versuche mit unserem Kandidaten so oft wie möglich vor Ort zu sein. Ich muss meine Wahlkampftermine aber immer so takten, dass ich sie mit meinem Beruf vereinbaren kann“, sagt Mühlenfeld, Ortsvereinsvorsitzende der Heißener SPD, der beruflich als Öffentlichkeitsarbeiter für die Oberhausener Energieversorgungsbetriebe tätig ist. Mühlenfeld und Hüßelbeck lassen keinen Zweifel daran, dass sie ihre ehrenamtliche Arbeit am Schreibtisch in Diskussionsrunden oder bei Wahlkampfterminen nur mit der organisatorischen Unterstützung ihrer hauptamtlichen Geschäftsführer Thomas Mehlkopf (CDU) und Yvonne Hartig (SPD) leisten können. Beide Wahlkampfleiter schätzen, dass ihre Kandidaten und ihre Teams bis zum Wahlabend am 13. September eher 300 als 200 Termine absolviert haben werden.

Auch wenn sie mit Internet- und Facebookseiten oder Pressemitteilungen versuchen ihre Kandidaten auch inhaltlich zu positionieren, machen sich Hüßelbeck und Mühlenfeld keine Illusionen darüber, dass die OB-Wahl vor allem eine Personenwahl sein wird.

„Der Kandidat wird am Ende gewinnen, der in der persönlichen Begegnung mit den Bürgern Sympathie und Vertrauen gewinnen und sie im Gespräch von seinem Engagement überzeugen kann“, glaubt Hüßelbeck. „Wir müssen als Wahlkampfteam dafür sorgen, dass unser Kandidat von möglichst vielen Bürgern persönlich wahrgenommen wird. Ich glaube, dass am Ende der Kandidat gewählt wird, den Bürger bei Begegnungen nicht als freundlichen Schulterklopfer, sondern als eine kompetente Persönlichkeit kennen gelernt haben, die glaubhaft Positionen bezieht und dabei auch Widerspruch aushalten kann,“ ist auch daniel Mühlenfeld überzeugt.

Beide Wahlkampfleiter setzten auf Diskussionen im Wahlkampfteam, um so das Profil zu schärfen, dass ihr Kandidat mit seinen Argumenten und mit seinem Auftreten gewinnen muss, wenn er am 13. September gewählt werden will.

Dieser Text erschien am 26. August 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

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