Gestern ging ich an der an der Ruhr spazieren. Sonneschein und ein laues Lüftchen und ein freier Blick auf den Fluss. Das ließ bei mir Urlaubsgefühle hoch kommen.
Ich machte an einem Kiosk, in einem Biergarten und an einem Eiscafé Halt und traf zwischendurch nur auf nette und entspannte Menschen.
Ob man so etwas zur besten Sommerferienzeit auch an den überfüllten Stränden auf Mallorca oder in den überteuerten Cafés und Restaurants der Cote’D Azur oder der Riviera erlebt? Eher nicht. Zumindest nicht zu dem Kurs, den man bei uns an der Ruhr bekommt. Hier fängt der Urlaub, wenn man will, sofort vor der Haustür an. Streikende Piloten und ausgefallene Züge müssen hier niemanden bekümmern. Das im Stau stehen kann man kann man sich auch sparen. Außerdem kann man, wenn man es sich hier richtig gut gehen lässt, das gute Gefühl haben, etwas für den Schutz der Umwelt und gegen den Niedergang der lokalen Wirtschaft getan zu haben. Wer da noch in die Billigflieger steigt und die Urlaubsschnäppchen in der Ferne sucht, der ist wirklich urlaubsreif und sollte sich eine Kur an der Ruhr verschreiben lassen.
Dieser Text erschien am 13. August 2018 in der NRZ
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Dienstag, 28. August 2018
Montag, 16. Juli 2018
Frühe Reiselust
Ein kleiner Mann läuft seiner Mutter auf der Schloßstraße
davon. Der Knirps scheint reisefreudig zu sein. Denn sein Weg führt ihn
schnurstracks in ein Reisebüro. Wahrscheinlich hat der kleine Mann von seiner
großen Schwester gehört, dass jetzt die Sommerferien beginnen. Höchste Zeit,
den Urlaub zu buchen. In die Globalisierung hineingeboren, weiß der kleine Mann
schon instinktiv, was mein rheinischer Großvater mit seinem Lieblingslied
besang: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite
Welt.“
Doch während die weite Welt für meinen kölschen Großvater bereits in der
Eifel begann, werden der kleine Mann und seine Altersgenossen wohl so
selbstverständlich durch die ganz große und weite Welt fahren, wie es ihre
Urgroßeltern in ihrer kleinen Welt getan haben. Man kann ihnen dabei nur Glück,
Gottes Segen, gute Reise und gescheite Eltern und Großeltern wünschen. Denn
letztere müssen schon heute die Weichen dafür stellen, dass die Welt auch
morgen und übermorgen noch ein globales Dorf ist, in dem es sich lohnt umher zu
reisen, weil es dort zumindest weitgehend friedlich zugeht und man auch als
Gast willkommen ist.
Dieser Text erschien am 16. Juli 2018 in der Neuen Ruhr Zeitung
Freitag, 13. Juli 2018
Die MST präsentiert mit ihrem neuen Internet-Portal Mülheims schönste Seiten
www.muelheim-tourismus.de. Diese Internetadresse der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus-Gesellschaft (MST) muss man sich ab sofort merken, wenn man als Einheimischer oder als Auswärtiger etwas erleben will.
Das neue Internetportal begeistert mit aktuell 500 großen Bildern und kompakten Texten, die den Nutzer schnell zum Ziel führen. Die meisten Fotos stammen vom Fotografen-Ehepaar Meurer (meurers.net), das Mülheim bereist und mit "neuen Augen" gesehen hat. Veranstaltungshinweise, Hotelbuchungen, toruistische Erlebnispakete, Kunst und Kultur, Tagungs-, Veranstaltungs- und Festmöglichkeiten in der Stadthalle, Saalmieten, Sehenswürdigkeiten und Geheimtipps der Mülheimer Gästeführer. Alles das und noch mehr finden interessierte Mülheimer und Gäste, die die Stadt besuchen, auf der neuen Internetseite der MST optisch ansprechend, inhaltlich informativ und zielführend.Information trifft Emotion
"Wir verstehen unsere neue Internetpräsenz als ein Informationsportal und als ein Vermarktungsinstrument, ohne das wir als Stadt im digitalen Zeitalter auf dem Markt nicht mehr bestehen können", erklärt MST-Geschäftsführerin Inge Kammerichs. "Wir möchten die Nutzer unserer Internetseiten nicht nur informieren, sondern mit großen und attraktiven Fotos auch emotional ansprechen", ergänzt ihr für das Veranstaltungsmanagement zuständiger Abteilungsleiter Jens Weber. Und der für die MST-Abteilung Tourismus verantwortliche Marc Baloniak macht dem Hinweis auf 196.000 Touristen, die Mülheim 2017 besucht haben, deutlich, dass Tourismus ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor ist. Das gilt auch dann, wenn er, wie im Falle Mülheims, zu drei Vierteln von Tagestouristen getragen wird, die zu 80 Prozent aus geschäftlichen Gründen in Mülheim verweilen und in der Regel ein oder zwei Nächte in Hotels oder in privaten Gastzimmern und Ferienwohnungen übernachten.Damit sich Nutzer möglichst leicht und schnell auf den Seiten von: www.muelheim-tourismus.de bewegen und zum Ziel kommen, können wurden sie in die Rubriken: Service, Ruhr und Aktiv, Erleben, Sehenswertes und Suchen und Buchen unterteilt. Eine Suchmaschine auf Daten- und Schlagwort-Basis, erleichtert die Orientierung im reichhaltigen Informationsangebot, das vom Online-Team der MST im Laufe der letzten 18 Monate zusammengestellt worden ist.
Samstag, 2. April 2016
Was Mülheimer Hoteliers derzeit den Schlaf raubt
| Moncef Mahmoudi (links) leitet das Hotel Best Western am Forum. Hier sieht man ihn in einem Gespräch mit Klaus Mertins von der Agentur für Arbeit |
Auch sein Kollege Hardy Kuhn vom gleichnamigen Hotel an der Mellinghofer Straße sagt mit Blick auf die Mülheimer Hotellandschaft: „Ich sehe schwarz und kann die Entscheidung für die Ansiedlung eines weiteren Hotels in der Innenstadt nicht nachvollziehen.“ Zur Erinnerung: Erst im Mai hatte am Tourainer Ring das 100-Zimmer-Hotel der Kette B&B eröffnet. „Auch das spüren wir bei unseren Buchungszahlen deutlich. Denn trotz unserer treuen Stammkunden sind wir auch auf Laufkundschaft angewiesen“, betont Martin Hesse vom Hotel Handelshof.
Obwohl Hardy Kuhn auch weiterhin auf seine verkehrstechnisch günstige Lage im Städtedreieck Oberhausen/Essen/Mülheim setzt, sagt er mit Blick auf seine Innenstadt-Kollegen Hesse und Noy: „Die müssen doch jeden Tag Bauchschmerzen bekommen, wenn sie demnächst aus dem Fenster schauen und ein weiteres Hotel mit rund 150 Zimmern sehen.“ Während Hesse mit Aussicht auf das Holiday Inn im neuen Schloßquartier einräumt, „dass das für uns eine Katastrophe wäre“, kommentiert sein Kollege und Innenstadt-Nachbar Karlheinz Noy die neuesten Hotel-Pläne vor seiner Haustür an der Schloßstraße dezenter, aber nicht weniger eindeutig. „Wer die Belegungszahlen der Mülheimer Hotels kennt, kann sie auch interpretieren.“
Mahmoudi weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass mit der Residenz Uhlenhorst und dem Hotel Garni an der Leineweberstraße bereits zwei Hotels vom Markt verschwunden seien. Ralf H. Schmitz, der das Hotel am Ruhrufer und das Hotel U an der Aktienstraße mit jeweils 50 Zimmern und insgesamt 70 Mitarbeitern betreibt, macht keinen Hehl daraus, dass er sich ganz konkrete Gedanken darüber macht, ob und wie er die beiden Häuser jenseits der Hotel-Branche vermarkten kann.
Schmitz ist sich mit seinen Kollegen Mahmoudi, Hesse und Kuhn einig, dass man mit neuen Firmenansiedlungen und kulturellen oder sportlichen Großveranstaltungen erst mal für eine Auslastung der vorhandenen Hotels sorgen müsse, ehe man an die Planung neuer Hotels gehe. Mahmoudi kritisiert angesichts der rückläufigen Zahl der Geschäftskunden auch die unternehmerunfreundliche Gewerbesteuerpolitik der Stadt. Kuhn weist darauf hin, dass er mit seinen Innenstadtkollegen der MST vergeblich ein Verbund- und Shuttle-Angebot für täglich 200 Zimmer gemacht habe, um die Stadthalle für mehr Tagungsgäste attraktiv zu machen. Bei der MST weist man darauf hin, dass man auf die Investorenpläne für ein neues Hotel keinen Einfluss habe. Während sich Mülheims B&B-Hotelmanagerin Bärbel Schneider nicht äußern darf, begrüßt die Hotelkette B&B per Pressemitteilung ein neues Hotel in der Innenstadt als positive Belebung der Mülheimer Hotellandschaft.
Dieser Text erschien am 11. März 2016 in NRZ & WAZ
Montag, 15. Juli 2013
Nur ein Reisezeil für Mutige? Wie Reisebüros und Globetrotter die Folgen der politischen Krise in Ägypten erleben
„Reisen nach Ägypten sollten in der aktuellen Situation auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer und die Touristenzentren in Oberägypten (Luxor, Assuan, Nil-Kreuzfahrten) beschränkt werden,“ heißt es in den Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amtes. Reisen Mülheimer angesichts der politischen Krise in Ägypten überhaupt noch an den Nil?
„Wir haben zurzeit keine Umbuchungen. Gerade erst hat sich ein Kunde seine Tickets für Ägypten abgeholt“, berichtet der Inhaber des L’tur-Reisebüros im Forum, Thilo Tewes. Wie die meisten seiner befragten Kollegen, räumt er aber ein, dass seit der Revolution von 2011 viel weniger Reisen nach Ägypten gebucht werden. Seine Dümptener Kollegin Marion Spree schätzt den Rückgang der Buchungen auf bis zu 50 Prozent.
„Die meisten Touristen, die es nach Ägypten zieht, fliegen aber in den Süden des Landes. Dort fliegen die Touristenhochburgen Marsa Alam und Hurghada am Roten Meer an. Sie sind, anders, als die großen Städte Kairo und Alexandria von den Unruhen gar nicht betroffen. Das wäre so, als ob sie am Bodensee Urlaub machen, während es in Kopenhagen Unruhen gäbe“, schildert Tewes die Ausgangssituation. Ohnehin fliegen nach seiner Einschätzung mehr Menschen im Herbst oder Frühjahr nach Ägypten, „weil Temperaturen um die 40 bis 45 Grad nicht jedermanns Sache sind.“
Doch die Winterreisen werden jetzt schon gebucht. „Die meisten Kunden, die für den Herbst eine Ägypten-Reise planen, halten den Ball noch flach und warten die Entwicklung ab. Aber seit etwa einem halben Jahr raten wir unseren Kunden von Rund- und Studienreisen durch Ägypten eher ab und vor 2011 hatten wir zu diesem Zeitpunkt etwa doppelt so viele Buchungen für eine Nil-Kreuzfahrt im Herbst oder Winter wie jetzt.“
Sabine Jost vom DER-Reisebüro an der Schloßstraße schätzt den Anteil der Ägypten-Urlauber ohnehin gerade mal auf knapp zehn Prozent aller Buchungen. Die meisten Ägypten-Fans ziehe entweder die Kultur oder das schöne Wetter und stabile Preise mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und attraktiven All-Inclusive-Angeboten an. Allerdings seien die Buchungen und Flüge seit 2011 um etwa 40 Prozent zurückgegangen.
Wenn Jost vereinzelt von beunruhigten Kunden nach ihrer Lageeinschätzung gefragt wird, hält sie sich bewusst zurück. „Wenn sich Kunden selbst unsicher fühlen und verängstigt sind, sollten sie derzeit im Zweifel lieber auf eine Reise nach Ägypten verzichten.“
Dieser Text erschien am 8. Juli 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung
„Wir haben zurzeit keine Umbuchungen. Gerade erst hat sich ein Kunde seine Tickets für Ägypten abgeholt“, berichtet der Inhaber des L’tur-Reisebüros im Forum, Thilo Tewes. Wie die meisten seiner befragten Kollegen, räumt er aber ein, dass seit der Revolution von 2011 viel weniger Reisen nach Ägypten gebucht werden. Seine Dümptener Kollegin Marion Spree schätzt den Rückgang der Buchungen auf bis zu 50 Prozent.
„Die meisten Touristen, die es nach Ägypten zieht, fliegen aber in den Süden des Landes. Dort fliegen die Touristenhochburgen Marsa Alam und Hurghada am Roten Meer an. Sie sind, anders, als die großen Städte Kairo und Alexandria von den Unruhen gar nicht betroffen. Das wäre so, als ob sie am Bodensee Urlaub machen, während es in Kopenhagen Unruhen gäbe“, schildert Tewes die Ausgangssituation. Ohnehin fliegen nach seiner Einschätzung mehr Menschen im Herbst oder Frühjahr nach Ägypten, „weil Temperaturen um die 40 bis 45 Grad nicht jedermanns Sache sind.“
Doch die Winterreisen werden jetzt schon gebucht. „Die meisten Kunden, die für den Herbst eine Ägypten-Reise planen, halten den Ball noch flach und warten die Entwicklung ab. Aber seit etwa einem halben Jahr raten wir unseren Kunden von Rund- und Studienreisen durch Ägypten eher ab und vor 2011 hatten wir zu diesem Zeitpunkt etwa doppelt so viele Buchungen für eine Nil-Kreuzfahrt im Herbst oder Winter wie jetzt.“
Sabine Jost vom DER-Reisebüro an der Schloßstraße schätzt den Anteil der Ägypten-Urlauber ohnehin gerade mal auf knapp zehn Prozent aller Buchungen. Die meisten Ägypten-Fans ziehe entweder die Kultur oder das schöne Wetter und stabile Preise mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis und attraktiven All-Inclusive-Angeboten an. Allerdings seien die Buchungen und Flüge seit 2011 um etwa 40 Prozent zurückgegangen.
Wenn Jost vereinzelt von beunruhigten Kunden nach ihrer Lageeinschätzung gefragt wird, hält sie sich bewusst zurück. „Wenn sich Kunden selbst unsicher fühlen und verängstigt sind, sollten sie derzeit im Zweifel lieber auf eine Reise nach Ägypten verzichten.“
Dieser Text erschien am 8. Juli 2013 in der Neuen Ruhr Zeitung
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