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Es werden Posts vom Juli, 2015 angezeigt.

12 Uhr in Heißen: Von der Landbürgermeisterei zum Stadtteil mit regem Marktleben

Der Sonnenschein begleitet auch den Rundgang durch den Heißener Ortskern. „Der Wochenmarkt hat das Stadtteilzentrum seit Mitte der 90er Jahre nachhaltig belebt, Das ist inzwischen ein echter Treffpunkt für alle Generationen“, freut sich Bezirksbürgermeister Arnold Fessen.

Um diesen Effekt zu verstärken, denkt man in Heißen derzeit darüber nach, auf dem Parkplatz neben der Sparkasse am Heißener Markt einen Neubau mit einer Gastronomie zu errichten. Keine Freude haben Fessen und seine Heißener Mitbürger an den Zeitgenossen, die sich regelmäßig ab den Nachmittagsstunden am Heißener U-Bahnhof treffen und dort gemeinsam über den Durst trinken. Als echten „Schandfleck für Heißen“ empfindet er ein seit mindestens zehn Jahren unbewohntes und zusehends verwahrlosendes Haus am Frohnhauser Weg 38. „Doch die Stadt kann den privaten Eigentümer des alten Hauses zu keinen Renovierungsmaßnahmen zwingen, solange die Verkehrssicherheit nicht gefährdet wird“, schildert der Bezirksbürgermeist…

12 Uhr mittags in Saarn: Ein Hauch von Beschaulichkeit

12 Uhr und die Sonne lacht. Ideale Bedingungen für einen Rundgang durch das Saarner Dorf. Mit dabei sind Hans-Theo Horn von den Saarner Klosterfreunden und Friedrich-Wilhelm von Gehlen, aktives Mitglied der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn-Broich und des Stammtisches Aul Ssaan. Beide sind in Saarn geboren und mit dem Stadtteil eng verbunden. Beide sind am Klostermarkt zur Schule gegangen und können sich noch an die Zeiten erinnern, als es dort auf dem Schulhof nach Konfessionen getrennte Toiletten gab. Heimat ist eben da, wo die eigenen Erinnerungen sind, die man mit anderen teilen kann. Horn (Jahrgang 1941) hat sich in den 70er und 80er Jahren bei der Restaurierung des Saarner Klosters einen Namen als „Klosterbruder“ gemacht. Gehlen (Jahrgang 1946) lädt regelmäßig zum Saarner Dorfrundgang ein, engagiert sich mit anderen Mitgliedern für die offene Dorfkirche und verkörperte früher zusammen mit dem 2003 verstorbenen Walter Ferschen und heute zusammen mit seinem Stammtisc…

12 Uhr miitags in der Altstadt: Ein Stadtteil-Rundgang

12 Uhr mittags in der Altstadt und gefühlte 35 Grad im Schatten. Trotzdem treffen sich Uwe Baumann, Rolf Schulze, seine Frau Annette, Friedhelm Bschor und Peter Schroer, seine Frau Wibke und ihr Sohn Marvin am Kortum-Brunnen vor der Petrikirche, um ihr Wohnquartier im historischen Herzen der Stadt zu präsentieren.

Alle engagieren sich im Verein Pro Altstadt. Uwe Baumann ist außerdem in der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde aktiv. Er führt die Gruppe unter anderem zum Tersteegen-Gedenkstein hinter der Petrikirche.

Der Mystiker und Menschenfreund Tersteegen („Ich bete an die Macht der Liebe“) und der Schöpfer der urkomischen Jobsiade rund um den faulen Theologiestudenten Hieronimus Jobs waren während des 18. Jahrhunderts Nachbarn in der heutigen Altstadt, obwohl sie als Menschen in unterschiedlichen Welten lebten. Das Gefühl, in eine ganz andere Welt einzutauchen, hat man schon, wenn man mit den Schroers und Uwe Baumann in die wunderschönen Gartenhöfe am Hagdorn und an …

So gesehen: Schaut den Kindern zu

Manche Großen meckern, dass es in der Innenstadt nichts zu sehen gebe und es nicht vorangehe. Die kleinen Innenstadtbesucher aus der Kindertagesstätte Bäreninsel, die ich neulich bei ihrem Wandertag in der Innenstadt traf, sahen das anders. Sie waren offensichtlich hellauf begeistert von den vielen Dingen, die sie auf der Schloßstraße zu sehen bekamen Spring- und Spielbrunnen. Bäckereien und Eisdielen, Cafés und riesige Bäume in Metallkübeln oder ein Mobile im Schaufenster einer Apotheke.

Ob solcher unverbrauchten Begeisterung, wie sie wohl nur Kinder ausstrahlen können, war auch der alte Mülheimer, der manchmal kritisch auf sein Wohnumfeld schaut, in dem er aufgewachsen und in dem sich mit den Jahren so viel (nicht nur zum Vorteil) verändert hat, plötzlich begeistert. Solch kindliche Begeisterung entspringt wohl der Gnade der späten Geburt. Sie kann die früher Geborenen aber auch dazu inspirieren, scheinbar Altbekanntes neu zu betrachten und so neu zu entdecken. Vielleich…

Der Mann in der Kirchenbank hinten links

„Früher bin ich nicht regelmäßig zur Kirche gegangen“, gibt Harald Helming-Arnold zu. Doch das änderte sich im Oktober 2007 schlagartig. Denn damals wurde der heute 56-jährige Familienvater von der Vereinten Evangelischen Kirchengemeinde als Küster und Hausmeister angestellt. Seit dem vergeht kaum ein Gottesdienst, an dem Helming-Arnold nicht hinten links in der Petrikirche sitzt. Denn von dort aus sind es nur drei Schritte bis zu dem Raum unter der Orgelempore, in dem sich die computergesteuerte Ton- und Lichtanlage des über 750 Jahre alten Gotteshauses befindet. Nicht nur Ton- und Lichttechnik muss der gelernte Gas- und Wasserinstallateur im Griff haben. Auch kleinere Reparaturen, etwa an Kirchenbänken, Lichtkabeln, Registerknöpfen und Regenrohren, das regelmäßige Reinigen und Lüften der Kirche sowie die kontinuierliche Bau- und Sicherheitsinspektionen sind des Küsters tägliches Brot.
„Nach jedem Unwetter gehe ich aufs Kirchendach und schaue nach, ob noch alles dicht ist u…

Mülheim: Immer eine Reise wert - Auch in der Ruhrstadt ist Tourismus ein Wirtschaftsfaktor

Sommerzeit ist Ferienzeit. Beim Thema Urlaub denken die Meisten an Mallorca und Co. Doch auch in Mülheim kann man Urlaub machen. „Es ist nicht so, dass die Leute ein oder zwei Wochen Ferien in Mülheim machen würden. Die meisten Touristen kommen für ein zwei oder drei Tage in die Stadt“, erklärt die Geschäftsführerin der Mülheimer Stadtmarketing- und Tourismus-Gesellschaft MST, Inge Kammerichs.

Als Hauptanziehungspunkte nennt sie den Ruhrtalradweg, die Müga, die Ruhr mit der Weißen Flotte und die interaktiven Museen Aquarius, Haus Ruhrnatur und Camera Obscura, die als Teil der Route der Industriekultur zusammen mit den anderen Revierstädten im Rahmen der Ruhr-Tourismus-GmbH vermarktet werden. „Mülheim hat da ein riesiges Potenzial“, betont Kammerichs mit Blick auf den Tourismusmarkt für Kurzzeit-Urlauber. Im letzten Jahr registrierte die MST immerhin 153.000 Übernachtungen, rund 4000 mehr als im Jahr zuvor.

„Die freizeittouristischen Übernachtungen machen davon nur etwa 15 …

Ein Fall für Zwei: Nimet Karla und Paul Baning

Für die Meisten ist es ein stilles Örtchen, das sie noch einmal schnell aufsuchen, bevor sie den nächsten Zug nehmen. Für die 38-jährige Karla Nimet und den 50-jährigen Paul Baning ist es ihr Arbeitsplatz, die öffentliche Toilette im Hauptbahnhof.

Wenn man sie dort hinter der Kasse oder beim Durchwischen der Toiletten antrifft, machen sie einen zufriedenen Eindruck. Hygienebewusste Zeitgenossen, die beim Wort Bahnhofstoilette zusammenzucken, werden überrascht sein. Ob Fliesen, Waschbecken oder Toiletten: Alles sieht frisch, sauber und hell aus.

Dass das so ist, ist das Werk von Karla und Baning. Sie sorgen für ein stilles, sicheres und sauberes und sauberes Örtchen. Manchmal müssen sie dabei Handschuhe anziehen und ihren Ekel überwinden, weil manche WC-Nutzer, die offensichtlich nicht ganz sauber ticken. Karla und Baning nehmen es gelassen: „Das gehört zum Job. Da muss man durch“, sagen sie.

Einen Job zu haben, mit dem sie Geld verdienen können, ist für die alleinerziehende…

Ein neuer Mann für die Seelsorge: Christoph Pfeiffer

Neue Männer braucht die Kirche. Einer von ihnen ist ChristophPfeiffer. Der evangelische Pfarrer aus Wuppertal schließt die Lücken, die das Ehepaar Jantzen in der Kirchengemeinde Broich-Saarn und Heike Rödder in der evangelischen Krankenhausseelsorge hinterlassen haben. „Das ist ja hier wie im Urlaub“, beschreibt der 50-Jährige seinen ersten Eindruck von Mülheim. Spaziergänge durch die Müga und an der Ruhr entlang haben ihn von Anfang an für die Stadt eingenommen, die nicht nur sein neuer Arbeitsplatz, sondern auch sein Wohnort und Lebensmittelpunkt werden soll. Der Wuppertaler steckt mitten im Umzug. „Das ist der absolute Horror“, gibt er zu und lächelt spitzbübisch. Das passt zu dem Gottesmann, der den Anspruch hat, ein fröhlicher Christenmensch zu sein und die Frohe Botschaft beim Wort zu nehmen. „Ich fühle mich von Gott gerufen, getragen und angenommen“, beschreibt er sein Credo.

Diese frohe Botschaft, die ihn stärkt, möchte er „auch anderen Menschen vermitteln.“ Dabei denkt er nich…

Warum Kirchen nicht gemeinsam nutzen: Ein Gespräch mit dem Stadtdechanten Michael Janßen

Michael Janßen bleibt für weitere sechs Jahre Stadtdechant. Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck bestätigte mit seiner Ernennung das Votum der katholischen Stadtkonferenz, der Priester, Laien und katholische Verbandsvertreter angehören.
Der 55-jährige Janßen ist seit 2004 Pfarrer der Stadtgemeinde St. Mariae Geburt, zu der seit 2006 auch die Heißener Gemeinde St. Joseph sowie die Filialkirchen Heilig Geist (Holthausen) und St. Theresia (Heimaterde) gehören. In der 2006 gebildeten Groß-Pfarrei leben rund 18.000 Katholiken. Als Stadtdechant ist der in Oberhausen geborene und 1985 zum Priester geweihte Janßen seit 2008 erster Repräsentant der rund 52.000 Mülheimer Katholiken. Die katholische Stadtkirche und ihre drei Pfarrgemeinden sieht der alte und neue Stadtdechant vor weiteren Umstrukturierungen, „weil wir bis 2020 rund 30 Prozent und bis 2030 sogar 50 Prozent der Kirchensteuereinnahmen einsparen müssen, die uns jetzt noch zur Verfügung stehen.“ Nachdem die entsprechenden Pfarrkonferenzen …

Die polnischen Früchte Kolpings: Eine gute Idee kennt keine Grenzen - Eindrücke vom deutsch-polnischen Abend im Pfarrsaal von St. Barbara

Völkerverständigung geht durch den Magen und Musik verbindet. Man schmeckt und hört es beim Deutsch-Polnischen Abend, zu dem der Deutsch-Polnische Arbeitskreis des Kolping-Werkes im Bistum Essen an diesem Abend in den Pfarrsaal von St. Barbara eingeladen hat. 40, vor allem deutsche aber auch einige polnische Gäste haben den Weg zum Dümptener Schildberg gefunden.

Alle Gäste kommen auf ihre Kosten. Sprachgrenzen spielen keine Rolle. Die Rote-Beete Suppe, die gefüllten Teigtaschen, die Fleischklößchen in Dill-Soße und die kleinen Apfelküchlein in Vanillesoße schmecken allen. Die aus dem Süden Polens stammende Katharina Majewski, die sonst im benachbarten Haus Dümpten Gäste bewirtet, hat für die köstlichen Grüße aus der polnischen Küche gesorgt.

Auch als die jungen Damen vom Chor der polnischen Gemeinde von St. Joseph in Bochum keine frommen Lieder, sondern fröhliche polnische Schlage über Liebe, Freiheit, Sehnsucht und Zukunft singen, springt der Funke über. Obwohl viele Zuhörer den polnis…

Einsatzort Kirmes: Christian Wallau

Ein Mann bricht zusammen. Die Hitze hat seinen Kreislauf kollabieren lassen. Vielleicht steckt auch ein Herzinfarkt dahinter. Er muss zur Abklärung schnell ins Krankenhaus gebracht werden. Eine Frau wurde von einem Hund gebissen. Sie braucht einen Verband und muss schnellstens zum Arzt, der die Wunde begutachtet, reinigt und ihr vorsorglich ein Tetanusspritze gibt. Erst mal ein Fischbrötchen und ein Bier und dann rauf auf Break Dancer. Das war für den Magen eines jungen Mannes zu viel. Er übergibt sich, muss schnell in eine stabile Seitenlage gebracht werden, damit er an seinem eigenen erbrochenen Mageninhalt nicht erstickt. Dann bekommt er eine Elektrolytlösung verabreicht, um den drastischen Flüssigkeitsverlust wieder auszugleichen. Mit solchen und ähnlichen Fällen haben es der Rettungssanitäter Christian Wallau und seine 20 ehrenamtlichen Kollegen vom Deutschen Roten Kreuz zu tun, die an den zehn Saarner Kirmestagen, jeweils zwischen 14 und 24 Uhr zur Stelle sind, wenn Not am Mann…

Städtepartnerschaften: Förderverein hat einen neuen Vorstand und neue Pläne

In diesem Jahr besteht der aktuell 360 Mitglieder zählende Förderverein für die Mülheimer Städtepartnerschaften seit zwei Jahrzehnten. Das größte Geburtstagsgeschenk machen sich die aktuell 360 Mitglieder und ihr seit März amtierender Vorstand unter Leitung von Gerhard Ribbrock, indem sie weitermachen.

Das ist nicht leicht. Denn die Rahmenbedingungen haben sich massiv verändert. Die Stadt hat ihren jährlichen Zuschuss von 7400 Euro gestrichen. Auch auf die Dienste der städtischen Mitarbeiterin Sabine Kuzma, die zuletzt die Geschäftsstelle des Vereins leitete, müssen die Freunde und Förderer der sechs Städtepartnerschaften mit Darlington (England), Tours (Frankreich), Kouvola (Finnland), Oppeln (Polen), Kfar Saba (Israel) und Beykoz (Türkei) verzichten.

Jetzt laufen die organisatorischen Fäden beim ehrenamtlichen Geschäftsführer Hans-Dieter Flohr zusammen. Seine Adresse ist auch die offizielle Geschäftsstelle des Vereins. „Die Städtepartnerschaften mit Darlington, Tours und Oppeln laufen…

Ein Mann mit Aussicht: Dustin Radde

Dustin Radde ist ein angenehm entspannter Zeitgenosse. Seine Freundlichkeit ist nicht aufgesetzt, sondern kommt ganz natürlich rüber. Da ist es gleichgültig, ob er gerade mit dem Mann von der NRZ über seine Arbeit spricht oder zwischendurch mal eben kleine und große Badegäste mit Bällen, Schwimmbrettern oder Liegen versorgt.

Sein Arbeitsplatz ist das Naturbad in Styrum. Seit vier Jahren ist der gelernte Sport- und Fitnesskaufmann hier Schwimmmeister. „Es ist schon schön, hier arbeiten zu können“, sagt der 22-Jährige, während er von einem Holzturm aus seinen Blick über die rund 1000 Quadratmeter Wasserfläche schweifen lässt. Auch wenn hier zwischen planschenden Kindern und sich langsam füllenden Liegewiesen alles nach Urlaub aussieht, spürt man sofort, dass dieser bei Sonnenschein paradiesische Ort nur deshalb so angenehm ist, weil hier ganz irdisch engagierte Mitarbeiter ihre Augen überall haben und überall mit anpacken.

„Man muss einen Blick für Kleinigkeiten entwickeln und sehr konzen…

Vor 150 Jahren wurde Alfred Hugenberg geboren: Er wollte Hitler instrumentalisieren und wurde selbst entmachtet

In derNazi-Zeit wurden sogar Straßen nach ihm benannt. In Mülheim zum Beispiel hieß die Schulstraße von 1936 bis 1945 Alfred-Hugenberg-Straße Die braunen Machthaber wussten, was sie an dem Medienunternehmer und Politiker Alfred Hugenberg hatten, der heute vor 150 Jahren am 19. Juni 1865 in Hannover geboren wurde. Als Verleger, der die Hälfte der deutschen Presse kontrollierte und ab 1928 die Deutschnationale Volkspartei führte, wurde Hugenberg zu einem Steigbügelhalter Hitlers. Auf seine Initiative hin bildete sich im Oktober 1931 in Bad Harzburg ein Bündnis aus Nationalsozialisten, Deutschnationalen, dem Stahlhelm, dem Bund der Frontsoldaten und dem Alldeutschen Verband, das Front gegen die damals schon kriselnde Republik von Weimar machte. Für besonderes Aufsehen sorgte Hugenberg damals, in dem er mit dem Kaiser-Sohn August Wilhelm von Preußen, dem ehemaligen Reichswehrgeneral Hans von Seeckt und dem ehemaligen Reichsbankpräsidenten Hjalmar von Schacht ausgesprochen prominente Mitstr…

Die Partei mit dem C: Was altgedienten Christdemokraten zum 70. Geburtstag der CDU einfällt

70 Jahre CDU. Das feierte die Bundespartei jetzt mit ihrer Vorsitzenden und Kanzlerin Angela Merkel. Doch was fällt altgedienten Christdemokraten von der Mülheimer Parteibasis zu diesem Jubiläum ein? Was wünschen sie ihrer Partei zum Geburtstag und wie bewerten sie ihre politische Leistungsbilanz und ihre Entwicklung?

Darüber sprach ich im Auftrag der NRZ mit Paul Heidrich und Johannes Brands, die über viele Jahre als Fraktionsvorsitzende die Politik der CDU im Rat der Stadt mitverantwortet 

Dass es der CDU nach der Zäsur des Zweiten Weltkrieges gelungen ist, die Idee einer sozialen Marktwirtschaft Wirklichkeit werden zu lassen, sieht Paul Heidrich, der vor 53 Jahren Christdemokrat wurde, als eines ihrer wichtigsten historischen Verdienste. Als ihren Kern begreift Heidrich die christliche Sozialllehre, die soziale Gerechtigkeit und wirtschaftliches Eigentum in eine gesunde Balance bringt, „Die CDU muss das Thema der sozialen Gerechtigkeit wieder stärker in den Fokus ihrer P…

Auf den Spuren starker Frauen: Ein Stadtrundgang durch Oberhausen

"Wenn ich vor 100 Jahren gelebt hätte, hätte ich wohl echte Probleme gehabt", sagt Elisabeth Ronig, während sie sich die graue Perücke überzieht und ihren eleganten Schleierhut mit einer Nadel am Haarknoten fest macht. Jetzt ist sie schick, wie zu Großmutters Zeiten. Doch wir sind in der Gegenwart des Jahres 2015. Unterstützt von Stefanie Hecke von der katholischen Familienbildungsstätte nimmt die Ko-Vorsitzende der Katholischen Frauengemeinschaft St. Joseph 35 ihrer 160 KFD-Schwestern mit auf eine Zeitreise.
Im 100. Jahr ihrer Gemeinschaft machen sich die KFD-Frauen auf den Weg um die Spuren von Frauen zu suchen, die im Licht der Öffentlichkeit oder auch im Stillen Gutes bewirkt und so auf ihre Weise Geschichte geschrieben haben. "Zum 100. Geburtstag unserer Gemeinschaft, den wir am 3. Oktober mit einem Empfang in St. Joseph feiern werden, möchten wir an diese Frauen erinnern, die mit ihrem Wirken bis heute unsere Gemeinde und unsere Stadt prägen und mit denen wir in …

So gesehen: Kaltblütig einkaufen

Ein Königreich für einen kühlen Ort. Danach suchen viele Hitzegeschädigte an diesen heißen Sommertagen, an denen man sich den Gang in die Sauna getrost sparen kann.

Der König Kunde kennt die Lösung. Wenn draußen das Thermometer langsam aber sicher auf Backofen-Niveau steigt, geht die kluge Frau oder der kluge Mann ganz kaltblütig in den nächsten Supermarkt. Einkaufen, eine lästige Pflicht, die einem die Schweißperlen auf die Stirn treibt? Von wegen. Noch nie war es so angenehm und entspannend, sich einmal die Angebote in der Kühltheke ganz ausführlich anzuschauen, Zwischen Frischmilch, Joghurt und Quark kann man die 30 Grad plus X getrost vergessen, zumindest so lange man nicht an der Kasse feststellen muss, dass die Preise unverfroren hoch sind und sich die Hitzewallungen wieder, wie von selbst einstellen. 

Dieser Text erschien am 4. Juli 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Ein Mann räumt auf: Olaf Vier

"Eigentlich ist das hier ein schöner Arbeitsplatz“, sagt Olaf Vier mit Blick auf das Hafenbecken und die Ruhrpromenade. Doch an diesem Vormittag, an dem der Straßenreiniger die Mülleimer im neuen Ruhrquartier leert, ist es nicht schön. Es regnet, nicht zu vergleichen mit einem Sonnenaufgang in der Frühschicht an der Ruhr. „Wenn es regnet, sind vor allem Papierabfälle viel schwieriger aufzunehmen, weil sie sich mit Wasser vollsaugen und manchmal richtig auf der Straße kleben“, erzählt der Mann von der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG).

Als er die Plane lüftet, offenbart sich auf der Ladefläche des Kleinlasters die Ausbeute eines halben Arbeitstages. Da ist nicht nur der Inhalt aus diversen öffentlichen Abfallbehältern, sondern sind auch ein Fensterrahmen, ein Staubsauger, alte Kissen und diverse Lebensmittel zu sehen. „Es gibt einfach nichts, was die Leute nicht wegwerfen“, sagt der 45-Jährige. Er selbst hat auch schon mal Müllsäcke mit toten Hühnern und einem t…