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Es werden Posts vom März, 2011 angezeigt.

Gemeinsam zu neuer Stärke: Warum sich die Kolpinfamilien Zentral und Heißen-Heimaterde zusammengeschlossen haben

„Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“ Etwas von diesem zeitlos gültigen Satz des Dichters Hermann Hesse war auch am Sonntag im Gemeindesaal von St. Theresia in Heimaterde zu spüren. Da wurde zur Feier des Tages eine Hochzeitstorte angeschnitten. Zuvor hatten sich die Kolpingfamilien Zentral und Heimaterde auf ihren Jahreshauptversammlungen das Ja-Wort für eine Fusion gegeben, bei der es, anders als in der Wirtschaft, nur Gewinner gibt.


„Wir haben bereits seit 2007 zusammengearbeitet“, sagt Andreas Pöhlmann aus Heimaterde zur Vorgeschichte der Fusion. Der 43-Jährige bildet zusammen mit Peter Prions und dem bisherigen Vorsitzenden der Kolpingfamilie Zentral, Peter Vieten, das Sprecherteam der neuen Kolpingfamilie Mülheim-Zentral-Heimaterde bildet.Demografischer Wandel„Als ich vor fast 50 Jahren zu Kolping kam, hatten wir noch rund 250 Mitglieder. Heute sind wir noch 20,“ beschreibt der 69-jährige Vieten den demografischen Wandel der 1856 …

Angst, wie sie im Bilderbuch steht: Eine literarische Spurensuche in der katholischen Akademie Die Wolfsburg

Angst gilt im internationalen Vergleich als eine typisch deutsche Eigenschaft. Die German Angst wurde zum feststehenden Begriff für ein Land, in dem Verlust- und Existenzängste vor dem Hintergrund der traumatischen Erfahrungen von Inflation, Krieg und Diktatur besonders ausgeprägt sind und die aktuell vor allem in der Angst münden, dass unsere Gesellschaft den Wohlstand verlieren könnte, den uns das westdeutsche Wirtschaftswunder nach 1945 bescherte.
Wenn Eltern heute zum Beispiel um ihren Arbeitsplatz und das Familieneinkommen fürchten müssen, bekommen natürlich auch die Kinder die Angst zu spüren. Auch Grundschulkinder haben heute schon Schulstress und die durch ihre Eltern vermittelte Angst, den Leistungsansprüchen nicht genügen und damit Zukunftschancen nicht bekommen zu können.

"Doch diese realistischen Ängste, etwa vor Armut oder Missbrauch spielen in den Bilderbüchern keine Rolle. In den meisten Bilderbüchern herrscht immer noch der Trend zur heilen Welt vor." Stattdes…

Die Dümptener Gemeinde St. Barbara erinnerte an eine starke Frau: Elisabeth Groß wurde vor 110 Jahren geboren

In einer Zeit, in der mehr als jede dritte Ehe geschieden wird und die Patchworkfamilie als der Normalfall erscheint, fragen sich viele Menschen, ob Ehe und Familie noch ein tragfähiges Lebensmodell sein können. Dass sie dies sehr wohl sein können, wenn sich beide Partner vom christlichen Fundament aus Liebe, Glaube und Hoffnung tragen lassen, machte die Hommage deutlich, mit der die Dümptener Gemeinde St. Barbara am 11. März den 110. Geburtstag von Elisabeth Groß feierte.

Diakon Bernhard Groß, der an der Gedenkstunde in St. Barbara teilnahm, nannte das Eheleben seiner Eltern ein Beispiel dafür, "dass es einen tieferen Sinn hat, wenn sich Paare an ihr Eheversprechen halten und in guten wie in bösen Tagen beieinander bleiben." So war die Erinnerung an das außergewöhnliche Lebens- und Glaubensbeispiel für die 80 Zuhörer in St. Barbara ein willkommener geistlicher Impuls für die soeben begonnene Fastenzeit.
Die Bochumer Schauspielerin Maria Wolf und Ralf Schumacher, der in dem se…

Ein Vortrag des Stadtarchivars Kai Rawe zeigte jetzt, dass Arbeit auch vor 100 Jahren nur das halbe Leben war

Mal ehrlich. Die meisten Gespräche beginnen mit der Frage: „Was machen Sie eigentlich beruflich?“ Auch wenn Großeltern oder Urgroßeltern aus ihrem Leben erzählen, drehen sich ihre Erinnerungen meistens um die Arbeit. Doch Arbeit ist bekanntlich nur das halbe Leben. Und so beleuchtete Stadtarchivar Kai Rawe in einem Vortrag, der rund 100 Zuhörer in die Alte Post lockte, die Freizeit der alten Mölmschen anno 1911.Was den Mülheimer des Jahres 2011 an seiner Zeitreise überraschte, war die Tatsache, dass es in Mülheim vor 100 Jahren fast 230 Gaststätten gab, die zum Teil über große Veranstaltungssäle verfügten. Der größte von ihnen war der in Eppinghofen gelegene Kirchholtes-Saal, der 1300 Gästen Platz bot und im Volksmund „Sinfoniescheune“ genannt wurde.

Dort gingen seit Beginn des 20. Jahrhunderts regelmäßig Abonnementkonzerte und 1911 sogar einige Opernaufführungen über die Bühne. Am Dirigentenpult stand der später berühmte Hans Knappertsbusch, der damals, 24-jährig, seine Karriere in M…

Seit 50 Jahren leistet Unicef auch in Mülheim große Hilfe für kleine Menschen in aller Welt

Auch in unserer Stadt gibt es Kinder in Not. Warum engagiert man sich dann, wie es Anne Kebben und Ingrid Goertz es tun, seit fast 40 Jahren ehrenamtlich für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) und damit für arme Kinder in den Entwicklungsländern?
"Wir sind immer noch ein reiches Land, das in der Lage ist, Kindern alles zu geben, was sie brauchen. Aber es gibt viele Länder auf dieser Erde, denen das Geld dafür fehlt", sagt Kebben. Die zweifache Mutter glaubt, dass es in Deutschland vor allem an der Bereitschaft des Staates mangelt, Eltern mit aller Konsequenz deutlich zu machen, "was ihre Aufgabe ist". Kebben kam 1975 mit Unicef in Kontakt. Damals organisierte die pensionierte Leiterin einer Dümptener Kindertagesstätte mit Eltern einen Basar, der 1850 Mark in die Kassen von Unicef fließen ließ.
Ihre Mitstreiterin Goertz kam 1972 dazu. Damals wurde die Bankkauffrau in der Speldorfer Sparkasse von Luise Schlebusch angesprochen, die damals die Ortsgruppe…

Hoch auf dem silber-blauen Wagen der Röhrengarde: Ein närrisches Vergnügen im Mülheimer Rosenmontagszug

"Wir kommen alle in den Himmel, weil wir so lieb sind", lautet ein Karnevalsschlager. Am Rosenmontag merkt man, dass dieser närrische Gassenhauer einen wahren Kern hat. Denn die Karnevalisten sind so lieb und so freigiebig, um zig tausend Mölmsche mit Kamelle und Co zu versorgen. Gratis. Ein fröhliches Helau reicht.
Petrus belohnt die Spendierfreude der Jecken mit einem frühlingshaften Rosenmontagswetter, an dem nicht nur die Gesichter auf den Wagen und am Straßenrand, sondern auch die Sonne strahlt.

Der Karnevalsreporter wirft an diesem Rosenmontag an Bord des Gesellschaftswagens der KG-Röhrengarde, was er kann. Er merkt schnell. Als Rosenmontagszugfahrer braucht man Kondition, um im närrischen Dreikampf Ziehen, Reißen, Werfen bestehen zu können. Allein auf dem Wagen der Röhrengarde, der sich um 13 Uhr an der Kaiserstraße mit der Startnummer 6 in den närrischen Lindwurm des Rosenmontagszuges einreiht, stapeln sich 150 Kisten voller Kamelle, Waffeln, Popcorn und Chipstüten, Lu…

Karneval mal anders gesehen: Ein Erfahrungsbericht als Elferrat bei der KG Blau Weiß

Normalerweise sitzt der Karnevalsreporter irgendwo hinten im Saal und schaut sich das närrische Treiben auf der Bühne von vorne an. Doch an diesem Karnevalssamstag ist das anders. Da sitzt er bei der Prunksitzung der KG Blau Weiß im Altenhof ganz vorne und erlebt das Geschehen auf der Bühne von hinten. Eine ungewohnte, aber durchaus reizvolle Perspektive.

Von der Elferratstribüne aus kann man vor allem die Beinarbeit der Tanzgarden und Tollitäten besonders gut beobachten und darüber staunen, was sie als Show auf eine gerade mal vier-mal-acht-Meter-große Bühne zaubern. Alle Achtung, auch vor den Jecken, die die Bühne in mehrtägiger Arbeit aufgebaut haben. Auf der Elferratstribüne spürt man jeden Schritt, der auf der Bühne getanzt wird, egal, ob man auf seinem kleinen Klappstuhl sitzt oder gerade steht. Man hat also ganz automatisch den Rhythmus im Körper, bei dem man mit muss.
Apropos Rhythmus. Die wichtigste Regel lernt man als Elferrat sehr schnell. Alle oder keiner. Als Elferrat muss …

Vor 20 Jahren stoppte der Krieg in Kuwait auch die Mülheimer Karnevalisten und ließ den Rosenmontagszug ausfallen

Kann man Karneval feiern, wenn anderswo Krieg herrscht? Während bei uns heute die Jecken mit dem Rosenmontagszug durch die Straßen ziehen, wird zum Beispiel in Libyen und Afghanistan gekämpft und gestorben. Vor 20 Jahren entscheidet man sich tatsächlich, den Rosenmontagszug ausfallen zu lassen, weil Krieg in Kuwait herrscht. Unter dem Dach der Vereinten Nationen und angeführt von den USA vertreibt eine internationale Allianz die Truppen des irakischen Diktators Saddam Hussein aus Kuwait, das er wenige Monate zuvor besetzen ließ.

Unter dem Titel: "Der Prinz macht es sich heute ganz gemütlich" schreibt die NRZ am Rosenmontag 1991 in ihrer Lokalausgabe: "Ein Tag wie jeder andere für die meisten Geschäfte und Behörden. Von Karneval ist kaum etwas zu spüren."Dass militärische "Operation Wüstensturm" den Rosenmontagszug 1991 stoppt, ist besonders bitter, nachdem auch schon der Rosenmontagszug 1990 wegen eines ganz natürlichen Sturmtiefs ausfallen musste.Dennoch …

In Memoriam Teobert Kuhs: Erinnerung an einen närrischen Wagenbauer

Am Rosenmontag werden die Trecker, die die Zugwagen ziehen, mit Trauerflor fahren. Damit grüßen die Wagenbauer ein letztes Mal ihren im Alter von 73 Jahren verstorbenen Vormann Teobert Kuhs. Das, was in den letzten 22 Jahren an Farben, Formen und Figuren mit dem Rosenmontagszug ins Rollen kam, trug seine Handschrift.

„Hier kann man sich einbringen und Dinge realisieren, die man sonst nie realisieren könnte“, sagte er mir vor elf Jahren. Damals schrieb ich für die NRZ meine erste Reportage über die närrischen Wagenbauer. „Ich nehme Sie einfach mal mit“, hatte mir Kuhs bei einer Karnevalsveranstaltung gesagt. Und plötzlich stand ich mitten in einer dunklen Werkshalle der Mannesmannröhren-Werke, in der es kalt und nass war. Mir kam es wie ein finsteres Loch vor. Doch Kuhs sagte nur: „Hier ist es immer schön schattig.“ Diese Selbstironie war typisch für seinen Humor.

Kuhs nahm sich selbst nie zu ernst, auch als er Jahre später für seine Verdienste um den mölmschen Karneval zum Ritter vom Sc…