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Es werden Posts vom Juni, 2017 angezeigt.

Umwelt- und Klimaschutz sollen Schule machen

Weil Pflanzen mit Hilfe der Photosynthese Kohlendioxid in Sauerstoff umwandeln können, sind sie das beste Mittel gegen denKlimawandel und die damit einhergehende Erderwärmung. Deshalb haben die Grundschule am Dichterviertel, die Luisenschule und die Grundschule an der Filchnerstraße ihre Schulgärten für Interessierte geöffnet. Ihr Ziel war es zu zeigen, wie man grüne Oasen in die Stadt bringen kann. Derzeit gibt es in Mülheim insgesamt neun Schulgärten. Die von der Mülheimer Klimaschutzinitiative koordinierte Aktion war Teil des erstmals bundesweit begangenen Tages der Schulgärten. „Als Grundschule wollen wir den Kindern vor allem einen emotionalen Zugang zum Thema Umwelt- und Klimaschutz verschaffen und damit ihre Achtsamkeit und ihre Wertschätzung für die Natur fördern“, erklärt die Rektorin der Grundschule am Dichterviertel, Nicola Küppers. Seit sie die Leitung der Schule vor drei Jahren übernommen hat, gibt es einen Schulgarten. Er wurde mit Unterstützung der Schulgemeinschaft an…

Caritas bietet "neue" Tagesstätte für psychisch kranke Menschen an

Mit einem neuen Team in neuen Räumen stellt sich die Caritas einer alten Aufgabe. Die Sozialpädagogin Stefanie Möller, Erzieherin Kerstin Kraft und Ergotherapeutin Carla Schöneberger betreuen in der Psychiatrischen Tagesstätte im Katholischen Stadthaus an der Althofstraße 15 Menschen, deren Seele krank ist. Es sind Frauen und Männer zwischen 30 und 60, die durch Berufsstress oder durch Schicksalsschläge aus der Bahn geworfen worden sind. „Hier bin ich nicht mehr allein.“ „Hier werde ich aufgefangen, wenn es mir schlecht geht.“ „Hier merke ich, dass ich noch etwas kann und dass es sich lohnt, morgens aufzustehen.“ Solche und ähnliche Sätze hört man, wenn man die Besucher der Tagesstätte fragt, warum es sie an zwei, drei oder fünf Tagen, jeweils zwischen 8 und 15 Uhr zur Althofstraße zieht. Ort, an dem Besucher Kraft schöpfen können„Unsere Besucher erfahren die Tagesstätte als einen Ort, an dem sie neue Kraft schöpfen können“, betont Stefanie Möller. Wer die Psychiatrische Tagesstätte der…

Die MVG denkt an meine Fitness

Das Schöne an Mülheim ist, dass es nicht zu klein und nicht zu groß ist. Das macht die Mobilität leichter. Man kann viele Ziele in der Stadt zu Fuß erreichen. Das führt zu mehr Bewegung und fördert die Fitness. Eine Freundin der Familie geht jetzt sogar so weit, dass sie gar nicht mehr mit Bus und Bahn fährt, sondern nur noch zu Fuß unterwegs ist. Das entschleunige sie und tue auch ihrer Figur gut, sagt sie. Die Frau kann so reden. Denn sie hat die Rente durch. Doch als berufstätiger Zeitgenosse kommt man an der einen oder anderen Beschleunigung nicht vorbei, wenn man den einen oder anderen Termin einhalten möchte. Und deshalb bin ich als Mensch ohne Führerschein, aber mit Mobilitätsbedarf ehrlich froh, dass es Busse und Bahnen gibt. Doch die Mülheimer Verkehrsgesellschaft denkt mit. Als ich gestern mit der U-Bahn von Stadtmitte bis Heißen fahren wollte, ließ sie mich nicht einfach mit der Rolltreppe oder dem Aufzug in den Untergrund fahren. Denn beides war defekt, so dass ich vor dem Ei…

Willkommen im Club

Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass ganz viele meiner Mitbürger zur selben Zeit auf die selbe Idee kommen, von der ich mir einbilde, dass sie meinem spontanen Entschluss entspringe. Kaum entschließe ich mich zum Spaziergang an der Ruhr, ist der Leinpfad brechend voll. Klingelingeling! Können Sie mich mal vorbei lassen? Aber gerne doch. Ich nehme Rücksicht auf die Radfahrer, auch wenn ich nicht verstehen kann, warum sie auch im dichtesten Menschengedränge nicht vom Rad absteigen. Kaum will ich einkaufen gehen, kann in den überfüllten Gängen des Supermarktes vom Gehen keine Rede sein. Man steht mit seinem Einkaufswagen im Stau wie im Berufsverkehr auf der Autobahn. Gestern ging ich dann mal ins Schwimmbad. Sie ahnen es schon. Ich war im Schwimmbad nicht allein, sondern Teilnehmer eines Badepulks, gegen den das Quietscheentenrennen auf der Ruhr die reinste Raserei ist. Was kann man da machen? Der Schwimmmeister wies mich darauf hin, dass das Schwimmbad werktags schon um 6 Uhr öf…

Gäste aus Weißrußland sagten swingend danke: Tschernobyl-Initiative wirkt seit 25 Jahren segensreich

39 Schüler und Lehrer aus Zhodino (Weißrussland) besuchen derzeit Mülheim. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Initiative Tschernobyl-Kinder, die 1992 von Dagmar van Emmerich ins Leben gerufen wurde. 39 Schüler und Lehrer aus Zhodino (Weißrussland) besuchen derzeit Mülheim. Anlass ist das 25-jährige Bestehen der Initiative Tschernobyl-Kinder, die 1992 von Dagmar van Emmerich ins Leben gerufen wurde. Die Initiative, die in einem Trödelladen am Kohlenkamp 2 gespendete Schätzchen aus zweiter Hand verkauft und damit in Zhodino und Dobryn (Weißrussland) Hilfe zur Selbsthilfe finanziert, hat die hervorragend aufspielenden Lehrer und Schüler als Botschafter ihrer guten Sache zum Jubiläum eingeladen. Wenn sie jazzen und singen, ob im Jazzclub an der Kalkstraße oder beim Festakt im Schloß Broich, hat die Dolmetscherin Pause. „300 der 1000 Schüler spielen zum Teil nur mit geliehenen Instrumenten im Orchester der Schule Nummer 5. Für sie suchen wir jetzt hier gebrauchte, aber noch gut bespiel…

Die Vorleserin: Unterwegs mit der Literaturpädagogin der Stadtbibliothek Birgit Hass

Wenn Birgit Hass unterwegs ist, dann in der Regel zusammen mit Rico. Rico ist eine quirlige und knuffige Mischung aus Golden Retriever und schwarzem Pudel. Immer wenn Frauchen ihm das rote Halstuch anlegt, wedelt Rico freudig mit dem Schwanz. Denn er weiß: Jetzt geht es wieder zu den Kindern. Wenn Birgit Hass unterwegs ist, dann in der Regel zusammen mit Rico. Rico ist eine quirlige und knuffige Mischung aus Golden Retriever und schwarzem Pudel. Immer wenn Frauchen ihm das rote Halstuch anlegt, wedelt Rico freudig mit dem Schwanz. Denn er weiß: Jetzt geht es wieder zu den Kindern. Die Kinder, die Birgit Hass und Rico besuchen, warten in Kindertagesstätten, Grundschulen und Stadtteilbüchereien auf die beiden. Wenn Birgit und Rico zu ihnen kommen, haben sie Bücher und DVDs, aber auch Spiele und Bastelmaterial dabei. Rico ist der heimliche StarDenn die 57-jährige Heißenerin ist als Mitarbeiterin der Stadtbibliothek für die Literaturpädagogik zuständig. Das bedeutet, sie vermittelt Kindern d…

Gemeinsam singen und Menschen Freude bringen

"Unser Lied soll in den Tag hinein klingen und den Menschen Freude bringen" Das Lied, mit dem die aktuell 23 Herrn des Männergesangvereins Frohsinn die Jubiläumsmatinee im Bürgergarten eröffneten, ist das Programm des ältesten Mülheimer Chores. Auch Solist Henry Görke besang in seinem Beitrag die Flügel, die der Gesang verleiht. Und Oberbürgermeister Ulrich Scholten gratulierte der Frohsinnfamilie mit dem Hinweis, "dass Sie alle wesentlichen Stationen der Mülheimer Stadtgeschichte musikalisch begleitet haben." Mit Blick in die ungewisse Zukunft des Chores stellte der OB fest; "Der Chorgesang bleibt aktuell, weil man Lieder nicht für sich selbst, sonder für alle singt!"
165 Jahre Frohsinn
Tatsächlich. Wer in die 165 Jahre Frohsinn schaut, wird den Namen des Männerchores immer wieder finden, wenn es in Mülheim etwas zu feiern gab. 1902 wurde zur Eröffnung des Amtsgerichtes, 1909 zur Eröffnung des Bismarckturms, 1911 zur Eröffnung der Schloßbrücke und 1926 zur…

Leute, lasst es euch schmecken

Ich habe einen an der Waffel. An heißen Sommertagen wie diesen soll das ja mal vorkommen. Doch es war nicht die Hitze, die meine Sinne betrübte, sondern die Tatsache, dass der Ofen aus ist. Nicht für mich. Aber doch für eine Lokalität mit dem schönen Namen „Wunderwaffel“. Der Name war Programm. Denn die Waffeln dort schmeckten einfach wunderbar. Das sahen offensichtlich viele Mülheimer so, die dort ein- und ausgingen. Schon war ich geneigt, von einem Wirtschafts-Waffel-Wunder an der von Ladenleerständen gezeichneten Schloßstraße zu sprechen. Doch jetzt hat sich das Waffel-Wunderland an der Schloßstraße wieder in einen Ladenleerstand verwandelt. An mir und anderen Innenstadtbewohnern kann es nicht gelegen haben. Doch am Ende haben wir mit Rücksicht auf unsere Waage vielleicht doch zu wenige Waffeln vernascht. Höchste Zeit, mal wieder ein Eis zu essen oder einen Kaffee zu trinken, damit sich die Eisdiele und die Cafés an der Schloßstraße nicht auch noch in einen Ladenleerstand verwandeln.…

Macrons Kandidaten siegt auch in der französischen Partnerstadt Tours

Die französische Partnerstadt Tours, mit der Mülheim seit 1962 verbunden ist, bekommt erstmals eine deutsch-französische Parlamentsabgeordnete. Wie Eliane Lebret vom Vorstand der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Tours mitteilt, hat die deutsch-französische Unternehmerin Sabine Thillaye (58) mit 58:42 Prozent der Stimmen am vergangenen Sonntag die entscheidende Stichwahl gegen den konservativen Republikaner Fabrice Boigard gewonnen. Thillaye, die bisher noch kein politisches Mandat inne hatte, wird damit als Abgeordnete der neuen Präsidentenpartei La République en Marche in die Pariser Nationalversammlung einziehen. Auch der zweite Tourainer Wahlkreis ging bei der Stichwahl an einen Kandidaten der neuen Präsidentenpartei von Emmanuel Macron. Hier siegte der 53-jährige Arzt und ehemalige sozialistische Gemeinderat Philippe Chalumeau mit einem Stimmenanteil von 54:46 Prozent der Stimmen über den Sozialisten Jean Patrick Gille. Mit 40 bis 43 Prozent bewegte sich die Wahlbeteiligung in …

Ein flotter Dreier macht in Styrum Schule und sorgt für ganzheitliche Quartiersentwicklung

Ein Schüler lässt zum Auftakt des Theaterstücks „Götter. Wie die Welt entstand“ 13 Milliarden Jahre Universalgeschichte Revue passieren. Etwa 170 Sechst- und Siebtklässler der Styrumer Willy-Brandt-Schule schauen ihm dabei zu. Im Publikum sitzen auch Sven Schlötcke, der künstlerische Leiter und Geschäftsführer des Theaters an der Ruhr, SWB-Geschäftsführer Ulf Lennermann und Willy-Brandt-Schulleiterin Ingrid Lürig. Abseits der Inszenierung macht diese Szene deutlich, welchen Lerneffekt aktives Theaterspielen haben kann. Da werden Inhalte erarbeitet und vor einem großen Publikum dargestellt. Das erfordert intellektuelle Disziplin, Konzentration und Rhetorik. Keine Frage. Wer eine solche Aufgabe bewältigt, gewinnt an Selbstbewusstsein und persönlicher Statur.
Poetry Slam in der Talentwerkstatt
Deshalb unterschreiben Theatermann Schlötcke, Schulfrau Lürig und SWB-Mann Lennemann an diesem Tag im Theater am Raffelberg einen zunächst auf drei Jahre angelegten Kooperationsvertrag, der das kreat…

Der Dümptener Hof im Wandel der Zeit: Ein Zeitsprung an der Mellinghofer Straße

Mit einem Foto aus dem historischen Mülheim-Kalender von Udo Richter springen wir  heute zurück ins Jahr 1901. Wir landen an der Ecke Mellinghofer Straße/Grüner Weg und stehen vor der Gaststätte und dem Hotel des Viehhändlers und Gastwirts Heinrich Kneisel. Später wird dieses gastliche Haus auch unter dem Namen Zur guten Quelle firmieren.

Heute speisen und logieren Gäste hier, an der Mellinghofer Straße 319, im Dümptener Hof. Das Hotel und Gasthaus wurde zwischen 1934 und 2016 von der Familie Bleckmann geführt. Sie ersetzte den Altbau Mitte der 70er Jahre durch den heutigen Neubau. 
Seit dem vergangenen Jahr ist Nader Movasaghi Inhaber des traditionsreichen Hauses. Sein Hotel bietet unter anderem 18 Gästezimmer.

Als die historische Aufnahme aus der Sammlung Udo Richters entstand, bestimmten noch Landwirtschaft und Bergbau das Bild im damals eher ländlich geprägten Dümpten.

Dass die Dümptener ihren Stadtteil bis heute als Königreich bezeichnen, hat mit den Jahren 1904 bis 1910 zu tun, als …

"Meine Pflegerin und ich haben bald Silberhochzeit: Ein Firmenjubiläum im Zeichen des demografischen Wandels

Pflege Zuhause. Der Firmenname ist seit 25 Jahren Programm. Martin und Andrea Behmenburg staunen selbst, wie sich ihr ambulanter Pflegedienst im letzten Vierteljahrhundert entwickelt hat. „Wir haben zu zweit in unserer Wohnung an der Wallstraße begonnen und heute beschäftigen wir mit unserem Dienst 80 Mitarbeiter und pflegen rund 270 Patienten“, beschreiben die beiden gelernten Krankenpflegekräfte den Wandel ihres Unternehmens. Dieser Wandel ist Ausdruck des demografischen Wandels. Unsere Stadt wird immer älter. Schon heute ist jeder dritte Mülheimer über 60. Nur einer von stadtweit 30 ambulanten Pflegediensten, die es heute in Mülheim gibt, existiert noch länger als Pflege Zuhause. „Damals gingen die Leute noch viel früher ins Altenheim oder wurde von Gemeindeschwestern und Sozialstationen der Wohlfahrtsverbände betreut. Heute wollen die meisten Menschen so lange, wie möglich zuhause leben und das ermöglichen wir ihnen mit unseren Dienstleistungen“, beschreibt Martin Behmenburg das v…

Der Tatkräftige: Als Platzwart beim HTC Uhlenhorst ist Peter Adamczyk als Techniker, Handwerker, Gärtner und Mensch gefordert

In seinem früheren Berufsleben war Peter Adamczyk Elektriker und Hochspannungstechniker. Der 56-jährige Familienvater hat bei Stadtwerken gearbeitet, im Bergbau und später für eine private Elektrofirma.

Die schickte ihn im Jahr 2000 zum HTC Uhlenhorst. „Hier war viel zu reparieren. Fast der gesamte Maschinenpark und einige Versorgungsleitungen waren defekt“, erinnert sich Adamczyk.

Er ging ans Werk und begeisterte seine Auftraggeber mit seinem Elan so sehr, dass sie ihm ein Angebot machten. Er sollte Platzwart werden und damit zuständig für alle technischen, handwerklichen und gärtnerischen Arbeiten auf einer 35 000 Quadratmeter großen Anlage.

„Erst hatte ich Angst und habe mir gedacht, dass wird zu viel Arbeit für mich. Doch dann hat mich die Aufgabe gereizt, zumal ich mich damals neu orientieren wollte“, erzählt Adamcyk.
Unterwegs zu sein und zu neuen Ufern aufzubrechen, war für ihn nichts neues. Der 1961 als Sohn einer deutschstämmigen Familie im oberschlesischen Kattowitz geborene Ada…

Hilfsbereite Müßiggänger

Müßiggänger. Dieser Begriff hat in unserer Leistungsgesellschaft etwas Anrüchiges. Auch ich habe mich schon bei der Frage erwischt: Was machen eigentlich die Leute, die scheinbar über Stunden in und vor Cafés und Kneipen sitzen und den Tag tot schlagen.

Jetzt weiß ich es. Diese Müßiggänger haben die Energie und die die entspannte Aufmerksamkeit, die ihren geschäftigen und gehetzten Zeitgenossen oft fehlt. Ausgerechnet vor einer Bier-Gaststätte brach mir gestern mein Schlüsselring. Während ich noch in meiner Schock-Starre verharrte, pflückten die fröhlichen Biertrinker, die die Sonne an der Schloßstraße genossen, meine Schlüssel vom Straßenpflaster. Mir fiel ein Stein vom Herzen und die Erkenntnis in meinen Erfahrungsschatz, dass der Müßiggang als höchste Lebenskunst nicht unbedingt aller Laster, sondern auch aller Hilfsbereitschaft Anfang sein kann.

Dieser Text erschien am 15. Juni 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

Fronleichnam: Die Frohe Botschaft auf die Straße getragen

Am Donnerstag nach Pfingsten gingen die katholischen Christen, wie hier rund 250 Gemeindemitglieder aus der Zentralgemeinde St. Mariae Geburt, mit Gebet, Gesang und dem der den Leib Christi symbolisierenden Hostie durch ihr Stadtviertel, um von der Frohen Botschaft des christlichen Glaubens Zeugnis abzulegen. In seiner Eingangspredigt beschrieb der emeritierte Weihbischof Franz Grave die traditionelle Fronleichnamsprozession als Sinnbild für einen von Liebe, Hoffnung und Glaube inspirierten Lebensweg. Mit einer kleinen Andacht vor dem Medienhaus am Synagogenplatz beteten die Teilnehmer der Fronleichnamsprozession unter anderem für den sozialen Frieden in unserer Stadt.

Zu reif für die Marktwirtschaft

Oma und Opa wundern sich. Ihr Enkel steht plötzlich vor ihnen. Sie freuen sich darüber. Doch, dass der Junge in zerrissenen Jeans vor ihnen steht, macht ihnen Sorgen. Haben Tochter und Schwiegersohn ihre Arbeit verloren und können dem armen Jungen keine neue Hose kaufen? Oma und Opa ist es nicht fremd, eine Hose oder ein Hemd zu tragen, das schon mal bessere Tage gesehen hat. Das war im und nach dem 2. Weltkrieg. Da waren sie so alt wie ihr Enkel heute. Und sie waren froh, wenn sie mit heiler Haut den nächsten Tag erlebten und dabei  etwas am Leibe trugen und mehr  im Leibe hatten, als einen knurrenden Magen. Der Enkel beruhigt seine Großeltern. „Das trägt man heute so. Das ist modisch voll im Trend.“ Oma und Opa verstehen die Welt nicht mehr.

Dass Menschen freiwillig viel Geld für zerrissene Hosen bezahlen, will ihnen nicht den Kopf. Sie sind als Menschen, die Not nicht nur aus dem Fernsehen kennen, zu reif, um unsere Marktwirtschaft zu begreifen, die davon lebt, Menschen Dinge zu ver…

Die Schmökerstube feierte ihr zehnjähriges Bestehen

Hier kann man erstklassigen Lesestoff aus zweiter Hand für kleines Geld bekommen und damit die Stadtbibliothek im Medienhaus am Synagogenplatz unterstützen. Von der Schmökerstube ist die Rede, die jetzt ihr zehnjähriges Bestehen feiern konnte. Man findet die Schmökerstube dort, wo die Schloßstraße in die Eppinghofer Straße übergeht und gleichzeitig an den Kurt-Schumacher-Platz grenzt. In der kleinen Buchhandlung arbeiten 30 Ehrenamtler, die sich aus 27 Frauen und 3 Männern zusammengefunden haben. Sie liegt in bester Lage, wenige Schritte vom Forum-Haupteingang entfernt, gleich neben einem Ärztehaus, einem Akustiker und einem Eiscafé. "Aus Liebe zum Buch" steht auf einem Plakat an der Eingangstür an der Eppinghofer Straße 27-29.
Unterstützung für die Stadtbibliothek
Der Slogan ist seit zehn Jahren Programm. Die Idee einer ehrenamtlich geführten Schmökerstube brachte die damalige Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld 2006 von einem Besuch in der Bücherstadt Langenberg mit und l…

Labour gewinnt die Wahl in der englischen Partnerstadt Darlington

Wie ist die britische Unterhauswahl in Mülheims Partnerstadt Darlington ausgegangen? Der Labour-Stadtrat und Vorsitzende der Twintown-Association in Darlington, Tom Nutt, gibt Auskunft.

Wer gewann in Darlington?
Die Labour-Abgeordnete Jenny Chapman hat ihren Parlamentssitz behalten und mit einem Vorsprung von 3280 Stimmen gewonnen. Bei einer Wahlbeteiligung von fast 68 Prozent erhielt sie 50,6 Prozent der Stimmen. Der Kandidat der Konservativen, Peter Cuthbertson, kam auf  43,3 Prozent.

Wer ist Jenny Chapman und wofür steht sie politisch?
Die Psychologin Jenny Chapman wurde 1973 in Darlington geboren. Sie ist Mutter von zwei Kindern. Sie  hat gewonnen, weil sie sich für den Erhalt des Krankenhauses und des Gesundheitsdienstes in Darlington eingesetzt hat. Sie ist Brexit-Ministerin im Schattenkabinett von Labour-Chef Jeremy Corbyn.

Was erwarten Sie nach der Wahl?
Es sieht jetzt so aus, dass wir im Parlament  eine politische Hängepartie ohne klare Mehrheiten bekommen. Das bedeutet Chaos. Ich …

Die Zielstrebige: Glauben und Naturwissenschaften: Das passt für die islamische Biologiestudentin Mendufa Baran nicht nur im Fastenmonat Ramadan gut zusammen: Beruflich zieht es die junge Frau in die medizinische Forschung

Mendufa Baran ist ohne Kopftuch unterwegs. Für eine junge Muslima, wie sie ist das keine Selbstverständlichkeit. Doch für die 20-jährige Biologiestudentin ist es eben genau das. Selbstverständlich. „Ich bin nicht bereit dazu“, sagt sie mit Blick auf das Kopftuch.

Doch die gläubige Muslima respektiert ihre Glaubens- und Geschlechtsgenossinnen, die sich für das Kopftuch entschieden haben. Und die respektieren ihre Entscheidung. Man merkt es beim Fastenbrechen in der Fatih-Moschee an der Sandstraße. Baran und ihre Glaubensschwestern lassen sich nach Sonnenuntergang das Festmahl schmecken, das Gemeindemitglieder für etwa 200 Gäste zubereitet haben. Man scherzt und spricht miteinander. Die Atmosphäre ist entspannt. Man begegnet sich auf Augenhöhe. Was auffällt ist die Tatsache, dass Männer und Frauen getrennt voneinander essen und trinken.

„Ich komme im Fastenmonat Ramadan nicht jeden Abend zum Fastenbrechen in die Moschee. Denn das gemeinsame Essen, Trinken und miteinander spre…

Otmar Müller: Der Mann mit der Trompete und dem Taktstock geht in den Ruhestand

Am 5. Mai kann man Otmar Müller noch einmal in seinem Element erleben. Denn dann wird der 65-jährige Trompetenlehrer zum letzten Mal das Sinfonieorchester und das Blasorchester der Musikschule dirigieren, ehe er sich Ende des Monats in den Ruhestand verabschiedet. Das Konzert in der Stadthalle beginnt um 18 Uhr. Für ermäßigte 4 Euro oder für reguläre 7,50 Euro ist man als Zuhörer und Zuschauer mit von der musikalischen Partie. Wenn der zweifache Familienvater Ende Mai zum nur noch selbstbestimmt musizierenden Privatmann wird, der vielleicht noch bei dem einen oder anderen kleinen Konzert einspringt, kann er auf 29 bewegte Berufsjahre als Musikschullehrer und als für die Holz- und Blechblasinstrumente zuständiger Fachbereichsleiter zurückblicken. Zunächst in Wesel und ab 1988 in Mülheim hat Müller Menschen aus allen Generationen auf den Weg des Musizierens gebracht. Einige seiner Schüler sind heute selbst als Musikschullehrer oder als Orchestermusiker tätig.
Ein Schüler sagt Danke
Maximi…

250 Bürger kamen zum Frühlingsempfang der CDU in die Stadthalle

Manchmal ist es gut, wenn man nicht tut, was alle tun. Die CDU dürfte sich wohl gefreut haben, dass sie schon seit Jahren nicht mehr zu einem Neujahrs,- sondern zu einem Frühlingsempfang in die Stadthalle einlädt. Dieser Empfang kam der CDU jetzt gerade recht, um vor rund 250 Gästen aus allen Teilen der Bürgerschaft die heiße Phase des Landtagswahlkampfes einzuläuten. CDU-Chefin Astrid Timmermann-Fechter machte deutlich, dass sich ihre Partei vor allem jenen Menschen verpflichtet fühlt, die als Arbeitnehmer, Unternehmer, als ehrenamtlich engagierte Bürger oder als Eltern und Großeltern unsere Gesellschaft tragen und ihr soziales Fundament bilden.
Mehr Wachstum und Investitionen
„Nordrhein-Westfalen ist zurzeit Spitze bei der Staatsverschuldung, Stauland Nummer eins, aber Schlusslicht bei den Bildungsinvestitionen und dem Wirtschaftswachstum. Das wollen wir ändern“, machte die Bundestagsabgeordnete deutliche, welche Baustellen eine von CDU-Chef Armin Laschet geführte Landesregierung nach…