Montag, 26. Juni 2017

Willkommen im Club

Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass ganz viele meiner Mitbürger zur selben Zeit auf die selbe Idee kommen, von der ich mir einbilde, dass sie meinem spontanen Entschluss entspringe.
Kaum entschließe ich mich zum Spaziergang an der Ruhr, ist der Leinpfad brechend voll. Klingelingeling! Können Sie mich mal vorbei lassen? Aber gerne doch. Ich nehme Rücksicht auf die Radfahrer, auch wenn ich nicht verstehen kann, warum sie auch im dichtesten Menschengedränge nicht vom Rad absteigen. Kaum will ich einkaufen gehen, kann in den überfüllten Gängen des Supermarktes vom Gehen keine Rede sein. Man steht mit seinem Einkaufswagen im Stau wie im Berufsverkehr auf der Autobahn. Gestern ging ich dann mal ins Schwimmbad. Sie ahnen es schon. Ich war im Schwimmbad nicht allein, sondern Teilnehmer eines Badepulks, gegen den das Quietscheentenrennen auf der Ruhr die reinste Raserei ist.
Was kann man da machen? Der Schwimmmeister wies mich darauf hin, dass das Schwimmbad werktags schon um 6 Uhr öffnet und dann jede Menge Platz zum Bahnenziehen biete.
Auf der anderen Seite brauche ich, wie die meisten meiner Mitbürger, auch meinen Schlaf. Und manchmal ist es ja auch ganz schön zum Mainstream zu gehören. Wir sehen uns!
Dieser Text erschien am 26. Juni 2017 in der Neuen Ruhr Zeitung

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