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Es werden Posts vom 2020 angezeigt.

Man(n) folgt dem weiblichen Vorbild

Petrus war am ersten der Tollen Tage gnädig mit den Jecken und Möhnen. Abgesehen von einigen Regentropfen am Mittag blieb es trocken und zwischendurch schien sogar die Sonne. Auf dem Rathausmarkt und auf dem Saarner Pastor-Luhr-Platz nutzten jeweils gut 200 närrische Frauen und Männer die Gunst der Stunde, um sich vom musikalischen und tänzerischen Bühnenprogramm in Karnevalslaune zu bringen. Auf beiden Plätzen beließen es die jecken Frauen und ihre männlichen Gesinnungsgenosssen nicht beim Zuhören, Klatschen und Mitschunkeln. Auf beiden Partymeilen starteten sie zwischenzeitlich zu einer Polonaise. Eine davon wurde in Saarn vom blau-weißen Schlagersänger Thomas Straßmann ("Ich bin kein Mann für eine Nacht!") angeführt. Er pendelte wie die Tollitäten zwischen der Stadtmitte und dem Saarner Dorf. "Die Gesangsshow der Tollitäten ist wirklich erfrischend und macht Lust auf den Sommer", fand die Saarnerin Tanja Brammer. Sie war mit ihren Freundinnen und Nachbarinnen Ni…

Fröhliche Frontfrau

Drei Fragen an die Mülheimer Stadtprinzessin Josephine Stchelhaus
Frage 1: Warum sollte man den Möhnensturm aufs Rathaus und die Altweiberparty auf dem Pastor-Luhr-Platz in Saarn auf keinen Fall verpassen?
!!! Diese Frage ist ganz einfach zu beantworten: Mit diesen Veranstaltungen beginnt der Straßenkarneval – also der Höhepunkt in unserer Amtszeit. Ganz nach unserem Motto „Mülheim mit Jeck & Herz“ feiern die Mülheimer Karnevalisten gemeinsam die wohl schönste Zeit im Jahr. Diese Chance sollte sich kein Karnevalist entgehen lassen.
Frage 2: Was würden Sie als Regentin in unserer Stadt und in unserem Land gerne durchsetzen, wenn Sie die Macht dazu hätten?
!!! Wenn ich so drüber nachdenke, dann ist die Liste ganz schön lang. Das wichtigste Thema für mich ist allerdings die Gleichstellung aller Menschen. Jeder hat das Recht auf Gleichbehandlung und respektvollem Umgang. Natürlich würde ich als närrische Regentin dafür sorgen, dass der Karneval einen höheren Stellenwert bekommt. Ka…

Frohes Schaffen

Karneval macht Freude, aber auch viel Arbeit. Das sieht und begreift man sofort, wenn man die etwa 30 Frauen und Männer aus der Karnevalsgesellschaft Blau Weiß dabei beobachtet wie sie den Saal des Altenhofes in einen karnevalistischen Veranstaltungsort verwandeln. Manche arbeiten stundenweise mit. Andere sind ganztägig im Einsatz. Manche kommen vor oder nach der Arbeit vorbei. Andere nehmen sich Urlaub. 


Da wird die Bühne und der Elferratstisch aufgebaut. Da werden 19 Kilometer Kabel verlegt, die Mischpulte für die Ton- und Lichttechnik installiert und die Traverse-Gerüste aufgestellt und mit Bühnenscheinwerfern und Lautsprechern bestückt. Lampions und blau-weiße Fahnentücher müssen unter die Saaldecke gezogen werden.


Wenn hoch hinaus geht, kommt ein etwa fünf Meter hohes Rollgerüst zum Einsatz, das die 250 Mitglieder starke Karnevalsgesellschaft, die 1947 aus der Kolpingfamilie Broich-Speldorf hervorgegangen ist, eigens für diesen Zweck angeschafft hat. Und auch so scheinbar simple Di…

Als Bismarck zum Mülheimer ehrenhalber wurde

Den Bismarckturm auf der gleichnamigen Straße kennt in Mülheim jedes Kind. Doch dass der erste Reichskanzler Otto von Bismarck vor 125 Jahren zum Mülheimer Ehrenbürger ernannt wurde, wissen sicher nur wenige Mülheimer.
Abgesehen davon, dass Mülheim Teil des 1871 von Bismarck geeinten Deutschen Reiches war, hatte der sogenannte Eiserne Kanzler mit der Ruhrstadt nichts zu tun. Dass er dennoch am 19. Februar 1895 auf Vorschlag des damaligen Oberbürgermeisters Karl von Bock von der Stadtverordnetenversammlung einstimmig zum Ehrenbürger Mülheims ernannt wurde, war eine politische Demonstration. Die bürgerlich-konservative Elite der Stadt wollte den Reichsgründer ehren, unter dem Deutschland einen wirtschaftlichen Aufstieg und die Einführung der Sozial- und Krankenversicherung erlebt hatte.

Viele, aber nicht alle Mülheimer feierten Bismarck, zum Beispiel mit Festbanketten. Denn Bismarck hatte als Kanzler zunächst die katholische Kirche und ihre Partei, das Zentrum und ab 1878 die 1863 aus der…

Lach mal wieder

In einer Seniorenresidenz kann man richtig Spaß bekommen. Die Schauspieler des Komödchen Sorglos treten mit ihrem neuen Stück "Resturlaub im Ladyhort" den Beweis dafür an. Am 29. Februar hat ihr 120-minütiger Dreiakter aus der Feder von Bernd Spehling um 15 Uhr im Theater der Alloheim-Seniorenresidenz im Wohnpark Dimbeck  an der Dimbeck 6 bis 12 Premiere.  "Das liegt uns und die Leute wollen mal lachen und abschalten", erklären die beiden Sprecher des Ensembles, Jürgen Loss und Dagmar Schauerte, warum das 1998 aus der Kolpingfamilie Broich-Speldorf hervorgegangene "Komödchen Sorglos" alle Jahre wieder seinem Namen Ehre und seinem Publikum Freude macht. Nach "Stress im Champus-Express" und: "Die Stepphühner" bringen die immer wieder mittwochs (von 20 bis 22 Uhr) im professionell ausgestatteten Theater an der Dimbeck probenden Komödianten bereits zum dritten Mal ein Stück des 1969 in Verden geborenen und heute bei Hannover lebenden Bernd…

Wenn es funkt

Am Samstagabend funkte es im Altenhof. 300 Jecken hatten bei der Funkensitzung ihren Spaß. „Ihr wart einfach ein geiles Publikum“, lobte Präsident Heino Passmann die farbenfroh kostümierten Jecken am Ende eines viereinhalbstündigen Marathons der guten Laune.
Waldgeist Andrea Jatzkowski, Micky-Maus Thomas Straßmann und Chiristian Becker, alias Lucky Luke, verdienten sich ein kleines mölmsches Flachgebinde, weil ihre Kostüme in den Augen der Elferräte die Originellsten waren. „Heute können wir hier noch mal ganz entspannt feiern, bevor wir in der kommenden Woche mit unserer eigenen Prunksitzung ranmüssen“, sagte Jörg Heise von der KG Blau Weiß. Er hatte mit einigen seiner Vereinskameraden als Krümmelmonster-Gruppe den Weg zur befreundeten Prinzengarde gefunden. Und Ex-Prinz Marc Waldschmidt, der sich mit seinen Freunde als clownesker Baskenmützenträger al a francaise unter den amüsierwilligen Narren war, meinte: „Die Stimmung und die Atmosphäre sind hier einfach toll. Deshalb kommen wir …

25 Jahre für die Städtepartnerschaften

Obwohl Mülheim 1993 für seine internationalen Kontakte und Städtepartnerschaften von der Parlamentarischen Versammlung des Europarates mit dem Europapreis zur Europastadt gekürt wurde, tat man sich schon damals schwer, die Städtepartnerschaften finanziell ausreichend zu fördern. Deshalb gründete sich am 21. Februar 1995 der Förderverein Mülheimer Städtepartnerschaften. Mit gut 400 Mitgliedern hat der Verein heute viermal so viele Mitglieder wie vor 25 Jahren. Dennoch ist seine Arbeit seitdem nicht leichter, aber auch nicht weniger wichtig geworden.


Seit 2015 ist der Verein finanziell auf sich allein gestellt. Denn vor fünf Jahren stellte die Stadt ihre Förderung der bürgerschaftlichen Begegnungen mit den Partnerstädten von zuletzt 7400 Euro jährlich ein. „Dadurch ist uns der Jugendbereich weitegehend weggebrochen, weil wir keinen Austausch mit Schulen und Vereinen mehr fördern können“, bedauert der heutige Vereinsvorsitzende Gerhard Ribbrock. Mit Hans-Dieter Flohr, Joachim Schiwy und M…

Fromme Floristen?

Eigentlich ist Mutter einem Blümchen nicht abgeneigt. Auch ich hätte ihr gestern gerne eines geschenkt. Doch als Mutter bei unseren Innenstadtrundgang sah, welche preistechnischen Blüten der Valentinstag getrieben hatte, verging ihr die Lust auf ein Sträußchen. Obwohl ich mich ihr spontan als Rosenkavalier anbot und gerne auch einen Euro mehr ausgegeben hätte, ließ sich Mutter in ihrer Contra-Kommerz-Haltung nicht erweichen. Denn auch wenn Mutter Sympathien für geschäftstüchtige Menschen hat, ging ihre Liebe am gestrigen Valentinstag dann doch nicht so weit, dem allzu geschäftstüchtigen Blumenhandel einen Bonus auf Kosten des heiligen Valentin zu gewähren. Es wollte ihre partout nicht in den Kopf, warum das Gewerbe der Floristen ausgerechnet am Todestag des heiligen Valentin florieren soll. Der Schutzheilige der Liebenden verlor am 14. Februar 269 nur deshalb den Kopf verlor, weil er als Priester entgegen dem Gebot des römischen Kaisers Claudius II. Liebende nach dem christlichem Ritu…

Wohin führt der synodale Weg?

Der in Frankfurt am Main begonnene Synodale Weg bewegt auch die Katholiken im Ruhrgebiet. Bei einer Abendveranstaltung in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg diskutierten Generalvikar Klaus Pfeffer, Deutschlandfunk-Journalistin Christiane Florin und der Münsteraner Theologie-Professor Michael Seewald mit rund 200 Katholiken darüber wie der Synodale Weg zu einem kirchlichen Aufbruch führen könne.


Skepsis und Hoffnung hielten sich sowohl auf dem von Akademiedozent Jens Oboth moderierten Podium als auch im Auditorium die Waage. Aus dem engagiert mitredenden Publikum waren kritische Stimmen zu hören: „Die Kleriker haben uns Laien in unserer eigenen Kirche entmachtet und enteignet!“ und: „Wollen wir wirklich so werden wie die Evangelische Kirche?“ oder: „Wir brauchen keine Strukturdiskussion, sondern mehr gelebte Liebe und Umkehr im Geiste Jesu!“, hieß es da zum Beispiel.


Applaus und Zustimmung erfuhr Christiane Florin für ihre Forderung nach einer echten Gleichberechtigung der Frauen…

Kirche und Karneval

Drei Fragen an den Styrumer Pfarrer Michael Manz
1. Warum sollte man den Karnevalsgottesdienst am 16.2. um 11 Uhr in der Immanuelkirche auf keinen Fall verpassen?


Euer Herz soll sich freuen, und eure Freude soll niemand von euch nehmen.“ Das versuchen wir umzusetzen: Durch die Mitwirkung der Tollitäten und einiger Karnevalsgesellschaften, aber auch mit einem kirchenkabarettistischen Blick nach Innen und mit einer Büttenpredigt des Pfarrers, durch die die biblischen Parallelen von „Narr“ und „Prophet“ hoffentlich deutlich werden. Aber natürlich wird auch kräftig gesungen, z.B.:„Wir lieben das Leben und glauben an den lieben Gott.“


2. Warum engagieren Sie sich als Pfarrer im Förderkreis des Brauchtums Mülheimer Karneval?


Der Mensch braucht Rituale in seinem Leben, sie geben gerade in einem digitalisierten „global village“ Sicherheit. Das Brauchtum, das auf seine Weise Traditionen pflegt, ist gerade im Bereich des Karnevals ein wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Lebens. Es vermittelt …

Von Hugo lernen

In meinem historischen Kalender schaut mich heute ein berühmter Mülheimer an. Der Industrielle Hugo Stinnes würde heute seinen 150. Geburtstag feiern, wäre er nicht schon mit 54 Jahren, an den Folgen eines Operationsfehlers gestorben. Auch sein nicht minder unternehmungslustiger Großvater Mathias hatte in diesem Alter das Zeitliche gesegnet. Der Blick auf Hugo Stinnes lohnt sich. Er lehrt uns, dass auch kein noch so großes Finanzkapital das wichtigste Kapital unseres Lebens, die Lebenszeit, verlängern kann und dass jeder gesunde und glückliche Tag unbezahlbar ist. Der Mülheimer, von dem man sagte, dass er Unternehmen sammle wie andere Leute Briefmarken, wusste um die Vergänglichkeit und Relativität des materiellen Reichtums. Seine Erben, denen er einen Konzern mit mehr als 1500 Firmen hinterließ, mahnte er: „Meine Kredite sind eure Schulden.“ Er ahnte, dass sein Imperium ihn nicht lange überleben sollte. Stinnes, den seine Zeitgenossen unter anderem als „König von der Ruhr“ hochjubelt…

Von Johannes XXIII. inspiriert

Seinen 60. Geburtstag feiert Pfarrer und Stadtdechant Michael Janßen am kommenden Sonntag, 16. Februar, nach dem um 11.30 Uhr beginnenden Hochamt mit einer Begegnung in seiner Pfarrkirche St. Mariae Geburt an der Althofstraße. Hier hat der gebürtige Oberhausener bereits seine seelsorgerischen Lehrjahre als Kaplan (1989 bis 1992) verbracht, ehe er 2004 als Pfarrer zurückkam und 2008 als Nachfolger von Manfred von Schwartzenberg als Stadtdechant an die Spitze der zurzeit aus rund 48.000 katholischen Christen bestehenden Stadtkirche trat. Seit der Gemeindereform von 2006 leitet Janßen als Pfarrer die Groß-Pfarrei St. Mariae Geburt, zu der nicht mehr nur die Zentralgemeinde in der Stadtmitte, sondern auch vormals eigenständige Pfarreien in Holthausen und Heißen gehören. Seelsorger und Manager in Personalunion Das hat aus dem Seelsorger auch einen Manager werden lassen. "Das habe ich mir als 25-Jähriger bei meiner Priesterweihe so nicht vorgestellt. Aber dieser Weg ist für mich gut ga…

Kinder helfen Kindern

Thilo, Leonard, Anna und Isabel aus der Klasse 6b der Luisenschule hatten jetzt beim Jahresempfang des Kinderschutzbundes eine ehrenvolle Aufgabe. Sie überreichten im Auftrag ihrer Mitschüler und Eltern aus den fünften und sechsten Klassen einen Scheck über 1000 Euro. Das Geld, das dem an der Schloßstraße 35 ansässigen Kinderschutzbund hilft, seine 1977 begonnene Arbeit fortzusetzen, haben die Luisenschüler und ihre Eltern im November 2019 bei einem von ihnen organisierten Adventsbasar eingenommen. "So lernen unsere Schüler, dass man sich für die Unterstützung von Kindern einsetzen kann und das es in Mülheim eine Organisation gibt, die Kindern und Eltern in Not hilft", erklärt die Klassenlehrerin der 6b, Imke Kiesow, den pädagogischen Mehrwert der Hilfe von Kindern für Kinder, die sich im Fall der Zusammenarbeit des Kinderschutzbundes und der Luisenschule seit 20 Jahren bewährt. Die Sozialarbeiterin Elena Stannowski, die zusammen mit ihrem als Sozialpädagogen und Sozialarbe…