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Es werden Posts vom 2020 angezeigt.

Schutzengel der Zivilisation

In diesen Tagen, in denen das Corona-Virus unsere Welt aus den Angeln hebt, hat man manchmal das Gefühl, sein blaues Wunder zu erleben. Da sieht, hört und liest man von Menschen, die mit medizinischem Hilfsmaterial zu Wucherpreisen einen Riesenreibach machen. Da erlebt man Zeitgenossen, die offensichtlich ein Eichhörnchen in der Verwandtschaft haben müssen. Denn sie kaufen ohne Rücksicht auf ihre Nachbarn den halben Supermarkt leer, um Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs zuhause zu horten. Und da gibt es auch unverschämt geschäftstüchtige Vermieter, die ihre Mieter in diesen Zeiten von corona-bedingtem Lagerkoller und wirtschaftlicher Existenzangst mit Modernisierungsankündigungen und Mieterhöhungen drangsalieren. Da könnte man schon an der Spezies Mensch verzweifeln, wenn man nicht auch von jenen Mitmenschen lesen, hören und sehen würde, die gerade jetzt ihrem Namen alle Ehre machen, indem sie für alte Nachbarn einkaufen, einsame Mitmenschen anrufen oder Lebensmittel …

Auf den Spuren der NS-Zeit

Warum schreibt eine junge Mülheimerin ein Buch über die Mülheimer Stadtverwaltung im Nationalsozialismus und warum lohnt sich dessen Lektüre? Ein Gespräch mit der Autorin und Verwaltungsmitarbeiterin Kyra Sontacki.Wie kamen Sie zum Thema Ihres jetzt im Tectum-Verlag erschienen und für 26 Euro im Handel erhältlichen Buches?Sontacki: Während meines Studiums habe ich im Rahmen Im Rahmen des Projekts „Spurensuche – die Stadtverwaltung Düsseldorf im Nationalsozialismus“ Personalakten aus der Zeit des Nationalsozialismus ausgewertet. Das hat mich für das Thema Stadtverwaltung im Nationalsozialismus sensibilisiert und interessiert. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meine Bachelorarbeit über die Stadtverwaltung im Mülheim des Nationalsozialismus zu schreiben. Der betreuende Professor Dr. Stefan Piasecki ermutigte mich anschließend, die Arbeit zu veröffentlichen und knüpfte Kontakte zum Verlag.
Auf welche Quellen konnten Sie zurückgreifen?Sontacki: Mit Hilfe der Mitarbeiter des Stadtarch…

Vergessen wir die Freude nicht

Es gibt Menschen, die uns gerade in diesen schwierigen Zeiten Mut machen. Einer von ihnen ist Mülheims Ex-Karnevalsprinz Dennis Weiler. Obwohl er als selbstständiger Veranstaltungsmanager in der Corona-Krise auch nichts zu lachen hat, sagte er mir gestern in einem Telefongespräch: „Ich heule nicht herum. Ich kämpfe lieber. Und meine Berufung auf dieser Erde ist es, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Das macht er nicht nur mit seiner Online-Schlagerparty, die am kommenden Samstag, 4. April ab 21 Uhr, unter:www.livestreamschlagerparty.deauf dem Video-Kanal Youtube in ihre zweite Runde geht. 7400 Zuschauer feierten bei der Premiere mit. Immerhin 620 Fans der Frohen Botschaft schaltete sich beim Online -Gottesdienst, den der fröhliche Power-Protestant mit närrischer Vergangenheit für die katholische Gemeinde St. Engelbert realisierte. So macht Ökumene Spaß und findet zurecht Anklang. „Da sind wir dabei. Das ist prima“, nicht nur zur Fünften Jahreszeit. Fortsetzung folgt am komm…

Die richtige Tonart

Mutter ist seit kurzem ein Fan der italienischen Polizei. Was sie begeisterte, war ein Fernsehbericht über drei musikalische Carabinieri, die bei Ihren Streifenfahrten ihren in ihren Wohnungen eingeschlossenen Landsleuten regelmäßig ein Ständchen bringen. Normalerweise muss die Polizei von Amts wegen ihren Mitbürgern den Marsch blasen, etwa, wenn sie in diesen Corona-Zeiten den notwendigen Sicherheitsabstand nicht einhalten. Aber nicht nur im Land des Belcanto hat man erkannt, dass mit Musik alles leichter ist, auch das Ertragen der Corona-Krise. So hat man sich im Pflegeheim Franziskushaus zuletzt einen Schlagersänger eingeladen. Der machte den Garten des Altenheims am Leinpfad zur Bühne und die rückwärtigen Fenster des Franziskushauses zur Konzertgalerie. Auf der lustwandelten die dort im erzwungenen Hausarrest lebenden Senioren durch die schönsten Zeiten ihres Lebens, in dem sie noch einmal die rote Sonne bei Capri versinken sahen oder die roten Lippen vor Augen hatten, die man küs…

Tierische Lebensretter

Hausnotruf und Rettungsdienst. Damit verbinden viele Mülheimer das Deutsche Rote Kreuz. Doch das der Kreisverband seit 2014 auch eine Rettungshundestaffel in seinen Reihen hat, wissen nur wenige. „Wir haben mit einem Rettungshund und einem Hundeführer begonnen. Inzwischen haben wir sieben Teams im Einsatz und neun weitere Teams in der Ausbildung. Damit gehören wir schon zu den größeren Rettungshundestaffeln im DRK-Landesverband Nordrhein“, schildert Staffelleiter Danny Prinz die Entwicklung.
Wie seine Kolleginnen und Kollegen investiert der 30-jährige Mitarbeiter einer Werksfeuerwehr, der auch schon in der Flüchtlingsbetreuung des Deutschen Roten Kreuzes aktiv war, mehrere 100 Stunden in sein Ehrenamt. „Wir fühlen uns beim Deutschen Roten Kreuz wie in einer großen Familie gut aufgehoben. Wir arbeiten gerne mit Tieren. Wir wollen aber auch Menschen helfen und eine hoch sinnvolle Arbeit leisten, die Menschenleben rettet“, beschreibt Prinz die Motivation, die das Team der Rettungshundes…

Verbündete gesucht

Der Polizei-Mord an dem 46-jährigen Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis hat auch hierzulande die Diskussion darüber befördert, wie rassistisch unsere Gesellschaft ist und was man gegen Rassismus tun kann und muss. Dass in Mülheim Menschen aus 140 Nationen zusammenleben, unterstreicht die lokale Relevanz und die strategische Bedeutung des Themas, zu dem die im Senegal geborene Mülheimerin Gilberte Raymonde Driesen uns viel zu sagen hat.
Wie und wo erleben Sie im Alltag Rassismus? Gilberte Raymonde Driesen: Überall. Zum Beispiel, wenn mir jemand sagt: ‚Sie sprechen aber gut Deutsch, dafür, dass Sie eine Schwarze sind‘ oder darüber staunt, dass ich als schwarze Frau eine akademische Ausbildung absolviert habe. Nicht nur ich erlebe Rassismus, wenn ich als Schwarze bei Bewerbungen, trotz gleicher Qualifikation, schneller aussortiert werde als weiße Bewerber. Ich erlebe Rassismus, wenn meine Kinder in der Schule als Neger bezeichnet werden und Lehrer das als harmlose Kinderspielerei ab…

Therapeutischer Imbiss

„Warum liefern Sie eigentlich nicht ins Haus?“ fragt ein alteingesessener Mülheimer den alteingesessenen Imbissstubenbetreiber seines Vertrauens, während der ihm Hähnchen und Pommes für den Heimweg einpackt. „Weil ich an Ihre Gesundheit denke“, lautet die den Stammkunden verblüffende Antwort des Imbiss-Gastronomen. Der erkennt die Irritation seines Stammkunden und lässt ihn darum wissen: „Wenn Sie einen Spaziergang durch die frische Luft machen müssen, ehe Sie ihr Mittags- oder Abendmenü genießen können, sorgen Bewegung und Sauerstoff dafür, dass Ihnen das Essen besser schmeckt, besser bekommt und besser verdaut werden kann.“ Und weil der Imbissstubenbesitzer einmal in Fahrt ist und gute Laune hat, gibt er seinem Stammkunden einen Apfel als gesunden Nachtisch mit auf den Heimweg. Der unverhofft mit Vitaminen und Ernährungstipps konfrontierte Imbiss-Kunde bedankt sich staunend und lässt den Gastronomen wissen: „An Ihnen ist ein guter Hausarzt verloren gegangen.“

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Mölmsche Herberge

Bisher kannte ich nur Designer-Uhren und Mode-Designer. Doch jetzt erweiterte unsere Zeitung meinen Horizont, indem sie über ein geplantes Designerhotel an der unteren Schloßstraße berichtete. Das soll sich, wie man lesen konnte, an das Ortsbild anpassen. So mancher Mülheimer fragt sich angesichts von Leerständen und marodem Straßenpflaster, ob das eine Verheißung oder eine Drohung ist.
Das neue im alten Hotel erinnert uns daran, dass das schönste Hotel nur dann zur gastlichen Herberge werden kann, wenn das Umfeld und der Ausblick aus dem Fenster stimmen. Bevor die ersten Gäste im neuen Designerhotel an der Schloßstraße einchecken, muss sich erstmal das Design der Innenstadt ändern, damit die Gäste nicht nur ins Hotel kommen, sondern gerne auch auf die Straße gehen, um dort den ein oder anderen Euro in den Mülheimer Wirtschaftskreislauf einzuspeisen. Denn nur eine einladende Innenstadt bringt auch zahlende Gäste und Besucher auf den Geschmack und damit in die Hotels, Gaststätten und …

Pflegefall Mülheim

„Ich dachte ich sei systemrelevant“, klagt mir ein Mülheimer Krankenpfleger sein Leid als Parksünder. Weil er sein Auto länger als die Polizei, pardon das Ordnungsamt erlaubt, auf dem Parkplatz an der Stadthalle abgestellt hatte, muss er jetzt ein Bußgeld von 20€ bezahlen. Trotz seiner in diesen Coronatagen viel und zu Recht gelobten systemrelevanten Arbeit, gab ihm die ihm in diesem Fall alles andere als sympathische Stadt an der Ruhr keinen Bonus auf sein Bußgeld. Denn weil die an vielen Stellen kränkelnde der Stadt am Fluss finanziell am Stock geht und deshalb viel zu viel den Bach runtergeht, müssen auch systemrelevante Stützen der Stadtgesellschaft ganz systemrelevanter als ihnen lieb ist, nicht nur mit ihrer Arbeitstugenden sondern auch als Parksünder gebührenpflichtig die leeren Kassen Stadt pflegen und auffüllen. Man sieht: Die pflegebedürftige Stadt lebt nicht nur von den Tugenden , sondern auch von den kleinen und großen Lastern ihrer Bürger. Die würden den ein oder anderen…

Spielend gelernt

Als ich jetzt die aussagekräftige Themenseite über den Mülheimer Kaufhof las, erinnerte ich mich an meinen Großvater. Er kaufte seinem kleinen Enkel im Kaufhof der siebziger Jahre ein schickes Kettcar mit Gangschaltung. Was mich als Junge beeindruckte, war das Selbstbewusstsein, mit dem mein Großvater gegenüber den Verkäufern in der üppigen Spielzeugabteilung auftrat, in der für mich viele unbezahlbare und deshalb unerreichbare Kinderträume lockten. „Machen Sie mal den Weg frei, damit mein Enkel mal eine Proberunde fahren kann, ehe wir das Kettcar kaufen“, ließ mein Großvater die etwas indignierten und unwilligen Verkäufer wissen. Auch wenn sich mein Großvater bei den Kaufhof-Mitarbeitern mit seinem forschen Appell nicht beliebt machte, konnten sie sich angesichts ihrer Umsatzaussichten, eben diesem doch nicht entziehen. So kamen die Dinge in Bewegung und der Weg für die Erfüllung meines Kindertraums auf vier Rädern wurde frei gemacht. Damals wurde mir klar, dass man im Leben nur mit…

Als die Spanische Grippe Mülheim lähmte

Was für uns heute das Corona-Virus, war für die Mülheimer im Herbst 1918 die Spanische Grippe, die bis 1920 weltweit 50 Millionen und in Deutschland etwa 500.000 Menschen zum Opfer fielen. Schaut man, wie jetzt Stadtarchivar Jens Roepstorff, in die Mülheimer Lokalpresse der letzten Tage des Ersten Weltkrieges, so stößt man auf den Hinweis, „dass sich das Gespenst Spanischen Grippe auch in Mülheim breit macht.“ Nicht nur mit Blick auf das Ruhrgebiet attestiert der Generalanzeiger, dass sich die Menschen „in einer schwer zu beschreibenden Seelenverfassung sind.“ Das Ausmaß, das die Spanische Grippe auch in unserer Stadt im Herbst 1918 angenommen hatte, machte der Generalanzeiger unter anderem an den überfüllten Wartezimmern der örtlichen Ärzte fest.

Wie heute das Corona-Virus führte damals die Spanische Grippe auch in Mülheim zu Schulschließungen, aber auch zur Ausdünnung von Zugfahrplänen, weil immer mehr Schüler, Lehrer und Eisenbahnbedienstete an der Spanischen Grippe erkrankt waren. …

Der Mensch hinter der Maske

Seit Gottfried Keller anno 1874 seine gleichnamige Novelle niederschrieb, wissen wir: „Kleider machen Leute.“ So wie Gottfried Kellers Schneidergesellen Wenzel Strapinski, der aufgrund seiner vornehmen Erscheinung für einen polnischen Grafen gehalten wurde, führte auch der straffällige Schuster Wilhelm Voigt dank einer Uniform seine militär- und autoritätsgläubigen Landsleute anno 1906 als Hauptmann von Köpenick an der Nase herum.


Immer noch gibt es Menschen, die Krawatten- und Anzugträgern auf den ersten Blick mehr Seriosität und Kompetenz zutrauen als jenen Mitmenschen, die in Jeans, T-Shirt oder Blaumann daherkommen. Doch auch hier hat das Corona-Virusdie allgemeine Kleiderordnung radikal auf links gedreht. Wurden Masken bisher nur als Kostüm im Karneval, als Vermummung bei einer Demonstration oder auch als Sccutzverband im Sport genutzt, ist sie heute ein allgegenwärtiges Accessoire. Heute, da das Corona-Virus das Maskentragen zur ersten Bürgerpflicht in Sachen Gesundheitsschutz ge…

In Memoriam Norbert Blüm

Einsichten eines politischen Christenmenschen


Der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm gab auf Einladung des Medienforums und der Pax-Bank seine reichen Lebenserfahrungen weiter


Essen. Es lohnt sich Rentnern zuzuhören. Vor allem dann, wenn Sie ihre Lebenserfahrungen, so wie der ehemalige Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (82) so geistreich und pointiert vortragen können, dass es für die Zuhörer erbaulich und unterhaltsam zugleich sein kann.


Mit einer Mischung aus Lesung und Gespräch fesselten Norbert Blüm und Moderatorin Vera Steinkamp die vom Medienforum des Bistums und von der Pax-Bank eingeladenen Zuhörer in der fast vollbesetzen Aula des Generalvikariates.


Da erfuhr man nicht nur, dass Norbert Blüm seit 30 Jahren Mitglied von Borussia Dortmund ist und sich auch eine Berufskarriere als Kapitän hätte vorstellen können. Man spürte in seinen spontanen Erzählungen und in den Lektionen aus seinem Vermächtnis-Buch: „Verändert die Welt, aber zerstört sie nicht“, dass da nicht nur …

Als die Stadt in Trümmern lag

Als die Amerikaner am 11. April 1945 mit ihrem Einmarsch den Zweiten Weltkrieg beendeten, lag der damals 17-jährige Mülheimer Horst Heckmann, weit ab seiner Heimat, in einem mecklenburgischen Lazarett und kurierte dort Fußverletzungen aus, die er sich durch das Marschieren in seinen viel zu kleinen Wehrmachtsstiefeln zugezogen hatte. „Das war mein großes Glück. Denn wäre ich bei meiner Einheit geblieben, die an der Oder von der Roten Armee vollständig vernichtet worden ist, hätte ich den Krieg nicht überlebt“, erinnert sich Heckmann. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett meldete er sich nicht, wie befohlen, bei der nächsten Wehrmachtsdienststelle, sondern beging mit zwei Kameraden Fahnenflucht und schlug sich zu Fuß und im Gefolge von ostpreußischen Flüchtlingstrecks gen Westen durch.
Südlich von Schwerin gingen Heckmann und seine Kameraden in amerikanische Kriegsgefangenschaft und wurden später von den Briten übernommen. Nach einer Zwischenstation in Schleswig-Holstein und im ber…

Mülheim 1945: Ein Zeitzeuge erinnert sich

1931 geboren, gehört der Diplomingenieur, Heinz Wilhelm Auberg, zu jenen Mülheimern, die den Zweiten Weltkrieg noch erlebt haben. Als die amerikanischen Truppen am 11. April 1945 mit ihrem Einmarsch den Krieg in Mülheim beendeten, befanden sich Auberg und seine Kammeraden aus der Mittelschule für Jungen noch auf dem Heimweg aus der Kinderlandverschickung.

In Buchtaberg, 150 Kilometer südöstlich von Prag, hatten 200 Mülheimer Mittelschüler Zuflucht vor den Bomben gefunden, die in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 1943 auch Aubergs Elternhaus an der Friedrich-Karl-Straße zerstört hatten. Auberg und seine Klassenkammeraden lebten und lernten mit ihren Lehrern Wilhelm Dietz und Martha Kükel in einer ehemaligen Lungenheilanstalt für Kinder. „Trotz des Kriegs erlebten wir dort eine schöne Zeit. Im Winter konnten wir Skifahren und im Frühjahr und Sommer durch die Wälder wandern. Außerdem hatten wir ein gutes Verhältnis zu den Bewohnern des nahegelegenen Dorfes Niemetzki, die uns zu ihren G…

Journalismus 2.0

„Die Menschen haben sich in den letzten 100 Jahren nicht verändert. Sie waren immer schon so dumm und so klug, wie sie es sind. Wir haben das vergessen. Aber jetzt wird das alles durch das Internet und die Sozialen Medien öffentlichkeistwirksam hochgespült.“ So bringt ein Zuhörer im Kardinal-Hengsbach-Saal der katholischen Akademie Die Wolfsburg die Konsequenzen der digitalisierten Medienwelt des Jahres 2020 auf den Punkt.

Auf dem Podium beleuchten die Journalisten Jürgen Domian (WDR), Joachim Frank (Kölner Stadtanzeiger), Medienwissenschaftlerin Marlis Prinzing, der Politikwissenschaftler und Publizist Andreas Püttmann und die Kommunikationswissenschaftlerin und Bloggerin Daniela Sprung die Sonnen- und Schattenseiten der digitalen Medienwirklichkeit, die den Journalismus in ganz neuem Licht erscheinen lässt. Die Diskussion zeigt: Es gibt kein Schwarz. Es gibt kein Weiß, sondern viele Grautöne und eine große Buntheit mit vielen Baustellen.
„Wir sind noch in einem Übergangs- und Lernp…

Als die Amerikaner kamen

11. April 1945: Soldaten der 17. amerikanischen Luftlandedivision marschieren am frühen Morgen in Mülheim ein und beenden damit für die 88.000 Menschen, die in der Trümmerstadt an der Ruhr leben, den Krieg. Bei Kriegsbeginn hatte die Stadt noch fast 137.000 Einwohner. Wenige Tage vor dem Einmarsch hat Oberbürgermeister Edwin Hasenjäger die städtischen Lebensmittelvorräte auflösen und an die Bürger verteilen lassen. Die Stadt hat mit dem Krieg 160 Luftangriffe überlebt. 4600 Mülheimer haben den Krieg nicht überlebt. Noch am Tag vor dem amerikanischen Einmarsch sterben acht Mülheimer durch Artilleriebeschuss und Granaten an der Sandstraße und an der Liebigstraße. 3100 Mülheimer gelten bei Kriegsende als vermisst. 800.000 Kubikmeter Schutt liegen auf den Straßen der Stadt. Jedes dritte Haus ist zerstört. Bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht wird es noch einmal fast einen Monat dauern. Die 183. Volksgrenadierdivision der Wehrmacht hat sich nach Mintard und auf den Auberg zur…