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Es werden Posts vom 2020 angezeigt.

Mülheim anno 1870/71

Ein Vortrag von Hans-Werner Nierhaus erinnert an den Deutsch-Französischen Krieg vor 150 Jahren. Ein Kriegerdenkmal aus der Zeit steht bis heute.Anders, als die deutsche Einheit des Jahres 1990, war die erste deutsche Einheit des Jahres 1871 nicht das Ergebnis einer friedlichen Revolution von unten, sondern das Ergebnis einer machtpolitischen Revolution von oben. 150 Jahre nach dem Deutsch-Französischen Krieg, der der Reichseinigung und der Kaiserproklamation von Versailles vorausging, beleuchtete der ehemalige Otto-Pankok-Geschichtslehrer Hans-Werner Nierhaus in seinem Vortrag zur Mülheimer Geschichte, welche Auswirkungen dieser Krieg auf die knapp 15.000 Einwohner zählende Mülheimer Stadtgesellschaft hatte.Die Bevölkerung blieb von den Kriegsfolgen weitgehend unberührtDeutlich wurde, dass die Bevölkerung den Deutsch-Französischen Krieg vor allem deshalb so euphorisch feierte, weil die Masse der Bevölkerung von den Kriegsfolgen unberührt blieb. Die negativen Folgen des Krieges erlebt…

"Wir haben uns einfach geliebt!"

In einer Zeit, in der viele Ehen ihr erstes Jahrzehnt nicht überstehen, sind Erika und  Horst Kulmer bemerkenswert. Denn sie sind seit 60 Jahren miteinander verheiratet und haben vier Kindern (Heidi, Axel, Monika und Claudia) das Leben geschenkt. Am 8. Oktober 1960 gaben sich die damals 20-jährige Erika Weinreiß und der 19-jährige Horst Kulmer auf dem Standesamt und in der Lutherkirche das Ja-Wort fürs Leben. Damals waren sie schon seit zwei Jahren ein Liebespaar, das sich im September 1958 auf der Speldorfer Kirmes an der Eltener Straße kennen gelernt hatte. Erika machte damals im elterlichen Fliesenlegerbetrieb eine Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau. Ihr damals 19-jähriger Bräutigam lernte damals den Motoren- und Maschinenbau bei der AEG an der Aktienstraße. Später verdiente er bei den Mannesmann-Röhrenwerken den Lebensunterhalt für seine sechsköpfige Familie. Aller Anfang war schwierig. Ihr monatliches Lehrlingsgehalt lag damals unter 50 D-Mark. Doch Eltern und Kinder f…

Kreative Schüler

An der Luisenschule und an der Realschule Mellinghofer Straße freut man sich über die von der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW) vergebenen Kulturpreise. Alle drei Preise, die in den Kategorien darstellende und bildende Kunst sowie Musik vergeben werden, sind mit jeweils 1000 Euro dotiert. Die Kulturpreise wurde Corona-bedingt nicht im Rahmen des Jugendfestivals Voll die Ruhr, sondern im kleinen Rahmen, in den ausgezeichneten Schulen vergeben.Die Verleihung der zum 12. Mal vergebenen RWW-Kulturpreise nahmen die RWW-Mitarbeiter Ramon Steggink und Iris Becker zusammen mit den Jury Mitgliedern Michael Bohnes und Bettina Erbe vom Kulturamt vor.Schüler, Lehrer, Preisstifter und Jury-Mitglieder waren sich einig, dass das kreative künstlerische und kulturelle Engagement der Jugendlichen und die mit den RWW-Kulturpreisen verbundene Wertschätzung alle Beteiligten in ihrer emotionalen und intellektuellen Persönlichkeitsentwicklung nachhaltig Stärke.An der Luisenschule konnte …

Blinder Eifer schadet nur

"Wer nicht hören will, muss fühlen.“ Das erlebte ich gestern am eigenen Leib. Mit zwei Jacken im Arm und der NRZ in den Händen war ich, Corona- mäßig maskiert im öffentlichen Personennahverkehr unterwegs. Kaum war ich an meiner Ziel-Haltestelle ausgestiegen, klingelte auch schon mein Handy. Reflexartig griff ich sofort nach meinem Mobiltelefon und nahm den Anruf an. Dabei entglitt mir die NRZ und wurde um ein Haar von Winde verweht. Ich musste mein Telefonat kurzfristig unterbrechen und meine Zeitung wieder einfangen. Dabei ereilte mich in meiner hastigen Vorwärtsbewegung ein Windstoß. Der sorgte dafür, dass mir meine Brille von der Nase fiel und mein Corona-Schutzvisier mir vom Kopf flog. Leider flog das eben erst angeschaffte Schutzvisier über einen Zaun auf den Rasen eines Privatgrundstücks. Da ich mir angesichts meiner offensichtlichen Pechsträhne beim Überklettern des Zauns nicht auch noch die Hose aufreißen wollte, versuchte ich es mit gut bürgerlichem Anklingeln. Doch die …

Kunst erleben

"Wir wollen auch in Corona-Zeiten Kunst vermitteln und Kunst sichtbar machen", sagt der stellvertretende Vorsitzende des Mülheimer Kunstvereins, Hans-Jürgen Bolz. Genau das leistet das aktuelle Halbjahresprogramm, das Bolz jetzt mit seinen Vorstandskollegen in der Galerie Gerold D' Harmés an der Schloßstraße vorstellte. Angesichts der Corona-Pandemie sieht der Galerist Gerold D'Harme eine zunehmende Verlagerung des Kunsthandels ins Internet und in die Auktionshäuser. Dadurch geraten nach seiner Einschätzung vor allem junge und noch nicht bekannte Künstler ins Hintertreffen.
Einige Schlaglichter aus dem Programm: Am Freitag, 9. Oktober, besuchen Mülheimer Kunstfreunde im Arp-Museum Bahnhof Rolandseck die Ausstellung "Salvador Dali und Jean Arp." Start ist um 9 Uhr am Hauptbahnhof. Die Rückkehr ist für 19 Uhr geplant. Im Rahmen der Reihe "Film & Kunst" präsentiert die Galerie D'Harme an der Schloßstraße 29 am 22. Oktober die österreichische M…

Den Vorfahren auf der Spur

Mülheimer interessieren sich nicht nur für die Geschichte ihrer Stadt , sondern auch für die Geschichte ihrer Familie. Alle 30 Sitzplätze, die Corona-bedingt im Vortragssaal des Stadtarchivs vergeben werden konnten, waren besetzt, als Geschichtslehrer und Familienforscher Dr. Sandor Krause im Rahmen der Reihe zur Mülheimer Geschichte über die Fallst ricke der Familienforschung berichtete.
1.Fallstrick: Es gab im Kirchspiel Mülheim erst ab 1610 Personenstandserhebungen in Form von Hochzeitsaufgeboten. Krause hat die frühen Kirchenbücher der reformierten Gemeinde aus der Handschrift in die gedruckte Computerschrift übertragen und die Verwandtschaftsverhältnisse in den Mülheimer Kernfamilien aufgezeigt.
Seine Datensammlungen liegen als CDs zur Recherche und zum Kauf im Stadtarchiv an der Von-Graefe-Straße 37 für 5- bis 30 € vor.
2. Fallstrick: Die Kirchenbücher wurden über Jahrzehnte hinweg mit sehr unterschiedlicher Sorgfalt geführt und manche Familiennamen erscheinen in unterschiedlicher …

"Beharren wir auf unserer Freiheit!"

Der Historiker Hubertus Knabe, in Mülheim aufgewachsen und ehemals Leiter der Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen sprach zur Deutschen Einheit.Mit einer starken und gegenwartsbezogenen Rede hat der in Mülheim aufgewachsene Historiker Hubertus Knabe am 3. Oktober im Ratssaal den 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung gewürdigt. Ein Kernsatz seiner zurecht mit viel Applaus bedachten Rede lautete: „Lassen wir uns nicht von der Angst leiten, sondern beharren wir auf unserer Freiheit.“ Mit dem Blick auf aktuelle Meinungsumfragen des Institutes für Demoskopie in Allensbach, zeigte der ehemalige Leiter der Gedenkstätte im ehemaligen Stasi-Gefängnis Berlin Hohenschönhausen auf, dass bei vielen Bundesbürgern die Sicherheit vor der Freiheit rangiere und viele Menschen 30 Jahre nach der Wiedervereinigung sogar Angst hätten, ihre Meinung zu politischen Themen öffentlich zu äußern. „Es bröckelt heute an vielen Stellen. Unsere Demokratie ist heute leider angefochtener und weniger stabil als …

Ein Leben in zwei Deutschlands

Ihren ganz persönlichen Tag der Deutschen Einheit feiern Martin und Ilonka Fritz nicht am 3. Oktober, sondern am 13. November. Denn am 13. November 1989 erreichten sie mit ihrem Trabi ihre neue Heimatstadt Mülheim, in dem sie heute im Stadtteil Heißen ein Haus mit Garten ihr Eigen nennen.Ihre ersten Tage in Mülheim verbrachten der Mann aus Merseburg an der Saale und die Frau aus dem thüringischen Frankenhain in der Notunterkunft des Technischen Hilfswerkes an der Düsseldorfer Straße. Und bis heute lassen sie dem THW jährlich einmal eine Spende zukommen, um sich für die Hilfsbereitschaft zu bedanken, die sie bei den Mülheimer Katastrophenschützern im deutschen Wendeherbst 1989 als Übersiedler aus der damals noch existierenden DDR erfuhren. „Wir bekamen damals ein eigenes Zimmer beim THW, weil ich hochschwanger war“, erinnert sich Ilonka Fritz. Ihr Sohn Maximilian kam im Januar 1990 als Mülheimer zur Welt.Zu diesem Zeitpunkt hatte das Paar bereits eine eigene Wohnung am Dickswall bezoge…

Musikalischer Zeitzeuge

Den 30. Tag der Deutschen Einheit verbindet der Vorsitzende des 1989 gegründeten Mülheimer Jazzclubs und Bandleader der 1982 gegründeten Ruhr-River-Jazzband, Manfred Mons, mit einer ganz besonderen Erinnerung. Denn am ersten Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 1990, konnten Mons (Trompete) und seine Ruhr-River-Jazzer Fred Raeck (Trompete), Heiner Knoerchen (Klarinette), Claus Dieter Freymann (Benjo), Harry Keilwerth (Bass) und Klaus Förster (Schlagzeug) mit ihren Ost-Berliner Jazzfreunden von der Pappa-Binnes-Jazzband vor tausenden von begeisterten Menschen vor dem damals noch nicht abgerissenen Palast der Republik und auf dem Potsdamer Platz aufspielen."Der aus den USA kommende Jazz ist für mich die Musik der Freiheit", sagt der 1941 geborene Mülheimer Manfred Mons. Da passte es gut, dass sich die 1959 gegründete Ost-Berliner Papa-Binnes-Jazzband und die Mülheimer Ruhr-River-Jazzband die Freiheit nahmen, sich noch während der deutschen Teilung beim Jazzfestival in Dre…

Denk ich an Deutschland

Denk ich an Deutschland, denke ich daran, dass ich hier meine Muttersprache fand. Hier lernte ich schreiben und lesen und konnte entdecken unser gemeinsames soziales und kulturelles Wesen. Hier in unserem Land gibt es so manchen Tand. Doch wir haben Gott sei Dank auch Menschen, die nicht nur an sich selber denken, sondern ihre Zeit und Kraft gerne auch an andere Menschen verschenken, um unsere Geschicke in gute Bahnen zu lenken. Hier gibt es Leute, die nicht nur heulen mit der Meute, die nicht nur sehen das Heute. Sie machen sich auch Sorgen um das Morgen. Wir sind Deutschland und das ist schon allerhand. Wenn wir sehen und verstehen, dass Deutschland nur dann im Glanze seines Glückes von Einigkeit und Recht und Freiheit blüht, wenn jeder sich an seinem Platze für uns alle etwas müht. Dann ist niemand um den Schlaf gebracht, wenn er an unser Land gedacht. Dann können wir uns alle nicht nur heute freuen und brauchen die Zukunft nicht zu scheuen, wenn wir leben und arbeiten Hand in Hand…

Weihnachten geht immer

Als ich jetzt durch den Supermarkt meines Vertrauens ging, überkam mich ein Gefühl wie Weihnachten. Dabei haben wir unbestreitbar erst September und noch nicht Dezember. Doch die Spekulatius, die Christstollen, die Dominosteine und Lebkuchen, die ich in den Auslagen sah, sagten mir etwas anderes. „Die Kunden wollen es“, sagt mir ein Mülheimer Einzelhändler über die offensichtlich verfrühten kulinarischen Weihnachtsgefühle. Also mir bliebe der Dominostein oder der Christstollen im Moment noch im Hals stecken. In einer ohnehin schnelllebigen Zeit fühle ich mich unangenehm unter Druck gesetzt, wenn meinen Geschmacksnerven vorgegaukelt wird, dass wir nicht September, sondern schon Dezember hätten. Doch Weihnachten ist bekanntlich das, was im Kopf passiert. Deshalb mag der mit Dominosteinen, Christstollen und Spekulatiusplätzchen daher kommende vorweihnachtliche Geschmack auf so manches Corona-gebeutelte Nervenkostüm wie ein beruhigender Energiespender wirken, der dem Unterbewusstsein klar…

Wahlkampfendspurt zwischen Tradition & Moderne

„Wir haben hier ein Areal mit einer langen Tradition als Handelsstandort, das wir mit Hilfe der Investoren aus Österreich modern und zukunftsorientiert für die Bürgerschaft weiterentwickeln können“, sagt CDU Oberbürgermeisterkandidat Marc Buchholz am Mittwochnachmittag mit Blick auf das 136.000 Quadratmeter große Tengelmann-Gelände an der Wissollstraße. Das Grundstück wurde vor vier Monaten vom österreichischen Investor Soravia erworben. Zusammen mit Firmenchef Erwin Soravia stellte Buchholz den Speldorfer Campus und das geschichtsträchtige Gebäude, samt der Nachbildung des ersten, 1893 eröffneten, Tengelmann-Ladens, dem NRW-Ministerpräsidenten und CDU-Landesvorsitzenden Armin Laschet bei einem halbstündigen Rundgang vor. Hier solle, so Soravia und Buchholz, ein zukunftsträchtiger Nutzungsmix aus Wohnen, sozialen Dienstleistungen, Beruf und Bildung seinen Platz finden. Ein Teil der insgesamt 79.000 Quadratmeter großen Innenraumfläche wird von der nahegelegenen Hochschule Ruhr-West gen…

Reden wir über Heißen

Wie sah Heißen früher aus. Und warum sieht es heute so aus wie es aussieht. Diese Frage beantwortet eine sehenswerte Foto- und Postkartenausstellung, die jetzt im Heißener Nachbarschaftshaus an der Hingbergstraße 311 eröffnet worden ist. Alte und junge Bürger des östlichen Mülheimer Stadtteils haben sie mit Unterstützung des Stadtarchivars Jens Roepstorff zusammengestellt. Schon bei der Vernissage kamen die Generationen der Alteingesessenen und der Neuzugezogenen über ihren Stadtteil ins Gespräch.Svenja Ester, Heißenerin des Jahrgangs 1977, brachte das Gespräch über den Stadtteil zwischen Gracht und Mühlenfeld, Honigsberg und Hingberg, Marktplatz und Rhein-Ruhr-Zentrum, Hardenbergstraße, Humboldthain  und Heimaterde mit einem Text des Heißener Heimatforschers Heinz Hohensee (1940-2017) in Gang. Da hörte man oder erinnerte sich zum Beispiel an das alte Kino im Bürgerhaus an der Kruppstraße, wo „Grün ist die Heide“ in den 1950er Jahren für 70 Pfennige pro Karte zum Kassenschlager wurde.…

Plakativer Denkanstoß

Wir gehen auf die OB-Stichwahl zu. Wer durch die Stadt geht, sieht die Konterfeis der Kandidaten, die noch im Rennen sind und jener, die bereits abgehängt worden sind und dennoch hängend freundlich vom Laternenmast grüßen. Manche der kommunalpolitischen Köpfe sind ganz oben und zwingen den Passanten zum Aufschauen. Andere Pappkameraden sind genau auf Augenhöhe. Und einige Kandidaten sind offensichtlich schon abgerutscht und ganz unten, so dass man zwangsläufig auf sie hinunterschaut. Wir wissen noch nicht, zu wem wir am kommenden Sonntag als unserem neuen Stadtoberhaupt und Verwaltungschef aufschauen und auf welchen Wahlverlierer wir mitleidig herabschauen werden. Das im Straßenbild sichtbare Auf und Ab der Kandidaten erinnert uns Gewählte und Wähler daran, dass Demokratie nicht nur mit plakativen Parolen von ganz oben oder von ganz unten, sondern nur mit einem aktiven Miteinander mittendrin im Leben und auf Augenhöhe funktionieren kann. Der Wahlkampf mag Mühe machen. Doch die eigentl…

Quo vadis Karneval?

Auch der Karneval wird von der Corona-Pandemie hart getroffen. Der Präsident des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval,Markus Uferkamp, sieht die Zukunft der Fünften Jahreszeit im Gespräch mit der Mülheimer Woche mit Sorge. Er erkennt aber auch Chancen für das Überleben des Brauchtums Karneval.Welche Karnevalsveranstaltungen der kommenden Session mussten Sie absagen?
Markus Uferkamp: Stand heute haben wir noch nichts abgesagt. Aber wir müssen auch realistisch sein. Es wird nur schwer machbar sein, eine Prinzenproklamation oder den Prinzenball im Festsaal der Stadthalle feiern zu können, wenn nach den jetzt geltenden Hygiene- und Abstandsregeln maximal 100 Personen in diesen Saal hinein dürfen. Wir planen aber jetzt schon die Aufstellung des Narrenbaums am Kurt-Schumacher-Platz. Dort können wir nach den jetzt geltenden Hygiene- und Abstandsregeln bis zu 300 Personen problemlos zusammenführen.  Wir überlegen, ob wir nach der Aufstellung des Narrenbaums durch die Innenstadt zum Rathaus…

Ein Denkanstoß

Ihr Grußwort zur Preisverleihung der Bürgerstiftung im Sportpark Styrum nutzte Stiftungsvorstand Bettina Gosten für einen gesellschaftspolitischen Denkanstoß. Bei der Veranstaltung, die engagierte Jugendliche ehrt, sagte Gosten unter anderem:"Klimawandel, weltweit 79 Millionen Flüchtlinge und viele unterschiedliche politische Krisen. Ihr als junge Generation könntet unserer Generation sagen: 'Ihr habt versagt, weil ihr zu oft nach dem Motto gehandelt habt: Es wird schon gut gehen und was geht mich das an?' Heute sind unsere Probleme nicht mehr zu übersehen. Doch ihr seid engagiert, klug und ideenreich. Ihr habt das Zeug dazu, Teil einer Bürgergesellschaft zu sein, die uns voranbringt. Leider erleben wir zurzeit in der Öffentlichkeit und in den Sozialen Medien eine Verrohung der Diskussionskultur. Viel zu viele Menschen sagen: 'Bist du nicht auf meiner Seite, mache ich dich mundtot.' So wird unser Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zerstört, in dem kritische Sti…

Die Mischung macht’s

Er sei in der jetzigen Krise froh, dass mit der Physikerin Angela Merkel und dem Arzt Helge Braun im Bundeskanzleramt zwei Naturwissenschaftler das Sagen hätten, weil sie einen besseren Einblick in die mit der Corona-Krise verbundenen Zusammenhänge hätten als ein Politologe.So sagte es der Unternehmensvorstand und Preisstifter Bernd Jotzo in seiner Laudatio auf die nominierten und Preisträger das von der Bürgerstiftung vergebenen Preises für besondere Nachwuchs-Leistungen in den Naturwissenschaften.
Natürlich erwartet man von einem naturwissenschaftlichen Preisstifter das Hohe Lied auf die Naturwissenschaften. Doch sind Naturwissenschaftler, ob ihrer Profession, automatisch die besseren Politiker. Der syrische Augenarzt und Diktator Assad lässt mich daran ebenso zweifeln wie die Physiker, denen wir die Atombombe zu verdanken haben oder die in der NS-Zeit schrecklich dienstbaren Ärzte und Naturwissenschaftler.Unser Land ist Gott sei Dank auch nicht untergegangen, als es von den Juristen…

Ausgezeichneter Nachwuchs

Unter dem Eindruck der Corona-Krise schauen viele Menschen ängstlich in die Zukunft. Was soll aus unserer Stadt und aus unserem Land werden? Da kam die Preisverleihung der Bürgerstiftung gerade richtig. Sie nominierte 24 Jugendliche für ihre Preise, die herausragendes Engagement in den Bereichen Zivilcourage, Soziales Engagement, Natur- und Geisteswissenschaften würdigen. Am Ende konnten sich fünf junge Mülheimer über ein Preisgeld von 3000 Euro freuen.Mit Rücksicht auf Corona-bedingten Abstands- und Hygieneregeln fand die 15. Preisverleihung der Bürgerstiftung nicht im Haus der Wirtschaft, sondern in der luftigen Tengelmann-Arena des neuen Styrumer Sportparks statt.In ihrer Begrüßung würdigte Stiftungsvorstand Bettina Gosten die Nominierten und Preisträger. "Ihr seid engagiert, ideenreich und klug. Ihr seid willens und in der Lage, ein aktiver Teil einer Bürgergesellschaft zu sein, die uns voranbringt. Deshalb bringt euch ein und kämpft um eure Ziele."Vielseitiges Engageme…