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Es werden Posts vom Juli, 2020 angezeigt.

Auf den Spuren der NS-Zeit

Warum schreibt eine junge Mülheimerin ein Buch über die Mülheimer Stadtverwaltung im Nationalsozialismus und warum lohnt sich dessen Lektüre? Ein Gespräch mit der Autorin und Verwaltungsmitarbeiterin Kyra Sontacki.Wie kamen Sie zum Thema Ihres jetzt im Tectum-Verlag erschienen und für 26 Euro im Handel erhältlichen Buches?Sontacki: Während meines Studiums habe ich im Rahmen Im Rahmen des Projekts „Spurensuche – die Stadtverwaltung Düsseldorf im Nationalsozialismus“ Personalakten aus der Zeit des Nationalsozialismus ausgewertet. Das hat mich für das Thema Stadtverwaltung im Nationalsozialismus sensibilisiert und interessiert. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, meine Bachelorarbeit über die Stadtverwaltung im Mülheim des Nationalsozialismus zu schreiben. Der betreuende Professor Dr. Stefan Piasecki ermutigte mich anschließend, die Arbeit zu veröffentlichen und knüpfte Kontakte zum Verlag.
Auf welche Quellen konnten Sie zurückgreifen?Sontacki: Mit Hilfe der Mitarbeiter des Stadtarch…

Vergessen wir die Freude nicht

Es gibt Menschen, die uns gerade in diesen schwierigen Zeiten Mut machen. Einer von ihnen ist Mülheims Ex-Karnevalsprinz Dennis Weiler. Obwohl er als selbstständiger Veranstaltungsmanager in der Corona-Krise auch nichts zu lachen hat, sagte er mir gestern in einem Telefongespräch: „Ich heule nicht herum. Ich kämpfe lieber. Und meine Berufung auf dieser Erde ist es, Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.“ Das macht er nicht nur mit seiner Online-Schlagerparty, die am kommenden Samstag, 4. April ab 21 Uhr, unter:www.livestreamschlagerparty.deauf dem Video-Kanal Youtube in ihre zweite Runde geht. 7400 Zuschauer feierten bei der Premiere mit. Immerhin 620 Fans der Frohen Botschaft schaltete sich beim Online -Gottesdienst, den der fröhliche Power-Protestant mit närrischer Vergangenheit für die katholische Gemeinde St. Engelbert realisierte. So macht Ökumene Spaß und findet zurecht Anklang. „Da sind wir dabei. Das ist prima“, nicht nur zur Fünften Jahreszeit. Fortsetzung folgt am komm…

Die richtige Tonart

Mutter ist seit kurzem ein Fan der italienischen Polizei. Was sie begeisterte, war ein Fernsehbericht über drei musikalische Carabinieri, die bei Ihren Streifenfahrten ihren in ihren Wohnungen eingeschlossenen Landsleuten regelmäßig ein Ständchen bringen. Normalerweise muss die Polizei von Amts wegen ihren Mitbürgern den Marsch blasen, etwa, wenn sie in diesen Corona-Zeiten den notwendigen Sicherheitsabstand nicht einhalten. Aber nicht nur im Land des Belcanto hat man erkannt, dass mit Musik alles leichter ist, auch das Ertragen der Corona-Krise. So hat man sich im Pflegeheim Franziskushaus zuletzt einen Schlagersänger eingeladen. Der machte den Garten des Altenheims am Leinpfad zur Bühne und die rückwärtigen Fenster des Franziskushauses zur Konzertgalerie. Auf der lustwandelten die dort im erzwungenen Hausarrest lebenden Senioren durch die schönsten Zeiten ihres Lebens, in dem sie noch einmal die rote Sonne bei Capri versinken sahen oder die roten Lippen vor Augen hatten, die man küs…

Tierische Lebensretter

Hausnotruf und Rettungsdienst. Damit verbinden viele Mülheimer das Deutsche Rote Kreuz. Doch das der Kreisverband seit 2014 auch eine Rettungshundestaffel in seinen Reihen hat, wissen nur wenige. „Wir haben mit einem Rettungshund und einem Hundeführer begonnen. Inzwischen haben wir sieben Teams im Einsatz und neun weitere Teams in der Ausbildung. Damit gehören wir schon zu den größeren Rettungshundestaffeln im DRK-Landesverband Nordrhein“, schildert Staffelleiter Danny Prinz die Entwicklung.
Wie seine Kolleginnen und Kollegen investiert der 30-jährige Mitarbeiter einer Werksfeuerwehr, der auch schon in der Flüchtlingsbetreuung des Deutschen Roten Kreuzes aktiv war, mehrere 100 Stunden in sein Ehrenamt. „Wir fühlen uns beim Deutschen Roten Kreuz wie in einer großen Familie gut aufgehoben. Wir arbeiten gerne mit Tieren. Wir wollen aber auch Menschen helfen und eine hoch sinnvolle Arbeit leisten, die Menschenleben rettet“, beschreibt Prinz die Motivation, die das Team der Rettungshundes…

Verbündete gesucht

Der Polizei-Mord an dem 46-jährigen Afroamerikaner George Floyd in Minneapolis hat auch hierzulande die Diskussion darüber befördert, wie rassistisch unsere Gesellschaft ist und was man gegen Rassismus tun kann und muss. Dass in Mülheim Menschen aus 140 Nationen zusammenleben, unterstreicht die lokale Relevanz und die strategische Bedeutung des Themas, zu dem die im Senegal geborene Mülheimerin Gilberte Raymonde Driesen uns viel zu sagen hat.
Wie und wo erleben Sie im Alltag Rassismus? Gilberte Raymonde Driesen: Überall. Zum Beispiel, wenn mir jemand sagt: ‚Sie sprechen aber gut Deutsch, dafür, dass Sie eine Schwarze sind‘ oder darüber staunt, dass ich als schwarze Frau eine akademische Ausbildung absolviert habe. Nicht nur ich erlebe Rassismus, wenn ich als Schwarze bei Bewerbungen, trotz gleicher Qualifikation, schneller aussortiert werde als weiße Bewerber. Ich erlebe Rassismus, wenn meine Kinder in der Schule als Neger bezeichnet werden und Lehrer das als harmlose Kinderspielerei ab…

Therapeutischer Imbiss

„Warum liefern Sie eigentlich nicht ins Haus?“ fragt ein alteingesessener Mülheimer den alteingesessenen Imbissstubenbetreiber seines Vertrauens, während der ihm Hähnchen und Pommes für den Heimweg einpackt. „Weil ich an Ihre Gesundheit denke“, lautet die den Stammkunden verblüffende Antwort des Imbiss-Gastronomen. Der erkennt die Irritation seines Stammkunden und lässt ihn darum wissen: „Wenn Sie einen Spaziergang durch die frische Luft machen müssen, ehe Sie ihr Mittags- oder Abendmenü genießen können, sorgen Bewegung und Sauerstoff dafür, dass Ihnen das Essen besser schmeckt, besser bekommt und besser verdaut werden kann.“ Und weil der Imbissstubenbesitzer einmal in Fahrt ist und gute Laune hat, gibt er seinem Stammkunden einen Apfel als gesunden Nachtisch mit auf den Heimweg. Der unverhofft mit Vitaminen und Ernährungstipps konfrontierte Imbiss-Kunde bedankt sich staunend und lässt den Gastronomen wissen: „An Ihnen ist ein guter Hausarzt verloren gegangen.“

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Mölmsche Herberge

Bisher kannte ich nur Designer-Uhren und Mode-Designer. Doch jetzt erweiterte unsere Zeitung meinen Horizont, indem sie über ein geplantes Designerhotel an der unteren Schloßstraße berichtete. Das soll sich, wie man lesen konnte, an das Ortsbild anpassen. So mancher Mülheimer fragt sich angesichts von Leerständen und marodem Straßenpflaster, ob das eine Verheißung oder eine Drohung ist.
Das neue im alten Hotel erinnert uns daran, dass das schönste Hotel nur dann zur gastlichen Herberge werden kann, wenn das Umfeld und der Ausblick aus dem Fenster stimmen. Bevor die ersten Gäste im neuen Designerhotel an der Schloßstraße einchecken, muss sich erstmal das Design der Innenstadt ändern, damit die Gäste nicht nur ins Hotel kommen, sondern gerne auch auf die Straße gehen, um dort den ein oder anderen Euro in den Mülheimer Wirtschaftskreislauf einzuspeisen. Denn nur eine einladende Innenstadt bringt auch zahlende Gäste und Besucher auf den Geschmack und damit in die Hotels, Gaststätten und …