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Es werden Posts vom November, 2012 angezeigt.

So gesehen: O Tannenbaum, o Tannenbaum

O Tannenbau, o Tannenbaum. Dein Kleid will mich was lehren.“ An diese weihnachtlichen Liedzeilen musste ich denken, als ich gestern über die Schloßstraße ging und plötzlich einen 13 Meter hohen Weihnachtsbaum mit Lichtern, Kugeln und kleinen Paketen vor mir sah.


Wir müssen der Tatsache ins Auge sehen: Der Weihnachtsmarkt auf der Schloßstraße steht vor der Tür und mit ihm der Advent. Dabei ist sicher nicht nur mir noch gar nicht weihnachtlich zu Mute, vor allem, wenn ich in unserer Zeitung dauernd über steigende Gebühren, Preise und Steuern lesen muss.

Wenn alles steigt, nur nicht so schnell wie das Einkommen, dann möchte man nicht nur zur Weihnachtszeit am liebsten auf die Palme gehen. Doch die sind ja hier eher selten. Doch wer weiß, wofür es gut ist: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen sie ihren Arzt und Apotheker. Mensch, ärgere dich nicht. Da beruhigt der besinnliche Ausblick auf den schön geschmückten und allen düsteren Finanzprognosen zum Trotz sogar wieder festlich beleuchtete…

So gesehen: Heute beginnt der Weihnachtsmarkt auf der Schloßstraße oder: Kinder, heute wird's was geben

Schreib doch mal eine Tagesbetrachtung zum Montag, aber bitte nichts Pastorales, sagt mir mein Kollege. Na dann. In Gottes Namen Amen. Ich spitze meine Feder und denke darüber nach, was uns dieser heutige Montag wohl bringen mag. Da kommt mir eine Erleuchtung. Natürlich. Kinder, heute wird’s was geben, nämlich den Weihnachtsmarkt. auf der Schloßstraße. Na, wenn das kein Lichtblick ist. 50 000 Leuchten in der City. Wann gibt es das schon, wenn nicht zur Weihnachtsmarktzeit. Baum und Buden stehen ja schon und das nicht nur auf der Schloßstraße, sondern auch auf dem Adventsmarkt in der Altstadt. Mal geht es rund auf dem Karussell, wie im richtigen Leben, nur etwas gediegener und langsamer. Und mal gibt es Bier, Glühwein und Würstchen oder da und dort echte Handarbeit für feinsinnige Weihnachtsmarkttraditionalisten. Die regen sich ja gerne über vermeintliche Fressbuden auf und die profanen Weihnachtsmarktbesucher, denen es nur um die Wurst geht. Doch wenn sich die bildungsbürgerlichen Bed…

In Mülheim will man die Pflege mit einem kommunalen Prüfdienst und mit einer moralischen Selbstverpflichtung menschlicher machen

Sozialamt, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige und Krankenkassen wollen im Rahmen der Dialogoffensive Pflege, die sich aus der kommunalen Pflegekonferenz heraus gebildet hat, die Pflege in Mülheim menschenwürdiger machen. Der beim Sozialamt für die kommunale Sozialplanung zuständige Jörg Marx stellte gestern im Seniorenbeirat eine Mülheimer Erklärung vor. Diese bekennt sich ausgehend von der grundgesetzlich geschützten Menschenwürde zum Recht der Pflegebedürftigen auf selbstbestimmtes Leben sowie eine angst- und stressfreie Pflege, zur Anerkennung und Entlastung pflegender Angehöriger sowie zu besseren Arbeitsbedingungen für hauptamtliche Pflegekräfte.


Die Mülheimer Erklärung soll schrittweise in Vereinen, Verbänden und Gremien diskutiert und einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und anschließend zur selbstverpflichtenden Unterschrift öffentlich ausgelegt werden. Die Autoren der Erklärung Anke Klein (Seniorenbeirat), Jörg Marx, Saskia a…

In Memoriam Hans Fischer: Ein Nachruf auf den Vorsitzenden des Mülheimer Geschichtsvereins

Wer etwas über die Stadtgeschichte erfahren will, begegnet immer wieder dem Namen Hans Fischer. Als langjähriger Vorsitzender des Geschichtsvereins hat der pensionierte Pädagoge und promovierte Germanist Bücher und Aufsätze zu zahlreichen Themen der Mülheimer Vergangenheit veröffentlicht, ob zum Kloster Saarn, über Gerhard Tersteegen oder über den Stadtteil Styrum, in dem er am 2. Dezember 1931 als Sohn eines Buchhalters das Licht der Welt erblickte. 1952 machte er am heutigen Karl-Ziegler-Gymnasium sein Abitur, studierte anschließend in Köln Germanistik und Latein und begann dann seine Lehrtätigkeit am Gymnasium Broich.


Bis zuletzt hat sich Fischer auch im Styrumer Geschichtsgesprächskreis engagiert, der sich freitags in der Feldmannstiftung trifft und seit 2001 vier Bände zur Stadtteilgeschichte herausgegeben hat. Jetzt ist Fischer, der später mit seiner Familie in Saarn lebte, nach langer und schwerer Krankheit gestorben. „Nur wer weiß, wo er her kommt, weiß auch, wo er hin will,“ …

Wie heilsam kann die Heilige Schrift sein? Ein Seminar des Katholischen Bildungswerkes betrachtet den medizinischen Fortschritt aus biblischer Sicht

Wir werden immer älter, statistisch gesehen. Der medizinische Fortschritt macht es möglich. Doch was macht unseren Leib und unsere Seele wirklich gesund und heil? Die an der Ruhruniversität Bochum lehrende und forschende Theologin und Bibelwissenschaftlerin Dr. Esther Brünenberg-Bußwolder (36) wird am 24. November in einem Tagesseminar des Katholischen Bildungswerkes Mülheim den Medizinischen Fortschritt aus biblischer Sicht beleuchten und diskutieren. Im Vorfeld sprach das Ruhrwort mit ihr darüber, was man als moderner Mensch im Zeitalter des oft als zweischneidig empfundenen medizinischen Fortschritts aus den Heils- und Heilungsgeschichten der Bibel lernen kann.


Wen und was wollen Sie mit ihrem Tageseminar über den medizinischen Fortschritt aus biblischer Sicht erreichen?

Diese spirituelle Dimension eröffnen die biblischen Texte sehr stark.
Sie vermag mehr als ein Denkanstoß in eigener wie miterlebter Krankheit zu sein.

Was faziniert Sie selbst als Theologin an diesem Thema?

In glü…

Der Arbeitskreis Behinderter und Nichtbehinderter AKKB zeigt seit 40 Jahren mit seiner Arbeit, wie Integartion im Alltag funktionieren kann

Mülheim. Jesus erklärt einem Schriftgelehrten, dass Gottes- und Nächstenliebe als die wichtigsten Gebote zwei Seiten der selben Medaille sind und nicht ohne einander funktionieren. Das Sonntagsevangelium nach Markus ist wie geschaffen für den Tag, an dem der AKKB in der Saarner Klosterkirche St. Mariae Himmelfahrt und dem nahegelegenen Treffpunkt für Behinderte und Nichtbehinderte seinen 40. Geburtstag feiert. 1972 als Arbeitskreis für Körperbehinderte gegründet, steht AKKB heute für Arbeitskreis Behinderter und Nichtbehinderter.

Der Name hat sich geändert. Das Anliegen ist geblieben. Menschen mit und ohne Behinderung gestalten gemeinsam ihre Freizeit, lernen sich kennen und bauen dabei Vorurteile oder Berührungsängste ab. Man unternimmt Ausflüge, kocht und spielt zusammen, geht zum Kegeln, ins Kino oder in die Kneipe. „Inklusion ist ein neues Wort, das meint, das Menschen mit und ohne Behinderung zusammengehören und gemeinsam an einem Strick ziehen müssen. Sie leben dieses Prinzip de…

Was uns die Sportjournalistin und Autorin Evi Simeoni mit ihrem Roman "Schlagmann" über das zu sagen hat, was in unserer Gesellschaft aus dem Ruder läuft

Ein Tabu ist es nicht, viele Worte werden aber um Magersucht auch nicht gemacht. Evi Simeoni macht das anders. Ihr Roman „Schlagmann“ (siehe Kasten), den sie am 14. November in Saarn vorstellt hat, zeigt am Beispiel eines Hochleistungsruderers, der sich mit seiner Magersucht ums Leben bringt, wie leicht das Leben aus dem Ruder laufen kann. Dabei sieht sie den Leistungssport „nur als Essenz und Bild“ für eine zunehmend „gefährliche Grenzüberschreitung seelischer und körperlicher Belastungsgrenzen und einer Selbstinstrumentalisierung, die die Betroffenen von ihren eigenen Gefühlen abschneidet.“ Das, sagt Simeoni, kann man auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen finden. Auch in Mülheim.


Die Diplom-Psychologin und Therapeutin Ulrike Weihrauch, die bei der Fachstelle für Suchtvorbeugung Ginko an der Kaiserstraße 90 magersüchtige Jugendliche und junge Erwachsene und deren Angehörige berät und begleitet, bestätigt, dass sich der Trend zur Magersucht in den letzten Jahren verschärft hat.…

Eine Stadt geht baden: Auch 100 Jahre nach seiner Eröffnung und 14 Jahre nach seiner Schließung hat uns die Geschichte des alten Stadtbades noch viel zu sagen

Vor 100 Jahren gingen die Mülheimer zum ersten Mal im Stadtbad baden. Nicht, dass sie nicht schon früher baden gegangen wären, dann aber meistens privat oder direkt in der Ruhr. Damals stand der Stadt das Wasser noch nicht bis zum Hals. Eine Geldspritze der Gebrüder Thyssen und der Sparkasse machten den Badespaß im neuen Stadtbad an der Ruhr möglich. Hier lernten Generationen, sich abzustrampeln und über Wasser zu halten, auch in Zeiten, in denen manches den Bach herunterging.

Inzwischen will die Stadt das Süd- und Nordbad sowie das Schwimmbecken der Schule an der Rembergstraße ab 2013 Sportvereinen übergeben, um sich finanziell zu entlasten, während das Friedrich-Wennmann-Bad in heißen allein der Öffentlichkeit vorbehalten bleiben soll. Weil die Stadt auch schon 1998 finanziell ins Schwimmen kam, gab sie den Badebetrieb im inzwischen alten Stadtbad auf.

Dass bedeutet natürlich nicht, dass man heute und gerade in diesen Sommertagen, in Mülheim nicht baden gehen könnte, wenn man es den…

So gesehen: Wie das harte Brot der frühen Jahre die Phantasie anregte und die Dankbarkeit für unser tägliches Brot gefördert hat

Wenn Erwin Hollman heute seinen 70. Geburtstag feiert, wird er das natürlich mit einigen Leckerbissen tun. Als jemand, der im Zweiten Weltkrieg geboren wurde, kennt der pensionierte Druckermeister, den viele noch als Stadtprinz aus der Session 1999/2000 oder als CDU-Kommunalpolitiker und Mitgründer der Interessengemeinschaft Styrumer Geschäftsleute kennen, auch noch Zeiten, als hierzulande Schmalhans Küchenmeister war.

„Ich möchte ein Butterbrot haben. Es darf auch ein trockenes sein“, bat er als Knirps in den Nachkriegsjahren seine Mutter und erinnert sich daran, dass sein Vater Karl zum Hamstern nach Westfalen fuhr. Dass das tägliche Brot keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt ihm auch ein kleines Kochbuch mit rund 150 Rezepten von Königsberger Klopsen über Bohneneintopf mit Hering bis zur Mailänder Torte. Das besondere an dem Kochbuch, das Karl Hollmann während der Kriegsgefangenschaft 1945/46 mit Kopierstift fein säuberlich auf Toilettenpapier schrieb, ist die Tatsache, dass es e…

So gesehen: Was uns ein Friedhof über das Leben zu sagen hat: Ein Denkanstoß zum 200. Geburtstag des Altstadtfriedhofs

Heute ist Montag und damit der erste Werktag der Woche. Sicher haben wir wieder viel zu tun und wenig Zeit. Da macht es Sinn, vielleicht an einem Ort, wie dem heute auf den Tag genau vor 200 Jahren eingeweihten Altstadtfriedhof vorbeizuschauen, wo die Zeit keine Rolle mehr spielt.


Hier kann man bekannte Namen aus der Mülheimer Wirtschaft und Politik auf den Grabsteinen lesen: Unternehmernamen wie Thyssen, Stinnes, Troost oder Coupienne grüßen ebenso stumm wie längst verblichene Bürgermeister wie Obertüschen, Vorster, Weuste oder von Bock und Polach, die man heute, wenn überhaupt, nur noch aus Geschichtsbüchern kennt.

Zu ihren Lebzeiten hielt man sie für unersetzlich, hatten sie immer wieder viel zu tun und wenig Zeit. Heute weiß man, dass sich die Welt auch ohne sie weitergedreht hat. Was für die bekannten, unbekannten oder vergessenen Zeitgenossen von Anno Dazumal galt, sollte uns mit Blick auf ihre Grabsteine im Herzen unsrer Stadt dazu erziehen, den Tag und die Stunde zu nutzen. De…

Am Anfang war das Wort und dann kam das Buch: Ein Bericht vom 50. Diözesantag der Katholischen Öffentlichen Büchereien in der Wolfsburg

„Lassen Sie sich heute feiern“, fordert Gunda Ostermann vom Boromäusverein die rund 160 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen auf, die den Weg in die Wolfsburg gefunden haben. In der katholischen Akademie hat Vera Steinkamp vom Medienforum des Bistums zum 50. Diözesantag der Katholischen Öffentlichen Büchereien (KÖB) geladen. Die Geschäftsführerin des Boromäusvereins feiert die rund 150 KÖBs und ihren rund 1000 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen als „Orte uns Akteure der sozialen Kommunikation, der Lebensbegleitung und des gelebten Glaubens“, die mit ihrer Beratung, Begegnung und dem Bereitstellen von insgesamt rund 530.000 Medien „einen Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit leisten.“ Gebhard Fürst, Bischof von Rottenburg-Stuttgart, der die Publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz leitet räumt mit Blick auf das ehrenamtliche Engagement der überwiegend weiblichen KÖB-Kräfte ein, „dass Ihre Arbeit zu oft im Schatten steht.“ Das stehe im krassen Gegensatz zu deren Bedeutung. „Den…

Wie transparent müssen unsere Politiker sein? Eine Mülheimer Umschau mit Blick auf die Kontroverse über die Rednerhonorare für SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück

Gestern hat SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück in Berlin seine Nebeneinkünfte als gut dotierter Redner offen gelegt. Die rot-grüne Landtagsmehrheit strebt eine Regelung an, wonach die Abgeordneten ihre Nebeneinkünfte vom ersten Euro an öffentlich machen sollen. Und die schwarz-gelbe Bundestagsmehrheit will die bisherige Veröffentlichungspflicht von Nebeneinkünften neu staffeln. Statt in drei Stufen bis maximal 7000 Euro sollen die Bundestagsabgeordneten ihre Nebeneinkünfte künftig in zehn Stufen bis maximal 250?000 Euro angeben.


Ein Blick in das Allgemeine Rats- und Informationssystem Allrisnet, das auf der städtischen Internetseite www.muelheim-ruhr.de zu finden ist, zeigt: Auch Stadtverordnete und Bezirksvertreter geben dort zwar in der Regel ihre Berufe und ihre Aufwandsentschädigungen für ihre Mandatstätigkeit an. Doch diese Angaben sind freiwillig und Angaben über Nebeneinkünfte, die etwas über Interessen und Abhängigkeiten aussagen könnten, fehlen.

Auch Aufsichtsratsmandate we…

Tradition mit Zukunft oder Auslaufmodell? Ein Mülheimer Marktbummel

Mittwochs ist Markttag in Saarn. Wer aus der Innenstadt dort hinfährt, kommt zwangsläufig an diversen Discount- und Supermärkten vorbei, ehe er in die Düsseldorfer Straße einbiegt und dann linkerhand auf den mit 13 Markthändler besetzten Pastor-Luhr stößt. Das Bild hat Symbolkraft und wirft die Frage auf: Haben traditionelle Wochenmärkte, wie es sie (siehe Kasten) in Stadtmitte, Heißen und Saarn noch gibt, eine Zukunft in Zeiten, in denen Geiz geil sein soll oder auch aus der Not geboren wird?


Für die NRZ sprach ich darüber mit Markthändlern und ihren Kunden.

Wenn es nach der Saarnerin Heike Brandt geht, hat der Wochenmarkt ihres Stadtteils auf jeden Fall Zukunft. „Das ist eine feste Institution. Das hat Flair und man bekommt hier alles was man braucht“, sagt die Stammkundin. Sie verpasst keinen Markttag, weil sie hier vor allem beim Obst- und Gemüseeinkauf den Eindruck hat, „dass ich hier heimische und frische Produkte bekomme, bei denen ich ein besseres Gefühl habe, wenn ich die mei…

Barack Obama oder Mitt Romney: Heute wird in den USA gewählt: Ein Blick in die Geschichte der amerikanischen Präsidentschaftswahlen

Um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, muss man in möglichst vielen bevölkerungsreichen Bundesstaates gewinnen. Denn ins Weiße Haus zieht nicht immer ein, wer die Mehrheit der Stimmen gewonnen hat. Nur wer die Mehrheit in einem Bundesstaat erringt, wird auch von dessen Wahlmännern gewählt.


Wie wird der Präsident der USA gewählt? Das ist für Europäer schwer zu erklären und zu verstehen. Denn ins Weiße Haus zieht nicht immer, ein, wer die Mehrheit der Stimmen gewonnen hat. Die Demokraten Andrew Jackson (1824), Samuel Tilden (1876) und Al Gore (2000) verloren die Präsidentschaftswahlen , obwohl sie mehr Stimmen als ihre Gegenkandidaten gewonnen hatten.

Das hat mit dem indirekten Wahlsystem der USA zu tun. Denn um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden, muss man in möglichst vielen bevölkerungsreichen Bundesstaaten gewinnen. Nur wer die Mehrheit in einem Bundesstaat erringt, wird auch von dessen Wahlmännern gewählt. Im Jahr 2000 gewann der Republikaner George W. Bush junior …

So gesehen: Wie Allround-Entertainer Helge Schneider die Innenstadt erleuchtet

Es gibt noch Lichtblicke in der Innenstadt. Das bemerkte ich ausgerechnet an Allerheiligen, als ich durch die ansonsten herbstlich trist wirkende Innenstadt schlenderte. Ein geradezu überirdisch helles Licht erleuchtete den Kohlenkamp am Stadtcafè Sander. Eine himmlische Erscheinung oder gar eine Erleuchtung, auf die wir schon so lange in der Mülheimer Innenstadt warten?


Mitnichten. Bei genauerem Hinsehen und Nachfragen zeigte sich das himmlische Licht als ganz irdische Ausleuchtung einer Szene für den neuen Film von Helge Schneider.

Ein Hauch von Hollywood bei Café Sander. Das passt ja zu dem Allroundentertainer, der sich selbst als „singende Herrentorte“ bezeichnet und es offensichtlich auch jenseits seiner unbestrittenen musikalischen Naturbegabung immer wieder schafft, den größten Nonsens zu Geld zu machen, weil es genug Zuhörer, Zuschauer und unterhaltungswillige Konsumenten gibt, denen 00-Schneiders Show-Mix aus Herrentorte, Käsebrot und Katzenklo immer wieder so schmeckt, dass …

Wie geht es an der Bruchstraße weiter? Die Handwerkerschule in Eppinghofen braucht jetzt vor allem eines: Handwerker

Im April schien alles klar. Das Bündnis für Bildung hatte den Bürgerentscheid für den Erhalt des Schulstandortes an der Bruchstraße mit 63:37 Prozent der abgegebenen Stimmen gewonnen. Lehrer, Schüler und Eltern sollten und konnten weitermachen und haben ihre Schule inzwischen zur Handwerkerschule weiterentwickelt. Doch das Geld für überfällige Reparaturarbeiten am Schulgebäude konnte bisher doch nicht fließen.


Denn wie Schuldezernent Ulrich Ernst den betroffenen Schülern im Bildungsausschuss mitteilte, hat die Stadt aufgrund des Schwebezustandes für den Standort und seine Generalüberholung keine Mittel in den laufenden Haushalt eingestellt. Das hat Stadtkämmerer Uwe Bonan jetzt nachgeholt. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt muss die Politik entscheiden“, sagt er mit Blick auf die 8,6 Millionen Euro, die die Verwaltung für die kommenden Jahre 2013, 2014 und 2015 in den Haushalt eingestellt hat.

Während die SPD erst gestern in einer Pressemitteilung den Chef des städtischen I…

So gesehen: Was uns der Monat November fürs Leben lehrt

Am 1. November war Allerheiligen, ein Tag, an dem viele Menschen ihrer Verstorbenen gedenken. Am 11.11. erwacht mit dem Hoppeditz die Narretei des Karnevals, der uns in einem Schlager verspricht: „Wir kommen alle in den Himmel, weil wir so brav sind.“

Und ausgerechnet am Feiertag des Frohsinns werden 18 engagierte Christen aus verschiedenen Mülheimer Gemeinden um 16 Uhr in der Saarner Christuskirche mit einer szenischen Lesung an den Schriftsteller Jochen Klepper erinnern, den die Nazis vor 70 Jahren mit seiner jüdischen Frau und seiner Tochter in den Tod getrieben haben und damit zeigten, was Menschen Menschen antun können. Wie unmenschlich Menschen sein können, mahnt auch der Volkstrauertag, der ebenso wie der Totensonntag im November auf uns wartet. Totengedenken, Trauer und Frohsinn, ganz nah beieinander.

Der heute beginnende November hat es in sich und ist so gegensätzlich wie unser Leben, das im Rückblick verstanden, aber im Hier und Jetzt gelebt werden will, mal ernst, mal heit…

Was dem Friedhofsgärtner und Karnevalisten Lothar Schwarze zu Allerheiligen einfällt

„An Sonn-- und Feiertagen würde ich normalerweise zu Hause bleiben und mit meiner Frau und meiner Tochter etwas unternehmen“, sagt Lothar Schwarze. Heute ist ein Feiertag. Dennoch wird der 51-Jährige heute zu seinem Arbeitsplatz gehen, dem evangelischen Friedhof am Saarner Auberg. „Eigentlich gedenken wir Protestanten ja gar nicht am heutigen Allerheiligentag, sondern am Totensonntag unserer Verstorbenen. Aber das nehmen die Leute heute nicht mehr so genau und deshalb werden auch heute dreimal mehr Menschen unseren Friedhof besuchen, als an normalen Tagen“, erzählt der 51-jährige Friedhofsgärtner der Kirchengemeinde Broich-Saarn. „Es stehen mehr Lichter auf den Gräbern und die Abfallkörbe sind voller als sonst“, schildert er die äußeren Anzeichen von Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag. „Leider besuchen nicht nur Engel den Friedhof. Manchmal muss man auch den Abfall wegräumen, den Leute aus Faulheit und Bequemlichkeit nicht in den dafür vorgesehenen Behältern, sondern drei …