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In Mülheim will man die Pflege mit einem kommunalen Prüfdienst und mit einer moralischen Selbstverpflichtung menschlicher machen

Sozialamt, stationäre Pflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, pflegende Angehörige und Krankenkassen wollen im Rahmen der Dialogoffensive Pflege, die sich aus der kommunalen Pflegekonferenz heraus gebildet hat, die Pflege in Mülheim menschenwürdiger machen. Der beim Sozialamt für die kommunale Sozialplanung zuständige Jörg Marx stellte gestern im Seniorenbeirat eine Mülheimer Erklärung vor. Diese bekennt sich ausgehend von der grundgesetzlich geschützten Menschenwürde zum Recht der Pflegebedürftigen auf selbstbestimmtes Leben sowie eine angst- und stressfreie Pflege, zur Anerkennung und Entlastung pflegender Angehöriger sowie zu besseren Arbeitsbedingungen für hauptamtliche Pflegekräfte.


Die Mülheimer Erklärung soll schrittweise in Vereinen, Verbänden und Gremien diskutiert und einer breiten Öffentlichkeit bekannt gemacht und anschließend zur selbstverpflichtenden Unterschrift öffentlich ausgelegt werden. Die Autoren der Erklärung Anke Klein (Seniorenbeirat), Jörg Marx, Saskia auf der Heiden (Sozialamt), Oskar Dierbach (Altenheim Ruhrgarten) und Martin Behmenburg (Pflegedienst) wollen mit der Erklärung, wie Marx sagte, „eine humanitäre Bürgerbewegung für eine gute Pflege“ in Gang setzen.

Diesem Ziel soll auch der Antrag für einen kommunalen Prüfdienst der Pflegedienste und Pflegeheime dienen. Er soll als Modellprojekt finanziert werden. Der Dienst soll, laut Marx, „nicht nur die Pflegedokumentation, sondern die konkrete Pflege am Bett prüfen und darüber hinaus die überprüften Pflegedienste und -einrichtungen auch beraten, wie ihre Pflege verbessert werden könnte.“ Der Sozialplaner schätzt die Kosten, die die Einrichtung einer entsprechenden Stelle mit sich bringen würde, auf etwa 100.000 Euro pro Jahr. Das NRW-Gesundheitsministerium und die für die Akkreditierung der Prüfdienste zuständige Knappschaft haben bereits wohlwollendes Interesse signalisiert.  

Dieser Text erschien am 20. November 2012 in der NEUEN RUHR ZEITUNG 

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