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Es werden Posts vom 2010 angezeigt.

Nicht nur zur Weihnachtszeit will man an der Hauptschule Dümpten die Jugendlichen fördern statt sie zu frustieren

An der Gemeinschaftshauptschule Dümpten ist man schon vor dem 24. Dezember weihnachtlich gestimmt. Gestern verwandelten Schüler und Lehrer aus den Klassen 5 bis 7 das Treppenhaus ihrer Schule in einen Konzertsaal. Mit erstaunlichem Elan schmetterten die Jugendlichen klassische und moderne Weihnachtslieder von „Schneeflökchen Weißröckchen“ bis zur „Weihnachtsbäckerei“ mit so mancher Lecker- und Kleckerei. Musikalisch begleitet wurden sie dabei von ihren Lehrerinnen Iris Plockartz (Klavier), Margret Wartmann (Geige) und Volker Isbruch (Gitarre).

„Singen ist meine Leidenschaft. Mir macht es Freude, immer wieder neue Lieder kennen zu lernen. Und man geht irgendwie beschwingt in den Unterricht, wenn man gesungen hat“, erklärte Lara Derksen aus der 5b nach dem kleinen Konzert, das durch einen Gedichtvortrag der „Tannenflüsterer“ aus der siebten Klasse literarisch abgerundet wurde .Schulleiterin Ulrike Nixdorff und ihre Lehrerkolleginnen Angelika van der Most und Ursula Grün sind immer wieder…

Einblick in die Weltkirche: Die Gastgeber aus St. Mariae Geburt und ihre Gäste aus Lateinamerika erlebten, dass ihr Glauben verbindet

Mit einer Lateinamerika-Woche schaute die Gemeinde St. Mariae Geburt über ihren eigenen Kirchturm hinaus und erlebte mit dem Besuch des brasilianischen Bischofs Alfredo Schaffler und des honduranischen Kolping-Vorsitzenden Rufino Rodriguez, der in seiner Heimat als ehrenamtlicher Delegierter des Wortes Gottes arbeitet, ein Stück Weltkirche.
Bei einem Einkehrtag tauschten sich Gemeinderäte und andere aktive Laien aus Mariae Geburt mit ihren Gästen aus Brasilien und Honduras unter anderem darüber aus, wie eine Gemeinde etwa durch ehrenamtliches Engagement lebendiger gestaltet und so kraftvoller werden und an Ausstrahlung gewinnen kann.

"Aus familiären Gründen habe ich einige Zeit ausgesetzt. Aber durch die Begegnung mit Rodriguez und Schaffler habe ich einen starken Impuls bekommen, mich wieder stärker zu engagieren und meine eigene Verantwortung für ein gelingendes Gemeindeleben wahrzunehmen", beschrieb zum Beispiel Wortgottesdienstleiterin Elisabeth Maria Kaufmann den menschli…

Vom Ausflugslokal zur Jugendherberge: Vor 120 Jahren wurde das Haus am Kahlenberg eröffnet, das die Stadt jetzt an einen privaten Investor verkaufte

Das ist ein Haus der Mülheimer Bürger“, sagt Herbergsvater Eugen Meyer über seinen Wohn- und Arbeitsplatz, den er Ende des Jahres zusammen mit seiner Frau Angelika in Richtung Ruhestand verlassen wird.Mehr als zwei Jahrzehnte lang haben die Meyers am Kahlenberg Menschen beherbergt und beköstigt. In ihrer fürsorglichen Obhut waren hier Kindergartengruppen und Schulklassen, Theater- und Musikensemble, kirchliche Gruppen oder etwa die Teilnehmerinnen des Mädchenkulturfestivals und der Internationalen Jugendbegegnungen zu Gast.

„Da geht einem das Herz auf. Da weiß man, wofür man arbeitet“, erinnert er sich an die Tage an denen seine Frau und er volles Haus hatten. Noch heute muss er lachen, wenn er sich an die Steppkes erinnert, die ihn mit: „Du, Herr Meyer“ oder: „Herr Hausherbert“ ansprachen, weil ihnen das Wort Herbergsvater nicht über die Lippen kommen wollte. Meyer wünscht sich für die Jugendherberge am Kahlenberg eine öffentliche Nachnutzung. Mit dem Einzug eines Vereins für Kinder u…

Helden des Alltags: Was eine Post- und ein Zeitungszusteller im Winter erleben können

Wer hat sich nicht schon mal weiße Weihnachten gewünscht? In diesem Jahr stehen die Chancen dafür gut. Denn leise rieselt der Schnee und er verwandelt Mülheim in ein Winterwunderland. Doch gerade die fleißigen Menschen, die täglich dafür sorgen, dass wir unsere Post und unsere Zeitung bekommen können im Winterwunderland auch ihr blaues Wunder erleben.

„Das ist wirklich Hochleistungssport“, sagt die 40-jährige Postzustellerin Michaela Zimmermann, die sich derzeit durch ihr verschneites und vereistes Revier entlang der Duisburger Straße kämpft. „Ich rechne immer zwei Stunden zusätzlich ein“, sagt sie und bittet die Bürger um Verständnis, wenn die Post in diesen Wintertagen nicht immer ganz pünktlich kommt.

An diesem Montag ist sie von 9.30 Uhr bis 16 Uhr in der Speldorfer Schneewüste unterwegs. „Ich bin enttäuscht. Gestern war doch Sonntag, da hätte man doch schon mal den einen oder anderen Gehweg saubermachen können“, klagt Zimmermann. Besonders ärgert sie sich über vereiste Treppen und …

Manchmal kommt der Nikolaus auch als Frau daher: Eine Adventsgeschichte aus der Heimaterde

Eine Frau im katholischen Bischofsgewand. Ist das möglich? Es ist, St. Nikolaus macht es möglich. Denn er kommt in der Grundschule am Sunderplatz als Frau daher. Für die NRZ sprach ich mit der Fördervereinsvorsitzenden und zweifachen Mutter Anja Bollmeier (47), darüber, warum sie nur zu gern den heiligen Nikolaus von Myra verkörpert.

Welche Kindheitserinnerungen haben Sie an den Nikolaus?
Sehr schöne. Obwohl mich der Nikolaus nie persönlich besucht hat. Aber ich musste als Kind immer meine Stiefel blank putzen. Und wenn ich dann am Nikolausmorgen erwachte, hing ein Nikolausbild über meinem Bett und meine Stiefel, die ich vor die Tür gestellt hatte, waren gut gefüllt.

Warum schlüpfen Sie als Frau und Mutter gerne in die Rolle des heiligen Nikolaus?
Wir haben sonst auch einen Vater, der das gerne übernimmt, aber in diesem Jahr verhindert war. Und deshalb bin ich gerne in die Rolle des Nikolaus geschlüpft, weil ich mich ohnehin gerne verkleide und den Kindern Geschichten erzähle. Es macht ei…

Heinrich Thöne setzte als Oberbürgermeister Maßstäbe: Vor 120 Jahren wurde er geboren

Oberbürgermeister zu sein kann Spaß machen, wenn man das Gefühl hat, dass es mit der Stadt aufwärts geht. Diese Freude kann man Heinrich Thöne auf dem Foto ansehen, das ihn 1951 mit der damals ältesten Bürgerin des Stadtteils bei der Eröffnung der neuen Straßenbahnlinie nach Oberdümpten zeigt. Damals war er seit drei Jahren Oberbürgermeister.

Der am 28. November 1890 in Bocholt geborene Thöne gehört zu den Mülheimer Stadtoberhäuptern, denen eine besonders lange und erfolgreiche Amtszeit beschieden war. Thöne, der 1912 als gelernter Former nach Mülheim kam, um bei der Friedrich-Wilhelms-Hütte seinen Lebensunterhalt zu verdienen, wurde als Oberbürgermeister der Jahre 1948 bis 1969 zur Galionsfigur des Wiederaufbaus.Was seine Biografie so faszinierend macht, sind ihre unerwarteten Wendungen mit allen Höhen und Tiefen. Als der spätere Sozialdemokrat Thöne 1890 geboren wurde, wurden Bismarcks Sozialistengesetze aufgehoben. In dem Jahr, als er nach Mülheim kam, wurde die SPD bei den Reichsta…

Auch die Evangelische Kirche muss sparen: Am Wochenende tagt die Kreissynode im Altenhof

Was die katholische Kirche mit der Bildung von drei Groß-Gemeinden (2006) hinter sich hat, könnte dem Evangelischen Kirchenkreis An der Ruhr noch bevorstehen. Am kommenden Wochenende berät die Kreissynode im Altenhof darüber, wie sich die Evangelische Stadtkirche angesichts sinkender Gemeindegliederzahlen in Zukunft aufstellen soll.

Auch wenn die Kirchensteuerprognose auch für 2011 von 5,275 Millionen Euro Kirchensteuern ausgeht, sprechen die demografischen Zahlen eine eindeutige Sprache. 1973 gab es im Kirchenkreis noch 113.000 evangelische Christen. Heute sind es erstmals weniger als 60.000. Die Evangelische Kirche Deutschlands geht davon aus, dass sie bis 2030, setzt sich der demografische Trend fort, ein Drittel weniger Mitglieder und nur noch die Hälfte ihrer heutigen Finanzkraft haben wird.

Bei den jüngsten Kreissynoden hatte Superintendent Helmut Hitzblick von 2,5 bis 2,8 Millionen Euro gesprochen, die angesichts der tendenziell sinkenden Kirchensteuereinnahmen bis 2015 eingespar…

Eine Erinnerung an John F. Kennedy: 50 Jahre nach seiner Wahl zum Präsidenten der USA

Normalerweise lesen Sie an dieser Stelle nur Beiträge zu lokalen Beiträgen. Doch Ausnahmen bestätigen die Regel. Bereits am 13. Juli 2010 hatte ich die Gelegenheit im Katholischen Bildungswerk an der Althofstraße einen Vortrag über John F. Kennedy zu halten, der vor 50 Jahren als erster Katholik zum Präsidenten der USA gewählt wurde. Dass er auch für die Mülheimerf Jugend ein politischer Hoffnungsträger war, zeigte der spontane Trauermarsch, zu dem sich junge Leute nach seiner Ermordung am 22. November 1963 in der Mülheimer Innenstadt formierten.

Hier lesen Sie in der Folge einen Beitrag, der auf der Basis meines Vortrages im Katholischen Bildungswerk entstand und in den katholischen Zeitungen RUHRWORT und DIE TAGESPOST erschienen ist.

Auch im zurückliegenden Wahlkampf versuchten seine Gegner, US-Präsident Obama, mit der Feststellung zu diskreditieren, er sei Moslem. Sein republikanischer Unterstützer, Ex-Außenminister Colin Powell konterte die Angriffe mit der Gegenfrage: "Was wär…

Ein Leben zwischen Moschee und Minirock: Melda Akbas stellte bei den Herbstblättern ihre Autobiografie vor

Nicht nur Stadtbibliothekarin Claudia vom Felde ist begeistert: „Toll, dass sie in ihrem Alter schon so ein großartiges Buch schreibt und so gut argumentieren kann“, schwärmt die Gastgeberin der Literaturreihe Herbstblätter über Melda Akbas. Die 19-jährige Autorin, die gerade in Berlin ihr Abitur gemacht hat und demnächst Rechts- und Politikwissenschaften studieren möchte, stellt an diesem Abend im Medienhaus ihre Autobiografie „So wie ich will – Mein Leben zwischen Moschee und Minirock“ vor.

Das passt zur aktuellen Integrationsdebatte und interessiert gut 60 Zuhörer. Damit gehört diese Herbstblätter-Veranstaltung zu einer der am besten besuchtesten der Literaturreihe. Tatsächlich ist der Abend ein Lehrstück über gelungene Integration. Selbstbewusst und charmant liest Akbas Passagen aus ihrem Buch vor, um dann ihr Publikum immer wieder um Fragen und Diskussionsbeiträge zu bitten. In der Diskussion ist sie um keine Antwort verlegen. Auch kritische Fragen wie die, warum sie trotz ihrer d…

Eine literarische Betrachtung des Gewohnheitstieres Mensch: Wolfgang Rüb stellte bei den Herbstblättern seinen neuen Roman vor

Passend zum 20. Jahrestag der Wiedervereinigung luden die Macher der Mülheimer Literaturreihe Herbstblätter mit Wolfgang Rüb einen ostdeutschen Autor ein, ein echter Gewinn. "Das ist von vorne bis hinten humorvoll“, verspricht Wolfgang Rüb seinen Zuhörern im Medienhaus, bevor der Musikpädagoge aus Sachsen-Anhalt aus seinem zweiten Roman „Wohnquartett mit Querflöte“ liest.Der Mann hat nicht zu viel versprochen.

Seine Zuhörer, leider viel zu wenige, haben an diesem Herbstblätter-Abend viel zu lachen. Sein Humor und seine Sprache kommen fast still und hintergründig herüber. Das Buch erzählt die Geschichte eines ostdeutschen Ehepaares, das die von den Eltern und Schwiegereltern ererbte Jugendstilvilla verkauft, um endlich Geld für die so lange erträumten Reisen zu haben. Doch dann kann es sich aber doch nicht von dem alten Haus trennen, und formiert sich mit dem neuen Besitzer-Ehepaar zu einem Quartett.

Dabei erzählt der Autor zwischen den Zeilen viel über das Leben.Obwohl „Wohnquartet…

Die Mülheimer Stadtmarketinggesellschaft lud am Freitag zu einem Stadtrundgang durch das Mülheim unter dem Hakenkreuz

Normalerweise präsentiert die Mülheimer Stadtmarketimg- und Tourismusgesellschaft MST mit ihren jährlich 200 Rundängen zu 42 verschiedenen Themen die schönsten Seiten der Stadt. Doch am Freitagnachmittag führte Anne Kebben im Auftrag der MST 25 interessierte Bürger zu einigen der insgesamt 95 Mülheimer Stolpersteinen, die an Mitbürger erinnern, die von den Nazis ermordet worden sind. Der Rundgang war bedrückend und beeindruckend zugleich. "Wir möchten gerne auch noch mehr Schulklassen für diesen historischen Rundgang gewinnen", betonte Kebben. Sie erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass es 2004 Schüler der Realschule Stadtmitte waren, die die Biografien der jüdischen Mitschüler erforschten, die in den 30er Jahren von den NS-Machthabern gezwungen wurden ihre Schule zu verlassen. Manche von ihnen konnten der Ermordung durch die Nationalsozialisten entfliehen. Andere wurden deportiert und kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Heute geht man davon aus, dass rund 270 jüdi…

Ein Sonntagsimpuls aus der Marienkirche

"Wer sich an Gott hält, wird von Gott gehalten." Von diesem Gedanken ließ sich Alt-Weihbischof Franz Grave in seiner Predigt leiten, die er heute in St. Mariae Geburt hielt.

Mit Blick auf Rettung von 33 verschütteten Bergleuten im chilenischen San Jose machte er deutlich, dass dieses technische Wunder der Ingenieurskunst ohne die Glaubenskraft, die den Bergleuten die Zuversicht gab, fast 70 Tage in 600 Metern Tiefe auszuharren, obwohl es für sie keine Gewissheit auf Rettung gab, nicht möglich gewesen wäre.

Auch viele Ingenieure, Techniker oder Ärzte, so Grave, wüssten sich in ihrer persölnlichen Risikoabschätzung, etwa vor einer schweren Operation, im Bewusstsein ihrer eigenen Fehlbarkeit von Gott gehalten, weil sie Selbstvertrauen mit Demut zu verbinden wüssten.

Wie der ehemalige Stadtrat Paul Heidrich und seine Mitstreiter Behinderten in Bulgarien helfen

Als Paul Heidrich vor zehn Jahren einen Bericht über die menschenunwürdigen Lebensverhältnisse behinderter Heimbewohner in Bulgarien sah, war der Vater eines behinderten Kindes entschlossen, zu helfen. So entstand der Verein zur Förderung von Einrichtungen für Behinderte im Ausland.
Mit Spenden und Zuschüssen der Aktion Mensch sowie mit fachlicher Unterstützung des Landschaftsverbandes Rheinland hat der heute 65 Mitglieder zählende Verein vor allem im Osten Bulgariens durch Bau- und Fortbildungsmaßnahmen sowie durch Hilfsmitteltransporte die Lebensverhältnisse der Betroffenen nachhaltig verbessert.
So wurde in Malko Scharkovo ein aus zwölf Häusern bestehendes Betreuungszentrum, in dem heute 100 behinderte Frauen von 38 Pflegekräften betreut werden modernisiert. Im nahegelegenen Bolyarovo wurde eine zentrale Außenwohngruppe für acht Bewohner eingerichtet. Das nächste Ziel des Vereins ist ein Tageszentrum mit beschützender Werkstatt für Behinderte, das mit Zuschüssen des bulgarischen Staa…

Was sich Blinde und Sehbehinderte zum Tag des Weißen Stockes wünschen

Heute ist der Tag des Weißen Stockes. Vor 46 Jahren vom damaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson ins Leben gerufen, will dieser von den Vereinten Nationen ausgerufene Tag weltweit auf die Bedürfnisse von blinden und sehbehinderten Menschen aufmerksam machen.

Spricht man mit der selbst blinden Vorsitzenden des Blinden- und Sehbehindertenvereins (BSV), Christa Ufermann, so wird deutlich, dass es oft die kleinen Dinge und Fahrlässigkeiten des Alltags sind, die blinden und sehbehinderten Menschen das Leben unnötig schwer machen.

Da werden in Bussen und Bahnen die Haltestellen nicht angesagt oder Gehwege von Autofahrern zugeparkt oder von Geschäftsleuten mit Auslagen zugestellt. Da werden taktile Leitstreeifen irreführend verlegt und Akustikampeln geben keinen Ton von sich. Ufermann macht auch keinen Hehl daraus, dass sie die Blumenkübel und Wasserläufe auf der Schloßsstraße unnötig in ihrer Bewegung und räumlichen Orientierung einschränken.

Wer als blinder und sehbehinderter Bürger Rat, Hi…

Auf ein Wort zum 10.10.10 mit dem Standesbeamten Hans-Michael Scharf

10.10.10. Warum heiraten Menschen an einem solchen Tag mit einem flotten Dreier-Datum? "So einen Hochzeitstag vergisst man natürlich nicht", weiß Standesbeamter Hans-Michael Scharf. Obwohl heute eigentlich Sonntag und damit dienst- und heiratsfrei ist, legen Scharf und seine sieben Kollegen vom Standesamt eine Sonderschicht ein. Denn 21 Paare wollen heute Ja zueinander sagen.


Dabei sagt die Statistik, dass das Scheidungsrisiko bei Ehen, die an einem Tag mit dem flotten Dreier im Datum, häufiger geschieden werden als andere. Aber schon Churchill glaubte bekanntlich nur die Statistiken, "die ich selbst manipuliert habe." Und in dieser besonderen Herzenssache handelt es sich außerdem um eine bundesweite Erhebung ohne Mülheimer Zahlenmaterial.

Doch es bleibt eine statistische Tatsache, dass heute jede dritte- und in manchen Ballungsräumen sogar jede zweite Ehe scheitert. Der 53-jährige Standbeamter, der selbst erst vor acht Jahren in den heiligen Stand der Ehe trat, sieh…

Vor 100 Jahren wurde der Mülheimer Politiker und Unternehmer Max Vehar geboren

Vehar. Den Namen kennen die meisten Mülheimer heute vom gleichnamigen Reisebüro an der Leineweberstraße. Gegründet wurde dieses Reisbüro 1951 von den Brüdern Heinrich und Max Vehar. Das Reisebüro, das seine Kunden im beginnenden Wirtschaftswunder vor allem Urlaubsbusreisen gewann, war Teil einer Spedition, die die Brüder Vehar bereits auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise 1932 aus der Taufe gehoben hatten.

Doch der Name Max Vehar, der am 1. Oktober 1910 in Wien geboren wurde, ist nicht mit der Mülheimer Wirtschafts- sondern auch mit der Mülheimer Politikgeschichte verbunden. Der Mitbegründer der Mülheimer CDU war der bisher letzte Christdenokrat, der das Mülheimer Bundestagsmandat direkt gewinnen konnte. Das war bei der Bundestagswahl 1957, als die CDU mit ihrem Kanzler Konrad Adeneauer zum ersten und einzigen Mal die absolute Mehrheit gewinnen konnte.

In Mülheim reichte es dafür nicht, aber der CDU-Kandidat errang immerhin 45,5 Prozent der Stimmen und lag mit 844 Stimmen Vorsprung…

Wie eine Mülheimerin in Frankfurt/Oder an einer Baustelle der Wiedervereinigung mitarbeitete

Am Vorabend des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung hatte ich Gelegenheit, mit Elisabeth Condipodaro Marchetta, die heute das Standesamt leitet, über ihren Einsatz in Frankfurt an der Oder zu sprechen.

Dort half sie von 1991 bis 1994 beim Aufbau des Jugendamtes. Den Hintergrund ihres ungewöhnlichen Dienstes bildet das Kooperationsabkommen zwischen NRW und Brandenburg, in dessen Folge Mülheim an der Ruhr und Frankfurt an der Oder Partner auf Zeit wurden. Denn mit dem Beitritt zur Bundesrepublik übernahmen die Länder der ehemaligen DDR auf das westdeutsche Verwaltungssystem.

Condipodaro half ihren ostdeutschen Kollegen vor allem beim Aufbau einer wirtschaftlichen Jugendhilfe. Wie berechnet man Unterhalt und Pflegesätze für die Unterbringung in einem Heim? Wie ermittelt man einen einkommensbezogenen Elternbeitrag für Kindertagesstätten? Wie baut man eine Akte auf ? Wie kann man Aufgaben innerhalb der Verwaltungshierarchie sinnvoll delegieren und wie eigenverantwortlich kann ein Verwaltun…

Wie Mülheim vor 20 Jahren die Deutsche Einheit feierte

Daran merkt man, dassman älter geworden ist. Plötzlich kann man sich an Ereignisse erinnern, die inzwischen zur Zeitgeschichte geworden sind. So ist das auch mit der deutschen Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990.

Ich meine, es wäre erst vorgestern gewesen, dass ich zu den Mülheimern gehörte, die sich am 3. Oktober 1990 in der Kundenhalle der Sparkasse einfanden, um mit einem Festakt und einem anschließenden Volksfest auf dem Berliner Platz die neue Deutsche Einheit zu feiern. Das Jugendsinfonieorchester der Musikschule spielte das Deutschlandlied, bei dem alle mitsagen, und die Ode an die Freude aus Beethovens neunter Sinfonie.

Die musikalische Brücke zwischen der deutschen und der europäischen Hymne passte zu der internationalen Verantwortung des wiedervereinigten Deutschlands, die Oberbürgermeisterin Eleonore Güllenstern und NRW-Staatssekretär Hartmut Krebs an diesem Festtag in ihren Reden beschworen. "Wie viel weniger kostet die friedliche Widervereinigung Deutschlands als acht…

Ulrich Stockem möchte, dass sich an seiner neuen Schule etwas tut

Am Otto-Pankok-Gymnasium hat das neue Schuljahr mit einem neuen Schulleiter begonnen. Der 50-jährige Ulrich Stockem, der zuvor eine Gesamtschule in Duisburg führte, versteht sich selbst als "Entwickler". Seine neue Schule, an der zurzeit 54 Lehrer 800 Schüler unterrichten, möchte er so weiterentwickeln, dass sie neue Anziehungskraft entwickelt und wieder mehr als 1000 Schüler haben wird.

Stockem, der zuvor in Duisburg eine Gesamtschule geleitet hat, hält nichts von einer ideologischen Schuformdiskussion. "Es gibt in allen Schulformen gute und schlechte Schulen", weiß der Lehrer, der mit Chemie, Sport und Sozialwissenschaft, eine ungewöhnliche Fächerkombination studiert hat.

Im Laufe seines Pädagogenlebens hat er bereits in verschiedenen Schulformen unterrichtet. Eine private Wirtschaftsschule und eine Realschule gehören ebenso zu den Stationen seines beruflichen Werdeganges wie ein Gymnasium in Duisburg und die Gesamtschule in Saarn. Wie will er jetzt das Otto-Pankok…

Wie hält man es in Mülheimer Krankenhäusern mit der Hygiene?

Wer in ein Krankenhaus geht, tut dies in der Hoffnung, dass er es gesund wieder verlassen kann. Doch die tragischen Todesfälle in der Universitätsklinik Mainz mahnen auch die Mülheimer Kliniken. Viren, Bakterien und Keime sind ein auf den ersten Blick unsichtbares, aber umso gefährlicheres Gesundheitsrisiko.

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft bestätigt Schätzungen, wonach bis zu 800.000 der insgesamt 18 Millionen Patienten, die jährlich in einem deutschen Krankenhaus behandelt werden dort an Keimen, Bakterien und Viren erkranken. In bis zu 50.000 Fällen sind die Folgen dieser Erkrankung sogar tödlich.

Was tun? Die Hygiene beginnt sowohl im St. Marien-Hospital als auch im Evangelischen Krankenhaus, das jeährlich rund 20.000 Patienten stationär behandelt, mit der Desinfektion der Hände. Die entsprechenden Desinfektionsmittel, die nicht nur von Ärzten und Pflegekräften, sondern auch von Besuchern genutzt werden sollten, kommen Geräten, die an einen Seifenspender erinnern und inzwischen i…

Geschichten aus dem Nahverkehr: Wenn einer mit Bus und Bahn fährt, dann kann er was erleben

"Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen", wusste schon der Dichter Matthias Claudius. Das gilt auch für die kleinen Reisen nach nebenan. Das erfuhr jetzt der Unternehmensberater Michael Kutz. Sein Büro an der Oberhausener Straße steuert er täglich mit der Straßenbahnlinie 112 an. Auch seinen Kunden, die ihn dort besuchen, empfiehlt er die Bahn. Denn die hält direkt vor der Haustür.
Doch in letzter Zeit hat seine Begeisterung für die Bahn gelitten. Und Kutz fragt sich, ob er die Straßenbahn noch guten Gewissens empfehlen kann. Verspätungen und fehlende Anzeigen oder Durchsagen sind ihm ebenso ein Ärgernis wie Fahrkartenstempelautomaten, die außer Betrieb sind. "Dafür sind wir nicht zuständig", hörte er immer wieder wenn er Fahrer oder Kontroleure der Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) auf solche Missstände ansprach.


Doch als "Krönung" mangellender Servicekultur und Kundenorientierung empfand er die Ehrenrunde, die er kürzlich drehen musste, e…

Porträt: Erich Rall ist ein Lobbyist für die Schwachen: Am 1. September feiert der Dümptener VDK-Vorsitzende seinen 80. Geburtstag

Wer ihn sieht, glaubt es nicht. Aber sein Pass dokumentiert es. Erich Rall wurde am 1. September 1930 geboren. Und das bedeutet, dass er in der kommenden Woche seinen 80. Geburtstag feiert. Längst könnte er seinen Ruhestand genießen. Stadessen organisiert er seit sechs Jahren das Vereinsleben des Dümptener Sozialverbandes VDK, lädt die über 400 Mitglieder zu Stammtischen, bei denen nicht nur die Geselligkeit gepflegt wird, sondern regelmäßig auch sozialpolitische und sozialrechtliche Themen besprochen werden.

Zusammen mit seiner Lebensgefährtin Christel Bach organisiert er außerdem regelmäßig Ausflüge und Feste. Warum tut er das? Rall antwortet mit seinem Lebensmotto: "Anderen helfen, wo man kann. So fängt die eigene Freude an. Diese Freude gönnt er sich schon seit einigen Jahrzehnten.

Denn als Betriebsrat und Vertrauensmann hat sich Rall schon um die Belange seiner schwerbehinderten Kollegen gekümmert, bevor er 1983 zum Sozialverband VDK stieß, dessen Kreisvortand er später angehö…

Vom Leben mit der Kohle. Rechtzeitig zum Siedlerfest gibt es eine neue Broschüre über den Alltag zwischen Mausegatt- und Kreftenscherstraße

„Wenn ein Mensch stirbt, verbrennt eine ganze Bibliothek“, sagt ein japanisches Sprichwort. Walter Schmidt, der seit 1954 in der ab 1899 errichteten Bergmannssiedlung Mausegatt/Kreftenscheer lebt, ist mit seinen 78 Jahren Gott sei Dank noch quicklebendig. Dennoch hielt der ehemalige Bergmann, der ab 1951 auf der Heißener Zeche Wiesche sein tägliches Brot verdiente, in dem er „Kohle machte“, jetzt die Zeit für gekommen, zusammen mit Birgit Schlegel vom Förderverein der Siedlergemeinschaft Mausegatt/Kreftenscheer seine eigenen und die ihm von alten Nachbarn überlieferten Erinnerungen an das Leben und den Alltag in der Heißener Bergmannssiedlung aufzuschreiben.Rechtzeitig zum Siedlerfest, das am 3. und 4. September gefeiert wird, ist mit finanzieller Unterstützung der Sparkasse eine reich bebilderte Broschüre entstanden, in der man auf 64 Seiten nachlesen kann, wie das damals war, mit dem Leben in der Colonie Wiesche, der Nachbarschaftshilfe, dem Kinderkriegen, den Freizeitvergnügen und …

Wenn ein Foto zum Kunstwerk wird: Ein Gespräch mit dem Ruhrpreisträger Heiner Schmitz

Fotograf Heiner Schmitz lässt noch bis zum 9. September 26 seine archaisch starken Bilder in der Galerie der Sparkasse für sich sprechen, die 1997/98 in Israel, Palästina und Jordanien entstanden sind und unter dem Titel „Land der Vergegnungen“ das Problem der Wasserverteilung im Nahen Osten dokumentieren. Für die NRZ sprach mit ihm über seine Profession, die gestern mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet wurde.

Was macht ein Foto zum Kunstwerk?
Ein Foto soll den Betrachter reizen, das, was er sieht, weiterzudenken. Fotokunst geht immer über die korrekte handwerkliche Abwicklung hinaus. Sie sollte mehr sein als die Abbildung der Wirklichkeit und beim Betrachten immer zu einer gewissen Irritation führen. Als Fotograf will ich mit meinen Bildern eine Aussage betonen oder eine neue Aussage schaffen.

Welches Ihrer Fotomotive hat Sie nachhaltig beeindruckt?
Extrem wichtig sind mir meine ersten Portraitfotos, auf denen deutlich wird, dass die Portraitierten genau wissen, das…

Vor 65 Jahren wurde der von den Nazis entlassene Schulleiter Josef Brüggemann vom Bürgerausschuss wieder eingesetzt: Ein Schulbeispiel

Mein NRZ-Beitrag über den ersten Nachkriegsschultag am 6. August 1945 weckte bei Klaus Möltgen Erinnerungen an seinen Großvater Joseph Brüggemann. Denn der wurde am 21. September 1945 vom Bürgerausschuss, der von der britischen Militärregierung ernannten Stadtvertretung zum Leiter des staatlichen und des städtischen Gymnasiums bestellt, die man heute als Otto-Pankok- und Karl-Ziegler-Schule kennt.

Weil das staatliche Gymnasium damals noch weitgehend vom Krieg zerstört war, lernten die Schüler beider Gymnasien im ersten Nachkriegsschuljahr unter der Leitung Brüggemanns im städtischen Gymnasium an der Schulstraße. Dass die Schulleiterwahl auf Brüggemann fiel, obwohl der damals 66-jährige Pädagoge bereits pensioniert war, hatte nicht nur mit seinem guten Pädagogenruf, sondern auch mit seiner allgemein bekannten Gegnerschaft zum NS-Regime zu tun. Brüggemann, den sein Enkel Möltgen als "gütigen Großvater" in Erinnerung behalten hat, der ihm in seiner Wohnung am Kassenberg lieber G…

Der Sternlauf der Religionen endet am 29. August mit einem Fest in der Müga

Wenn für die eigene Mannschaft auf dem Rasen gar nichts mehr läuft, schickt mancher Fußballfan ein Stoßgebet gen Himmel. Und es gibt Fußballspieler, die sich vor dem Anpfiff oder nach einem Torschuss bekreuzigen. Doch was haben Sport und Religion abseits solcher Glaubensgesten miteinander zu tun?

Der Präsident des Landessportbundes, Walter Schneeloch und der Vorsitzende des Landesarbeitskreises Kirche und Sport, Friedhelm Kreiß, sind sich in der Antwort einig: Dem Sport gehe es wie den Religionen, so sagen sie, um die Vermittlung von Werten wie Fairness, Solidarität, Frieden und Integration. Beide bringen es aus ihrer Perspektive auf den Punkt: "Sport ist mehr als 1:0", betont LSB-Präsident Schneeloch. Und Kirchenmann Kreiß betont: "Uns geht es um die Ganzheit von Leib und Geist. Denn Kirche ist mehr als das Amen nach dem Gottesdienst."Auf dieser geistigen Brücke entstand die Idee, sich im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 mit einem Sternlauf der Religionen &quo…

Was Sport und Kirche voneinander lernen können: Ein Gespräch mit Pfarrer und Tischtennisspieler Wolfgang Sickinger

Wer könnte fachkundiger über die Zusammenhänge von Sport und Religion Auskunft geben als Pfarrer Wolfgang Sickinger, der in seiner Freizeit beim TSV Heimaterde oder zuletzt beim Ruhr-2010-Stilleben auf der A 40 Tischtennis spielte. Für die NRZ befragte ich ihn zum Doppelpass zwischen Sport und Religion.

Was können Pfarrer von Sportlern lernen und umgekehrt?
Von Sportlern können wir als Pfarrer die Konzentration auf ein Ziel lernen: wie Sportler einen Wettkampf, ein Turnier, ein Spiel gewinnen wollen und sich dafür vorbereiten. So könnten Pfarrer mit der Gemeinde oder für ein Projekt gezielt auf ein Ergebnis hinarbeiten und versuchen, dafür die Voraussetzungen zu schaffen, so weit das möglich ist. Gemeinsam Ziele erreichen zu wollen ist auch in der Kirche sinnvoll. Umgekehrt könnten Sportler von Pfarrern lernen, dass Fitness und Pokale nicht das Wichtigste im Leben sind. Jesus sagt: Was würde es dem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?

Tu…

Wo und wie der Mensch und seine Kollege Computer eine zweite Chance bekommen

Ruhestand. Manche Menschen nehmen ihn wörtlich und wollen als Rentner in Ruhe gelassen werden. Die 180 in dem 2005 gegründeten Netzwerk der Evangelischen Kirchengemeinde Saarn aktiven Ruheständler lassen es zwar auch ruhig angehen, sind aber weiter offen für neue Menschen, neue Aktivitäten und neue Ideen. Gemeinschaft und Engagement werden ganz unspektakulär gepflegt und entfalten so ihren menschlichen Mehrwert.

So machen auch die Computer-Cracks, die ihre Netzwerkgruppe vor fünf Jahren aus der Taufe hoben, ihr gemeinsames Hobby für andere Menschen fruchtbar, indem sie zum Beispiel im Gemeindezentrum der Christuskirche am Lindenhof Computerkurse für Senioren anbieten oder bei ihrem wöchentlichen Treff, jeweils mittwochs von 11 bis 13 Uhr, gerne Fragen rund um Hardware und Software beantworten. Von ihrer neuesten Idee, alte Computer mit Festplatten, Soundcards und Co neu aufzurüsten, um sie dann Menschen zu spenden, die einen Computer brauchen, aber nicht bezahlen können, kam jetzt als …