Dienstag, 24. August 2010

Der Sternlauf der Religionen endet am 29. August mit einem Fest in der Müga

Wenn für die eigene Mannschaft auf dem Rasen gar nichts mehr läuft, schickt mancher Fußballfan ein Stoßgebet gen Himmel. Und es gibt Fußballspieler, die sich vor dem Anpfiff oder nach einem Torschuss bekreuzigen. Doch was haben Sport und Religion abseits solcher Glaubensgesten miteinander zu tun?

Der Präsident des Landessportbundes, Walter Schneeloch und der Vorsitzende des Landesarbeitskreises Kirche und Sport, Friedhelm Kreiß, sind sich in der Antwort einig: Dem Sport gehe es wie den Religionen, so sagen sie, um die Vermittlung von Werten wie Fairness, Solidarität, Frieden und Integration. Beide bringen es aus ihrer Perspektive auf den Punkt: "Sport ist mehr als 1:0", betont LSB-Präsident Schneeloch. Und Kirchenmann Kreiß betont: "Uns geht es um die Ganzheit von Leib und Geist. Denn Kirche ist mehr als das Amen nach dem Gottesdienst."Auf dieser geistigen Brücke entstand die Idee, sich im Rahmen der Kulturhauptstadt Ruhr 2010 mit einem Sternlauf der Religionen "gemeinsam auf den Weg zu machen."

Ziel dieses Laufes, zu dem Organisator Norbert Koch 2000 bis 3000 Teilnehmer aus allen Religionen und Städten der Region erwartet, ist am 29. August die Müga. Zu Fuß, auf dem Rad, per Boot, auf Rollerskates und Sommerskiern werden sich die Teilnehmer der Müga nähern, wo von 13 bis 19 Uhr ein großes Familienfest mit Spiel, Sport und Musik gefeiert wird.Mit dabei ist zum Beispiel der Kölner Jugendchor St. Stephan. Das Vorbeikommen lohnt sich. Vorbeikommen wollen auch Weihbischof Ludger Schepers, LSB-Präsident Schneeloch und vielleicht Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, die sich mit anderen prominenten Teilnehmern des Sternlaufes um 14 Uhr am Wasserbahnhof auf den Weg zur Müga machen.

Aber da es an diesem Tag ja nicht nur um Sport, sondern auch um Religion geht, beginnt um 16 Uhr auf der Müga-Drehscheibe eine interreligiöse Feier mit Vertretern der christlichen, jüdischen und islamischen Religionsgemeinschaften. Sie werden miteinander und zusammen mit den Besuchern für das beten, was alle Religionen vereint: der Wunsch nach Frieden.Dazu passt auch der spektakuläre Einsatz der Fallschirmstaffel NRW, die vom Himmel hoch kommend in der Müga landet, um die Friedensbotschaft in Form eines Sterns zu bringen, den geistliche Würdenträger mit Jugendgruppen zur Müga-Drehscheibe eskortieren werden. Bei der interreligiösen Feier werden denn auch nicht nur Geistliche sprechen, sondern auch Jugendliche berichten, warum sie sich in ihrer Religion zu Hause fühlen.

Dieser Text erschien am 20. August 2010 in der NRZ

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