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Seit 40 Jahren sorgt der Heißener Seniorenclub an der Folkenbornstraße für beste Gesellschaft


Viele alte Menschen vereinsamen, wenn der Ehepartner gestorben und die Kinder aus dem Haus sind. Was tun, wenn auch die Freunde weniger werden und die Rente keine großen Sprünge mehr zulässt?Vielleicht sollte man im Heißener Seniorenclub an der Folkenbornstraße 59 vorbeischauen. Dort ist an diesem Samstag nichts von Einsamkeit zu spüren. Die Tanzfläche ist dicht bevölkert. Kein Wunder. Die von Klaus Heckmann aufgelegten Schlager waren vor 40 Jahren brandneu, erfüllen aber auch als Oldies immer noch ihren Zweck, sorgen für Stimmung und Lebensfreude. Genau das tut auch der Seniorenclub, dessen 40. Geburtstag man mit Musik vom Band und Bier vom Fass feiert.


Ingrid Bütefür tanzt nicht. Sie sitzt an einem der schön gedeckten Tisch und beobachtet mit sichtlichem Vergnügen das bunte Treiben. Als Vorsitzende ist die 70-Jährige zusammen mit ihrer Stellvertreterin Brigitte Dors der Motor des Seniorenclubs und sorgt für Programm.Und auch wenn an der Folkenbornstraße gerade keine Geburtstagsparty steigt, steht dort dienstags bis freitags, jeweils von 14 bis 18 Uhr, einiges auf dem Programm.Die unverzichtbaren Klassiker, wie Kaffee, Kuchen und Klönen findet man hier ebenso, wie Spiel, Spaß und Unterhaltung, ob beim gemeinsamen Basteln, beim Bingo, beim Skat oder beim Schach. Abgerundet wird das reife Freizeitangebot durch jahreszeitliche Feste und Tagesausflüge, die zuletzt ins Münsterland, zum Rhein und nach Belgien führten.


Viel ehrenamtliche Arbeit für Bütefür, die sich früher nieht hätte vorstellen können, einen Seniorenclub zu besuchen, geschweige denn zu leiten. Doch im Leben kommt es oft anders, als man vorher denkt. Nach dem Tod ihres Mannes drohte sie in ein Loch zu fallen, aus dem sie eine Bekannte herausholte und mit zur Folkenbornstraße brachte. Dort war sie erst dabei und bald schon mittendrin, seit drei Jahren als Clubchefin und guter Geist. „Mutter, du bist richtig aufgeblüht“, bekommt sie heute von ihren Kindern zu hören. Und das liegt wohl am guten Gefühl, gebraucht zu werden und etwas sinnvolles zu tun. „Wenn ich in strahlende Augen schaue und höre: Danke für diesen schönen Nachmittag, weiß ich, meine Arbeit hat sich gelohnt“, sagt die 70-Jährige mit einem fast jugendlich wirkenden Elan. Besonders freut sich Bütefür darüber, wenn sie sieht, wie Besucher im Seniorenclub wieder aufblühen, weil sie hier nicht nur neue Freunde und Gesprächspartner, sondern manchmal auch eine neue Liebe finden.Clubmitglied Erika Rautenstrauch bringt es auf den Punkt, wenn sie sagt: „Hier hat man Unterhaltung und trifft nette Leute. Das ist besser als zu Hause alleine auf der Couch herumzusitzen.“Warum braucht man dafür einen Seniorenclub? „Uns in einem Lokal zu treffen, geschweige denn ein so einmaliges Angebot, könnten wir uns mit unseren kleinen Renten doch gar nicht leisten“, beschreibt Clubmitglied Anika Stopka den sozialen Mehrwert der seiner Zeit vom SWB errichteten und heute von der Arbeiterwohlfahrt getragenen Altentagesstätte. Kein Wunder, dass nicht nur Stopka hofft, „dass uns diese Einrichtung noch möglichst lange erhalten bleibt.“


Die Mitgliedschaft im Heißener Seniorenclub kostet jährlich 15 Euro. Die Altentagesstätte an der Folkenbornstraße 59 ist mit den Buslinien 136 und 129 (Haltestelle Hinnebecke) sowie mit der U 18 (Haltestelle Mühlenfeld) erreichbar. Weitere Auskünfte unter der Rufnummer: 0208/43 30 30


Dieser Text erschien am 5. August 2010 in NRZ und WAZ

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