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12 Uhr in: Grün und zentral - Ein Rundgang durch das Luisental

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Grün und zentral. Das ist das Luisental, zu dem auch die Schleuseninsel mit dem Wasserbahnhof und dem Haus Ruhrnatur gehört. Die markanten Wohnhäuser, die die Sachlichkeit des Bauhauses ausstrahlen, wurden 1928 mit bestem Blick auf die Ruhr errichtet. Eberhard Scharmüller und seine Frau Angelika wohnen hier schon seit 36 Jahren. Gleich nebenan ist ein Spielplatz, den sie früher mit ihren Kindern und heute mit ihren Enkeln besuchen.

"Wir leben hier schon sehr privilegiert", sagt Eberhard Scharmüller. Um spazieren zu gehen oder eine Radtour zu machen, braucht er nur vor die Tür zu treten. Schwieriger ist es schon mit dem Einkauf. "Dass der Tengelmann-Markt an der Leineweberstraße 2012 dicht gemacht hat, war für die Einwohner des Luisentals ein herber Einschnitt. Jetzt finden wir den nächsten Supermarkt erst im Forum", berichtet er. Der 73-Jährige freut sich darüber, dass es neben vielen alten Nachbarn jetzt auch wieder mehr junge Nachbarn mit Kindern gibt, so dass der…

Der närrische Blattmacher: Hans Klingels

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Was tut man nicht alles für seinen Bruder. Als Heiner Jansen seinen Bruder Hans Klingels bat, die Liste mit den Spendern der Rosenmontagstombola zu führen, war der heute 65-Jährige gerne zur Stelle. Es blieb nicht beim Tippen der Sponsorenlisten. Seit inzwischen 13 Jahren hält Klingels, seinem Bruder, dem Präsidenten des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, als Geschäftsführer den Rücken frei. Ob der Prinzenball oder der Rosenmontagszug organisiert werden müssen, ob der Narrenkurier mit Geld einbringenden Anzeigen und lesenswerten Texten rund um das karnevalistische Treiben gefüllt werden muss: Klingels legt los.
„Alleine wäre da nichts zu machen. Das Tolle am Karneval ist, dass seine Aktiven wie eine Familie sind“, sagt Klingels. Natürlich gebe es da auch mal Streit, „weil man sich nicht immer nur beliebt machen kann.“ Aber am Ende zögen doch alle an einem Strang, um Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und sie den Alltag für ein paar Stunden vergessen zu lassen.
„Ich bi…

Wenn Geschichte sichtbar wird:Im Kloster Saarn wurde die Wappen-Galerie der Äbtissinnen vervollständigt

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Als Vorsitzender der Saarner Klosterfreunde führt Hans-Theo Horn regelmäßig viele kleine und große Menschen durch das ehemalige Zisterzienserinnenkloster Mariensaal, das seit 25 Jahren als Bürgerbegegnungsstätte genutzt wird. Nicht nur das 2008 eingerichtete Klostermuseum, sondern die seit 2006 im unteren Kreuzgang aufgemalten Wappen der 36 Äbtissenen erzählen anschaulich von der Geschichte des Klosters, in dem von 1214 bis 1808 gebetet und gearbeitet wurde. "Ist das etwa eine Angel" wurde Horn bei einer seiner Führungen von einem kleinen Jungen gefragt.

Dass die Äbtissinnen eines Klosters damals auch einen Bischofsstab hatten, weil sie diesem geistlich gleichgestellt waren, wusste er nicht. "Die Anekdote zeigte, wie man über solche Kleinigkeiten über die Geschichte des Klosters ins Gespräch kommen kann", findet Horn. Bisher konnte die mit den Klosterfreunden verbundene Malerfirma van Heekern aber nur 15 von 36 Äbtissinnen-Wappen auftragen. Doch jetzt konnte sie auf…

12 Uhr an der Friedrichstraße: Ein Rundgang ab der ehemaligen Straße der Millionäre

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Die Friedrichstraße, die ihren Namen seit 1859 trägt, ist heute eine der zentralen stark befahrenen Verkehrsachsen der Innenstadt. Hier fahren täglich unzählige Autos und die Straßenbahnlinie 104. Letztere bringt ihre Fahrgäste nach Essen-Borbeck und zum Hauptfriedhof nach Holthausen.

"Hier wohnt es sich gut. Die Wohnungen sind geräumig und haben hohe Decken. Das gibt einem das Gefühl von Freiheit. Aber über die Energiekosten brauchen wir nicht zu reden. Solche Altbauwohnungen aus der Gründerzeit sind eben nichts für Leute, die zu jeder Jahreszeit im T-Shirt in ihrer Wohnung sitzen wollen", erzählt die Lehrerin Annette Lostermann-DeNil.

Die Lehrerin, die viele Mülheimer durch ihr politisches Engagement bei den Grünen kennen, lebt in einem der schmucken Altbauten, die den ehemaligen Unternehmer-Villen an der oberen Friedrichstraße gegenüber liegen. Ihr früheren Bewohner, Fabrikanten, Bankiers, Verleger gaben der Friedrichstraße einst im Volksmund den Beinamen "Straße der M…

Die Mülheimer Kindertollitäten freuen sich auf 100 Sessionsauftritte

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„Die Kinder sind echt cool“, staunt Groth. Eigentlich wollte er in dieser Session kürzer treten. Deshalb hat er auch sein Präsidentenamt beim Mülheimer Carnevalsclub abgegeben. „Doch als die Kinder mich fragten: Kannst du uns durch die Fünfte Jahreszeit begleiten, konnte ich nicht Nein sagen“, erzählt der Mann, den viele Karnevalsfreunde auch aus dem Männerballett Christ König kennen. 

Auch Adjutantin Gabi Hüßelbeck ist eine erfahrene Karnevalisten. Schon zum vierten Mal begleitet sie ein Kinderprinzenpaar durch die Session: „Die Kinder lernen im Karneval und auf der Bühne viel. Sie werden selbstbewusster und freier, lernen, auf Menschen zuzugehen“, schildert sie ihre Erfahrungen.

Kinderprinz Luka und sein brüderlicher Minister Nick haben außerdem noch einen guten Ratgeber hinter den Kulissen. Denn ihr älterer Bruder Mirko schwang bereits in der Session 2009/2010 als Kinderprinz das närrische Zepter. „Einmal tief durchatmen und dann Augen zu und durch“, hat er ihnen mit auf den Weg geg…

So gesehen: Sportliche Fußgängerzone

Nicht das Mutter unsportlich wäre. Aber in ihrem Alter hat sie einfach keine Lust mehr auf Fußball, es sei denn in ihrem Sessel vor dem Fernsehen. Doch gestern Mittag wäre sie, so wie einige andere betagte Passanten, die mit Rollator oder am Stock mühsam, aber tapfer und mit Ausdauer ihre Meter in der Innenstadt machen, beinahe und unfreiwillig zur passiven Beteiligten eines wilden Straßenfußballspiels geworden. Denn an der Ecke Schloßstraße/Kohlenkamp machten kleine Kicker ohne Rücksicht auf Rollator, Gehstöcke und Schaufenster ihr Spiel. Doch Gott sei Dank spielten einige Schutzengel mit, so dass niemand am Ende vom Platz getragen werden musste.

Dieser Text erschien am 23. Dezember 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung

Geschenkt!? Eine Umfrage zum Weihnachtsfest

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Eigentlich sollte es Freude machen, das Schenken und das Beschenktwerden zum Frohen Fest. Doch wie mir eine Umfrage im Auftrag der NRZ zeigte, gibt es alle Jahre wieder Lust und Frust am Gabentisch.

Pfarrer Michael Manz freut sich, wenn er mit allen seinen fünf Kindern ruhig und gemütlich Weihnachten feiern kann, ob mit oder ohne Geschenke. Nicht so erfreut war er, als er vor einigen Jahren von einem seiner Söhne ein T-Shirt mit der Aufschrift geschenkt bekam: "Ich kann auch freundlich sein."

Gar nicht erfreut war die Bundestagsabgeordnete Astrid Timmermann-Fechter als sie von einer Beinahe-Schwiegermutter ein Nähkästchen geschenkt bekam. "Das war wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl", erinnert sich Timmermann-Fechter an ihr schrecklichstes Weihnachtsgeschenk. Aus der Verbindung wurde dann ja auch nichts. Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk bekam Timmermann-Fechter Mitte der 80er Jahre, als sie an den Weihnachtstagen mit ihrem Bruder unterwegs war und einen schweren Autounfa…

So gesehen: Vorsicht vor dem Dezemberfieber

Der Dezember ist nicht nur besinnlich. Er nervt auch. Denn man merkt: Das alte Jahr geht zu Ende. Man selbst wird unweigerlich ein Jahr älter. Und das löst ein Dezemberfieber aus.

Jetzt will man noch schnell erledigen, was man in den letzten 12 Monaten auf die lange Bank schob. Ganz nebenbei will man auch noch alles für ein möglichst schönes Weihnachtsfest im Kreis seiner Lieben vorbereiten. Hat man auch alle Geschenke zusammen?

Dabei sollte man sich lieber fragen, ob man sie noch alle auf dem Christbaum hat. Denn eines ist sicher. Es gibt auch noch ein Leben nach Weihnachten und Sylvester. 

Dieser Text erschien am 22. Dezember in der Neuen Ruhr Zeitung

Theologen, Religionspädagogen und interessierte Bürger diskutierten in der Katholischen Akademie darüber, ob die Gewalt zum Islam gehört

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Terror und Islam. Für manche Deutsche erscheinen sie angesichts islamistischer Terroranschläge, wie zwei Seiten derselben Medaille. Deshalb fragten die Katholische Akademie und die Bundeszentrale für politische Bildung jetzt: „Gehört die Gewalt zum Islam?“ 400 Zuhörer im Auditorium der Wolfsburg staunten nicht schlecht, wie offen und kritisch der islamische Theologe Abdel-Hakim Ourghi mit der Rolle umging, die die Gewalt im Koran spielt. „Die Muslime dürfen das Thema nicht verdrängen, wenn sie nicht ihre eigene Religion und den interreligiösen Dialog beschädigen wollen“, machte Ourghi deutlich. Er wies darauf hin, dass „Mohammed nicht nur ein Religionsverkünder, sondern auch ein Staatsmann“ gewesen sei. So könne man sich auch erklären, dass in den zwischen 610 und 622 offenbarten Koranversen Barmherzigkeit, Frieden und Nächstenliebe, aber in den zwischen 624 und 632 verkündeten Koranversen auch die Gewalt gegen die Andersgläubigen gutgeheißen werde. Aus Sicht des islamischen Theologen …

Gedanken über den Generationenkonflikt: Im Theater an der Ruhr diskutierte der ehemalige SPD-Bundesvorsitzende Franz Müntefering mit Theatermachern und dem Publikum über die Herausforderungen des demografischen Wandels

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„Alt werden ist nichts für Feiglinge“, wusste schon Billy Wilder. Aber wer will schon jung sterben? Das Leben ist ein Schauspiel, bis zu letzt. Und gerade das Alter hat seine tragischen und zugleich seine komischen Seiten. Doch bis zuletzt sucht jeder Mensch seinen ganz eigenen Weg und seine persönlichen Freiräume. Das Theater an der Ruhr zeigt es mit seinem Stück „Clowns 2 ½“ amüsant und nachdenklich machend. Danach bittet Dramaturg Helmut Schäfer im Politischen Salon des Theaters den ehemaligen SPD-Bundesvorsitzenden, Vizekanzler und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering zur Diskussion mit den gut 100 Zuhörern aus allen Generationen.

Da kommen mit Blick auf den demografischen Wandel unserer Gesellschaft auch ungemütliche Fragen zur Sprache. „Wird es zu einem Verteilungskonflikt zwischen Alt und Jung kommen, wenn immer weniger Junge die Renten von immer mehr Alten erwirtschaften müssen? Können wir uns die Pflege im Alter überhaupt noch leisten, wenn unsere Berufs- und Er…

Mit Liebe gekocht: Erika und Ernst Siepmann

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„Wenn wir einkaufen gehen, kann das lange dauern“, erzählen Ernst und Erika Siepmann. Nicht das der Weg zum nächsten Supermarkt so weit wäre. Die Siepmanns leben seit 1997 in einer Wohnung an der Duisburger Straße.

Doch dass das Ehepaar, das lange in Heißen gewohnt hat, sich heute in Speldorf so heimisch fühlt, hat damit zu tun, dass es auf andere Menschen zugehen und andere Menschen auf die Siepmanns zukommen. Denn die 74-jährige Erika Siepmann und ihr 75-jähriger Ehemann Ernst haben sich seit ihrem Umzug durch ihr ehrenamtliches Engagement in der Evangelischen Kirchengemeinde Speldorf bei ihren Nachbarn im Stadtteil bekannt gemacht.

Anpacken ohne zu fragen
Das Ehepaar gehört zu den Menschen, die Arbeit sehen und einfach anpacken, ohne zu fragen: „Was bekomme ich dafür?“ Sie besuchen alte und kranke Menschen in ihrer Gemeinde, kaufen für sie ein oder erledigen kleine Reparaturen.

Immer wieder donnerstags bekochen sie im Gemeindehaus an der Duisburger Straße Senioren. Auch ihr Spieletreff…

Vom Schüler zum Minister und Reporter: Heißener Gymnasiasten lernen spielend etwas über das Wechselspiel von Politik und Medien

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Montagnachmittag: Lisa, Tim, Julian, Wei Fang, Omid, Robin, Leon, Teresa und ihre Mitschüler aus dem vom Lehrer Marc Thaper geleiteten Sozialwissenschaftskurs der Jahrgangsstufe 12 haben schon sieben Stunden Schule hinter sich, als sie in die Rolle von Journalisten, eines Ministers, einer Referentin oder eines Pressesprechers schlüpfen.

Bevor die 16 Schüler des Gymnasiums Heißen ihren Unterrichtsraum in einen Pressesaal des Schulministeriums verwandeln, diskutieren sie mit den Journalisten Steffen Bender und der Kommunikationswissenschaftlerin Lisa Debo von der NRW-School of Governence an der Universität Duisburg Essen über die Frage: „Was ist eigentlich Öffentlichkeit und wie wird öffentliche Meinung gebildet?“ Beim Schnelldurchgang durch die deutsche Medienlandschaft wird Lisa klar: „Es gibt Medien, die wirklich wichtige Informationen für unser Leben transportieren und andere, die vor allem unterhaltsamen Promiklatsch verbreiten.“

„Nur weil der Video-Blogger LeFloid auf Youtube ein Mi…

Das Gemeindeleben wird sich radikal verändern“ Der Pfarrer von St. Barbara geht davon aus, dass seine Pfarrei mittelfristig mit der Nachbar-Pfarrei St. Mariae Geburt fusionieren wird

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Bei der Gemeindeumstrukturierung des Jahres 2006 konnte Manfred von Schwartzenberg als Stadtdechant dafür sorgen, dass die 169.000-Einwohner-Stadt an der Ruhr nicht nur zwei, sondern drei Pfarrgemeinden behalten konnte. Warum sieht er jetzt die langfristige Perspektive der Stadtkirche in einer zentralen Pfarrgemeinde? Das Neue Ruhrwort fragte nach.
??? 2019 werden Sie 75 Jahre alt. Dann gehen Sie nach 27 Jahren als Pfarrer von St. Barbara in Pension. Was passiert dann?
!!! Der akute Priestermangel, die demografische Entwicklung und der langfristige Rückgang der Kirchensteuereinnahmen ist bekannt. Ich gehe davon aus, dass es 2019 nur noch einen Pastor, aber keinen Pfarrer von St. Barbara geben wird.
??? Muss das denn sein? Ihre Pfarrgemeinde hat ein lebendiges Vereins- und Verbandswesen und viele ehrenamtlich engagierte Katholiken.
!!! Es stimmt. St. Barbara ist mit etwa 19.000 Gemeindemitgliedern die größte Pfarrei der Stadt. Aber die demografische Entwicklung ist eindeutig. In den letzte…

Fahren mit Fingerspitzengefühl: Der Straßenbahnfahrer Lloyd Thurairaj

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„Kenne ich Sie nicht aus der Straßenbahn“, wird Lloyd Thurairaj nicht nur gefragt, wenn er mit Frau Sherin, Sohn Shane (16) und Tochter Laura (11) einkauft. „Ich bin immer freundlich zu den Menschen, die mich kennen, die ich aber nicht kenne“, sagt der 46-Jährige und lächelt.

Thurairaj kann nicht alle Menschen kennen, die er täglich als Straßenbahnfahrer auf den Linien 104, 112 und U18 sieht. Es sind wohl mehrere Tausend. „Ich habe eine gute Familie und eine schöne Arbeit“, sagt der Tamile, der vor 26 Jahren vor dem damaligen Bürgerkrieg aus seiner Heimat Sri Lanka floh und in Mülheim landete. In seiner Tasche hatte er nur das Abschlusszeugnis des Gymnasiums, das er in der sri-lankischen Hauptstadt Colombo besucht hatte. „Ich wollte mich hier schnell integrieren und im öffentlichen Dienst arbeiten“, erinnert sich Thurairaj an das Ziel, mit dem er in Mülheim ankam. „Mein erster Weg führte mich zur Volkshochschule, wo ich mich für einen Deutsch- und einen Englisch-Kurs anm…

Macht die Region krank? Mediziner und Medizininteressierte diskutierten in der Katholischen Akademie die Gesundheitsversorgung im Ruhrgebiet

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„Macht die Region krank?“ Die Frage wollte und sollte provozieren. Der Bistumsrat für Gesundheit und Medizinethik diskutierte jetzt mit rund 400 Medizinern und Medizininteressierten in der Katholischen Akademie Die Wolfsburg den Stand der Gesundheitsversorgung im Ruhrgebiet. Die Zahlen, die Professor Josef Hilbert vom Gelsenkirchener Institut für Arbeit und Technik und Gesundheitsforscher Dr. Ansgar Wübker vom in Essen ansässigen Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung auf den Tisch legten, ließen aufhorchen. Einerseits arbeiten im Ruhrgebiet 370.000 Menschen im Gesundheitssektor. Sie verdienen ihr Geld nicht nur als Ärzte und Pflegekräfte, sondern auch im wachssenden Dienstleistungsbereich der Medizintechnik, die zuletzt im Jahresvergleich ein Plus von rund 18 Prozent aufweisen konnten. Andererseits haben Menschen in Bonn und im Münsterland, statistisch betrachtet, fünf Lebensjahre mehr zu erwarten, als Menschen in Gelsenkirchen. Und in der Stadtregion Ruhrgebiet müss…

Der Künstler Alexander Voß zwischen Atelier und Krankenhaus

Ich habe mein Ding gemacht“, sagt Alexander Voß. Wenn man mit dem 54-jährigen Familienvater über seine Arbeit als freier Künstler und Kommunikationsdesigner spricht, merkt man, dass er mit sich selbst im Einklang ist. „Ich habe meinen Weg im Leben gefunden, weil ich das tun kann, was in mir und was meins ist“, betont er.

Dass der dreifache Vater tagsüber im Atelier ohne materielle Existenzsorgen an Kunstobjekten, Webdesigns, Kunstreproduktionen und Ausstellungskatalogen arbeiten kann, hat mit seiner Nachtarbeit im Evangelischen Krankenhaus zu tun. Dort ist er einer von 50 Kollegen, die nachts im Einsatz sind. „Ich bin seit langer Zeit mit dem Evangelischen Krankenhaus verbunden. Hier habe ich schon in den 70er und 80er Jahren mein erstes Auto und einen Teil meines Studiums an der Folkwanghochschule finanziert“, erzählt Alexander Voß.

Da er auch einen Nachtzuschlag bekommt, kommen seine Frau Ute, die als Krankenschwester im gleichen Krankenhaus arbeitet, und er selbst finanziell ganz gut…

Morgens um Sieben ist die Welt noch in Ordnung Zumindest für die Mülheimer Verkehrsgesellschaft: Denn dann haben ihre Bahnen und Busse besonders viele Fahrgäste. Sie wollen möglichst pünktlich zur Arbeit oder zur Schule kommen, was nicht immer gelingt: Eindrücke einer Dienstfahrt

Wer behauptet, dass Busse und Bahnen doch ohnehin meistens halb leer durch die Stadt fahren würden, war noch nie Fahrgast im Berufsverkehr. Kurz vor Sieben. Noch schnell einen Kaffee als kleine Energiespritze für den Tag und dann nichts wie hin und hinunter in den gut gekühlten Untergrund der Schloßstraße. Die elektronische Anzeige der Mülheimer Verkehrsgesellschaft zeigt, dass die Stunde geschlagen hat. Die Straßenbahnlinie 102 in Richtung Oberdümpten fährt in fünf Minuten in den U-Bahnhof Stadtmitte ein.

Wer am U-Bahnhof Stadtmitte auf die Bahn wartet, muss sich warm anziehen. Ein junger Mann im Kapuzenpulli geht so intensiv auf und ab, als denke er noch darüber nach, ob er überhaupt einsteigen solle oder nicht. Aber eine Klassenarbeit wartet. Und die Bahn ist pünktlich. Er muss einsteigen. Sitzplatz? Fehlanzeige! Die Bahn ist rappelvoll. Wer mitfahren will, muss sich zu diesem frühen Zeitpunkt an den Stangen und ihren Schlaufen im Gang gut festhalten. Standfestigkeit is…

„Ich war eigentlich immer ein Bürgermeister-Typ“

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Am Vorabend seine 80. Geburtstages sprach ich mit dem Alt-Bürgermeister Günter Weber 
??? Was wünschen Sie sich zu ihrem Geburtstag?
!!! Wenn man so alt geworden ist, wie ich, weiß man den Wert der Gesundheit zu schätzen. Und ich bin dankbar für ein reiches Leben, in dem ich gestalten durfte und ein gute Frau an meiner Seite hatte. Auch für meine Kinder und Enkelkinder bin ich sehr dankbar.
??? Wie sehen Sie als ehemaliger Stadtrat, Bürgermeister und Landtagsabgeordneter die heutige Politik?
!!! Die Politiker haben es heute schwerer, als zu meiner aktiven Zeit. Wir hatten damals noch mehr Geld in der Kasse und haben es an der einen oder anderen Stelle versäumt, rechtzeitig Rücklagen zu bilden. Wir konnten aufbauen und gestalten. Heute müssen Politiker Krisen managen und Probleme lösen, die kaum zu lösen sind, wenn ich alleine an die finanzielle Situation der Stadt denke und an die Herausforderung, die mit den Flüchtlingen verbunden sind. Man merkt, dass es überall grummelt. Viele Mens…