Freitag, 25. Dezember 2015

Geschenkt!? Eine Umfrage zum Weihnachtsfest

Nicht jedes Weihnachtsgeschenk macht
Freude
Eigentlich sollte es Freude machen, das Schenken und das Beschenktwerden zum Frohen Fest. Doch wie mir eine Umfrage im Auftrag der NRZ zeigte, gibt es alle Jahre wieder Lust und Frust am Gabentisch.

Pfarrer Michael Manz freut sich, wenn er mit allen seinen fünf Kindern ruhig und gemütlich Weihnachten feiern kann, ob mit oder ohne Geschenke. Nicht so erfreut war er, als er vor einigen Jahren von einem seiner Söhne ein T-Shirt mit der Aufschrift geschenkt bekam: "Ich kann auch freundlich sein."

Gar nicht erfreut war die Bundestagsabgeordnete Astrid Timmermann-Fechter als sie von einer Beinahe-Schwiegermutter ein Nähkästchen geschenkt bekam. "Das war wohl ein Wink mit dem Zaunpfahl", erinnert sich Timmermann-Fechter an ihr schrecklichstes Weihnachtsgeschenk. Aus der Verbindung wurde dann ja auch nichts. Ihr schönstes Weihnachtsgeschenk bekam Timmermann-Fechter Mitte der 80er Jahre, als sie an den Weihnachtstagen mit ihrem Bruder unterwegs war und einen schweren Autounfall unverletzt überlebte.

Der Otto-Pankok-Schulleiter Ulrich Stockem wünscht sich bis heute innigst, aber vergeblich ein Weihnachtsfest, ganz ohne Geschenke. "Mein schrecklichstes Geschenk, das ist kein Witz, waren Einweghandschuhe", erinnert sich der Pädagoge.

Bürgermeisterin Margarete Wietelmann freute sich als Sechsjährige riesig über eine Holzeisenbahn, die man mit einem Schwungrad in Gang setzen konnte. Der Clou waren die abnehmbaren Zugdächer, so dass man Puppen als Fahrgäste in die Abteile setzen konnte. Das Geschenk lag nahe. Denn ihr Vater war Lokomotivführer. Mit Weihnachtsgeschenken hat die Bürgermeisterin noch nie schlechte Erfahrungen gemacht. Dafür bekam sie von ihrem damaligen Mann zum 30. Geburtstag einen Regenschirm. "Da hätte ich mir schon was romantischeres gewünscht", sagt sie.

Ihre Amtskollegen Ursula Schröder freute sich als Sechsjährige über knallrote Skier, die ihr Vater ihr zu Weihnachten schenkte. Damals wuchs sie im schneereichen Sauerland auf. Nicht so toll fand sie die Kuchengabeln, die es für sie "als meine künftige Aussteuer" einige Jahre später zu Weihnachten gab.

"Mein schrecklichstes Weihnachtsgeschenk war eine Weihnachtsdekoration für meine Junggesellenbude, die Gott sei Dank niemand je zu Gesicht bekommen hat. Besonders gefreut habe ich mich dagegen über die Hochzeitsfotos, die mir meine Frau Julia zu Weihnachten schenkte", erinnert sich der amtierende Stadtprinz Markus Steck.

Der Satiriker Rene Steinberg vermisste als Junge unter dem Christbaum das Piratenschiff der Marke Playmobil. Umso glüchlicher machte es ihn, als er genau dieses Schmuckstück etliche Jahre später seinem Sohn zu Weihnachten schenken konnte.

Eine Action-Figur namens Big Jim, die mit Wasser spritzen konnte, ließ das Kinderherz des Landtagsabgeordneten Heiko Hendriks höher schlagen. Scheußlich fand der 19-Jährige dagegen, die grün-orangene Krawatte mit Bärchen-Motiv, die ihm der Opa zu Weihnachten überreichte.

Riesig gefreut hat sich die Dümptener Realschulrektorin Judith Koch, als sie vier Jahre jung war und ihr Großvater ihr einen großen Kaufladen zum Fest schenkte. Doch als die 14-jährige Geigen-Schülerin später von ihren Eltern einen Geigen-Bogen geschenkt bekam, ar Koch alles andere, als begeistert.

Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Hüßelbeck erinnert sich besonders gerne an ein Fahrrad, das er als Neun- oder Zehnjähriger unter dem Weihnachtsbaum fand. Überhaupt nicht angetan war er dagegen von dem Mathematikbuch, dass er einige Jahre später dort vorfand.

Der Vorsitzende des Mülheimer Behindertenverbandes AGB, Alfred Beyer, erlebte als Zehnjähriger die Diagnose einer Hirnhautentzünduing als sein "schreckliches Weihnachtsgeschenk". Auch das sein schönstes Weihnachtsgeschenk, das er 1976 bekam, hat mit seiner Gesundheit zu tun. Denn damals teilten ihm seine Ärzte mit, dass er seine Krebserkrankung überwunden habe und als geheilt gelten dürfe.

Der Vorsitzende der Saarner Kliosterfreunde, Hans-Theo Horn und der Leiter der Styrumer Feldmannstiftung, Max Schürmann, wollen sich partout an kein schreckliches Weihnachtsgeschenk erinnern. Dafür fällt ihnen aber sofort ihr schönstes Weihnachtsgeschenk ein. Für den im Kriegsjahr 1941 geborenen Horn war es eine elektrische Eisenbahn, die er als kleiner Junge geschenkt bekam und die im Laufe der Jahre immer wieder ausgebaut wurde, so dass er daran auch noch im fortgeschrittenen Teenageralter seine Freude hatte. Und Max Schürmann erinnert sich besonders gerne an einen Gutschein, "den mir meine Tochter zu Weihnachten schenkte und der für jeden Monat des folgenden Jahres ein gemeinsame schöne Aktivität für uns beide  beinhaltete." Wirklich ein tolle Idee, die die Nachahmung lohnt.

Das gilt natürlich auch für die Geburt eines Wunsch-Enkelkindes, wie sie der Unternehmer und stolze Großvater Ulrich Turck erlebt hat. Für ihn war die Geburt seines Enkelsohnes Theo "mein schönstes Weihnachtsgeschenk"! Maßlos geärgert hat er sich als Junge aber darüber, "als mein Bruder die zu Weihnachten die Eisenbahn geschenkt bekam, die ich mir immer gewünscht hatte."

Dieser Beitrag erschien am 23. Dezember 2015 in der Neuen Ruhr Zeitung



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