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Es werden Posts vom Januar, 2017 angezeigt.

Karnevalszug verschärft gesichert: Rosenmontag werden mehrere hundert Ordner und Sicherheitskräfte mitlaufen - Polizei setzt mehr Personal ein - 15 Fahrzeuge sollen Sperren bilden

Beim Rosenmontagszug, der am 27. Februar ab 14 Uhr mit rund 1000 aktiven Teilnehmern vor schätzungsweise 50?000 Schaulustigen durch die Mülheimer Innenstadt rollen wird, geht es nicht nur um Spaß an der Freude, sondern auch um Sicherheit.

„Nicht erst seit der Loveparade-Katastrophe von 2010 oder dem Terroranschlag von Berlin im Dezember 2016, haben sich die Mülheimer Karnevalisten in vorbildlicher Weise um die Sicherheit des Rosenmontagszuges gekümmert“, betont der Leiter des Ordnungsamtes, Bernd Otto.

„Die Karnevalsgesellschaften stellen 160 Ordner und finanzieren zusätzlich den Einsatz von 80 Sicherheitskräften der Vollmer-Gruppe“, erklärt der Geschäftsführer des Hauptausschusses Groß-Mülheimer Karneval, Hans Klingels. Jeder der gut 30 Rosenmontagswagen werde von acht Ordnern mit Absperrseilen begleitet. Hinzu kämen Absperrmaßnahmen durch das Technische Hilfswerk (THW) und Einsatzkräfte von Polizei und Ordnungsamt, so Hans Klingels.

Doch in Zeiten des Terrors – wie bei dem…

Der Engel von der Apotheke am Kirchplatz: Unterwegs mit Martina Henrich

Wenn man Martina Henrich hinter der Theke der Apotheke am Kirchplatz sieht, wie sie ein Medikament heraussucht und der älteren Kundin zuhört, die ihr vom Studium ihrer Enkelin erzählt, könnte man auf die Idee kommen, dass sie mehr steht, als geht. Doch der erste Eindruck täuscht. Eigentlich ist die 47-jährige Mitarbeiterin der Dümptener Apotheke am Kirchplatz fast immer in Bewegung, entweder innerhalb der Apotheke oder auch mal außerhalb.

Mittags und abends ist sie zusammen mit ihrem Mann Rolf im Lieferwagen der Apotheke unterwegs, um betagten und in ihrer Mobilität eingeschränkten Kunden die von ihnen telefonisch bestellten Medikamente ins Haus zu bringen. Nicht nur in der Apotheke, sondern auch bei solchen Hausbesuchen hört sie viele Lebens- und Krankengeschichten. Auch jüngere Patienten, die zum Beispiel an Krebs oder einer Muskelerkrankung leiden sind unter ihren Kunden. „Man sieht in diesem Beruf vieles, was man nicht so einfach wegstecken kann. Aber das gehört dazu. Und ich nehme…

Nur Bildung, Begegnung und Dialog können Frieden bringen: Der Mülheimer Lutz Gierig hat sich künstlerisch mit dem Krieg in Aleppo und mit dem Terror in Berlin auseinandergesetzt

Als Psychiater am St. Marien-Hospital beschäftigt sich Lutz Gierig mit der menschlichen Seele. Als Künstler versucht er das, was er in seinem Alltag erlebt, ins Bild zu setzen und so zu verarbeiten und auch zu kommentieren.

Der 59-Jährige, der mit seinen in den letzten zehn Jahren entstandenen Arbeiten, etwa durch Ausstellungen im Bismarkturm, in der Evangelischen Ladenkirche, in der Ruhr-Galerie oder in der Galerie Art 73 ein interessiertes Publikum angesprochen hat, hat jetzt mit zwei Acrylbildern seine Ohnmacht und sein Entsetzen über menschliche Tragödien der Kriegsgräuel im syrischen Aleppo und des Terroranschlages in Berlin ins Bild gesetzt. „Wäre ich ein Journalist, hätte ich vielleicht einen Artikel geschrieben oder einen Film gedreht. Wäre ich ein Politiker, würde ich vielleicht versuchen, eine Friedensinitiative zu ergreifen. Wäre ich ein Schriftsteller, würde ich vielleicht einen Roman darüber schreiben, was nicht nur mich, sondern uns alle bewegt. Da ich nun aber male, habe…

So gesehen: Und ewig grüßt der Osterhase

Kaum zu glauben, aber wahr. Als ich durch die Innenstadt schlenderte, habe ich ihn gesehen, den Osterhasen. Er lächelte mich verträumt von Tassen und Servietten an, die vorausschauend auf Ostern in einem Schaufenster dekorativ ausgebreitet worden waren. Einen Moment lang fröstelte ich und das lag nicht an der winterlichen Kälte. Ehrlich gesagt.

Ich bin noch dabei, die letzten Spekulatiuskekse und Stollenstücke, die von Weihnachten übrig geblieben sind, zu verdrücken. Zu Risiken und Nebenwirkungen frage ich meine Waage erst gar nicht und ziehe mir einen schönen großen Pullover in Weihnachtsrot über meinen Bauchansatz. Da begegnet mir der Osterhase.

Darauf war ich zu dieser Zeit nicht gefasst. Ich hinke wohl meiner Zeit hoffnungslos hinterher. Das wurde mir spätestens klar, als ich beim Einkauf meiner Frühstückseier auch schon auf die ersten gefärbten Eier in der Auslage schaute. Ich weiß ja nicht, wie es dem Osterhasen geht. Aber ich bin als Mensch nun mal ein Gewohnheitstie…

Dunkle Wolken über der Einkaufslandschaft in der Stadtmitte: Ein Zeitsprung

Wo heute ein Augenoptiker seine Dienstleistung anbietet, gingen die Mülheimer bis zum September 2007 einkaufen. „Mein Foto aus dem Januar 1996 zeigt den Schätzlein-Markt an seinem letzten Verkaufstag, ehe aus Schätzlein Extra wurde“, berichtet der 1936 geborene Mülheimer Walter Neuhoff. Der Extra-Markt bot auf einer Verkaufsfläche von rund 850 Quadratmetern Lebensmittel an und beschäftigte zuletzt 15 Mitarbeiter. Nur der damalige Filialleiter und sein Stellvertreter blieben nach der Schließung des Marktes an der Schnittstelle zwischen Schloß- und Eppinghofer Straße in den Diensten der Supermarkt-Kette. Ihre Kollegen bekamen zwar eine Abfindung, wurden aber im Oktober 2007 arbeitslos. Schon damals wurde in der Lokalpresse der zunehmende Mangel an Supermärkten in der Innenstadt beklagt. Denn kurz vor dem Extra-Markt waren auch die Plus-Filialen an der Leineweberstraße und am Löhberg geschlossen worden. Fünf Jahre später, im Sommer 2012 sollte auch der Tengelmann-Markt an der Leinewebers…

Das Alte Postamt an der Düsseldorfer Straße: Ein Zeitsprung

Dem Klinkerbau an der Düsseldorfer Straße 102 sieht man seinen dienstlichen Charakter noch an. Der Schriftzug Postamt und der Reichsadler im Mauer Relief lassen erahnen, dass hier einst die Post abging, wo es sich heute Kinder der Kindertagesstätte Kichererbsen und die Gäste des Cafè Menzen gut gehen lassen.

Das alte, 1928 errichtete Postamt im Saarner Dorf, war nicht das Erste im Stadtteil. Fast gegenüber, wurde 1894 an der Düsseldorfer Straße 101 das erste Saarner Postamt eingerichtet. In diesem Haus betreibt die Familie Kessler seit Mitte der 50er Jahre einen Tapetenmarkt und eine Malerwerkstatt.

Es war Mathias Krabb, der anno 1798 als erster Postverwalter dafür sorgte, dass auch in Mülheim die Post abging. Doch die Saarner weigerten sich 1830 sich ihre Post von irgend einem Landbriefträger ihre Post abnehmen und nach Mülheim bringen zu lassen. Sie beharrten noch über viele Jahre darauf, dass ihre aus Saarn stammende Bootenfrau eben diese Aufgabe übernehmen sollte. Apropos Saarner Po…

Ein Mann macht den Weg frei: Unterwegs mit Olaf Vier

Normalerweise kehrt Olaf Vier von der Mülheimer Entsorgungsgesellschaft (MEG) die Straßen und leert Abfallbehälter. Doch jetzt ist der 47-Jährige in Sachen Streudienst unterwegs. Wenn das Thermometer auf unter Null Grad sinkt und Glätte auf Straßen und Brücken droht, hat der Familienvater Bereitschaft. Dann beginnt sein Dienst morgens um 3 statt um 7 Uhr.

An eiskalten Wintertagen lässt er seinen Kehrwagen an der Pilgerstraße stehen und betankt einen Spezialcontainer an einem Silo auf dem MEG-Gelände mit Streusalz und Sole. Der Container, der etwa sechs Kubikmeter Streugut fasst, wird auf die Karosserie eines Müllladers montiert, der an weniger eisigen Tagen Großraumcontainer für den Hausmüll trägt.

Auch wenn Vier einräumt, dass die winterbedingte Frühschicht zwischen 3 und 11 Uhr seinem Bio-Rhythmus zusetzt, „weil ich einfach nicht einschlafen kann, wenn ich vor 22 Uhr ins Bett gehe“, reizt ihn die anspruchsvolle und lebensnotwendige Aufgabe des Winterdienstes. Ab 3 Uhr steu…

Frohe Botschaft trifft Frohsinn: Ein Gespräch mit Rolf Völker über Kirche und Karneval

Kirche und Karneval. Geht das? „Es geht sogar sehr gut“, sagt der Katholikenratsvorsitzende und bekennende Karnevalist RolfVölker. Zusammen mit dem Pastor von St. Engelbert, Michael Clemens, und dem Hauptausschuss Groß-Mülheimer Karneval organisiert der 65-Jährige die närrische Festmesse, die am kommenden Sonntag, 22. Januar, um 11 Uhr in St. Engelbert an der Engelbertus-straße in Eppinghofen gefeiert wird.

„Es gibt Leute, die daran Anstoß nehmen, dass bei dieser Messe Tanzmariechen im Altarraum agieren. Aber wem das nicht gefällt, kann ja auch eine andere Messe besuchen“, findet der ehemalige Gemeinderatsvorsitzende von St. Engelbert. Er freut sich darüber, dass die närrische Festmesse, neben den Ostern- und Weihnachtsgottesdiensten, der bestbesuchte Gottesdienst des Jahres ist.“ Und weil ihm die Ökumene besonders am Herzen liegt, freut sich Völker besonders darauf, dass diesmal auch der ebenfalls närrisch gesonnene evangelische Pfarrer Michael Manz aus Styrum an der Fest…

Margret Zerres geht in den Unruhestand

Es war ihr Engagement in der katholischen Jugendarbeit, dass ihr klar machte: „Ich interessiere mich für Menschen!“ Das brachte die Bergmannstochter Margret Zerres dazu, nach ihrem Abitur Sozialarbeit zu studieren und bei der Caritas anzuheuern. Ihre erste Station war Gladbeck, bevor sie 1990 nach Mülheim wechselte.
Dort absolvierte die Mutter von zwei inzwischen erwachsenen Söhnen eine Studium in Sozialmangement und übernahm als Vorstandsmitglied und stellvertrende Geschäftsführung Verantwortung für jeweils rund 230 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter.
Den katholischen Sozialverband, der 1920 vom legendären Ruhrpastor Konrad Jakobs ins Leben gerufen worden war, in der Stadtgesellschaft gut vernetzt- und die interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiter gestärkt zu haben, sieht die 58-Jährige als einen Aktivposten, mit dem ihre Kolleginnen und Kollegen weiterarbeiten können, wenn sie sich Ende des Jahres in den „Unruhestand verabschiedet, um zusammen mit meinem Mann Burkhard Dinge zu tu…

Amerika, du hast es nicht besser: Ansichten zum Amstantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump

Der Journalist und Historiker Dr. Thomas Emons arbeitet auch für die Mülheimer Woche und - was viele nicht wissen - er hat sich in seiner Doktorarbeit intensiv mit amerikanischen Präsidenten beschäftigt. Sie waren Thema seiner Doktorarbeit.
Anlässlich des Amtsantritts von Donald Trump am 20. Januar führte Harald Landgraf ein Interview mit ihm.  Ein Mülheimer beschäftigte sich mit amerikanischen Präsidenten. Wie passt das zusammen? 

Das hat mit meinem leider viel zu früh verstorbenen Lehrer Axel Schulze zu tun, der mein Interesse für Geschichte und Politik entdeckt und gefördert hat. Ich war 12. Da habe ich 1980 in der Stadtbücherei ein Buch entdeckt, auf dessen Cover ein Mann zu sehen war, der fast genauso aussah, wie mein damaliger Lehrer. Der Mann hieß John F. Kennedy und war der 35. Präsident der USA. Das machte mich neugierig. Ich begann zu lesen und habe später unter anderem Geschichte und Politik studiert. Dabei hat mich das Thema der US-Präsidenten nie losgelassen und später ebe…

So gesehen Frühlingsgefühle im Winter

Es gibt Leute, die sagen: Man bekäme heute in der Innenstadt nichts mehr geboten und könne eigentlich nur noch schwarz sehen.
Als männliches Mülheimer Wesen, dem das Wort Shoppen eher fremd vorkommt, wird mir auch an kalten Tagen warm ums Herz, wenn ich an einem alt eingesessenen Fachgeschäft vorbeikomme, das die Dame und den Herrn mit feinster Wäsche anzieht. Was meine Blicke anzieht, wenn ich an dem Fachgeschäft vorbeikomme ist ein mitten auf der Straße platziertes Werbeschild, auf dem auch an kalten Wintertagen unbeschreiblich weibliche und leicht bekleidete Damen verführerisch anschauen.
Das weckt im Männerherz auch an kältesten Tagen die wärmsten Frühlingsgefühle. Manchmal möchte man den plakativen Schönheiten seinen Wintermantel anbieten. Doch dessen bedürfen die Werbeträgerinnen, die so anziehend angezogen sind, natürlich nicht. Denn sie sind, dass liegt in der Natur der Sache wetterfest, leider aber auch unbewegt und schweigsam.

Das macht eben den Unterschied zwischen der plakat…

Mann feiert, Frau auch: Warum die Prinzengarde mit ihrer Herren- und ihrer Mädchensitzung eine närrische Erfolgsgeschichte schreibt

„Im Karneval wird doch gesoffen und herumgehurt!“ Solche Attacken auf den Karneval kennen Angelika Rudoba und Johannes Terkatz, die sich zusammen mit dem Präsidenten Heino Passmann um die Organisation der Herren- und der Mädchensitzung kümmern. Sie können über solche Vorurteile nur lachen und laden alle Karnevalskritiker ein, einfach mal mitzufeiern oder noch besser mitzuarbeiten, wenn die Roten Funken ihre Herrensitzung und ihre Mädchensitzung auf die Beine stellen.

Auch wenn das leicht bekleidete Nummerngirl natürlich der Höhepunkt der Herrensitzung ist und die Jungs im Saal schon auf Heino Passmanns Ansage: „Der Präsident hat Durst“ warten, weil dann das wirklich sehenswerte Nummerngirl auf die Bühne tanzt und dem Präsidenten ein alkoholfreies Bier serviert.

Denn während die Jungs im Saal ein alkoholhaltiges Bierchen nach dem anderen, nebst Mettwurstbrötchen und Frikadelle genießen, muss der Präsident nüchtern bleiben, um den roten Faden in der Herrensitzung der Roten Fu…

So gesehen: Wie Merkel in Mülheim

Kannst du dir nicht auch mal einen Job für jährlich 250.000 Euro besorgen? Das fragte mich meine Mutter gestern beim Frühstück. Da hatte sie schon den Bericht über die offensichtlich nicht nur gut gelaunten, sondern auch gut verdienenden Vorständen unserer neuen kommunalen Nahverkehrsgesellschaft gelesen.

Nachdem ich ihn gelesen hatte, musste ich ihr kleinlaut zugeben, dass ich mich mit meinem Einkommen in einer anderen Galaxie als die Chefs der neuen Nahverkehrsgesellschaft bewege. Sie stehen immerhin am Steuer eines großen Verkehrsunternehmens, während ich mit meinen Artikeln bestenfalls ein wenig die öffentliche Meinung steuern könnte, wobei ich mir im digitalen Smartphone-Zeitalter keinen Illusionen über die Reichweite des noch so gut formulierte und gedruckten Wortes mache.

Und was soll erst die Bundeskanzlerin sagen! Sie steuert ein ganzes Land und verdient trotzdem einen Tick weniger als unsere neuen Steuermänner.

Liebe Frau Merkel! Wenn Sie mal keine Lust mehr auf de…

Eckhard Schwarz: Der Handwerker Gottes

„Eigentlich bräuchten wir heute mal wieder eine Reformation“, sagt der Eckhard Schwarz, Küster der Speldorfer Lutherkirche. Luthers Kampf gegen den Ablasshandel der katholischen Kirche anno 1517 ist für den Vater von zwei erwachsenen Töchtern auch heute noch aktuell. „Denn Luther hat damals klar gemacht, dass der Wert eines Menschen nicht von seinem Geldbeutel abhängig ist.“

Doch ganz ohne Geld geht es in diesem irdischen Leben eben auch nicht. So musste vor einigen Jahren der gelernte Elektroinstallateur nach einem neuen Arbeitsplatz suchen, nachdem er feststellen musste, dass er den Wechselschichtdienst in einem Werk, in dem er an der Herstellung von Elektroplatinen beteiligt war, gesundheitlich nicht mehr verkraftete. Einer Zeitungsanzeige sei Dank, fand er eine neue Stelle als Küster der Lutherkirche. Das war 2004. „Ich war Mitglied der evangelischen Kirche und habe mit meinen Töchtern alle christlichen Feste gefeiert. Aber ich war kein besonders frommer Kirchgänger“, …

Die Katholische Stadtkirche zeichnet Hans-Theo Horn mit der Nikolaus-Groß-Medaille aus

Die katholische Stadtkirche hat den ehemaligen Kulturdezernenten der Stadt, Hans-Theo Horn, mit der Nikolaus-Groß-Medaille ausgezeichnet. Damit würdigt die 51.000 Mitglieder starke und in drei Pfarrgemeinden organisierte Stadtkirche das kirchliche Engagement des 75-Jährigen.
Der dreifache Familienvater war 19 Jahre lang Pfarrgemeinderat von St. Mariae Himmelfahrt und gehört bis heute dem Vorstand der Caritas an. Im Kulturhauptstadtjahr 2010 war Horn Mitglied in der Lenkungsgruppe für das Kulturprogramm des Bistums. Er hat eine Stiftung zur Unterstützung des katholischen Sozialverbandes und zum Erhalt des Klosters Saarn ins Leben gerufen. Sein Name verbindet sich mit der Restaurierung der Saarner Klosteranlage, die heute unter anderem als Bürgerbegegnungsstätte genutzt wird. Auch die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Konzertreihe "Musik im Kloster Saarn" wurde von Horn, Mitte der 80er Jahre, ebenso mit initiiert, wie das 2008 eröffnete Klostermuseum.
Mülheims Alt-Oberbürger…

Ein Zeitsprung am Löhberg

Heute führt uns ein Foto aus dem Medienzentrum der Stadt in den Löhberg des Jahres 1955. Wir sehen Abrissarbeiten und schauen auf ein großes Gebäude, das auf der Fahrbahn der heutigen Leineweberstraße steht. Außerdem erkennt man den Turm der 1929 eingeweihten Kirche St. Mariae Geburt.

„Das große Gebäude auf der Leineweberstraße war das Lebensmittelgeschäft Künzel. Und weiter vorne auf der rechten Seite sieht man die Gaststätte Pils Lumma“, erinnert sich der Mülheimer Walter Neuhoff. Er war damals 19 Jahre jung und erlebte den stürmischen Wiederaufbau der vom Krieg gezeichneten Stadt.

Wie man auf dem Foto erkennt, war der untere Löhberg schon damals eine Straße voller kleiner Geschäfte. Auch heute findet man hier unter anderem drei Gaststätten, eine Buchhandlung, einen Augenoptiker und einen Juwelier sowie einen Massagesalon und ein Geschäft für Computerspiele und Handys. Mitte der 50er-Jahre war der Löhberg noch keine Fußgängerzone, zu der sie erst am Ende der 70er werden sollte. Mitte …

So gesehen: Dünner Takt und dicker Hals

Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige. Gut, dass ich keiner bin. Den gestern kam ich unpünktlich zu einem wichtigen beruflichen Termin.

Denn auch meine Straßenbahn mit der ich rechtzeitig ans Ziel kommen wollte, war nicht nur nicht pünktlich. Sie kam einfach nicht.

Keine Anzeige, keine Durchsage. Selbst der Service-Mann vor Ort wusste von nichts und konnte nur auf die nächste Bahn verweisen, die dann immerhin pünktlich kam, so dass sich meine Verspätung noch in erträglichen Grenzen hielt. Dafür wurde ich dann auch gleich von zwei freundlichen Herrn kontrolliert und nach meinem Fahrausweis gefragt.

Da fragte ich mich als Fahrgast und König Kunde, wer eigentlich die Pünktlichkeit und das Preis-Leistungs-Verhältnis der Mülheimer Busse und Bahnen kontrolliert, deren Fahreise regelmäßig nach oben und deren Takt regelmäßig nach unten angepasst wird. Doch darauf konnten mir die freundlichen Kontrolleure der Mülheimer Verkehrsgesellschaft auch keine Antwort geben. In dem der Takt von Buss…

Wolfgang Hausmann. Der Botschafter des guten Buches

In seinem Berufsleben war er Versicherungskaufmann.Doch seine Leidenschaft gehörte stets der Literatur. "Eugen Roth, Joachim Ringelnatz, Erich Kästner, Kurt Tucholsky, Eva Strittmatter oder Sarah Kirsch haben uns auch heute noch viel zu sagen, selbst wenn sie schon lange nicht mehr unter den Lebenden weilen", findet Wolfgang Hausmann. Warum? "Sie haben es verstanden, elementare Dinge des Lebens in ganz wendigen Sätzen auf den Punkt zu bringen", sagt der Mülheimer Rezitator, der auch in diesem Jahr, etwa im Heißener Kulturzentrum Fünte, aber auch im Bismarckturm oder im Krug zur Heimaterde die alten und doch modernen Meister der pointierten Literatur an den Mann und die Frau bringen wird.

Wer seine Lesungen miterlebt, begreift sofort wie aktuell die modernen Klassiker aus seinem Bücherschrank sind, zu denen er auch Wilhelm Busch zählt, der eben weit mehr zu zeichnen und zu erzählen wusste, als Max und Moritz.

Die hohe Kunst des guten und musikalisch begleiteten Vorles…

Jüngster im Rat mischt politisch mit: Viel Arbeit, wenig Freizeit und einige neue Erfahrungen: So bilanziert Jan Vogelsang (20) sein erstes Jahr im Mülheimer Stadtrat

Jan Vogelsang sitzt fast jeden Tag vor seinem Computer und schaut ins Internet. Das ist für einen 20-Jährigen keine Seltenheit. Seltenheitswert hat es aber dann, wenn er im städtischen Archiv die Ratsvorlagen studiert. Dass dieser nicht immer leicht verdauliche Lesestoff sein tägliches Brot ist, hat damit zu tun, dass der Jurastudent Mülheims jüngster Stadtverordnete ist.

Als junger Sozialdemokrat rückte er im September 2015 für seinen Parteifreund und damals neu gewählten Oberbürgermeister Ulrich Scholten ins Stadtparlament nach. Wie hat sich sein Leben im ersten Ratsjahr 2016 verändert? „Ich habe wenig Freizeit und versuche mit maximal sieben Stunden Schlaf auszukommen“, sagt Vogelsang. Sein Leben zwischen Universität, Stadtrat, Parteigremien und einem der Studienfinanzierung geschuldeten Gelderwerb im Getränkemarkt, fordern ihren Zehn- bis Zwölf-Stunden-Tag.

Dennoch macht Vogelsang keinen gestressten, sondern einen in sich ruhenden Eindruck. „Ich bereue meinen Einzug in d…

Der Dienstleister: Früher verkaufte Edwin Eder Autos. Heute fährt er den Lieferwagen von Shop & Go. Seine Dienstleistung wird immer gefragter, nicht nur bei alten Menschen und er freut sich auf jeden Arbeitstag

„Ich habe mich schon als Junge für Autos und Technik interessiert“, erzählt Edwin Eder, während er einen Lieferwagen des Servicedienstes Shop & Go durch die Straßen der Stadt steuert. In seinem ersten Berufsleben hat der heute 62-Jährige Autos verkauft. Doch dann warf ihn ein schwerer Herzinfarkt aus der Bahn. Nach drei Jahrzehnten erfolgreicher und gut bezahlter Berufstätigkeit, musste er plötzlich drei Gänge zurückschalten und in letzter Konsequenz seinen lange geliebten Beruf hinter sich lassen. „Heute zählen nur noch die Verkaufszahlen. Viele Kunden schauen sich im Internet um und kommen dann mit der Frage ins Haus: Können Sie mir das Auto auch zu diesem Preis verkaufen oder nicht? Dass man in einem guten Autohaus nicht nur Autos, sondern auch Beratung und Service einkauft, sehen heute viele Kunden nicht mehr“, beschreibt Eder den Wandel in seiner Ex-Branche.

Doch dem Auto und der Mobilität ist der Sohn eines Landbriefträgers treu geblieben. Heute fährt er im Auftra…

Einmal Prinz und Prinzessin sein: Auch wenn Julia und Markus Steck auf den Rosenmontagszug verzichten mussten, sehen sieihre Session als Stadtprinzenpaar für sich persönlich als eine Erfolgsgeschichte an

Als Markus Steck und seine Frau Julia jetzt zusammen mit Maik Frehmann und Susan Pink Silvester feierten, wurden sie von deren kleiner Tochter Melody mit dem Satz begrüßt: „Da kommt ja das Prinzenpaar!“ Als die Mutter ihre Tochter berichtigte: „Die Beiden sind doch gar kein Prinzenpaar mehr!“, antwortete Melody: „Das ist mir egal. Für mich bleiben sie es!“ Solche Momente, daran lassen die beiden Ex-Tollitäten keinen Zweifel, „lassen uns innerlich um zwei bis drei Zentimeter wachsen.“ Inzwischen sind Markus und Julia Steck wieder in den Blaumann geschlüpft. Denn beide betreiben eine Firma, die dafür sorgt, dass Menschen mit dem Aufzug sicher aufwärts- und abwärts fahren können.

In der Karnevalssession 2015/2016 brachten sie als Stadtprinzenpaar die mölmschen Jecken auf Hochtouren. Für Markus, der den Rosenmontagszug aus der Perspektive eines ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Mitarbeiters kannte, war es „ein Herzenswunsch, einmal Prinz zu sein“. Für seine Frau war es eine Frage der eh…

So gesehen: Der Kunde wundert sich

Ich traue kaum meinen Augen, wenn ich durch die Stadt gehe. Überall sehe ich Schilder, die mir einen rapiden Preisverfall anzeigen.

Vor allem Geschenkpapier kostet jetzt nur noch ein Drittel dessen, was es vor dem Weihnachtsfest gekostet hat. Da möchte man sich schon jetzt einen Vorrat für den 24. Dezember 2017 anlegen oder über Nacht vom katholischen zum russisch-orthodoxen Christen werden. Denn die feiern erst am 6. Januar Weihnachten, wenn wir bereits der Heiligen Drei Könige gedenken. Aber auch, wer nicht bis drei zählen kann, wird sich denken können, dass auch eine solche Terminverschiebung eine entsprechende Preisanhebung des Handels nach sich ziehen würde. Da bleibe ich lieber gleich katholisch und halte es mit dem Klingelbeutelprinzip. Nur Bares ist Wahres und Geben ist seliger als Nehmen.

Das finden auch meine Nichte und mein Neffe, die sich nicht nur zu Weihnachten auf ein mölmsches Flachgebinde im herkömmlichen Briefumschlag freuen. Denn sie wissen: Auf den Inhal…

Ein Zeitsprung zwischen Rathausmarkt und Ruhrpromnade

Von barrierearmen Niederflurbahnen war noch keine Rede, als Walter Neuhoff am Rathausmarkt diesen Straßenbahnwagen der Linie 104 fotografierte. Anfang der 1980er Jahre war das. Damals machte der Rathausmarkt (links) seinem Namen noch alle Ehre. Und vom Ruhrquartier und der Ruhrpromenade (rechts) war noch keine Rede.

Stattdessen wurde der Bereich des Rathausmarktes zur Ruhr hin durch den in den 1960er Jahren gebauten „Dezernentenflügel“ des Rathauses begrenzt. Und gleich gegenüber dem Rathausanbau auf dem späteren Platz der Deutschen Einheit wurde 1969 die Zentralbücherei der Stadtbibliothek eröffnet. Heute findet man sie im Medienhaus am Synagogenplatz, der damals noch den Namen Viktoriaplatz trug.

Die Haltestelle Rathausmarkt, die später im Zuge der Ruhrbania-Bauarbeiten aufgelöst beziehungsweise in Richtung Aktienstraße verlegt wurde, war übrigens Mülheims erste Straßenbahnhaltestelle.

Hier startete am 9. Juli 1897 der erste von damals insgesamt sieben elektrischen Straßenbahnwagen. Di…

So gesehen: Von einem Fest zum nächsten

Efrohes Fest!“ Das wünschte ein Besucher der Stadtbibliothek gestern den beiden Mitarbeiterinnen an der Infotheke.

Die Damen von der Infotheke, die von berufs wegen immer gut informiert sind, schauten sich einen Moment lang staunend an, als seien sie nicht richtig informiert.

Nach einer Schrecksekunde, in der das gesprochene Wort begriffen wurde und der Groschen bei dem besagten Herrn und den beiden Damen gefallen war, mussten alle drei spontan lachen. Kein Wunder. Bei so vielen Festen rund um den Jahreswechsel kann man schon mal die Orientierung verlieren.

Schon meine Großmutter spottete: „Zu den größten Plagen gehört eine ganze Reihe von Festtagen!“

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihre Waage oder ihr Nervenkostüm. Nach vielen schönen, aber auch stressigen Festtagen mit vielen Gästen, unter Umständen aus der eigenen Familie, mag so mancher festtagsgeschädigter Gastgeber verstehen, was der rheinische Volkssänger Ludwig Seebus meint, wenn er in einem seiner Schlager …

Sternsinger ziehen auch in Mülheim von Haus zu Haus: Kinder bringen Segenswünsche für 2017 und sammeln Spenden für ihre Altersgenossen in Kenia: Auch der OB wird besucht

Mit dem neuen Jahr kommen die Sternsinger. Sie segnen in dieser Woche die Häuser und ihre Bewohner und bitten dabei um eine gute Gabe für ihr Altersgenossen in Kenia. Die Spenden, die sie diesmal sammeln, fließen in Bildungs- und Sozialprojekte, aber auch speziell in den Brunnenbau.

In den drei Mülheimer Pfarrgemeinden St. Mariae Geburt, St. Mariä Himmelfahrt und St. Barbara machen sich insgesamt 170 Sternsinger auf den Weg. Sie besuchen nicht nur über 500 private Haushalte, sondern auch Altenheime, Krankenhäuser, Kinder-Tagesstätten und am kommenden Freitag Oberbürgermeister Ulrich Scholten.

Neujahrsempfang im Altenhof
Auch an der Gestaltung des Neujahrsempfangs, zu dem die katholische Stadtkirche am Donnerstagabend in den Altenhof einlädt, werden einige Sternsinger beteiligt sein.

Im vergangenen Jahr konnten allein die Sternsinger aus den drei örtlichen Pfarrgemeinden, die insgesamt rund 51?000 Mitglieder zählen, zusammengenommen 23?213 Euro sammeln. Das Geld floss damals …

Auch mit 60 Jahren noch jung: Das Jugendzentrum Stadtmitte

Hier stimmt die Stimmung. Das merkte sofort, wer am 16. Dezember beim Geburtstagsfest im Jugendzentrum Stadtmitte vorbeischaute. Jugendliche mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln setzten sich und ihren Treffpunkt an der Georgstraße 24 gekonnt in Szene, mal mit einem kleinen interaktiven Theaterspiel, mal mit einer Hip-Hop und mal mit einer Break-Dance-Performance. Da zeigten sich die Jugendlichen als ein gut eingespieltes Team, deren gemeinsamer Spaß an der Sache aufs Publikum übersprang.
"Mit 60 ist man auf dem Weg zum Greis und doch noch 60 Jahre davon entfernt", zitierte der Geschäftsführer des Trägervereins für soziale Kinder- und Jugendarbeit. Claus Schindler den Schauspieler Curt Jürgens. Mit dem Hinweis darauf, dass rund 70 Prozent der Jugendlichen, die regelmäßig den Weg ins Jugendzentrum an der Georgstraße finden, aus Zuwandererfamilien stammen, unterstrich Oberbürgermeister Ulrich Scholten, in seiner Funktion als Vorsitzender des Trägervereins, die soziale Bedeut…