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Einmal Prinz und Prinzessin sein: Auch wenn Julia und Markus Steck auf den Rosenmontagszug verzichten mussten, sehen sieihre Session als Stadtprinzenpaar für sich persönlich als eine Erfolgsgeschichte an

Julia und Markus Steck
Als Markus Steck und seine Frau Julia jetzt zusammen mit Maik Frehmann und Susan Pink Silvester feierten, wurden sie von deren kleiner Tochter Melody mit dem Satz begrüßt: „Da kommt ja das Prinzenpaar!“ Als die Mutter ihre Tochter berichtigte: „Die Beiden sind doch gar kein Prinzenpaar mehr!“, antwortete Melody: „Das ist mir egal. Für mich bleiben sie es!“ Solche Momente, daran lassen die beiden Ex-Tollitäten keinen Zweifel, „lassen uns innerlich um zwei bis drei Zentimeter wachsen.“ Inzwischen sind Markus und Julia Steck wieder in den Blaumann geschlüpft. Denn beide betreiben eine Firma, die dafür sorgt, dass Menschen mit dem Aufzug sicher aufwärts- und abwärts fahren können.

In der Karnevalssession 2015/2016 brachten sie als Stadtprinzenpaar die mölmschen Jecken auf Hochtouren. Für Markus, der den Rosenmontagszug aus der Perspektive eines ehrenamtlichen Rot-Kreuz-Mitarbeiters kannte, war es „ein Herzenswunsch, einmal Prinz zu sein“. Für seine Frau war es eine Frage der ehelichen Solidarität: „Ich hätte das nicht gebraucht, aber ich habe mitgezogen.“ Heute sagt sie: „Ich habe es gebraucht!“ Die vielen menschlichen Begegnungen und Kontakte, die sie als Stadtprinzessin geschenkt bekam, will sie nicht missen. Den bewegendsten und tollsten Auftritt als Prinzessin erlebte sie bei der Karnevalsparty im Rathaus des Fliednerdorfes. „Ich hatte anfangs Bedenken, da ich bis dahin noch keinen Kontakt zu geistig behinderten Menschen gehabt hatte. Aber als wir dann dort waren, war ich nur noch begeistert. Denn ich hatte noch niemals so fröhliche, unbeschwerte und dankbare Menschen erlebt, die einfach toll mitfeierten und mit uns zusammen auf der Bühne tanzten“, erinnert sich Julia Steck.

Ihr Mann Markus erinnert sich besonders gerne an die Weiberfastnacht, als das Prinzenpaar im Lack- und Leder-Look zusammen mit den tanzenden Polizistinnen vom Mülheimer Carnevals Club die Säle rockte. Heute ist Steck als Ehrensenator unterstützendes Mitglied des MCCs.

Für ihn war die Session als Stadtprinz auch persönlich ein Gewinn. „Ich bin viel lockerer geworden und habe keine Probleme mehr, auf Menschen zuzugehen, mit ihnen zu reden und auch vor mehreren Menschen zu sprechen.“

Auch wenn das närrische Regentenamt für die selbstständigen Unternehmer mit Zeitdruck und wenig Schlaf verbunden war, empfanden sie ihre Auftritte während der Session, wie ein „seelisches Aufputschmittel“! Markus Steck erinnert sich: „Auch wenn sich meine Frau vorher über etwas geärgert hatte oder gerade betrieblich unter Druck gestanden hatte, war sie ein ganz neuer und ausgelassener Mensch, wenn sie in ihrem Prinzessinnenkleid aus dem Schlafzimmer kam und wir von unserem Hofmarschall Hermann-Josef Hüßelbeck zu unseren Auftritten abgeholt wurden.“

Dass die Session für die beiden Tollitäten, trotz des wetterbedingt ausgefallenen Rosenmontagszuges ein voller Erfolg war, führt Julia Steck darauf zurück, !"dass wir mit Hermann-Josef Hüßelbeck einen brillanten Organisator an unserer Seite hatten, auf den wir uns 100-prozentig verlassen konnten.

Auch nach der sturmbedingten Absage des Rosenmontagszuges machten sie zusammen mit ihren Paginnen Nicole und Melissa aus der Not eine Tugend und tourten in ihrem Prinzenmobil von einer spontanen Karnevalsparty zur anderen, überall mit einem großen Hallo und Helau begrüßt. „So ist der Rosenmontag 2016 für uns doch noch zu einem unvergesslich schönen Tag geworden“, betont das Ex-Prinzenpaar, das sich Heiligabend noch einmal seine 2000 Sessionsfotos angeschaut hat.


Dieser Text erschien am 7. Januar 2017 in NRZ/WAZ

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