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Ein Zeitsprung am Löhberg

Der Löhberg 2017 und 1855: Das historische Foto stammt
aus dem Meduenzentrum der Stadt Mülheim.

Heute führt uns ein Foto aus dem Medienzentrum der Stadt in den Löhberg des Jahres 1955. Wir sehen Abrissarbeiten und schauen auf ein großes Gebäude, das auf der Fahrbahn der heutigen Leineweberstraße steht. Außerdem erkennt man den Turm der 1929 eingeweihten Kirche St. Mariae Geburt.

„Das große Gebäude auf der Leineweberstraße war das Lebensmittelgeschäft Künzel. Und weiter vorne auf der rechten Seite sieht man die Gaststätte Pils Lumma“, erinnert sich der Mülheimer Walter Neuhoff. Er war damals 19 Jahre jung und erlebte den stürmischen Wiederaufbau der vom Krieg gezeichneten Stadt.

Wie man auf dem Foto erkennt, war der untere Löhberg schon damals eine Straße voller kleiner Geschäfte. Auch heute findet man hier unter anderem drei Gaststätten, eine Buchhandlung, einen Augenoptiker und einen Juwelier sowie einen Massagesalon und ein Geschäft für Computerspiele und Handys. Mitte der 50er-Jahre war der Löhberg noch keine Fußgängerzone, zu der sie erst am Ende der 70er werden sollte. Mitte der 50er-Jahre erhielt die Leineweberstraße einen ganz neuen Verlauf und wurde, auch mit Blick auf den zunehmenden Autoverkehr, zur Ost-West-Achse ausgebaut.

Auch zehn Jahre nach Kriegsende musste die Innenstadt noch um- und wieder aufgebaut werden. Denn der große Luftangriff der Royal Air Force vom 22. und 23. Juni 1943 hatte 77 Prozent der innerstädtischen Gebäude entweder zerstört oder zumindest beschädigt. 44 Prozent aller innerstädtischen Wohnungen waren bei Kriegsende am 11. April 1945 zerstört.

Dieser Text erschien am 9. Januar 2016 in der Neuen Ruhr Zeitung

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