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Mit gutem Ton für gute Taten: Vor 50 Jahren hatte die Schildberger Sing und Spielschar ihren ersten Auftritt: Über 10.000 weitere sollten folgen

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt.” Auch dieses Volkslied dürfte die Schildberger Sing- und Spielschar bei einem ihrer über 10 000 Auftritte intoniert haben.

Dass dem Chor, den er vor 50 Jahren ins Leben rief und dann fast 40 Jahre leiten sollte, Gottes Gunst erfuhr, steht für den ehemaligen Lehrer und Rektor der Schildbergschule, Hans-Georg Pappe, außer Frage. Dankbar erinnert sich der heute 74-jährige an die zahlreichen Auslandskonzerte, die seinen Chor zum Beispiel nach Japan und Brasilien, aber auch nach Italien oder in die USA, Kanada und nach Australien führte und immer wieder auch heil zurück nach Mülheim. Auch dafür wollen die ehemaligen Schildberger heute in St. Barbara am Schildberg Danke sagen oder besser singen. Denn sicher wird in dem Gottesdienst in der Dümptener Pfarrkirche beginnt auch noch einmal der Schildberger Sound zu hören sein.

Was als Schulchor mit Volks- und Wanderliedern begann, wurde später mit modernen geistlichen Liedern zu einer musikalischen Institution, die eben auch weit jenseits der Stadtgrenzen einen guten Klang hatte, der beim Publikum im In- und Ausland nicht nur fromm, sondern auch flott ankam. Anfangs ein reiner Knabenchor wurden ab 1961 auch Mädchen aufgenommen. Das ließ die Schildberger ebenso einen Sprung nach vorne machen wie die ständig weiterentwickelte Instrumentalbegeleitung. Was mit Orff-Instrumenten begann, wurde später um Gitarren, Schlagzeug, Xylophon, E-Bass und Glockenspiel zu einem Rhythmus, bei dem man mit musste. Davon konnte sich 1972 auch Papst Paul VI. überzeugen, als der Chor in seiner Sommerresidenz Castel Gandolfo auftrat. „Bitte nicht so etwas Getragenes”, hatte sich der Papst gewünscht und war begeistert, als die Schildberger When the Saints go Marching in schmetterten. Wenn die Schildberger Sing- und Spielschar, in der bis zu 80 Mädchen und Jungen sangen und musizierten, nicht nur beim Papst, sondern auch beim damaligen Bundespräsidenten Walter Scheel in der Bonner Villa Hammerschmidt sangen, hatte das vor allem damit zu tun, dass sie im besten Sinne des Wortes nicht nur für sich auftraten, sondern ihre Klangkunst immer wieder in den Dienst einer guten Sache stellte. So flossen die Konzerterlöse immer wieder in katholische Sozial- und Hilfsprojekte, die von den Schildbergern und ihren Eltern entdeckt und für förderungswürdig befunden worden waren.


So zahlte sich der Publikumserfolg des Schildberger Sounds zum Beispiel für Waisenkinder im südlichen Simbabwe ebenso aus wie für die Ärmsten der Armen im Nordosten Brasiliens oder für die Patienten des Irmel-Weyer-Krankenhaus in Tansania. Auch die Kassen der Caritas in Tokio oder die Telefonseelsorge in Osaka ließen die Schildberger mit ihren Konzerten klingeln.
Und wenn man Hans Georg Pappe, der heute in einem kleinen Ort bei Papenburg lebt, nach dem bewegendsten Moment in seinen fast 40 Schildberger Chor-Jahren fragt, dann erzählt er nicht nur vom Konzert für den Papst, sondern vom Auftritt in einem Altersheim in Nagasaki, in dem die Schildberger vor Überlebenden des Atombombenabwurfes vom August 1945 sangen. Nach dem Konzert sagte ihm eine alte Frau: „Jetzt weiß ich auch, warum ich so alt werden musste, nämlich, um euch noch zu hören.”

Doch all ihr Erfolg konnte auch die Schildberger Sing- und Spielschar nicht vor dem schleichenden Nachwuchsmangel bewahren, der ihr Ende einläuten sollte.

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